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Dokumentenidentifikation DE102004057856A1 01.06.2006
Titel Verfahren, Vorrichtung und Computerprogramm zum Erzeugen eines Entwicklergemisches in einer elektrografischen Entwicklerstation
Anmelder Océ Printing Systems GmbH, 85586 Poing, DE
Erfinder Zehentbauer, Martin, 82131 Gauting, DE;
Hausmann, Bernd, 82140 Olching, DE;
Schwarz-Kock, Thomas, 85417 Marzling, DE
Vertreter Schaumburg, Thoenes, Thurn, Landskron, 81679 München
DE-Anmeldedatum 30.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004057856
Offenlegungstag 01.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.06.2006
IPC-Hauptklasse G03G 13/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G03G 15/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   G03G 13/06(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   G03G 15/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung In einem Verfahren zum Erzeugen eines Entwicklergemisches in einer Entwicklerstation eines elektrografischen Druckgeräts werden gleichzeitig ferromagnetische Trägerteilchen und Toner in die Entwicklerstation eingefüllt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Erzeugen eines Entwicklergemisches in einer Entwicklerstation für ein elektrografisches Druck- oder Kopiergerät. Derartige Geräte arbeiten nach dem elektrografischen Prinzip, bei dem Bildinformationen durch z.B. elektrische, magnetische und/oder optische Signale als elektrische Ladung bzw. magnetische Felder auf einem Zwischenträger punktweise erzeugt werden und der Zwischenträger punktweise mit Toner eingefärbt wird. Die Einfärbung wird dabei insbesondere mit einem Zwei-Komponenten-Entwicklergemisch bewerkstelligt und kann mittels einer mit Magneten erzeugten Magnetbürste vonstatten gehen oder nach dem sogenannten Toner-Jump-Prinzip. Das Entwicklergemisch enthält geladene und/oder magnetisierte Teilchen und Toner. Das Tonerbild ist dann auf einen Aufzeichnungsträger, inbesondere auf Papier, umdruckbar.

Ein nach dem elektrofotografischen Prinzip arbeitendes Druckgerät, bei dem die Bildinformation mittels Licht auf einer fotoleitenden Schicht erzeugt wird, ist aus der DE-C1-19540138 bekannt. Aus der WO-A1-98/27472 ist eine nach dem Toner-Jump-Verfahren arbeitende Entwicklerstation bekannt.

Aus der US-A-4,511,639 ist ein Verfahren zum Regenerieren eines Entwicklergemisches in einem elektrofotografischen Drucksystem bekannt. Obwohl mit derartigen Verfahren die Lebensdauer des Entwicklergemisches erhöht werden kann, ist es von Zeit zu Zeit nötig, das Gemisch völlig zu erneuern, um eine – hohe Qualität der gedruckten Bilder zu gewährleisten.

Aus der EP-B1-1 016 935 ist ein Drucksystem bekannt, bei dem Aggregate wie z.B. eine Entwicklerstation einen elektrischen Speicher zum Ablegen von Betriebswerten aufweisen.

Die vorstehend genannten Veröffentlichungen werden hiermit durch Bezugnahme in die vorliegende Beschreibung aufgenommen.

In großen elektrografischen Druckgeräten mit hohen Druckleistungen von einigen zig Seiten DIN A4 pro Minute bis zu über 1000 Seiten DIN A4 pro Minute sind relativ große Mengen von Entwicklergemischen bereitzustellen. Diese Bereitstellung ist bei derartigen Geräten relativ zeitaufwändig, wenn der Toner und die ferromagnetischen Trägerteilchen erst in der Entwicklerstation vermengt werden und zusätzlich aktiviert werden müssen, d.h. über einen bestimmten Mindestzeitraum kontinuierlich miteinander durchmischt werden müssen um ein triboelektrisches Potential in dem Entwicklergemisch aufzubauen. Der Zeitaufwand ist insbesondere deshalb nachteilig, weil während dieser Zeit die Druckmaschine außer Betrieb ist.

Es ist Aufgabe der Erfindung, entwicklergemischbezogene Prozesse für elektrografische Geräte zu verbessern.

Diese Aufgabe wird durch die in den unabhängigen Ansprüchen angegebene Erfindung gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung werden zum Erzeugen eines Entwicklergemisches in einer Entwicklerstation eines elektrografischen Druckgeräts gleichzeitig magnetisierbare, insbes. ferromagnetische Trägerteilchen und Toner in die Entwicklerstation eingefüllt. Hiermit wird eine Prozessparallelisierung der beiden Einfüllprozesse erreicht.

Durch Parallelisieren einzelner Phasen des Gesamtprozesses „Gemischwechsel" wird eine deutliche Zeitoptimierung erreicht.

Drei Phasen zum Erzeugen eines Entwicklergemisches sind insbesondere: Trägerteilchen (engl. Carrier) einfüllen, Auftonern (d. h. Toner einfüllen) und Durchmischen (Mixing).

Diese Phasen können folgendermaßen beschrieben werden:

Carrier einfüllen: In dieser Phase wird das Trägermaterial – Carrier – in die Entwicklerstation gefüllt.

Auftonern: Der eingefüllte Carrier besitzt keinen Toner. Um drucken zu können muss eine gewisse Tonerkonzentration vorhanden sein. Um dies zu erreichen wird ein neu eingefülltes Gemisch aufgetonert. Dabei werden eine festgelegte Anzahl von Förderzyklen durchgeführt, die die nötige Tonermenge zum Carrier transportieren.

Durchmischen (Mixing): Der Carrier und der Toner müssen durchmischt werden, um eine gleichmäßige Verteilung zu erhalten und sich elektrisch aufzuladen. Diese Aufladung des Carriers und speziell des Toners ist notwendig um den Druckprozess überhaupt durchführen zu können.

Zur Lösung des Problems werden die Einzelprozesse Carrier einfüllen und Auftonern zeitgleich ausgeführt. Insbesondere können die beiden Prozesse so aufeinander abgestimmt werden, dass zuerst der Carrier eingefüllt wird und nach einer definierten Zeit der Auftonerprozess zuschaltet. Die Zeit ist sinnvoll, damit sich bereits etwas Carrier in der Entwicklerstation befindet ehe der erste Toner hinzugegeben wird. Beide Prozesse enden insbesondere gleichzeitig. Das Durchmischen findet insbesondere ebenfalls gleichzeitig mit den beiden anderen Prozessen statt. Die parallel durchgeführten Vorgänge des Einförderns von Carrier und Toner erfüllen dabei gleichzeitig die Funktion der Mixingphase. Weiterhin besteht die Möglichkeit bei Bedarf eine Mixingphase von beliebiger Zeit durch Parameteränderung zusätzlich durchzuführen. Die Möglichkeit ist insbesondere deshalb vorteilhaft, weil es bei bestimmten Tonern oder Carriern einer längeren Aktivierung bedürfen kann.

Durch die Parallelisierung werden die einzelnen Phasen einer Gemischaufbereitung, die bisher streng nacheinander ausgeführt wurden, zeitlich ineinander geschoben was zu einer deutlichen Zeitoptimierung führt. Die geringere Prozesszeit führt zu einem angenehmeren Umgang mit dem Drucker und zu weniger Wartezeit während des Gemischwechsels. Darüber hinaus altert das Gemisch weniger, da es kürzer beansprucht wird.

Mit der Erfindung werden erstmals Prozesse parallelisiert, die in bisher bekannten Verfahrern nacheinander ausgeführt wurden. Es wird mit einer gewissen Verzögerung, die notwendig ist, Carrier und Toner gleichzeitig eingefüllt. Dadurch lassen sich die Prozesse ineinander schieben und sich die Gesamtprozesszeit deutlich reduzieren.

Auch die Mixingphase zum Durchmischen und Aktivieren des Gemisches wird parallel dazu durchgeführt, wobei die gemeinsame Befüllung der Entwicklerstation ausreicht, um das entstehende Gemisch zu aktivieren. Aktivieren bedeutet, dass sich Toner und Carrier durch die Reibung beim Durchmischen entgegengesetzt aufladen. Sollte es Gemische geben, die andere Eigenschaften haben und eine längere Mixingphase erfordern, kann eine gesonderte Mixingphase im Prozess vorgesehen werden, die bei Bedarf über Parameteränderung freigeschalten werden kann.

Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung, der in Kombination oder auch unabhängig vom ersten Aspekt ausgeführt werden kann, umfasst ein Verfahren zum computerunterstützten Wechseln eines Entwicklergemisches in einer Entwicklerstation eines elektrografischen Druckgeräts:

  • (a) eine erste Phase, in der ein verbrauchtes Entwicklergemisch aus der Entwicklerstation abgelassen wird und
  • (b) eine zweite Phase, in der ein neues Entwicklergemisch erzeugt wird indem neue Trägerteilchen und Toner in die Entwicklerstation prozessschrittweise oder kontinuierlich eingefüllt und miteinander durchmischt werden, wobei die Menge der zugeführten Trägerteilchen und/oder des zugeführten Toners regelmäßig, insbesondere prozesschrittweise automatisch erfasst werden.

Der Gesamtprozess der Gemischerstellung wird dabei insbesondere in Phasen gegliedert und vorgegebene Parameter, insbesondere Mengenwerte der eingefüllten Materialien, während des Prozesses erfasst. Dadurch ist es möglich, im Falle eines Abbruchs des Prozesses während einer Phase, insbesondere in einem Fehlerfalle, den Prozess in dieser Phase kontrolliert fortzusetzen. Dadurch können teilweise erstellte Gemische kontrolliert fertiggestellt werden und brauchen nicht entsorgt zu werden.

Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung, der alleine oder auch zusammen mit den zuvor genannten Aspekten betrachtet werden kann, erfolgt in einem Verfahren zum Wechseln eines Entwicklergemisches in einer elektrografischen Entwicklerstation im Falle eines Fehlers oder eines Abbruchs des Verfahrens eine Fortsetzung an einem vorbestimmten Prozessschritt unter Verwendung der zuletzt erfassten Menge von Trägerteilchen und/oder Toner.

Die Prozessgliederung kann dabei insbesondere durch sogenannte Ankerpunkte erfolgen. Die Ankerpunkte dienen als Wiedereinstiegspunkte an vorbestimmten Prozessschritten für den Fall, dass der Gemischwechselablauf unterbrochen wird. Somit muss nicht die gesamte Prozedur erneut von vorne durchlaufen werden, sondern kann zeitsparend an entsprechender Stelle fortgesetzt werden. Außerdem muss auf diese Weise nicht ein evtl. gerade neu eingefüllter Carrier wieder abgelassen und verworfen werden nur um den Prozess erneut (mit einem neuen Carrier) von vorne beginnen zu können (was zusätzliche Kosten verursacht). Diese Form der Prozessgliederung ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn der Prozess computergesteuert ist.

Tritt ein Fehler auf, muss der Prozess nicht komplett wiederholt werden, sondern wird an einem Ankerpunkt fortgesetzt. Die Ankerpunkte sind an sinnvollen und technisch machbaren Punkten im Prozess eingefügt. Um an manchen, sehr wichtigen Stellen im Gemischwechselprozess wieder fortsetzen zu können, ist es notwendig neue Zähler einzuführen, um z. B. einer Übertonerung der Entwicklerstation zu entgehen. Diese Zähler sind:

  • 1. Zähler zum Zählen von Förderzyklen eines Tonertransportmittels während der Auftonerphase. Damit wird bestimmt, wie viel Toner bereits zum neuen Carrier gegeben wurde. Es kann somit genau die noch fehlende Menge Toner in die Entwicklerstation gefördert werden.
  • 2. Zähler bzw. Timer, der den Mixingprozess zeitlich überwacht. Damit wird ausgeschlossen, dass das Gemisch zu lange durchmischt wird, und somit zu lange altert, oder versehentlich zu kurz durchgemischt wird, was zu erheblichen Druckbildproblemen und somit zu einem Fehler führt.

Vorteile: Die „Ankerpunkte" führen zu einer noch deutlicheren Zeitersparnis im Fehlerfall. Außerdem wird verhindert, dass Fehler der Entwicklerstation auftreten (z. B. Übertonerung, zu lange Alterung, zu gering aufgeladenes Gemisch). Hinzu kommt, dass im Fehlerfall der bereits eingefüllte Carrier und Toner nicht wieder entnommen und weggeworfen werden muss.

Der oben genannte Tonerföderzähler ist insbesondere während der Phase des Auftonerns des Carriers aktiv und zählt die Anzahl der durchgeführten Tonerförderzyklen. Wird der Prozess während dieser Phase unterbrochen, wird er später wieder an dieser Stelle fortgesetzt („Ankerpunkt"). Die Prozessfortsetzung am Ankerpunkt ist möglich, weil die Anzahl der bereits absolvierten Förderzyklen mitgezählt werden, und somit die bereits in die Entwicklerstation bzw. den Carrier geförderte Menge Toner bekannt ist. Somit wird beispielsweise ein Übertonern der Entwicklerstation verhindert.

Ein entsprechender Zähler zum Zählen von Mischzyklen kann auch für die Mixingphase eingerichtet werden. Da der Carrier im Laufe seiner Lebenszeit altert, und dieser Faktor vom Drucker verarbeitet wird, ist es vorteilhaft, die Länge der Mixingphase zu kennen und nicht unnötig lange zu strecken.

Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung, der unabhängig oder auch in Kombination mit einem oder beiden der zuvor genannten Aspekte gesehen werden kann, werden entwicklergemischrelevante Status- und/oder Zählerdaten, insbesondere ein voll/leer-Status für die Entwicklerstation, ein Phasenstatus, der die aktuelle Phase des Gemischwechsels oder der Gemischerzeugung anzeigt und/oder die beim Erzeugen des Gemischs erfassten Mengen- und/oder Zeitwerte, auf einem nicht flüchtigen, elektrischen Speicher der Entwicklerstation gespeichert.

Der aktuelle Stand der Entwicklerstation – z. B. leer oder teilweise leer – wird dabei auf einem nicht flüchtigen Speicher auf der Entwicklerstation selbst gespeichert. Auch die oben beschriebenen Zähler werden dabei auf dem nicht flüchtigen Speicher vermerkt. Somit ist die Information bezüglich des Zustandes der Entwicklerstation nicht mehr nur im Drucker vorhanden sondern auch auf der Entwicklerstation selbst gespeichert. Weiterhin kann auf der Entwicklerstation ein Mikroprozessor vorgesehen sein, der diese Daten verarbeitet. Aufgrund der auf ihr gespeicherten Daten kann eine Entwicklerstation jederzeit, selbst nach einem abgebrochenen Gemischwechsel auch in einem anderen Drucker oder zu einem anderen Zeitpunkt eingesetzt werden, ohne Gefahr zu laufen in einen fehlerhaften Zustand zu geraten, beispielsweise durch Übertonerung. Außerdem kann ein neuer Carrier, der zum Zeitpunkt des Abbruchs des Gemischwechsels bereits eingefüllt wurde und noch aufgetonert werden muss (teilweise oder komplett), weiter verwendet werden, da die Entwicklerstation auf Grund des Zählerstandes auf dem nicht flüchtigen Speicher erkennt, wieviel Toner bereits eingefüllt wurde. Auch dies kann in einem anderen Drucker erfolgen, da die Information des Zählerstandes und des Status (z.B: „draining") mit der Entwicklerstation „mitgenommen" wird.

Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand eines Vergleichs zwischen einem konventionellen Drucksystem (alt) und einem erfindungsgemäßen Drucksystem beschrieben, aus denen weitere Wirkungen und Vorteile der Erfindung deutlich werden.

Es zeigen:

1: ein elektrografisches Hochleistungsdruckgerät

2: Zusammenhänge beim Wechseln eines Entwicklergemisches

3: einen Prozess des Gemischablassens

4: einen Teilprozess des Absaugens

5: einen Prozess zum Einfüllen von Trägerteilchen und

6: Prozesse des Auftonerns und Durchmischens.

In 1 ist schematisch eine elektrophotographische Druckeinrichtung zum ein- oder mehrfarbigen, ein- oder beidseitigen Bedrucken von bandförmigen Aufzeichnungsträgern 10 unterschiedlicher Bandbreite dargestellt. Sie enthält als Zwischenträger eine elektromotorisch angetriebene Photoleitertrommel 11. Um den Zwischenträger 11 gruppieren sich die verschiedenen Aggregate für den elektrophotographischen Prozeß. Diese sind im wesentlichen eine Ladeeinrichtung 12 in Form eines Ladecorotrons zum Aufladen des Zwischenträgers 11; ein Zeichengenerator 13 mit einem Leuchtdiodenkamm zum zeichenabhängigen Belichten des Zwischenträgers 11, der sich über die gesamte nutzbare Breite des Zwischenträgers 11 erstreckt; eine Entwicklerstation 14 zum Einfärben des zeichenabhängigen Ladungsbildes auf dem Zwischenträger 11 mit Hilfe eines Ein- oder Zweikomponentenentwicklergemisches; eine Umdruckstation 15, die sich über die Breite des Zwischenträgers 11 erstreckt und mit der die Tonerbilder auf den Aufzeichnungsträger 10 übertragen werden. Zum Entfernen des Resttoners nach der Entwicklung und dem Umdruck ist eine Reinigungstation 16 vorgesehen mit darin integrierter Reinigungsbürste mit zugehöriger Absaugeinrichtung sowie eine Entladeeinrichtung 17. Der Zwischenträger 11 wird elektromotorisch angetrieben und im Druckbetrieb in Pfeilrichtung bewegt.

Weiterhin enthält die Druckeinrichtung eine der Umdruckstation 15 in Transportrichtung des Aufzeichnungsträgers nachgeordnete Fixierstation 18, die als Thermodruckfixierstation ausgebildet ist, sowie eine der Fixierstation nachgeordnete Zuführeinrichtung 21 mit Führungsrollen zur Zuführung des Aufzeichnungsträgers 10 zu einer internen Stapeleinrichtung 22 oder zu einer außerhalb der Druckeinrichtung angeordneten externen Stapel- oder sonstigen Nachverarbeitungsrichtung.

Der bandförmige Aufzeichnungsträger 10 ist z.B. als vorgefaltetes, mit Randperforationen versehenes Endlospapier konfektioniert und wird ausgehend von einem internen Vorratsbereich 23 über Zuführrollen 24 einer abschwenkbaren Papierteilereinrichtung der Umdruckstation 15 zugeführt. Es ist jedoch auch möglich, einen Aufzeichnungsträger ohne Randperforationen über eine Rollenzuführung zuzuführen.

Der Transport des Aufzeichnungsträgers 10 erfolgt dabei vorzugsweise über eine der Umdruckstation 15 zugeordnete Transporteinrichtung 25 in Form von mit Stiften versehenen Transportbändern, die über Antriebswellen in die Randperforationen des Aufzeichnungsträgers 10 eingreifen. Weiterhin ist im Gehäusebereich der Druckeinrichtung, und zwar in einem Aufnahmebereich für den internen Vorratstapel 23 eine Wendeeinrichtung 28 angeordnet, über die zum Bedrucken der Rückseite der bereits auf der Frontseite bedruckte Aufzeichnungsträger gewendet und erneut der Umdruckstation 15 zugeführt wird. Die Wendeeinrichtung 28 steht mit der Fixierstation 18 über einen Rückführkanal 29 in Verbindung.

Im Prinzip sind bei der dargestellten Druckeinrichtung die Aggregate zu austauschbaren Modulen zusammengefaßt, bzw. als austauschbare Module ausgebildet. Dies gilt sowohl für die Wendeeinrichtung 28, den Rückführkanal 29 als auch für das elektrophotographische Druckmodul 26 mit den dort angeordneten Aggregaten für den elektrophotographischen Prozeß. Gesondert austauschbar in dem elektrophotographischen Druckmodul 26 ist die Entwicklerstation 14. Sie ist zu diesem Zwecke auf Schienen 27 gelagert und kann damit senkrecht zur Zeichenebene aus der Druckeinrichtung geschoben und ausgetauscht werden. Ihr prinzipieller Aufbau ist aus der WO-A1-98/27472 bekannt, die an dieser Stelle durch Bezugnahme in die vorliegende Beschreibung aufgenommen wird. Auf der Entwicklerstation 14 ist eine Identifizierungsanordnung 30 in Form einer Flachbaugruppe angeordnet, deren Funktion später erläutert wird. Weiterhin enthält die Entwicklerstation einen automatisch gesteuerten Mischbagger, mit dem das Toner-Entwicklergemisch durchmischt werden kann.

Gesteuert wird die Druckeinrichtung über eine nicht dargestellte Druckersteuerung. Die Bedienung der Druckeinrichtung erfolgt über ein Bedienfeld-Display 31 in Form eines Touch-Screen Bildschirmes.

Die auf der Entwicklerstation 14 befestigte Identifizierungsanordnung 30 kann aus mehreren, auf einer Leiterplatte angeordneten elektronischen Modulen bestehen, die über Steuerleitungen zu einer Mikroprozessorsteuerung miteinander verbunden sind und wie sie in der EP-B1-1 016 935 (2) näher beschrieben sind. Die variablen Daten über den Zustand bzw. die Eigenschaften der Entwicklerstation sind dabei in einem nicht flüchtigen Halbleiterspeicher abgelegt, insbesondere in einem Transponderspeicher.

In der Entwicklerstation 14 angeordnet sind mehrere induktiv und analog arbeitende Tonerkonzentrationssensoren sowie ein oder mehrere Temperatursensoren. Die Tonerkonzentrationssensoren ermitteln induktiv das Verhältnis der aus Eisen bestehenden Trägerteilchen zu den Tonerteilchen des Entwicklergemisches und zwar unter Berücksichtigung von Umgebungstemperatur und Blattzählerstand und ggf. unter Berücksichtigung anderer Einflußgrößen. Damit wird der Bedarf an Frischtoner ermittelt und der Gerätesteuerung mitgeteilt. Diese betätigt die entsprechende Frischtonerzuführeinrichtung im Gerät.

Wenn in der Entwicklerstation 14 ein Gemischwechsel durchgeführt werden soll, wird über das Bedienfeld 31 ein entsprechendes Softwareprogramm gestartet, das den Prozess computergestützt steuert. Sobald der Vorgang des Gemischablassens gestartet ist, muss die Entwicklerstation komplett abgelassen werden, da sonst der nötige Füllgrad (mit Gemisch/Carrier) nicht mehr gewährleistet ist. Dieser Status wird mit "nicht voll" (bzw. draining) in dem auf der Entwicklerstation 14 angebrachten Halbleiterspeicher gespeichert.

Insgesamt können der Entwicklerstation, die in den nachfolgenden Beispielen nach dem Tribo Jump Prinzip arbeitet und im folgenden auch TJE genannt wird, folgende Zustände zugewiesen werden, wobei die jeweilige Ziffer als Zahlenwert im Halbleiterspeicher abgelegt wird:

1 leer; 2 not Full; 5 draining; 6 filling Carrier; 3 full With Carrier; 7 filling Toner; 4 full With Developer; 8 expired; 0 undefined.

In 2 sind vier Teilprozesse eines Gemischwechselprozesses und ihre Zusammenhänge gezeigt, nämlich P1 „Gemisch ablassen", P2 „Carrier einfüllen", P3 „Auftonern" und P4 „Durchmischen" (mixing). Zusätzlich ist die jeweilige Prozesszeit angegeben.

In den zugehörigen Tabellen sind entsprechende Daten angegeben, die im Halbleiterspeicher der Entwicklerstation abgespeichert werden, z.B. der Statuswert 5 bei Durchlaufen des Teilprozesses „Gemisch ablassen" (draining).

Die übergeordnete Prozesssteuerung (Software) ist so eingerichtet, dass der Gesamtprozess abgebrochen werden kann, wenn Prozess P1 abgeschlossen ist, d.h. P2 folgt nicht zwangsläufig auf P1. Dagegen wird der Prozes P3 (Auftonern) zwangsläufig automatisch nach einer vorbestimmten Zeit (57 sek,) gestartet, nachdem der Prozess P2 (Carrier einfüllen) gestartet wurde. Da der Prozess „Carrier einfüllen" in der Regel 4 Minuten dauert und der Prozess „Auftonern" 3 min 3 sec, sind die beiden Prozesse im Regelfall zur selben Zeit abgeschlossen. Das Auftonern erfolgt in diesem Ausführungsbeispiel in 37 Teilschritten, wobei jeder Teilschritt in einem Zähler auf der Entwicklerstation abgespeichert wird, so dass bei einem Abbruch oder einem Fehler beim Auftonern später die noch benötigte Restmenge an Toner ermittelt und eingefüllt werden kann. Tritt im Prozess "Auftonern" ein Fehler auf oder wird er abgebrochen, so wird er später automatisch an der Stelle fortgesetzt, an der er unterbrochen wurde. Dazu wird der zuletzt auf der Entwicklerstation abgespeicherte Wert des Tonerzählers ausgelesen und im Drucker der Restbedarf an Tonerförderzyklen ermittelt. Im Falle eines auftretenden Fehlers während dem Carrier-Einfüllens wird abgefragt (automatisch, oder teilautomatisch), ob die Carrierflasche bereits leer ist. Ggf. wird zum Ende des Teilprozesses an eine „UND"-Verbindungsstelle übergegangen, an der auf das Ende des Auftoner-Teilprozesses gewartet wird. Falls die Carrierflasche noch nicht leer ist, wird der Carrier-Einfüllprozess fortgesetzt bzw. neu gestartet.

Nach Beenden des Auftonerns kann zusätzlich der Durchmischungsprozess P4 gestartet werden, wobei dieser Start und/oder die Dauer des Durchmischungsprozesses P4 manuell initiiert werden kann oder nach Messung der Gemischeigenschaften bedarfsweise automatisch oder stations- bzw. geräteindividuell auch fest eingestellt werden kann.

In den nachfolgenden Figuren werden verschiedene Schritte wie folgt bezeichnet und gegliedert:

GG(i):
Schritte zum Auslassen von Entwicklergemisch,
F(i):
Fehlerzustand/meldung,
W(i):
Warnmeldung,
GE(i):
Schritte zum Einfüllen von Entwicklerteilchen,
GM(i):
Schritte zum Gemisch auftonern/Durchmischen,
wobei i jeweils eine natürliche Zahl bedeutet.

Weiterhin sind in den 3 bis 6 Flußdiagramme dargestellt, in denen Verfahrensschritte jeweils in drei Spalten angegeben sind. Die mittlere Spalte hat hellen Hintergrund und beschreibt Verfahrensschritte, die maschinenintern in der Entwicklerstation und/oder in der Gerätesteuerung des Druckgeräts ausgeführt werden. Die Spalte links von der mittleren Spalte hat leicht schattierten Hintergrund und stellt insbesondere Schnittstellen-Verfahrensschritte dar, die durch das Bedienfeld des Druckgeräts, welches insbesondere eine Anzeigevorrichtung (Bildschirm), Eingabemittel (Touch Screen Schalter) und eine Bedienfeldsoftware umfassen, unterstützt werden. Die Spalte rechts von der mittleren Spalte stellt vorwiegend Schritte für geräteinterne Fehler- und Warnmeldungen dar sowie Ansteuerungsschritte für eine oder mehrere auf der Entwicklerstation befindliche Leuchtdioden.

In den 3 und 4 ist der softwaremäßig gesteuerte Prozess P1 „Gemisch ablassen" im Detail dargestellt, der durch ein entsprechendes Softwareprogramm unterstützt wird. Dabei sind auch druckerseitige Einstellungen bzw. Zustände, die über Aktoren vorgenommen oder über Sensoren erfasst werden, berücksichtigt, z.B. Unterdruck- und Gebläsezustände, Service-Flap Einstellungen, Türstellungen, Walzenspannungen usw. Der Prozess weist fünf Ankerpunkte A1, A2, A3, A4 und A5 auf, an denen der Prozess jeweils fortgesetzt werden kann, wenn er an einer Stelle hinter dem Ankerpunkt und dem nachfolgenden Ankerpunkt abgebrochen wurde. Die Gerätesteuerungssoftware und die Bedienfeldsoftware verfügen über entsprechende Mittel um die Rückkehr zu Ankerpunkten zu unterstützen. In Spalte 35 sind die Bedienfeldschritte zu finden, Spalte 36 stellt die Entwicklerstationsspezifischen Verfahrensschritte dar und in Spalte 36 sind die Warnmeldungen und Leuchtdioden (LED-) Ansteuerungen gezeigt.

Die Catchbox ist ein Behälter, in dem verbrauchte Entwicklerteilchen und/oder Toner abgefüllt werden. Leuchtdioden, die an der Entwicklerstation angebracht und/oder auf einem Bedienfeld angezeigt sind, geben bestimmte Betriebszustände der TJE durch entsprechende Farbanzeigen an. Ein Service-Flap stellt einen Schalter zum Einschalten des Unterdrucks im Absaugschlauch der Entwicklerstation dar, vorausgesetzt, das Gebläse an der Entwicklerstation ist eingeschaltet. Die Entwicklerstation ist insbesondere eine sogenannte Toner-Jump-Entwicklerstation (TJE) mit einer Jump Walze (JW).

In 5 ist der Prozess „Trägerteilchen einfüllen" dargestellt und in 6 der Prozess „Auftonern und ggf. Durchmischen". Der Teilprozess „Entwickler einfüllen" weist drei Ankerpunkte A7 beim Auswählen der Station, A8 bei der Prüfung im Fehlerfall, ob die Carrierflasche leer ist und A9 beim Abnehmen der Entwicklerflasche auf. Der Teilprozess „Auftonern" weist die beiden Ankerpunkte A10 beim Start und A11 beim Fortsetzten des Prozesses mit entsprechendem Zählerwert auf. Die Phase „Durchmischen (Mixing)" weist einen Ankerpunkt A12 beim Fortsetzten des Prozesses mit einem entsprechenden Zählerwert auf. Wie eingangs erwähnt ist der Prozess „Mixing" (Eintritt am Punkt B der 6) optional je Gerät bzw. Entwicklerstation und kann je nach eingestelltem oder ausgewähltem Zählerwert Z unausgeführt bleiben (Z = 0) oder mit Z > 0 Mixingschritten wiederholt ausgeführt werden. Die Schritte/Abfragen GES(2a) „Carrier oder Gemsich neu oder gebraucht?" GES(2b) „Alter eingeben" und GE(3) „Tür öffnen" werden über das Bedienfeld angezeigt und ggf, eingegeben.

Im Folgenden wird die mit der Erfindung erreichbare Verbesserung anhand eines Vergleichs mit bisher verfügbaren Drucksystemen beschrieben.

1. Grund der Optimierung

Der Gemischwechsel ist in einem konventionellen Hochleistungsdrucksystemen eine relativ langwierige Angelegenheit und stellt, mit typischerweise etwa 30 min. je Entwicklerstation eine erhebliche Ausfallzeit im Druckbetrieb dar. Dies ist besonders gravierend, wenn das Druckgerät, wie z.B. das von der Anmelderin entwickelte Drucksystem Océ Variostream 9000 mehrere (bis zu 14) Entwicklerstationen aufweist. Hinzu kommt, dass bei einem aufgetretenen Fehler u.U. der gesamte Gemischwechselprozess von Anfang an wiederholt werden muss. Dazu ist es außerdem noch notwendig einen evtl. bereits eingefüllter Carrier wieder abzulassen. Der abgelassene Carrier muss zudem meist weggeworfen werden, obwohl er ungebraucht ist.

2. Ziel

Der Gemischwechsel sollte verbessert werden, wobei folgende Punkte zu erfüllen sind:

  • – Zeitoptimierter Gemischwechsel im Gut- und im Fehlerfall
  • – Fortsetzung des Gemischwechsels nach einer Unterbrechung, z. B. durch einen Fehler
  • – Der Status der Entwicklerstation soll erkennbar sein.

3. Allgemein

Ein Gemischwechsel ist eine sog. Spezialfunktion. Spezialfunktionen sind Funktionen außerhalb des „normalen" Druckbetriebs.

4. Verbesserungen allgemein 4.1 Zustand der Entwicklerstation

Der Zustand der Entwicklerstation wird auf einem nicht flüchtigen Speicher auf der Entwicklerstation selbst gespeichert. Wird der Gemischwechsel unterbrochen (gewollt oder ungewollt) kann er an entsprechender Stelle wieder aufsetzen und den Prozess beenden. Das ist selbst dann möglich, wenn die Entwicklerstation in einen anderen Drucker eingesetzt wird und/oder die Station zu einem späteren Zeitpunkt verwendet wird. Ein evtl. bereits eingefüllter Carrier muss somit nicht wieder abgelassen werden, da der Prozess nicht komplett von vorne beginnen muss. Aus dem selben Grund verkürzt sich im Fehlerfall der Gemischwechsel.

Die möglichen, auf dem nicht flüchtigen Speicher der Entwicklerstation gespeicherten Zustände der Entwicklerstation sind:

Die aufgelisteten Zustände der Entwicklerstationen sind nicht nur beim Gemischwechsel wichtig. Sie sind immer dann von Bedeutung, wenn eine Station in einen Drucker eingesetzt, bzw. der Drucker eingeschaltet wird. In diesen Fällen werden die eingesetzten Entwicklerstationen abgefragt, damit der Drucker feststellt, ob er sich in einem druckfähigen Zustand befindet, oder nicht. Entsprechend reagiert der Drucker und gibt den Druck frei, oder „zwingt" den Betreiber einen evtl, unterbrochenen Vorgang (Gemischwechsel) zu beenden.

4.2 Gemischwechselzähler

Neben den, in Punkt 4.1 beschriebenen Zuständen, befinden sich noch weitere Informationen auf der Entwicklerstation, die allerdings ausschließlich für den Gemischwechsel wichtig sind. Hierbei handelt es sich um zwei Zähler, die dafür sorgen, dass entsprechende Prozeduren während des Gemischwechsels genau eingehalten werden, um schwerwiegende Fehler zu vermeiden. Außerdem gewährleisten sie, dass selbst bei Abbruch des Gemischwechsels während einer „kritischen" Phasen, der Prozess an entsprechender Stelle fortgesetzt werden kann. Die Zähler sind:

  • – Zähler zum Zählen der Förderzyklen beim Auftonern sorgt dafür, dass genau die richtige Menge Toner in die Entwicklerstation gefördert wird.
  • – Zähler zum Zählen der Mixingzeit sorgt dafür, dass Carrier und Toner genau die vorgesehene Zeit durchmischt werden.

Ohne die hier beschriebenen Zähler könnte es z. B. zu einer Übertonerung kommen, oder zu einem qualitativ schlechten Druckergebnis, auf Grund eines nicht ausreichend aufgeladenen Gemisches.

4.3 Ankerpunkte

Ankerpunkte sind Stellen im Gemischwechsel, die als Wiedereinstiegspunkte anzusehen sind. D. h. ein unterbrochener Gemischwechsel muss nicht von vorne komplett wiederholt werden, sondern „fällt" lediglich bis zum letzten Ankerpunkt zurück und beendet von dort aus die Prozedur.

Die Ankerpunkte sind an sinnvollen und technisch machbaren Stellen im Ablauf untergebracht und verkürzen somit die Prozesszeit des Gemischwechsels im Fehlerfall, bzw. bei Unterbrechungen.

Als besonders wichtige Ankerpunkte sind die in Punkt 4.2 dargestellten Zähler zu nennen, die dafür sorgen, dass beispielsweise die exakt benötigte Menge Toner in die Entwicklerstation gefördert wird.

4.4 Parallelisierung

Die vier Phasen, aus welchen ein Gemischwechsel besteht, wurden bislang alle seriell durchlaufen. Um die Prozesszeit zu reduzieren sind einige Teile des optimierten Gemischwechsels parallelisiert. Hierbei handelt es sich um die Teilprozesse „Carrier einfüllen", „Auftonern" und teilweise auch die „Mixingphase". Speziell die Parallelisierung der beiden Phasen „Carrier einfüllen" und „Auftonern" führt zu erheblicher Zeitverkürzung.

Um diese Maßnahme umzusetzen werden die beiden Prozesse aufeinander abgestimmt. Da es erforderlich ist, dass sich bereits etwas Carrier in der Entwicklerstation befindet, ehe Toner zugeführt wird, startet das Auftonern etwas später als das Carrier einfüllen. Zusätzlich sind die beiden Prozesse so verändert, dass sie etwa zur gleichen Zeit enden, um ein Maximum an zeitlicher Optimierung zu erhalten.

Eine extra Mixingphase, wie bisher, ist derzeit nicht notwendig, da durch die parallele Zuführung von Toner und Carrier die beiden Stoffe bereits ausreichend gut durchmischt werden. Somit wird das Durchmischen ebenfalls zeitgleich vollzogen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass bei Bedarf eine zusätzliche separate Mixingphase durchgeführt wird.

5. Verbesserungen des Ablaufs

Der Gemischwechsel besteht aus vier Teilen:

  • – Gemisch ablassen
  • – Carrier einfüllen
  • – Auftonern
  • – Mixing (bzw. Durchmischen oder Aktivieren)

Die Teile werden im einzelnen erklärt und die entsprechenden Vorteile bzw. Verbesserungen erläutert. 5.1 1. Schritt: Gemisch ablassen Prozesszeit: neu 8:20 min alt 8:20 min

Allgemein:

Beim ersten Teil des Gemischwechsels wird das, in der in der Entwicklerstation befindliche Gemisch abgelassen. Dieser Schritt kann, im Vergleich zum bereits bestehenden Gemischwechsel nicht verkürzt werden, da sichergestellt werden muss, dass das gesamte, sich in der Entwicklerstation befindliche Material abgesaugt wird (bis auf einen Rest von einigen Hundert Gramm, der nicht entfernt werden kann). Sobald der Absaugprozess gestartet ist, erhält die Entwicklerstation den Zustand draining. Das bedeutet, dass der Absaugprozess gestartet ist, und sich nicht mehr die ursprüngliche Menge an Gemisch in der Entwicklerstation befindet. Es ist keine Aussage darüber, wie viel Gemisch sich noch in der Entwicklerstation befindet bzw. abgelassen wurde. Sollte der Vorgang unterbrochen oder gestoppt werden, ist es unmöglich mit dieser Station zu drucken, da es der Zustand draining nicht erlaubt. Selbst wenn die Entwicklerstation in einen anderen Drucker desselben Typs eingesetzt wird, wird der Zustand erkannt, da die Information auf der Entwicklerstation hinterlegt ist.

Ist das gesamte Gemisch abgelassen erhält die Station den Zustand „leer". Mit diesem Zustand kann der Prozess „Carrier einfüllen" gestartet werden, wobei dieser Schritt nicht zwingend folgen muss. Der Prozess kann auch beendet werden, da die Entwicklerstation beispielsweise für einen Transport entleert worden ist.

Fehlerfall:

Sollte während des Gemisch Ablassens ein Fehler auftreten bzw. der Vorgang unterbrochen werden, muss der Prozess komplett wiederholt werden. Grund dafür ist das Risiko, dass eine nicht komplett entleerten Entwicklerstation, die nicht als solche erkannt wird, birgt. Der Einsatz einer solchen Entwicklerstation kann bis zu ihrem Totalausfall führen. Daher ist für den ersten Teilschritt des Gemischwechsels – dem Gemisch ablassen – kein Zähler bzw. Timer eingeführt um an entsprechender Stelle fortzufahren, sondern muss der komplette Teilschritt wiederholt werden, um sicher zu stellen, dass das gesamte Gemisch entleert ist. 5.2 2. Schritt: Carrier einfüllen Prozesszeit: neu 4:00 min alt 5:00 min

Allgemein:

In dieser Phase des Gemischwechsels wird Carrier in die leere Entwicklerstation gefüllt. Der Entwickler rutscht, allein durch die Schwerkraft angetrieben durch einen Schlauch in die Entwicklerstation. Sobald der Prozess gestartet ist, erhält die Entwicklerstation den Zustand „filling Carrier". Ist der Prozess beendet, erfolgt eine Abfrage ob der gesamte Carrier aus der Flasche in die Entwicklerstation gerutscht ist. Wird die Abfrage bestätigt, erhält die Entwicklerstation den Zustand „full With Carrier", wird sie verneint, wird der Einfüllvorgang wiederholt. Normalerweise sollte jedoch die Zeit ausreichen um den gesamten Carrier einzufüllen. Die tatsächlich benötigte Zeit, bis der Carrier aus der Flasche in die Entwicklerstation geflossen ist, beträgt etwa zwei Minuten. Die Prozesszeit selbst ist daher von fünf auf vier Minuten reduziert.

Fehlerfall:

Wird der Vorgang unterbrochen erfolgt eine Abfrage, ob der gesamte Carrier in die Entwicklerstation geflossen ist, d. h. ob die Carrierflasche leer ist. Entsprechend ist der Einfüllvorgang beendet oder wird wiederholt. 5.3 3. Schritt: Auftonern Prozesszeit: neu 3:03 min

Der Teilschritt wird parallel zum „Carrier einfüllen" durchgeführt. Somit ist die, im Gesamtprozess zu veranschlagende Zeit für diesen Prozessschritt:

neu 0:00 min

alt 4:51 min
Förderzyklus: Es müssen 37 Förderzyklen erfolgen mit nachfolgendem Muster neu 3 sek. fördern/2 sek. Pause alt 3 sek. fördern/5 sek. Pause

Allgemein

Dem Carrier muss so viel Toner zugeführt werden, dass 6,4% Toner enthalten ist. Dazu sind 37 Förderzyklen notwendig. Die Förderzyklen werden mitgezählt und kontinuierlich auf der Entwicklerstation gespeichert.

Der Teilschritt „Auftonern" wird parallel zum "Carrier einfüllen" durchgeführt, was bisher nicht der Fall war. Wichtig ist, dass sich bereits etwas Carrier in der Entwicklerstation befindet ehe, der Toner eingefördert wird, da sich dann beide Elemente besser vermischen. Deshalb beginnt das Auftonern etwas später (57 sek.) als das Einfüllen des Carriers. Die Zeit von 57 sek. zwischen dem Beginn der beiden Phasen – „Carrier einfüllen" und „Auftonern" – ist außerdem deshalb sinnvoll, da beide Phasen gleichzeitig enden.

Fehlerfall:

Tritt während des „Auftonerns" ein Fehler auf, bzw. wird der Prozess gestoppt, wird der Vorgang genau an der Stelle fortgesetzt, an der er unterbrochen wurde. Da die Anzahl der bereits erfolgten Förderzyklen auf der Entwicklerstation gespeichert sind, ist bekannt, wie viele Zyklen noch zu erfolgen haben. Somit wird eine Über- oder Untertonerung ausgeschlossen. 5.4 4. Schritt: Mixing/Durchmischen Prozesszeit: neu 0:00 min alt 5:00 min

Allgemein:

In der Mixingphase werden der Carrier und der Toner durchmischt. Durch den auftretenden Reibungswiderstand werden die beiden Stoffe aufgeladen, d. h. aktiviert. Außerdem vermischen sich die beiden Stoffe. Die Aufladung des Toners und Carriers ist wichtig, da nur mit einem ausreichend aktivierten Gemisch gedruckt werden kann.

Bisher wurde zum Aktivieren eine Mixingphase von 5:00 min. durchgeführt. Auf Grund des neuen, gleichzeitigen Einfüllens von Carrier und Toner wird bereits während den Phasen „Carrier einfüllen" und „Auftonern" eine gute Durchmischung erreicht. Die Durchmischung während dieser Phasen ist ausreichend um die notwendige Aktivierung zu erzielen. Somit ist die Zeit der Mixingphase auf 0:00 min. reduziert. Jedoch ist die Mixingphase als Prozess vorhanden, und kann bei Bedarf jederzeit aktiviert werden. Dazu muss der entsprechende Parameter, der die Dauer der Mixingphase angibt, auf die gewünschte Zeit eingestellt werden. Ist der Parameter größer als Null, folgt die Mixingphase zwangsläufig auf das „Carrier einfüllen" und das „Auftonern".

Fehlerfall:

Tritt während der Mixingphase ein Fehler auf, bzw. wird der Vorgang gestoppt, wird der Vorgang genau an der Stelle wieder fortgesetzt, an der er unterbrochen wurde. Um dies zu ermöglichen, wird die Zeit, die die beiden Stoffe bereits durchmischt wurden permanent auf der Entwicklerstation gespeichert. Nach einer Unterbrechung wird auf den Zähler bzw. Timer der Entwicklerstation zurückgegriffen. Dieses Verhalten ist analog dem Verhalten beim Auftreten eines Fehlers während des Auftonerns.

5.5 Zeitvergleich alter und neuer Gemischwechsel

Durch die Parallelisierung und Verkürzung der Einzelschritte des Gemischwechsels ergibt sich folgende Gesamtprozesszeit: Gemischwechsel neu: 12:20 min Gemischwechsel alt: 23:11 min

Hinzuzurechnen ist u. U. eine Mixingzeit. Diese ist aber prinzipiell nicht vorgesehen und somit nur bei entsprechender Kenntnis eines Sonderfalles oder bei generell veränderter Bedingungen einzuführen.

Die Erfindung ist insbesondere dazu geeignet, mittels eines Computerprogramms (Software) voll- oder teilautomatisch ausgeführt zu werden. Sie kann damit auch als Computerprogramm-Modul, als Datei auf einem Datenträger wie einer Diskette oder CD-Rom oder als Datei über ein Daten- bzw. Kommunikationsnetz verbreitet werden. Auch derartige und vergleichbare Computerprogrammprodukte oder Computerprogramm-Elemente sind Ausgestaltungen der Erfindung. Der erfindungsgemäße Ablauf kann in einem Computer, in einem Druckgerät oder in einem Drucksystem Anwendung finden. Dabei ist klar, daß entsprechende Computer, auf denen die Erfindung angewandt wird, weitere, an sich bekannte technische Einrichtungen wie Eingabemittel (Tastatur, Mouse, Touchscreen), einen Mikroprozessor, einen Daten- bzw. Steuerungsbus, eine Anzeigeeinrichtung (Monitor, Display) sowie einen Arbeitsspeicher, einen Festplattenspeicher und eine Netzwerkkarte enthalten können.

Es wurden verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben. Dabei ist klar, dass der Fachmann jederzeit Abwandlungen und Weiterentwicklungen angeben kann. Beispielsweise kann die Erfindung genauso in einem Drucksystem angewandt werden, bei dem blattförmige Aufzeichnungsträger statt bandförmige Aufzeichnungsträger verarbeitet werden. Weiterhin ist klar, dass Zahlenangaben nur beispielhaft zu verstehen sind und jederzeit variiert werden können ohne das erfindungsgemäße Konzept zu verlassen.

10Aufzeichnungsträger, Papier 11Photoleitertrommel 12Ladeeinrichtung 13Zeichengenerator 14Entwicklerstation 15Umdruckstation 16Reinigungsstation 17Entladeeinrichtung 18Fixierstation 21Zuführeinrichtung 22interne Stapeleinrichtung 23Vorratsbereich 24Zuführrollen 25Transporteinrichtung 26Druckmodul 27Schienen 28Wendeeinrichtung 29Rückführkanal 30Identifizierungsanordnung 31Bedienfeld 35Spalte der Bedienfeldschritte 36Spalte der TJE-Stationsschritte 37Spalte der Warn- und Anzeigemeldungen A1...A12Ankerpunkte

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Erzeugen eines Entwicklergemisches in einer Entwicklerstation eines elektrografischen Druckgeräts, wobei gleichzeitig magnetisierbare Trägerteilchen und Toner in die Entwicklerstation eingefüllt werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei zunächst nur Trägerteilchen in die Entwicklerstation eingefüllt werden und nach dem Beginn des Einfüllvorganges für Trägerteilchen zusätzlich Toner in die Entwicklerstation eingefüllt wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dass zwischen dem Beginn des Einfüllens von Trägerteilchen und dem Beginn des Einfüllens von Toner eine vorgegebene Zeitspanne liegt, die derart bemessen ist, dass eine vorgegebene Menge von Trägerteilchen in die Entwicklerstation eingefüllt wird, bevor das Einfüllen des Toners beginnt.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Trägerteilchen und der Toner gleichzeitig mit dem Einfüllen durchmischt werden.
  5. Verfahren zum Wechseln eines Entwicklergemisches in einer Entwicklerstation eines elektrografischen Druckgeräts, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend:

    (a) eine erste Phase, in der ein verbrauchtes Entwicklergemisch aus der Entwicklerstation abgelassen wird und

    (b) eine zweite Phase, in der ein neues Entwicklergemisch erzeugt wird indem neue Trägerteilchen und Toner in die Entwicklerstation prozessschrittweise oder kontinuierlich eingefüllt und miteinander durchmischt werden, wobei die Menge der zugeführten Trägerteilchen und/oder des zugeführten Toners regelmäßig, insbesondere prozesschrittweise automatisch erfasst werden.
  6. Verfahren zum Wechseln eines Entwicklergemisches in einer Entwicklerstation eines elektrografischen Druck- oder Kopiergeräts, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei im Falle eines Fehlers oder eines Abbruchs des Verfahrens eine Fortsetzung an einem vorbestimmten Prozesschritt unter Verwendung der zuletzt erfassten Menge von Trägerteilchen und/oder Toner erfolgt.
  7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, wobei in der zweiten Phase eine Durchmischung der Trägerteilchen und des Toners erfolgt, wobei ein Parameter für die Durchmischungsintensität, insbesondere die Länge der Durchmischungszeit erfasst wird.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, das es computergestützt ausgeführt wird.
  9. Verfahren zum Betreiben einer elektrografischen Entwicklerstation, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem entwicklergemischrelevante Statusdaten auf einem nicht flüchtigen, elektrischen Speicher der Entwicklerstation gespeichert werden.
  10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei ein voll/leer-Status und/oder ein Prozessphasen-Status in dem Speicher gespeichert wird.
  11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, wobei beim Erzeugen des Entwicklergemischs erfasste Mengen- und/oder Zeitwerte von Trägerteilchen und/oder Tonerteilchen gespeichert werden.
  12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei ein Wert für die Durchmischungsdauer von Trägerteilchen und Toner gespeichert wird.
  13. Elektrografisches Druckgerät umfassend Mittel, die ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12 ausführen.
  14. Computerprogramm, das beim Laden und Ausführen auf einem Computer ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12 bewirkt.
Es folgen 8 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

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