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Dokumentenidentifikation DE102005000612A1 13.07.2006
Titel Verfahren zum Start einer Brennkraftmaschine
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Philipp, Matthias, 71665 Vaihingen, DE;
Wolber, Jens, 70839 Gerlingen, DE;
Weiss, Ruediger, 71159 Mötzingen, DE;
Koehler, Christian, 74391 Erligheim, DE;
Botte, Jens, 71229 Leonberg, DE;
Walz, Matthias, 71665 Vaihingen, DE;
Leutwein, Tobias, 74653 Künzelsau, DE
DE-Anmeldedatum 03.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005000612
Offenlegungstag 13.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.07.2006
IPC-Hauptklasse F02N 17/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Verfahren zum Start einer Brennkraftmaschine mit einer Kraftstoff-Direkteinspritzung, bei dem bei einem Start der Brennkraftmaschine eine Zündung und die Kraftstoff-Direkteinspritzung mit Startparameter betrieben werden, und vor diesem Start bei Vorliegen eines Startwunsches, die Zündung und die Kraftstoff-Direkteinspritzung mit Vorstartparameter betrieben werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit einer Kraftstoff-Direkteinspritzung nach der Gattung des unabhängigen Anspruchs.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind auch eine Vorrichtung zur Kraftstoff-Direkteinspritzung und ein Steuergerät zur Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Es ist bekannt, beim Start einer Brennkraftmaschine, während die Kurbelwelle auf die Startdrehzahl hochläuft, Kraftstoff einzuspritzen, um die Oberflächen des Brennraums zu benetzen und gleichzeitig ein zündfähiges Gemisch für die erste Verbrennung bereit zustellen. Insbesondere bei einem Kaltstart bei tiefen Temperaturen können sehr große Kraftstoffmengen an den relevanten Oberflächen kondensieren und stehen einer nachfolgenden Verbrennung nicht zur Verfügung. Die Einspritzmenge muss in Richtung tiefer Temperaturen immer weiter erhöht werden, um einen sicheren Start der Brennkraftmaschine zu gewährleisten.

Weiterhin ist es bei Systemen mit Hochdruck-Direkteinspritzung üblich, Hochdruckpumpen und auch Einspritzdüsen für den Kraftstoffmengenbedarf der Brennkraftmaschine in der Volllast auszulegen. Mit dieser Auslegung können für sehr niedrige Temperaturen die notwendigen Kraftstoffmengen in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht mehr eingespritzt werden. Dies führt beispielsweise zu einem Druckeinbruch im Kraftstoffsystem insbesondere im Druckspeicher und erschwert einen Start der Brennkraftmaschine oder macht ihn unmöglich.

Insbesondere Einspritzdüsen für Hochdruckeinspritzungen weisen einen geringen Querschnitt auf, wodurch die Kraftstoffmenge, die maximal eingespritzt werden kann, gegenüber Niederdrucksystem stark eingeschränkt wird.

Aus der DE 100 56 863 ist ein Verfahren zur Saugrohreinspritzung von Kraftstoff während der Startphase einer Brennkraftmaschine bekannt, bei dem zum Aufbau eines Wandfilms in den Zylindern und gleichzeitiger Bereitstellung eines zündfähigen Gemisches für die erste Verbrennung so genannte Vorabeinspritzer nach einer bestimmten Strategien in ein Saugrohr abgesetzt werden. Um zu vermeiden, dass die Vorabfüllungen während der Startphase zu fett oder zu mager sind, werden bei dem Verfahren die Kraftstoffmengen der Vorabeinspritzung in Abhängigkeit von den zu erwartenden Füllungen der betreffenden Zylinder unterschiedlich groß gewählt.

Das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs hat demgegenüber den Vorteil, dass vor einem Start bei Vorliegen eines Startwunsches, die Zündung und die Kraftstoff-Direkteinspritzung mit Vorstartparameter betrieben werden.

Dieses Vorgehen ist insbesondere bei Einspritzsystemen mit hohen Systemdrücken und geringen Querschnitten der Hochdruckeinspritzventile von Vorteil, da insbesondere bei tiefen Temperaturen startvorbereitende Maßnahmen eingeleitet werden, die einen nachfolgenden Start der Brennkraftmaschine erleichtern.

Weiterhin hat dieses Vorgehen den Vorteil, dass die Einspritzung mit dem jeweils vorliegenden und möglichen Kraftstoffdruck erfolgen kann, ohne dass bspw. auf einen höheren Kraftstoffdruck, der ggf. durch eine zweite Kraftstoffpumpe zu erzeugen wäre, gewartet werden muss.

Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des im unabhängigen Anspruch angegebenen Verfahrens möglich.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Vorstartparameter für die Zündung derart gewählt sind, dass keine oder im Wesentlichen keine Verbrennung eines im Brennraum befindlichen Kraftstoffs erfolgt. Dies hat den Vorteil, dass während einer Vorabeinspritzung bei einer anlaufender Brennkraftmaschine, d.h. wenn der Anlasser die Kurbelwelle in Bewegung versetzt, durch eine typischer Weise schon in Betrieb befindlichen Zündung der eingespritzte Kraftstoff sich nicht in unkontrollierter Weise entzünden kann.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Start der Brennkraftmaschine erst eingeleitet wird, wenn ein Kraftstoffdruck einen Druckschwellenwert überschritten hat. So erfolgt der Start nicht in einem Niederdruck-Bereich, sondern als Hochdruckstart.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist es vorgesehen, dass die Vorstartparameter für die Kraftstoff-Direkteinspritzung derart gewählt sind, dass Kraftstoff unabhängig von Erkennung der Arbeitsspiele der Zylinder eine Einspritzung in mindestens einem der Brennräume der Brennkraftmaschine erfolgt. Dies hat den Vorteil, dass im Stillstand oder beim ersten Anlaufen der Kurbelwelle, zu einem Zeitpunkt, bei dem typischer Weise eine Synchronisation noch nicht gegeben ist, bereits Kraftstoff in die Brennräume eingebracht werden kann.

Gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist es vorgesehen, Arbeitstakte der Brennkraftmaschine zu ermitteln, und vor einem Start in Abfolge der ermittelten Arbeitstakte Kraftstoff in die Brennräume einzuspritzen, wobei entweder keine Zündung erfolgt oder die Zündung dergestalt ausgeführt wird, dass im Wesentlichen keine Verbrennung stattfindet. Dies hat den besonderen Vorteil, dass wenn die Arbeitstakte bereits bei Vorliegen eines Startwunsches bekannt sind oder in geeigneter Weise ermittelt werden können, der Kraftstoff entsprechend der mit der Drehung der Kurbelwelle ablaufenden Arbeitstakte der einzelnen Zylinder gezielt zu einem vorteilhaften Zeitpunkt/Kurbelwellenwinkel eingespritzt werden können.

Weiterhin ist es vorgesehen, dass der zweite Kraftstoffdruck, insbesondere ein Hochdruck, durch eine zweite Kraftstoffpumpe aufgebaut wird. So kann die Druckerzeugung für die unterschiedlichen Druckbereiche in vorteilhafter Weise mit unterschiedlichen für den jeweiligen Druckbereich optimierte Kraftstoffpumpen erfolgen.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist es vorgesehen, unabhängig von dem Vorliegen einer Synchronisation der Arbeitstakte mit der Kurbelwelle einzuspritzen.

Ferner ist es vorteilhaft, die erste Kraftstoffpumpe bereits beim Betätigen einer Fahrzeugtür in Betrieb zusetzen, so dass bei einem dann nachfolgenden Startwunsch, bspw. durch Betätigen des Zündschlüssels bereits ein ausreichender erster Kraftstoffdruck zur Verfügung steht.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist eine Vorrichtung zur Kraftstoff-Direkteinspritzung mit einer ersten und zweiten Kraftstoffpumpe vorgesehen, wobei die Kraftstoffpumpen jeweils einen ersten und zweiten Kraftstoffdruck erzeugen, und mit mindestens einem Einspritzventil pro Zylinder, wobei ein Steuergerät bei Vorliegen eines Startwunsches die Einspritzventile derart betätigt, dass Kraftstoff gleichzeitig in alle Brennräume der Brennkraftmaschine gelangt.

Zeichnungen

Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, die in den Zeichnungen dargestellt sind. Dabei bilden alle beschriebenen oder dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Patentansprüchen oder deren Rückbeziehung sowie unabhängig von ihrer Formulierung bzw. Darstellung in der Beschreibung bzw. in den Zeichnungen.

Es zeigt:

1 schematisch eine Vorrichtung zur Kraftstoff-Direkteinspritzung.

Beschreibung der Ausführungsbeispiele

Das erfindungsgemäße Verfahren ist sowohl für Niederdruck-Kraftstoffzuführsysteme als auch für Hochdruck-Kraftstoffzuführsysteme anwendbar, wobei die Kraftstoffzuführsysteme mindestens eine Kraftstoffpumpe umfassen, die unabhängig vom Betriebszustand der Brennkraftmaschine betrieben werden kann.

Es ist bekannt, dass bei tiefen Umgebungs-Temperaturen und einer entsprechend abgekühlten Brennkraftmaschine der beim Start eingespritzte Kraftstoff zu einem großen Teil an den Oberflächen im Brennraum kondensiert. Beispielsweise wird für einen Start bei – 30°C bis zu 16 mal mehr Kraftstoff benötigt als für einen Betrieb in der Volllast.

Die Erfindung geht von der Überlegung aus, die während eines Starts benötigte zusätzliche Kraftstoffmenge – bspw. aufgrund tiefer Temperaturen – vor dem Start der Brennkraftmaschine einzuspritzen.

In 1 ist beispielhaft eine Vorrichtung 1 zur Kraftstoff-Direkteinspritzung einer Vier-Zylinder-Brennkraftmaschine gezeigt. Die Vorrichtung 1 weist eine erste Kraftstoffpumpe 10 auf, mit der Kraftstoff aus einem Kraftstofftank 50 in Richtung einer zweiten Kraftstoffpumpe 20 gepumpt wird. Die erste Kraftstoffpumpe 10 ist dazu geeignet, einen Niederdruck zu erzeugen. Die zweite Kraftstoffpumpe 20 fördert den Kraftstoff in einen Druckspeicher 30 und erhöht den von der ersten Kraftstoffpumpe 10 zur Verfügung gestellten Niederdruck auf einen Hochdruck. Der Druckspeicher 30, häufig auch als Rail oder Common Rail bezeichnet, ist wiederum mit vier Einspritzventilen 40 verbunden. Die in 1 dargestellte Vorrichtung zur Kraftstoffversorgung dient im vorliegenden Beispiel dazu, die Einspritzventile 40 einer vierzylindrigen Brennkraftmaschine mit ausreichendem Kraftstoff und notwendigen Kraftstoffdruck zu versorgen, sodass eine zuverlässige Einspritzung und ein sicherer Betrieb der Brennkraftmaschine gewährleistet ist.

Zur Förderung von Kraftstoff auch während des Stillstands der Brennkraftmaschine ist die erste Kraftstoffpumpe 10 vorzugsweise als elektrische Kraftstoffpumpe ausgeführt. Die zweite Kraftstoffpumpe kann zwar auch elektrisch betreibbar ausgeführt sein, ist aber überwiegenden direkt mit der Kurbelwelle oder einer anderen Welle der Brennkraftmaschine gekoppelt, sodass beim Stillstand der Brennkraftmaschine kein zusätzlicher Druck durch die zweite Kraftstoffpumpe 20 aufgebaut wird.

Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, zwischen einer Vorstart- und einer Startphase zu unterscheiden. Bei einem Start der Brennkraftmaschine werden zumindest die Zündung und auch die Kraftstoff-Direkteinspritzung mit typischen Startparametern betrieben. Die Starparameter sind in der Regel so gewählt, dass die Brennkraftmaschine in kurzer Zeit eine Leerlaufdrehzahl erreicht. Während einer dem Start vorgelagerten Vorstartphase ist es vorgesehen, Zündung und Einspritzvorrichtung mit für die jeweilige Startbedingung angepassten Vorstartparameter zu betreiben.

Die Vorstartphase beginnt vorzugsweise, wenn ein Startwunsch vorliegt, beispielsweise durch Betätigen des Zündschlüssels und Wahl der Stellung Zündung. Selbstverständlich sind auch weitere Bedingungen denkbar, durch die ein Startwunsch und somit ein Beginn der Vorstartphase ausgelöst werden kann.

Liegt nun ein Startwunsch vor, wird zunächst überprüft, welche Startbedingungen vorliegen. Je nach Startbedingungen, bspw. Warmstart, Kaltstart, etc. sind unterschiedliche Kraftstoffmengen für den Start vorzusehen. Beispielsweise kann es vorgesehen sein, bei einem Warmstart nur geringe Mengen vorab einzuspritzen oder auf eine Vorabeinspritzung vollständig zu verzichten. Bei einem erkannten Kaltstart kann bspw. anhand der Motortemperatur, Umgebungstemperatur etc. eine Einspritzmenge bzw. Einspritzstrategie für die Vorstartphase und ggf. auch für den Start der Brennkraftmaschine bestimmt werden. Die in Abhängigkeit der Startbedingungen gewählten Parameter bilden die Vorstartparameter. Diese Parameter können bspw. in einem Kennfeld abgelegt sein und/oder anhand von erfassten Zustands- oder Betriebsgrößen ermittelt werden.

Erfindungsgemäß ist es auch vorgesehen, die Zündung der Brennkraftmaschine mit geeigneten Vorstartparametern zu betreiben. Insbesondere ist es beabsichtigt, die Zündung in der Vorstarphase so zu betreiben, dass der eingebrachte Kraftstoff sich nicht entzündet. Dies kann zum einen dadurch erfolgen, dass die Zündung in der Vorstartphase nicht betrieben wird oder zum anderen, dass die Zündung derart betrieben wird, dass ein erzeugter Zündfunke den Kraftstoff typischer Weise nicht entflammt und somit keine Verbrennung eingeleitet wird. Dies kann beispielsweise erreicht werden, indem der Zündwinkel deutlich nach spät verschoben wird, ggf. sogar bis in den Ausstoßtakt des Zylinders.

Durch ein derartiges Vorgehen wird vermieden, dass der eingespritzte Kraftstoff noch vor dem Start bereits vollständig oder teilweise verbrennt und dann für den Start der Brennkraftmaschine nicht mehr zur Verfügung steht.

Mit dem Startwunsch oder ggf. auch schon früher wird die erste Kraftstoffpumpe 10 betrieben, um einen Druck im Kraftstoffsystem und insbesondere im Druckspeicher 30 und an den Einspritzventilen 40 aufzubauen. Mit dem vorhandenen Druck wird dann mindestens ein Zylinder – vorzugsweise jedoch jeder Zylinder – mit einer bestimmten Kraftstoffmenge befüllt und dann die Brennkraftmaschine gestartet. Diese Einspritzung kann alternativ bereits vor Vorliegen des Startwunsches erfolgen. Für die Auslösung dieses Vorganges kann z.B. ein Türkontaktschalter verwendet werden.

Falls eine zweite Kraftstoffpumpe 20 vorhanden ist, die eine Kraftstoffdurchleitung bei niedrigen Startanlaufdrehzahlen erschwert, kann es vorgesehen sein, die zweite Kraftstoffpumpe während des Aufbaus des ersten Kraftstoffdrucks mit einer Umwegleitung zu überbrücken.

Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, zunächst mit einer erstern Kraftstoffpumpe einen Kraftstoffdruck im Druckspeicher 30 aufzubauen. Dies kann beispielsweise bei Vorliegen eines Startwunsches mit Beginn der Startphase, also mit Einschalten der Zündung erfolgen oder noch vor dem Beginn der Startphase beispielsweise bereits beim Öffnen der Fahrzeugtür durch einen Kontaktschalter. Es sind jedoch auch weitere Zeitpunkte und/oder Auslösemechanismen zur Inbetriebnahme der ersten Kraftstoffpumpe denkbar.

In der Vorstartphase also vorzugsweise bei einem ersten Anlaufen der Kurbelwelle wird mindestens in einen ggf. in jeden Zylinder der Brennkraftmaschine eine definierte Einspritzmenge mit dem zur Verfügung stehenden Kraftstoffdruck eingespritzt, ohne dass ein Zündung eingeleitet wird oder eine Zündung den Kraftstoff entflammt. Dann erfolgt der Start der Brennkraftmaschine mit typischen Startparametern beispielsweise mit Startparametern für einen Hochdruckstart.

Des Weiteren kann es vorgesehen sein, dass die Zündung in der Vorstartphase so eingestellt wird, dass zumindest ein Teil des eingespritzten Kraftstoffs verbrennt. Vorzugsweise erfolgt eine solche Verbrennung derart, dass im Wesentlichen kein Drehmoment erzeugt wird und die Verbrennungswärme die Brennkraftmaschine erwärmt. Insbesondere kann es mit Hilfe von Mehrfacheinspritzungen vorgesehen sein, ein Teil des eingespritzten Kraftstoffs für eine erste Verbrennung und einen anderen Teil für die Benetzung der Brennraumoberflächen einzusetzen.

Bevor ein Hochdruckstart eingeleitet wird, kann es weiterhin vorgesehen sein, dass zunächst abgewartet, ob der Kraftstoffdruck einen für einen Hochdruckstart notwendigen Druckschwellenwert überschritten hat.

Durch diese Vorabeinspritzung wird die während des Starts benötigte Kraftstoffmenge deutlich reduziert. So kann es vorgesehen sein, dass mit der Vorabeinspritzung die Kraftstoffmenge eingespritzt wird, die für einen vorliegenden Betriebszustand typischer Weise an den Brennraumwänden kondensiert, so dass für die Einspritzungen während des Starts/Anlassens der Brennkraftmaschine nur noch die zum Betrieb notwendige Kraftstoffmenge berücksichtigt werden muss.

Weiterhin kann es vorgesehen sein, die Vorabeinspritzung so aufzuteilen, dass ein Teil vor dem Start und ein anderer Teil beim Anlassen der Brennkraftmaschine eingespritzt wird. Weitere Aufteilungen der Kraftstoffmengen oder auch Mehrfacheinspritzungen sind denkbar.

Des Weiteren hat eine erfindungsgemäße Vorabeinspritzung den Vorteil, dass eventuell im Druckspeicher oder im Kraftstoffsystem vorhandene Luft bzw. Luftblasen aus dem Kraftstoffsystem mit der Vorabeinspritzung ausgeblasen werden. Beim Start der Brennkraftmaschine ist somit das Kraftstoffsystem blasenfrei und der Druckaufbau erfolgt insbesondere bei Hochdrucksystemen deutlich schneller, da keine Restluft komprimiert werden muss.

Die bislang gemachten Ausführungen beziehen sich zwar im Wesentlichen auf ein Hochdruck-Kraftstoffsystem, sind aber ohne Weiteres auch auf ein Niederdruck-Kraftstoffsystem übertragbar.

In einem Niederdruck-Kraftstoffsystem wird in der Regel auf eine zweite Kraftstoffpumpe verzichtet, so dass der Druck allein durch eine erste Kraftstoffpumpe aufgebaut wird. Die Vorabeinspritzung erfolgt dann in entsprechender Weise, wobei jedoch beim Start dann keine weitere Kraftstoffpumpe hinzugeschaltet wird. Eine weitere Kraftstoff-Druckerhöhung während des Starts oder im Betrieb ist jedoch denkbar.

Durch das erfindungsgemäße Vorgehen reicht es in vorteilhafter Weise aus, das Kraftstoff-Einspritzsystem insbesondere die Einspritzdüsen und Kraftstoffpumpe/-pumpen für die maximale Kraftstofffördermenge, die für den Betrieb in der Volllast benötigt wird, auszulegen. Die zusätzlichen Kraftstoffanforderungen werden dann in der Startphase durch das erfindungsgemäße Vorgehen zur Verfügung gestellt.

Weiterhin kann es vorgesehen sein, zumindest während der Startphase den Druck im Druckspeicher 30 zu ermitteln und anhand des vorhandenen Drucks die Zeitdauer der Einspritzung zu bemessen. Auch kann es vorgesehen sein, erst ab Vorliegen eines bestimmten Kraftstoffdrucks mit der Vorabeinspritzung zu beginnen.

Weiterhin kann es vorgesehen sein, die erste Kraftstoffpumpe für eine bestimmte Dauer zu betreiben, wobei nach diesem Zeitraum, auch ohne Ermittlung des Kraftstoffdrucks, davon ausgegangen wird, dass ein ausreichender Kraftstoffdruck vorliegt, wobei dann eine erfindungsgemäße Vorabeinspritzung erfolgt.

Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass die Vorstartphase erst beginnt, wenn der der Kraftstoffdruck einen Mindestdruck bzw. einen ersten Schwellenwert überschreitet.

Wenn die Position der Zylinder und der entsprechenden Arbeitstakte bereits im Stillstand oder nach einer geringen Kurbelwellendrehung der Brennkraftmaschine bekannt sind – bspw. über Absolutwinkelgeber an der Kurbelwelle oder Nockenwelle – so kann es vorgesehen sein, nur in einem oder zwei Brennräumen vorab Kraftstoff einzuspritzen, bei dem/denen während des nachfolgenden Starts der Brennkraftmaschine zuerst eine Zündung erfolgt.

Die Position der Kurbelwelle beim Start kann bspw. auch dadurch bekannt sein, wenn nach dem Abstellen der Brennkraftmaschine die letzte Position der Kurbelwelle festgehalten wird. Es sollte jedoch sichergestellt sein, das sich hiernach die Winkelposition de Kurbelwelle nur noch unwesentlich ändert.

Weiterhin kann es vorgesehen sein, dass anhand von Eingangsgrößen wie bspw. die Umgebungstemperatur, der Motortemperatur und/oder Öltemperatur oder weiteren Größen eine Vorabeinspritzmenge bzw. eine Einspritzstrategie ermittelt wird. Insbesondere kann es vorgesehen sein, zwischen einem Kaltstart, Neustart oder Warmstart zu unterscheiden.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Start einer Brennkraftmaschine mit einer Kraftstoff-Direkteinspritzung,

    bei dem bei einem Start der Brennkraftmaschine eine Zündung und die Kraftstoff-Direkteinspritzung mit Startparameter betrieben werden,

    dadurch gekennzeichnet, dass vor diesem Start bei Vorliegen eines Startwunsches, die Zündung und die Kraftstoff-Direkteinspritzung mit Vorstartparameter betrieben werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorstartparameter für die Zündung derart gewählt sind, dass keine oder im Wesentlichen keine Verbrennung eines im Brennraum befindlichen Kraftstoffs erfolgt.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorstartparameter für die Kraftstoff-Direkteinspritzung derart gewählt sind, dass Kraftstoff unabhängig von Erkennung der Arbeitsspiele der Zylinder eine Einspritzung in mindestens einem der Brennräume der Brennkraftmaschine erfolgt.
  4. Verfahren zum Start einer Brennkraftmaschine mit einer Kraftstoff-Direkteinspritzung, wobei Arbeitstakte der Brennkraftmaschine ermittelt werden, dadurch gekennzeichnet,

    dass bei Vorliegen eines Startwunsches zunächst in Abfolge der Arbeitstakte direkt in die Brennräume der Zylinder eingespritzt wird, wobei keine Zündung erfolgt oder die Zündung derart erfolgt, dass im Wesentlichen keine Verbrennung stattfindet,

    und nachfolgend ein Start der Brennkraftmaschine eingeleitet wird.
  5. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Kraftstoffpumpe spätestens bei Vorliegen eines Startwunsches in Betrieb genommen wird.
  6. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Startwunsch erst beachtet wird, wenn ein Kraftstoffdruck einen ersten Druckschwellenwert überschritten hat.
  7. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftstoffdruck durch eine zweite Kraftstoffpumpe erhöht wird.
  8. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Start der Brennkraftmaschine eingeleitet wird, wenn der Kraftstoffdruck einen zweiten Druckschwellenwert überschreitet.
  9. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftstoff eingespritzt wird, ohne dass eine Synchronisation vorgenommen wird.
  10. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftstoffmenge mindestens in Abhängigkeit einer Temperatur bestimmt wird.
  11. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Kraftstoffpumpe bei Betätigen einer Fahrzeugtür in Betrieb geht.
  12. Steuergerät zum Betreiben einer Brennkraftmaschine, wobei die Brennkraftmaschine zumindest eine Zündung und eine Kraftstoff-Direkteinspritzung umfasst,

    dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät vor einem Start der Brennkraftmaschine und bei Vorliegen eines Startwunsches

    in Abhängigkeit von ermittelten Vorstarparametern die Zündung und die Kraftstoff-Direkteinspritzung betreibt.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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