Die vorliegende Erfindung betrifft gelierte Futtermittelprodukte,
umfassend Rohmaterialien von tierischem oder marinem Ursprung, einschließlich Abfällen,
0,5–5 Gew.% Alginat oder Pektin, eine Calciumquelle, Standard-Futtermittelbestandteile
wie Proteine, Lipide, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralien, Färbemittel usw. Die
Erfindung umfasst weiterhin ein Verfahren zur Herstellung dieser Produkte.
Das Verfahren umfasst das Vermischen von Rohmaterialien von marinem
oder tierischem Ursprung, umfassend Abfälle, Alginat oder Pektin und eine Calciumquelle
und Standard-Futtermittelbestandteile. Diese Mischung ist insbesondere in jede nützliche
geometrische Form partikuliert, woraufhin sie einer Säurebehandlung in einem Bad
zur Durchführung einer Gelierung ausgesetzt wird.
Gelierte Futtermittelprodukte werden in der Fischfarmindustrie verwendet,
jedoch gibt es etliche Probleme in Bezug sowohl auf die Rohmaterialien als auch
das Endprodukt. Das Rohmaterial war in der Praxis auf eine Verwendung als frischer
oder gefrorener Fisch und Fischabfälle begrenzt, die vor einer Vermischung mit dem
Alginat verkleinert wurden. Dies bedeutet, dass konserviertes Rohmaterial nicht
verwendbar war und daher hing der Futtermittelerzeuger von der Verfügbarkeit von
frischem Rohmaterial über das ganze Jahr, eine Einfrierkapazität usw. ab. Ein anderes
Problem betrifft den Pelletisierungsschritt. Das Rohmaterial enthält eine substanzielle
Menge Wasser und es ist daher notwendig, Wasserbindemittel zuzufügen, um Pellets
der benötigten Festigkeit zu erhalten, bevor sie in das Gelierbad eingeführt werden
können. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, war die Zugabe substanzieller
Mengen von Mehl, im wesentlichen Weizenmehl und Fischmehl. Dies wird jedoch das
Futtermittel verdünnen und dadurch die relativen Mengen der gewünschten Komponenten
wie Fett und Proteine reduzieren und den Gehalt an Kohlenhydraten zu hoch werden
lassen, um für Fisch optimal zu sein. Zusätzlich zu all diesen Problemen erhöht
die Addition solcher Wasserbindemittel die Kosten des Futtermittels.
Das gelierte Feuchtfuttermittel von heute weist andere Begrenzungen
auf, es muss nämlich innerhalb einiger Tage verwendet werden, möglichst innerhalb
einer Woche nach der Produktion, abhängig von der Temperatur. Dementsprechend wurde
das Futtermittel nur von Fischfarmern für die direkte Verwendung erzeugt. Das Einfrieren
von Pellets wurde überprüft und dies ist möglich, jedoch ist es teuer und schwierige
Probleme haben sich während des Auftauens der Pellets ergeben.
Es gibt etliche gelierte Futtermittelprodukte und Verfahren für die
Herstellung derselben werden in der Literatur beschrieben. So beschreibt die WO95/28830
ein Verfahren bei Umgebungstemperatur zur Herstellung eines wasserstabilen aquatischen
Tierfutters einschließlich Fisch und Crustacaen. Futtermittelbestandteile, Alginat
und frisches Wasser werden in eine Aufschlämmung, enthaltend 0,5–10 % Alginat
vermischt. Die Aufschlämmung wird dann divalenten Kationen zur Bildung eines wasserstabilen
Alginatgels ausgesetzt, das darauffolgend in Futtermittelpellets geformt wird. Vorzugsweise
wird eine kontrollierte Menge Luft oder Stickstoff unter die Aufschlämmung geschlagen
und zwar vor dem Gelierschritt, um den Pellets eine vorher gewählte spezifische
Dichte zu verleihen, die durch konventionelle Mittel wie Aufschneiden, Zerkleinern,
Sprühen oder Niedrigdruckextrusion bei Umgebungstemperatur gebildet werden. Obwohl
hohe Temperaturen, ein Vermischen und eine Extrusion vor dem Gelieren vermieden
werden und dadurch ein Verlust von Vitaminen usw., kann das Gesamtverfahren teuer
sein und der Endpellet-Bildungsschritt kompliziert das Verfahren.
Es ist weiterhin aus dem norwegischen Patent Nr. 95894 bekannt, Futtermittelbestandteile
in Wasser zu vermischen und ein wasserlösliches Alginat, ein Calciumsalz und ein
Verzögerungsmittel wie Phosphat zuzufügen, so dass eine gelähnliche kontinuierliche
Masse hergestellt wird. Die feuchten Futtermittelbestandteile und die Alginatmischung
werden in Stränge extrudiert, die einem Gelierbad, enthaltend Calciumchlorid zugeführt
werden, das mit dem Alginat zur Bildung eines gelierten Futtermittels reagiert.
Aus der norwegischen Patentanmeldung Nr. 910390 ist ein ähnliches
Verfahren zur Herstellung eines Futtermittels mit regulierter Struktur und Dichte
bekannt. Die Futtermittelbestandteile werden mit dem Alginat und Calciumcarbonat
vermischt und wenn eine Säure dieser Mischung zugefügt wird, wird Kohlendioxid zum
gleichen Zeitpunkt freigesetzt, in dem die Mischung geliert wird. Das Problem des
Pelletisierens/der Extrusion des Futtermittels wird durch Pelletisieren gelöst,
wenn die Mischung nur teilweise geliert ist und man läßt die Pellets dann über einige
Zeit reifen, bevor sie verwendet werden, um ausreichend starke Pellets zu erhalten.
Dieser Weg der Verhinderung, dass die Gelfestigkeit der Pellets während der Pelletisierung
zerstört wird, ist schwierig zu kontrollieren und der schließliche Reifungsschritt
führt zu etlichen Produktionsproblemen wie einer reduzierten Kapazität, einer zusätzlichen
Lagerung usw. bevor die Pellets sicher bearbeitet werden können.
Es ist auch ein kommerziell pelletisiertes geliertes Feuchtfuttermittel
bekannt, das als "Rubin Feed" bezeichnet wird und in http:/www.rubin.no, einer Broschüre
von Stiftelsen Rubin, Pirsenteret, 7005 Trondheim, Norwegen, veröffentlicht im August
1997, beschrieben wird. Dieses Futtermittel umfasst ungefähr 70 % Fischabfälle,
ungefähr 10 % Fischöl, ungefähr 5 % Seetangmehl, enthaltend Alginat, ungefähr 10
% Weizenmehl, ungefähr 5 % Fischmehl und geringere Mengen Vitamine, Mineralien,
Calciumcarbonat und Färbemittel. Dieses Futtermittel wird aus frischem Fisch/Fischabfällen
oder gefrorenem Fisch/Fischabfällen hergestellt. Die trockenen Bestandteile werden
vermischt und pelletisiert, woraufhin die Pellets durch ein Gelierbad, enthaltend
schwache Ameisensäure, transportiert werden. Das Futtermittel kann einige Tage gelagert
werden. Ein Nachteil dieses Futtermittels ist, dass es notwendig ist, Weizen und
Fischmehl (15 %) zuzufügen, um die benötigte Textur vor Pelletisierung und Gelierung
zu erhalten. Weiterhin sind die Rohmaterialien auf frischen/eingefrorenen Fisch/Fischabfälle
begrenzt. Konservierter Fisch kann nicht verwendet werden.
Die Hauptaufgabe der Erfindung war die Überwindung der Probleme, die
mit der Verwendung von konserviertem Rohmaterial oder Fischsilage in Beziehung stehen
und die Reduktion des Bedarfs an Wasserbindemitteln wie Kohlenhydraten und Fischmehl
ohne Reduktion der Textur des Futtermittelprodukts oder Pellets.
Eine andere Aufgabe war die Konservierung des Endprodukts, damit die
Futtermittelpellets für mindestens 2 bis 3 Wochen gelagert werden können.
Eine weitere Aufgabe war die Reduktion der Alginatmenge im Produkt
ohne Reduktion seiner Gelfestigkeit oder die komplette Abschaffung davon.
Es war auch eine Aufgabe, Produkte mit hohem Ölgehalt zu erhalten,
die über eine verlängerte Zeitspanne ohne Auslecken des Öls gelagert werden konnten.
Es war schließlich eine Aufgabe, ein Rohmaterial mit einem reduzierten
und akzeptablen Niveau im Hinblick auf Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten zu
erhalten, das immer noch zur Erzeugung eines gelierten Produkts nützlich war.
Um die verschiedenen, oben erwähnten Probleme zu lösen, begannen die
Erfinder, Wege für eine Behandlung des Rohmaterials zu untersuchen, wobei diese
die Wirkung der Zugabe von Alginat nicht verhindern oder reduzieren würden, um mindestens
dieselbe Konsistenz des Zwischenprodukts während der Pelletisierung zu erhalten
und dann die Mischung in Pellets mit fester Textur und Konsistenz, die im wesentlichen
wasserunlöslich und frei fließend wären, zu gelieren. Das Konservierungsmittel sollte
auch mit der Endverwendung des Produkts kompatibel sein. Eine Konservierung mit
Säuren wie Ameisensäure ergab etliche Probleme während der darauffolgenden Verarbeitungsschritte.
Vorherige Versuche, Pellets direkt aus zerkleinerten Fischnebenprodukten zu erzeugen,
waren fehlgeschlagen. Es erwies sich als schwierig, Pellets mit der benötigten Textur
durch Geliertechniken zu erreichen, da die Zugabe von Alginat, gefolgt von einer
Gelierung, weder die Viskosität, noch die Endtextur in ausreichender Weise erhöhte.
Die Addition eines Wasserhalte- oder Absorptionsmittels wie z.B. extrudiertem
Weizen und/oder Fischmehl, wurde daher als notwendig betrachtet, um eine Pelletproduktion
mit traditionellem Pelletisieren zu erleichtern. Es wurde daher versucht, einfach
den pH zu erhöhen, anstelle den pH des Rohmaterials zu erniedrigen und die Wirkung
einer Zugabe von Alkali zu beobachten. Anfängliche Tests wurden dann unter Zugabe
von KOH zu zerkleinerten Fischnebenprodukten durchgeführt.
Es ergab sich überraschend, dass diese Zugabe von KOH dem Rohmaterial
eine festere Textur verlieh und wenn der pH anstieg schien es, dass die Wasserhaltefähigkeit
des Rohmaterials in einem solchen Ausmaß erhöht wurde, dass es kaum noch Bedarf
an konventionellen Wasserbindemitteln gab.
Die Futtermittelmischung ohne Futtermittelmehl konnte ohne Bedarf
an einer Gelierung in der Mischvorrichtung pelletisiert werden. Zusätzlich wurden
zwei günstige Effekte im Zusammenhang mit dem Alginatverhalten erreicht. Das Alginat
löste sich besser bei höherem pH und der Alginatverbrauch aufgrund der Gelierung
im Mischer wurde reduziert, da der Ca+-Gehalt reduziert war. Die Menge
an Alginat, die für das darauffolgende Gelierverfahren zur Verfügung stand, war
daher reduziert. Diese Gelbildung in einem Säurebad konnte dann durchgeführt werden,
was zu Pellets mit verbesserter Konsistenz führte, die nicht klebrig und frei fließend
waren. Der Beginn der Gelbildung von einem höheren pH-Niveau ergab ein effektiveres
Gelierungsverfahren. Basierend auf den Ergebnissen und Beobachtungen während der
anfänglichen Tests wurden systematischere Experimente unter Verwendung des Konzepts
zur Behandlung des Rohmaterials begonnen.
Die mit dem Konzept zu behandelnden Rohmaterialien umfassten zunächst
Fischabfälle und Gesamtfisch, die in der Regel zerkleinert sind. Die Art des Fisches
ist nicht kritisch, es kann sich um verschiedene Arten von Kabeljau, Hering, Lodde
usw. handeln. Fischfleisch und tierische Abfälle können auch gemäß der Erfindung
verarbeitet werden, wenn solche Rohmaterialien anwendbar sind, wie z.B. in Futtermitteln
für Haustiere.
Nützliche Additive zur Erhöhung des pHs umfassen KOH, NaOH, KHCO3,
K2CO3, NaHCO3, Na2O3, (NH4)2CO3
und Mischungen derselben. Harnstoff kann ebenfalls dem Rohmaterial zugefügt werden,
um die konservierenden Eigenschaften des Produkts zu verbessern.
Es wurde festgestellt, dass das Rohmaterial etliche Monate konserviert
werden konnte, indem der pH auf einen so hohen pH wie pH 12 eingestellt wurde. Die
Konservierungszeit wird von der Art des Rohmaterials und dem gewählten pH abhängen.
Zusätzliche konservierende Komponenten wie Antioxidantien, sind für
eine Verbesserung der Konservierung anwendbar.
Die Alginatkomponente umfasst irgendeine von etlichen Derivaten der
Alginsäure. Alginat ist eine Familie unverzweigter binärer Copolymere von (1. 4)
gebundener b-D-Mannuronsäure (M) und a-L-Guluronsäure (G)-Resten mit breit variierender
Zusammensetzung und Sequenz. Die hier verwendete Bezeichnung Alginat umfasst jedes
Reinigungsniveau, von Alginat von technischem Grad mit geringen Mengen Alginat bis
hin zu ultragereinigten Polymergraden mit der oben genannten chemischen Zusammensetzung.
Die Bezeichnung Alginat umfasst auch jedes natürlich auftretende Polymer sowohl
von braunen Seetang als auch von bakteriellem Ursprung und enzymatisch modifiziertes
Alginat.
Es wurde auch festgestellt, dass Pektin als Geliermittel anwendbar
ist.
Das gemäß der Erfindung gelierte Produkt kann jede nützliche geometrische
Form annehmen. So kann das Produkt z.B. in Form von Teilchen, Pellets, Strängen
und sogar großen Platten vorliegen.
Der Umfang der Erfindung und spezielle Merkmale werden in den Ansprüchen
angegeben.
Das gelierte Futtermittelprodukt gemäß der Erfindung enthält 80 bis
98 Gew.% Fisch- oder tierisches Rohmaterial, vorbehandelt mit KOH und/oder NaOH,
KHCO3, K2CO3, NaHCO3, Na2CO3
oder (NH4)2CO3 und kann 0 bis 10 Gew.% Fischmehl
oder Kohlenhydrate enthalten.
Ein spezielles Produkt liegt in Form von Pellets mit einem Durchmesser
von 15 mm vor und weist eine Gelfestigkeit von 100 bis 400 auf, gemessen als Kraft
in Gramm, um die Pellets 2 mm durch einen 25 mm Zylinder zu komprimieren.
Die speziellen Merkmale des Verfahrens gemäß der Erfindung sind diejenigen,
dass Rohmaterialien verwendet werden, die mit KOH und/oder NaOH, KHCO3,
K2CO3, NaHCO3, Na2CO3 oder
(NH4)2CO3 vor Addition von Alginat oder Pektin
vorbehandelt wurden, woraufhin die resultierende Mischung in die gewünschte Form
geformt und dann in einem Säurebad zur Bildung des gelierten Produkts behandelt
wird. Die Rohmaterialien werden mit KOH und/oder NaOH, KHCO3, K2CO3,
NaHCO3, Na2CO3 oder (NH4)2CO3
in ausreichenden Mengen behandelt, damit das Rohmaterial einen pH von 8 bis 12 erhält.
Das angewandte Säurebad kann einen pH von 0,5 bis 5,5 aufweisen.
Die Gelbildung in dem Bad kann für 30 Sekunden bis 12 Stunden durchgeführt
werden.
Es kann ein Säurebad verwendet werden, das Ameisensäure und/oder mineralische
Säuren enthält.
Die Calciumquelle kann dem Säurebad vorzugsweise als CaCl2
zugefügt werden.
Die Erfindung wird weiter durch die folgenden Beispiele und Figuren
erklärt und erhellt.
1 zeigt eine Wasserbindung in einem Rohmaterial
als Funktion von zugefügtem KOH.
2 zeigt die Gelfestigkeit von Pellets
als Funktion von zugefügtem Alginat.
3 zeigt eine Gelfestigkeit von Pellets
als Funktion von pH und Säurekonzentration des Gelierbades.
4 zeigt eine Gelfestigkeit von Pellets
als Funktion der Alginatkonzentration und zugefügtem KOH.
5 zeigt die Gelfestigkeit von Pellets
als Funktion der Gelierzeit in 5 % Ameisensäure.
6 zeigt die Wasserbindung bei zerkleinerten
Rinderherzen als Funktion von % KOH.
Beispiel 1
Zerkleinerter Hering wurde vollständig mit KOH in den notwendigen
Mengen vermischt, um den pH der Mischung auf pH 10 einzustellen. Dann wurde ein
Seetangmehl, enthaltend ungefähr 20 % Alginat in Mengen, korrespondierend zu 5 Gew.%
in dem endgültigen Futtermittel ebenfalls mit den Rohmaterialien vermischt. Futtermittelbestandteile
wie Färbemittel, Vitamine usw. wurden ebenfalls auf dieser Stufe mit dem Rohmaterial
vermischt und in eine Futtermittelmischung verarbeitet, bis sie alle gut verteilt
waren und das Alginat gelöst war. Die Mischung wurde dann einem Pelletisierer zugeführt
und die gebildeten Futtermittelstränge wurden in ein Bad geführt, das 4 Ameisensäure
enthielt. Der pH des Säurebades betrug 2,0 und dadurch begann die Gelierung des
Pellets. Das Ausmaß der Gelbildung erwies sich als abhängig von der Retentionszeit
im Bad und dem pH. Bereits bei einer Retentionszeit von ungefähr einer Minute wurden
starke Pellets mit einer festen Konsistenz hergestellt. An derselben Mischung, außer
dass kein KOH vor der Pelletisierung zugefügt wurde, wurde ein paralleler Test durchgeführt.
In diesem Fall hatten die Stränge/Pellets von dem Pelletisierer eine sehr viel weichere
Konsistenz, es wurden keine geeigneten Pellets gebildet und das gelierte Produkt
war außerdem weniger fest als das unter Zugabe von KOH hergestellte.
Beispiel 2
Dieses Beispiel zeigt die Wasserbindungswirkung der Zugabe von KOH
zu dem Rohmaterial. Der gewogene Fisch, mit und ohne Zugabe von KOH wurde bei 234308
20 Minuten bei 20°C zentrifugiert und folgend auf die Zentrifugation wurde die
entfernte Flüssigkeit, bestehend aus Öl plus Wasser als % des Ursprungsgewichts
des Rohmaterials aufgezeichnet. Die Ergebnisse dieser Experimente sind in Tabelle
I und 1 dargestellt.
Tabelle 2
Es erwies sich, dass die Zugabe von KOH das Wasser so band, dass die
entfernte Flüssigkeit bereits bei einer Zugabe von 0,5 % KOH signifikant abfiel.
Es wurde weiter beobachtet, dass wenn KOH dem Rohmaterial zugefügt wurde, die entfernte
Flüssigkeit nur Öl enthielt. Wenn 2,0 % KOH ebenfalls zugefügt wurde, schien das
Öl ebenfalls gebunden zu sein, da keine Flüssigkeit während der Zentrifugation entfernt
wurde. Ähnliche Ergebnisse wurden angetroffen, wenn das Rohmaterial mit NaOH behandelt
wurde. Die Wasserbindungswirkung der Anwendung von KOH oder NaOH auf das Fischrohmaterial
kann verwendet werden, um die Produktbestandteile in Pellets mit gewünschter Textur
und Festigkeit zu pelletisieren, ohne dass dies auf irgendeiner Gelbildung im Mischer
basiert. Diese verbesserte Wasser- und Ölbildungseigenschaft, folgend auf eine KOH-Zugabe
scheint das Ergebnis einer Wassermigration in die Proteinstruktur zu sein, was zu
einer erhöhten Viskosität und so einer Stabilisierung der Öltröpfchen führt. Dieses
Ergebnis weist auf die Möglichkeit einer Zugabe von mehr Öl zum Futtermittel ohne
darauffolgendes Lecken.
Beispiel 3
Dieses Beispiel zeigt die Variation in der Gelfestigkeit der Futtermittelpellets
als Funktion von zugefügtem Alginat. Die Gelierung wurde in 5 %
Ameisensäure über Nacht durchgeführt.
Die Gelfestigkeit wurde auf die folgende Weise gemessen:
Die Ergebnisse sind in Tabelle II und 2
dargestellt. In der Figur wird die Menge an Alginat als % Alginat angegeben, in
Form von Seetangmehl, enthaltend ungefähr 20 % Alginat. So korrespondieren 5 % Alginat
in der Tabelle zu ungefähr 1 reinem Alginat. Die Gelfestigkeit wird als Kraft in
Gramm zum Erhalt einer 2 mm Kompression des Pellets ausgedrückt. Pellets gemäß der
Erfindung werden mit Pellets des kommerziellen "Rubin feed", enthaltend 5 % Seetang
und 15 Futtermittelmehl, verglichen. Zu diesem letzteren Futtermittel wurde kein
KOH zugefügt, während das neue andere Futtermittel mit 1 % bzw. 2 % KOH anstelle
einer Zugabe von Futtermittelmehl behandelt worden war.
Tabelle II
* "Rubin Feed" enthielt 15 % Wasserbindungsmehl.
** "Rubin Feed" ohne Wasserbindungsmehl. Es war nicht möglich, die Gelfestigkeit
zu messen, da die mechanische Eigenschaft des Pellets zu schlecht war.
Es kann aus diesem Experiment abgelesen werden, dass die Alginatmenge
im Vergleich mit dem bekannten "Rubin Feed" substanziell reduziert werden kann,
ohne dass die Gelfestigkeit reduziert wird, wenn das Rohmaterial mit KOH behandelt
wurde.
Beispiel 4
Dieses Beispiel zeigt die Wirkung der pH-/Säurekonzentration im Gelierbad
auf die Gelfestigkeit der Pellets. Das Rohmaterial war mit 2 % KOH behandelt worden
und die Gelierzeit betrug 2 Minuten. Der pH wurde auf der Oberfläche der Pellets
24 Stunden nach der Gelierung gemessen. Die Gelfestigkeit wurde wie in Beispiel
3 angegeben, gemessen. Die Ergebnisse dieser Experimente sind in Tabelle III und
3 angezeigt.
Tabelle III
* Es war nicht möglich, die Gelfestigkeit zu messen, da die mechanische Eigenschaft
des Pellets zu schlecht war.
Aus Tabelle III und 3 kann abgelesen
werden, dass sich die Gelfestigkeit deutlich erhöht, wenn sich der pH auf der Pelletoberfläche
vermindert. Tabelle III zeigt weiterhin, dass der pH des Gelierbads auf einen sehr
niedrigen Wert (bis zu null) reduziert werden kann und immer noch stabile und gute
Ergebnisse erzielt.
Beispiel 5
Dieses Beispiel zeigt die Wirkung von zugefügtem KOH zu dem Fischrohmaterial
auf die Gelfestigkeit und den pH der Pellets. Die Ergebnisse dieser Experimente
sind in Tabelle IV und 4 dargestellt.
Tabelle IV
* Mit 15 % Wasserbindungsmehl
** Ohne irgendein Wasserbindungsmehl
Aus diesen Experimenten kann abgelesen werden, dass die Gelfestigkeit
mit ansteigendem pH des Rohmaterials ansteigen wird. Es ist weiterhin deutlich,
dass für "Rubin Feed" die Gelfestigkeit deutlich abfällt, wenn kein Futtermittelmehl
vorliegt.
Beispiel 6
Dieses Beispiel zeigt die Wirkung der Gelierzeit auf die Gelierfestigkeit
der Pellets. Die Experimente wurden an Mischungen durchgeführt, die mit 2 % KOH
behandelt worden waren und der pH im Gelierbad betrug 2,0. Die Ergebnisse dieser
Experimente sind in Tabelle V und 5 dargestellt.
Tabelle V
Diese Experimente zeigen, dass sich die Gelfestigkeit deutlich erhöht,
wenn die Gelierzeit angehoben wird.
Beispiel 7
Dieses Beispiel zeigt die Wirkung einer Zugabe eines Alkalis, wenn
das Rohmaterial zerkleinertes Tiermehl und/oder Tierabfälle sind. Zerkleinerte Rinderherzen,
jedoch ohne Wasserbindungsmehl wurden mit Alginat vermischt und 1 % bzw. 2 % KOH
wurden zugefügt. Diese Mischung konnte für eine verlängerte Zeit gelagert oder direkt
in das Gelbad eingeführt werden, enthaltend Calciumionen und Ameisensäure. Dieses
Ergebnis zeigte, dass die Zugabe von KOH zu einer Bindung von Wasser auf dieselbe
Weise wie bei Fischrohmaterial führte. Eine visuelle Beobachtung des Gelierungsprozesses
zeigte ähnliche Wirkungen wie bei dem Fischrohmaterial und führte zu nicht klebrigen
und nicht löslichen Pellets. Diese spezifische Art eines Rohmaterials hat jedoch
eine festere anfänglich Textur als Fisch und auch als andere tierische Nebenprodukte.
Dementsprechend war es schwierig, die Gelfestigkeit durch das in den obigen Beispielen
verwendete Verfahren zu messen.
Diese Art von Tier-Futtermittel ist insbesondere für Futtermittel
für Haustiere wie Katzen, Hunde usw. geeignet.
Die in der Tabelle in Kraft in Gramm angegebene Gelfestigkeit wurde
für 2 mm Kompression auf dieselbe Weise wie in Beispiel 3 angegeben, gemessen. Die
Ergebnisse dieses Experiments sind in Tabelle VI und 6
dargestellt.
Tabelle VI
Durch die vorliegende Erfindung waren die Erfinder erfolgreich bei
der Lösung von großen Problemen, die mit unterschiedlich häufig verwendeten Rohmaterialien
für gelierte Futtermittel in Bezug standen. Pellets mit gewünschter Textur und Gelfestigkeit
wurden ohne Verdünnung des Produkts mit Wasserbindungskomponenten wie Weizen oder
Fischmehl erhalten, wie z.B. bei dem "Rubin Feed". Das neue Produkt kann auch mit
einer niedrigeren Menge an Alginat hergestellt werden als üblich, ohne dass sich
die Gelfestigkeit reduziert. Sowohl das Produkt als auch das Intermediat umfassende
Rohmaterial, behandelt mit Alkali, kann für eine verlängerte Zeit gelagert werden.
Das so behandelte Rohmaterial war dementsprechend für ein Rohmaterial für gelierte
Produkte geeignet. Die Behandlung hatte auch eine desinfizierende Wirkung im Hinblick
auf Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Dementsprechend werden im Vergleich mit
einem konventionellen bekannten Feuchtfuttermittel große Probleme mit diesen Futtermitteln,
die diese daran gehindert haben, in großem Umfang bei industriellen Lachsfischfarmen
verwendet zu werden, durch die Erfindung gelöst.
Anspruch[de]
Geliertes Futterprodukt, das Rohmaterialien aus tierischem oder Meeresursprung,
einschließlich Abfälle, 0,5–5 Gewichts-% Alginat oder Pektin, eine Calciumquelle,
Standardfutterbestandteile, wie Proteine, Lipide, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralien,
Farbmittel, usw., umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass das Produkt 80–98
Gewichts-% Fisch- oder Tierrohmaterial, das mit KOH und/oder NaOH, KHCO3,
K2CO3, NaHCO3, Na2CO3 oder
(NH4)2CO3 vorbehandelt ist, enthält.
Geliertes Futterprodukt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
das Produkt 0–10 Gewichts-% Fischmehl oder Kohlenhydrate enthält.
Geliertes Futterprodukt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
das Produkt Pellets mit einem Durchmesser von 15 mm ist und eine Gelfestigkeit von
100–400 aufweist, die als Kraft in Gramm, um die Pellets 2 mm durch einen
25 mm großen Zylinder zu komprimieren, gemessen wurde.
Verfahren zum Herstellen von gelierten Futterprodukten, das Mischen
der Rohmaterialien aus Meeres- oder tierischem Ursprung, die Abfälle, Alginat oder
Pektin und eine Calciumquelle und Standardfutterbestandteile umfassen, Partikulieren
der Mischung in eine beliebige nützliche geometrische Form, wonach sie einer Säurebehandlung
in einem Bad zum Ausführen des Gelierens ausgesetzt wird, umfasst, dadurch gekennzeichnet,
dass Rohmaterialien eingesetzt werden, die mit KOH und/oder NaOH, KHCO3,
K2CO3, NaHCO3 oder (NH4)2CO3
vor der Zugabe von Alginat oder Pektin vorbehandelt werden, wonach die resultierende
Mischung in die gewünschte Form geformt und dann in einem Säurebad behandelt wird,
um das gelierte Produkt zu bilden.
Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohmaterialien
mit KOH und/oder NaOH, KHCO3, K2CO3, NaHCO3
oder (NH4)2CO3 in Mengen, die ausreichend sind,
um dem Rohmaterial einen pH-Wert von 8–12 zu geben, vorbehandelt werden.
Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Säurebad
mit einem pH-Wert von 0,5–5,5 eingesetzt wird, um das gelierte Produkt zu
bilden.
Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Gelieren
in dem Säurebad für 30 Sekunden bis 12 Stunden ausgeführt wird.
Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Säurebad
eingesetzt wird, das Ameisensäure enthält.
Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Calciumquelle
zu dem Säurebad zugegeben wird, vorzugsweise als CaCl2.