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Dokumentenidentifikation DE102004061241A1 13.07.2006
Titel Bremskraftverstärker mit verbessertem Steuerventil
Anmelder Lucas Automotive GmbH, 56070 Koblenz, DE
Erfinder Poßmann, Michael, 56112 Lahnstein, DE
Vertreter WUESTHOFF & WUESTHOFF Patent- und Rechtsanwälte, 81541 München
DE-Anmeldedatum 20.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004061241
Offenlegungstag 13.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.07.2006
IPC-Hauptklasse B60T 13/57(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Bremskraftverstärker (10) mit einem Gehäuse (12), dessen Innenraum durch zumindest eine bewegliche Wand (16) in eine Unterdruckkammer (18) und eine Arbeitskammer (20) unterteilt ist. Zur Steuerung einer auf die bewegliche Wand (16) wirkenden Druckdifferenz dient ein Steuerventil (22), das ein kraftübertragend mit der beweglichen Wand (16) verbundenes, sich axial erstreckendes Steuerventilgehäuse (26) aufweist, in dem ein erstes Ventil (50) mit einem ersten ringförmigen Ventilsitz (44) zur wahlweisen Verbindung der Arbeitskammer (20) mit Atmosphärendruck oder Überdruck und ein zweites Ventil (58) mit einem zweiten ringförmigen Ventilsitz (52) zur wahlweisen Verbindung der Unterdruckkammer (18) mit der Arbeitskammer (20) angeordnet sind. Zur Verbesserung des Ansprechverhaltens des Bremskraftverstärkers (10) sind der erste Ventilsitz (44) und der zweite Ventilsitz (52) axial voneinander beabstandet und es wirken der erste Ventilsitz (44) mit einem ersten Ventilglied (46) und der zweite Ventilsitz (52) mit einem zweiten Ventilglied (54) zusammen, wobei bezüglich des Steuerventilgehäuses (26) das erste Ventilglied (46) axial feststehend und das zweite Ventilglied (54) axial verschiebbar ausgebildet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Bremskraftverstärker, mit einem Gehäuse, dessen Innenraum durch zumindest eine bewegliche Wand in eine Unterdruckkammer und eine Arbeitskammer unterteilt ist, und mit einem Steuerventil zur Steuerung einer auf die bewegliche Wand wirkenden Druckdifferenz, wobei das Steuerventil ein kraftübertragend mit der beweglichen Wand verbundenes, sich axial in das Bremskraftverstärkergehäuse hinein erstreckendes Steuerventilgehäuse aufweist, in dem ein erstes Ventil mit einem ersten ringförmigen Ventilsitz zur wahlweisen Verbindung der Arbeitskammer mit Atmosphärendruck oder Überdruck und ein zweites Ventil mit einem zweiten ringförmigen Ventilsitz zur wahlweisen Verbindung der Unterdruckkammer mit der Arbeitskammer angeordnet sind.

Bremskraftverstärker der genannten Art sind seit langem bekannt und finden sich heute in praktisch jedem Kraftfahrzeug, das mit einer hydraulischen Bremsanlage ausgerüstet ist. Sie dienen dazu, eine vom Fahrer eines Fahrzeugs zur Betätigung der Bremsanlage aufzubringende Kraft auf einem komfortablen, relativ niedrigen Niveau zu halten. Um dies zu erreichen, fügt der Bremskraftverstärker der von einem Fahrer aufgebrachten Betätigungskraft eine vom Bremskraftverstärker erzeugte Hilfskraft hinzu, so dass die an den Radbremsen zur Verfügung stehende Bremsbetätigungskraft im Vergleich zu der von dem Fahrer aufgebrachten Kraft deutlich verstärkt ist.

Die erwähnte Hilfskraft wird durch einen Druckunterschied im Gehäuse des Bremskraftverstärkers erzeugt, der auf die bewegliche Wand wirkt. Zur Steuerung der Höhe des Druckunterschieds und damit der Größe der vom Bremskraftverstärker erzeugten Hilfskraft dient ein Steuerventil, welches einerseits die Arbeitskammer des Bremskraftverstärkers mit Atmosphärendruck (oder auch mit Überdruck) und andererseits die Unterdruckkammer des Bremskraftverstärkers mit der Arbeitskammer verbinden kann.

Bei herkömmlichen Bremskraftverstärkern wirken im Betrieb auf die die Druckdifferenz steuernden Bauteile des Steuerventils Kräfte, die sich aus der herrschenden Druckdifferenz ergeben und die die Funktion des Steuerventils in unerwünschter Weise beeinflussen. Ein Problem besteht beispielsweise darin, dass beim teilweisen oder vollständigen Lösen der Bremse die im Bremskraftverstärker herrschende Druckdifferenz eine Kraft hervorruft, die versucht, das die Verbindung zwischen der Unterdruckkammer und der Arbeitskammer steuernde Ventil geschlossen zu halten. Um den auch als Unterdruckventilsitz bezeichneten zweiten Ventilsitz vom zugehörigen Ventilglied abzuheben, d.h. um das zweite Ventil zu öffnen, muss die genannte Kraft überwunden werden, was durch eine entsprechend kräftiger ausgelegte Rückstellfeder erfolgt. Diese erhöhte Rückstellfederkraft wiederum hat den Nachteil einer erhöhten Ansprechkraft beim Betätigen des Bremskraftverstärkers, denn bei jeder Betätigung muss zunächst die Rückstellfederkraft überwunden werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Bremskraftverstärker mit einem verbesserten Steuerventil zu schaffen, welches von Kräften der genannten Art möglichst unbeeinflusst funktioniert.

Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Bremskraftverstärker der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der erste Ventilsitz und der zweite Ventilsitz axial voneinander beabstandet sind und dass der erste Ventilsitz mit einem ersten Ventilglied und der zweite Ventilsitz mit einem zweiten Ventilglied zusammenwirkt, wobei bezüglich des Steuerventilgehäuses das erste Ventilglied axial feststehend und das zweite Ventilglied axial verschiebbar ausgebildet ist. Durch die axial voneinander getrennte Anordnung der beiden Ventile und der zugehörigen Ventilsitze wird auf einfache Art die Möglichkeit geschaffen, die für die Ventilfunktion notwendigen Bauteile wirkflächenfrei zu stellen, d.h. so zu gestalten, dass auf sie keine durch die herrschende Druckdifferenz im Bremskraftverstärker verursachten Kräfte wirken.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bremskraftverstärkers ist das zweite Ventilglied an einem Steuerkolben ausgebildet, der einer axialen Bewegung eines Eingangsgliedes des Bremskraftverstärkers folgt. Eine solche Ausbildung bietet sich insbesondere dann an, wenn der erste Ventilsitz und der zweite Ventilsitz an einer axial verschiebbar im Steuerventilgehäuse aufgenommenen Steuerhülse ausgebildet sind. Das gesamte zweite Ventil ist dann axial verschiebbar. Die beiden Ventilsitze sind vorzugsweise kreisringförmig und in axialer Ansicht konzentrisch zueinander angeordnet.

Vorzugsweise umgibt bei einer Ausführungsform, bei der der erste Ventilsitz und der zweite Ventilsitz an einer axial verschiebbaren Steuerhülse ausgebildet sind, letztere den Steuerkolben konzentrisch. Vorteilhaft ist dabei die Steuerhülse einerseits gegenüber dem Steuerventilgehäuse und andererseits gegenüber dem Steuerkolben derart abgedichtet, dass der effektive Dichtungsdurchmesser der Abdichtung zwischen der Steuerhülse und dem Steuerventilgehäuse dem Durchmesser des zweiten Ventilsitzes entspricht und der effektive Dichtungsdurchmesser der Abdichtung zwischen der Steuerhülse und dem Steuerkolben dem Durchmesser des ersten Ventilsitzes entspricht. Auf diese Weise wird eine völlig wirkflächenfreie Anordnung der die Ventilfunktion steuernden Bauteile des ersten Ventils und des zweiten Ventils erhalten. Aber auch wenn der Dichtungsdurchmesser und der entsprechende Ventilsitzdurchmesser nicht genau, sondern nur annähernd übereinstimmen, erhält man eine wirkflächenarme Ventilanordnung und damit eine verbesserte Ventilfunktion.

Die erwähnte Steuerhülse ist vorzugsweise in einer Bohrung des Steuerventilgehäuses aufgenommen und weist auf ihrer Außenseite axiale Führungsrippen auf, zwischen denen Kanäle angeordnet sind, die eine fluidleitende Verbindung zwischen dem ersten Ventil und der Arbeitskammer herstellen. Man erhält auf diese Weise zwischen dem ersten Ventil und der Arbeitskammer eine fluidleitende Verbindung mit großem Strömungsquerschnitt, was das Ansprechverhalten des Bremskraftverstärkers verbessert und die Geräuschentwicklung beim Einströmen von Luft in den Bremskraftverstärker verringert.

Bei bevorzugten Ausführungsbeispielen des erfindungsgemäßen Bremskraftverstärkers ist die Steuerhülse federnd entgegen einer Betätigungsrichtung des Bremskraftverstärkers vorgespannt. Auf diese Weise werden sowohl der erste Ventilsitz als auch der zweite Ventilsitz in dichtende Anlage gegen die zugehörigen Ventilglieder gedrängt.

Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Bremskraftverstärkers wird im Folgenden anhand der beigefügten, schematischen Zeichnungen detaillierter erläutert. Es zeigt:

1 den hier interessierenden Bereich eines Bremskraftverstärkers mit einem den Bremskraftverstärker steuernden Steuerventil in einem axialen Längsschnitt, wobei das Steuerventil in einer unbetätigten Stellung wiedergegeben ist,

2 das Steuerventil aus 1 in einer Betätigungsstellung, und

3 das Steuerventil aus 1 und 2 in einem Zustand, der sich im Anschluss an eine Betätigung nach dem teilweisen oder vollständigen Wegfall der Betätigungskraft einstellt.

1 zeigt im Längsschnitt den hier interessierenden Bereich eines Unterdruck-Bremskraftverstärkers 10 für eine hydraulische Kraftfahrzeugbremsanlage. Der Bremskraftverstärker 10 hat ein druckdichtes Gehäuse 12, das aus Blechschalen gebildet ist, von denen in den Figuren nur eine Blechschale 14 zu sehen ist. Das Gehäuse 12 begrenzt einen Innenraum, der durch eine bewegliche Wand 16 in eine Unterdruckkammer 18 und eine Arbeitskammer 20 unterteilt ist.

Während des Betriebs eines Fahrzeuges, in das der Bremskraftverstärker 10 eingebaut ist, steht die Unterdruckkammer 18 ständig in Verbindung mit einer Unterdruckquelle, beispielsweise mit dem Ansaugtrakt eines das Fahrzeug antreibenden Verbrennungsmotors oder auch mit einer separaten Vakuumpumpe, so dass in der Unterdruckkammer 18 ständig ein bestimmter Unterdruck herrscht.

In einem Ausgangszustand des Bremskraftverstärkers 10, der in 1 dargestellt ist, herrscht in der Arbeitskammer 20 annähernd derselbe Druck wie in der Unterdruckkammer 18, d.h. die Arbeitskammer 20 ist ebenfalls evakuiert.

Zur Steuerung der Druckverhältnisse in der Unterdruckkammer 18 und der Arbeitskammer 20 dient ein Steuerventil 22, das sich durch einen Hals 24 des Bremskraftverstärkergehäuses 12 längs einer Achse A in das Gehäuse 12 hinein erstreckt. Das Steuerventil 22 hat ein Steuerventilgehäuse 26, an dessen Außenumfang im Bremskraftverstärkergehäuse 12 die bewegliche Wand 16 so befestigt ist, dass eine Kraft von der beweglichen Wand 16 auf das Steuerventilgehäuse 26 übertragen werden kann. Eine im Hals 24 an dessen freiem Ende angeordnete Gleitdichtung 28 dichtet den Innenraum des Bremskraftverstärkergehäuses 12 gegenüber der Umgebungsatmosphäre ab.

In das aus dem Bremskraftverstärkergehäuse 12 herausragende Ende des Steuerventilgehäuses 26 ragt längs der Achse A ein Eingangsglied 30 hinein, dessen hier nicht gezeigtes, anderes Ende beispielsweise mit einem Bremspedal des Fahrzeuges verbunden ist. Das Eingangsglied 30 dient dazu, eine Eingangskraft F, auch als Betätigungskraft bezeichnet, in den Bremskraftverstärker 10 einzuleiten. Das im Steuerventilgehäuse 26 befindliche Ende des Eingangsgliedes 30 ist kugelförmig ausgebildet und steckt in einem Ende eines Steuerkolbens 32, dessen anderes Ende in Kontakt mit einer sogenannten Fühlscheibe 34 steht. Eine über das Eingangsglied 30 in den Bremskraftverstärker 10 eingeleitete Eingangskraft F wird somit über den Steuerkolben 32 auf die Fühlscheibe 34 übertragen, die ihrerseits diese Kraft auf eine in einem tassenförmigen Bauteil 36 gehaltene Reaktionsscheibe 38 aus Elastomermaterial überträgt, von wo aus die Kraft an ein in den Figuren nur teilweise dargestelltes, stößelförmiges Kraftausgangsglied 40 des Bremskraftverstärkers 10 abgegeben wird.

Der Steuerkolben 32 ist konzentrisch von einer hier einteiligen Steuerhülse 42 umgeben, an deren in den Figuren rechtem Ende ein erster kreisringförmiger Ventilsitz 44 ausgebildet ist, der mit einem kreisringscheibenförmigen ersten Ventilglied 46 aus Elastomermaterial zusammenwirkt, welches in einer Bohrung 48 des Steuerventilgehäuses 26 ortsfest gehalten ist. Der erste Ventilsitz 44 und das erste Ventilglied 46 bilden zusammen ein erstes Ventil 50, welches in geöffnetem Zustand die Arbeitskammer 20 mit der Umgebungsatmosphäre, also mit Atmosphärendruck verbindet.

Axial beabstandet von dem ersten Ventilsitz 44 ist im Bereich eines Absatzes der Steuerhülse 42, in dem sich der Außendurchmesser der Steuerhülse 42 verringert, ein zweiter kreisringförmiger Ventilsitz 52 ausgebildet, der mit einem zweiten Ventilglied 54 zusammenwirkt, welches die Gestalt eines kreisringförmigen Elastomerbauteiles hat, das in eine dem zweiten Ventilsitz 52 zugewandte Fläche 56 des Steuerkolbens 32 eingelassen ist, die sich durch eine stufenförmige Durchmesserverringerung des Steuerkolbens 32 ergibt. Der zweite Ventilsitz 52 und das zweite Ventilglied 54 bilden zusammen ein zweites Ventil 58, das in geöffnetem Zustand die Unterdruckkammer 18 mit der Arbeitskammer 20 verbindet. Beide Ventilsitze 44 und 52 sind konzentrisch zur Mittelachse A des Bremskraftverstärkers 10 und somit koaxial zueinander angeordnet.

Die Steuerhülse 42 ist im Steuerventilgehäuse 26 längs der Achse A hin und her verschieblich und wird von einer Schraubendruckfeder 60 in Richtung auf die Ventilglieder 46 und 54 vorgespannt. Die Feder 60 stützt sich mit ihrem einen Ende in einer Ringnut 62 des Steuerventilgehäuses 26 und mit ihrem gegenüberliegenden anderen Ende an axialen Führungsrippen 64 ab, die vom Außenumfang des durchmessergrößeren Bereichs der Steuerhülse 42 radial vorstehen und in Umfangsrichtung der Steuerhülse 42 gleichmäßig voneinander beabstandet sind.

Zur Abdichtung der Steuerhülse 42 gegenüber dem Steuerkolben 32 ist in einer Umfangsnut 66 auf der Außenseite des Steuerkolbens 32 nahe seinem dem Eingangsglied 30 zugewandten Ende eine erste Lippendichtung 68 angeordnet, deren Lippe in gleitender Berührung mit der inneren Umfangsfläche des durchmessergrößeren Abschnitts der Steuerhülse 42 steht. Der Dichtungsdurchmesser der ersten Lippendichtung 68 entspricht dem Durchmesser des ersten Ventilsitzes 44. Auf analoge Weise ist zur Abdichtung der Steuerhülse 42 gegenüber dem Steuerventilgehäuse 26 in einer Umfangsnut im durchmesserkleineren Abschnitt der Steuerhülse 42 eine zweite Lippendichtung 70 angeordnet, deren Dichtlippe in gleitender Berührung mit der Umfangsfläche einer Bohrung 72 im Steuerventilgehäuse 26 steht, durch die sich auch der durchmesserkleinere Abschnitt des Steuerkolbens 32 zur Fühlscheibe 34 erstreckt. Der Dichtungsdurchmesser der zweiten Lippendichtung 70 entspricht dem Durchmesser des zweiten Ventilsitzes 52.

Zur Festlegung der in 1 wiedergegebenen Ausgangsstellung des Steuerventils 22 dient ein Querriegel 74, dessen radial inneres Ende in einer Ausnehmung 76 des Steuerkolbens 32 gehalten ist und der durch einen Schlitz 77 in der Steuerhülse 42 und eine radiale Öffnung 78 im Steuerventilgehäuse 26 radial bis zum Außendurchmesser der Gleitdichtung 28 vorsteht. In der gezeigten Ausgangsstellung liegt der Querriegel 74 an der inneren Seitenfläche der Gleitdichtung 28 an und das erste Ventil 50 sowie das zweite Ventil 58 sind geschlossen.

Aus dieser Stellung, die auch als LTF-Stellung (lost travel free-Stellung) bezeichnet wird, lässt sich der Bremskraftverstärker 10 ohne Totweg betätigen, d.h. eine durch eine Eingangskraft F hervorgerufene Verschiebung des Eingangsgliedes 30 in das Steuerventil 22 hinein führt sofort zu einer Öffnung des ersten Ventils 50, denn die Verschiebung des Eingangsgliedes 30 wird 1:1 auf den Steuerkolben 32 übertragen, der wiederum seine Bewegung auf die Steuerhülse 42 überträgt, so dass der erste Ventilsitz 44 vom ersten Ventilglied 46 abhebt. In diesem Zustand (siehe 2) kann unter Atmosphärendruck stehende Luft von außen durch einen Filter 80 in das Steuerventilgehäuse 26 einströmen und gelangt dann durch eine zentrale Öffnung 82 der Gleitdichtung 28 am ersten Ventilsitz 44 vorbei und durch zwischen den Führungsrippen 64 vorhandene Kanäle 84 sowie weiter durch die radiale Öffnung 78 in die Arbeitskammer 20. Der Druck in der Arbeitskammer 20 steigt somit an und die sich entwickelnde, auf die bewegliche Wand 16 wirkende Druckdifferenz zwischen der Arbeitskammer 20 und der Unterdruckkammer 18 erzeugt eine Hilfs- oder Servokraft, die von der beweglichen Wand 16 auf das Steuerventilgehäuse 26 übertragen wird und es in das Bremskraftverstärkergehäuse 12 hinein verschiebt. In der gummielastischen Reaktionsscheibe 38 werden die Eingangskraft F und die vom Bremskraftverstärker 10 erzeugte Servokraft zusammengeführt und an das Kraftausgangsglied 40 abgegeben.

Ändert sich die Eingangskraft F nicht, so schließt sich durch die axiale Verlagerung des Steuerventilgehäuses 26 in das Bremskraftverstärkergehäuse 12 hinein anschließend das erste Ventil 50 wieder und es entsteht ein Gleichgewichtszustand, der dem in 1 gezeigten Zustand ähnelt, d.h. beide Ventile 50 und 58 sind geschlossen, jedoch befindet sich das Steuerventilgehäuse 26 in einer axial in das Bremskraftverstärkergehäuse 12 hinein verschobenen Stellung.

Aus dieser Gleichgewichtsstellung heraus kann der Bremskraftverstärker 10 entweder durch Aufbringen einer größeren Eingangskraft F stärker betätigt werden, wobei sich das erste Ventil 50 dann wieder wie zuvor beschrieben öffnet und eine höhere Servokraft erzeugt wird, oder die Betätigungskraft kann reduziert werden oder vollständig wegfallen.

Wird die Eingangskraft F ausgehend von der genannten Gleichgewichtsstellung verringert oder vollständig aufgehoben, drückt eine kegelförmige Schraubenfeder 86, die sich mit ihrem einen Ende am ersten Ventilglied 46 und mit ihrem anderen Ende an einem Vorsprung 88 des Eingangsgliedes 30 abstützt, das Eingangsglied 30 entgegen der Betätigungsrichtung des Bremskraftverstärkers 10 zurück. Der mit dem Eingangsglied 30 gekoppelte Steuerkolben 32 folgt dieser Bewegung solange, bis der Querriegel 74 am rechten Rand der radialen Öffnung 78 im Steuerventilgehäuse 26 anschlägt, wohingegen die Steuerhülse 42 dieser Bewegung nicht folgen kann, da sich der erste Ventilsitz 44 bereits am ersten Ventilglied 46 abstützt, so dass das am Steuerkolben 32 ausgebildete zweite Ventilglied 54 vom zweiten Ventilsitz 52 abhebt, wodurch das zweite Ventil 58 nunmehr geöffnet ist. In diesem Zustand (siehe 3) besteht eine Strömungsverbindung zwischen der Arbeitskammer 20 durch die radiale Öffnung 78, den Schlitz 77 und vorbei am zweiten Ventilsitz 52 durch einen Zwischenraum 90 zwischen der Innenseite des durchmesserkleineren Abschnitts der Steuerhülse 42 und der Außenseite des durchmesserkleineren Abschnitts des Steuerkolbens 32 bis in die Unterdruckkammer 18, so dass die Arbeitskammer 20 wieder evakuiert wird, um den Bremskraftverstärker 10 für eine erneute Betätigung vorzubereiten.

Sobald der Querriegel 74 im Verlaufe der Rückhubbewegung des gesamten Steuerventilgehäuses 26 in Anlage an die Gleitdichtung 28 gerät, schließt sich das zweite Ventil 58 wieder und das Steuerventil 22 befindet sich erneut in der in 1 gezeigten Stellung, aus der heraus eine erneute Betätigung des Bremskraftverstärkers 10 erfolgen kann.

Aufgrund der Tatsache, dass der Dichtungsdurchmesser der ersten Lippendichtung 68 mit dem Durchmesser des ersten Ventilsitzes 44 übereinstimmt und der Dichtungsdurchmesser der zweiten Lippendichtung 70 mit dem Durchmesser des zweiten Ventilsitzes 52 übereinstimmt, ist die Steuerhülse 42 in jedem stationären Zustand des Steuerventils 22 vollständig druckausgeglichen, d.h. auf sie wirken keine sich aus der jeweils zwischen der Unterdruckkammer 18 und der Arbeitskammer 20 herrschenden Druckdifferenz ergebenden resultierenden Kräfte. Das Ansprechverhalten des Bremskraftverstärkers 10 ist auf diese Weise feinfühliger und exakter.


Anspruch[de]
  1. Bremskraftverstärker (10), mit

    – einem Gehäuse (12), dessen Innenraum durch zumindest eine bewegliche Wand (16) in eine Unterdruckkammer (18) und eine Arbeitskammer (20) unterteilt ist, und

    – einem Steuerventil (22) zur Steuerung einer auf die bewegliche Wand (16) wirkenden Druckdifferenz, das ein kraftübertragend mit der beweglichen Wand (16) verbundenes, sich axial erstreckendes Steuerventilgehäuse (26) aufweist, in dem ein erstes Ventil (50) mit einem ersten ringförmigen Ventilsitz (44) zur wahlweisen Verbindung der Arbeitskammer (20) mit Atmosphärendruck oder Überdruck und ein zweites Ventil (58) mit einem zweiten ringförmigen Ventilsitz (52) zur wahlweisen Verbindung der Unterdruckkammer (18) mit der Arbeitskammer (20) angeordnet sind,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    – der erste Ventilsitz (44) und der zweite Ventilsitz (52) axial voneinander beabstandet sind, und dass

    – der erste Ventilsitz (44) mit einem ersten Ventilglied (46) und der zweite Ventilsitz (52) mit einem zweiten Ventilglied (54) zusammenwirkt, wobei bezüglich des Steuerventilgehäuses (26) das erste Ventilglied (46) axial feststehend und das zweite Ventilglied (54) axial verschiebbar ausgebildet ist.
  2. Bremskraftverstärker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Ventilglied (54) an einem Steuerkolben (32) ausgebildet ist, der einer axialen Bewegung eines Eingangsgliedes (30) des Bremskraftverstärkers (10) folgt.
  3. Bremskraftverstärker nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Ventilsitz (44) und der zweite Ventilsitz (52) an einer axial verschiebbar im Steuerventilgehäuse (26) aufgenommenen Steuerhülse (42) ausgebildet sind.
  4. Bremskraftverstärker nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerhülse (42) den Steuerkolben (32) konzentrisch umgibt.
  5. Bremskraftverstärker nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerhülse (42) einerseits gegenüber dem Steuerventilgehäuse (26) und andererseits gegenüber dem Steuerkolben (32) abgedichtet ist, wobei der effektive Dichtungsdurchmesser der Abdichtung zwischen der Steuerhülse (42) und dem Steuerventilgehäuse (26) dem Durchmesser des zweiten Ventilsitzes (52) entspricht und der effektive Dichtungsdurchmesser der Abdichtung zwischen der Steuerhülse (42) und dem Steuerkolben (32) dem Durchmesser des ersten Ventilsitzes (44) entspricht.
  6. Bremskraftverstärker nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerhülse (42) in einer Bohrung (48) des Steuerventilgehäuses (26) aufgenommen ist und auf ihrer Außenseite axiale Führungsrippen (64) aufweist, zwischen denen Kanäle (84) angeordnet sind, die eine fluidleitende Verbindung zwischen dem ersten Ventil (50) und der Arbeitskammer (20) herstellen.
  7. Bremskraftverstärker nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerhülse (42) federnd entgegen einer Betätigungsrichtung des Bremskraftverstärkers (10) vorgespannt ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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