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Dokumentenidentifikation DE102004061132A1 29.06.2006
Titel Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Hefftler, Victor, Dr.-Ing., 01640 Coswig, DE;
Zimmermann, Hans, 01855 Sebnitz, DE;
Großmann, Karsten, 01689 Weinböhla, DE;
Reissenweber, Uwe, 06729 Rehmsdorf, DE
DE-Anmeldedatum 20.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004061132
Offenlegungstag 29.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2006
IPC-Hauptklasse B65H 29/04(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 21/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine, in dem mit umlaufenden Greiferwagen (6) bedruckte Bogen an hin- und herschwingende Klemmgreifer umfassende Nachgreifer übergebbar sind, die die Bogen auf einem Auslegerstapel (4) ablegen, wobei die Öffnung der Klemmgreifer bei der Bogenablage mit einer im Bereich des Schwingweges der Nachgreifer angeordneten Steuerkurve (10) steuerbar ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine zu schaffen, die die Genauigkeit der Bogenablage verbessert und die Einstellung des Greiferöffnungspunktes erleichtert.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass ein Greiferöffnungsgetriebe vorgesehen ist, mit dem die Steuerkurve (10) zur Steuerung des Öffnungspunktes der Klemmgreifer zwischen zwei Endlagen hin- und herschwingend antreibbar ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine, gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.

Nachgreifer dienen dem Zweck, die von den umlaufenden Fördersystemen des Auslegers über den Auslegerstapel geförderten Bogen gegen hintere Bogenanschläge zu führen. Der jeweils von den Nachgreifern erfasste Bogen soll dabei einerseits möglichst schnell aus dem Bereich des nachfolgenden Bogens entfernt und andererseits mit einer möglichst geringen Restgeschwindigkeit an die hinteren Bogenanschläge herangeführt werden, um Beschädigungen der Bogenvorderkante oder ein Zurückfedern des Bogens infolge des Anpralls zu vermeiden. Aus dem Strom der abzulegenden Bogen zur Bewertung der Druckqualität zu entnehmende Probebogen, müssen zudem über die Vorderkante des Auslegerstapels hinaus abgelegt werden können.

Aus der DE 32 30 436 A1 ist eine Einrichtung zur Bogenablage und Probebogenentnahme bekannt, die einen Nachgreifer mit einer als Sauger ausgebildeten Greifereinrichtung umfasst, der von einer Nachgreiferantriebseinrichtung angetrieben wird. Die Freigabe des von der Greifereinrichtung fixierten Bogens erfolgt durch Abschaltung der an der Greifereinrichtung anliegenden Saugluft. Die Nachgreiferantriebseinrichtung weist eine Nachgreiferantriebskurve und eine versetzt zu dieser angeordnete Probebogenantriebskurve auf, die zur Umschaltung zwischen Normalbetrieb und Probebogenbetrieb durch axiales Verschieben wahlweise in Eingriff gebracht werden können.

Der Nachteil dieser Einrichtung ist, dass sie keine Feineinstellung des Greiferöffnungspunktes zur Anpassung an wechselnde Betriebsbedingungen ermöglicht. Im Probebogenbetrieb ist der Weg der Greifereinrichtung in Bogenförderrichtung verschoben, wodurch sich auch die Bedingungen beim Übergang der Bogen von den Greiferwagen auf den Nachgreifer verändern.

Die DE 21 36 810 A1 beschreibt einen Nachgreifer im Bogenausleger einer Druckmaschine, der die abzulegenden Bogen im Bereich ihrer Vorderkanten fixiert und als Klemmgreifer ausgebildet ist. Der Klemmgreifer wird zum Zeitpunkt der Bogenanlage von einer stationär angeordneten Steuerkurve geöffnet, die verstellbar ist.

Aus der DE 42 33 85 B1 ist ein Nachgreifer bekannt, dessen Greiferöffnung mit einem einstellbar am Maschinengestell befestigten Daumen bewirkbar ist.

Im Bereich des Öffnungspunktes bewegen sich die Nachgreifer mit einer verhältnismäßig geringen Geschwindigkeit. Insbesondere um Bedruckstoffen größerer Materialdicken mit der notwendigen Genauigkeit ablegen zu können, müssen sich die Klemmgreifer der Nachgreifer mit dem Erreichen des Greiferöffnungspunktes schnell öffnen.

Um dies zu erreichen, sind die Steuerkurven oder der Daumen mit entsprechend steilen Anlaufschrägen versehen, auf die die Rollen von mit den Greiferzangen der Klemmgreifer verbundenen Rollenhebeln während der Schwingbewegung der Nachgreifer auflaufen. Die dabei auftretenden Stöße bewirken einen erhöhten Verschleiß der Lager der Nachgreifer und wirken sich nachteilig auf die Bogenablage und die Stapelbildung aus.

Zur Anpassung an die mechanischen Belastungen sind die Nachgreifer entsprechend biegesteif und damit auch relativ massereich ausgeführt, was zu Schwingungsproblemen führen kann, die sich ebenfalls nachteilig auf die Bogenablage auswirken. Zudem ist der Greiferöffnungspunkt der Nachgreifer nicht mit einer ausreichenden Genauigkeit einstellbar.

Aus der DE 11 70 965 A1 ist eine Steuerung für Abnahmegreifer eines Bogenauslegers bekannt, bei der die Steuerkurve zur Steuerung des Öffnungsvorgangs eines als Nachgreifer ausgebildeten Abnahmegreifers bei der Übernahme des Bogens von dem Greiferwagen, mit einer am Greiferwagen angeordneten Öffnungskurve erfolgt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung der vorgenannten Nachteile eine Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine zu schaffen, die die Genauigkeit der Bogenablage verbessert und die Einstellung des Greiferöffnungspunktes erleichtert.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einer Vorrichtung der eingangs genannten Art gelöst, die die Merkmale des Patentanspruchs 1 aufweist.

Die vorliegende Erfindung hat den Vorteil, dass die Greiferöffnungsbewegung der Klemmgreifer, die mit der bewegten, auf den bewegten Nachgreifer einwirkenden Steuerkurve, eingeleitet wird, mit großer Geschwindigkeit erfolgt, wodurch auch Bedruckstoffbogen großer Dicke punktgenau freigegeben werden können. Der Greiferöffnungspunkt lässt sich durch eine Verstellung des Greiferöffnungsgetriebes in einfacher Weise auch um kleinste Wege verlagern und somit an die Erfordernisse des Einzelfalls besser anpassen.

Die während der Schwingbewegung des Nachgreifers auftretenden Massekräfte sind auf Grund der massearmen Bauweise das Nachgreifers gering, wodurch Schwingungen vermindert werden und der Nachgreifer schon mit einer geringen Antriebsleistung in Schwingbewegung versetzt werden kann. Die Klemmgreifer bewegen sich stoßfrei und bremsen den jeweiligen Bogen gleichmäßig ab, bevor sie ihn freigeben.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, das Greiferöffnungsgetriebe so auszubilden, dass jeweils der durchlaufende Greiferwagen, bzw. eine diesem zugeordnete Anlaufkurve oder Rolle, das Antriebsglied des Greiferöffnungsgetriebes bildet. Damit lässt sich auch bei hohen Maschinengeschwindigkeiten der Greiferöffnungspunkt genau festlegen, wodurch selbst bei der Verwendung dünner Papiere eine kantengenaue Stapelbildung gewährleistet ist.

Bei einer anderen Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, das Greiferöffnungsgetriebe derart auszubilden, dass die Nachgreifer die Bogen in einer Betriebsart bis zur Stapelvorderkante des Auslegerstapels in einer anderen Betriebsart über die Stapelvorderkante hinaus, in eine die Bogenentnahme ermöglichende Position bewegen. Vorteilhaft daran ist, dass die Genauigkeit mit der Bogen abgelegt werden sowohl bei der Stapelbildung im Fortdruckbetrieb, als auch bei der Ablage von mehren Probebogen zum Tragen kommt. Das Greiferöffnungsgetriebe kann gemäß einer Weiterbildung einen von den umlaufenden Greiferwagen verschwenkbeweglich angetriebenen ersten Hebel umfassen, der über Zugmittel mit einem zweiten schwenkbar gelagerten, als Schwinge ausgebildeten zweiten Hebel, der die Steuerkurve trägt, verbunden ist. Als Zugmittel ist ein Seil oder sind zwei gelenkig miteinander verbundene Zugstangen vorgesehen, die sich quer zur Verbindungslinie zwischen den beiden Hebeln durch eine Verstelleinrichtung auslenken lassen. Eine Auslenkung des bzw. der Zugmittel wirkt sich direkt auf die Bewegung der Steuerkurve aus. Vorteilhafterweise umfasst die Verstelleinrichtung eine oder mehrere verschiedene Antriebsmittel mit denen sowohl eine Auslenkung um geringe Beträge, zur Feineinstellung des Greiferöffnungspunktes, als auch eine Auslenkung um größere Beträge, zur Umstellung der Betriebsart zwischen Normal- und Probebogenbetrieb, bewirkbar ist.

Gemäß einer anderen Weiterbildung der Erfindung ist der erste Hebel als dreiarmiger Lagerhebel ausgebildet, an dessen ersten Hebelarm ein Arbeitszylinder angreift, mit dem der Lagerhebel zum Wechsel der Betriebsart verschwenkbar ist, dessen weitere Hebelarme jeweils einen Winkelhebel tragen, die über eine zweite Koppel miteinander und mit dem Zugmittel verbunden sind und jeweils eine Rolle tragen, von denen die eine oder die andere mit an jedem Greiferwagen angeordneten Kurven zusammenwirkt. Bei dieser Ausführungsform erfolgt der Wechsel der Betriebsart durch Verschwenken des Lagerhebels während zur Feineinstellung des Greiferöffnungspunktes wie beschrieben das oder die Zugmittel ausgelenkt werden.

Anhand eines Ausführungsbeispiels soll die nachfolgende Erfindung näher erläutert werden.

In den dazugehörigen Zeichnungen zeigt in schematischer Darstellung

1 einen Ausleger mit Nachgreifer und Greiferöffnungsgetriebe,

2a, 2b, 2c Schnitte zu 1,

3 den Ausleger gemäß 1 mit verstelltem Stellgetriebe,

4 einen Ausleger mit Nachgreifer und Greiferöffnungsgetriebe mit dreiarmigen Lagerhebel und

5a, 5b, 5c Schnitte zu 4.

Der in 1 dargestellt Ausleger umfasst ein umlaufendes, durch eine Strichlinie angedeutetes Kettenfördersystem mit Greiferwagen 6, deren Greifer Bogen vom letzten Druckwerk einer nicht dargestellten Druckmaschine übernehmen und zu einem Auslegerstapel 4 fördern. Oberhalb der Vorderseite des Auslegerstapels 4 sind Nachgreifer angeordnet, die in Bogentransportrichtung hin- und herschwingen. Die voneinander beabstandeten Nachgreifer übernehmen die Bogen von den Greiferwagen 6, indem sie sie an ihrer Vorderkanten erfassen und überführen die Bogen auf den Auslegerstapel 4, wobei sie diese erst abbremsen und dann freigeben.

Die Nachgreifer umfassen jeweils einen Nachgreiferarm 26 und eine Nachgreiferschwinge 29, die mit in Gestellpunkten drehbar gelagerten Wellen 28, 30 fest verbunden sind. Alle Nachgreifer sind in gleicher Weise aufgebaut, so dass nachfolgend nur noch der Aufbau und die Wirkungsweise eines einzelnen Nachgreifers stellvertretend für alle anderen beschrieben wird. Die Nachgreiferschwinge 29 ist mit einem weiteren Nachgreiferarm 21 direkt und über den Winkelhebel 23, der eine Rolle 11 trägt, indirekt mit der Nachgreiferkoppel 24 verbunden. Die Nachgreiferkoppel 24 greift an dem Greiferzangenunterteil 25, der weitere Nachgreiferarm 21 an den Greiferzangenoberteil 27 und der Nachgreiferarm 26 an beiden Greiferzangenteilen 25, 27 an.

Greiferzangenunterteil 25 und Greiferzangenoberteil 27 bilden zusammen ein Fixierorgan mit Klemmelementen zwischen denen Bogen fixierbar sind. Nachgreiferschwinge 29, Nachgreiferarm 26, Nachgreiferkoppel 24 und Winkelhebel 23 sind Teil eines Koppelgetriebes, das in 2a in der Seitenansicht dargestellt ist. Für alle Nachgreifer ist ein gemeinsamer Antrieb vorgesehen, der über die Wellen 28, 30 auf die Nachgreifer einwirkt und diese in eine Schwingbewegung versetzt. Die Schwingbewegung der Klemmelemente der Nachgreifer ist auf die Bewegung der Greiferwagen 6 abgestimmt und verläuft im Bogenübergabebereich zumindest annähernd synchron zur Bewegung der Greiferwagen 6.

Die Öffnung der Nachgreifer wird von der Steuerkurve 10 gesteuert, die ein verschwenkbar im Gestell des Auslegers gelagerten Hebel 9 trägt, der mit einer Feder verspannt ist. Die Steuerkurve 10 ist im Bereich des Schwingweges der Nachgreifer beweglich angeordnet und wirkt über die Rolle 11 auf den Winkelhebel 23 ein.

Der zweite Hebel 9 ist Bestandteil eines Greiferöffnungsgetriebes, das die Steuerkurve 10 zwischen zwei vorgebbaren Endlagen hin- und herbewegend antreibt. Die Bewegung der Steuerkurve 10 ist auf die Bewegung des Nachgreifes derart abgestimmt, so dass die sich bewegende Steuerkurve 10 die Öffnung des Nachgreifers, während dieser in Bogentransportrichtung schwingt, steuert.

Die in den 2a und 2b im Detail dargestellte Ausführungsform des Greiferöffnungsgetriebes umfasst einen verschwenkbar am Auslegergestell gelagerten ersten Hebel 5, dem ein Kurvenstück 5.1 fest zugeordnet ist. Der erste Hebel 5 steht über ein als Seil ausgebildetes Zugmittel 8.1, 8.1, das den ersten Hebel 5 mit dem zweiten, die Steuerkurve 10 tragenden Hebel 9 verbindet, in Wirkverbindung. Das Antriebsglied des Greiferöffnungsgetriebes bilden die umlaufenden Greiferwagen 6, die Rollen 7 tragen. Die Rollen 7 sind derart angeordnet, dass sie auf die Steuerkurve 10 einwirken, wenn ein jeweiliger Greiferwagen 6 den Bereich durchläuft, in dem die Steuerkurve 10 angeordnet ist. Dabei wird die Steuerkurve 10 und damit der erste Hebel 5 im Takt der umlaufenden Greiferwagen 6 verschwenkt. Die Bewegung des ersten Hebels 5 wird von dem Zugmittel 8.1, 8.2 auf den zweiten Hebel 9 und damit auch auf die Steuerkurve 10 übertragen, die gegen die Rolle 11 läuft und den vierten Winkelhebel 23 verschwenkt, der über die Nachgreiferkoppel 24 mit dem Greiferzangenunterteil 25 verbunden ist, so dass sich die Klemmelemente von Greiferzangenunterteil 25 und Greiferzangenoberteil 27 auseinanderbewegen und den jeweiligen Bogen freigeben.

Das Greiferöffnungsgetriebe umfasst des Weiteren eine Verstelleinrichtung. Die Verstelleinrichtung ist aus einem ersten Winkelhebel 13, dessen einer Hebelarm mit einem am Auslegergestell gelagerten Stellantrieb 22 und dessen anderer Hebelarm über eine erste Koppel 12 mit dem Zugmittel 8.1, 8.2 verbunden ist, gebildet. Zwischen dem Auslegergestell und dem ersten Winkelhebel 13 ist ein, mit dem Stellantrieb 22 in Reihe geschalteter Arbeitszylinder 3 vorgesehen. Mit der Verstelleinrichtung ist das Zugmittel 8.1, 8.2 zwischen dem ersten Hebel 5 und dem zweiten Hebel 9 quer zu seiner Längsachse auslenkbar. Abhängig vom Grad der Auslenkung verringert oder vergrößert sich die effektive Länge des Zugmittels 8.1, 8.2 zwischen dem ersten und dem zweiten Hebel 5, 9. Mit der Veränderung der effektiven Länge ändert sich auch die Lage der Endlage der Steuerkurve 10, die mit Hilfe des Greiferöffnungsgetriebes einstellbar ist und damit auch der Greiferöffnungspunkt.

Der Stellantrieb 22 und der mit ihm in Reihe geschaltete Arbeitszylinder 3 unterscheiden sich dadurch, dass mit dem Stellantrieb 22 eine Auslenkung um kleinste Weglängen und mit dem Arbeitszylinder 3 eine schnelle Auslenkung um einen große Weglänge vornehmbar ist.

Der Stellantrieb 22 ermöglicht damit die Feineinstellung des Greiferöffnungspunktes zur Anpassung an die Besonderheiten des abzustapelnden Bedruckstoffs.

Die Wirkungsweise der in der 1 dargestellten Ausführungsform ist folgende.

Im Fortdruckbetrieb, der in 3 dargestellt ist, wirken die rücklaufenden Greiferwagen 6 über die Rolle 7 auf das Kurvenstück 5.1 ein, indem sie dieses beim Vorbeilaufen Verschwenken. Die Bewegung des Kurvenstücks 5.1 wird auf den ersten Hebel 5 und von diesem über das Zugmittel 8.1, 8.2 auf den zweiten Hebel 9 und damit auf die Steuerkurve 10 übertragen, die im Takt umlaufenden Greiferwagen 6 hin- und herschwingt. Die Steuerkurve 10 wirkt dabei über die Rolle 11 auf den Nachgreifer ein und bewirkt wie oben beschrieben dessen Öffnung.

Zur Verlagerung des Öffnungspunktes des Nachgreifers in Bogenförderrichtung oder entgegengesetzt zur Bogenförderrichtung, wird der Stellantrieb 22 betätigt, der über den ersten Winkelhebel 13 und die Koppel 12 das Zugmittel 8.1, 8.2 auslenkt oder dessen Auslenkung reduziert, so dass sich der Schwingweg der Steuerkurve 10 verlagert. Damit wirkt die Steuerkurve 10 in einem anderen Bereich des Schwingweges des Nachgreifers auf diesen ein und der Greiferöffnungspunkt verlagerte sich. Zur Ablage von Probebogen wird, wie in 1 dargestellt, der Arbeitszylinder 3 betätigt, der ruckartig über den ersten Winkelhebel 13 und die Koppel 12 auf das Zugmittel 8.1, 8.2 einwirkt und dessen Auslenkung zurücknimmt, so dass die Steuerkurve 10 später auf den Nachgreifer einwirkt und eine verzögerte Bogenfreigabe bewirkt.

4 zeigt eine weitere Ausführungsform der Erfindung.

Bei dieser Ausführungsform ist der erste Hebel 5 als dreiarmiger Lagerhebel ausgebildet. Am ersten Hebelarm des Lagerhebels greift ein Arbeitszylinder 3 an, mit dem der Lagerhebel verschwenkbar ist. Der zweite und der dritte Hebelarm des Lagerhebels tragen jeweils einen schwenkbar angeordneten Winkelhebel 31, 32. Jeweils ein Hebelarm des einen Winkelhebels 32 ist über eine Koppel 15 mit einem Hebelarm des anderen Winkelhebels 31 und mit dem Zugmittel 8.1 verbunden.

Der jeweils andere Hebelarm der Winkelhebel 31, 32 trägt eine Rolle 31.1, 32.1, von denen, abhängig von der Stellung des Lagerhebels, entweder die eine oder die andere mit den an den Greiferwagen 6 angeordneten Kurven 6.1 zusammenwirkt.

Zur Wirkungsweise der in 4 dargestellten Ausführungsform wird im Zusammenhang mit der Feineinstellung des Greiferöffnungspunktes auf die Beschreibung der Wirkungsweise zur Ausführungsform der 1 Bezug genommen.

Abweichungen ergeben sich insofern nur im Zusammenhang mit der Umstellung von Fortdruck- auf Probebogenbetrieb.

Im Fortdruckbetrieb wird der Lagerhebel von dem Arbeitszylinder 3 in der in 4 gezeigten Fortdruckstellung gehalten. Die Rolle 32.1 ist soweit vom Weg der zurücklaufenden Greiferwagen 6 weggeschwenkt, dass die Kurven 6.1 der Greiferwagen 6 ausschließlich auf die Rolle 31.1 einwirken. Zur Probebogenentnahme wird der Lagerhebel im Uhrzeigersinn in die Probebogenentnahmestellung verschwenkt, so dass die Kurven 6.1 der Greiferwagen 6 nur noch auf Rolle 32.1 aber nicht mehr auf Rolle 31.1 einwirken können. Befindet sich der Lagerhebel in der Fortdruckstellung, wird die Steuerkurve 10 über Winkelhebel 31, Zugmittel 8.1, 8.2, zweiten Hebel 9 im Takt der zurücklaufenden Greiferwagen 6 verschwenkt und damit der Nachgreifer geöffnet. Befindet sich der Lagerhebel in der Probebogenentnahmestellung, wird die Steuerkurve 10 zeitlich versetzt zum Takt der zurücklaufenden Greiferwagen 6 verschwenkt und damit der Nachgreifer später geöffnet, was zu einer Ablage von Bogen hinter der vorderen Kante des Auslegerstapels 4 führt.

Als Zugmittel 8.1, 8.2 können bei allen Ausführungsformen ebenso Zugstangen vorgesehenen sein, die über ein Verbindungselement miteinander verbunden sind. Statt eines Greiferöffnungsgetriebes, mit dem die Greiferöffnung aller Nachgreifer steuerbar ist, können auch mehrere Greiferöffnungsgetriebe vorgesehen sein, mit denen die Öffnung einzelner Nachgreifer oder von Gruppen von Nachgreifern gesteuert wird. Letzteres ermöglicht bei geteilter Produktion oder bei Anordnung einer Inlineschneideinrichtung, die getrennte Probebogenentnahme geförderten Bogen oder die Einstellung des Greiferöffnungszeitpunktes für einzelne von mehreren nebeneinander geförderten Bogen.

Die Zuordnung von miteinander zusammenwirkenden Elementen wie z.B. Kurven und Rollen zu bestimmten Getriebegliedern, kann grundsätzlich auch durch eine umgekehrte Zuordnung ersetzt sein.

3Arbeitszylinder 4Auslegerstapel 5erster Hebel 5.1Kurvenstück 6Greiferwagen 6.1Kurve 7Rolle (am Greiferwagen) 8.1, 8.2Zugmittel 9zweiter Hebel 10Steuerkurve 11Rolle 12erste Koppel 13erster Winkelhebel 14Parallelführung 15zweite Koppel 17Verbindungselement 21Nachgreiferarm 22Stellantrieb 23vierter Winkelhebel 24Nachgreiferkoppel 25Greiferzangenunterteil 26Nachgreiferarm 27Greiferzangenoberteil 28Welle 29Nachgreiferschwinge 30Welle 31zweiter Winkelhebel 31.1zweite Rolle 32dritter Winkelhebel 32.1dritte Rolle

Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine, in dem mit umlaufenden Greiferwagen (6) bedruckte Bogen an hin- und herschwingende Klemmgreifer umfassende Nachgreifer übergebbar sind, die die Bogen auf einem Auslegerstapel (4) ablegen, wobei die Öffnung der Klemmgreifer bei der Bogenablage mit einer im Bereich des Schwingweges der Nachgreifer angeordneten Steuerkurve (10) steuerbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Greiferöffnungsgetriebe vorgesehen ist, mit dem die Steuerkurve (10) zur Steuerung des Öffnungspunktes der Klemmgreifer zwischen zwei Endlagen hin- und herschwingend antreibbar ist.
  2. Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils einer der umlaufenden Greiferwagen (6) das Antriebsglied des Greiferöffnungsgetriebes bildet.
  3. Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerkurve (10) mit dem Greiferöffnungsgetriebe wahlweise in einer ersten Betriebsart, mit einer Bewegung der Steuerkurve (10) gemäß dem Takt der umlaufenden Greiferwagen (6), und einer Betriebsart Probebogenentnahme, mit einer dem Takt der umlaufenden Greiferwagen (6) nacheilenden Bewegung der Steuerkurve (10), antreibbar ist.
  4. Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Greiferöffnungsgetriebe einen ersten und einen zweiten Hebel (5, 9) umfasst, die schwenkbar gelagert und über Zugmittel (8.1, 8.2) verbunden sind und der zweite Hebel (9) die Steuerkurve (10) trägt.
  5. Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwei über ein Verbindungselement beweglich miteinander verbundene Zugmittel (8.1, 8.2) vorgesehen sind und das Verbindungselement mit einer Verstelleinrichtung quer zur Längsachse der Zugmittel (8.1, 8.2) verlagerbar ist.
  6. Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugmittel (8.1, 8.2) als Seil ausgebildet und zwischen dem ersten Hebel (5) und dem zweiten Hebel (9) mit einer Verstelleinrichtung quer zu seiner Längsachse auslenkbar ist.
  7. Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelleinrichtung einen ersten Winkelhebel (13) umfasst, dessen einer Hebelarm mit einem am Auslegergestell gelagerten Stellantrieb (22) und dessen anderer Hebelarm mit dem Zugmittel (8.1, 8.2) verbunden ist.
  8. Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelleinrichtung einen Arbeitszylinder (3) umfasst, der zwischen dem Auslegergestell und dem ersten Winkelhebel (13) angeordnet und mit dem Stellantrieb (22) in Reihe geschaltet ist.
  9. Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine nach Anspruch 4, 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Hebel (5) als dreiarmiger Lagerhebel ausgebildet ist, an dessen ersten Hebelarm ein Arbeitszylinder (3) angreift mit dem der Lagerhebel verschwenkbar ist, dessen zweiter Hebelarm einen zweiten und dessen dritter Hebelarm einen dritten Winkelhebel (31, 32) trägt, wobei jeweils ein Arm des zweiten und des dritten Winkelhebels (31, 32) über eine zweite Koppel (15) miteinander und mit dem Zugmittel (8.1) verbunden sind und der jeweils andere Arm des zweiten und den dritten Winkelhebel (31, 32) jeweils eine Rolle (31.1, 31.2) tragen, von denen abhängig von der Stellung des Lagerhebels entweder die eine oder die andere mit an jedem Greiferwagen (6) angeordneten Kurven (6.1) zusammenwirkt.
  10. Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Nachgreifer jeweils einen Nachgreiferarm (26) und eine Nachgreiferschwinge (29) umfassen, die schwenkbeweglich antreibbar sind, wobei die Nachgreiferschwinge (29) mit einem weiteren Nachgreiferarm (21) und über einen Winkelhebel (23), der eine mit einer Steuerkurve (10) zusammenwirkende Rolle (11) trägt, mit einer Nachgreiferkoppel (24) in Wirkverbindung steht und die Nachgreiferkoppel (24) mit einem Greiferzangenteil (25), der weitere Nachgreiferarm (21) mit einem anderen Greiferzangenteil (27) und der Nachgreiferarm (26) mit beiden Greiferzangenteilen (25, 27) verbunden ist.
  11. Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass allen Nachgreifer ein gemeinsamer die Schwingbewegung der Nachgreifer bewirkender Antrieb zugeordnet ist und mehrere unabhängig voneinander steuerbare Greiferöffnungsgetriebe vorgesehen sind, die jeweils mit mindestens einem Nachgreifer zusammenwirken.
  12. Vorrichtung zur Bogenablage im Ausleger einer bogenverarbeitenden Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Greiferöffnungsgetriebe die Endlagen der Schwingbewegung der Steuerkurve (10) vorgebbar sind.
Es folgen 7 Blatt Zeichnungen






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