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Dokumentenidentifikation DE102004061166A1 13.07.2006
Titel Greifeinrichtung für eine Axminster-Webmaschine
Anmelder Groz-Beckert KG, 72458 Albstadt, DE
Erfinder Danner, Stefan, 72475 Bitz, DE
Vertreter Rüger und Kollegen, 73728 Esslingen
DE-Anmeldedatum 16.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004061166
Offenlegungstag 13.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.07.2006
IPC-Hauptklasse D03D 39/08(2006.01)A, F, I, 20060412, B, H, DE
Zusammenfassung Der erfindungsgemäße Greifer zeichnet sich dadurch aus, dass die Lagerung, d. h. die Verbindungsstelle zwischen seinen Klemmbacken (19, 21), einen zylindrischen Traganteil hat. Dieser Traganteil macht vorzugsweise wenigstens ein Fünftel bis ein Viertel der Gesamtdicke D des Klemmbackens aus. Dies entspricht der Hälfte der Höhe eines Vorsprungs (36), der an einen der Klemmbacken (19, 21) angeformt ist und zur Lagerung der Klemmbacken (19, 21) aneinander dient. Während die eine Hälfte der Höhe des Vorsprungs (36) der Lagerung dient, ist die andere Hälfte mit einer Schräge versehen, die durch den geneigten Rand (41) gebildet wird. Die Neigung beträgt bis zu 45°. Ein gesonderter Niet ist nicht vorhanden. Vielmehr werden die Klemmbacken (19, 21) durch Verprägen miteinander verbunden. Fertigungstoleranzen sowie Toleranzen aufgrund von Verschleiß während des Betriebs wirken sich aufgrund des zylindrischen Traganteils der Lagerstelle nicht in radialer Richtung aus. Dies hat den Vorzug, dass die Klemmwirkung einzelner Greifer nahezu identisch ist.

Beschreibung[de]

Zur Teppichherstellung und zur Herstellung anderer, mit einem Flor versehener Textilware ist das Axminster-Weben bekannt. Entsprechende Webmaschinen, deren prinzipielle Funktion der Literaturstelle „Carpet Manufacture" (Teppichherstellung Geoffrey H. Crawshaw, WRONZ Developments, Private Bag 4749, Christchurch, New Zealand, zu entnehmen ist. Die Webmaschine arbeitet mit drei Kettfadengruppen, denen entsprechende Webschäfte zugeordnet sind. Vorgeschnittene Florfäden werden mittels auf einer Barre sitzender Greifereinrichtungen zwischen die Kettfäden geführt und dort von den Schussfäden festgelegt.

Axminster-Webmaschinen galten lange Zeit als wenig produktiv. Mit Einführung der elektronisch gesteuerten Jacquardtechnik, haben die Axminster-Webmaschinen jedoch nicht nur ein hohes Maß an Flexibilität gewonnen sondern darüber hinaus an Produktivität erheblich zugelegt.

Den Greifereinrichtungen der Axminster-Webmaschinen kommt besondere Bedeutung zu. Sie werden in der Regel von einem so genannten Schloss gesteuert. Dabei muss sicher gestellt werden, dass die einzelnen Greifer eine kontrollierte und gewünschte Klemmwirkung haben. Ist die Klemmwirkung nicht ausreichend, können einzelne Florfäden verrutschen oder verloren gehen, was selbstverständlich nicht hinnehmbar ist.

Die Greifer werden in der Regel durch zwei Klemmbacken gebildet, die wie bei einer Zange aneinander gelagert sind. Dabei sind die Greifer äußerst schmal ausgebildet, um zwischen die geringen, zwischen den Kettfäden vorhandenen Zwischenräume zu passen. Die Klemmbacken sind durch einen Niet zusammen gehalten, der ein Gelenk für die Klemmbacken bildet. Derartige Gelenke weisen ein gewisses radiales Spiel auf. Dieses hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Klemmwirkung des Greifers. Bei Axminster-Webmaschinen werden mehrere Greifer von ein und derselben Betätigungseinrichtung angetrieben. Unterschiedliche Klemmwirkungen aufgrund von radialem Spiel unterschiedlicher Greifer führt dann dazu, dass einzelne Greifer den Faden gut greifen können, während andere den Faden nicht greifen, weil die Klemmbacken nicht ausreichend schließen. Dieses Problem wird dann häufig dadurch gelöst, dass die Betätigungseinrichtung so verstellt wird, dass auch die das größte Spiel aufweisenden Greifer komplett schließen. Dies hat aber zur Folge, dass sich im Verlauf des Herstellungsprozesses bei Greifern die zunächst ohne Spiel arbeiten, aufgrund des starken Schließdrucks Spiel einstellt oder im Extremfall die Greifer dazu neigen, zu brechen.

Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, eine Greifereinrichtung zu schaffen, die einerseits präzise und andererseits zuverlässig arbeitet.

Diese Aufgabe wird mit der Greifereinrichtung nach Anspruch 1 gelöst:

Die erfindungsgemäße Greifereinrichtung weist ein verbessertes Gelenk auf. Dieses weist einen zylindrischen Lagerabschnitt auf, an dem einer der Klemmbacken schwenkbar mit einem ebenfalls zylindrischen Gegenlagerabschnitt gelagert ist. Die beiden zur Lagerung dienenden Zylinderflächen können dabei sowohl durchgehende Ringflächen als auch unterbrochene Flächen sein, wobei in den Flächen vorgesehene Ausnehmungen, beispielsweise der Ölhaltung oder der Schmutzaufnahme dienen können.

Gegenüber Greifereinrichtungen mit z.B. kegelförmigen Lagerbohrungen, die durch einen Senkkopfniet zusammengehalten werden, hat die erfindungsgemäße, mit einer zylindrischen Lagereinrichtung versehene Greifereinrichtung eine präzisere radiale Führung der beiden Klemmbacken. Das verminderte Radialspiel führt zu einem einheitlichen Schließvorgang aller Greifereinrichtungen, die von der gleichen Schlosskurve betätigt werden. Entsprechend können die Greifereinrichtungen präzise schließen. Die Überlastung einzelner Greifereinrichtungen kann vermieden werden, so dass die Gefahr von Klemmbackenbrüchen auf ein Minimum reduziert oder ganz ausgeschlossen ist. Die Klemmwirkung der einzelnen Greifer ist nahezu identisch. Die Webmaschinen können dadurch optimal eingestellt werden.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die zylindrische Lagerfläche an einem der Klemmschenkel und die Gegenlagerfläche an dem jeweiligen anderen Klemmschenkel ausbildet. Z.B. gehört zu dem Gelenk ein Fortsatz, der konzentrisch zu der Schwenkachse des Gelenks angeordnet ist und eine Lageröffnung eines der Klemmbacken durchgreift. Vorzugsweise ist der Fortsatz dabei an dem gerne auch als „Grundteil" bezeichneten Klemmbacken angeformt, während die Lageröffnung gerne in dem als „Hebel" bezeichneten Klemmbacken angeordnet ist. Der Fortsatz weist eine zylindrische Außenfläche auf, die bei einer ersten Ausführungsform als die zylindrische Lagerfläche dient. Die ebenfalls zylindrische Gegenlagerfläche kann durch die Wandung der Lageröffnung gebildet werden. Zur Sicherung der beiden Klemmbacken aneinander kann der Fortsatz in Axial- und/oder Radialrichtung deformiert sein. Sein oberer freier Rand bildet dann einen Nietrand. Dieser kann ringsumlaufend ringförmig geschlossen oder lediglich abschnittsweise in Form einzelner Verstemmungsabschnitte nach außen gedrängt sein.

Der Fortsatz ist vorzugsweise einstückig mit einem der Klemmbacken, d.h. nahtlos aus dem gleichen Material wie dieser ausgebildet. Alternativ kann er beispielsweise durch einen Schweißvorgang oder einen anderen Verbindungsvorgang mit dem Klemmbacken verbunden sein. Jedenfalls aber ist er in Bezug auf den Klemmbacken, mit dem er fest verbunden ist, präzise angeordnet und spielfrei mit diesem verbunden, wodurch die Grundlage für eine präzise Lagerung des anderen Klemmbackens geschaffen wird.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist konzentrisch zu dem Fortsatz eine Lagerrippe angeordnet. Diese kann als ringförmige, an eine ansonsten ebenen Fläche ausgebildete Erhebung anschließend ausgebildet sein, der eine in dem anderen Klemmbacken angeordnete Ringnut zugeordnet ist. Die Lagerrippe kann zur axialen und/oder zur radialen Lagerung der Klemmbacken aneinander dienen. Dient sie der axialen Lagerung ist ihre Höhe zumindest geringfügig größer als die Tiefe der Ringnut. In diesem Fall dient die ebene Ringfläche der Ringrippe als axiale Anlage- und Lagerfläche, während im übrigen ein Spalt zwischen den Klemmbacken verbleibt. Bei dieser Ausführungsform ist eine präzise axiale Lagerung bei zugleich geringer Haftreibung und guter Ölhaltung gegeben.

Alternativ oder zusätzlich kann die Lagerrippe der radialen Lagerung dienen. In diesem Fall ist die zylindrische Lagerfläche durch die innere oder äußere zylindrische Flanke der Lagerrippe gebildet. Die entsprechende Gegenlagerfläche wird dann durch die zugeordnete ringförmige Nutwand der Lager- oder Ringnut gebildet.

Bei dieser Ausführungsform ist die Lagereinrichtung weitgehend unabhängig von dem Fortsatz ausgebildet. Wird dieser verstemmt oder gestaucht, um die beiden Klemmbacken unverlierbar aneinander zu sichern, bleibt die radiale und/oder axiale Lagerung durch die prinzipiell nicht zu verformende Lagerrippe und die zugeordnete Ringnut erhalten.

Der erfindungsgemäße Greifer zeichnet sich in einer bevorzugten Ausführungsform außerdem dadurch aus, dass die zylindrische Lagerfläche eine zu der Gelenkachse axiale Länge von wenigstens einem Fünftel bis einem Viertel der Gesamtdicke des Klemmbackens aufweist. Dies entspricht der Hälfte der Höhe des Vorsprungs, der an einen der Klemmbacken angeformt sein kann und zur Lagerung der Klemmbacken aneinander dient. Während die eine Hälfte der Höhe des Vorsprungs der Lagerung dient, ist die andere Hälfte mit einem ausgestellten, konischen Rand versehen. Die Neigung der Konusfläche zu der Zylinderfläche beträgt bis zu 45°. Ein gesonderter Niet ist nicht vorhanden. Vielmehr werden die Klemmbacken durch Verprägen miteinander verbunden. Fertigungstoleranzen sowie Toleranzen aufgrund von Verschleiß während des Betriebs wirken sich aufgrund des Vorhandenseins der zylindrischen Lagerfläche in radialer Richtung nicht aus.

Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Zeichnung, von Unteransprüchen oder der Figurenbeschreibung.

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung veranschaulicht. Es zeigen:

1 eine Axminster-Webmaschine in stark schematisierter Darstellung,

2 die Axminster-Webmaschine nach 1 in einer ausschnittsweisen Darstellung zur Veranschaulichung der Funktion ihrer Greifereinrichtung,

3 die Greifereinrichtung der Axminster-Webmaschine nach 1 und 2 in gesonderter Darstellung in Seitenansicht,

4 die Greifereinrichtung nach 3 mit voneinander getrennten Klemmbacken zur Veranschaulichung ihres Gelenks in Seitenansicht der Klemmbacken,

5 einen Klemmbacken der Greifereinrichtung nach 3 und 4 in perspektivischer, teilweise geschnittener Darstellung und

6 die Greifereinrichtung nach 3, geschnitten entlang der Linie VI-VI in ausschnittsweiser Darstellung und einem anderen Maßstab.

In 1 ist eine Axminster-Webmaschine 1 veranschaulicht, die zur Herstellung einer Florware, wie beispielsweise eines Teppichs dient. Sie weist mehrere nicht veranschaulichte Kettbäume auf, von denen mehrere Kettfäden 2, 3, 4 herangeführt werden. Mit den Kettfäden 2, 3, 4 werden Fächer gebildet, in die ein (in der Regel doppelter) Schussfaden 5 eingetragen wird (2). Zur Fachbildung dienen Webschäfte 6, 7, 8, die Litzen zur Führung der Kettfäden 2, 3, 4 aufweisen.

Zum Einführen von vorgeschnittenen Florfäden 9 in das Gewebe dient eine Greifereinrichtung 11. Diese ist zwischen einer Position A, in der sie den Florfaden 9 in das Gewebe einsetzt, und einer Position B beweglich, in der sie den Florfaden von einem Fadenträger 12 abholt. Der Fadenträger 12 kann mehrere Fäden 13, 14 unterschiedlicher Farbe bereithalten und so gesteuert sein, dass jeweils der gewünschte Faden (z.B. mit einer musterabhängig ausgewählten Farbe) abgeholt wird. Ein Messerträger 15 weist ein oder mehrere Messer auf, um von dem Florfaden, dessen Ende die Greifereinrichtung 11 hält, ein Stück einer gewünschten Länge abzuschneiden.

Die Greifereinrichtung 11 ist auf einer Barre 16 gehalten, die eine große Zahl weiterer, gleich ausgebildeter Greifereinrichtungen trägt. Diese sind in 1 senkrecht zur Zeichenebene deckungsgleich übereinander angeordnet. Neben der Barre 16 ist eine Steuerwelle 17 zum Öffnen und Schließen der Greifereinrichtung 11 vorgesehen. Die Barre 16 und die Steuerwelle 17 sind gemeinsam so schwenkbar, dass die Greifereinrichtungen 11 zwischen den Positionen A und B hin und her bewegt werden.

Zu der Axminster-Webmaschine 1 gehört außerdem noch eine Anschlagbarre mit entsprechenden Lamellen 18, wie sie beispielsweise aus 2 ersichtlich sind.

Die gesondert in 3 veranschaulichte Greifereinrichtung weist zwei Klemmbacken 19, 21 auf. Der mit der Barre 16 zu verbindende Klemmbacken 19 wird häufig als Grundteil bezeichnet. Der an dem Klemmbacken 19 schwenkbar gelagerte Klemmbacken 21 wird häufig als Hebel bezeichnet. Die Klemmbacken 19, 21 sind flache Blechteile mit einer Dicke von einem oder wenigen Millimetern. Sie weisen senkrecht zur Zeichenebene in 3 eine übereinstimmende Dicke auf. Ihre Flanken liegen im Wesentlichen in gleichen Ebenen, d.h. die Klemmbacken 19, 21 sind ohne seitlichen Versatz zueinander angeordnet. Der Klemmbacken 19 ist als ungefähr rechter Winkel ausgebildet. An seinem der Barre 16 zugeordneten Ende 22 ist er mit einem Befestigungsprofil 23 in Form eines T-Ausschnitts versehen. An seinem entgegen gesetzten Ende 24 läuft er bei im Wesentlichen gleich bleibender Dicke D (veranschaulicht in 6) keilförmig aus. An seiner dem Klemmbacken 21 zugewandten Seite kann er mit einer Greiferfläche 25 versehen sein. Die Greiferfläche 25 kann angestaucht, angelötet oder angeschweißt sein. Vorzugsweise ist sie profiliert.

Der Klemmbacken 21 ist ebenfalls winkelförmig ausgebildet. An seinem der Steuerwelle 17 zugeordneten Ende ist er mit einem Kupplungsprofil 26 versehen, das beispielsweise als etwa rechteckiger Ausschnitt ausgebildet sein kann. Die Steuerwelle 17 greift mit einem entsprechenden Vorsprung in das Kupplungsprofil 26, um das betreffende Ende des Klemmbackens 21 zu der Barre 16 oder von dieser weg zu bewegen. Das andere Ende 28 des Klemmbackens 21 läuft wiederum keilförmig aus und ist mit einer profilierten, angestauchten, angeschweißten oder sonstwie ausgebildeten Greiferfläche 29 versehen.

Die Enden 24, 28 der Klemmbacken 19, 21 bilden einen spitz zulaufenden Schnabel 31.

Zur gelenkigen Lagerung der Klemmbacken 19, 21 aneinander dient ein Gelenk 32. Es legt eine quer zu den Klemmbacken 19, 21 und somit in 3 senkrecht zur Zeichenebene stehende Schwenkachse 33 fest.

Der Aufbau des Gelenks 32 erschließt sich aus den 4 bis 6. Beide Klemmbacken 19, 21 weisen jeweils im Bereich des Gelenks 32 einen kreisringförmigen abgeflachten Abschnitt 34, 35 auf. Während an dem Abschnitt 34 ein insbesondere aus den 5, 6 ersichtlicher kurzer rohrartiger Fortsatz 36 ausgebildet ist, ist der Abschnitt 35 mit einer Lageröffnung 37 versehen. Der Fortsatz 36 geht vorzugsweise einstückig in das Material des Klemmbackens 19 über, d.h. er ist fugenlos angeschlossen. Seine Außenumfangsfläche kann eine schmale zylinderförmige Lagerfläche 38 bilden. Der Fortsatz 36 ist vorzugsweise lediglich etwa so lang, dass seine vorzugsweise ebene, ringförmige Stirnseite in einer gemeinsamen Ebene mit der ebenen, in 6 oberen Flachseite 20 des Klemmbackens 19 oder unterhalb derselben liegt. Jedenfalls ragt der als Hohlniet dienende Fortsatz 36 bei der bevorzugten Ausführungsform nicht über die entsprechende Flachseite 20 hinaus. In Richtung der Dicke D beträgt die Länge oder Breite der Lagerfläche 38 vorzugsweise mindestens ein Fünftel bis ein Viertel der gesamten Dicke D. Die Wandung der Lageröffnung 37 kann dann eine entsprechende ebenfalls zylindrische Gegenlagerfläche 39 bilden. Beide Lagerflächen 38, 39 sind im gezeigten Ausführungsbeispiel parallel zu der Schwenkachse 33 angeordnet. Sie können aber auch in einem Winkel (nicht gezeigt) zu der Schwenkachse 33 angeordnet sein.

Um die Klemmbacken 19, 21 aneinander unverlierbar zu halten, d.h. das Gelenk 32 in Axialrichtung zu sichern, kann der Fortsatz 36 an seinem oberen Rand etwas gestaucht, bzw. radial nach außen deformiert sein. Der radial nach außen deformierte Randbereich 41 bildet somit einen ringförmigen, den Klemmbacken 19 am Rand seiner Lageröffnung 37 übergreifenden und somit formschlüssig sichernden Abschnitt und in diesem Sinne einen Niet. Die Nietverbindung ist somit zugleich Befestigung und Gelenk, wobei durch die Paarung der zylindrischen Lagerfläche 38 und der Gegenlagerfläche 39 eine präzise radiale Lagerung erreicht wird. Zur Aufnahme des Randbereichs 41 kann die Lageröffnung 37 kegelförmig angesenkt sein.

Die insoweit beschriebene Greifereinrichtung 11 zeigt gegenüber herkömmlichen Greifereinrichtungen in Folge der präziseren Lagerung durch das Gelenk 32 ein deutlich verbessertes Verhalten. Durch das verminderte radiale Spiel und Lagerflächen 38, 39 mit hohem zylindrischen Traganteil wird Präzision nicht nur im Auslieferungszustand sondern auch über längeren Gebrauch hinweg sicher gestellt.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Greifereinrichtung 11 ist zusätzlich oder alternativ zu der Radiallagerung durch den Fortsatz 36 eine Radiallagerung 42 vorgesehen, die durch eine an einen der Klemmbacken 19, 21 angeformte, vorzugsweise ringförmige Lagerrippe 43 und eine zugeordnete Ringnut 44 gebildet ist. Die Lagerrippe 43 und die Ringnut 44 sind konzentrisch zu der Schwenkachse 33 angeordnet. Die Lagerrippe 43 ragt von einer Planfläche 45 auf, die an dem Abschnitt 34 ausgebildet ist. Entsprechend ist die Ringnut 44 in eine Planfläche 46 eingebracht, die an dem Abschnitt 35 (4) ausgebildet ist.

Bei dieser Ausführungsform kann die Lagerrippe 43 sowohl an ihrer Innenseite als auch an ihrer Außenseite jeweils mit einer zylindrischen Lagerfläche 47, 48 versehen sein. Entsprechende Gegenlagerflächen 49, 51 können durch die zylindrischen Nutflanken der Ringnut 44 gebildet sein. In einer anderen Ausführungsform ist die radiale Tolerierung der Lagerflächen 47, 48 und der Gegenlagerfläche 49, 51 enger und das vorhandene Spiel kleiner als das Spiel zwischen dem Fortsatz 36 und der Lageröffnung 37. Dadurch wird die Radiallagerung völlig unabhängig von der Deformierung des Rands 41 von der Lagerrippe 43 und der Ringnut 44 festgelegt.

In einer weiteren Ausführungsform, wird die Radiallagerung 42 als Schmierstelle verwendet. Dabei wird vor der Montage beider Klemmbacken 19, 21 der Raum zwischen der Lagerfläche 47, 48 und der Gegenlagerfläche 49, 51 sowie zwischen dem Nutboden 53 und der Stirnfläche 52 mit Schmiermittel in Form von Lagerfett oder ähnlichem versehen. Dies ermöglicht ein wartungsfreies Gelenk 32. Bei dieser Ausführungsform ist zwischen dem Nutboden 53 und der Stirnfläche 52 vorzugsweise auch dann ein Spalt vorhanden, wenn die Planfläche 46 auf der Planfläche 45 aufliegt. Der verbleibende Spalt dient als Schmierstoffspeicherraum.

Ergänzend oder alternativ kann die Lagerrippe die Axiallagerung der beiden Klemmbacken 19, 21 aneinander übernehmen. Dabei stehen die ebene Stirnfläche 52 der Lagerrippe 43 und der ebene Nutboden 53 der Ringnut 44 miteinander in Anlage. Hingegen verbleibt dann zwischen den Planflächen 45, 46 ein gewisses Spiel. Dies wird erreicht, indem die Höhe der Lagerrippe 43, d.h. der Abstand der Stirnfläche 52 von der Planfläche 45 größer ist als die Tiefe der Ringnut 44, die als Abstand zwischen der Planfläche 46 und dem Nutboden 53 zu sehen ist. Bei dieser Konfiguration wird eine gute Schmierung bei geringer Reibung und geringem Verschleiß erreicht. Zwischen den Planflächen 45, 46 ist Ölhaltung möglich, während die Haftreibung durch den geringen Flächeninhalt der Stirnfläche 52 und des Nutbodens 53 gering ist.

Der erfindungsgemäße Greifer 11 zeichnet sich dadurch aus, dass die Lagerung, d.h. die Verbindungsstelle zwischen seinen Klemmbacken 19, 21 einen zylindrischen Traganteil hat. Dieser Traganteil macht vorzugsweise wenigstens ein Fünftel bis ein Viertel der Gesamtdicke D des Klemmbackens aus. Dies entspricht der Hälfte der Höhe eines Vorsprungs 36, der an einen der Klemmbacken 19, 21 angeformt ist und zur Lagerung der Klemmbacken 19, 21 aneinander dient. Während die eine Hälfte der Höhe des Vorsprungs 36 der Lagerung dient, ist die andere Hälfte mit einer Schräge versehen, die durch den geneigten Rand 41 gebildet wird. Die Neigung beträgt bis zu 45°. Ein gesonderter Niet ist nicht vorhanden. Vielmehr werden die Klemmbacken 19, 21 durch Verprägen miteinander verbunden. Fertigungstoleranzen sowie Toleranzen aufgrund von Verschleiß während des Betriebs wirken sich aufgrund des zylindrischen Traganteils der Lagerstelle nicht in radialer Richtung aus. Dies hat den Vorzug, dass die Klemmwirkung einzelner Greifer nahezu identisch ist.

1Axminster-Webmaschine 2, 3, 4Kettfäden 5Schussfaden 6, 7, 8Webschäfte 9Florfäden 11Greifereinrichtung 12Fadenträger 13, 14Fäden 15Messerträger 16Barre 17Steuerwelle 18Lamelle 19, 21Klemmbacken 20Flachseite 22Ende 23Befestigungsprofil 24Ende 25Greiferfläche 26Kupplungsprofil 27, 28Ende 29Greiferfläche 31Schnabel 32Gelenk 33Schwenkachse 34, 35Abschnitt 36Fortsatz 37Lageröffnung 38Lagerfläche 39Gegenlagerfläche 41Rand 42Radiallagerung 43Lagerrippe, Fortsatz 44Ringnut 45, 46Planfläche 47, 48Lagerfläche 49, 51Gegenlagerfläche 52Stirnfläche 53Nutboden A, BPositionen DDicke

Anspruch[de]
  1. Greifereinrichtung (11) für eine Axminster-Webmaschine

    mit einem ersten und einem zweiten Klemmbacken (19, 21), die jeweils eine Greiffläche (25, 29) zum Festklemmen eines Florfadens (9) aufweisen,

    mit einem Gelenk (32), das die beiden Klemmbacken (19, 21) miteinander schwenkbar verbindet und dabei eine Schwenkachse (33) festlegt,

    wobei das Gelenk (32) mindestens eine zylindrische Lagerfläche (38, 47, 48) aufweist, an der einer der Klemmbacken (19, 21) mit einer ebenfalls zylindrischen Gegenlagerfläche (39, 49, 51) schwenkbar gelagert ist.
  2. Greifereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zu dem Gelenk (32) ein Fortsatz (36) gehört, der konzentrisch zu der Schwenkachse (33) angeordnet ist und eine Lageröffnung (37) eines der Klemmbacken (19, 21) durchgreift.
  3. Greifereinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerfläche (38, 47, 48) an dem Fortsatz (36, 43) ausgebildet ist, der an einem der Klemmbacken (19, 21) ausgebildet ist.
  4. Greifereinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Fortsatz (36) als einstückig mit einem der Klemmbacken (19, 21) verbundener Ringabschnitt ausgebildet ist.
  5. Greifereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (36) als Niet ausgebildet ist.
  6. Greifereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an einem der Klemmbacken (19, 21) konzentrisch zu dem Fortsatz (36) eine Lagerrippe (43) angeordnet ist.
  7. Greifereinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerrippe (43) eine ringförmige, an einer ansonsten ebenen Planfläche (45) ausgebildete Erhebung ist, der eine in dem jeweils anderen Klemmbacken (21, 19) ausgebildete Ringnut (44) zugeordnet ist.
  8. Greifereinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerrippe (43) eine Höhe aufweist, die die Tiefe der Ringnut (44) übersteigt.
  9. Greifereinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Radialspiel der Lagerrippe (43) in der Ringnut (44) geringer ist als das Radialspiel des Fortsatzes (36) in der Lageröffnung (37).
  10. Greifereinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Radialspiel der Lagerrippe (43) in der Ringnut (44) größer ist als das Radialspiel des Fortsatzes (36) in der Lageröffnung (37).
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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