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Dokumentenidentifikation DE10101981B4 01.06.2006
Titel Vorrichtung zur Herstellung von Agglomeratkörpern
Anmelder Linn High Therm GmbH, 92275 Hirschbach, DE;
Rudolf Ohlinger GmbH & Co. KG, 67136 Fußgönheim, DE
Erfinder Linn, Horst, 92275 Hirschbach, DE;
Ohlinger, Rudolf, 67069 Ludwigshafen, DE
Vertreter LOUIS, PÖHLAU, LOHRENTZ, 90409 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 18.01.2001
DE-Aktenzeichen 10101981
Offenlegungstag 01.08.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.06.2006
IPC-Hauptklasse B27N 3/28(2006.01)A, F, I, 20051212, B, H, DE
IPC-Nebenklasse H05B 6/78(2006.01)A, L, I, 20051212, B, H, DE   B65D 39/00(2006.01)A, L, I, 20051212, B, H, DE   B29C 47/00(2006.01)A, L, I, 20051212, B, H, DE   B29C 35/08(2006.01)A, L, I, 20051212, B, H, DE   B29C 47/30(2006.01)A, L, I, 20051212, B, H, DE   B29C 47/86(2006.01)A, L, I, 20051212, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Agglomeratkörpern, wie Agglomeratkorken, wobei ein entsprechendes Materialgranulat mit einem Bindemittel gemischt und das Gemisch aus Materialgranulat und Bindemittel mittels eines Extruders zu einem Strang extrudiert wird, der stromabwärts nach dem Extruder mittels einer Heizeinrichtung einer Wärmebehandlung unterzogen wird, bei der das Bindemittel auspolymerisiert, wonach der polymerisierte Materialstrang in Einzelstücke abgelängt wird, die gelagert und nach der Lagerung auf Einzelteillängen auseinandergeschnitten werden, sowie eine Heizeinrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.

Bei einem bekannten Verfahren zur Herstellung von Agglomeratkorken wird der extrudierte Strang aus dem Gemisch aus Korkgranulat und Bindemittel durch einen rohrförmigen Mantelheizer durchgeleitet. Ein solcher Mantelheizer weist infolge der Wellenlänge seiner Wärmestrahlung den Mangel auf, daß die Wärmestrahlung nur oberflächlich in den extrudierten Strang eindringt, so daß eine zuverlässige Polymerisation des Bindemittels nur in diesen Oberflächenschichten gegeben ist. Im Kern des extrudierten Stranges kann die Polymerisation mangelhaft sein. Aus diesem Grunde erfolgt bislang die Lagerung der Einzelstücke des extrudierten Korkstranges über eine Zeitspanne von ca. zwei Wochen oder länger. Das stellt einen erheblichen Mangel dar.

Aus der DE 198 02 297 C1 ist es bekannt, Agglomeratkorken mit Bindemittel zu vermischen und im Strangverfahren oder im Einzelstückverfahren zu formen. Im Verlauf der unterschiedlichen Produktionsprozesse kann es zu einer starken Zunahme von Mikroorganismen auf und im Kork kommen. Zur Vermeidung bzw. Beseitigung solcher Mikroorganismen wird dort vorgeschlagen, die Kork-Zwischen- oder Endprodukte in einer entsprechenden Schichtung auf Förderbändern durch eine Mikrowellenanlage zu transportieren und mit Mikrowelle zu bestrahlen. Mikrowellenanlagen mit Förderbändern stellen große voluminöse Anlagen dar.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Herstellung von Agglomeratkörpern, insbesondere Agglomeratkorken, zu schaffen, die einfach ausgebildet ist, wobei die Wärmebehandlung des extrudierten Stranges aus einem Gemisch aus Granulat und Bindemittel in einer vergleichsweise kleinvolumigen Mikrowellen-Heizeinrichtung erfolgt, wobei eine sehr gleichmäßige Qualität einer Anzahl Granulatstränge erzielt wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Bevorzugte Aus- bzw. Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Erfindungsgemäß werden eine Anzahl extrudierter Stränge aus dem Gemisch aus Materialgranulat und Bindemittel durch eine Mikrowellen-Heizeinrichtung durchgeleitet und in der Mikrowellen-Heizeinrichtung mit einer Mikrowellenstrahlung bestrahlt. Die Mikrowellenstrahlung dringt in den jeweiligen extrudierten Strang bis in dessen Innerstes ein, so daß eine vollkommene Polymerisation des Bindemittels des extrudierten Stranges erfolgt. Aufgrund dieser zuverlässigen und vollständigen Polymerisation des Bindemittels ist es in vorteilhafter Weise nicht mehr erforderlich, die abgelängten Einzelstücke des polymerisierten Materialstranges, beispielsweise Korkstranges, zu lagern bzw. bis zur Weiterverarbeitung, das heißt bis zum Auseinanderschneiden auf Einzelteillängen zwischenzuspeichern. Ein Lager- bzw. Speicherraum ist in vorteilhafter Weise erfindungsgemäß nicht mehr erforderlich.

Bei dem Bindemittel für das Korkgranulat handelt es sich beispielsweise um einen PU-Kleber. Selbstverständlich können auch andere polymerisierbare Kleber zur Anwendung gelangen.

Erfindungsgemäß wird ein Strang mit einem Durchmesser von ≤ 40 mm, vorzugsweise mit einem Durchmesser von 26 bis 26,5 mm, mit einer Extrusionsgeschwindigkeit von 3 bis 5 cm/min, vorzugsweise 4 cm/min extrudiert und durch die Mikrowellen-Heizeinrichtung mit einer Mikrowellen-Heizzonenlänge von 10 bis 15 cm, vorzugsweise 12 cm, hindurchgeleitet.

Die erfindungsgemäße Heizeinrichtung weist einen quaderförmigen Körper aus einem mikrowellen-transparenten Material auf, der in einem Gehäuse vorgesehen ist und der eine Anzahl voneinander beabstandete und zueinander parallele Durchgangslöcher kreisrunden Querschnittes für extrudierte Stränge aus Materialgranulat. bei dem es sich z.B. um Korkganulat handelt, und Bindemittel aufweist, wobei an das Gehäuse mindestens eine Mikrowellen-Strahlungsquelle angekoppelt ist. Bei dem mikrowellen-transparenten Material des quaderförmigen Körpers der erfindungsgemäßen Heizeinrichtung handelt es sich zum Beispiel um Teflon, PP, Quarzglas, Aluminiumoxid oder dergleichen. Anstelle des quaderförmigen Körpers mit Durchgangslöchern können auch einzelne Röhren verwendet werden.

Zweckmäßigerweise sind die Durchgangslöcher in einer Mittelebene des quaderförmigen Körpers zwischen seiner Grund- und Deckfläche vorgesehen. Zumindest an die Grundfläche des Gehäuses können eine Anzahl Mikrowellen-Strahlenquellen angekoppelt sein. Selbstverständlich ist es auch möglich, nicht nur an die Grundfläche des Gehäuses, sondern auch – oder nur – an dessen Deckfläche und/oder an mindestens einer Seitenfläche jeweils mindestens eine oder eine Anzahl Mikrowellen-Strahlenquellen anzukoppeln. Zur Ankopplung der jeweiligen Mikrowellen-Strahlenquelle an den quaderförmigen Körper kann bspw. ein Hohlleiter oder ein Hornstrahler vorgesehen sein. Die/jede Mikrowellen-Strahlenquelle kann auch direkt in das Gehäuse hineinstrahlen.

Erfindungsgemäß ergibt sich der Vorteil, daß mit einer ausgezeichneten Durchsatzleistung Einzelstücke polymerisierter Korkstränge bzw. aus diesen hergestellte Einzelkorklängen realisierbar sind, wobei eine optimale Reduktion chemischer Kontaminanten sowie eine optimale Sterilisation der hergestellten Einzelkorklängen gewährleistet werden kann. Desweiteren ist die Polymerisation, die Aushärtung und Stabilisierung von zur Anwendung gelangenden Bindemitteln in vorteilhafter Weise zuverlässig und reproduzierbar gewährleistet.

Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung sowie eine Blockdarstellung des Flußdiagrammes des mit der Vorrichtung durchführbaren Verfahrens ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung. Es zeigen:

1 eine Blockdarstellung des Flußdiagrammes des Verfahrens zur Herstellung beispielsweise von Agglomeratkorken, und

2 eine Vorderansicht einer Ausführungsform der bei dem Verfahren zur Anwendung gelangenden erfindungsgemäßen Heizeinrichtung.

1 zeigt in einer Blockdiagrammdarstellung das Verfahren zur Herstellung von Agglomeratkorken, wobei in einem Mischer ein Mischen 10 von Korkgranulat und Bindemittel erfolgt. Bei diesem Bindemittel handelt es sich beispielsweise um einen PU-Kleber. Das Gemisch aus Korkgranulat und Bindemittel wird mittels eines Extruders 12 in eine Anzahl Stränge extrudiert. Die extrudierten Stränge werden stromabwärts nach dem Extruder 12 mittels einer Heizeinrichtung 14 einer Wärmebehandlung unterzogen, bei der das Bindemittel auspolymerisiert. Jeder polymerisierte Korkstrang wird danach in Einzelstücke abgelängt. Dieses Ablängen ist durch den Block 16 verdeutlicht. Diese Einzelstücke weisen zum Beispiel eine Länge von 1 m auf. Die abgelängten Einzelstücke können im Bedarfsfall kurz (1 bis 2 Tage) gelagert werden. Das ist durch den strichlierten Block 18 verdeutlicht. Die gelagerten Einzelstücke werden dann auf Einzelkorklängen auseinandergeschnitten. Das ist durch den Block 20 verdeutlicht.

Die Lagerung 18 kann in vorteilhafter Weise auch gänzlich entfallen, das heißt die abgelängten Einzelstücke gemäß dem Block 16 können direkt und unmittelbar in Einzelkorklängen auseinandergeschnitten werden, was durch den den Block 18 umschließenden Pfeil 21 angedeutet ist.

2 zeigt eine Vorderansicht einer Ausbildung der Heizeinrichtung 14 zum Auspolymerisieren des Bindemittels von aus einem Gemisch aus Korkgranulat und Bindemittel extrudierten Strängen. Die Heizeinrichtung 14 weist einen quaderförmigen Körper 22 auf, der zur Führung bzw. Formgebung des Korkstranges dient und der aus einem mikrowellen-transparenten Material wie Teflon, Quarzglas oder Aluminiumoxid besteht. Der quaderförmige Körper 22 weist eine Grundfläche 24 und eine dazu parallele Deckfläche 26 auf, er ist in einem Gehäuse 28 angeordnet. Der quaderförmige Körper 22 weist in einer Mittelebene 30 zwischen der Grund- und Deckfläche 24 und 26 voneinander beabstandet und zueinander parallel eine Anzahl Durchgangslöcher 32 auf. Durch die Durchgangslöcher 32 wird jeweils ein extrudierter Strang aus Korkgranulat und Bindemittel durchgeleitet, um in der Heizeinrichtung 14 gleichzeitig eine entsprechende Anzahl extrudierter Stränge auszupolymerisieren.

An das Gehäuse 28 des quaderförmigen Körpers 22 der Heizeinrichtung 14 sind Mikrowellen-Strahlenquellen 34 beispielsweise mittels Hornstrahler 36 angekoppelt. Diese Ankoppelung kann an der Grundfläche 24 und/oder an der Deckfläche 26 und/oder an den Seitenflächen des Gehäuses 28 erfolgen.

10Mischer 12Extruder 14Heizeinrichtung 16Ablängeinrichtung 18Lagerung 20Einzelstücke 21Pfeil 22quaderförmiger Körper (von 14) 24Grundfläche (von 22) 26Deckfläche (von 22) 28Gehäuse (für 22) 30Mittelebene (von 22) 32Durchgangslöcher (an 30) 34Mikrowellen-Strahlenquellen (von 14) 36Hornstrahler (zwischen 34 und 28)

Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Herstellung von Agglomeratkörpern, wie Agglomeratkorken, wobei ein Materialgranulat mit einem Bindemittel gemischt und das Gemisch aus Materialganulat und Bindemittel mittels eines Extruders (12) zu einem Strang extrudiert wird, der stromabwärts nach dem Extruder (12) einer Wärmebehandlung unterzogen wird, bei der das Bindemittel auspolymerisiert, wonach der polymerisierte Materialstrang in Einzelstücke abgelängt wird, die auf Einzelteillängen auseinandergeschnitten werden, wobei eine Anzahl extrudierter Stränge simultan durch eine Mikrowellen-Heizeinrichtung (14) durchgeleitet und in der Mikrowellen-Heizeinrichtung (14) mit einer Mikrowellenstrahlung bestrahlt werden, wobei jeder Strang mit einem Durchmesser von ≤ 40 mm, vorzugsweise zwischen 26 und 26,5 mm Durchmesser, mit einer Extrusionsgeschwindigkeit von 3 bis 5 cm/min, vorzugsweise 4 cm/min, extrudiert und durch die Mikrowellen-Heizeinrichtung (14) mit einer Mikrowellen-Heizzonenlänge von 10 bis 15 cm, vorzugsweise 12 cm, hindurchgeleitet wird, wobei die Heizeinrichtung einen quaderförmigen Körper (22) aus einem mikrowellen-transparenten Material aufweist, der in einem Gehäuse (28) vorgesehen ist und der eine Anzahl voneinander beabstandete und zueinander parallele Durchgangslöcher (32) kreisrunden Querschnitts für die extrudierten Stränge aus dem Materialgranulat und dem Bindemittel aufweist und an das Gehäuse (28) mindestens eine Mikrowellen-Strahlenquelle (34) angekoppelt ist.
  2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchgangslöcher (32) in einer Mittelebene (30) zwischen der Grund- und der Deckfläche (24 und 26) des quaderförmigen Körpers (22) vorgesehen sind.
  3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an die Grundfläche (24) und/oder an die Deckfläche und/oder an die Seitenflächen des Gehäuses (28) Mikrowellen-Strahlenquellen (34) angekoppelt sind.
  4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Ankopplung der jeweiligen Mikrowellen-Strahlenquelle (34) an das Gehäuse (28) ein Hohlleiter oder ein Hornstrahler (36) vorgesehen ist, oder daß die jeweilige Mikrowellen-Strahlenquelle (34) direkt in das Gehäuse (28) hineinstrahlt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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