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Dokumentenidentifikation EP1096644 29.06.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001096644
Titel Rotorpaketbefestigung auf Keramikwelle
Anmelder WILO AG, 44263 Dortmund, DE
Erfinder Kaul, Günther, 58456 Witten, DE
DE-Aktenzeichen 50012811
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 13.10.2000
EP-Aktenzeichen 001221936
EP-Offenlegungsdatum 02.05.2001
EP date of grant 24.05.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2006
IPC-Hauptklasse H02K 1/28(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Rotor einer elektrischen Maschine mit einem insbesondere zylindrisch geformten Rotorpaket, das auf einer Welle befestigt ist. Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zur Befestigung eines Rotorpaketes auf einer Welle aus keramischem Material.

Es ist bekannt, derartige Rotorpakete, die beispielsweise eine zylindrische Form haben und mehrere Permanentmagnete zusammenfassen, durch Umformung eines Teiles des Rotorpaketes auf einer Stahlwelle zu halten. Bei der Fertigung wird ein Rotorpaket auf eine Stahlwelle aufgeschoben und ein an dem Rotorpaket vorgesehenes Befestigungsteil beispielsweise ein Endblech oder ein Kurzschlußring mittels eines Preßstempels druckbeaufschlagt, so daß das Material des Befestigungsteiles in radialer Richtung gegen die Welle fließt und so eine stabile Preßverbindung zwischen dem Rotorpaket und der Welle verursacht. Diese Art der Befestigung der Rotorpakete wird insbesondere bei Elektromotoren von Spaltrohrpumpen kleiner Leistung eingesetzt.

Bei solchen Pumpen ist es mitunter notwendig, statt der bekannten Stahlwellen Wellen aus einem keramischem Material zu verwenden. Dies gilt insbesondere, wenn von der Pumpe aggressiver Medien gepumpt werden sollen und die Bauteile der Pumpe dem Medium ausgesetzt sind. Beim Einsatz der Keramikwellen ist das oben beschriebene Verfahren, das sich einer Fließumformung eine Befestigungsteiles bedient, jedoch ungeeignet, da die harte Keramikwelle bei Druckbeaufschlagung durch das fließende Befestigungsteil brechen kann. Die Gefahr der Zerstörung ist insbesondere dann gegeben, wenn sich das Rotorpaket bei hohen Temperaturen ausdehnt und die Preßpassung einen zusätzlichen Druck auf die Welle ausübt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Rotor mit Keramikwelle zu schaffen, dessen Rotorpaket auf einfache und kostengüntige Weise fest mit der Welle verbunden ist, wobei die Rotorpaket-Befestigung unempfindlich gegen Temperaturschwankungen ist. Gleichzeitig ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen, mit dem die sichere Befestigung eines Rotorpaketes auf einer keramischen Welle möglich ist.

Diese Aufgaben werden nach dem Rotor nach Anspruch 1 und dem Verfahren nach Anspruch 9 gelöst.

Die besonderen Vorteile der Erfindung resultieren daraus, daß bei der Herstellung der Keramikwellen eine oder mehrere Ausnehmungen in deren Oberfläche vorgesehen sind, in die jeweils ein durch gezielte Umformung des Befestigungsteiles hervorgerufener Vorsprung eingreift. Als Ausnehmungen können Nuten oder Kerben in der Oberfläche vorgesehen sein, deren Tiefe mit insbesondere wenigen Zehntel Millimetern vergleichsweise gering ist. Mit diesen Ausnehmungen ist es möglich, die bisher lediglich für Metallwellen vorgesehene Art der Befestigung des Rotorpaketes, durch Umformung des Rotorpaketes auch bei Keramikwellen einzusetzen. Diese Art der Befestigung läßt sich besonders einfach bewerkstelligen und in der massenhaften Fertigung einsetzen. Dadurch werden die Herstellungskosten der Rotoren und damit der gesamten elektrischen Maschine gesenkt.

Als besonderes Einsatzgebiet der erfindungsgemäßen Rotoren sind insbesondere Spaltrohrpumpen anzusehen, die für die Förderung aggressiver Medien vorgesehen sind. Bei derartigen Pumpen ist die Welle direkt dem aggressiven Medium ausgesetzt, so daß der Einsatz von Keramikwellen angezeigt ist.

Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Rotoren ist, daß sie unempfindlich gegen die unterschiedliche Wärmeausdehnung des aus Metall gefertigten Rotorpaketes und der Keramikwelle sind. Die so hergestellten Rotore sind damit resistent gegen Wärmeausdehnung und es ist jederzeit eine feste Verankerung des Rotorpaketes auf der Welle gewährleistet.

Besonders vorteilhaft läßt sich die erfindungsgemäße Befestigung bei zylindrischen Rotoren einsetzen, bei denen ein metallischer Zylinder mehrere in einer Halterung gehaltene Permanentmagnete umgibt. Diese zylindrischen und geschlossenen Pakete werden vorteilhafter Weise bei Spaltrohrpumpen eingesetzt, da sie sich durch einen geringen Wasserwiderstand bei Drehung auszeichnen. An der Stirnseite der Zylinder sind entweder Kurzschlußringe oder Endbleche aus Metall angeordnet, die sich bevorzugt als Befestigungsteile einsetzen lassen. So kann im Herstellungsprozeß das fertige Rotorpaket wie eine Hülse auf die Welle aufgeschoben und an entsprechender Stelle mittels der Umformung des Endbleches bzw. des Kurzschlußringes befestigt werden. Die Umformung geschieht dabei vorteilhafterweise durch gezielte Druckbeaufschlagung des Befestigungsteiles, so daß es an den entsprechenden Stellen des Befestigungsteiles zu einem Materialfluß in die Ausnehmungen hinein kommt. Das in die Ausnehmungen geflossene Material bildet dann die Vorsprünge.

Diese Fließumformung kann einerseits durch Preßstempel geschehen, die das Befestigungsteil etwas oberhalb der jeweiligen Ausnehmungen insbesondere in axialer Richtung druckbeaufschlagen. Es ist jedoch auch möglich, die Fließverformung durch magnetische Kräfte, die zumindest teilweise in radialer Richtung auf das Befestigungsteil wirken, hervorzurufen. Durch den erzeugten Materialfluß ist dabei auf jeden Fall gewährleistet, daß die Vorsprünge sicher in die Ausnehmungen eingreifen, da diese letztendlich die Formen der zu bildenden Vorsprünge darstellen. Das Entstehen eines Vorsprunges an einer falschen Stelle ist somit ausgeschlossen.

Es ist besonders vorteilhaft, wenn die Ausnehmung die Welle nicht umlaufend umgibt, sondern wenn die Ausnehmungen von einer oder mehreren Kerben gebildet werden, wobei mehrere Kerben die Welle in symmetrischer Kreisteilung umgeben. Durch die einzelnen Kerben ist gewährleistet, daß der Formschluß mit den Vorsprüngen nicht nur wie bei der umlaufenden Nut in axialer Richtung, sondern auch in radialer Richtung gegeben ist. Damit ist ein besonders sicherer Halt des Rotorpaketes auf der Welle gewährleistet.

Eine besondere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Rotors ist in den Figuren 1 und 2 dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigen:

Figur 1
einen Schnitt durch den erfindungsgemäßen Rotor und
Figur 2
eine Aufsicht auf die Keramikwelle.

In Figur 1 ist ein Rotor einer elektrischen Maschine dargestellt, wie er für eine elektrisch betriebene und nasslaufende Spaltrohrpumpe verwendet werden kann. Der Rotor weist ein zylindrisches Rotorpaket 1 auf, das von einer metallischen Hülse 2 umgeben ist. Die Hülse umschließt nicht dargestellte Permanentmagnete, die seitlich von Endblechen 3 bedeckt werden. Das zylindrische Rotorpaket 1 ist auf einer Welle 4 aus Keramik gehalten.

Figur 1 zeigt nunmehr zwei Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Rotors, wobei die Ausführungsform nach der Detailzeichnung X durch Formschluß des stirnseitigen Endbleches 5 in einer Ausnehmung 6 der Welle 4 gehalten ist. Das Paket der Endbleche 3 ist auch in dieser Ausführungsform von einem Kurzschlußring 7 stirnseitig bedeckt, wobei der Kurzschlußring 7 eine zentrale Öffnung 8 aufweist. Der Formschluß kommt durch Verstemnmen des Endbleches 5 zustande, wobei ein Preßstempel das Endblech 5 in axialer Richtung druckbeaufschlagt und die Verformung 9 hinterlassen hat. Durch das Verstämmen ist das Material des Endbleches 5 in die Ausnehmung 6 geflossen und hat dort einen Vorsprung gebildet.

Bei der Ausführungsform nach der Detailzeichnung Y wurde der Druck durch den Preßstempel direkt auf den Kurzschlußring 10 ausgeübt, der die Endbleche 5 bedeckt. In diesem Falle weist der Kurzschlußring eine zentrale Bohrung auf, die lediglich ein geringes Übermaß gegenüber dem Außendurchmesser der Welle 4 aufweist. Das Preßwerkzeug, das zum Verstemmen auf den Kurzschlußring 10 in axialer Richtung (Pfeil A) aufgesetzt wurde, hinterläßt die muldenartige Verformung 11, wobei das Material aus der Verformung 11 in die Ausnehmung 12 gelaufen ist und dort einen entsprechenden Vorsprung bildet.

In Figur 2 ist die Keramikwelle 4 gezeigt, wobei das Rotorpaket 1 lediglich mit strichpunktierter Linie angedeutet ist. Zu erkennen ist eine Ausnehmung 13, die auf dem Gesamtumfang der Welle 4 lediglich einen Teilkreis einnimmt. Von dieser Art können über den Umfang der Welle mehrere, beispielsweise vier, Ausnehmungen verteilt sein.

Um einen verbesserten Halt zu gewährleisten ist es möglich, die gegenüberliegende Stirnseite des Rotorpaketes auf ähnliche Weise zu befestigen.


Anspruch[de]
  1. Rotor einer elektrischen Maschine mit einem insbesondere zylindrisch geformten Rotor (1), der auf einer aus einem keramischen Werkstoff gefertigten Welle (4) befestigt ist, wobei die Welle (4) mindestens eine Ausnehmung (6,12,13) in ihrer Mantelfläche hat und wobei der Rotor (1) ein Befestigungsteil (5,10) aufweist, das mit einem durch Umformung des Befestigungsteiles (5,10) hervorgerufenen Vorsprung am Befestigungsteil (5,10) in die Ausnehmung (6,12,13) eingreift.
  2. Rotor nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungsteil (5,10) eine den als zylindrisches Rotorpaket ausgebildeten Rotor stirnseitig bedeckende Scheibe aus Metall ist.
  3. Rotor nach Anspruch 1 oder 2,

    dadurch gekennzeichnet, daß die Umformung des Befestigungsteiles (5,10) bei auf die Welle (4) aufgesetztem Rotorpaket (1) vorgenommen ist.
  4. Rotor nach Anspruch 3,

    dadurch gekennzeichnet, daß die Umformung eine durch einen das Befestigungsteil (5,10) beaufschlagenden Preßstempel hervorgerufene Fließ-Umformung ist.
  5. Rotor nach einem der vorherigen Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungsteil ein das Rotorpaket (1) stirnseitig bedeckender Kurzschlußring (10) mit mindestens einem in radialer Richtung ausgeformten Vorsprung ist.
  6. Rotor nach einem der vorherigen Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungsteil ein das geblechte Rotorpaket stirnseitig abschließendes Endblech (5) mit mindestens einem in radialer Richtung ausgeformten Vorsprung ist.
  7. Rotor nach einem der vorherigen Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (4) mehrere in Kreisteilung angeordnete Ausnehmungen (6,12,13) aufweist, in die jeweils ein Vorsprung des Befestigungsteiles (5,10) eingreift.
  8. Rotor nach einem der vorherigen Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet, daß das Eingreifen eines Vorsprunges das Rotorpaket in axialer Richtung und in radialer Richtung formschlüssig auf der Welle (4) hält.
  9. Verfahren zur Befestigung eines Rotorpaketes einer elektrischen Maschine auf einer Welle aus keramischem Material,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß das Rotorpaket (1) auf die Welle (4) aufgeschoben wird und daß ein am Rotorpaket (1) befindliches Befestigungsteil (5,10) mit einem druckbeaufschlagt wird, so daß Material des Befestigungsteiles (5,10) in mindestens eine Ausnehmung (6,12,13) fließt, die in der Mantelfläche der Welle (4) eingebracht ist.
  10. Verfahren nach Anspruch 9,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Druckbeaufschlagung in axialer Richtung durch einen Preßstempel erfolgt.
  11. Verfahren nach Anspruch 9,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Druckbeaufschlagung in radialer Richtung durch Magnetfelder (magnetisches Schrumpfen) erfolgt.
  12. Verwendung des Rotors nach einem der Ansprüche 1 bis 8 in einer von einem Elektromotor betriebenen Kreiselpumpe, deren Rotor vom Stator durch einen Spalttopf oder ein Spaltrohr getrennt ist.






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