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Dokumentenidentifikation DE10059737B4 13.07.2006
Titel Anpassbare Läppscheibe für die Feinbearbeitung optischer Flächen und ein Verfahren für die Feinbearbeitung einer ausgewählten optischen Fläche mit einer anpassbaren Läppscheibe
Anmelder Gerber Coburn Optical, Inc., South Windsor, Conn., US
Erfinder Dooley, Jonathan, Bolton, Conn., US;
Logan, David J., Monterey, Mass., US;
Goulet, Michael, Hebron, Conn., US
Vertreter Richter, Werdermann, Gerbaulet & Hofmann, 20354 Hamburg
DE-Anmeldedatum 30.11.2000
DE-Aktenzeichen 10059737
Offenlegungstag 13.06.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.07.2006
IPC-Hauptklasse B24B 13/01(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B24B 13/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine anpassbare Läppscheibe für die Feinbearbeitung optischer Flächen und ein Verfahren für die Feinbearbeitung einer ausgewählten optischen Fläche mit einer anpassbaren Läppscheibe.

Optische Oberflächen von Brillengläsern werden normalerweise entsprechend besonderen ärztlichen Verordnungen für diese Linsen angefertigt, denen zufolge die Linse über solche Konturen zu verfügen hat, die eine ausgewählte Brennweite oder andere optische Effekte gewährleisten. Die Konturen können konvex oder konkav sein, und eine Linse kann sowohl mit konvexen als auch mit konkaven Oberflächenformen versehen sein, durch deren Zusammenwirken der gewünschte optische Effekt erzielt wird. Im allgemeinen wird der Oberfläche eines Brillenglases, das sich unmittelbar vor dem Auge befindet, ein konkaves Profil eingeschliffen, das sich aus dreidimensionalen Krümmungen zusammensetzt. Auf vielen Brillengläsern ist eine torische Oberfläche anzutreffen, die das Profil des Querschnitts eines Toroids oder einer Ringröhre hat. Im allgemeinen gibt es zwei grundlegende Krümmungen auf einer torischen Oberfläche. Die eine entspricht dem Radius des Äquators, und die andere entspricht dem Radius des röhrenförmigen Elementes, das den Toroid bildet. Diese beiden Krümmungen werden als „Kugel" bzw. „Zylinder" bezeichnet, und zusammen mit dem „Achswinkel" des Zylinders definieren die kugelförmige Krümmung der Vorderfläche und der Brechungsindex des Linsenmaterials die ärztliche verordnete Stärke des Glases.

Konventionelle Verfahren für die Feinbearbeitung eines Brillenglases entsprechend einer ärztlichen Verordnung verwenden eine Läppscheibe, die eine speziell konturierte Oberfläche aufweist, die im wesentlichen mit den Konturen der gemäß ärztlicher Verordnung gewünschten Oberfläche eines feinbearbeiteten Brillenglases übereinstimmt. An der konturierten Oberfläche der Läppscheibe wird ein dünnes Feinbearbeitungspolster befestigt, normalerweise mit einem Klebstoff, und ein Schleifmittel wird entweder auf das Polster in Form einer Aufschlämmung gegeben oder es ist in dem Polster direkt enthalten. Normalerweise werden Polster mit einem auf ihnen haftenden oder anderweitig in ihnen enthaltenen Schleifmittel als Feinschliffpolster bezeichnet und für gröbere Feinbearbeitungsvorgänge benutzt. Faserpolster ohne Schleifmittel werden mit einer Aufschlämmung verwendet, die feinkörnige Schleifmittel enthalten, und werden auch als Polierschliffpolster bezeichnet. Sofern nichts anderes ausdrücklich angegeben wird, wird der Terminus „Feinbearbeitungspolster" in der gesamten vorliegenden Beschreibung zur Bezeichnung beider Arten von Polstern verwendet, und der Terminus „Feinbearbeitung" wird in der gesamten vorliegenden Beschreibung zur Bezeichnung beider Arten von Bearbeitungsvorgängen benutzt.

Da das Feinbearbeitungspolster bei herkömmlichen Feinbearbeitungsvorgängen relativ dünn ist und seine Form von der Läppscheibe übernehmen muss, muss die Läppscheibe wiederum mit Konturen versehen sein, die im wesentlichen mit der ärztlichen Verordnung oder den Krümmungen der fertig zu schleifenden Linse übereinstimmen. Demzufolge müssen die Feinbearbeitungslaboratorien eine große Anzahl von Läppscheiben vorrätig haben, die dem vollständigen Spektrum möglicher ärztlicher Verordnungen entsprechen, wie sie gewöhnlich üblich sind. Es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, dass ein beträchtlicher Bestand an Läppscheiben gebraucht wird.

Die Alternative dazu besteht darin, dass eine individuelle Läppscheibe entsprechend jeder beliebigen ärztlichen Verordnung bei Bedarf hergestellt werden kann. Die US-PS 4.989.316 beschreibt eine Maschine mit numerischer Steuerung für den Zuschnitt eines Linsenrohlings und eines entsprechenden Läppscheibenpresslings, der bei der Feinbearbeitung des Linsenrohlings verwendet werden soll.

Als eine weitere Alternative kann der Linsenrohling, aus dem das Brillenglas geformt werden soll, entsprechend den Vorgaben der ärztlichen Verordnung grob zurecht geschliffen werden, und eine anpassbare Läppscheibe kann als Werkzeug für den Feinbearbeitungsvorgang verwendet werden. Eine anpassbare Läppscheibe hat im allgemeinen eine Bearbeitungsfläche, die so angepasst wird, dass sie mit der Krümmung der konturierten Fläche konform ist, die auf den Linsenrohling eingeschliffen worden ist. Somit wird zwar während eines Feinbearbeitungsvorgangs, beim dem ein Feinschliff- oder Polierschliffpolster mit einer Aufschlämmung verwendet werden kann, die Rauheit der konturierten Fläche beseitigt, aber die allgemeinen Krümmungen, die von der ärztlichen Verordnung vorgegeben sind, bleiben erhalten. Anpassbare Läppscheiben werden in den US-PS 2.654.027, 4.831.789, 5.095.660, 5.345.725 und 5.593.340 sowie in der EP 0.655.297 A1 angegeben.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine verbesserte anpassbare Läppscheibe für die Feinbearbeitung optischer Flächen und ein damit zusammenhängendes Verfahren für die Feinbearbeitung optischen Flächen mit einer anpassbaren Läppscheibe zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch eine anpassbare Läppscheibe mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst.

Die Erfindung zielt dabei auf die Bereitstellung einer anpassbaren Läppscheibe zur Feinbearbeitung optischer Flächen ab, wie z. B. Oberflächen von Brillengläsern, sowie auf ein damit zusammenhängendes Verfahren zur Feinbearbeitung solcher Flächen. Die anpassbare Läppscheibe weist eine starre Grundfläche auf, die eine Nenn- oder Sollkrümmung genau definiert, wie z. B. eine Brillenglaskrümmung, die einem vorbestimmten Spektrum von Krümmungen entspricht. Eine Bearbeitungsfläche, am besten eine dünne, harte polymere Fläche, grenzt an die Grundfläche an, um den Kontakt zu einer ausgewählten optischen Fläche und die Übereinstimmung mit der Krümmung der optischen Fläche zu gewährleisten. Eine wahlweise anpassbare Substanz der Läppscheibe bildet eine Schicht, die sich zwischen der starren Grundfläche und der Bearbeitungsfläche befindet, und sie kann wahlweise in einen festen oder flüssigen Zustand übergehen. In ihrem flüssigen Zustand ermöglicht die wahlweise anpassbare Substanz eine auf die Grundfläche Bezug nehmende Bewegung der Bearbeitungsfläche, um einer der Krümmungen von einer Vielzahl von optischen Flächenkrümmungen im vorbestimmten Bereich möglicher Krümmungen zu entsprechen, und in ihrem festen Zustand fixiert die Substanz die Bearbeitungsfläche in einer Stellung, die mit der Krümmung einer ausgewählten optischen Fläche übereinstimmt, und behält die übereinstimmende Stellung während der Feinbearbeitung der ausgewählten optischen Fläche bei.

Erfindungsgemäß ist die wahlweise anpassbare Substanz eine Mischung aus thermoplastischen und anderen wärmeleitfähigen Partikeln, wie z. B. Aluminium, und kann aufgrund ihrer Reaktion auf die Anwendung von Wärmeenergie aus ihrem festen Zustand in den flüssigen Zustand übergehen.

Ein Merkmal der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass eine thermisch geregelte Flüssigkeit durch das Ablaufende eines Flüssigkeitskanals eingeleitet wird, um die anpassbare Substanz aus dem festen in den flüssigen Zustand und umgekehrt übergehen zu lassen. Das Ablaufende weist zumindest eine zentrale Öffnung auf, um eine relativ heiße Flüssigkeit zu einem im wesentlichen zentral gelegenen Teil der Grundfläche zu leiten, und besitzt auch eine Vielzahl von Öffnungen, um eine relativ kalte Flüssigkeit zu den seitlichen Teilen der Grundfläche zu leiten. Im Falle der vorliegenden Erfindung gewährleistet das Ablaufende, dass die anpassbare Substanz soweit abkühlen kann, um genau die Form der Linse anzunehmen.

Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass die anpassbare Läppscheibe schnell und genau der Form einer ausgewählten optischen Flächenkrümmung entsprechen kann, um die genaue Feinbearbeitung z. B. einer Brillenglasoberfläche vorzunehmen. Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass eine begrenzte Anzahl anpassbarer Läppscheiben zur Verfügung gestellt werden kann, die dadurch gekennzeichnet sind, dass jede Läppscheibe mit einer Vielzahl unterschiedlicher Brillenglaskrümmungen innerhalb eines vorbestimmten Spektrums von Krümmungen konform sein kann.

Andere Vorteile der vorliegenden Erfindung werden noch bei Berücksichtigung der folgenden ausführlichen Beschreibung und der dazu beigefügten Zeichnungen ersichtlich werden.

1 ist eine auseinandergezogene, teilweise schematische Darstellung einer anpassbaren Läppscheibe und einer Läppscheibenhalterungsvorrichtung, die die vorliegende Erfindung verkörpern.

2 ist eine schematische Darstellung der zusammengesetzten Läppscheibe und Läppscheibenhalterungsvorrichtung aus 1.

3 ist eine perspektivische Ansicht eines Ablaufendes eines Flüssigkeitskanals für die Zuleitung von Flüssigkeit in die anpassbare Läppscheibe aus 2.

4 ist eine teilweise schematische Darstellung der zusammengesetzten Vorrichtung aus 2, die die anpassbare Läppscheibe abbildet, die fest mit der Läppscheibenhalterung in einer Feinbearbeitungsmaschine verbunden ist.

5 ist eine vergrößerte Ansicht der anpassbaren Läppscheibe aus 2 mit einer darauf angebrachten, ausgewählten Linse.

In 1 ist eine die vorliegende Erfindung verkörpernde, anpassbare Läppscheibenschleifvorrichtung abgebildet, die im allgemeinen durch die Ziffer 10 gekennzeichnet wird. Die Läppscheibenschleifvorrichtung 10 enthält eine anpassbare Läppscheibe 12 und eine Läppscheibenhalterung 14 für die feste Verankerung der anpassbaren Läppscheibe während der Einrichtungs- und Feinbearbeitungsvorgänge. Die anpassbare Läppscheibe 12 weist ein Grundplatte 16 auf, durch die eine starre Grundfläche 18 eindeutig abgegrenzt wird, und eine wahlweise anpassbare Substanz 24 bildet eine Schicht, die sich zwischen der Bearbeitungsfläche und der starren Grundfläche 18 befindet, die wahlweise zwischen fester und flüssiger Form wechseln kann. Wie weiterhin unten beschrieben ist, ermöglicht die anpassbare Substanz 24 in ihrer flüssigen Form eine Bewegung der Bearbeitungsfläche 22 in Bezug auf die Grundfläche 18, um eine Übereinstimmung mit der Krümmung einer ausgewählten optischen Fläche zu gewährleisten, und in ihrer festen Form fixiert die Substanz 24 die Bearbeitungsfläche 22 in einer Stellung, die der Krümmung der ausgewählten optischen Fläche entspricht, und behält die entsprechende Stellung während der Feinbearbeitung der optischen Fläche bei. Wie auch außerdem weiter unten beschrieben wird, definiert die Grundfläche 18 eine Grund- oder Nennkrümmung der Brillenglaslinse und die Schicht der wahlweise anpassbaren Substanz 24 ermöglicht es der Bearbeitungsfläche 22, die Übereinstimmung (Gleichförmigkeit) mit jeder beliebigen Krümmung aus einer Vielzahl unterschiedlicher Brillenglaskrümmungen in den Grenzen eines vorbestimmten Spektrums von Nennkrümmungen zu gewährleisten.

Die anpassbare Substanz 24 enthält thermoplastische Partikel, die wahlweise zwischen festem und flüssigem Zustand wechseln können, was eine Reaktion auf die Anwendung von Wärmeenergie in Bezug auf die Substanz darstellt.

In der gegenwärtig bevorzugten Ausführungsform der Erfindung handelt es sich bei der thermoplastischen Substanz um einen thermoplastischen Kunststoff, der unter der Marke „FreebondTM" verkauft wird. Der thermoplastische Kunststoff liegt bei einer Raumtemperatur von ca. 21 °C (ca. 70°F) in fester Form vor und geht in den flüssigen Zustand über, wenn er auf eine Temperatur von ungefähr 50°C (ca. 122°F) erwärmt wird. Am besten ist es, wenn die anpassbare Substanz 24 eine Mischung aus dem thermoplastischen Kunststoff sowie aus einem oder mehreren anderen wärmeleitfähigen Stoffen enthält, um die Wärmeleitfähigkeit der Substanz zu erhöhen und andererseits die Wechselzeiten zu verkürzen, die erforderlich sind, um die Substanz für den Übergang vom festen in den flüssigen Zustand zu erwärmen bzw. die Substanz für den Übergang vom flüssigen Zustand in den festen Zustand abzukühlen.

Dementsprechend besteht bei der gegenwärtig bevorzugten Ausführungsform der Erfindung die wahlweise anpassbare Substanz 24 aus dem thermoplastischen Kunststoff und Aluminiumpulver, die in folgendem Verhältnis miteinander vermischt werden: nach Gewicht ungefähr 3,5 Anteile Aluminiumpulver auf ungefähr einen Anteil des Thermoplasts. Das Aluminiumpulver besteht aus ungefähr 20 Mikrometer großen, kugelförmigen Partikeln. Allerdings können auch andere Größen und/oder Arten der wärmeleitfähigen Zusatzstoffe verwendet werden. Diese bevorzugte Mischung hat die Wärmeleitfähigkeit beträchtlich verbessert. Und aus diesem Grunde haben sich die Wechselzeiten bei der Erwärmung bzw. Abkühlung im Vergleich zum thermoplastischen Kunststoff selbst verkürzt. Allerdings kann, falls es gewünscht wird, das Metallpulver oder ein anderer wärmeleitfähiger Zusatzstoff eliminiert werden oder ein anderes Verhältnis zwischen dem thermoplastischen Kunststoff und den wärmeleitfähigen Partikeln je nach der gewünschten spezifischen Wärmeleitfähigkeit und/oder nach anderen gewünschten physikalischen Eigenschaften hergestellt werden. Obwohl dem thermoplastischen Kunststoff oder einem gleichgearteten Kunststoff der Vorzug gegeben wird, können Fachleute aus dem einschlägigen Fachgebiet außerdem aufgrund der in der vorliegenden Beschreibung enthaltenen Unterweisungen erkennen, dass die wahlweise anpassbare Substanz 24 sich nicht auf die beschriebenen thermoplastischen Kunststoffarten beschränkt, sondern auch andere Substanzen umfassen kann, die ohne weiteres aus dem festen in den flüssigen Zustand und umgekehrt durch die Anwendung von z. B. Wärme, Strahlung, chemische oder mechanische Energie übergehen können.

In der anpassbaren Läppscheibenschleifvorrichtung 10 kann die Substanz 24 wahlweise zwischen ihrer festen und flüssigen Form dank einer thermisch geregelten Flüssigkeit (vorzugsweise Wasser) hin und her wechseln, die durch thermische Kommunikation mit der Grundfläche 18 der Läppscheibe in Verbindung steht, um einerseits die Temperatur der Grundfläche und andererseits auch die Temperatur der Substanz 24 bei der thermischen Kommunikation mit der Grundfläche zu regeln. Wie aus 1 zu ersehen ist, weist die Läppscheibenhalterung 14 mindestens einen Flüssigkeitskanal 26 auf, der in Fließverbindung mit einer thermisch geregelten Flüssigkeitsquelle 28 steht. Während des Einrichtens wird die anpassbare Läppscheibe 12 fest mit der Läppscheibenhalterung 14 verbunden, wie aus 2 zu ersehen ist und weiter unten beschrieben wird, und die Flüssigkeitsquelle 28 wird betätigt, um die thermisch geregelte Flüssigkeit (vorzugsweise Wasser) durch den Kanal 26 zu leiten und auf die Unterseite 30 der Grundfläche 18 gelangen zu lassen. Wie aus 1 ersichtlich, ist die Unterseite 30 der Grundfläche 18 konvex geformt und wird durch einen ersten Radius „r1" definiert. Das Ablaufende 31 des Flüssigkeitskanals 26 befindet sich unmittelbar unterhalb des ungefähren Mittelpunktes der Unterseite 30 und die thermisch geregelte Flüssigkeit fließt, wie durch die Pfeile 32, 34 in 1 und 3 gekennzeichnet, auf die konvexe Fläche der Unterseite 30, um einen schnellen Kontakt zu gewährleisten und die ganze Fläche entweder zu erwärmen oder abzukühlen. Die Läppscheibengrundplatte 16 (oder zumindest der Teil, der die Grundfläche 18 begrenzt) wird aus einem Werkstoff gebildet, der eine relativ hohe Wärmeleitfähigkeit besitzt, wie z.B. Aluminium, um die Wechselzeiten für den Übergang von der Erwärmung zur Abkühlung der Läppscheibe und umgekehrt zu verkürzen.

Aus 1 und 2 ist zu ersehen, dass der Flüssigkeitskanal 26 ein Rohr für heiße Flüssigkeit 35 und ein Rohr für kalte Flüssigkeit 36 enthält, das im wesentlichen konzentrisch zum Rohr für die heiße Flüssigkeit 35 verläuft.

Aus 3 ist zu ersehen, dass das Ablaufende 31 des Flüssigkeitskanals 26 zumindest eine Öffnung für die heiße Flüssigkeit 37 und eine Vielzahl von Öffnungen 38, 39 für die kalte Flüssigkeit enthält. Die Öffnung für die heiße Flüssigkeit 37 steht in Verbindung mit dem Rohr für die heiße Flüssigkeit 35 und befindet sich im wesentlichen im Mittelpunkt, so dass die heiße Flüssigkeit 32 ungefähr zum Mittelpunkt der Unterseitenfläche 30 geleitet wird, wie es auch durch die Pfeile 32 in 1 und 2 gekennzeichnet ist. Die heiße Flüssigkeit breitet sich aus und erwärmt die Fläche 30. Die Öffnungen 38, 39 für die kalte Flüssigkeit stehen in Fließverbindung mit dem Rohr für die kalte Flüssigkeit 36 und werden zum Mittelpunkt der Unterseitenfläche 30 sowie zu den Außenseiten der Unterseitenfläche 30 geleitet, so dass die kalte Flüssigkeit 34 die Unterseitenfläche 30 abkühlt. Bei der bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, verlaufen die Öffnungen 38 für die kalte Flüssigkeit im wesentlichen in einem Winkel von 45° (fünfundvierzig Grad). Wie aus 1 zu ersehen ist, ist der Flüssigkeitsabfluss 42 zumindest mit einem Abflussrohr 44 gekoppelt, um die thermisch geregelte Flüssigkeit nach dem Durchfluss durch das Innere der Läppscheibenhalterung in sich aufzunehmen und abzuführen (oder, falls gewünscht, wieder in den Kreislauf zurückzuführen). Das Abflussrohr 44 verläuft im wesentlichen konzentrisch zu den Rohren 35, 36 für die heiße und kalte Flüssigkeit.

In der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die anpassbare Substanz 24 durch die Zuleitung relativ heißen Wassers bei einer Temperatur T1 über das Ablaufende des Flüssigkeitskanals 26 in ihren flüssigen Zustand überführt, um dadurch die Grundfläche 18 und die Schicht der anpassbaren Substanz 24 auf ungefähr die gleiche Temperatur zu erwärmen. Folglich müsste die Temperatur T1 für den oben beschriebenen thermoplastischen Kunststoff zumindest annähernd bei 50° C (122°F) liegen. Diese Flüssigkeitstemperatur reicht dafür aus, um die Flüssigkeit schnell zu erwärmen und die bevorzugte Substanz 24 aus ihrem festen Zustand in den flüssigen Zustand zu überführen. Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung gewährleistete Wasser bei einer Temperatur von ca. 65°C (150°F), das über das Ablaufende des Flüssigkeitskanals 26 geleitet wurde, innerhalb von ca. 10 – 15 Sekunden den Übergang der bevorzugten Substanz 24 aus ihrem festen Zustand in den flüssigen Zustand. Danach ermöglichte das bei einer Temperatur von ungefähr 5 bis 10°C (40 bis 50°F) über das Ablaufende 31 des Flüssigkeitskanals 26 geleitete Wasser, nachdem die Übereinstimmung der Bearbeitungsfläche 22 mit der Krümmung einer ausgewählten optischen Fläche, wie weiter unten beschrieben, erreicht worden war, innerhalb von ca. 5 – 10 Sekunden den Übergang der bevorzugten Substanz 24 aus ihrem flüssigen Zustand in den festen Zustand.

Die Autoren der vorliegenden Erfindung haben entdeckt, dass jede Ablenkung bzw. Abweichung bei der Bearbeitungsfläche 22 oder jede relative Bewegung zwischen der Bearbeitungsfläche und der Schicht der anpassbaren Substanz 24 auf ein Minimum reduziert und am besten eliminiert werden sollte, um fertige Linsen von ausreichender optischer Qualität zu erzeugen. Demzufolge wird die Bearbeitungsfläche 22 aus einem relativ dünnen, harten und steifen Werkstoff hergestellt, um jede Abweichung der Bearbeitungsfläche während der Feinbearbeitung auf ein Minimum zu reduzieren und am besten zu eliminieren. Bei der gegenwärtig bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht die Bearbeitungsfläche aus dünnem polymerem Material (vorzugsweise Vinyl), das eine Dicke von ca. 4 bis 8 mil (101 – 203 &mgr;m) hat. Im wesentlichen verhindert das in Verbindung mit den Eigenschaften der bevorzugten Substanz 24 jegliche Abweichung bei der Bearbeitungsfläche 22 und jegliche relative Bewegung zwischen der Bearbeitungsfläche und der Schicht 24.

Wie am besten aus 1 zu ersehen ist, verfügt das abhängige Kranzstück 46 der Läppscheibengrundplatte 16 über eine Randnut (bzw. -rille) 46 für die Aufnahme der polymeren Platte der Bearbeitungsfläche 22 und einen elastomeren Runddichtring 48, der über der Platte innerhalb der Nut liegt. Während des Zusammenbaus wird die polymere Platte, die die Bearbeitungsfläche 22 bildet, über die Schicht der anpassbaren Substanz 24 gelegt und nach unten über das abhängige Kranzstück 20 der Läppscheibengrundplatte 16 gezogen. Danach wird der elastomere Runddichtring 48 über das Kranzstück 20 gerollt oder anderweitig gezogen bzw. geschoben und innerhalb der Randnut 46 untergebracht, um die polymere Platte fest an der Läppscheibe zu verankern. Der elastomere Runddichtring 48 ist so dimensioniert, dass er einen ausreichend festen Sitz in der Nut 46 erhält, um eine feste Verbindung der polymeren Platte mit der Läppscheibe während des gesamten Einrichtungs- und Bearbeitungsprozesses zu gewährleisten. Wie von Fachleuten aus dem einschlägigen Fachgebiet anhand der im Text enthaltenen Unterweisungen erkannt werden wird, können andere Mechanismen oder Konstruktionen in gleicher Weise dafür verwendet werden, um die Bearbeitungsfläche 22 fest mit der Läppscheibengrundplatte zu verbinden. So z. B. könnte die Platte, die die Bearbeitungsfläche 22 bildet, durch einen Klebstoff, durch Anschweißen oder durch irgendeines der zahlreichen, bekannten Befestigungselemente für eine feste Verankerung der Platte mit Grundplatte an der Läppscheibe befestigt werden.

Wie aus 4 zu ersehen ist, wird ein Feinbearbeitungspolster 50 auf die Bearbeitungsfläche 22 gelegt und daran befestigt, um die Bearbeitungsfläche für die Feinbearbeitung von Brillengläsern noch weiter abzugrenzen. Als Feinbearbeitungspolster 50 kann eines der zahlreichen, bekannten Feinbearbeitungspolster verwendet werden, die im Handel für das Feinschleifen und/oder Polieren optischer Flächen angeboten werden. Demzufolge kann das Feinbearbeitungspolster 50 mit einem Schleifmittel, wie z. B. Siliziumcarbidgrieß, versehen sein, das mit dem Polster verklebt oder auf andere Weise mit dem Polster verbunden ist, um die Bearbeitungsfläche für das Feinschleifen der ausgewählten optischen Fläche zu bilden. Ein exemplarisches Feinbearbeitungspolster liegt in Form einer Schlitzscheibe vor und kann zu der Art gehören, die der US-PS 4.255.164 offenbart worden ist. Für das Polieren kann das Polster 50 andererseits in der Form eines Faserpolsters für die Feinbearbeitung ohne Schleifmittel (z. B. ein Vliesstoff, wie z. B. Filz) bestehen, das gegebenenfalls zusammen mit einer Aufschlämmung angewendet werden kann, die auf die Grenzfläche zwischen der optischen Fläche und der Bearbeitungsfläche aufgebracht wird.

Das Feinbearbeitungspolster 50 oder ein gleichgeartetes Bearbeitungselement wird auf die Bearbeitungsfläche 22 gelegt und an ihr durch eines der zahlreichen Befestigungs- oder Bindungsmittel angebracht, die Fachleuten aus dem einschlägigen Fachgebiet bekannt sind. Am besten ist es, wenn das Feinbearbeitungspolster 50 an der darunter liegenden Bearbeitungsfläche 22 durch einen Klebstoff oder ein doppelseitiges Klebeband befestigt wird, wodurch das Feinbearbeitungspolster fest an der erforderlichen Stelle verankert und jegliche relative Bewegung zwischen dem Polster und der darunter liegenden Fläche während des Feinbearbeitungsvorgangs verhindert wird. Vorzugsweise schließt die anpassbare Läppscheibe 12 Mittel ein, um ein austauschbares Befestigen des Feinbearbeitungspolsters 50 oder eines ähnlichen Bearbeitungselementes an der darunter liegenden Bearbeitungsfläche 22 zu ermöglichen. So z. B. kann die Unterseite des Feinbearbeitungspolsters 50 ein doppelseitiges Klebeband oder sonstiges Befestigungsband (z. B. das unter der Marke VelcroTM vertriebene Befestigungsband) oder sonstige Mittel enthalten, die das Befestigen oder Anbringen ermöglichen und gewährleisten, dass das Feinbearbeitungspolster ohne Zuhilfenahme von Werkzeugen an der darunter liegenden Bearbeitungsfläche 22 angebracht bzw. davon abgenommen werden kann. Als eine Alternative zum Feinbearbeitungspolster 50 kann die Bearbeitungsfläche 22 die gewünschten Oberflächeneigenschaften genau bestimmen, um die Feinbearbeitung einer optischen Fläche auszuführen.

Wie aus 1 und 2 zu ersehen ist, beinhaltet die Läppscheibenschleifvorrichtung 10 weiterhin Mittel für eine lösbare Befestigung der anpassbaren Läppscheibe 12 an der Läppscheibenhalterung 14. Die Läppscheibenhalterung 14 verfügt über ein aufrecht stehendes Kranzstück 52, das so dimensioniert ist, dass es gleitbar im abhängigen Kranzstück 20 der Läppscheibengrundplatte 16 aufgenommen werden kann. Das aufrecht stehende Kranzstück 52 begrenzt eine Randnut 54, die für die Aufnahme eines elastomeren Runddichtringes 56 vorgesehen ist. Das abhängige Kranzstück 20 der Läppscheibengrundplatte 16 begrenzt in ähnlicher Weise eine Ringnut 58 auf seiner Innenfläche, die auf die Randnut 54 ausgerichtet wird, wenn die anpassbare Läppscheibe 12 in die Halterung 14 eingesetzt wird. Die Randnut 54 steht durch das Rohr 60 in Fließverbindung mit einer Druck- bzw. Vakuumquelle 62. Um eine feste Verankerung der anpassbaren Läppscheibe 12 mit der Läppscheibenhalterung 14 zu gewährleisten, wird die Druck- bzw. Vakuumquelle 62 betätigt, um Druckgas (vorzugsweise Druckluft) in das Rohr 60 einzuleiten, das, wie mit den gestrichelten Linien in 1 angegeben, den elastomeren Runddichtring 56 nach außen und in die Ringnut 58 der Läppscheibengrundplatte 16 drückt, um dadurch die anpassbare Läppscheibe an der Halterung festzumachen. Um danach die anpassbare Läppscheibe 12 aus der Halterung 14 zu lösen, wird die Druck- bzw. Vakuumquelle 62 betätigt, um das Vakuum durch das Rohr 60 zu ziehen, das wiederum den elastomeren Runddichtring 56 nach innen zieht und von der Ringnut 58 der Läppscheibengrundplatte 16 wegzieht. Wenn die Vakuumquelle betätigt wird, kann die anpassbare Läppscheibe 12 leicht aus der Halterung 14 herausgehoben werden.

In 4 wird gezeigt, wie die anpassbare Läppscheibenschleifvorrichtung 10 in eine Vorrichtung für die Feinbearbeitung der nachgeformten optischen Fläche eines Linsenrohlings 66 für ein Brillenglas eingebaut wird. In dieser Art von Vorrichtung wird der Linsenrohling 66 durch Klebstoff, ein mechanisches Befestigungselement oder einen anderen geeigneten Verbindungsmechanismus mit einem Befestigungsarm oder Linsenhalter 68 verbunden, der sich innerhalb eines Kübels oder eines ähnlichen Behälters (nichnt abgebildet) befindet, um den Feinbearbeitungsvorgang durchzuführen. Am besten ist es, wenn die Läppscheibenhalterung 14 fest an der Oberfläche der Unterlage der Vorrichtung mit dem Linsenhalter 68 und dem Linsenrohling 66 verankert wird, die sich oberhalb der anpassbaren Läppscheibe 12 befindet. Wie aus 3 zu ersehen ist, ergibt die Bearbeitungsfläche 22 der anpassbaren Läppscheibe 12 einen Durchmesser, der geringer als der Durchmesser der optischen Fläche 64 ist, um der Bearbeitungsfläche zu ermöglichen, die Signatur der optischen Fläche anzunehmen (d. h. mit der Krümmung der optischen Fläche konform zu sein).

Der Linsenhalter 68 wird durch ein geeignetes Ansteuerungssystem 70 entsprechend den von einem Steuergerät 72 ausgehenden Kommandos entlang eines vorbestimmten Weges gelenkt. Der Steuergerät 72 ist elektrisch mit jedem Bauteil der Vorrichtung verbunden, einschließlich der Flüssigkeitsquelle 28, der Druck- bzw. Vakuumquelle 62 (wie aus 1 zu ersehen ist) und des Ansteuerungssystems 70, um automatisch jeden Bauteil für die Ausführung der Einrichtungs- und Feinbearbeitungsvorgänge zu steuern. Der Weg des Linsenrohlings 66 und des Linsenhalters 68 kann, wie in der US-PS 3.893.264 beschrieben, einer Kreisbahn gleichen oder eine lineare, bogenförmige oder andere gewünschte Konfiguration haben. Aber am besten ist es, wenn dieser Weg von den Krümmungen der ausgewählten Linsenoberfläche bestimmt wird, um die Krümmungen bei der fertig bearbeiteten Linse genau nachzuvollziehen.

4 veranschaulicht eine exemplarische Vorrichtung für die Feinbearbeitung einer optischen Fläche auf diese Art und Weise. Sie wird in der DE 199 21 003 C2 offenbart. Dieses Patent wird hiermit ausdrücklich durch Entgegenhaltung als Teil der hier vorliegenden Offenbarung einbezogen. In dieser Vorrichtung weist das Ansteuerungssystem 70 mindestens drei Gelenkträgerpaare 74 auf, die in bestimmten Abständen winklig zueinander angeordnet und mit dem Linsenhalter 68 verbunden sind, um den Linsenhalter und die Linse in praktisch jeder beliebigen vorbestimmten Richtung entsprechend den Steuerbefehlen zu bewegen, die vom Steuergerät 72 ausgehen, um die anpassbare Linse einzuspannen und die Feinbearbeitung der optischen Fläche, wie im weiteren beschrieben, auszuführen.

Bei der Funktionsweise der vorliegenden Erfindung wird die in 4 dargestellte Vorrichtung so eingerichtet, dass sie die Feinbearbeitung eines ausgewählten Linsenrohlings 66 durch festes Einspannen der Linse in den Linsenhalter 68 durchführen kann. Danach ist die anpassbare Läppscheibe 12 bereit, der Krümmung einer ausgewählten Linsenoberfläche 67 des ausgewählten Linsenrohlings 66 konform zu folgen. Wenn der Linsenrohling 66 sich oberhalb der Bearbeitungsfläche 22 der Läppscheibe befindet, betätigt das Steuergerät 72 zunächst die Flüssigkeitsquelle 28, um relativ warmes Wasser mit der Temperatur T1 über das Ablaufende 31 des Flüssigkeitskanals 26 (siehe 2) zuzuleiten und in Kontakt mit der Unterseite 30 der Läppscheibengrundplatte zu bringen. Wie oben beschrieben worden ist, kann in der bevorzugten Ausführungsform Wasser bei einer ungefähren Temperatur von 65°C (150°F) bewirken, dass die Substanz 24 innerhalb weniger Sekunden aus dem festen in den flüssigen Zustand übergeht. Wenn dann die Schicht der wahlweise anpassbaren Substanz 24 sich im flüssigen Zustand befindet, betätigt das Steuergerät (Steuerungsrechner) 72 das Ansteuerungssystem 70, um den Linsenhalter 68 nach unten zu bewegen und danach wiederum die Linsenoberfläche 67 in Kontakt mit der Bearbeitungsfläche 22 zu pressen, wie aus 5 zu ersehen ist. Da die Zwischenschicht 24 sich im flüssigen Zustand befindet, ist es der Bearbeitungsfläche 22 möglich, genau den Krümmungen der optischen Fläche 64 konform zu folgen. Wie aus 5 zu ersehen ist, wird die anpassbare Substanz 24 umverteilt und bildet eine relativ dünnere Schicht im mittleren Teil der Bearbeitungsfläche 22, wenn der Linsenrohling 66 durch Druck in Kontakt mit der Bearbeitungsfläche 22 der Läppscheibe gebracht wird.

Sobald die optische Fläche 67 durch Druck in konformen Kontakt mit der Bearbeitungsfläche 22 gebracht wird, betätigt der Steuerungsrechner 72 die Flüssigkeitsquelle 28, damit relativ kühle Flüssigkeit durch das Ablaufende 31 des Kanals 26 zugeführt und in Kontakt mit den seitlichen Teilen der Unterseite 30 der Grundfläche 18 gebracht werden kann, um den Übergang der aus der Substanz 24 bestehenden Schicht vom festen in den flüssigen Zustand zu bewirken. Wie oben beschrieben, kann in der gegenwärtig bevorzugten Ausführungsform der Erfindung Wasser bei einer Temperatur von ungefähr 5 – 10°C (40 – 50°F) innerhalb von wenigen Sekunden den Übergang der bevorzugten Substanz 24 vom flüssigen zum festen Zustand bewirken. Da die Kühlflüssigkeit 34 anfänglich mit den seitlichen Teilen der Fläche 30 in Kontakt kommt, beginnt die Abkühlung der seitlichen Teile zuerst, um zu gewährleisten, dass die dickere Schicht der umverteilten, anpassbaren Substanz 24 ausreichend abgekühlt wird, und dass die anpassbare Läppscheibe genau die Form der Linsenoberfläche 67 annimmt.

Wenn die Schicht der anpassbaren Substanz 24 sich im festen Zustand befindet und somit die Bearbeitungsfläche 22 in der Stellung arretiert ist, die der Krümmung der ausgewählten optischen Fläche entspricht, wird das Ansteuerungssystem 70 betätigt, um den Linsenhalter 68 von der anpassbaren Läppscheibe 12 weg zu bewegen, um dadurch den Linsenrohling 66 von der Läppscheibe zu lösen. Wenn es erforderlich ist, die Trennung der Linse 66 von der Bearbeitungsfläche 22 wegen des zwischen der Linse und der Linsenfläche entstandenen Vakuums zu erleichtern, ist es möglich, vor der Formung der Krümmungen der Bearbeitungsfläche einen feinen Faden zwischen die Linse und die Bearbeitungsfläche zu legen, um die Bildung eines Vakuums zu verhindern. Jede durch den feinen Faden hervorgerufene Vertiefung bzw. Einkerbung stellt keine Beeinträchtigung für die Leistung der Läppscheibe dar.

Sobald die Linse von der Bearbeitungsfläche 22 getrennt ist, wird das Feinbearbeitungspolster 50 auf die Bearbeitungsfläche gelegt und in einer Art und Weise daran befestigt, wie sie oben für das Feinschleifen und/oder Polieren der optischen Fläche beschrieben worden ist. Da die Bearbeitungsfläche 22 die Krümmungen der ausgewählten optischen Fläche 67 definiert, verändert das Feinbearbeitungspolster 50 die Krümmungen in geringem Maße. Um die ausgewählten Krümmungen bei der fein bearbeiteten Linse genau nachzuvollziehen, wird die Linse auf das Polster 50 gelegt, um die anpassbare Substanz 24 wieder ein bisschen neu anzupassen. Somit wird die anpassbare Substanz 24 neu angepasst, um die Dicke des Polsters 50 auszugleichen. Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung macht der Ausgleich der Dicke des Polsters keinen vollständigen Übergangszyklus der anpassbaren Substanz 24 vom festen in den flüssigen Zustand erforderlich. Ferner wird Wasser auf das Polster geleitet.

Das Steuergerät 72 betätigt danach das Ansteuerungssystem 70, um den Linsenhalter 68 und die daran befestigte Linse 66 in Kontakt mit dem Feinbearbeitungspolster 50 zu bringen und wiederum den Linsenhalter und die Linse über die vorbestimmte Ansteuerungsbahn zu bewegen, wodurch eine relative Bewegung an der Grenzfläche zwischen der Linsenoberfläche 67 und dem Feinbearbeitungspolster 50 entsteht, um dadurch die Feinbearbeitung der Linse zu bewirken. Das Feinbearbeitungspolster 50 kann anfänglich die Form eines herkömmlichen Feinbearbeitungspolsters 50 für das Feinschleifen der optischen Fläche annehmen. Wenn dann das Feinschleifen abgeschlossen ist, kann das Feinbearbeitungspolster 50 von der Bearbeitungsfläche 22 gelöst und durch ein herkömmliches Polierpolster ersetzt werden, um die optische Fläche 67 zu polieren. Sobald die Feinbearbeitungsvorgänge beendet sind, können die Polster abgestoßen und die Arbeitsgänge für eine weitere Linse wiederholt werden.

Die Autoren der vorliegenden Erfindung haben entdeckt, dass es wünschenswert sein kann, eine Vielzahl anpassbarer Läppscheiben zu schaffen, wobei jede Läppscheibe für eine unterschiedliche nominelle Brillenglaskrümmung zuständig ist. Außerdem wird die nominelle Krümmung in Verbindung mit der Schichtdicke der anpassbaren Substanz 24 für jede Läppscheibe 12 eingestellt, um eine Vielzahl unterschiedlicher Brillenglaskrümmungen in dem jeweiligen vorbestimmten Spektrum von Krümmungen zu erfassen. Ein Vorteil dieser Art und Weise, einen Satz von Läppscheiben zur Verfügung zu halten, besteht darin, dass die Schichtdicke der anpassbaren Substanz 24 im Vergleich zu einer einzigen Läppscheibe verringert werden kann, die dafür ausgelegt ist, ein breiteres Spektrum von Brillenglaskrümmungen zu erfassen. Dadurch können die Wechselzeiten zwischen Erwärmung und Abkühlung verringert werden und in geringerem Maße kann die Auswirkung irgendeiner Schrumpfung in der Schicht der anpassbaren Substanz beim Übergang vom flüssigen zum festen Zustand auf ein Minimum reduziert werden.

Bei der gegenwärtig bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann eine Gruppe unterschiedlicher Läppscheiben des in 15 abgebildeten Typs bereitgestellt werden, um ein Spektrum unterschiedlicher Linsenkrümmungen von ca. 0 bis 20 Dioptrien („D") zu erfassen. In diesem Fall wird jede anpassbare Läppscheibe 12 so ausgelegt, dass sie einen Bereich von ungefähr 1.5 (anderthalb) Dioptrien folgender Linsenkrümmungen erfasst:

In dieser gegenwärtig bevorzugten Ausführungsform kann jede Läppscheibe 12 einen Bereich bearbeiten, der von der nominellen Dioptrie bis zur Dioptrie –1,5 (minus anderthalb) reicht, und so ungefähr die Wechselzeiten für die Erwärmung und Abkühlung erreichen, die für die oben genannten vorgesehen sind. Jede Läppscheibe kann auch einen Zylinder in der Größenordnung einer Zugabe von 1,5 (anderthalb) Dioptrien erfassen (z. B. –4,5 × 6 auf einer 6D Läppscheibe [Läppscheibe Nr. 4 siehe oben]). Außerdem muss der Zylinder sich nicht symmetrisch zum Zugabenmittelwert verhalten. Eher darf sich die Gesamtzugabe auf einer Seite der nominellen Krümmung befinden. Demzufolge kann die Gruppe von 14 (vierzehn) anpassbaren Läppscheiben, die oben zusammengefasst sind, sich an jede Linsenkrümmung bis zu 21 Dioptrien (mit einer Zugabe von ebensoviel wie 1,5) anpassen und ihre Feinbearbeitung ausführen. Außerdem benötigen einige Linsen zusätzlich zur Grundkrümmung eine Zylinder- oder Querkrümmung. Die Läppscheibe könnte eine gewisses vorher eingestelltes Maß einer Zylinderkrümmung aufweisen.

Aber wie von Fachleuten aus dem einschlägigen Fachgebiet aufgrund der in der vorliegenden Beschreibung enthaltenen Unterweisungen erkannt werden wird, haben die oben dargelegten nominellen Krümmungen und das vorbestimmte Spektrum von Krümmungen für jede anpassbare Läppscheibe nur exemplarischen Charakter und können in Abhängigkeit von einer Reihe von Faktoren je nach Wunsch verändert werden, einschließlich der gewünschten Wechselzeiten für die Erwärmung und Abkühlung.

Zudem ist bei der bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung die Bearbeitungsfläche der anpassbaren Läppscheibe kleiner als der Durchmesser der zu polierenden Linse. Wie in dem Fachgebiet bekannt ist, wird für höhere Dioptrien eine spezielle Hochdioptrienläppscheibe oder erhabene Läppscheibe verwendet.

Wie von Fachleuten aus dem einschlägigen Fachgebiet erkannt werden wird, können zahlreiche Veränderungen und Modifikationen im Hinblick auf die oben beschriebene Ausführungsform und andere Ausführungsformen der Erfindung vorgenommen werden, ohne von ihrem Grundinhalt abzugehen, der in den als Anlage beigefügten Ansprüchen definiert worden ist. Demzufolge ist die vorliegende ausführliche Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform in einem erläuternden Sinne und nicht in einem einschränkenden Sinne zu verstehen.


Anspruch[de]
  1. Anpassbare Läppscheibe (12) für die Feinbearbeitung optischer Flächen, die aufweist:

    eine starre Grundfläche (18), die eine Grundkrümmung definiert, eine Bearbeitungsfläche (22), die an die Grundfläche (18) für die Kontaktaufnahme mit einer ausgewählten optischen Fläche angrenzt und mit der Krümmung der ausgewählten optischen Fläche übereinstimmt, und

    eine wahlweise anpassbare Substanz (24), die eine Schicht bildet, die sich zwischen der starren Grundfläche (18) und der Bearbeitungsfläche (22) erstreckt und wahlweise zwischen einem festen und flüssigen Zustand wechseln kann, wobei die Substanz (24) in ihrem flüssigen Zustand eine Bewegung der Bearbeitungsfläche (22) in Bezug auf die Grundfläche (18) ermöglicht, um der Krümmung der ausgewählten optischen Fläche konform zu folgen, und die Substanz (24) in ihrem festen Zustand die Bearbeitungsfläche in einer Stellung fixiert, die mit der Krümmung der ausgewählten optischen Fläche konform übereinstimmt, und diese erwähnte konforme Stellung während der Feinbearbeitung der ausgewählten optischen Fläche aufrecht erhält, wobei die wahlweise anpassbare Substanz (24) einen thermoplastischen Kunststoff enthält, der sich in seinem festen Zustand annähernd bei oder unter der Umgebungstemperatur der Läppscheibe (12) befindet und als Reaktion auf die Anwendung von Wärmeenergie in den flüssigen Zustand übergehen kann, und die anpassbare Substanz (24) außerdem Partikel aus Metall enthält, um die Wärmeleitfähigkeit der Substanz zu erhöhen.
  2. Anpassbare Läppscheibe nach Anspruch 1, die außerdem Mittel für die Regelung der Temperatur der Substanz (24) umfasst, um wahlweise den Übergang der Substanz (24) zwischen dem festen und flüssigen Zustand zu ermöglichen.
  3. Anpassbare Läppscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die starre Grundfläche (18) aus einem wärmeleitfähigen Material gebildet ist und dass das Mittel für die Temperaturregelung der Substanz (24) Mittel für die Zuleitung (26) einer thermisch geregelten Flüssigkeit in thermische Kommunikation mit der Grundfläche (18) für die Temperaturregelung der Grundfläche (18) sowie auch für die Temperaturregelung der anpassbaren Substanz (24), die in thermischer Kommunikation mit der Grundfläche (18) steht, umfasst.
  4. Anpassbare Läppscheibe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel für die Zuleitung (26) einer thermisch geregelten Flüssigkeit ein Ablaufende (31) enthält, das zumindest eine Öffnung (37) für die Einleitung relativ heißer Flüssigkeit (32) in einen ungefähr in der Mitte liegenden Teil der Grundfläche (18) sowie eine Vielzahl von Öffnungen (38, 39) für die Einleitung einer relativ kalten Flüssigkeit (34) in zentral und seitlich gelegene Teile der Grundfläche (18) aufweist.
  5. Anpassbare Läppscheibe nach einem der Ansprüche 3 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel für die Zuleitung (26) einer thermisch geregelten Flüssigkeit zumindest einen Flüssigkeitskanal enthält, der in Fließverbindung mit der Grundfläche (18) und einer thermisch geregelten Flüssigkeitsquelle (28) steht, die in Fließverbindung mit zumindest einem Flüssigkeitskanal für die Einleitung einer thermisch geregelten Flüssigkeit in thermische Kommunikation mit der Grundfläche (18) steht, um dadurch die Temperatur der Grundfläche (18) zu regeln.
  6. Anpassbare Läppscheibe nach einem der Ansprüche 3 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel für die Zuleitung (26) einer thermisch geregelten Flüssigkeit ein Rohr für heiße Flüssigkeit (35) und ein Rohr für kalte Flüssigkeit (36) einschließt.
  7. Anpassbare Läppscheibe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr für heiße Flüssigkeit (35) und das Rohr für kalte Flüssigkeit (36) im wesentlichen konzentrisch verlaufen.
  8. Anpassbare Läppscheibe nach Anspruch 7, die außerdem ein Abflussrohr (44) aufweist, das sich im wesentlichen in konzentrischer Lage zu den Rohren für heiße und kalte Flüssigkeit (35, 36) befindet, um den Abfluss der Flüssigkeit zu ermöglichen, nachdem sie in Verbindung mit der Unterseite (30) der anpassbaren Läppscheibe gestanden hat.
  9. Anpassbare Läppscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungsfläche (22) zumindest zum Teil durch eine darüber gelegte polymere Schicht begrenzt wird und in Kontakt mit der Schicht aus wahlweise anpassbarer Substanz steht.
  10. Anpassbare Läppscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungsfläche (22) weiter durch ein Feinbearbeitungspolster (50) begrenzt wird, das auf einer gegenüberliegenden Seite der polymeren Schicht bezogen auf die wahlweise anpassbare Substanz angebracht ist.
  11. Anpassbare Läppscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die polymere Schicht weniger als ungefähr 10 mm dick ist.
  12. Anpassbare Läppscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplattenkrümmung eine Brillenglas-Nennkrümmung definiert und die Schicht wahlweise anpassbarer Substanz (24) eine Veränderung der Nennkrümmung innerhalb eines vorbestimmten Bereiches von Brillenglaskrümmungen gestattet.
  13. Verfahren für die Feinbearbeitung einer ausgewählten optischen Fläche mit einer anpassbaren Läppscheibe (12), nach Anspruch 1, wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:

    Bestimmen der Krümmung der ausgewählten optischen Fläche (67);

    Auswählen der Grundplattenkrümmung und der Dicke der Schicht anpassbarer Substanz (24), um zu gestatten, dass die Bearbeitungsfläche (22) mit der Krümmung der ausgewählten optischen Fläche übereinstimmt;

    Verändern der anpassbaren Substanz (24) von der festen in die flüssige Form;

    Andrücken der ausgewählten optischen Fläche (67) an die Bearbeitungsfläche (22) und im Gegenzug Anpassen der Bearbeitungsfläche (22) und der unterliegenden Schicht wahlweise anpassbarer Substanz (24) an die Krümmung der ausgewählten optischen Fläche;

    während die ausgewählte optische Fläche (67) in konformen Kontakt mit der Bearbeitungsfläche (22) gedrückt wird, Verändern der wahlweise anpassbaren Substanz (24) von der flüssigen in die feste Form, um dadurch zu bewirken, dass die Bearbeitungsfläche (22) die Krümmung der ausgewählten optischen Fläche (67) annimmt; und

    während sich die ausgewählte optische Fläche im konformen Kontakt mit der Bearbeitungsfläche (22) befindet, Bewegen von zumindest einer der beiden Flächen, d. h. der optischen Fläche (67) oder der Bearbeitungsfläche (22), bezogen auf die andere, um die optische Fläche (67) feinzubearbeiten.
  14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt des Bewegens von zumindest einer der beiden Flächen, d. h. der optischen Fläche (67) oder der Bearbeitungsfläche (22), bezogen auf die andere das Bewegen der optischen Fläche entlang eines Pfades einschließt, der durch die Krümmung der optischen Fläche definiert wird.
  15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, das folgende Schritte umfasst:

    festes Anbringen der Bearbeitungsfläche (22) und Bewegen der optischen Fläche entlang eines vorbestimmten Pfades bezogen auf die Bearbeitungsfläche (22).
  16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, das weiter folgenden Zwischenschritt umfasst:

    Anordnen eines Polsters (50) auf der Bearbeitungsfläche (22), nachdem die Bearbeitungsfläche die Krümmung der ausgewählten optischen Fläche (67) angenommen hat; und

    erneutes Anpassen der Bearbeitungsfläche (22) mit dem darauf angeordneten Polster (50), um einen Ausgleich für die Dicke des Polsters vorzunehmen.
  17. Verfahren nach Anspruch 16, das weiter einen nachfolgenden Schritt des Zuführens von Wasser auf das Polster (50) umfasst.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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