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Dokumentenidentifikation DE10126419B4 01.06.2006
Titel Vorrichtung zur Vereinzelung von Schüttgut
Anmelder Industriepark Wolfgang GmbH, 63457 Hanau, DE
Erfinder Filz, Karlheinz, 63674 Altenstadt, DE;
Merz, Hans, 63584 Gründau, DE
DE-Anmeldedatum 31.05.2001
DE-Aktenzeichen 10126419
Offenlegungstag 19.12.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.06.2006
IPC-Hauptklasse B65G 47/18(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Vereinzelung von Schüttgut.

Das Schüttgut ist insbesondere von Metallkugeln wie zum Beispiel Lotkugeln gebildet. Derartige Lotkugeln dienen zur Herstellung von Leiterverbindungen an elektronischen Schaltungen, insbesondere integrierten Schaltkreisen. Um eine reproduzierbare und fehlerfreie Ausbildung derartiger Leiterverbindungen zu erhalten, dürfen die verwendeten Lotkugeln nur geringe Größenschwankungen aufweisen.

Zur Erfüllung dieser Anforderungen werden die Lotkugeln nach ihrer Herstellung Sortiereinheiten zugeführt, in welchen die Lotkugeln nach ihrer Größe sortiert werden. Derartige Sortiereinheiten weisen typischerweise zwei Sortienollen auf, die in geringem Abstand zueinander liegen. Die Längsachsen der Sortierrollen verlaufen nahezu parallel, wobei ein geringer Öffnungswinkel zwischen den Längsachsen vorgesehen ist, so dass sich der Abstand zwischen den Sortierrollen von einem längsseitigen Ende dieser Sortierrollenanordnung zum gegenüberliegenden Ende kontinuierlich vergrößert.

Die Breite des Spalts zwischen den Sortierrollen ist dabei an die Durchmesser der zu sortierenden Rollen angepasst. Damit wird erreicht, dass an den längsseitigen Enden der Sortierrollen, an welchem die Spaltbreite minimal ist, nur die kleinsten Lotkugeln durch den Spalt zwischen den Sortierrollen fallen, während an den gegenüberliegenden Enden der Sortierrollen die Spaltbreite so groß ist, dass dort die Lotkugeln mit großen Durchmessern durch den Spalt fallen können.

Durch die Führung der Lotkugeln durch den Spalt zwischen den Sortierrollen wird somit eine ortsaufgelöste Sortierung der Lotkugeln nach ihrer Größe erhalten.

Zur Gewährleistung einer fehlerfreien Sortierfunktion der Sortierrollen müssen diesen die Lotkugeln vereinzelt zugeführt werden.

Vorrichtungen zur Vereinzelung der Lotkugeln weisen typischerweise einen zylindrischen Metallbehälter auf, dessen Unterseite als Trichter ausgebildet ist. Dieser Trichter ist auf die Qberseite eines Linearförderers gerichtet. Die Lotkugeln werden im Metallbehälter gelagert und über den Trichter dem Linearförderer zugeführt. Die Lotkugeln werden über eine vorgegebene Strecke auf dem Linearförderer transportiert und fallen dann von diesem in einen Fördertopf. Der Fördertopf bildet eine Vibrationsfördereinrichtung. Durch die Vibrationsbewegung der Lotkugeln werden diese vereinzelt und dann den Sortierrollen zugeführt.

Nachteilig bei derartigen Vereinzelungsvorrichtungen ist deren großer konstruktiver Aufwand sowie die große Anzahl der Einzelkomponenten. Dies führt zu einem unerwünscht hohen Kostenaufwand zur Herstellung und Montage derartiger Vorrichtungen.

Weiterhin ist nachteilig, dass bei derartigen Vorrichtungen zur Vereinzelung der Lotkugeln eine große Anzahl von Prozessschritten notwendig ist. Bei jedem der Prozessschritte entsteht durch die Bewegung der Lotkugeln ein Abrieb an den Oberflächen der Lotkugeln. Dies führt zu Verschmutzungen der Oberflächen und zudem zu unerwünscht hohen Schwankungen der Größen der Lotkugeln, wodurch letztlich auch der Ausschuss der Lotkugeln unerwünscht erhöht wird.

In DE-PS 632 049 wird eine Einrichtung zur Umschichtung von tablettenförmigen Gegenständen aus ungeordneter Schüttuug zu geordneten Reihen beschrieben, bei der die Tabletten einem Vorratsbehälter mittels einer unter dem Behälter umlaufenden Walze entnommen werden. Diese Walze ist im Bereich ihres jeweils in den Behälter hineinragenden Umfanges durch die um ein Scharnier mittels der Walzenerhöhungen schwenkbare Zwischendecke zur schonenden Auflockerung des darüber liegenden Tablettenvorrates abgedeckt. Die über die Walze geförderten Tabletten werden auf einem Siebblech abgelegt. Diese Einrichtung zeichnet sich dadurch aus dass die Öffnung des Behälters keine Düse bildet, über welche Teile vereinzelt werden. Vielmehr treten Tabletten aus der Behälteröffnung ungeordnet aus. Eine Sortierung und Vereinzelung erfolgt über die Walze. Bei der Walze handelt es sich um eine angetriebene Einheit.

In CH 659 050 A5 wird ein Verfahren und Vorrichtung zum Vereinzeln von gegenseitig verhängten oder aneinanderhaftenden Teilen offenbart. Die Vorrichtung besitzt einen mechanisch wirkenden Wurfmechanismus, der die zu vereinzelnden Wirrteile gegen Prallwände schleudert, um sie durch Stoßwirkung möglichst weitgehend zu vereinzeln. Der Wurfmechanismus umfasst eine vorgespannte Federplatte. Ein derartiger Wurfmechanismus weist mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung keinerlei Gemeinsamkeiten auf.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art bereitzustellen, welche eine kostengünstige, zuverlässige und materialschonende Vereinzelung von Schüttgut ermöglicht.

Zur Lösung dieser Aufgabe sind die Merkmale des Anspruchs 1 vorgesehen. Vorteilhafte Ausführungsformen und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Vereinzelung von Schüttgut weist einen Vorratsbehälter aus antistatischem Werkstoff zur Aufnahme des Schüttguts und wenigstens eine an eine Öffnung an der Unterseite des Vorratsbehälters anschließende Düse auf, deren Austrittsöffnung an die Teilegrößen des Schüttguts angepasst ist. Weiterhin weist die erfindungsgemäße Vorrichtung ein eine Auflagefläche aufweisendes Verteilerelement zur Verteilung des Schüttguts auf. Die Auflagefläche liegt in Abstand zur Austrittsöffnung der Düse, so dass das an der Austrittsöffnung der Düse austretende Schüttgut auf die Auflagefläche auftrifft und auf dieser aufliegend abwärts geführt ist.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist einen kompakten und kostengünstigen Aufbau mit einer geringen Anzahl von Einzelkomponenten auf.

Besonders vorteilhaft dabei ist, dass das Schüttgut, welches insbesondere von Metallkugeln wie zum Beispiel Lotkugeln gebildet ist, vom Vorratsbehälter über wenigstens eine Düse direkt dem Verteilerelement zugeführt ist, wodurch die Lotkugeln vereinzelt werden.

Dabei ist das Verteilerelement vorzugsweise an der Düse befestigt, so dass die Auflagefläche in vorgegebenem Abstand an die Austritsöffnung anschließt. Das Schüttgut wird damit allein durch die auf die Teile des Schüttguts wirkende Gewichtskraft über die Düse geführt und schließlich auf die Auflagefläche des Verteilerelements geleitet, auf welcher das Schüttgut nach unten gleitet oder rollt und dabei über die Fläche des Verteilerelements verteilt wird. Die Vereinzelung des Schüttguts erfolgt damit selbsttätig und ohne Steuervorrichtungen oder dergleichen.

Die Anzahl der Stationen zur Vereinzelung des Schüttguts ist somit äußerst gering. Zudem ist der Transportweg, auf welchen das Schüttgut zur Vereinzelung des Schüttguts geführt wird, äußerst kurz.

Dadurch entsteht beim Transport des Schüttguts nur ein geringer Oberflächenabrieb. Insbesondere bei als Lotkugeln ausgebildetem Schüttgut ist damit gewährleistet, dass durch den Vereinzelungsprozess nahezu keine zusätzlichen Größenschwankungen bei den Lotkugeln auftreten.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass das Verteilerelement der erfindungsgemäßen Vorrichtung direkt auf den Eingang einer Sortiereinheit geführt werden kann, um damit insbesondere Lotkugeln nach ihrer Größe zu sortieren. Zusätzliche Fördereinrichtungen, welche zu einer Erhöhung des Kostenaufwands derartiger Anlagen führen würden, entfallen somit.

Durch die Verwendung von antistatischen Werkstoffen für den Vorratsbehälter ist gewährleistet, dass das Schüttgut nicht an den Wänden des Vorratsbehälters haften bleibt. Zudem ist vorzugsweise der Durchmesser des Behälters größer als der Durchmesser des Grundkörpers der Düse, wobei dieser wiederum größer ist als der Durchmesser der Düsenaustrittsöffnung. Da die Düse an die Unterseite des Vorratsbehälters anschließt, verringern sich somit die Hohhaumquerschnitte der Hohlräume, durch welche das Schüttgut geführt ist, in Abwärtsrichtung kontinuierlich. Das Schüttgut wird dabei durch die Gewichtskraft über den Vorratsbehälter der Düse zugeführt und tritt schließlich über die Austritsöffnung aus. Durch die fortlaufende Querschnittsverengung der Hohlräume, durch welche das Schüttgut geführt ist, wird erreicht, dass das Schüttgut einzeln und kontinuierlich rieselnd aus der Düsenaustrittsöffnung austritt.

Das an die Austrittsöffnung der Düse anschließende Verteilerelement besteht vorzugsweise aus einer Prallplatte. Diese weist eine konkave oder konvexe Auflagefläche auf, die ein Segment einer Kugeloberfläche bildet. Die auf der Auflagefläche abwärts gleitenden oder rollenden Schüttgutteile verteilen sich dabei über die gesamte Breite der Auflagefläche, wodurch auf einfache Weise eine effiziente Vereinzelung des Schüttguts erzielt wird.

In einer ersten vorteilhaften Ausführungsform ist wenigstens eine Düse mit ihrem Grundkörper in eine Öffnung in der Unterseite des Vorratsbehälters eingesetzt und dort fixiert. Diese Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist einen besonders platzsparenden, kompakten und robusten Aufbau auf.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist an die Öffnung des Vorratsbehälters ein Schlauch aus antistatischem Werkstoff angeschlossen, an dessen freiem Ende die Düse angeordnet ist.

Diese Anordnung ist insbesondere dann vorteilhaft einsetzbar, wenn der Vorratsbehälter der Vorrichtung aus Platzgründen oder dergleichen nicht unmittelbar an einer nachgeordneten Einheit wie einer Sortiereinheit angebracht werden kann.

Besonders vorteilhaft können über ein Verzweigungselement auch mehrere Schläuche mit jeweils einer Düse an eine Öffnung des Vorratsbehälters angeschlossen sein. Damit können mehrere Düsen über eine Öffnung des Vorratsbehälters mit Schüttgut versorgt werden. Weiterhin ist vorteilhaft, dass mittels der Schläuche die Positionen der Düsen bei konstanter Position des Vorratsbehälters variiert werden können.

Besonders vorteilhaft wird die Zufuhr des Schüttguts zu den Schläuchen und den daran anschließenden Düsen über ein Ventil gesteuert.

Die Erfindung wird im nachstehenden anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen:

1: Erstes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Vereinzelung von Schüttgut.

2: Zweites Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Vereinzelung von Schüttgut.

3: Anordnung der Vorrichtung gemäß 1 an den Sortierrollen einer Sortiereinheit.

4: Anordnung der Vorrichtung gemäß 1 an einer Vorsortiereinheit.

5: Drittes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Vereinzelung von Schüttgut mit zwei nachgeordneten Sortierrollen.

6: Viertes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Vereinzelung von Schüttgut mit zwei nachgeordneten Paaren von Sortierrollen.

1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 zur Vereinzelung von Schüttgut. Das nicht dargestellte Schüttgut kann insbesondere von Metallkugeln oder ähnlichen Kleinteilen gebildet sein. Im vorliegenden Fall besteht das Schüttgut aus Lotkugeln. Derartige Lotkugeln werden zur Herstellung von elektrischen Verbindungen von Leiterbahnen, elektrischen Anschlüssen und dergleichen in elektronischen Schaltungen, insbesondere integrierten Schaltkreisen benötigt. Um eine fehlerfreie Funktion der elektrischen Verbindungen zu erhalten, dürfen die hierfür verwendeten Lotkugeln nur geringe Größenschwankungen aufweisen.

Um Chargen von Lotkugeln mit geringen Größenschwankungen zu erhalten, werden die Lotkugeln in der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 vereinzelt, um sie danach in einer Sortiereinheit entsprechend ihrer Größen zu sortieren.

Die Vorrichtung 1 gemäß 1 weist einen Vorratsbehälter 2 auf, in welchem die nicht dargestellten Lotkugeln gelagert werden. Der Vorratsbehälter 2 weist eine im Wesentlichen hohlzylindrische Form auf. Die Wände des Vorratsbehälters 2 bestehen aus einem antistatischen Werkstoff, insbesondere aus Glas oder einem leitenden Kunststoff, und sind geerdet. Prinzipiell kann der Vorratsbehälter 2 auch aus Metall bestehen.

Dadurch wird ein Haften der Lotkugeln an den Innenwänden des Vorratsbehälters 2 vermieden.

Der untere Rand der Wand des Vorratsbehälters 2 begrenzt eine kreisförmige Öffnung, in welche eine Düse 3 eingesetzt ist. Die Düse 3 besteht aus Metall und weist einen im Wesentlichen hohlzylindrischen Grundkörper 4 auf, in dessen Vorderseite eine Düsenspitze 5 mit einer Austrittsöffnung 6 anschließt.

Der hintere Teil des Grundkörpers 4 liegt an der Innenwand des Vorratsbehälters 2 und ist an dieser fixiert. Wie aus 1 ersichtlich ist aus Stabilitätsgründen die Wandstärke des Grundkörpers 4 in diesem Bereich erhöht. Der vordere Teil des Grundkörpers 4 der Düse 3 sowie die anschließende Düsenspitze 5 steht über die Unterseite des Vorratsbehälters 2 hervor.

Der hintere Rand der Wand des Grundkörpers 4 ist abgeschrägt, so dass der Durchmesser des Hohlraums, in welchem sich die Lotkugeln befinden, kontinuierlich von dem Innenwanddurchmesser Q3 des Vorratsbehälters 2 auf den Innendurchmesser Q2 des Grundkörpers 4 der Düse 3 abnimmt. Der Hohlraum, in dem die Lotkugeln geführt werden, nimmt zur Austrittsöffnung 6 der Düse 3 hin, welche einen Durchmesser Q1 aufweist, fortlaufend ab. Dabei ist der Durchmesser Q1 an die Durchmesser der Lotkugeln angepasst.

Dadurch wird ein kontinuierliches Rieseln der Lotkugeln erhalten, wobei die Lotkugeln allein durch ihre Gewichtskraft über die Austrittsöffnung 6 aus der Düse 3 geleitet werden.

Die einzeln aus der Austrittsöffnung 6 der Düse 3 austretenden Lotkugeln treffen auf ein Verteilerelement, welches von einer Prallplatte 7 gebildet ist. Die Prallplatte 7 besteht im vorliegenden Fall aus einem Blechteil, welches eine konvexe Auflagefläche aufweist, die ein Segment einer Kugeloberfläche bildet. Die auf der Auflagefläche abwärts rollenden Lotkugeln fächern über die gesamte Breite der Prallplatte 7 auf, so dass diese bei Verlassen der Prallplatte 7 gleichmäßig über deren Breite verteilt sind.

Der Abstand zwischen dem oberen Ende der Prallplatte 7 und der Austrittsöffnung 6 der Düse 3 ist etwas größer als der Durchmesser Q1 der Austrittsöffnung 6 und etwas größer als der Durchmesser der Lotkugeln, so dass diese zwischen der Austrittsöffnung 6 und der Prallplatte 7 nicht verkanten.

Die Prallplatte 7 ist mittels einer Halterung 8 am Grundkörper 4 der Düse 3 befestigt. Die Halterung 8 besteht im Wesentlichen aus einem Haltering 9, der den Grundkörper 4 der Düse 3 umschließt. Dieser Haltering 9 ist an einem Haltearm 10 fixiert, der von einem einstückig mit der Prallplatte 7 ausgebildeten Blechteil gebildet ist.

2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung 1 zur Vereinzelung von Schüttgut. Diese Vorrichtung 1 weist denselben Aufbau wie die Vorrichtung 1 gemäß 1 auf. Im Unterschied zu 1 weist bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 2 die Prallplatte 7 eine konkave Auflagefläche auf, welche wiederum das Segment einer Kugeloberfläche bildet.

3 zeigt eine Anordnung der Vorrichtung 1 gemäß 1 an zwei Sortierrollen 11, welche Bestandteil einer Sortiereinheit sind, mittels derer die Lotkugeln ihrer Größe nach sortiert werden.

Die Sortierrollen 11 sind identisch ausgebildet und weisen eine zylindrische Form auf. Die Sortierrollen 11 liegen in geringem Abstand nebeneinander, so dass zwischen diesen ein schmaler Spalt verbleibt, dessen Breite die Durchmesser der Lotkugeln angepasst ist. Dabei verlaufen die Längsachsen der Sortierrollen 11 nicht exakt parallel zueinander, sondern in einem kleinen Winkel zueinander. Damit nimmt die Breite des Spalts zwischen den Sortierrollen 11 von einem längsseitigen Ende der Anordnung der Sortierrollen 11 zum anderen längsseitigen Ende hin kontinuierlich ab. Dabei entspricht die minimale Spaltbreite etwa dem Durchmesser der kleinsten Lotkugeln und die maximale Spaltbreite etwa dem Durchmesser der größten Lotkugeln.

Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 werden die Lotkugeln vereinzelt in den Zwischenraum zwischen den Sortierrollen 11 geführt. Je nach Größe der Lotkugeln fallen diese an unterschiedlichen Positionen durch den Spalt zwischen den Sortierrollen 11, so dass die Lotkugeln am Ausgang der Sortierrollenanordnung in deren Längsrichtung ihrer Größe nach sortiert liegen und entsprechend weiterverarbeitet werden können.

Wie aus 3 ersichtlich ragt die Prallplatte 7 in den Zwischenraum zwischen den Sortierrollen 11, so dass die Lotkugeln dort ohne Fallbewegungen vereinzelt eingeführt werden.

4 zeigt eine Anordnung der Vorrichtung 1 gemäß 1 an einer Vorsortiereinheit 12, die einer nicht dargestellten Sortiereinheit vorgeordnet ist. Die auf der Prallplatte 7 abwärts rollenden Lotkugeln sind auf eine horizontale Platte 13 geführt, die Bestandteil der Vorsortiereinheit 12 ist. Zur Vorsortierung der Lotkugeln führt die Platte 13 Schwingungen aus.

5 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1. Der Vorratsbehälter 2 ist im oberen Teil hohlzylindrisch ausgebildet und an seiner Oberseite mit einem Deckel abgeschlossen. Der untere Teil des Vorratsbehälters 2 ist trichterförmig ausgebildet. Dabei verjüngt sich der Querschnitt des trichterförmigen Teils des Vorratsbehälters 2 zu seinem unteren Ende, an welchem die Öffnung vorgesehen ist, über welche die Lotkugeln aus dem Vorratsbehälter 2 der Düse 3 zugeführt sind. Im vorliegenden Fall ist die Düse nicht in die Öffnung des Vorratsbehälters 2 eingesetzt, sondern schließt an das freie Ende eines Schlauches 14 aus antistatischem Werkstoff an. Vorzugsweise besteht der Schlauch 14 aus einem flexiblen leitenden Kunststoff. Die Düse 3 ist mit ihrem Grundkörper 4 in das untere Ende des Schlauches 14 eingesetzt. An dem Grundkörper 4 ist eine Prallplatte 7 befestigt.

Die Düse 3 und die Prallplatte 7 sind entsprechend dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 ausgebildet.

An die Öffnung des Vorratsbehälters 2 schließt ein Ventil 15 an. An den Ausgang des Ventils 15 schließt ein Rohrstück 16 an, auf welches das obere Ende des Schlauches 14 aufgesetzt ist.

Die Lotkugeln werden durch ihre Gewichtskraft durch die Öffnung in den Vorratsbehälter 2 nach unten gedrückt, wobei der Durchmesser der Öffnung wiederum an die Durchmesser der Lotkugeln angepasst ist. Mittels des Ventils 15 kann die Zufuhr der Lotkugeln zur Düse 3 gesteuert werden.

Durch die antistatische Ausbildung der Wände des Schlauches 14 wird ein Haften der Lotkugeln vermieden, so dass diese einzeln und kontinuierlich der Düse 3 zugeführt werden. Dort treten die Lotkugeln aus der Austrittsöffnung 6 aus, werden über die Prallplatte 7 vereinzelt und so wiederum zwei Sortierrollen 11 zugeführt.

Zur visuellen Kontrolle des Füllstands im Vorratsbehälter 2 ist in dessen Wand ein Sichtfenster 17 vorgesehen.

Weiterhin ist im unteren Bereich des Vorratsbehälters 2 ein Signalgeber 18 vorgesehen, mittels dessen kontrolliert wird, ob ein Mindestfüllstand im Vorratsbehälter 2 unterschritten wird. Der Signalgeber 18 kann von einem induktiven oder kapazitiven Näherungsschalter gebildet sein und befindet sich in der Höhe des Vorratsbehälters 2, in wel cher der zur kontrollierende Mindestfüllstand liegt. Der Signalgeber 18 generiert bei Unterschreiten des Mindestfüllstands ein Warnsignal. Dieses signalisiert dem Bedienpersonal, dass der Vorratsbehälter 2 nachgefüllt werden muss. Alternativ oder zusätzlich kann bei Unterschreitung des Mindestfüllstands die nachgeordnete Sortiereinheit deaktiviert werden.

Im Bereich der Sortierrollen 11 ist ein Sensor 19 vorgesehen, mittels dessen die im Zwischenraum zwischen den Sortierrollen 11 liegende Menge an Lotkugeln überwacht wird. Der Sensor 19 bildet somit einen Staumelder und kann insbesondere von einem Lichttaster gebildet sein.

6 zeigt ein viertes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1. Der Aufbau dieser Vorrichtung 1 entspricht im Wesentlichen dem Aufbau der Vorrichtung 1 gemäß 5. Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel gemäß 5 ist bei der Vorrichtung 1 gemäß 6 dem Ventil 15 ein Verzweigungselement 20 nachgeordnet, das aus antistatischem Werkstoff, insbesondere aus einem starren, leitenden Kunststoff besteht. Das Verzweigungsstück weist ein rohrförmiges Eingangsstück auf, an welches zwei rohrförmige Ausgangsstücke anschließen.

Das Eingangsstück ist auf das Rohrstück 16 am Ausgang des Ventils 15 aufgesetzt. Auf die Ausgangstücke des Verzweigungselements 20 ist jeweils ein Schlauch 14 aufgesetzt, an dessen Ende eine Düse 3 anschließt. Die Schläuche 14, die Düsen 3 sowie die an die Düsen 3 anschließenden Prallplatten 7 entsprechen dem Ausführungsbeispiel gemäß 5.

Mit der Anordnung gemäß 6 werden über die Düsen 3 Lotkugeln vereinzelt verschiedenen Paaren von Sortierrollen 11 zugeführt.

1Vorrichtung 2Vorratsbehälter 3Düse 4Grundkörper 5Düsenspitze 6Austrittsöffnung 7Prallplatte 8Halterung 9Haltering 10Haltearm 11Sortierrollen 12Vorsortiereinheit 13Platte 14Schlauch 15Ventil 16Rohrstück 17Sichtfenster 18Signalgeber 19Sensor 20Verzweigungselement

Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Vereinzelung von Schüttgut, mit einem Vorratsbehälter (2) aus antistatischem Werkstoff zur Aufnahme des Schüttguts, mit wenigstens einer an eine Öffnung an der Unterseite des Vorratsbehälters (2) anschließenden Düse (3), deren Austrittsöffnung (6) an die Teilegrößen des Schüttguts so angepasst ist, dass die Schüttgutteile einzeln aus der Austrittsöffnung austreten und mit einer eine Auflagefläche aufweisenden Prallplatte (7) zur Verteilung des Schüttguts, wobei die Auflagefläche in Abstand zur Austrittsöffnung (6) der Düse (3) liegt, so dass das an der Austrittsöffnung (6) der Düse (3) austretende Schüttgut auf die Auflagefläche auftrifft und auf dieser aufliegend abwärts geführt ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schüttgut von Metallkugeln, insbesondere Lotkugeln gebildet ist.
  3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der antistatische Werkstoff aus Glas, aus einem leitenden Kunststoff oder aus Metall besteht.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–3, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse (3) einen hohlzylindrischen Grundkörper (4) aufweist, an dessen Vorderseite eine Düsenspitze (5) mit der Austrittsöffnung (6) anschließt.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser Q1 der Austrittsöffnung (6) der Düse (3) kleiner ist als der Innendurchmesser Q2 des Grundkörpers (4) der Düse (3), welcher kleiner ist als der minimale Innendurchmesser Q3 des Vorratsbehälters (2).
  6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der hintere Rand der Wand des Grundkörpers (4) abgeschrägt ist.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–6, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorratsbehälter (2) hohlzylindrisch ausgebildet ist, wobei der Grundkörper (4) der Düse (3) in die am unteren Rand des Vorratsbehälters (2) ausmündende Öffnung eingesetzt ist.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–6, dadurch gekennzeichnet, dass das Schüttgut über einen Schlauch (14) aus antistatischem Werkstoff von dem Vorratsbehälter (2) zu der Düse (3) geführt ist.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlauch (14) aus Kunststoff besteht.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse (3) in die Öffnung an dem freien Ende des Schlauches (14) eingesetzt ist.
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8–10, dadurch gekennzeichnet, dass an die Öffnung des Vorratsbehälters (2) ein Ventil (15) anschließt, an dessen Ausgang wenigstens ein Schlauch (14) angeschlossen ist.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass an das Ventil (15) ein Verzweigungselement (20) aus antistatischem Werkstoff anschließt, an dessen Ausgänge jeweils ein Schlauch (14) anschließt.
  13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Verzweigungselement (20) aus leitendem Kunststoff besteht.
  14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–13, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagefläche der Prallplatte (7) ein Segment einer Kugeloberfläche bildet.
  15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagefläche konvex oder konkav ausgebildet ist.
  16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Prallplatte (7) mittels einer Halterung (8) am Grundkörper (4) der zugeordneten Düse (3) befestigt ist.
  17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–16, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorratsbehälter (2) ein Sichtfenster (17) zur visuellen Füllstandskontrolle aufweist.
  18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–17, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Vorratsbehälter (2) ein Signalgeber (18) zur Kontrolle eines Mindestfüllstands vorgesehen ist.
  19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–18, dadurch gekennzeichnet, dass diese einer Sortiereinheit vorgeordnet ist.
  20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Sortiereinheit zwei Sortierrollen (11) aufweist, welche in geringem Abstand nebeneinander liegen, und dass die Prallplatte (7) in den Zwischenraum zwischen die Sortierrollen (11) ragt.
  21. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen den Sortierrollen (11) an die Durchmesser der Metallkugeln so angepasst ist, dass die minimale Spaltenbreite dem Durchmesser der kleinsten Lotkugeln und die maximale Spaltenbreite dem Durchmesser der größten Lotkugeln entspricht und von einem längsseitigen Ende der Sortierrollenanordnung zum anderen längsseitigen Ende hin kontinuierlich zunimmt.
  22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, dass diese einen Sensor (19) zur Kontrolle der im Zwischenraum zwischen den Sortierrollen (11) liegenden Metallkugeln aufweist.
  23. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Sortiereinheit eine Vorsortiereinheit (12) aufweist, auf welche die Prallplatte (7) geführt ist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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