Die Erfindung betrifft einen feuerfesten Verbundfaden und ein Textil
mit wenigstens einer mit einem derartigen Faden gebildete gewebte oder gewirkte
Textilschicht.
Das Textil ist typischerweise zur Realisierung von Schutzkleidung
bestimmt, insbesondere von Kleidung für Militärs, für Feuerwehrleute oder für den
Gebrauch in der Industrie. Auf besondere Weise wird die Nutzung des Textils angepasst,
wenn die Kleidung dem Nutzer einen gewissen thermischen Schutz bieten soll.
Bei derartigen Anwendungen ist die Nutzung von Fäden mit thermostabilen
Fasern bekannt, die der Kleidung gute feuerfeste und mechanische Festigkeitseigenschaften
verleihen, insbesondere in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit gegen Abrasion, der
Haltbarkeit und der Festigkeit bei der Nutzung oder den verschiedenen Waschvorgängen,
denen die Kleidung unterzogen werden soll.
Ein Problem, das mit thermostabilen Fasern auftritt, ist jedoch die
Unmöglichkeit, sie auf einfache Weise einzufärben oder zu bedrucken, insbesondere
mit einer Standardtechnik vom Typ fixiert gewaschen.
Daher werden die Fäden in den betrachteten Anwendungen zuvor durch
eine Technik vom Pigmenttyp gefärbt, in der die Farbstoffe auf den Fäden aufgestrichen
werden.
Diese Technik erlaubt jedoch nicht den Erhalt einer ausreichend widerstandsfähigen
Einfärbung, insbesondere gegenüber der Abrasion, da das Aufstreichen nur schwach
mit den Fäden verbunden ist.
Die Patentschrift EP-A-O 237 451 schlägt die Nutzung von Fäden mit
einer Mischung aus thermostabilen Fasern niedrigen Moduls und hohen Moduls vor,
aber darüber hinaus stellt sich ein anderes Problem, nämlich das der hohen Kosten
der thermostabilen Fasern.
Daher wurde die Nutzung von Fäden mit einer Mischung aus thermostabilen
Fasern und flammwidrig imprägnierten Fasern zu niedrigeren Kosten vorgeschlagen.
Um jedoch einen Verbundfaden zu erhalten, der den spezifischen Auflagen
der betrachteten Nutzungen gerecht wird, insbesondere mit Bezug auf die mechanische
Widerstandsfähigkeit und der flammwidrigen Eigenschaften, schlägt der Stand der
Technik den Einsatz von flammwidrig imprägnierten Fasern vor, die zu mehr als 50
Gew.-% mit thermostabilen Fasern verbunden werden müssen.
Bei einem derartigen Prozentsatz jedoch bleiben die erwähnten Einfärbeauflagen
derart, dass die Integration eines spezifischen Farbstoffs, der angeordnet ist,
um sich in den später auf dem Gewebe angewendeten Farben zu verschmelzen, in die
thermostabilen Fasern vorgeschlagen wurde.
Diese Lösung ist nur. teilweise zufrieden stellend, insbesondere aufgrund
des hohen Prozentsatzes von thermostabilen Fasern, und stellt insbesondere für eine
militärische Anwendung, in der die Menge zu Beginn oder nach der Pflege der aufgedruckten
oder eingefärbten Farben einen direkten Einfluss auf die Qualität der von der Kleidung
verliehenen Tarnung hat, eine Einschränkung dar.
Die Erfindung zielt daher auf die Behebung dieses Nachteils ab, indem
sie insbesondere einen Verbundfaden mit einem geringeren Prozentsatz an thermostabilen
Fasern vorschlägt, und zwar ohne Beeinträchtigung der mechanischen Eigenschaften
noch der feuerfesten Eigenschaften des genannten Fadens.
Während also der Faden in einer einzigen Phase bedruckt oder eingefärbt
wird, das heißt unter Einsatz eines einzigen Einfärbeverfahrens und damit unter
Einsatz zum Beispiel der in der Masse eingefärbten thermostabilen Fasern, weist
das Gewebe einen reduzierten Dichroismus proportional zur Minderung der Menge an
thermostabilen Fasern auf.
Darüber hinaus weist der vorgeschlagene Faden immer noch aufgrund
der Herabsetzung des Prozentsatzes der thermostabilen Fasern im Verhältnis zu den
Produktionskosten des Standes der Technik niedrigere Produktionskosten auf.
Zu diesem Zweck schlägt die Erfindung gemäß einem ersten Aspekt einen
feuerfesten Verbundfaden vor, umfassend:
- – zwischen 70 Gew.-% und 90 Gew.-% flammwidrig imprägnierter Fasern, wobei
die genannten Fasern ein polymerisches Material auf Polyvinylakohol-Basis umfassen;
- – zwischen 10 Gew.-% und 30 Gew.-% wenigstens eines Typs thermostabiler
Fasern, die aus einem unentflammbaren Material gebildet werden.
Gemäß einem zweiten Aspekt schlägt die Erfindung ein zur Realisierung
von Schutzkleidung bestimmtes Textil vor, wobei das genannte Textil wenigstens eine
gewebte oder gewirkte, mit derartigen Fäden gebildete Textilschicht umfasst.
Weitere Gegenstände und Vorteile der Erfindung werden im Verlauf der
nachfolgenden Beschreibung deutlich.
Die Erfindung betrifft einen feuerfesten Verbundfaden
aus der Verbindung von spezifischen Fasern, wobei der genannte Faden insbesondere
für die Realisierung eines Textils für Schutzkleidung einsetzbar ist, zum Beispiel
für Militärs, für Feuerwehrleute oder für den Gebrauch in der Industrie. Bei derartigen
Anwendungen werden nämlich die Auflagen insbesondere in Bezug auf die feuerfesten
Eigenschaften und den mechanischen Widerstand immer strenger, so dass eine starke
Nachfrage zur Weiterentwicklung der bekannten Fäden besteht, und das zu beherrschten
Kosten.
Der Faden umfasst Fasern, die ein polymerisches Material auf Polyvinyl-Basis
umfassen.
Diese Art Material ist jedoch an sich nicht unentflammbar. Daher müssen
die verwendeten Fasern flammwidrig imprägniert werden, um einen feuerfesten Faden
zu erhalten.
Zu diesem Zweck können die flammwidriq imprägnierten Fasern ein flammwidriges
polymerisches Material umfassen. In einem besonderen Beispiel kann das flammwidrige
Material ein Vinyl-Polyhalogenid sein, insbesondere ein Polyvinylchlorid, das bei
seiner Verbrennung eine ausreichende Menge an Chlor abgibt, um die Faser unentflammbar
zu machen.
Die so erhaltenen flammwidrig imprägnierten Fasern weisen daher, wenn
sie einer Flamme oder einer Quelle erheblicher Hitze ausgesetzt werden, die doppelte
Eigenschaft auf, die Flamme nicht zu verbreiten und die Erhöhung der Temperatur
des Fadens dank der teilweisen Verschmelzung der Fasern zu verzögern.
Das Problem, das sich bei derartigen flammwidrig imprägnierten Fasern
stellt, ist das ihrer thermischen Stabilität. Die Absorption thermischer Energie
wird nämlich dank der teilweisen Fusion der Fasern erhalten, was eine Verformung
derselben nach sich zieht.
Um diesen Nachteil zu beheben, werden die flammwidrig imprägnierten
Fasern wenigstens einem Typ thermostabiler Fasern zugeordnet, die aus einem unentflammbaren
Material gebildet werden. Unter thermostabil sind Fasern zu verstehen, die ihre
physikalischen Eigenschaften unter Temperaturen beibehalten, unter denen andere
Fasern sie verloren haben.
Thermostabile Fasern haben insbesondere die Funktion, neben den thermischen
Eigenschaften die mechanischen Leistungen des Fadens zu verstärken. Insbesondere
erlaubt der Einsatz dieser Fasern den Erhalt einer Widerstandsfähigkeit gegen Abrasion,
einer Haltbarkeit und einer Stabilität, insbesondere bei der Nutzung oder den verschiedenen
Waschvorgängen, die mit der Realisierung von Schutzkleidung vereinbar sind. Darüber
hinaus erlauben die thermostabilen Fasern die Begrenzung der Bildung von Löchern
im Gewebe, wenn dieses einer Flamme ausgesetzt ist, und damit die Verbesserung des
durch die Kleidung verliehenen Feuerschutzes. Schließlich haben die thermostabilen
Fasern auch eine vorteilhafte Wirkung auf die Begrenzung des Wärmeschwundes des
Fadens.
Die Antragstellerin hat Versuche durchgeführt und festgestellt, dass
der Beitrag der thermostabilen Fäden in Verbindung mit den eingesetzten besonderen
flammwidrig imprägnierten Fasern interessant war, sobald sie in einer Menge von
gleich 10% im Verhältnis zum Gesamtgewicht des Fadens vorhanden waren. Dieser geringe
Prozentsatz ist einerseits insbesondere aufgrund der hohen Kosten dieser thermostabilen
Fasern und andererseits aufgrund der Unmöglichkeit interessant, sie mit einfachen
Techniken, insbesondere den herkömmlicherweise für flammwidrig imprägnierte Fasern
eingesetzten Techniken, zu bedrucken oder einzufärben. Diese Auflage ist insbesondere
im militärischen Bereich wichtig, da die Qualität der bedruckten oder eingefärbten
Farben einen direkten Einfluss auf die Qualität der durch die Kleidung verliehenen
Tarnung hat. Und der im erfindungsgemäßen Faden notwendige geringe Mindestprozentsatz
an thermostabilen Fasern erlaubt darüber hinaus den Einsatz von thermostabilen Fasern,
in denen eine spezifische Farbe integriert ist, die angeordnet ist, um sich mit
den später auf das Gewebe angewendeten Farben zu verschmelzen, und zwar ohne Beeinträchtigung
insbesondere der Qualität der erreichten Tarnung.
In dem Fall, in dem man einen Verbundfaden mit hoher mechanischer
Festigkeit wünscht, ist ebenfalls die Integration von bis zu 30% thermostabiler
Fasern im Verhältnis zum Gesamtgewicht des Fadens möglich.
Die thermostabilen Fasern können auf der Basis eines polymerischen,
aus der Gruppe der Para-Aramide, Meta-Aramide, Polybenzimidazol-Imide, Polybenzoxazole,
Polyacrylate, Polyphenole, Polyamid-Imide, Poly-P-Phenylendiamin-Telephtamide (PPTA
oder MS) ausgewählten Materials realisiert werden.
Gemäß einer Realisierung werden die den Faden bildenden Fasern eng
durch eine klassische Spinntechnik vermischt. In dieser Realisierung kann der Faden
zwischen 10% und 20% an thermostabilen Fasern umfassen, um das Verhältnis zwischen
den von diesen Fasern verliehenen technischen Vorteilen gegenüber ihren Kosten und
ihren Einfärbeauflagen zu optimieren.
In einem besonderen Beispiel eines Fadens gemäß dieser
erfindungsgemäßen Realisierung kann ein aus 85 Gew.-% aus handelsüblichen PVA FR-Fasern
(das heißt aus auf Basis von Polyvinylalkohol und einem Eintrag aus Polyvinylchlorid
gebildete Fasern) und 15 Gew.-% aus Meta-Aramiden gebildeter Faden genannt werden,
der feuerfeste Eigenschaften (in Bezug auf LOI [Limit Oxygen Index), das heißt die
für eine Aufrechterhaltung des In-Brand-Setzens des Fadens beim Kontakt mit einer
Flamme notwendige Mindestkonzentration an Sauerstoff), mit einer mechanischen Festigkeit
und Einfärbekapazität aufweist, die im Rahmen der betrachteten Anwendungen ganz
besondere interessant sind. Insbesondere weist der Faden ein gemäß der Norm 4589-2
definiertes LOI auf, das größer ist als 25%.
Gemäß einer Realisierung umfasst der Faden insbesondere in dem Fall,
in dem man einen Faden mit verstärkter Haltbarkeit wünscht, zwei Arten von thermostabilen
Fasern, eine mit einer standardmäßigen Haltbarkeit – zum Beispiel aus Meta-Aramid
– und die andere mit einer hohen Haltbarkeit – zum Beispiel aus Para-Aramid.
Unter dem Begriff „hohe Haltbarkeit" ist typischerweise eine Haltbarkeit
von mehr als 10 cN/dtex zu verstehen, insbesondere von mehr als 15 cN/dtex.
In dieser Realisierung kann der Faden durch enge Vermischungen von
Fasern wie zuvor ausgeführt gebildet werden. Beispielhaft kann ein aus 85 Gew.-%
handelsüblicher PVA FR-Fasern, 10 Gew.-% Fasern aus Meta-Aramid und 5 Gew.-% Fasern
aus Para-Aramid gebildeter Faden genannt werden.
Als Variante kann der Faden durch eine Technik vom Typ Core-Spun realisiert
werden. Der Faden umfasst dann einen mit den thermostabilen Fasern mit hoher Haltbarkeit
gebildeten Seelenfaden und eine um den genannten Seelenfaden zugeordnete, aus anderen
Fasern gebildete Ummantelung. Die Menge an thermostabilen Fasern kann dann typischerweise
zwischen 20 Gew.-% und 30 Gew.-% des genannten Fadens festgelegt werden.
Es ist in dieser Realisierung anzumerken, dass die Einfärbeauflagen
der thermostabilen Fasern mit hoher Haltbarkeit aufgrund der Tatsache, dass sie
im Seelenfaden angeordnet sind, nicht zum Tragen kommen.
Die Erfindung schlägt daher eine besondere Verbindung von Fasern vor,
die es auf optimale Weise erlaubt, insbesondere den oben erwähnten Einfärbeauflagen
gerecht zu werden, und zwar ohne Beeinträchtigung sowohl der feuerfesten als auch
der mechanischen Leistungen des Fadens. Darüber hinaus erlaubt der erfindungsgemäße
Faden den Erhalt eines ausreichend elastischen Textils, um eine vorteilhafte Oberflächenbeschaffenheit
zu erreichen, und zwar zu mit einer industriellen Produktion vereinbaren Kosten.
Daher sind die erfindungsgemäßen Fäden insbesondere zur Realisierung
einer gewebten oder gewirkten Textilschicht bestimmt, die in einem Textil für Schutzkleidung
eingesetzt wird.
Wie zuvor erläutert, kann die Textilschicht vorteilhaft mit einem
Minimum an Dichroismus eingefärbt oder bedruckt werden, insbesondere in einer einzigen
Phase, das heißt unter Einsatz eines einzigen Einfärbeverfahrens, zum Beispiel von
der Art fixiert gewaschen.
Darüber hinaus kann das der Textilschicht zugeordnete Textil eine
unduchlässige und atmende Schicht umfassen, das heißt undurchlässig gegen flüssiges
Wasser und gegen Wind, aber durchlässig für Wasserdampf, und unentflammbar, so dass
diese Eigenschaft der hergestellten Schutzkleidung verliehen wird.
Die undurchlässige und atmende Schicht kann in Form einer Membran
oder einer porösen und / oder hydrophilen Mikrobeschichtung realisiert werden, zum
Beispiel aus Polyurethan oder aus Polytetrafluoroethylen (PTFE) und der Textilschicht
durch serigraphisches Auftragen eines Netzes mit Haftpunkten zugeordnet werden.