PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004059780A1 29.06.2006
Titel Verfahren zur Herstellung eines auf Nadelwebmaschinen gewebten Bandes mit webtechnisch gleichen Kanten
Anmelder Kikuchi Kogyo Co., Ltd., Shizuoka, JP
Vertreter Vossius & Partner, 81675 München
DE-Anmeldedatum 07.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004059780
Offenlegungstag 29.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2006
IPC-Hauptklasse D03D 1/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D03D 47/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   D03D 47/42(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Mit der vorliegenden Erfindung kann auf Nadelwebmaschinen ein Bandgewebe, insbesondere ein Autosicherheitsgurtband, hergestellt werden, das webtechnisch gleiche Kanten hat. Die rechte und linke Kante haben jeweils abwechselnd einen Schußeintritt und einen verhäkelten Schußaustritt. Entgegen bekannten Webverfahren wird die Fixierung der eingetragenen Schußschlaufen nicht mit sich selbst, noch durch sogenannte Hilfs- oder Fangfäden vorgenommen. Das vorliegende Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß die Fixierung der Schußschlaufen an der Schußaustrittsseite durch den vorangegangenen von der Gegenseite eingetragenen Schußfaden erfolgt.
Ebenfalls kann ein Autosicherheitsgurtband mit monofilen Schußfäden und weicher Kante hergestellt werden. Hierzu wird eine Spezialschußnadel eingesetzt, in die zwei Schußfäden (Multifil und Monofil) eingezogen werden. Durch die besondere Konstruktion der Schußnadel (Schlitz) ist gewährleistet, daß nur der multifile Faden verhäkelt wird und die daraus entstehende Maschenreihe 6zdx die harten, monofilen Schußumkehrstellen an der Kante abdeckt.

Beschreibung[de]

Bei Bändern, die im technischem Bereich eingesetzt werden, insbesondere bei Autosicherheitsgurten, ist es wichtig, daß im Gebrauch die Bänder formstabil bleiben.

Autosicherheitsgurte, die im Fahrzeug durch den Benutzer, ständig über den Umlenkbeschlag und die Steckzunge gerieben werden, neigen dazu, besonders wenn sie auf modernen Nadelwebmaschinen hergestellt und somit ungleiche Kanten haben (Einschußseite = Webkante, Ausschußseite = Häkelkante) sich zu verformen. Wellig oder säbelartig verformte Gurtbänder lassen sich, mit dem im Fahrzeug üblicherweise eingebauten automatischen Aufrollern, nicht mehr sauber aufwickeln und es besteht im Crashfall die Gefahr, daß der angegurtete Fahrzeuginsasse, durch die dadurch entstehende „Gurtlose", zu weit vorverlagert wird und dadurch ein erhöhtes Verletzungsrisiko eingeht.

Bei der Herstellung von Autosicherheitsgurten muß darum sorgfältig auf gute Abriebeigenschaften geachtet werden. Schon beim Webprozeß muß auf gleichmäßige Fadenspannung über die gesamte Bandbreite von Kante zu Kante geachtet werden. Vor allem müssen beide Kantenbereiche gleiche Eigenschaften haben. Dies läßt sich, bei auf modernen Nadelwebmaschinen gewebten Bändern, auf Grund der unterschiedlichen, webtechnisch bedingten Kantenkonstruktionen (Einschußseite = Webkante, Ausschußseite = Häkelkante) sehr schwer realisieren. Die so hergestellten Bäder verformen sich häufig und werden wellig oder säbelformig.

Webtechnisch gleiche Kanten werden nur mit Schützen- (Schiffchen) Webmaschinen erreicht. Auf Nadelwebmaschinen muß mit zwei alternierend, gegenläufigen Schußnadeln gearbeitet werden, wie z.B. in der Patentschrift DE 102 28 066 B4, um webtechnisch gleiche Kanten zu erzeugen. Bei diesem Verfahren werden die Schußschlaufen mit sogenannten Hilfs- oder Fangfäden verhäkelt. Diese Verhäkelung läßt sich bei Beschädigung des Hilfsfadens, im fertigen Gewebe, aufziehen (Laufmascheneffekt), wenn sie nicht durch einen zusätzlichen Sperrfaden gesichert wird. Somit ist dieses Webverfahren, durch schwer einstellbare Hilfs- und Sperrfadeneinleger aufwendig und schwer einstellbar. Außerdem müssen beide Fäden durch einen positiven Fadentransport der Webstelle zugeführt werden.

Mit der vorliegenden Erfindung wird ebenfalls mit zwei gegenläufigen, abwechselnd von rechts und links eintretenden Schußnadeln gearbeitet jedoch werden die Schußschlaufen weder mit Hilfsfäden noch mit sich selbst verhäkelt. Erfindungsgemäß werden die Schußschlaufen mit dem schon fest verwebten Schußfaden, der zu diesem Zeitpunkt gegenüber der Einschußseite ruht, vermascht. Die Vorteile sind:

Eine nicht aufziehbare Schußschlaufenfixierung und eine einfachere (billigere) und leichter einstellbare Maschinenkonstruktion. Der Verzicht auf die hochwertigen und teueren Hilfs- und Sperrfäden verbilligen das Produkt und vereinfachen die Bedienbarkeit der Webmaschine.

Arbeitsweise (hierzu siehe 1):

Nachdem das Webblatt (3) zurückgefahren ist und aus den Kettfäden (2) das Fach gebildet wurde, wird der 1.Schußaden (4) von der linken Schußnadel (5) von links nach rechts eingetragen. An der rechten Bandkante wird durch die so eingetragene Schußschlaufe eine horizontal arbeitende Wirknadel (6') geführt, die den, durch den rechten Fadengreifer (7') heruntergedrückten Schußfaden, der gegenüberliegenden, ruhenden, rechten Schußnadel (5') erfaßt und in Richtung Fertiggewebe (1) zieht. Wenn der rechte Schußfaden sicher im Haken der Wirknadel liegt, geht der rechte Fadengreifer nach oben und gibt den rechten Schußfaden, und somit eine kleine Fadenreserve die zur Maschenbildung reicht, frei. Bei der Rückwärtsbewegung der linken Schußnadel nach links, bewegt sich der linke Fadengreifer (7) vertikal von oben nach unten und hält den zurücklaufenden Schußfaden in einer Position, die gewährleistet, daß er beim nächsten Schuß von der linken Wirknadel (6) erfaßt werden kann. Bei der Abwärtsbewegung des Fadengreifers wird der von ihm gegriffene Schußfaden etwas nach unten gedrückt, so daß sichergestellt ist, daß der nächste von rechts kommende Schuß über den bereits eingetragenem Schuß liegt.

Nach Blattanschlag und Fachwechsel wird nun der zweite Schuß, von der rechten Schußnadel (5) nach links gehend eingetragen und wird mit dem Schußfaden Nr. 1, der vom rechten Fadengreifer vorgelegt wurde vermascht. Dritter Schuß wie Schuß 1, vierter Schuß wie Schuß 2 usw.

Soll ein Gewebe, wie häufig beim Autosicherheitsgurt, aus Gründen höherer Quersteifigkeit, mit einem monofilem Schußfaden hergestellt werden, können bei oben beschriebener Webeinrichtung die beiden Schußnadeln gegen Spezial-Schußnadeln, wie im folgendem beschrieben, ausgetauscht werden.

Hierzu siehe 2.

Diese Schußnadeln (8 + 8') haben neben der bekannten Fadenöse (9 + 9'), in der der monofile Schußfaden (12 + 12') eingezogen ist, zusätzlich ein Langloch, bzw. einen Schlitz (10 + 10') durch den ein multifiler Schußfaden (4 + 4') gezogen wird. Dieser Schlitz ist so lang, daß beim Zurücklaufen der Schußnadel und Hinabstechen des Fadenfängers (7'), der multifile Faden bis an das vordere Ende des Schlitzes rutschen kann und daher sicher von der Wirknadel (6') erfaßt wird. Der Monofil in der Fadenöse wird hingegen so weit von der Häkelposition weggezogen, daß er nicht von der Wirknadel erfaßt, sondern nur von ihr unterstochen wird. Somit entsteht ein Gewebe, bei dem nur der weiche Multifilfaden verhäkelt wird und mit der so entstandenen Maschenreihe die harten Monofilumkehrstellen abdeckt..

Beschreibung der Zeichnungen:

1 zeigt, schematisch dargestellt, die Webeinrichtung mit zwei gegenläufig, abwechselnd arbeitenden Schußnadeln (5 + 5'), den, nur an der Kante angedeuteten, Kettfäden (2 + 2'), dem Webblatt oder Riet (3), sowie den Schußfäden (4 + 4'). Ebenfalls sind die rechte und linke Wirknadel (6 + 6') dargestellt. Die Fadengreifer (7 + 7') sind, der Übersichtlichkeit wegen, nur als Punkte dargestellt und in 3 gesondert gezeichnet. Das Fertiggewebe ist mit (1) bezeichnet.

2 zeigt das Schema der Spezial-Schußnadeln als Ausschnitt der rechten Seite einer Webstelle. Dargestellt sind die beiden Schußnadeln (8 + 8'), mit den Fadenösen (9 + 9') für den monofilen Faden (12 + 12') und den Schlitzen (10 + 10') für den multifilen Schußfaden (4 + 4'). Die Kettfäden der rechten Kante (2) und die rechte Wirknadel (6') Der Fadengreifer (7') ist nur als Punkt dargestellt das Fertiggewebe (1) ist ebenfalls nur andeutungsweise dargestellt.

3 zeigt, schematisch dargestellt, ein Ausführungsbeispiel des Fadengreifers (7) mit Spitze (11) und Gabel (13), die zum Schaft führende Briede (14) sowie die Spitze der Schußnadel (5) mit dem eingezogenem Schußfaden (4)

Der Fadengreifer in dieser öder ähnlicher Art, kann, wie in der Zeichnung, von einem Schaft der durch eine spezielle Kurvenscheibe gesteuert wird, oder von einem separatem Hebel, der ebenfalls durch eine Kurvenscheibe gesteuert wird, angetrieben werden.

4 zeigt das Schema der Schußverhäkelung an den Kanten, bei einfachen Gewebe. Der von links eingetragene Schuß (4), wird mit dem rechten, ruhendem Schußfaden (4') verhäkelt.

5 zeigt das Schema der Schußverhäkelung an den Kanten, bei einem Gewebe mit monofilem und multifilem Schußfaden in einer Schußnadel. Verhäkelt wird nur der multifile Faden (4), während der Monofile Faden (12) nur eingebunden wird.

1fertiges Gewebe 2Kettfäden 3Riet 4Schußfaden Eintritt von links 4'Schußfaden Eintritt von rechts 5Schußnadel links 5'Schußnadel rechts 6Fadengreifer links 7'Fadengreifer rechts 8Spezial-Schußnadel rechts 8'Spezial-Schußnadel links 9 + 9'Fadenöse 10 + 10Fadenführungsschlitz 11Spitze des Fadengreifers 12Monofil – Faden Eintritt von links 12Monofil – Faden Eintritt von rechts 13Gabel des Fadengreifers 14Halter (Briede) für den Fadengreifer

Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung eines Bandgewebes, insbesondere eines Autosicherheitsgurtes, dadurch gekennzeichnet, daß die abwechselnd von rechts und links eingetragenen Schußfäden mit dem jeweils vorangegangenem, bereits eingetragenem Schuß verhäkelt werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der jeweils vorangegangene Schußfaden, der als Häkelfaden gebraucht wird, von einem Fadengreifer so vorgelegt wird, daß er von der Wirknadel, welche durch die gerade einzutragende Schußschlaufe geht, erfaßt wird, und nachdem er sicher im Haken der Wirknadel liegt, wieder frei gegeben wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gewebe mit zwei Schußfäden je Schußnadel hergestellt werden kann, wovon nur ein Schußfaden verhäkelt wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schußnadel mit einer normalen Fadenöse (Loch) und einer Fadenöse die als Schlitz (Langloch) ausgebildet ist, zum Einsatz kommt.
  5. Verfahren nach Anspruch 1, 2, 3, und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der in der normalen Fadenöse (Loch) eingezogene Schußfaden, ein monofiler Faden ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com