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Dokumentenidentifikation DE102004057321A1 08.06.2006
Titel Vorrichtung und Verfahren zum Einstellen der Anspresskraft mindestens einer Walze einer Druckmaschine
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Höll, Roland, Dipl.-Ing., 64331 Weiterstadt, DE
DE-Anmeldedatum 27.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004057321
Offenlegungstag 08.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.06.2006
IPC-Hauptklasse B41F 33/14(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 33/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B41F 13/24(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B41F 13/34(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Einstellen der Anpresskraft mindestens einer Walze (7) einer Druckmaschine, insbesondere Offsetdruckmaschine, mit einem Sensor (42, 53) zur Ermittlung der Anpresskraft und mit einer der Walze (7) zugeordneten Walzenverlagerungseinrichtung (13). Es ist vorgesehen, dass der Sensor (42, 53) von der Walzenverlagerungseinrichtung (13) zur Ermittlung der Anpresskraft beaufschlagt wird. Ferner betrifft die Erfindung ein entsprechendes Verfahren.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Einstellen der Anpresskraft mindestens einer Walze einer Druckmaschine, insbesondere Offsetdruckmaschine, mit einem Sensor zur Ermittlung der Anpresskraft und mit einer der Walze zugeordneten Walzenverlagerungseinrichtung.

Aus der europäischen Patentanmeldung EP 0 786 341 A1 ist eine Vorrichtung der eingangs genannten Art bekannt. Mittels einer Exzenterlagerung lässt sich die Anpresskraft einer Walze variieren. Zur Ermittlung der Anpresskraft ist ein Sensor in Form eines Drehmomentsensors vorgesehen. Der Drehmomentsensor ist in dem Antriebsstrang zur Drehung der Walze angeordnet. Eine Vergrößerung der Anpresskraft führt dazu, dass für die Drehung der Walze ein entsprechend höheres Antriebsmoment aufgebracht werden muss. Diese Antriebsmomenterhöhung wird von dem Drehmomentsensor erfasst, der dann über diesen indirekten Weg die Anpresskraft ermittelt. Störeinflüsse, die beispielsweise aufgrund erhöhter Drehreibung, zum Beispiel durch Temperatureinflüsse, auftreten, wirken auf die Anpresskraftermittlung zurück, so dass keine hohe Messsicherheit erzielbar ist.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Einstellen der Anpresskraft mindestens einer Walze einer Druckmaschine anzugeben, die sicher und genau arbeitet.

Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass der Sensor von der Walzenverlagerungseinrichtung zur Ermittlung der Anpresskraft beaufschlagt wird. Hierdurch erfolgt eine direkte Erfassung der Anpresskraft, d.h., der Sensor arbeitet mit derjenigen Einrichtung, nämlich der Walzenverlagerungseinrichtung, zusammen, die eine Walzenverlagerung vornimmt und folglich auch direkt die Anpresskraft bewirkt. Gegenüber dem Stand der Technik wird somit nicht aus einer gänzlich anderen physikalischen Größe, nämlich dem Antriebsdrehmoment einer Walze, die gesuchte Größe (Anpresskraft) indirekt ermittelt, sondern vom Sensor insbesondere die Kraft oder der Druck erfasst, die der Anpresskraft oder der dem Anpressdruck der Walze entspricht. Hierbei ist es nicht erforderlich, dass die vom Sensor erfasste Größe gleichgroß wie die tatsächlich wirkende Größe ist, wenn Kraft- oder Druckumsetzgrößen, wie beispielsweise Hebelarmverhältnisse oder dergleichen Berücksichtigung finden. Bevorzugt liefert der Sensor eine Ausgangsgröße, die einer aufgebrachten Kraft oder einem aufgebrachten Druck für das Anpressen der Walze entspricht. Es handelt sich demzufolge bevorzugt um einen Kraftsensor und/oder einen Drucksensor. Es ist jedoch auch möglich, einen Drehmomentsensor einzusetzen, der von der Walzenverlagerungsvorrichtung beaufschlagt wird. Bevorzugt bewirkt die Anpresskraft ein Anpressen der Walze an eine andere Walze der Druckmaschine.

Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Sensor mit einer der Anpresskraft entgegenwirkenden Reaktionskraft beaufschlagt wird. Die Walzenverlagerungseinrichtung muss zum Anpressen der Walze eine Kraft aufbringen, die eine entsprechende, entgegenwirkende Reaktionskraft zur Folge hat, mit der der Sensor beaufschlagt wird. Die Reaktionskraft wirkt insbesondere in der Walzenverlagerungseinrichtung.

Insbesondere ist vorgesehen, dass der Sensor ein auf Druck ansprechender Sensor und/oder ein auf Zug ansprechender Sensor und/oder ein Drehmomentsensor ist.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Walzenverlagerungseinrichtung einen Walzenverlagerungsantrieb aufweist, der den Sensor zur Ermittlung der Anpresskraft beaufschlagt. Der Sensor wird von einer Einrichtung beaufschlagt wird, die die Walzenverlagerung vornimmt, also den erwähnten Walzenverlagerungsantrieb bildet. Dies ist deshalb möglich, weil ein entsprechendes Element dieses Walzenverlagerungsantriebs zur Aufrechterhaltung des Andrückens der Walze eine entsprechende Kraft, einen entsprechenden Druck oder ein entsprechendes Drehmoment aufbringen muss. Diese Kraft beziehungsweise dieser Druck und/oder dieses Drehmoment werden vom Sensor ermittelt und bildet ein direktes, gegebenenfalls proportionales Maß für die gesuchte Anpresskraft der Walze. Insbesondere handelt es sich dabei um eine Reaktionskraft, einen Reaktionsdruck und/oder ein Reaktionsdrehmoment, wobei diese Reaktionsgröße als Folge der Anpressgröße entsteht.

Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Walzenverlagerungseinrichtung mindestens eine Exzenterlagerung für die Walze aufweist. Durch Verstellung der Exzenterlagerung wird eine Walzenverlagerung vorgenommen, die zum Anpressen an eine andere Walze führt, d.h., die Walze weist dabei eine sogenannte Beistellung zu einer anderen Walze auf.

Aufgrund der erwähnten Exzenterlagerung lässt sich durch Verstellung des Exzenters die Anpresskraft der Walze erzielen. Der Exzenter tendiert in der beigestellten Stellung der Walze zur Rückstellung aufgrund der entstehenden Reaktionskraft. Mit dieser Reaktionskraft oder einem Anteil davon wird der Sensor zur Anpresskraftermittlung beaufschlagt.

Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Walzenverlagerungsantrieb ein Schneckenantrieb ist und dass die Schnecke in ihrer axialen Richtung den Sensor direkt oder indirekt zur Ermittlung der Anpresskraft beaufschlagt. Die Schnecke wird von einem Motor, insbesondere einem Elektromotor, angetrieben und arbeitet mit einer Verzahnung zusammen, mit deren Hilfe die Exzenterlagerung verstellt und hierdurch die Anpresskraft der Walze eingestellt wird. Die aus der Anpresskraft resultierende Reaktionskraft beaufschlagt die Schnecke in ihrer axialen Richtung. Die Schnecke stützt sich direkt oder indirekt am Sensor ab, d.h., der Sensor ist in der Lage, über die Reaktionskraft die Anpresskraft der Walze zu erfassen. Unter „direkter oder indirekter" Beaufschlagung des Sensors ist zu verstehen, dass die Schnecke selber auf den Sensor einwirkt oder dass zum Beispiel mindestens ein Element, beispielsweise ein Wellenabschnitt oder dergleichen, von der Schnecke axial ausgeht und die Beaufschlagung des Sensors vornimmt, so dass eine indirekte Sensorbeaufschlagung vorliegt.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Walzenverlagerungseinrichtung mindestens eine Doppel-Exzenterlagerung für die Walze aufweist. Hierunter ist eine Exzenterlagerung zu verstehen, die wiederum eine weitere Exzenterlagerung trägt und dass erst diese weitere Exzenterlagerung die zugeordnete Walze drehbar lagert. Eine derartige Anordnung ermöglicht durch die beiden Exzenterlagerungen eine komplexe Walzenverlagerung, beispielsweise dann, wenn die Walze an zwei weitere Walzen angestellt oder gegenüber diesen Walzen beigestellt werden soll. Mit der einen Exzenterlagerung lässt sich im Wesentlichen die Anpresskraft zu der einen Walze und mit der anderen Exzenterlagerung die Anpresskraft zu der anderen Walze beeinflussen.

Schließlich ist es vorteilhaft, wenn die Walzenverlagerungseinrichtung eine Beistellvorrichtung und/oder eine An- und Abstellvorrichtung für die Walze bildet. Demzufolge kann neben einer Beistellung auch eine An- und Abstellung erfolgen, d.h., mit der Beistellvorrichtung wird die Anpresskraft aufgebracht und mit der An- und Abstellvorrichtung die grundsätzliche Walzenverlagerung vorgenommen, um aus einer abgestellten Position in eine angestellte Position zu gelangen.

Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Einstellen der Anpresskraft mindestens einer Walze einer Druckmaschine, insbesondere Offsetdruckmaschine, insbesondere unter Verwendung einer Vorrichtung gemäß vorstehender Ausführungen, mit einem Sensor zur Ermittlung der Anpresskraft und mit einer der Walze zugeordneten Walzenverlagerungseinrichtung, wobei eine Sensorbeaufschlagung von der Walzenverlagerungseinrichtung zur Ermittlung der Anpresskraft durchgeführt wird.

Im Zuge dieser Anmeldung ist unter einer Walzenverlagerungseinrichtung eine Einrichtung zu verstehen, die die mindestens eine Walze quer zu ihrer Längserstreckung verlagert. Da Walzen einer Druckmaschine beidendig gelagert sind, beziehen sich die Begriffe wie Walzenverlagerungseinrichtung, Walzenverlagerungsantrieb, Exzenterlagerung, Anpresskraft, Reaktionskraft, Schneckenantrieb, Doppel-Exzenterlagerung und so weiter stets auf jede der den beiden Endbereichen einer Walze zugeordneten Lagerungen/Anordnungen. Der Einfachheit halber wird jedoch nur auf eine der Lagerungen/Anordnungen eingegangen, wobei die andere Lagerung/Anordnung entsprechend gleich ausgebildet ist.

In vereinfachter Ausführungsform ist auch eine An- beziehungsweise Beistellung mittels nur eines Antriebs mit Übertragung der Stellbewegung über eine Welle von einer Maschinenseite zur anderen denkbar. Dann liefert der beschriebene Sensor aber nur einen Mittelwert des Anpressdrucks bei der Anpresskraft. Eine gleichmäßige An-/Beistellung über die gesamte Walzenlänge wird damit erschwert.

Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und zwar zeigt:

1 eine schematische Schnittansicht durch das Druckwerk einer Offset-Druckmaschine,

2 eine Längsschnittansicht durch eine Walzenverlagerungseinrichtung der Druckmaschine der 1 und

3 eine Querschnittsansicht durch die Anordnung der 2.

Die 1 zeigt den Bereich eines Druckwerks 1 einer als Offsetdruckmaschine ausgebildeten Druckmaschine 2, die ein Farbwerk 3 sowie ein Feuchtwerk 4, einen Plattenzylinder 5 sowie weitere Zylinder aufweist. Farbwerk 3 und Feuchtwerk 4 besitzen – wie in 1 gezeigt – schraffiert gekennzeichnete Walzen, bei denen die Erfindung zum Einsatz gelangen kann. Die Erfindung besteht darin, dass die Anpresskraft, mit der mindestens eine der schraffiert gekennzeichneten Walzen an mindestens eine benachbarte Walze angepresst wird, ermittelt werden kann. Zur Vereinfachung wird – gemäß der 2 und 3 – lediglich auf eine als Farbauftragwalze 6 ausgebildete Walze 7 eingegangen, die mit dem Plattenzylinder 5 sowie einer Farbwerkswalze 8 zusammenwirkt. Für die Realisierung der Erfindung ist es jedoch nicht erforderlich, dass eine Walze mit zwei benachbarten Walzen zusammenwirkt. Es ist demgemäß auch möglich, dass eine Walze mit nur einer benachbarten Walze zusammenwirkt, d.h., dass sie mit einer Anpresskraft gegen die benachbarte Walze angepresst und diese Anpresskraft ermittelt wird.

Gemäß 2 ist an einer Seitenwand 9 des Druckwerks 1 eine Walzenlagervorrichtung 10 angeordnet, die über ein Walzenschloss 11 die Walze 7 um ihre Drehachse 12 drehbar lagert.

Die Walzenlagervorrichtung 11 weist eine Walzenverlagerungseinrichtung 13 auf, die als Doppel-Exzenterlagerung 14 ausgebildet ist. Die Doppel-Exzenterlagerung 14 besitzt eine Festlagerhälfte 15, die mittels Maschinenschrauben 16 (insbesondere 3) an der Seitenwand 9 befestigt ist. Mittels Lagerkörper 17 ist eine Drehlagerhälfte 18 um eine Drehachse 19 relativ zur Festlagerhälfte 15 drehbar gelagert. Die Drehlagerhälfte 18 weist eine Lagerhälfte 20 auf, gegenüber der mittels Lagerkörper 21 eine Walzenlagerhälfte 22 um eine Drehachse 23 drehbar gelagert ist. Die Walzenlagerhälfte 22 ist mit dem Walzenschloss 11 über ein Hauptlager 24 verbunden. Die Drehachse 25 des Hauptlagers 24 fällt mit der Drehachse 12 der Walze 7 zusammen, d.h., die Walze 7 dreht sich im Hauptlager 24 um die Drehachsen 12 beziehungsweise 25.

Der 2 ist zu entnehmen, dass die Drehachse 23 parallel versetzt zu den Drehachsen 25 beziehungsweise 12 verläuft und dass die Drehachse 19 parallel versetzt zur Drehachse 23 und zu den Drehachsen 25 beziehungsweise 12 angeordnet ist. Der jeweilige Versatz der Drehachsen kommt dadurch zustande, dass die Doppel-Exzenterlagerung 14 vorliegt, wodurch je nach der jeweiligen Exzenterstellung der beiden Exzenter 26 und 27 der Doppel-Exzenterlagerung 14 – entsprechende Versatzstellungen der Drehachsen 19, 23, 25 beziehungsweise 12 erzielt werden können. Im Einzelnen besitzt die Festlagerhälfte 15 eine Aufnahmevertiefung 28, in die ein Rundstutzen 29 mit der Drehachse 19 drehbar eingreift. Seitlich versetzt zur Drehachse 19 ist an der Drehlagerhälfte 18 eine Aufnahmevertiefung 30 ausgebildet, in die ein Rundstutzen 31 der Walzenlagerhälfte 22 bezüglich der Drehachse 23 drehbar eingreift. Die Drehachse 23 liegt – wie bereits erwähnt – seitlich parallel versetzt zur Drehachse 25, d.h., die Drehachse des Rundstutzens 31 weist seitlichen, parallelen Versatz zur Drehachse 12 der Walze 7 auf. Jedem Exzenter 26 und 27 ist ein Walzenverlagerungsantrieb 32, 33 zugeordnet. Die Walzenverlagerungsantriebe 32 und 33 erlauben ein Verdrehen der Exzenter 26 beziehungsweise 27.

Der Walzenverlagerungsantrieb 32 ist gemäß 3 der Festlagerhälfte 15 zugeordnet. Er besitzt einen Elektromotor 34, dessen Antriebsstutzen 35 axial mit einer Welle 36 drehfest gekuppelt ist, die drehfest mit einer Schnecke 37 eines Schneckenantriebs 38 drehfest gekuppelt ist, wodurch ein Schneckengetriebe 39 gebildet wird. Von der der Welle 36 gegenüberliegenden Seite geht von der Schnecke 37 ein Beaufschlagungsstutzen 40 in axialer Richtung aus, der an einen als Drucksensor 41 ausgebildeten Sensor 42 anliegt. Die Drehachse der Schnecke 37 des Schneckengetriebes 39 ist mit dem Bezugszeichen 43 gekennzeichnet. Die Schnecke 37 steht in Eingriff mit einer zum Schneckengetriebe 39 gehörenden Gegenzahnung 44 der Drehlagerhälfte 18. Der Lagerhälfte 20 ist der Walzenverlagerungsantrieb 33 zugeordnet, der einen Elektromotor 45 aufweist, auf dessen Antriebsstutzen 46 eine Welle 47 drehfest befestigt ist, die drehfest mit einer Schnecke 48 eines Schneckenantriebs 49 verbunden ist, das ein Schneckengetriebe 50 bildet. Von der Schnecke 48 geht ein axialer Beaufschlagungsstutzen 51 aus, der an einem als Drucksensor 52 ausgebildeten Sensor 53 anliegt. Die um die Drehachse 55 drehbare Schnecke 48 greift in eine Gegenzahnung 54 des Schneckengetriebes 50 ein, die am Rundstutzen 31 ausgebildet ist.

Es ergibt sich folgende Funktion: Wird der Elektromotor 34 in einer gewünschten Drehrichtung aktiviert, so treibt der Antriebstutzen 35 die Welle 36 und damit die Schnecke 37 an, wodurch eine richtungsentsprechende Verdrehung der Drehlagerhälfte 18 relativ zur Festlagerhälfte 15 erfolgt. Dies hat zur Folge, dass die Drehachse 12 relativ zur Drehachse 19 verlagert wird. Der Elektromotor 34 lässt sich in beiden Drehrichtungen aktivieren, so dass eine entsprechende Exzenterverstellung des Exzenters 26 durchführbar ist. Dementsprechend lässt sich der Elektromotor 45 aktivieren, der mittels seines Antriebsstutzens 46 die Welle 47 und damit die Schnecke 48 dreht, die wiederum zu einer entsprechenden Verdrehung des Rundstutzens 31 führt. Demgemäß wird die Drehachse 12 relativ zur Drehachse 23 verlagert. Demgemäß kann in Abhängigkeit der Drehrichtung des Elektromotors 45 eine entsprechende Exzenterverstellung mittels des Exzenters 27 vorgenommen werden.

Die Anordnung ist derart getroffen, dass mittels Verstellung des Exzenters 26 die Walze 7 im Wesentlichen gegen den Plattenzylinder 5 gepresst werden kann und dass mittels Verstellung des Exzenters 27 im Wesentlichen eine Anpressung der Walze 7 an die Farbwerkwalze 8 durchführbar ist. Selbstverständlich wirkt sich eine Betätigung des Exzenters 26 auch auf die Stellung der Walze 7 relativ zur Farbwerkwalze 8 aus und auch eine Verstellung des Exzenters 27 hat Auswirkungen zur Lage der Walze 7 relativ zum Plattenzylinder 5, jedoch sind diese Verlagerungsbewegungen entsprechend der Exenterstellungen vernachlässigbar gering.

Mittels einer nicht dargestellten Einrichtung lässt sich die Walze 7 in Anstell- oder Abstellposition zum Plattenzylinder 5 gegebenenfalls auch zur Farbwerkwalze 8 verlagern. Hierbei handelt es sich um eine schnell reagierende Vorrichtung, die lediglich eine Bewegung zwischen fest definierten Endlagern bewirkt. Die Einstellung der Anpressung der Walze 7 an den Plattenzylinder 5 beziehungsweise an die Farbwerkwalze 8 wird mittels der Doppel-Exzenterlagerung 14 – wie vorstehend bereits beschrieben – vorgenommen. Mit anderen Worten: Die Doppel-Exzenterlagerung 14 ermöglicht die Beistellung der Walze 7 zu dem Plattenzylinder 5 und der Farbwerkswalze 8. Die jeweilige Pressung zwischen den genannten Walzen ist durch entsprechende Exzenterverstellung einstellbar, wobei die Größe der jeweiligen Anpresskraft ermittelt und in gewünschter Größe aufrechterhalten wird. Dies kann durch Steuerung oder durch Regelung erfolgen. Hierzu werden die bereits erwähnten Drucksensoren 41 und 52 benötigt. Infolge der Anpresskraft der Walze 7 gegenüber dem Plattenzylinder 5 und der Farbwerkswalze 8 übt die Drehlagerhälfte 18 eine Reaktionskraft auf die Schnecke 37 aus, so dass diese wiederum über den Beaufschlagungsstutzen 40 mit einer entsprechenden Druckkraft auf den Drucksensor 41 wirkt. Von dem Drucksensor 41 kann ein entsprechendes Ausgangssignal einer Regelungsschaltung zugeführt werden, die im Zuge einer Regelschleife den Elektromotor 34 regelt und auf diese Art und Weise eine Einstellung der Anpresskraft von Walze 7 insbesondere an den Plattenzylinder 5 ermöglicht und auch eine Konstanthaltung einer gewünschten Anpresskraft vornimmt. Entsprechendes gilt für den Exzenter 27, d.h., der Beaufschlagungsstutzen 51 der Schnecke 48 wirkt auf den Drucksensor 52, dessen Ausgangssignal über eine Regelschaltung mit dem Elektromotor 45 zusammenwirken kann, um eine gewünschte Anpresskraft der Walze 7 insbesondere zur Farbwerkswalze 8 einzustellen und konstant aufrechtzuerhalten. Die axialen Lagerungen der Schnecken 37 und 48 sind derart ausgeführt, dass eine Beaufschlagung des jeweiligen Sensors 42, 53 möglich ist.

Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausbildung lassen sich fernsteuerbare und/oder von selbst einstellbare Einheiten zur Lagerung und Positionseinstellung von Walzen im Farbwerk und/oder Feuchtwerk einer Druckmaschine schaffen. Mittels der Walzenverlagerungseinrichtung 13 lässt sich mindestens eine Walze 7 derart relativ zu einer anderen Walze verlagern, dass zunächst ein Linienkontakt gegeben ist, der dann – durch weitere Anpressung – in einen Walzenstreifen übergeht. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass mindesten eine Walze der beigestellten Walzen eine gewisse Mantelflächenelastizität aufweist. Der gewünschte Walzenstreifen lässt sich mittels eines Regelkreises exakt konstant halten. Hierbei können auch verschiedene Shore-Härten der Walzen berücksichtigt werden.

Treten beispielsweise Walzenquellungen auf, wie dies insbesondere bei der Verarbeitung von UV-Farbe erfolgen kann, so lässt sich mittels des erwähnten Regelkreises die Anpresskraft zwischen den beiden Walzen durch Abstandsvergrößerung konstant halten. Gleiches gilt auch für eine Maschinenerwärmung. Stets ist eine konstante Farbführung über die Fortdruck-Dauer gewährleistet.

Die erwähnten, erfindungsgemäßen Baugruppen können modular aufgebaut sein, so dass insbesondere unter Berücksichtigung der Ausbildung als Gleichteil diese Baugruppen auf einfache Weise an verschiedenen Lagerstellen der Druckmaschine 2 eingesetzt werden können. Insbesondere ermöglicht die Erfindung eine automatische Walzeneinstellung, d.h., die Anpresskraft einer Walze zu einer benachbarten Walze wird automatisch eingestellt. Dadurch wird es möglich einen Walzenwechsel vorzunehmen ohne in die Walzeneinstellung manuell einzugreifen. Nach Durchführung des Walzenwechsels wird aufgrund der automatischen, erfindungsgemäßen Beistellung die Anpresskraft in der gewünschten, bereits vorher vorhandenen Größe wieder eingestellt, d.h., es bleibt – trotz Walzenwechsels – bei der gewünschten Walzenstreifenbreite.

Ferner ermöglicht die Erfindung über den erwähnten motorischen Verstellantrieb auch eine Walzenan- und -abstellung. Ferner ließe sich – falls verfahrenstechnisch sinnvoll – eine sequenzielle Walzenan- und -abstellung verwirklichen. Auch kann eine Zwischenwalzentrennung durch entsprechende Ansteuerung der erfindungsgemäßen Positionsantriebe von wahlweise vorbestimmten Stellen im Walzenzug durchgeführt werden. Die Erfindung hat somit gegenüber dem Stand der Technik den Vorteil einer automatischen Einstellung und auch einer Nachführung während des Fortdrucks in Bezug auf die Anpresskraft.

Die Erfindung ist nicht auf die im Ausführungsbeispiel gewählte Farbauftragwalze beschränkt, sondern sie kann zum Beispiel auf Zwischen- und Übertragwalzen-Lagerungen sowie auf Feuchtauftragwalzen und auf beliebige andere Walzen einer Druckmaschine übertragen werden.

1Druckwerk 2Druckmaschine 3Farbwerk 4Feuchtwerk 5Plattenzylinder 6Farbauftragwalze 7Walze 8Farbwerkswalze 9Seitenwand 10Walzenlagervorrichtung 11Walzenschloss 12Drehachse 13Walzenverlagerungseinrichtung 14Doppel-Exzenterlagerung 15Festlagerhälfte 16Maschinenschraube 17Lagerkörper 18Drehlagerhälfte 19Drehachse 20Lagerhälfte 21Lagerkörper 22Walzenlagerhälfte 23Drehachse 24Hauptlager 25Drehachse 26Exzenter 27Exzenter 28Aufnahmevertiefung 29Rundstutzen 30Aufnahmevertiefung 31Rundstutzen 32Walzenverlagerungsantrieb 33Walzenverlagerungsantrieb 34Elektromotor 35Antriebsstutzen 36Welle 37Schnecke 38Schneckenantrieb 39Schneckengetriebe 40Beaufschlagungsstutzen 41Drucksensor 42Sensor 43Drehachse 44Gegenzahnung 45Elektromotor 46Antriebsstutzen 47Welle 48Schnecke 49Schneckenantrieb 50Schneckengetriebe 51Beaufschlagungsstutzen 52Drucksensor 53Sensor 54Gegenzahnung 55Drehachse

Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Einstellen der Anpresskraft mindestens einer Walze einer Druckmaschine, insbesondere Offsetdruckmaschine, mit einem Sensor zur Ermittlung der Anpresskraft und mit einer der Walze zugeordneten Walzenverlagerungseinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (42, 53) von der Walzenverlagerungseinrichtung (13) zur Ermittlung der Anpresskraft beaufschlagt wird.
  2. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (42, 53) mit einer der Anpresskraft entgegenwirkenden Reaktionskraft beaufschlagt wird.
  3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (42, 53) ein auf Druck ansprechender Sensor ist.
  4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (42, 53) ein Zug ansprechender Sensor ist.
  5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (42, 53) ein Drehmomentsensor ist.
  6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenverlagerungseinrichtung (13) einen Walzenverlagerungsantrieb (32, 33) aufweist, der den Sensor (42, 53) zur Ermittlung der Anpresskraft beaufschlagt.
  7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenverlagerungseinrichtung (13) mindestens eine Exzenterlagerung für die Walze (7) aufweist.
  8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktionskraft eine Exzenterlager-Rückstellkraft ist.
  9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Walzenverlagerungsantrieb (32, 33) ein Schneckenantrieb (38, 49) ist und dass die Schnecke (37, 48) in ihrer axialen Richtung den Sensor (42,53) direkt oder indirekt zur Ermittlung der Anpresskraft beaufschlagt.
  10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenverlagerungseinrichtung (13) mindestens eine Doppel-Exzenterlagerung (14) für die Walze (7) aufweist.
  11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenverlagerungseinrichtung (13) eine Beistellvorrichtung und/oder eine An- und Abstellvorrichtung für die Walze (7) bildet.
  12. Verfahren zum Einstellen der Anpresskraft mindestens einer Walze einer Druckmaschine, insbesondere Offsetdruckmaschine, insbesondere zur Anwendung bei einer Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, mit einem Sensor zur Ermittlung der Anpresskraft und mit einer der Walze zugeordneten Walzenverlagerungseinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass eine Beaufschlagung des Sensors von der Walzenverlagerungseinrichtung zur Ermittlung der Anpresskraft durchgeführt wird.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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