Die vorliegende Erfindung betrifft ein beschichtetes Schleifband sowie
Verfahren zu dessen Herstellung.
Beschichtete Schleifmittel werden üblicherweise in großen Rollen hergestellt,
von denen das gewünschte kommerzielle Produkt durch einen automatisierten Prozeß
abgeschnitten wird. Eine der nützlichsten Formen von beschichtetem Schleifmittel
weist die Form eines Bandes auf. Viele Jahre lang wurden Endlosschleifbänder und
-kegel durch verbinden („verspleißen") der Längsenden von blattförmigem,
beschichtetem Schleifmittelmaterial hergestellt. Beim herkömmlichen Herstellungsprozeß
muß jedes Band aus einem Streifen mit geeigneten Dimensionen hergestellt werden,
indem die Enden des Streifens miteinander verbunden werden, um eine fortlaufende
Schleife herzustellen.
Es sind zwei Arten des Spleißens gebräuchlich. Bei einer Art wird
jedes Ende so mit einem Profil versehen, daß, wenn das Band überlappt und verbunden
ist, dieses eine im wesentlichen gleichmäßige Querschnittsdicke in dem verbundenen
Bereich aufweist. Diese Art wird als „Überlappungsverbindung" („lap
joint") bezeichnet, bei der die Längsenden abgeschrägt werden, indem Schleifkörner
von einem Ende und ein Teil der Rückseite vom anderen Ende entfernt und die abgeschrägten
Enden überlappt und durch ein Haftmittel miteinander verbunden werden.
In alternativer Weise kann, um ein Band zu bilden, von den beiden
miteinander zu verbindenden Enden des Streifens auf der kein Schleifmittel tragenden
Oberfläche Material abgetragen werden, um einen Verbindungsstreifen unterbringen
zu können, der mit jedem der ausgehöhlten Enden verbunden ist. Dies ist als „Stoßverbindung"
(„butt joint") bekannt. Beim sogenannten „Stoßspleißen" wird die Rückseite
an jedem Ende der Längsseite des blattförmigen, beschichteten Schleifmittelmaterials
soweit entfernt, daß eine Vertiefung entsteht, die mit einem Haftmittel zusammen
mit einem starken, dünnen, reißfesten Spleißklebeband ausgefüllt wird. Oft wird
jede Art von Spleißen in einer erwärmten Spleißpresse durchgeführt, damit die Spleißstelle
im Wesentlichen die selbe Dicke wie der Rest des Bandes oder des Kegels aufweist.
Das Trägermaterial, welches das Schleifmaterial trägt, kann ein gewebtes
oder nicht-gewebtes Textilerzeugnis, ein Kunststoffilm oder ein Blatt Papier mit
geeigneter Stabilität sein. Die meisten Rückseiten von Endlosschleifbändern und
-kegeln sind Gewebe, Papier, polymerer Film oder Laminate davon. Gewebeträger sind
dauerhaft, jedoch teuer, und können, um ausreichend ebene Oberflächen aufzuweisen,
eine Reihe von Beschichtungsbehandlungen nötig machen, welche die Gewebeträger noch
teurer machen können. Papier und Laminate aus polymerem Film und Papier ergeben
eine mittlere Stabilität und werden oft verwendet, wo Gewebe zu teuer wäre. Für
leichte Einsätze können die Träger polymerer Film sein, dessen Rückseite üblicherweise
eine poröse Harzbeschichtung aufweist.
Um die Verbindung zu bilden ist es üblich, die Enden durch Behandlung
vorzubereiten um sicherzustellen, daß das Haftmittel eindringt und sich fest mit
dem Substrat verbindet. Dies ist dann besonders wichtig, wenn der Träger eine wesentliche
Auffüllbehandlung erfahren hat. Wenn der Träger ein Textilerzeugnis ist, können
die Enden sandgestrahlt werden, um die freien Faserenden zu öffnen und ein Eindringen
des Haftmittels in das Trägermaterial zu ermöglichen.
Das Haftmittel muß strenge Anforderungen erfüllen, um sicherzustellen,
daß die Bandverbindung während der Lebensdauer des Bandes intakt bleibt. Dies ist
wichtig, da ein plötzliches Versagen der Verbindung während des Gebrauchs des Bandes
sowohl für die Maschine als auch für das Bedienungspersonal sehr gefährlich werden
könnte.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein beschichtetes
Schleifmaterial zur Verfügung zu stellen, das die Sicherheit der verwendeten Bandschleifmaschine
sowie des Bedienungspersonals in höchstem Maße sicherstellt. Diese Aufgabe löst
die Erfindung durch das beschichtete Schleifband gemäß des unabhängigen Patentanspruchs
1 sowie die Verfahren zur Herstellung eines beschichteten Schleifbands gemäß eines
der unabhängigen Patentansprüche 8, 13, 14 und 15. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen,
Aspekte und Details der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen,
der Beschreibung, den Beispielen und den Zeichnungen.
Polyurethanzweikomponentenhaftmittelsyteme wurden im allgemeinen als
Haftmittel zum Verbinden von beschichteten Schleifbändern verwendet. Die Haftmittelsysteme,
die feste und flexible Verbindungen erzeugen, bestehen im allgemeinen aus Polyurethan
mit hohem Molekulargewicht und einem multifunktionellen Isocyanatvernetzungsmittel.
Wegen der hohen Reaktivität des Isocyanats mit Materialien wie Amin,
Alkohol und Wasser weisen Polyurethanzweikomponentensysteme jedoch in Verarbeitungsumgebungen
mindestens zwei Nachteile auf, einschließlich einer eingeschränkten Verarbeitungszeit
sowie einer Empfindlichkeit gegenüber der relativen Feuchtigkeit der Umgebungsluft.
1 zeigt eine graphische Darstellung, welche die Veränderung
der Güte (Qualität) einer Bandverbindung eines typischen Verbindungssystems nach
dem Stand der Technik in Abhängigkeit vom Alter des Systems angibt. Die graphische
Darstellung zeigt eine Verarbeitungszeit von etwa vier Stunden für dieses System.
Ein blockiertes Isocyanat-Urethan-System basiert auf der Umkehrbarkeit
der Additionsreaktionen von Isocyanaten bei erhöhten Temperaturen. Es ist bei Umgebungstemperatur
(Raumtemperatur) relativ stabil, aber wenn es erwärmt wird, wird die Blockierung
des Isocyanats entfernt, d.h. das Blockierungsmittel wird freigesetzt, bevor das
Isocyanat mit einem nucleophilen Rest, beispielsweise einem Hydroxyl, reagiert.
Während der Bildung des Polyurethanhaftmittels erfolgt eine Polymerisierungsreaktion
zwischen einer Isocyanatgruppe (-NCO) in einer Isocyanatkomponente und einer Gruppe
in einer Hydroxylkomponente, die eine aktive Wasserstoffgruppe enthält, beispielsweise
einer Hydroxylgruppe in einem mehrwertigen Alkohol (Polyol). Die Isocyanatkomponente
enthält zwei oder mehr Isocyanatgruppen und die Hydroxylkomponente enthält zwei
oder mehr Hydroxylgruppen.
Die Isocyanatgruppe der Isocyanatkomponente ist blockiert, so daß
diese nicht mit den aktiven Wasserstoffgruppen der Hydroxylkomponente, wie einem
Polyol, reagieren kann. Die blockierende Gruppe wird von der Isocyanatgruppe durch
Erwärmen auf eine erhöhte Temperatur entfernt, wodurch die freigesetzte Isocyanatgruppe
mit einer Hydroxylgruppe reagieren und das Polyurethan ausbilden kann. Das durch
dieses Verfahren hergestellte Polyurethan wird als „blockiertes Isocyanat-Urethan-System"
angesehen.
Es wurde gefunden, daß blockierte Isocyanat-Urethan-Systeme die Verarbeitungszeit
in großem Maße erhöhen und Umweltbedenken minimieren. Gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung enthält ein für die Verwendung in Verbindungen für beschichtete
Schleifbänder geeignetes Haftmittel ein blockiertes Isocyanat-Urethan-System. Geeignete
Blockiermittel sind Phenole, Oxime, Alkohole, Caprolactam und Diethylmalonat. Gemäß
einer Ausführungsform ist das Haftmittel mit einem Amin vernetzt. Gemäß einer anderen
Ausführungsform ist das Haftmittel mit einem Alkohol vernetzt.
Ein Schleifband wird hergestellt, indem eine Vielzahl von Schleifpartikeln
auf einer ersten Oberfläche einer Trägerschicht befestigt wird. Eine Überzugsbeschichtung
wird über die Schleifpartikel aufgebracht, um das beschichtete Schleifmittel zu
bilden. Das beschichtete Schleifmittel wird in Form eines Streifens mit einem ersten
und einem zweiten Ende zugeschnitten. Die Enden des Streifens werden durch ein Haftmittel
miteinander verbunden, welches ein blockiertes Isocyanat-Urethan-System enthält.
Die vorhergehend beschriebenen und andere Aspekte, Merkmale und Vorteile
der Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden genaueren Darlegung bevorzugter
Ausführungsformen der Erfindung, wie sie auch in den beigefügten Zeichnungen dargestellt
sind. Die Zeichungen sind nicht unbedingt maßstabsgerecht, es wird vielmehr Wert
gelegt auf die Darstellung der Prinzipien der Erfindung.
1 zeigt die Veränderung der Güte (Qualität)
einer Bandverbindung (Zugfestigkeit, „tensile strength") eines typischen
Verbindungssystems gemäß des Standes der Technik in Abhängigkeit vom Alter des Systems;
2 zeigt die Zugfestigkeit („tensile
strength") einer erfindungsgemäß hergestellten Bandverbindung als eine Funktion
des Alters der Mischung; und
3 zeigt die Zugfestigkeit („tensile
strength") einer erfindungsgemäß hergestellten Bandverbindung als Funktion der relativen
Feuchtigkeit.
Beschichtete Schleifmittel umfassen üblicherweise die Produkte, bei
denen Schleifkörner auf einer Trägerunterlage befestigt sind und die verwendet werden
können, um die Oberfläche eines Artikels, auf dem sie angewandt werden, abzuschleifen
oder anderweitig abzutragen.
Die Trägerunterlage eines beschichteten Schleifmittels kann starr
sein, ist aber im allgemeinen flexibel und enthält üblicherweise ein Material, wie
Papier, Gewebe, eine faserhaltige Unterlage, Polymerfilm, vulkanisierte Fasern,
Metallnetze oder eine Kombination solcher Materialien und ähnliches. Bei manchen
Ausführungsformen enthält die Trägerunterlage anfänglich eine Ansammlung loser Fasern
zu welchen die Schleifkörner mit oder ohne weiterem Bindemittelmaterial gegeben
werden, um ein Schleifgewebe zur Verfügung zu stellen, das überall Körner aufweist.
Die lose Ansammlung von Fasern und Körnern kann komprimiert werden, wenn kein Bindemittel
vorhanden ist, oder anderweitig fixiert oder gehärtet werden, wenn ein Bindemittel
zugegen ist, um ein beschichtetes Schleifmittel zu bilden.
Die Schleifkörner können aus jedem Material sein, welches die Fähigkeit
hat, ein Werkstück abzuschleifen, wie beispielsweise Sand, Flint, Korund, Metalloxiden,
wie Aluminiumoxid, Aluminium-Zirconiumoxid, keramischem Aluminiumoxid, Diamant,
Siliciumcarbid, Granat und ähnlichem. Die Körner können in ein Bindemittelmaterial
eingebettet oder mit diesem vermischt sein, wodurch sie an der Trägerunterlage befestigt
werden. Die Körner können in einem speziellen Muster aufgetragen werden oder statistisch
(zufallsmäßig) verteilt sein.
Das Bindemittelmaterial ist im allgemeinen jedes geeignete Material,
mit welchem Schleifkörner auf der Trägerunterlage befestigt werden können und das
widerstandsfähig genug ist, die Wirkung des Schleifprozesses ins Gegenteil zu verkehren.
Typische Bindemittelmaterialien sind Phenolharze, Hautleime, Klarlacke, Epoxidharze,
Acrylate, Harnstoff-Formaldehyd-Harze, Polyurethanharze, Lacke, Emaille und alle
anderen aus einer Vielzahl von Materialien, welche die Fähigkeit besitzen, die Schleifkörner
in haftender Verbindung auf der Trägerunterlage zu stabilisieren. Im allgemeinen
wird das Bindemittelmaterial so ausgewählt, daß es eine maximale Effizienz des Schleifmittels
im Hinblick auf die vorgesehene Abschleiffläche bietet. Bei der Auswahl des Bindemittelmaterials
wird darauf geachtet, daß dieses dem Erweichen oder Anbrennen oder beidem widerstehen
kann bei gleichzeitiger ausreichender Haftfähigkeit.
Die Körner können mit dem Bindemittelmaterial gemischt werden und
die Mischung kann auf der Trägerunterlage in einer gleichmäßigen oder gemusterten
Form abgelegt werden. Alternativ dazu kann auch die Trägerunterlage mit dem Bindemittelmaterial
beschichtet werden und die Körner danach darauf abgelagert werden. Viele alternative
Formen an Trägerunterlagen, Kornmaterialien, Bindemittelmaterialien, Mittel zur
Anordnung der Körner auf der Trägerunterlage, Mittel zum Befestigen der Körner und
ähnliches sind im Stand der Technik bekannt und werden als Abwandlungen angesehen,
die alle im Rahmen der vorliegenden Erfindung von Nutzen sein können. Um beschichtete
Schleifbänder herzustellen wird das beschichtete Schleifmittel in Streifen geschnitten
und mit Hilfe eines Haftmittels verspleißt.
Während der Bildung des Polyurethanhaftmittels erfolgt eine Polymerisierungsreaktion
zwischen einer Isocyanatgruppe (-NCO) in einer Isocyanatkomponente und einer Gruppe
in einer Hydroxylkomponente, die eine aktive Wasserstoffgruppe enthält, wie beispielsweise
einer Hydroxylgruppe in einem Polyol. Die Isocyanatkomponente enthält zwei oder
mehr Isocyanatgruppen und die Hydroxylkomponente enthält zwei oder mehr Hydroxylgruppen.
Wenn drei oder mehr Isocyanat- oder Hydroxylgruppen in einer Komponente vorhanden
sind, ist Vernetzung zwischen Ketten möglich. Vernetzungsmittel können zugegeben
werden, um die Vernetzung zu fördern.
Die Isocyanatgruppen der Isocyanatkomponente sind blockiert, so daß
sie nicht mit den aktiven Wasserstoffgruppen der Hydroxylkomponente, beispielsweise
eines Polyols, reagieren können. Die blockierende Gruppe wird durch Erwärmung auf
eine erhöhte Temperatur von der Isocyanatgruppe entfernt, wodurch die freigelegte
Isocyanatgruppe mit der Hydroxylgruppe reagieren kann.
Ein blockiertes Isocyanatsystem basiert auf der Umkehrbarkeit von
Additionsreaktionen von Isocyanaten bei erhöhten Temperaturen. Das blockierte Isocyanatsystem
ist relativ stabil bei Umgebungstemperatur (Raumtemperatur), die Blockierung wird
jedoch bei Erwärmung durch Freisetzung des Blockierungsmittels aufgehoben. Dann
kann die Reaktion des vom Blockierungsmittel befreiten Isocyanats mit einem nucleophilen
Mittel, beispielsweise einem Alkohol oder Amin, erfolgen. Der Reaktionsweg kann
wie folgt dargestellt werden:
R und R' stellen organische Gruppen oder Ketten dar. B stellt das
blockierende Mittel dar. Einige blockierende Mittel, die kommerziell verwendet werden,
sind Phenole, Oxime, Alkohole, Caprolactam und Diethylmalonat. Die Wahl des blockierenden
Mittels hängt zum Teil von dessen Flüchtigkeit und Verarbeitungstemperatur ab. Einige
der Vorteile von blockiertem Isocyanat bei der Verwendung zum Verbinden von beschichteten
Schleifbändern sind dessen lange Verarbeitungszeit und Unempfindlichkeit gegenüber
Feuchtigkeitgehalten in der Umgebungsluft. Dies führt zu einem Verfahren mit einer
gleichmäßigeren Qualität der Bandverbindung.
Ein Polyurethan mit angemessenen physikalischen Eigenschaften für
ein Bandverbindungshaftmittel weist ein hohes Molekulargewicht auf. Um dies zu erreichen,
ist einer der Bestandteile ein Prepolymer (Vorpolymer). Das Prepolymer enthält eine
Anzahl von sich wiederholenden Einheiten, aber auch mindestens zwei reaktive Gruppen,
die üblicherweise am Ende eines im wesentlichen linearen Polymers liegen.
Nach einem von zwei Ansätzen enthält das Prepolymer blockierte Isocyanatgruppen.
Das Prepolymer mit den blockierten Isocyanatgruppen wird mit einer Hydroxylkomponente
gemischt und dann erwärmt, um die Blockiermittel zu entfernen, wodurch die Polyurethanreaktion
fortschreiten kann.
In einem zweiten Ansatz wird ein einfaches Isocyanat, wie ein Diisocyanat,
dessen Isocyanatgruppen blockiert sind, mit einem Prepolymer, das Hydroxylgruppen
enthält, wie einen Polyol, gemischt. Das Gemisch wird zur Entfernung des Blockiermittels
erwärmt, um das Polyurethan zu bilden.
Ein blockiertes Polyisocyanat, welches erhältlich ist durch Blockieren
der endständigen Isocyanatgruppen eines nicht blockierten Polyisocyanats, gebildet
aus einem aliphatischen und/oder alicyclischen Diisocyanat mit einem Blockiermittel,
ist bei Raumtemperatur stabil. Bei Erwärmung des blockierten Polyisocyanats jedoch
lösen sich die blockierenden Gruppen von den endständigen Isocyanatgruppen des blockierten
Polyisocyanats ab, und das erhaltene, nicht-blockierte Polyisocyanat kann als Härtungsmittel
für ein Polyol dienen. Die Polyurethanzusammensetzung kann ein Polyol als Hauptbestandteil
und das blockierte Polyisocyanat als Härtungsmittel enthalten und ist in der Lage,
ein Haftmittel mit ausgezeichneten Eigenschaften zur Verfügung zu stellen, wie chemischer
Beständigkeit, Flexibilität und Witterungsbeständigkeit. Als Blockiermittel können
Phenol, Cresol, Ethylacetacetat, Diethylmalonat und Butanonoxim ausgewählt werden.
Die Temperaturen zur Entfernung des Blockiermittels liegen vorzugsweise im Bereich
von etwa 100 bis etwa 180°C, abhängig vom speziellen Blockiermittel und der
Formulierung.
Das Polyisocyanat kann ein Diisocyanat, beispielsweise ein aliphatisches
Diisocyanat oder ein alicyclisches Diisocyanat sein. Beispiele für geeignete aliphatische
Diisocyanate sind C4 bis C30 aliphatische Diisocyanate und
für geeignete alicyclische Diisocyanate C8 bis C30 alicyclisches
Diisocyanate. Beispiele für solche Diisocyanate sind Tetramethylen-1,4-diisocyanat,
Pentamethylen-1,5-diisocyanat, Hexamethylendiisocyanat, 2,2,4-Trimethylhexamethylen-1,6-diisocyanat,
Lysindiisocyanat, Isophorondiisocyanat, 1,3-Bis(isocyanatmethyl)-cyclohexan und
4,4'-Dicyclohexylmethandiisocyanat. Von diesen sind Hexamethylendiisocyanat und
Isophorondiisocyanat besonders bevorzugt. Die vorgenannten Diisocyanate können einzeln
oder in Kombination verwendet werden.
Beispiele für geeignete Polyole sind Polyetherpolyole, die durch eine
Additionsbindung von mindestens einem organischen Oxid, ausgewählt aus der Gruppe
bestehend aus Alkylenoxiden (wie Ethylenoxid, Propylenoxid, Butylenoxid und Cyclohexanoxid)
und Phenylalkylenoxiden (wie Styroloxid und Phenylpropylenoxid), mit mindestens
einer der obengenannten Polyhydroxyverbindungen in Gegenwart eines stark basischen
Katalysators (wie den Hydroxiden von Lithium, Natrium oder Kalium; Alkoholaten und
Alkylaminen) erhalten werden; Polyetherpolyole, erhalten durch Umsetzung multifunktioneller
Verbindungen, wie Ethylendiamin, mit einem Alkylenoxid; und polymere Polyole, erhalten
durch Polymerisierung von Acrylamid oder einer ähnlichen Substanz unter Verwendung
der obengenannten Polyether als Reaktionsmedien.
Beispiele für Polyesterpolyole sind Polyesterpolyolharze, erhalten
durch eine Kondensationsreaktion mindestens einer organischen, dibasischen Säure
(wie Bernsteinsäure, Adipinsäure, Sebacinsäure, Dimersäure, Maleinsäureanhydrid,
Phthalsäureanhydrid, Isophthalsäure und Terephthalsäure) mit mindestens einem mehrere
Hydroxylgruppen enthaltenden Alkohol (wie Ethylenglycol, Propylenglycol, Diethylenglycol,
Neopentylglycol, Trimethylolpropan und Glycerin); und Polycaprolactampolyolen, erhalten
durch ringöffnende Additionspolymerisation von &egr;-Caprolactam mit einem mehrere
Hydroxylgruppen enthaltenden Alkohol.
Beispiele für Epoxidpolyole sind Epoxidpolyole eines Novolaktyps,
eines &bgr;-Methylepichlorhydrintyps, eines cyclischen Oxirantyps, eines Glycidylethertyps,
eines Glycolethertyps, eines epoxidierten, aliphatisch ungesättigten Verbindungstyps,
eines epoxidierten Fettsäureestertyps, eines Polycarboxylestertyps, eines Aminoglycidyltyps,
eines epoxidierten, halogenierten Verbindungstyps und eines Resorcintyps.
Die vorgenannten Polyole haben ein Molekulargewichts-Zahlenmittel
von etwa 500 bis etwa 5000. Die vorgenannten Polyole können einzeln oder in Kombination
verwendet werden. Des weiteren können die vorgenannten Polyole vor ihrer Verwendung
urethanmodifiziert werden.
Beispiele für geeignete Härtungsmittel sind aromatische Amine, wie
p,p'-Methylendianilin (MDA), 4,4'-Methylen-bis-(2-chloranilin) (MOCA), Ethacure-100
(Diethyltoluoldiamin), Ethacure-220 und Ethacure-300 oder andere Amine mit ähnlicher
Struktur. Polyole, wie Trimethylolpropan (TMP), Glycole mit verschiedenen Hauptketten
und/oder aromatische Polyole können den aromatischen Aminen als weiteres Härtungsmittel
für das blockierte Polyurethanprepolymer zugegeben werden. Das -NCO/-OH Verhältnis
liegt vorzugsweise im Bereich von etwa 0,9 bis etwa 1,1. Besonders bevorzugt ist
ein Verhältnis von etwa 1.
Im Hinblick auf das blockierte Polyisocyanat, welches als Härtungsmittel
für eine Einkomponenten-Polyurethanzusammensetzung („one pack polyurethane
composition") verwendet wurde, wird die Zusammensetzung auf hohe Temperaturen, beispielsweise
120°C, erwärmt, um das Blockierungsmittel von den terminalen Isocyanatgruppen
des blockierten Polyisocyanats freizusetzen, damit das Polyisocyanat als Härtungsmittel
wirken kann. Wenn das Haftmittel beispielsweise gebildet wird, indem eine Einkomponenten-Polyurethanzusammensetzung
mit einem Polyol als Hauptbestandteil und einem blockierten Polyisocyanat als Härtungsmittel
erhitzt wird, kann die Erwärmung bei einer Temperatur im Bereich von etwa 100 bis
etwa 200°C durchgeführt werden.
Beispiele für kommerziell erhältliche, blockierte Isocyanatprepolymere
sind Desmocap und Baypret von Bayer, Adiprene BL-16 von Uniroyal und Catapol von
ARNCO.
Somit umfaßt gemäß der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Herstellung
eines beschichteten Schleifbands die Bildung eines blockierten Isocyanat-Urethansystems,
indem eine blockierte Isocyanatkomponente mit einer Hydroxylkomponente gemischt
wird, die Enden eines Streifens eines beschichteten Schleifmittels zusammen mit
dem blockierten Isocyanat-Urethansystem verbunden werden und der Streifen erwärmt
wird, um das Blockierungsmittel von den Isocyanatgruppen zu entfernen und es den
nunmehr nicht mehr blockierten Isocyanatgruppen zu ermöglichen, mit den Hydroxylgruppen
der Hydroxylkomponente zu reagieren.
Gemäß einer Ausführungsform enthält die erste Komponente ein durch
blockiertes Isocyanat terminiertes Polyurethanprepolymer und die zweite Komponente
Polyamin oder Polyol. Gemäß einer alternativen Ausführungsform enthält die erste
Komponente ein Polymer mit hohem Molekulargewicht enthaltend mehrere Hydroxylfunktionen
und die zweite Komponente blockierte Polyisocyanate.
Die nachfolgenden Beispiele erläutern die Vorteile der Verwendung
von Haftmittelsystemen enthaltend blockierte Isocyanate für Bandverbindungen.
Beispiel 1
2 zeigt die Haftmittelfestigkeit einer
Bandverbindung als Funktion des Alters des Gemischs. Das Gemisch enthält Adiprene
BL-16 (Urethanelastomer mit blockierten Isocyanat Härtungsstellen) und Ethacure
100 (Diethyltoluoldiamin). Die Darstellung zeigt deutlich, daß die Zerreißfestigkeit
der Bandverbindung durch das Alter des Gemischs in einem Bereich von null bis 140
Stunden nicht beeinflußt wurde.
Beispiel 2
3 zeigt die Festigkeit des Bandverbindungshaftmittels
als eine Funktion der relativen Feuchtigkeit. Die Proben wurden
in einer konstanten relativen Feuchtigkeit zwei Tage lang exponiert. Das Aussetzen
des Bandverbindungshaftmittels gegenüber einer feuchten Umgebung hatte keine Auswirkung
auf die Funktion der Bandverbindung.
Beispiel 3
Ein System, das ein Polyesterurethan (Bayer Desmolco 1976), P5 90
Teile; ein blockiertes Isocyanat auf TDI-Basis (Bayer, BL 1265), 6,15 Teile; Katalysator,
0,9 Teile; und Methylethylketon 0,5 Teile enthielt, wurde hergestellt. Das verwendete
Blockierungsmittel war Caprolactam. Das Haftmittel wurde bei 121 °C (250°F)
gehärtet. Zwei Proben hatten eine durchschnittliche Festigkeit von 40,6 kg/cm (227,1
lb/in) für ein frisches Gemisch. Drei Proben hatten eine durchschnittliche Festigkeit
von 40,4 kg/cm (224,2 lb/in), nachdem sie 24 Stunden lang in einem Topf gehalten
und dann bei 121 °C gehärtet wurden. Die Daten weisen darauf hin, daß das Leistungsverhalten
des Haftmittels nicht durch die Zeitdauer beeinflußt wird, während der das System
in dem Topf gehalten wurde.
Während die Erfindung teilweise unter Bezugnahme auf bevorzugte Ausführungsformen
gezeigt und beschrieben wurde ist für Fachleute klar, daß verschiedene Änderungen
vorgenommen werden können, ohne von der Erfindung, wie in den Ansprüchen angegeben,
abzuweichen.
Anspruch[de]
Beschichtetes Schleifband, enthaltend:
a) einen Streifen beschichtetes Schleifmittel mit einem ersten Ende und einem zweiten
Ende; und
b) einem Verbindungshaftmittel zum Verbinden des ersten Endes mit dem zweiten Ende
zur Bildung eines Bandes, wobei das Haftmittel ein blockiertes Isocyanat-Urethan-System
enthält, wobei in diesem System die Isocyanatgruppen der Isocyanatkomponente blockiert
sind.
Beschichtetes Schleifband nach Anspruch 1, wobei das blockierte Isocyanat-Urethan-System
ein Blockierungsmittel, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Phenolen, Oximen,
Alkoholen, Caprolactam und/oder Diethylmalonat, enthält.
Beschichtetes Schleifband nach Anspruch 1 oder 2, wobei das blockierte
Isocyanat Urethan-System ein Amin enthält.
Beschichtetes Schleifband nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das blockierte Isocyanat-Urethan-System einen Alkohol enthält.
Beschichtetes Schleifband nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das blockierte Isocyanat-Urethan-System ein Polyol enthält.
Beschichtetes Schleifband nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das blockierte Isocyanat-Urethan-System ein Prepolymer mit hohem Molekulargewicht
enthaltend Hydroxylfunktionalität enthält.
Beschichtetes Schleifband nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das blockierte Isocyanat-Urethan-System ein Prepolymer mit hohem Molekulargewicht
enthaltend Isocyanatfunktionalität enthält.
Verfahren zur Herstellung eines beschichteten Schleifbands mit den
Schritten:
a) Zurverfügungstellen eines Streifen eines beschichteten Schleifmittels, welcher
entgegengesetzte erste und zweite Enden aufweist; und
b) Verbinden der Enden des Streifens mit einem Haftmittel, welches ein blockiertes
Isocyanat-Urethan-System enthält, wobei in diesem System die Isocyanatgruppen der
Isocyanatkomponente blockiert sind.
Verfahren nach Anspruch 8, mit dem weiteren Schritt, daß das Haftmittel
durch ein Amin vernetzt wird.
Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, mit dem weiteren Schritt, daß das
Haftmittel durch einen Alkohol vernetzt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, mit dem weiteren Schritt,
daß das Haftmittel durch ein Polyol vernetzt wird.
Verfahren zur Herstellung eines beschichteten Schleifbandes, wobei
Enden des Bandes durch ein Haftmittel enthaltend ein blockiertes Isocyanat-Urethan-System
miteinander verbunden werden, wobei in diesem System die Isocyanatgruppen der Isocyanatkomponente
blockiert sind.
Verfahren zur Herstellung eines Schleifbands mit den Schritten:
a) Herstellen eines blockierten Isocyanat-Urethan-Systems, welches als Isocyanatkomponente
ein Polyurethanprepolymer mit blockierten Isocyanatendgruppen enthält;
b) Verbinden von Enden eines Streifens eines beschichteten Schleifmittels mit dem
blockierten Isocyanat-Urethan-System; und
c) Erwärmen des Streifens, um das blockierte Isocyanat-Urethan-System zu härten,
um das blockierte Isocyanat mit einem Polyamin oder Polyol zu vernetzen.
Verfahren zur Herstellung eines Schleifbands mit den Schritten:
a) Herstellen eines blockierten Isocyanat-Urethan-Systems, welches ein Polyurethan
mit hohem Molekulargewicht enthaltend Hydroxylfunktionalität aufweist, wobei in
diesem System die Isocyanatgruppen der Isocyanatkomponente blockiert sind;
b) Verbinden der Enden eines Streifens eines beschichteten Schleifmittels mit dem
blockierten Isocyanat-Urethan-System; und
c) Erwärmen des Streifens, um das blockierte Isocyanat-Urethan-System zu härten,
um das Polyurethan mit hohem Molekulargewicht enthaltend Hydroxylfunktionalität
mit dem blockierten Polyisocyanat zu vernetzen.
Verfahren zur Herstellung eines Schleifbands mit den Schritten:
a) Herstellen eines blockierten Isocyanat-Urethan-Systems durch Mischen einer ersten
mit einer zweiten Komponente, wobei in diesem System die Isocyanatgruppen der Isocyanatkomponente
blockiert sind;
b) Verbinden der Enden eines Streifens eines beschichteten Schleifmittels mit dem
blockierten Isocyanat-Urethan-System; und
c) Erwärmen des Streifens zur Härtung des blockierten Isocyanat-Urethan-Systems.
Verfahren nach Anspruch 15, wobei die erste Komponente ein Polyurethanprepolymer
mit blockierten Isocyanatgruppen und die zweite Komponente Polyamin oder Polyol
enthält.
Verfahren nach Anspruch 15, wobei die erste Komponente ein Polyurethan
mit hohem Molekulargewicht enthaltend Hydroxylfunktionalität und die zweite Komponente
blockiertes Polyisocyanat enthält.