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Dokumentenidentifikation DE60021822T2 08.06.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001092941
Titel Einrichtung zur Veränderung der Flugrichtung eines rotationsstabilisierten Lenkgeschosses
Anmelder TDA Armements SAS, La Ferté-Saint-Aubin, FR
Erfinder Tarayre, Pascal, 94117 Arcueil Cedex, FR;
Labroche, Jean-Paul, 94117 Arcueil Cedex, FR;
Broussoux, Dominique, 94117 Arcueil Cedex, FR
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 60021822
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 13.10.2000
EP-Aktenzeichen 004028395
EP-Offenlegungsdatum 18.04.2001
EP date of grant 10.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.06.2006
IPC-Hauptklasse F42B 10/64(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse F42B 10/14(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   F42B 10/24(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bahnkorrektur für durch Kreiselwirkung gesteuerte Geschosse.

Es wird derzeit versucht, die Präzision und das Preis/Leistungsverhältnis der Munitionen zu verbessern. Die Systeme, die es ermöglichen, die Bahnen von Munitionen zu korrigieren, bieten den Vorteil, die Richtschüsse zu vermeiden, wodurch man von einem Überraschungseffekt profitiert, der das Zielobjekt daran hindert, die angepeilte Zone zu verlassen und die Wahrscheinlichkeit verringert, von den Radargeräten der Abwehrbatterien lokalisiert zu werden.

Im Allgemeinen wirken die bekannten Systeme zur Bahnkorrektur von Geschossen während der Endphase der Bahn. Dieses Systeme gehören zu zwei Typen: Systeme mit ausklappbarer Schürze und Systeme mit "Entenleitwerk". Der erste Typ enthält eine Schürze, die aus ausklappbaren "Blütenblättern" besteht, die es ermöglichen, die Bahn des Geschosses durch Erhöhung seines Luftwiderstands zu steuern. Im geeigneten Moment löst man die Drehung einer Nockenwelle aus, die die Blätter ausklappt. Der Hauptnachteil eines solchen Systems ist es, dass die Korrektur nur bei Reichweitenfehlern greift. Die durch den Wind oder durch Ausrichtungsfehler verursachten seitlichen Abweichungen werden nicht korrigiert.

Das Entenleitwerk-System ermöglicht es, die Längsabweichungen und Seitenabweichungen zu korrigieren, indem mit Hilfe von auf dem Annäherungszünder angeordneten und ausgerichteten Entenflügeln, die beim Rollen des Geschosses entkoppelt werden, in einer festen Ebene eine Kraft erzeugt wird. Die relative Bewegung des Entenleitwerks bezüglich des Zünders ermöglicht es, einen elektrischen Wechselstromgenerator zu bilden. Dieser Zünder kann bezüglich des Geschosses ausgetauscht werden. Einer der Nachteile dieses bekannten Typs ist es, dass das so mit einem Entenleitwerk ausgestattete Geschoss (in diesem Fall eine Granate) mit dem Ladesystem der existierenden Feuergeschütze inkompatibel wird. Der Hauptnachteil der Steuerung durch Entenleitwerk ist es, dass sie nicht erlaubt, große Lastfaktoren zu erhalten, da sie das Geschoss ablenkt. Außerdem verringert das Entenleitwerk deutlich die Gleitzahl eines Geschosses, was für die Reichweite eines direkten Schusses sehr nachteilig ist.

Andererseits sind Systeme mit Mikro-Steuerflächen für Granaten bekannt. Ein erstes System besteht aus zwei Stangen aus piezoelektrischem Material, die um einen Granaten-Annäherungszünder herum angelenkt sind und je auf die Spannung einer kleinen Leinwand wirken, die einen Flügel bildet. Der Zünder ist bezüglich der Granate austauschbar und wird von ihr bei der Rolldrehung entkoppelt. Dieses System ist mit dem System zum Laden von Granaten in das Geschütz kompatibel, und betrifft insbesondere statisch instabile Granaten. Ein zweites bekanntes System weist steife Mikro-Steuerflächen auf, die auf dem Annäherungszünder einer Granate angeordnet sind, und hat die gleichen Vorteile wie das erste System. Diese beiden bekannten Systeme sind aber nicht zur Steuerung von rotationsstabilisierten Mörsergeschossen geeignet, da diese sich im Unterschallflug und Überschallflug gemäß einer gekrümmten Bahn fortbewegen. Andererseits ist die Wirksamkeit dieser Systeme von Mikro-Steuerflächen zu gering, um einen ausreichenden Lastfaktor für die Bahnkorrekturen zu erhalten, da der geringe Lastfaktor die Notwendigkeit nach sich zieht, das Zielobjekt in einer Entfernung zu erfassen, die größer ist als die Erfassungskapazitäten des Lasersystems des Annäherungszünders.

Für die Präzision der Geschosse mit gestreckter Flugbahn im Überschallflug, zum Beispiel Granaten von 155 mm, deren Streuung der Auftreffpunkte größer ist als diejenige der Mörsergeschosse, muss die Bahnkorrektur größer sein. Das Lasererfassungssystem dieser Geschosse hat eine Reichweite, die bei starkem Regen 2 km nicht überschreitet, was dazu zwingt, diesen Geschossen einen Auftrieb und eine Gleitzahl zu verleihen, die größer sind als diejenigen der Mörsergeschosse. Daraus folgt, dass die existierenden Systeme es nicht erlauben, die Bahn solcher Geschosse ausreichend zu korrigieren.

Aus der Druckschrift US-A-5 439 188 ist ein Lenkflugkörper mit Selbstdrehung um seine Längsachse mit geringer Drehgeschwindigkeit (10 bis 15 Umdrehungen/Sekunde) bekannt, was zu keinerlei Stabilisierung durch Kreiselwirkung führt.

Gemäß dieser Druckschrift werden außerdem der Einschlag der Entenleitwerkebene und ihre Position beim Rollen vereint, um die Korrekturkraft richtungsmäßig auszurichten, was nicht anwendbar ist, wenn die Rollkraft mäßig bleibt, da dies ein Ausschlagen der Entenleitwerkebene bei der Rollfrequenz impliziert (die gering ist, wie oben erläutert).

Die vorliegende Erfindung hat eine Vorrichtung zur Korrektur der Bahn von gesteuerten und um ihre Längsachse drehenden Geschossen zum Gegenstand, unabhängig davon, ob diese Geschosse für einen direkten Schuss oder für einen Bogenschuss vorgesehen sind, wobei die Vorrichtung es ermöglicht, die Korrektur der Präzisions- und Treffgenauigkeitsabweichungen deutlich zu verbessern, leicht an vorhandene Geschosse anpassbar ist, und dies, ohne die Herstellungskosten dieser Geschosse beträchtlich zu erhöhen.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Bahnkorrektur eines durch Kreiselwirkung mittels Drehung bei großer Geschwindigkeit (zum Beispiel von mindestens etwa 200 Umdrehungen pro Sekunde) um seine Längsachse flugstabilisierten, gesteuerten Geschosses weist ein im hinteren Bereich des Geschosses angeordnetes Leitwerk und eine Entenleitwerk-Steuervorrichtung auf, die auf dem Annäherungszünder dieses Geschosses angeordnet ist.

Die vorliegende Erfindung wird besser verstanden werden anhand der ausführlichen Beschreibung mehrerer Ausführungsformen als nicht einschränkend zu verstehende Beispiele, die in der beiliegenden Zeichnung dargestellt sind. Es zeigen:

1 eine vereinfachte Draufsicht auf eine erste Ausführungsform eines Mörsergeschosses, das mit einer erfindungsgemäßen Bahnkorrekturvorrichtung mit ausklappbarem Leitwerk versehen ist;

2 eine vereinfachte Draufsicht auf eine zweite Ausführungsform eines Mörsergeschosses, das mit einer erfindungsgemäßen Bahnkorrekturvorrichtung mit Leitwerk mit Mikroflügeln versehen ist;

3 eine vereinfachte Draufsicht auf eine Ausführungsform einer Artilleriegranate, die mit einer erfindungsgemäßen Bahnkorrekturvorrichtung mit Leitwerk mit Mikroflügeln versehen ist;

4 eine detaillierte Ansicht eines Flügels des Leitwerks des Geschosses der 1 im zusammengeklappten Zustand;

5 eine detaillierte Draufsicht auf den Flügel der 4 im ausgeklappten Zustand;

die 6 und 7 vereinfachte Draufsichten auf zwei weitere Ausführungsformen von Leitwerkflügeln gemäß der Erfindung, und

die 8 und 9 vereinfachte Schnittansichten von zwei Ausführungsformen eines Annäherungszünders, der einen Teil der erfindungsgemäßen Bahnkorrekturvorrichtung enthält.

Die erfindungsgemäße Bahnkorrekturvorrichtung wird für "in Kreiselbewegung versetzte" Geschosse, d.h., die durch Drehung um ihre Längsachse stabilisiert werden, verwendet. Diese Geschosse können Mörsergeschosse oder Artilleriegranaten sein. Die Bahnfehler, die man korrigieren möchte, sind Präzisionsfehler und Treffgenauigkeitsfehler. Die Präzision bezieht sich auf Zufallsstreuungen der Auftreffpunkte, die den verwendeten Waffensystemen inhärent sind und nur durch eine Veränderung der Ausrichtung dieser Waffen kompensiert werden können. Dieser Präzisionsfehler tritt hauptsächlich bei den Reichweitenabweichungen auf. Die Treffgenauigkeit des Schusses entspricht der Wiederholbarkeit des Präzisionsfehlers während eines bestimmten Zeitraums mit unveränderter Ausrichtung. Die Treffgenauigkeitsfehler gehen auf atmosphärische Störungen (Veränderungen der Windrichtung usw.) und auf Ausrichtungsfehler zurück. Diese Fehler können durch eine Ausrichtungsänderung der Schusswaffe korrigiert werden. Die Treffgenauigkeitsfehler äußern sich durch Längsabweichungen und Seitenabweichungen der Auftreffpunkte der Geschosse.

Die Vorrichtung zur Korrektur von Fehlern der oben genannten Arten weist hauptsächlich eine Vorrichtung zur Navigationssteuerung, die im Annäherungszünder des Geschosses angeordnet ist, eine Vorrichtung mit Steuerflächen zur aerodynamischen Steuerung, die auf diesem Zünder angeordnet ist, und ein Leitwerk auf, das auf dem Hülsenboden des Geschosses angeordnet ist. So erhält man ein Geschoss mit aerodynamischer Konfiguration und neutraler statischer Stabilität und mit einer dynamischen Stabilität, die durch seine Drehung beim Rollen gewährleistet wird. Dieses Geschoss wird während praktisch seiner ganzen Bahn gesteuert, was es selbst bei Geschossen mit Steuerflächen mit geringem Lastfaktor ermöglicht, bedeutende Korrekturen durchzuführen (für eine Reichweite von mehr als 20 km können diese Korrekturen zum Beispiel 200 m überschreiten).

In den 1 bis 3 sind drei Ausführungsformen von Steuerflächen und Leitwerken der Bahnkorrekturvorrichtung gemäß der Erfindung für ein Mörsergeschoss (1 und 2) und für eine Artilleriegranate (3) dargestellt.

Diese drei Korrekturvorrichtungen haben außer der dynamischen Stabilisierung durch Rolldrehung des Geschosses die Verwendung von Steuerflächen vom Typ "Entenleitwerk" gemeinsam, die auf dem Annäherungszünder der Geschosse angeordnet sind. Diese Steuerflächen sind an sich bekannt und werden nur in Bezug auf die 8 und 9 für ihre Betätigung durch die im Zünder angeordneten Motoren beschrieben.

Das Geschoss 1 der 1 weist hauptsächlich einen Körper 2, einen Kopf-Annäherungszünder 3 und einen Hülsenboden 4 auf, aus dem das Ladungsträgerende 5 vorsteht. Der Zünder 3 hat nur einen Freiheitsgrad bezüglich des Körpers des Geschosses in Rolldrehung. Ein schräg gerillter Ring 6 ist vorne am Hülsenboden 4 befestigt. Er dient dazu, mit Hilfe von entsprechenden Riefen des Mörselraufs dem Geschoss eine Rolldrehung zu verleihen. Angelenkte Flügel 7, zum Beispiel vier, sind hinter dem Hülsenboden 4 angeordnet und werden nachfolgend ausführlich unter Bezugnahme auf die 4 und 5 beschrieben.

In 2 ist ein weiteres Mörsergeschoss 8 ähnlich dem der 1, aber mit einer anderen Korrekturvorrichtung gemäß der Erfindung dargestellt. Das Geschoss 8 hat den gleichen Körper 2 und den gleichen Ring 6 wie das Geschoss 1, und sein Hülsenboden 4' ist ähnlich dem Hülsenboden 4, mit dem einzigen Unterschied, dass der Hülsenboden 4' in seinem rückwärtigen Bereich keine angelenkten Flügel, sondern eine Einheit 8A aus festen Mikroflügeln aufweist, zum Beispiel 32 Mikroflügel. Die "Schürze" 9A des Annäherungszünders 9 des Geschosses 8 bedeckt den vorderen Bereich des Körpers des Geschosses, mit dem sie über eine Kugelgelenkvorrichtung verbunden ist, wie in 9 dargestellt.

Die Artilleriegranate 10 der 3 weist vor ihrer Ogive 11 einen Annäherungszünder 12 ähnlich oder gleich dem Zünder 3 mit dem gleichen Entenleitwerksystem auf. Auf dem Hülsenboden 13 der Granate wird eine Einheit 14 von Mikroflügeln 14 angeordnet, die von einem Ring getragen werden, der auf den Hülsenboden gequetscht ist, welcher ebenfalls einen gerillten Ring 15 ähnlich dem Ring 6 trägt.

Im vorliegenden Fall ist das Geschoss mit vier gleichen Flügeln 7 versehen, die in einem Abstand von 90° um die Symmetrieachse 16 des Geschosses angeordnet sind. Gemäß einem Ausführungsbeispiel haben diese Flügel 7 eine Streckung (Verhältnis zwischen ihrer Spannweite E und ihrer Breite L) von 4, wobei ihre Spannweite 100 mm und ihre Breite 25 mm betragen. Diese Flügel 7 haben ein für den Überschallflug geeignetes, symmetrisches aerodynamisches Profil, ein an sich bekanntes Profil, um ihre Wellenwiderstand zu minimieren.

Wenn die Geschosse gelagert sind, und bis zum Beginn ihrer Schussbahn, sind ihre Flügel 7 zusammengeklappt, wie in 4 dargestellt. Eine fest mit dem Ladungsträgerende 5, das dadurch verlängert wird, verbundene kreisförmige Haube 17 schützt die Flügel 7 und ermöglicht es, sie bis in das Abschussrohr in der zusammengefalteten Stellung zu halten. Nach dem Ausstoß des Geschosses aus seinem Abschussrohr wird die Haube 17 abgeworfen, und seine Flügel klappen durch Zentrifugalwirkung auf und werden in einer Neigung blockiert, die eine Pfeilung F von etwa 15° gewährleistet (diese Pfeilung F ist der Winkel, der zwischen der Vorderkante des Flügels und der Ebene P senkrecht zur Symmetrieachse 16 gebildet wird und die Vorderkante in ihrem unteren Bereich tangiert, wobei die Vorderkante hinter dieser Ebene liegt). Diese Pfeilung F verringert die kritische Mach-Zahl beim Beginn des Betriebs des Geschosses.

Jeder Flügel 7 wird über eine Vorrichtung 18 von der Art Kugelgelenk auf einen Träger 19 montiert, der auf einer Scheibe 20 befestigt ist, die allen Flügeln gemeinsam ist und parallel zur Ebene P liegt. Auf der Scheibe 20 (oder in einer Variante auf dem Träger 19) wird eine Blockiervorrichtung 21 von der Art mit Kugel und Feder montiert, die mit einer entsprechenden Kerbe 21A zusammenwirkt, die auf der Vorderkante des Flügels fast in Höhe der Gelenkvorrichtung 18 ausgebildet ist, um das Blockieren des Flügels in der Neigung zu ermöglichen, die die Pfeilung F gewährleistet. Die Scheibe 20 ist frei um die Achse 16 drehend auf einen selbstschmierenden Ring 22 montiert, zum Beispiel vom Typ "Metapharm", der hohen Temperaturgradienten gegenüber fest ist. Der Ring 22 ist auf einer Hülse 23 befestigt, die selbst an der Rückseite des Hülsenbodens 4 befestigt ist. Wenn das Geschoss aus seinem Abschussrohr ausgestoßen wird, um seine Achse 16 dreht und die Flügel 7 aufklappen, werden die Hülse 23 und der Ring 22 ebenfalls in Drehung versetzt, während die Scheibe 20 und die vier Flügel 7 bezüglich der Achse 16 in Drehung fest sind.

In 6 ist ein Teil der Einheit 8A von Mikroflügeln vereinfacht dargestellt, die auf dem Hülsenboden des Geschosses 8 der 2 befestigt ist. Diese Einheit 8A weist einen Ring 24 auf, den man auf den hinteren Bereich des Gehäusebodens 4' aufschiebt. Die äußere Umfangsfläche des Rings 24 ist kegelförmig und öffnet sich zur Vorderseite des Geschosses. Der Öffnungswinkel A dieser kegeligen Fläche beträgt etwa 5,7°. Man befestigt auf dieser kegeligen Fläche viele, zum Beispiel 32, gleichmäßig verteilte radiale Mikroflügel, von denen ein einziger 25 in 6 dargestellt ist. Der Ring 24 und die Mikroflügel sind bezüglich des Geschosses fest. Die Mikroflügel haben eine Form, die für den Unterschall- und den Überschallflug geeignet ist. Gemäß einem Ausführungsbeispiel hat jeder Mikroflügel 25 in der Ebene eine Trapezform einer Länge L' von 11 mm und einer Höhe H von 9 mm, was einer Streckung von L'/H von etwa 1,2 entspricht.

Die Pfeilung F' (in gleicher Weise definiert wie die Pfeilung F der 5) beträgt etwa 15°. Die Gesamtspannweite E (gemessen von der Achse des Geschosses) der Mikroflügel beträgt etwa 120 mm.

Die Vorrichtung 14 von Mikroflügeln, die auf dem rückwärtigen Bereich des Hülsenbodens der Granate 10 montiert und bezüglich dieses Bodens fest ist, ist teilweise und vereinfacht dargestellt. Diese Vorrichtung 14 enthält viele, zum Beispiel 32, Mikroflügel, von denen ein einziger 26 dargestellt ist. Diese Mikroflügel sind gleichmäßig verteilt auf einem Ring 27 befestigt, dessen äußere Umfangsfläche kegelförmig ist, mit einem Öffnungswinkel A' von zum Beispiel etwa 7,5°. Wie die Mikroflügel 25 haben sie im Wesentlichen Trapezform, aber ihre große Abmessung ist längs ausgerichtet statt radial wie im Fall der 6. Gemäß einem Ausführungsbeispiel beträgt für eine Granate von 155 mm die Pfeilung F'' der Vorderkante jedes Mikroflügels etwa 45°, seine Höhe H'' (Höhe der der Vorderkante gegenüberliegenden Seite) beträgt etwa 14 mm, und seine Länge L'' (Länge der Seite 26A gegenüber der auf dem Ring 27 befestigten Seite) beträgt etwa 40 mm, was eine Streckung von H''/L'' = 0,35 ergibt. Die Spannweite E'' (gemessen zwischen Symmetrieachse der Granate und der Seite 26A) beträgt 155 mm.

Der Annäherungszünder 28, der zur Ausstattung der Geschosse der 1 und 3 gehören kann, ist in 8 sehr vereinfacht dargestellt. Er ist auf ein Wälzlager 29 montiert, das bezüglich der Symmetrieachse 30 des Geschosses zentriert ist, wobei dieses Wälzlager mittels einer Schraube 31 auf der Stirnfläche der Ogive 32 des Geschosses befestigt ist (wobei diese Ogive entweder die Ogive 2A des Geschosses der 1 oder die Ogive 11 der Granate der 3 ist). So hat der Zünder 28 einen Freiheitsgrad in Drehung um die Achse 30.

Der Zünder 28 umschließt unter anderen einen Rechner 33, der mit einem Laserdetektor 34 und Motoren verbunden ist, von denen nur einer mit dem Bezugszeichen 35 dargestellt ist. Die Anzahl dieser Motoren ist gleich der Anzahl von Entenflügeln, d.h. im vorliegenden Fall vier. Alle diese Motoren sind zum Beispiel vom piezoelektrischen Typ. Der Motor 35 steuert über einen Getriebezug 36 einen "Enten"-Flügel 37 und einen "Hilfsruder" genannten komplementären Flügel 38, der hinter dem Entenflügel angeordnet ist. Diese Flügel sind in Gier- und Nickdrehung beweglich, wobei der Flügel 38 optional ist.

Der Annäherungszünder 9, der in 9 sehr vereinfacht dargestellt ist, ist derjenige, der das Geschoss der 2 ausstattet. Er ist mit der Stirnfläche der Ogive 2A des Geschosses durch eine Kugelgelenkverbindung 39 verbunden, wobei dass Kugelgelenk auf die Symmetrieachse (und Drehachse) 40 des Geschosses zentriert ist. Da die Schürze 9A das Ende der Ogive bedeckt, ist der Winkelausschlag des Zünders in den durch die Symmetrieachse 40 verlaufenden Ebenen begrenzt. In einem Ausführungsbeispiel beträgt dieser Ausschlag ±20° bezüglich der zentralen Position des Zünders (diejenige, in der seine eigene Symmetrieachse mit der Achse 40 zusammenfällt). Dagegen ist der Zünder in Rolldrehung um die Achse 40 frei.

Der Zünder 9 weist unter anderen einen Rechner 41 auf, der einerseits mit einem Laserdetektor 42 und andererseits mit Motoren 43 verbunden ist, deren Anzahl gleich der Anzahl der den Zünder bestückenden Flügel ist, d.h. im vorliegenden Fall vier. Jeder der Motoren 43 steuert über einen Getriebezug 44 einen Entenflügel 45, wobei diese Flügel gleichmäßig auf dem Umfang des Zünders verteilt sind. Der Schwerpunkt des Zünders kann vorteilhafterweise mit dem Zentrum der Kugel des Kugelgelenks 39 zusammenfallen.

Der Zünder von kegeliger Form hat einen Scheitelwinkel von etwa 24°, was es ermöglicht, den Ausschlag von ±20° zu erhalten. Der Fokus jedes Entenflügels fällt vorteilhafterweise mit dem Schwerpunkt des Zünders zusammen.

Im Fall des Zünders der 8 haben die Flügel 37 in einem Ausführungsbeispiel eine Spannweite E1 von 10 mm, eine Sehne C1 von 4,5 mm und eine Pfeilung F1 von 30°, was es den Flügeln erlaubt, mit einem Gesamteinfallswinkel (d.h. Eigeneinfallswinkel des Geschosses plus Einschlagwinkel des Zünders bezüglich der Achse des Geschosses) von etwa 30°. Die piezoelektrischen Motoren können sehr klein sein (zum Beispiel etwa 1 cm Durchmesser haben). Ihre Getriebezüge 36 ermöglichen es, die Präzision des Einschlagens des Zünders und das von den Motoren gelieferte Moment zu erhöhen. Die optionalen Hilfsruder 38 sind in Gegenrichtung zu derjenigen der entsprechenden Flügel 37 eingeschlagen, um das Scharniermoment aufgrund der Flügel zu reduzieren. Die Hilfsruder 38 haben eine Spannweite (gemessen wie E1) von etwa 5 bis 8 mm und eine Sehne (gemessen wie C1) von etwa 1 bis 1,5 mm. Ihr Abstand zum entsprechenden Flügel (Abstand zwischen ihrer Vorderkante und der Hinterkante des Flügels) beträgt etwa 0,5 bis 1 mm.

Außerdem kann man vorteilhafterweise dem Lager 29 (8) einen Wechselstromgenerator zuordnen, dessen feste und bewegliche Teile fest mit den festen und beweglichen Bereichen des Lagers verbunden sind. Dieser Wechselstromgenerator bildet dann eine Energiequelle für die elektrischen und elektronischen Schaltungen des Zünders.

Das Betriebsprinzip des Geschosses 1 der 1 zerfällt in drei Phasen. Die erste Phase entspricht dem Abschuss und dem Beginn der Bahn. In diesem Teil sind die Flügel 7 zusammengeklappt und werden von der Schutzhaube 17 in Stellung gehalten. Das Geschoss beschleunigt sich im Rohr und versetzt sich mit den Riefen des Rohrs in Drehung. In der ersten Flugphase sind das Geschoss und der Ladungsträger 5 nicht getrennt. Die Flugstabilität wird durch die Kreiselwirkung gewährleistet. Am Ende der ersten Phase trennt sich der Ladungsträger vom Geschoss und nimmt die Verschlusshaube mit sich. Die Flügel werden durch Reibung in Drehung versetzt. Sie klappen durch Zentrifugalwirkung auf und blockieren sich in ihrer Position aufgrund des Kugel-Feder-Systems 21 (zum Beispiel). Während der zweiten Flugphase hat das Geschoss eine Bahn von der Art mit Gleitflug mit der der Konfiguration mit ausgeklappten Flügeln entsprechenden Gleitzahl. Das Leitwerk mit Flügeln 7 wird durch die aerodynamischen Kräfte bis zum Stillstand gebremst. Während der dritten Phase, die der Endphase entspricht, identifiziert der Laserdetektor 34 die genaue Position des Ziels. Die Steuerung des Geschosses beginnt und setzt sich fort bis zum Auftreffen auf das Ziel. Es ist ggf. möglich, die beweglichen Ziele zu verarbeiten, indem das zukünftige Ziel beim Abschuss angezeigt wird. Der Detektor benötigt selbstverständlich ein dem Fachmann bekanntes Laser-Zielbezeichnungssystem.

Die Präzisions- und Treffgenauigkeitsfehler und die Veränderungen der ursprünglichen Bedingungen und der meteorologischen Bedingungen für ein "Spin"-Geschoss von 120 mm (um sich selbst drehend) liegen in einer typischen Abweichung gleich einem Radius von 50 m. Man nimmt an, dass 99% der Schüsse sich in einem Kreis mit einem Radius von zwei typischen Abweichungen befinden, d.h. 100 m für eine Reichweite in der Größenordnung von 8 km und eine Flugzeit von 40 Sekunden. Der zulässige Lastfaktor für das Geschoss ermöglicht es, die Bahn um 100 m für eine Entfernung von 530 Meter zu korrigieren. Die Erfassungskapazität liegt in der Größenordnung von 5 km bei klarer Sicht und von nur 2 km bei starkem Regen. Folglich hat man genug Zeit, diese Bahnkorrektur durchzuführen.

Das Betriebsprinzip des Geschosses der 2 zerfällt in zwei Phasen: eine ballistische Phase, die dem Beginn der Bahn entspricht und derjenigen des Standardgeschosses gleich bleibt, da der Luftwiderstand mit Einfallswinkel Null gleich ist, und eine gesteuerte Endphase. Die Leistungen dieser Art Geschoss ermöglichen es, die Streuung eines Mörsergeschosses über eine Flugstrecke von 1200 m zu korrigieren. Diese Leistungen sind geringer als die des Geschosses der 1, aber ausreichend. Der Vorteil dieses Geschosses liegt darin, dass es keine Veränderungen des Ladungsträgerendes erfordert und folglich sehr viel billiger ist.

Das Betriebsprinzip des Geschosses der 3, zerfällt in zwei Phasen: eine ballistische Phase entsprechende dem Beginn der Bahn, die gleich derjenigen des Standardgeschosses bleibt, und eine gesteuerte Phase. Die Leistungen dieser Art Geschoss ermöglichen es, die Streuung einer Artilleriegranate über eine Entfernung von 2000 m zu korrigieren. Da die Gleitzahl des Geschosses größer ist als bei einem Standardgeschoss, kann außerdem seine Reichweite durch einen Gleitflug erhöht werden. Der Vorteil dieses Typs liegt darin, dass er keine Veränderung der Artilleriegranate erfordert und gleichzeitig eine gute Korrekturfähigkeit gewährleistet.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Korrektur der Bahn eines durch Kreiselwirkung mittels Drehung um mindestens etwa 200 Umdrehungen pro Sekunde um seine Längsachse im Flug stabilisierten, gesteuerten Geschosses, mit einem Leitwerk (7, 8A, 14), das im hinteren Bereich des Geschosses angeordnet ist, und mit einer Entenleitwerk-Steuervorrichtung (37, 45), die auf dem Annäherungszünder (3, 9, 12) dieses Geschosses angeordnet ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Geschoss ein Mörsergeschoss ist, und dass das Leitwerk angelenkte Flügel (7) aufweist, die bis zum Beginn seiner Bahn zusammengeklappt und dann während des Rests seiner Bahn ausgeklappt sind.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Flügel mit Hilfe einer Haube (17) im zusammengeklappten Zustand gehalten werden.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Flügel von einer Vorrichtung mit Blockierkugel und Feder (21) im ausgeklappten Zustand gehalten werden.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorderkante der Flügel eine Pfeilung (F) von etwa 15° aufweist.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Geschoss ein Mörsergeschoss ist, und dass das Leitwerk Mikroflügel (25) aufweist, die an einem Ring (24) befestigt sind, der am Hülsenboden (4') des Geschosses befestigt ist.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Ring eine kegelförmige Umfangsfläche hat, die sich nach vorne öffnet.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorderkante der Mikroflügel eine Pfeilung (F') von etwa 15° aufweist.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Geschoss eine Artillerie-Granate (10) ist, und dass das Leitwerk Mikroflügel (26') aufweist, die an einem Ring (27) befestigt sind, der auf den Hülsenboden des Geschosses aufgeschoben ist.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorderkante der Mikroflügel eine Pfeilung (F") von etwa 45° aufweist.
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5 oder 9 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Annäherungs-Zünder (28) über ein Wälzlager (29) an der Stirnseite der Ogive des Geschosses befestigt ist.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Entenleitwerk-Vorrichtung gleichmäßig auf dem Umfang des Zünders verteilte Flügel (37) aufweist, und dass diese Flügel je von einem im Zünder angeordneten Motor (35) in Gier- und Nickdrehung angetrieben werden.
  13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Entenleitwerk-Vorrichtung durch "Hilfsruder"-Flügel (38) vervollständigt wird, die hinter den Flügeln (37) angeordnet sind und in Gegenrichtung zu diesen letzteren in Drehung angetrieben werden.
  14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Motor ein piezoelektrischer Motor ist, und dass er die Flügel mit Hilfe eines Getriebezugs (36) antreibt.
  15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Annäherungszünder (9) auf ein Kugelgelenk (39) montiert ist, das an der Stirnfläche der Ogive des Geschosses befestigt ist.
  16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Zünder in seinem hinteren Bereich eine Schürze (9A) aufweist, die das vordere Ende der Ogive bedeckt.
  17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Entenleitwerk-Vorrichtung gleichmäßig auf dem Umfang des Zünders verteilte Flügel (45) aufweist, und dass diese Flügel je von einem im Zünder angeordneten Motor in Gier- und Nickdrehung angetrieben werden.
  18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Motor ein piezoelektrischer Motor ist, und dass er den Flügel mit Hilfe eines Getriebezugs (44) antreibt.
  19. Geschoss, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Vorrichtung zur Bahnkorrektur nach einem der Ansprüche 1 bis 18 aufweist.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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