PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004057825A1 08.06.2006
Titel Spulstelle einer Kreuzspule herstellenden Textilmaschine
Anmelder Saurer GmbH & Co. KG, 41069 Mönchengladbach, DE
Erfinder Gerig-Leifeld, Monika, Dr., 47906 Kempen, DE;
Spix, Guido, 41564 Kaarst, DE;
Lörsch, Bernd, 52531 Übach-Palenberg, DE;
Ruh, Wolf-Michael, 41844 Wegberg, DE
DE-Anmeldedatum 01.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004057825
Offenlegungstag 08.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.06.2006
IPC-Hauptklasse B65H 51/20(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65H 54/06(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Spulstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine, mit einer Fadenabzugseinrichtung zum gleichmäßigen Abziehen eines Fadens von einer Vorlagespule, einem Fadenspeicher zur temporären Aufnahme von Fadenmaterial sowie einer Spulvorrichtung zum Herstellen einer Kreuzspule.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass im Bereich zwischen der Vorlagespule (2) und der Fadenabzugseinrichtung (16) ein Fadenreiniger (8) angeordnet ist, der den von der Vorlagespule (2) abgezogenen Faden (30) auf Fadenfehler hin überwacht, und dass im Fadenlaufweg stromab der Fadenabzugseinrichtung (16) ein Fadenspeicher (23) positioniert ist, der den beim Wickeln der Kreuzspule (13) aufgrund der Changierung des Fadens (30) auftretenden wechselnden Fadenbedarf ausgleicht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Spulstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Auf den Spulstellen derartiger Textilmaschinen werden Vorlagespulen, beispielsweise auf Ringspinnmaschinen gefertigte Spinnkopse, die relativ wenig Garnvolumen enthalten, zu großvolumigen Kreuzspulen umgewickelt. Während des Umspulvorganges wird das Garn außerdem auf Garnfehler hin überwacht, wobei Garnfehler herausgeschnitten und durch nahezu garngleiche Fadenspleiße ersetzt werden.

Die Spulgeschwindigkeiten, mit denen derartige, sogenannte Kreuzspulautomaten arbeiten, sind dabei aufgrund verschiedener physikalischer Gegebenheiten, insbesondere durch die während des Umspulvorganges auftretende Fadenzugkraft, auf in der Regel unter 2000 m/min begrenzt.

Das heißt, während eines Umspulvorganges, bei dem der Faden mittels eines rotierenden Fadenballons über Kopf von der Vorlagespule abgezogen wird, steigt, insbesondere im letzten Drittel der Kopsreise, die auf den laufenden Faden einwirkende Fadenzugkraft stark an.

Die Fadenzugkraft kann dabei im Laufe einer Kopsreise, wenn keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergriffen werden, auf ein Mehrfaches der Anfangs-Fadenzugkraft anwachsen, was die Gefahr von Fadenbrüchen erheblich erhöht.

Da Fadenbrüche nicht nur die Qualität der Kreuzspule negativ beeinflussen, sondern auch den Wirkungsgrad der betreffenden Textilmaschine herabsetzen, ist man seit langem bemüht, Vorrichtungen zu entwickeln, durch die das Ablaufverhalten von Vorlagespulen während des Umspulprozesses verbessert wird, zumindest aber die auftretende Fadenzugkraft unterhalb eines kritischen Bereiches gehalten werden kann.

Eine solche Vorrichtung zur Begrenzung der im Laufe der Kopsreise ansteigenden Fadenzugkraft ist beispielsweise in der CH-PS 669 177 beschrieben.

Bei dieser bekannten Einrichtung erfolgt eine Regelung der Spulgeschwindigkeit und damit auch der Fadenabzugsgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Restfadenmenge auf der Vorlagespule.

Das heißt, bei dieser Einrichtung wird zu Beginn der Kopsreise zunächst mit einer relativ hohen Spulgeschwindigkeit gewickelt, die Spulgeschwindigkeit zum Ende der Kopsreise jedoch auf ein unkritisches Niveau abgesenkt.

Zur Begrenzung der Fadenzugkraft während des Umspulvorganges ist auch schon vorgeschlagen worden, den Spulenaufnahmedorn, auf dem die Vorlagespule während des Umspulprozesses positioniert ist, antreibbar zu gestalten.

Ein solcher drehbar gelagerter Spulenaufnahmedorn für eine Vorlagespule ist zum Beispiel in der CH-PS 542 781 im Zusammenhang mit einer Präzisions-Kreuzspulmaschine beschrieben.

Der Spulenaufnahmedorn steht dabei über einen Antriebsriemen mit einer Antriebstrommel in Verbindung, die auf einer maschinenlangen, ständig rotierenden Antriebswelle gelagert ist und über eine elektromagnetische Kupplung gezielt mit der Antriebswelle verbunden werden kann.

Wenn der Durchmesser der über ihre Aufnahmespindel angetriebenen Auflaufspule, z.B. einer Kreuzspule, ein vorbestimmtes Maß erreicht hat und damit eine sehr hohe Fadenabzugsgeschwindigkeit vorliegt, sorgt eine entsprechende Einrichtung dafür, dass der Spulenaufnahmedorn der Vorlagespule entgegen der Abwickelrichtung des Fadens rotiert wird.

Mit diesen bekannten Einrichtungen konnte zwar eine Begrenzung bzw. eine Reduzierung der ohne entsprechende Maßnahmen während einer Kopsreise kontinuierlich anwachsenden Fadenzugkraft erreicht werden, eine weitere nachteilige physikalische Gegebenheit, nämlich das starke Schwanken der Abzugsgeschwindigkeit des Fadens während des Umspulvorganges, konnte durch diese Einrichtungen allerdings nicht beseitigt werden.

Diese starken Schwankungen der Fadenabzugsgeschwindigkeit, die aus der Changierung des Fadens beim Wickeln einer Kreuzspule resultieren, führen während des Umspulvorganges zu erheblichen Fadenzugkraftspitzen, die die in der Praxis realisierbare Fadenabzugsgeschwindigkeit erheblich begrenzen.

Das heißt, durch die Changierung des Fadens bei der Herstellung einer Kreuzspule wird der laufende Faden abwechselnd relativ stark beschleunigt und verzögert, mit der Folge, dass der Faden mit ständig wechselnden Abzugsgeschwindigkeiten von der Vorlagespule abgezogen wird. Die Geschwindigkeitsunterschiede können dabei, abhängig vom jeweiligen Verlegewinkel des Fadens auf der Kreuzspule, bis zu 40% betragen.

Durch die DE-AS 22 15 003 oder die DE-OS 20 18 375 sind des Weiteren Spulmaschinen bekannt, deren Spulstellen jeweils mit einer oberhalb einer Vorlagespule angeordneten Fadenabzugseinrichtung sowie einer nachgeschalteten Einrichtung zum temporären Aufnehmen einer erheblichen Fadenmenge ausgestattet sind.

Bei der in der DE-OS 20 18 375 beschriebenen Einrichtung zur Regelung der Garnzufuhr in einen Vorratsbehälter weisen die Spulstellen jeweils eine Fadenabzugseinrichtung auf, die den Faden mit einer Geschwindigkeit, die 10-30% über der Wickelgeschwindigkeit der Spuleinrichtung liegt, von der Vorlagespule abzieht.

Der von der Vorlagespule abgezogene Faden läuft auf seinem Weg zum Vorratsbehälter, sensorisch überwacht, zu einem Injektor, der den Faden in den Vorratsbehälter befördert, dessen Füllzustand ebenfalls überwacht und bei Bedarf ergänzt wird.

Bei der DE-AS 22 15 003 soll durch den gespeicherten Garnvorrat beispielsweise ein Verbinden zweier Garnenden möglich werden, ohne dass dazu eine Unterbrechung des Umspulvorganges notwendig wird.

Die Spulstellen dieser bekannten Spulmaschine weisen jeweils eine Fadenabzugseinrichtung, eine rotierbar gelagerte, mit einer bürstenartigen Oberfläche ausgestattete Fadenspeichereinrichtung sowie eine Antriebstrommel zum reibschlüssigen Antreiben einer Auflaufspule auf.

Alle Fadenhandhabungseinrichtungen der Spulstelle werden dabei durch eine gemeinsame Antriebsquelle beaufschlagt.

Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Spulmaschinen der vorgenannten Gattung zu verbessern.

Das heißt, die Spulstellen solcher Spulmaschinen dahingehend zu optimieren, dass die Spulstellen mit einer deutlich höheren Spulgeschwindigkeit arbeiten können, ohne dass die Gefahr von Fadenbrüchen besteht.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Spulstelle gelöst, wie sie im Anspruch 1 beschrieben ist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Bei der erfindungsgemäßen Spulstelle ist der Umspulvorgang in zwei separate, gleichzeitig ablaufende Arbeitsvorgänge aufgeteilt.

Das heißt, das Abziehen des Fadens von der Vorlagespule und das Wickeln der Kreuzspule auf der Spuleinrichtung sind so voneinander getrennt, dass das Abziehen des Fadens von der Vorlagespule nicht durch die Changierung des Fadens während der Herstellung der Kreuzspule beeinflusst wird.

Die Spulstellen verfügen zu diesem Zweck über eine Fadenabzugseinrichtung, die den Faden mit vorgebbarer Abwickelgeschwindigkeit von der Vorlagespule abzieht. Ein im Bereich zwischen der Vorlagespule und der Fadenabzugseinrichtung angeordneter Fadenreiniger tastet den in diesem Bereich mit gleichmäßiger Geschwindigkeit laufenden Faden auf Unregelmäßigkeiten hin ab und initiiert bei Bedarf eine Fadenschneideinrichtung.

Die Messergebnisse des Fadenreinigers sind dabei, insbesondere was die Länge der Fehlerstellen betrifft, stets sehr exakt. Beim Ausreinigen von Fadenfehlern kann daher auf die bislang üblichen "Sicherheitszugaben" verzichtet werden, was sich durch eine Verminderung des Garnabfalls und entsprechend durch eine Erhöhung des Wirkungsgrades der Spulmaschine positiv bemerkbar macht.

Ein im Fadenlaufweg stromab der Fadenabzugseinrichtung angeordneter Fadenspeicher gewährleistet dabei einerseits, dass beim Wickeln der Kreuzspule, das heißt, bei der Changierung des auf die Kreuzspule auflaufenden Fadens stets ausreichend Fadenlänge zur Verfügung steht und verhindert andererseits, dass die durch die Changierung des Fadens entstehenden Geschwindigkeitsschwankungen auf die Vorlagespule übertragen werden können.

Des Weiteren stellt der Fadenspeicher sicher, dass beim Wickeln der Kreuzspule stets eine Mindestfadenspannung gegeben ist.

In einer vorteilhaften, im Anspruch 2 beschriebenen Ausführungsform, verfügen die Spulstellen außerdem über eine Antriebseinrichtung zum Rotieren der Vorlagespule in der Abspulstellung sowie über einen weiteren Fadenspeicher.

Die Antriebseinrichtung für die Vorlagespule sowie die Fadenabzugseinrichtung sind dabei, beispielsweise einzelmotorisch angetrieben, so angesteuert, dass der Faden mit einer vorgebbaren, gleichmäßigen Abzugsgeschwindigkeit von der Vorlagespule abgenommen wird.

Ein zwischen Vorlagespule und Fadenabzugseinrichtung eingeschaltete zusätzlicher Fadenspeicher gleicht dabei Fadenmengenschwankungen, wie sie beispielsweise beim Abspulen einer Vorlagespule aufgrund deren Kopswicklung entstehen, zuverlässig aus.

Bei der im Anspruch 2 beschriebenen Ausführungsform ist der Fadenreiniger vorzugsweise entweder unmittelbar vor oder direkt hinter der Fadenabzugseinrichtung, jedoch immer vor dem zweiten Fadenspeicher, positioniert.

Bei beiden Ausführungsformen ist gewährleistet, dass der Fadenreiniger einen Faden abtastet, der in diesem Bereich mit einer nahezu konstanten Geschwindigkeit läuft.

Gemäß Anspruch 3 ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass die Vorlagespule während des Abspulvorganges in einer vertikalen oder nahezu vertikalen Stellung positioniert ist.

Bei einer solchen Positionierung der Vorlagespule wird der Faden von der Fadenabzugseinrichtung über Kopf von der Vorlagespule abgenommen.

Das heißt, der Faden bildet beim Abziehen von der Vorlagespule einen rotierenden Fadenballon, was zu einer relativ schonenden Ablösung des Fadens von der Wicklung der Vorlagespule führt.

Die vertikale Ausrichtung der Vorlagespule bietet außerdem Vorteile bei der Positionierung der Vorlagespule in der Abspulstellung.

Das heißt, bei sogenannten Verbundmaschinen können die auf Transporttellern zu den Spulstellen gelieferten Vorlagespule unmittelbar in die Abspulstellung gefahren werden.

Die Vorlagespulen weisen dabei bereits die geforderte Ausrichtung auf.

Bei Rundmagazinmaschinen werden die Vorlagespulen in der Regel in einem oberhalb der Abspulstellung angeordneten Rundmagazin bevorratet und können über eine Kopsrutsche auf einfache Weise in ihre Arbeitsstellung auf einem Spulenaufnahmedorn gebracht werden.

Eine vertikale Ausrichtung der Vorlagespulen ermöglicht insgesamt eine kompakte, platzsparende Konstruktion des Abspulbereiches.

In einer alternativen, im Anspruch 4 beschriebenen Ausführungsform, ist die Ablaufspule so angeordnet, dass die Rotationsachse der Vorlagespule eine im wesentlichen horizontale Lage einnimmt.

Bei einer derartigen Anordnung wird der Faden tangential von angetriebenen Vorlagespule abgewickelt.

Eine solche tangentiale Abwicklung führt zu einer besonders schonenden Ablösung des Fadens von der Ablaufspule und ermöglicht daher, bei stark verminderter Fadenschädigung, sehr hohe Fadenabzugsgeschwindigkeiten.

Sowohl bei der im Anspruch 3 beschriebenen vertikalen Anordnung der Vorlagespule, als auch bei einer horizontalen Anordnung der Vorlagespule, wie im Anspruch 4 dargelegt, kann jeweils eine Antriebseinrichtung zum definierten Rotieren der Vorlagespule vorgesehen sein.

Durch eine solche Antriebseinrichtung lässt sich die Fadenzugkraft, insbesondere bei hohen Wickelgeschwindigkeiten, weiter Reduzieren.

Vorteilhafterweise ist, wie im Anspruch 5 beschrieben, wenigsten ein Fadenspeicher vorhanden, der als pneumatisch beaufschlagter Fadenspeicher ausgebildet ist.

Solche pneumatischen Fadenspeicher sind kostengünstig zu realisieren und ermöglichen, solange eine bestimmte Fadenmenge nicht überschritten wird, eine sichere und einfache Speicherung eines laufenden Fadens.

Selbstverständlich ist anstelle eines pneumatisch beaufschlagten Fadenspeichers auch ein mechanisch arbeitender Fadenspeicher einsetzbar (Anspruch 6).

Solche mechanisch arbeitenden Fadenspeicher haben den Vorteil, dass sie bei Bedarf auch größere Fadenmengen sicher speichern können.

Die Erfindung ist nachfolgend anhand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.

Es zeigt

1 schematisch in Seitenansicht eine Spulstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine, mit einer oberhalb einer Vorlagespule angeordneten Fadenabzugseinrichtung, einem im Fadenlaufweg vor der Fadenabzugseinrichtung angeordneten Fadenreiniger sowie einem im Fadenlaufweg hinter der Fadenabzugseinrichtung angeordneten Fadenspeicher,

2 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Spulstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine, mit einer in vertikaler Ausrichtung positionierten Vorlagespule, einer Antriebeinrichtung zum Rotieren der Vorlagespule, einer Fadenabzugseinrichtung sowie im Fadenlaufweg vor und hinter der Fadenabzugseinrichtung angeordneten Fadenspeichern,

3 ein drittes Ausführungsbeispiel einer Spulstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine, mit den in 2 dargestellten Einrichtungen, jedoch einer in horizontaler Ausrichtung positionierten Vorlagespule.

In den 1 bis 3 ist, jeweils in Seitenansicht, schematisch eine mit der Bezugszahl 1 gekennzeichnete Arbeitsstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine 22 dargestellt.

Derartige Textilmaschinen, beispielsweise Kreuzspulautomaten, weisen in der Regel zwischen ihren (nicht dargestellten) Endgestellen eine Vielzahl solcher in Reihe nebeneinander angeordneter, auch Spulstellen genannte Arbeitsstellen 1 auf, Auf diesen Spulstellen 1 werden Vorlagespulen, üblicherweise Spinnkopse 2, die beispielsweise auf (nicht dargestellten) Ringspinnmaschinen hergestellt wurden, zu großvolumigen Kreuzspulen 13 umgespult.

Die Spulstellen 1 sind zu diesem Zweck mit verschiedenen Handhabungs- und Fadenprüfeinrichtungen ausgerüstet, die jeweils durch eine arbeitsstelleneigene Steuerungseinrichtung, einen sogenannten Spulstellenrechner 5, definiert ansteuerbar sind.

Das heißt, diese Spulstellen 1 verfügen über eine Spuleinrichtung zum Herstellen einer Kreuzspule, Einrichtungen zum Verbinden von Fadenenden nach einem Fadenbruch oder einem Reinigerschnitt sowie einer Abspuleinrichtung für die Ablaufspule.

Außerdem sind in der Regel ein Fadenspanner 6 sowie ein Paraffineur 10 vorgesehen.

Die Spuleinrichtung weist dabei einen Spulenrahmen 14 zum rotierbaren Haltern einer Kreuzspule 13 sowie eine Fadenführungstrommel 12 zum reibschlüssigen Antreiben der Kreuzspule 13 und gleichzeitigem Changieren des auf die Kreuzspule 13 auflaufenden Fadens 30 auf.

Anstelle einer solchen Fadenführungstrommel ist selbstverständlich auch der Einsatz einer reinen Antriebstrommel möglich.

In einem solchen Fall erfolgt die Fadenchangierung mittels eines separaten Fadenführers.

Ein solcher separater Fadenführer kann zum Beispiel als Fingerfadenführer, als Riemchenfadenführer oder dergleichen ausgebildet sein.

Die Einrichtung zum Verbinden von Fadenenden umfasst im Wesentlichen, wie bekannt, eine um eine Schwenkachse 17 drehbar gelagerte, unterdruckbeaufschlagbare Saugdüse 15, die den Oberfaden handhabt, ein um eine Schwenkachse 20 drehbar gelagertes, unterdruckbeaufschlagbares Greiferrohr 19, das den Unterfaden bereitlegt sowie eine pneumatisch arbeitende Spleißvorrichtung 7, in der die Fadenenden von Ober- und Unterfaden zu einer nahezu garngleichen Verbindung verwirbelt werden.

Die Vorlagespule 2 weist in ihrer Abspulstellung entweder, wie in den 1 und 2 angedeutet, eine im Wesentlichen vertikale Ausrichtung auf oder ist, wie aus 3 ersichtlich, so positioniert, dass die Rotationsachse der Vorlagespule etwa horizontal verläuft.

Gemäß Ausführungsbeispiel der 1 ist oberhalb der Vorlagespule 2 eine Fadenabzugseinrichtung 16 installiert, die den Faden 30 von der Vorlagespule 2 abzieht.

Wie in 1 angedeutet, läuft der Faden 30, der mit einer konstanten Fadenabzugsgeschwindigkeit von der Ablaufspule 2 abgezogen wird, über Kopf von der Vorlagespule 2 ab.

Der Faden 30 bildet dabei einen Fadenballon 3, der durch eine oberhalb der Vorlagespule 2 angeordnete Fadenführung 4 begrenzt wird.

Im Fadenlaufweg vor der Fadenabzugseinrichtung 16 sind außerdem ein Fadenreiniger 8 sowie eine Fadenschneideinrichtung 9 positioniert, die über Signal- bzw. Steuerleitungen 27, 28 mit dem Spulstellenrechner 5 in Verbindung stehen.

Des Weiteren ist im Fadenlaufweg hinter der Fadenabzugseinrichtung 16 ein, vorzugsweise pneumatischer Fadenspeicher 23 angeordnet, der den beim Wickeln einer Kreuzspule 13 aufgrund der Fadenchangierung auftretenden, wechselnden Fadenbedarf ausgleicht und gleichzeitig verhindert, dass durch die Fadenchangierung ausgelöste Fadengeschwindigkeitsschwankungen im Bereich der Vorlagespule wirksam werden können.

Der Fadenspeicher 23 weist beispielsweise eine Fadenspeicherröhre auf, die über eine Unterdruckleitung 29 an eine (nicht dargestellte) Unterdruckquelle angeschlossen ist und definiert mit Unterdruck beaufschlagbar ist.

Außerdem verfügt der Fadenspeicher 23 über eine Sensoreinrichtung 24 zum Überwachen des Füllzustandes der Fadenspeicherröhre.

Die Sensoreinrichtung 24 ist über eine Signalleitung 25 ebenfalls an den Spulstellenrechner 5 angeschlossen.

Bei den in den 2 und 3 dargestellten Ausführungsbeispielen ist im Bereich der Abspulstellung jeweils eine Antriebseinrichtung 11 zum definierten Rotieren der Ablaufspule 2 vorgesehen.

Die Antriebseinrichtung 11, die über eine Steuerleitung 31 mit dem Spulstellenrechner 5 verbunden ist, verfügt dabei üblicherweise über eine Bremseinrichtung 18, die, beispielsweise im Falle eines Fadenbruches ein schnelles Stoppen der auf einem Spulenaufnahmedorn festgelegten Ablaufspule 2 ermöglicht.

Die in 2 dargestellte Ausführungsform einer Spulstelle 1 unterscheidet sich von der Ausführungsform gemäß 3 im Wesentlichen durch die Anordnung der Antriebseinrichtung 11 für die Ablaufspule 2, das heißt, durch die Ausrichtung der durch die Antriebseinrichtung 11 rotierbaren Ablaufspule 2. Wie ersichtlich, ist bei der Ausführungsform gemäß 3 die Rotationsachse der Ablaufspule 2 horizontal oder nahezu horizontal angeordnet.

Das heißt, bei der Ausführungsform gemäß 3 läuft der Faden 30 tangential von der Ablaufspule 2 ab und durchquert zunächst die Fadenführung 4.

Wie in den 2 und 3 weiter angedeutet, ist im Anschluss an die oberhalb einer Vorlagespule 2 installierte Fadenführung 4 ein in den vorliegenden Ausführungsbeispielen jeweils pneumatischer Fadenspeicher 21 installiert, in den der Faden 30 unter Bildung einer Fadenschlinge eingezogen wird, Wie aus den Figuren ersichtlich und vorstehend bereits am Ausführungsbeispiel der 1 erläutert, weist ein solcher an sich bekannter pneumatischer Fadenspeicher 21 z.B. eine Fadenspeicherröhre auf, die über eine Unterdruckleitung 29 definiert mit Unterdruck beaufschlagbar ist.

Im Bereich der Fadenspeicherröhre ist eine Sensoreinrichtung 24 vorgesehen, die den jeweiligen Füllstand der Fadenspeicherröhre überwachen und, vorzugsweise über den Spulstellenrechner 5, entsprechend dem Füllzustand des Fadenspeichers 21, den Unterdruck im Fadenspeicher 21 regelt. Die Sensoreinrichtung 24 ist zu diesem Zweck über eine Signalleitung 25 mit dem Spulstellenrechner 5 verbunden.

Wie vom Ausführungsbeispiel gemäß 1 bekannt, ist zum gleichmäßigen Abziehen des Fadens 30 von Ablaufspule 2 eine Fadenabzugseinrichtung 16 vorgesehen, deren Antrieb 32 über eine Steuerleitung 26 an den Spulstellenrechner 5 angeschlossen ist.

Wie aus den Figuren weiter ersichtlich, sind vor der Fadenabzugseinrichtung 16 jeweils ein Fadenreiniger 8 sowie eine Fadenschneideinrichtung 9 positioniert, die jeweils über Signal- bzw. Steuerleitungen 27, 28 mit dem Spulstellenrechner 5 in Verbindung stehen.

Der Fadenreiniger 8 und die Fadenschneideinrichtung 9 könnten in alternativer Ausführungsform jedoch auch, in Fadenlaufrichtung gesehen, direkt hinter der Fadenabzugseinrichtung 16, jedoch vor einem zweiten Fadenspeicher 23 positioniert werden.

Dieser zweite Fadenspeicher 23 entspricht in seinem konstruktiven Aufbau dem Fadenspeicher 21, das heißt, auch der Fadenspeicher 23 weist eine pneumatisch beaufschlagbare Fadenspeicherröhre sowie eine Sensoreinrichtung 24 zum Überwachen des Füllzustandes dieser Fadenspeicherröhre auf. Außerdem ist die Sensoreinrichtung 24 über eine Signalleitung 25 an den Spulstellenrechner 5 angeschlossen.

Anstelle der vorstehend beschriebenen pneumatischen Fadenspeicher 21, 23 können selbstverständlich auch andere Fadenspeicher, zum Beispiel mechanische Fadenspeicher, zum Einsatz kommen.


Anspruch[de]
  1. Spulstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine, mit einer Fadenabzugseinrichtung zum gleichmäßigen Abziehen eines Fadens von einer Vorlagespule, einem Fadenspeicher zur temporären Aufnahme von Fadenmaterial sowie einer Spulvorrichtung zum Herstellen einer Kreuzspule,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass im Bereich zwischen der Vorlagespule (2) und der Fadenabzugseinrichtung (16) ein Fadenreiniger (8) angeordnet ist, der den von der Vorlagespule (2) abgezogen Faden (30) auf Fadenfehler hin überwacht und

    dass im Fadenlaufweg stromab der Fadenabzugseinrichtung (16) ein Fadenspeicher (23) positioniert ist, der den beim Wickeln der Kreuzspule (13) aufgrund der Changierung des Fadens (30) auftretenden wechselnden Fadenbedarf ausgleicht.
  2. Spulstelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorlagespule (2) mittels einer Antriebseinrichtung (11) rotierbar gelagert ist und dass im Bereich zwischen der Vorlagespule (2) und der Fadenabzugseinrichtung (16) ein weiterer Fadenspeicher (21) angeordnet ist, der die beim Abwickeln des Fadens (30) von der angetriebenen Vorlagespule (2) auftretenden Fadenmengenschwankungen, die sich aufgrund der Bewicklungsart der Vorlagespule (2) ergeben, ausgleicht.
  3. Spulstelle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorlagespule (2) so angeordnet ist, dass der Faden (30) während des Abspulvorganges von der Vorlagespule (2) unter Bildung eines Fadenballons (3) über Kopf abgezogen wird.
  4. Spulstelle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorlagespule (2) so angeordnet ist, dass der Faden (30) während des Abspulvorganges von der Vorlagespule (2) tangential abgezogen wird.
  5. Spulstelle nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Fadenspeicher (21, 23) als Pneumatikspeicher ausgebildet ist.
  6. Spulstelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Fadenspeicher (21, 23) als mechanisch arbeitender Fadenspeicher ausgebildet ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com