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Dokumentenidentifikation DE102004062085A1 20.07.2006
Titel Scheibenwischersteuerung
Anmelder DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Baumann, Joachim, 72108 Rottenburg, DE
DE-Anmeldedatum 23.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004062085
Offenlegungstag 20.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.07.2006
IPC-Hauptklasse B60S 1/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60R 21/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Scheibenwischersteuerung, wobei der Scheibenwischer von einem Scheibenwischermotor angetrieben wird, der seine Steuersignale von einem Scheibenwischersteuergerät erhält.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Scheibenwischersteuergerät Bremssignale des Fahrzeuges auswertet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Scheibenwischersteuerung gemäß den gattungsbildenden Merkmalen des Anspruchs 1.

Eine gattungsgemäße Scheibenwischersteuerung ist in der DE 197 28 571 A1 beschrieben. Es ist ein Verfahren zur Steuerung des Wischintervalls von Scheibenwischern in Fahrzeugen durch Einstellung der Pausenzeit zwischen aufeinander folgenden Wischbewegungen mit Hilfe eines wenigstens die Schaltstellungen „Wischbetrieb AUS" und „Intervallbetrieb EIN" aufweisenden Wählhebelschalters, durch dessen Betätigung die Pausenzeit mittels einer Steuerschaltung bestimmbar ist und in einem Speicher gespeichert wird. Durch die Betätigung des Wählhebelschalters wird die ermittelte Pausenzeit durch ein Geschwindigkeitssignal entsprechend der gerade gefahrenen Fahrzeuggeschwindigkeit bewertet und als normierte, auf ein vorgegebenes Geschwindigkeitsniveau bezogene Pausenzeit gespeichert. Diese normierte und gespeicherte Pausenzeit wird jeweils mit einem aktuellen Geschwindigkeitssignal bewertet und als aktuelle Pausenzeit zur Steuerung des Wischintervalls ausgegeben, wobei höheren Geschwindigkeiten kürzere Pausenzeiten zugeordnet werden.

In der DE 3811339 A1 ist eine Sicherheitseinrichtung für Kraftfahrzeuge offenbart, wobei eine bei Überschreitung eines vorgebbaren, wenigstens einer Vollbremsung entsprechenden hohen Verzögerungswerts und/oder bei Blockierung wenigstens eines Rades betätigbare Einschaltvorrichtung für die Warnblinkanlage vorgesehen ist. Eine durch Vollbremsung oder Aufprall des Fahrzeugs auf ein Hindernis bewirkte Verzögerung oder die Blockierung eines Rades beinhalten eine Gefahrensituation, die durch Einschalten der Warnblinkanlage auch noch nach Stillstand des Fahrzeugs automatisch und ohne Mitwirkung des Fahrers kenntlich gemacht wird.

Bei dieser Art einer Scheibenwischersteuerung ist nachteilig, dass Situationen, bei denen eine große Regenmenge auf die Windschutzscheibe fällt, aber die Geschwindigkeit gering ist, der Scheibenwischer große Intervallpausen aufweist. In einem solchen Fall wäre die Wischergeschwindigkeit gering, da die Fahrgeschwindigkeit gering ist. Wird das Fahrzeug scharf abgebremst, wird das dabei auf die Windschutzscheibe aufspritzende Wasser nicht sofort weggewischt und behindert die Durchsicht durch die Windschutzscheibe. Dies kann aber gerade in einem solchen Gefahrenfall lebensbedrohlich sein.

Die Aufgabe der Erfindung ist daher eine Scheibenwischersteuerung zu verbessern, um so die Sicherheit zu erhöhen.

Die Aufgabe wird durch die gattungsbildenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Dabei ist von Vorteil, dass bei einer scharfen Bremsung das Scheibenwischerintervall erhöht wird, so dass das bei einer scharfen Gefahrenbremsung, bei welcher die Geschwindigkeit des Fahrzeuges abrupt reduziert wird, das bei regennasser Fahrbahn auf die Windschutzscheibe aufspritzende Wasser sofort durch die Scheibenwischer weggewischt wird und so für den Fahrer eine klare Sicht ermöglicht wird.

Dabei zeigen:

1 eine schematische Darstellung der Scheibenwischersteuerung,

2 ein Ablaufdiagramm zur Steuerung des Scheibenwischers.

1 zeigt eine schematische Darstellung einer Scheibenwischersteuerung, mit einer Steuereinheit 1 für den Scheibenwischermotor 3. In den komfortablen Scheibenwischersteuerungen wird durch die Betätigung eines Wählhebelschalters, der sich gewöhnlich am Lenkrades des Fahrzeuges befindet, die ermittelte Pausenzeit durch ein Geschwindigkeitssignal entsprechend der gerade gefahrenen Fahrzeuggeschwindigkeit bewertet und als normierte, auf ein vorgegebenes Geschwindigkeitsniveau bezogene Pausenzeit gespeichert. Diese normierte und gespeicherte Pausenzeit wird jeweils mit einem aktuellen Geschwindigkeitssignal bewertet und als aktuelle Pausenzeit zur Steuerung des Wischintervalls ausgegeben, wobei höheren Geschwindigkeiten kürzere Pausenzeiten zugeordnet werden. In den einfacheren Scheibenwischersteuerungen wird jeder Stellung des Wählhebelschalters eine bestimmte Pausenzeit des Scheibenwischers zugeordnet. Eine Wählhebelstellung kann auch einem Regensensor zugeordnet sein, so dass die Pausenzeit in Abhängigkeit der ermittelten Regenmenge mittels Regensensor eingeschaltet wird. Zusätzlich wird nun in die Steuereinheit 1 ein Bremssignal eingelesen, das die Steuereinheit 1 von einer Bremssteuereinheit 2 oder direkt vom Rad 2, insbesondere einem am Rad angeordneten Sensor, der auch zur Steuerung für das ABS oder ESP verwendet wird, erhält. Bei Überschreitung eines vorgebbaren, wenigstens eine Vollbremsung entsprechenden hohen Verzögerungswerts und/oder bei Blockierung wenigstens eines Rades erhält dann die Steuereinheit 1 ein Signal. Daraufhin wird der Scheibenwischermotor 3 aktiviert, völlig unabhängig davon mit welcher Intervallpause er gerade betrieben wird.

2 zeigt ein Ablaufdiagramm zur Steuerung des Scheibenwischers. Es erfolgt zuerst in 10 das Einlesen eines Bremssignals des Fahrzeuges in die Steuereinheit des Scheibenwischermotors. Das Bremssignal wird dabei von der Bremssteuereinheit oder direkt vom Rad eingelesen. Es wird dabei der Verzögerungswert des Fahrzeuges B oder die Blockierung eines Rades B ermittelt und in die Steuereinheit des Scheibenwischersteuergerätes eingelesen. In 12 erfolgt die Abfrage, ob sich der Verzögerungswert B oder die Blockierung einen vorgegebenen Sollwert S übersteigt. Bei Nichtüberschreitung dieses vorgegebenen Sollwertes S wird auf 10 zurückgesprungen und es wird weiterhin der Verzögerungswert des Fahrzeuges B oder die Blockierung eines Rades B ermittelt und beobachtet. Sobald der Verzögerungswert B oder die Blockierung eines Rades den vorgegebenen Sollwert S übersteigt, erfolgt in 14 eine Meldung an das Steuergerät für den Scheibenwischermotor, dass eine Vollbremsung erfolgt. Daraufhin wird der Scheibenwischermotor und damit der Scheibenwischer sofort aktiviert. Die Aktivierung des Scheibenwischers erfolgt dabei unabhängig von der am Wählhebel gerade ausgewählten Pausenzeit.


Anspruch[de]
  1. Scheibenwischersteuerung, wobei der Scheibenwischer von einem Scheibenwischermotor angetrieben wird, der seine Steuersignale von einem Scheibenwischersteuergerät erhält, dadurch gekennzeichnet, dass das Scheibenwischersteuergerät Bremssignale des Fahrzeuges auswertet.
  2. Scheibenwischersteuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erkennen einer Vollbremsung der Scheibenwischer aktiviert wird.
  3. Scheibenwischersteuerung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vollbremsung erkannt wird bei Überschreitung eines vorgebbaren, wenigstens einer Vollbremsung entsprechenden hohen Verzögerungswerts und/oder bei Blockierung wenigstens eines Rades.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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