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Dokumentenidentifikation DE102004062569A1 20.07.2006
Titel Airbagmodul
Anmelder Autoliv Development AB, Vargarda, SE
Erfinder Palo, Anders, Trollhättan, SE;
Svantesson, Jonas, Alingsas, SE
Vertreter GRAMM, LINS & PARTNER GbR, 38122 Braunschweig
DE-Anmeldedatum 24.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004062569
Offenlegungstag 20.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.07.2006
IPC-Hauptklasse B60R 21/210(2006.01)A, F, I, 20060421, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Airbagmodul (7) in einem Kraftfahrzeug (1) mit einem durch einen Gasgenerator (8) aufblasbaren, sich flach entfaltenden Gassack (11), der unterhalb einer Fensterscheibe (5) des Kraftfahrzeuges (1) angeordnet ist und sich im aufgeblasenen Zustand vor den Fensterausschnitt legt. Das erfindungsgemäße Airbagmodul (7) ist dadurch gekennzeichnet, dass auf zumindest einer Seite des Gassackes (11) eine Schutzschicht (12) angeordnet ist.

Beschreibung[de]
Airbagmodul

Die Erfindung betrifft ein Airbagmodul in einem Kraftfahrzeug mit einem durch einen Gasgenerator aufblasbaren, sich flach entfaltenden Gassack, der unterhalb einer Fensterscheibe des Kraftfahrzeuges angeordnet ist und sich im aufgeblasenen Zustand vor den Fensterausschnitt legt. Ein solches Airbagmodul ist insbesondere als ein Seitenairbagmodul zum Schutz eines Fahrzeuginsassen bei einem Seitenaufprall oder bei einem Überschlag geeignet.

Aus der DE 42 23 620 A1 ist eine Airbagvorrichtung bekannt, die in gefaltetem Zustand in einem Raum in einer Tür oder in einer Armlehne seitlich von einem Fahrzeuginsassen in einem Fahrgastraum untergebracht ist. Über einen Gasgenerator wird im Falle eines Unfalles der Luftsack aufgeblasen. Der aufgeblasene Luftsack füllt einen Raum zwischen dem Fahrzeuginsassen und der Tür oder der Seitenwand des Fahrzeuges aus, so dass der Fahrzeuginsasse bei einem Seitenaufprall durch den Luftsack abgefangen und vor einer Verletzung geschützt wird.

Eine solche Airbagvorrichtung, auch Seitenairbag genannt, wird im Falle hoher Querbeschleunigungen aktiviert, die über einen Beschleunigungssensor detektiert wird. Überschreiten diese Beschleunigungswerte einen Grenzwert, wird ein Gasgenerator aktiviert, der innerhalb kürzester Zeit gezündet wird und den Gassack mit Füllgas aufbläst. Beim Aufblasen reißt eine Abdeckung bzw. Verkleidung an einer definierten Stelle auf und gibt den Weg für den sich mit Gas füllenden Gassack frei. Der Gassack schützt dann den Insassen bei einem Anprall gegen ein Karosserieteil oder gegen zersplitterndes Fensterglas ebenso wie gegen ein Herausgleiten aus einem zerstörten Fenster.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen bekannten Seitenairbag hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit zu verbessern.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Airbagmodul mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Das erfindungsgemäße Airbagmodul in einem Kraftfahrzeug mit einem durch einen Gasgenerator aufblasbaren, sich entfaltenden Gassack, der unterhalb einer Fensterscheibe des Kraftfahrzeuges angeordnet ist und sich im aufgeblasenen Zustand vor den Fensterausschnitt legt, sieht vor, dass zumindest auf einer Seite des Gassackes eine zusätzliche Schutzschicht angeordnet ist. Beim Aufblasen bzw. Entfalten eines Gassackes im Bereich eines Fahrzeugfensters besteht die Gefahr, dass der Gassack durch Glassplitter oder durch andere, vorstehende und scharfkantige Elemente beschädigt wird. Das Risiko einer Beschädigung ist bei einem unterhalb eines Fensterausschnittes angeordneten Gassackes wesentlich größer als bei einem im Dachbereich angeordneten Seitenairbag, da diese durch die B-Säule von dem umherfliegenden Glas weggeleitet werden. Durch die Schutzschicht wird ein Zerschneiden des Gassackes verhindert bzw. die Gefahr eines Zerschneidens verringert, wodurch die Zuverlässigkeit eines Airbagmoduls und damit die Fahrzeuginsassensicherheit erhöht werden.

Vorteilhafterweise ist die Schutzschicht auf der im aufgeblasenen Zustand des Gassackes dem Fenster zugewandten Seite des Gassackes angeordnet, da dort das Risiko einer Zerstörung des Gassackes durch ein zerstörtes Fenster besonders hoch ist.

Insbesondere vorteilhaft ist die Anordnung eines Gassackes in einer Fahrzeugtür, um die Fahrzeuginsassen wirkungsvoll bei einem Seitenaufprall oder einem Überschlag zu schützen. Es ist vorgesehen, dass die Schutzschicht als eine Gewebeschicht ausgebildet ist, die auf dem Gassack aufgenäht oder an dem Gassack angenäht sein kann. Bei einer einseitigen Anordnung einer Schutzschicht besteht ein aufgeblasener Gassack aus drei Gewebeschichten. Bei einer Anordnung einer Schutzschicht jeweils auf der Innen- und Außenseite des Gassackes sind vier Gewebelagen vorhanden. Alternativ zu einem Annähen kann die Schutzschicht bzw. können die Schutzschichten auch angeklebt sein.

Der Gassack kann im nicht aufgeblasenen Zustand gefaltet oder aufgerollt sein, wobei es sinnvoll ist, dass die Schutzschicht im aufgerollten Zustand den Gassack umhüllt, so dass der sich entfaltende Gassack bei dem Durchtritt durch die Sollbruchstelle gegen scharfkantige Objekte geschützt ist.

Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten Figuren näher erläutert. Es zeigen:

1 – eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Airbagmoduls;

2 – eine Schnittdarstellung eines sich entfaltenden Gassacks; sowie

3 und 4 – erfindungsgemäße Airbagmodule im aufgerollten Zustand.

1 zeigt ein teilweise dargestelltes Fahrzeug 1 mit einer A-Säule 2 und einer B-Säule 3, zwischen denen ein nicht dargestellter Fahrersitz angeordnet ist. In dem Bereich zwischen der A-Säule 2 und der B-Säule 3 ist eine Fahrzeugtür 4 angeordnet, die gelenkig an der A-Säule gelagert ist. Die Fahrzeugtür 4 sieht ein Türfenster 5 und eine darunter angeordnete Türbrüstung 6 vor.

Innerhalb der Türbrüstung 6 ist ein Airbagmodul 7 angeordnet, das im wesentlichen aus einem in die Türbrüstung 6 eingesetzten Gasgenerator 8 und einem Gassackbehälter 9 besteht, die durch ein Zuleitungsrohr 10 miteinander verbunden sind. Im Falle einer abrupten Verzögerung oder einer hohen Querbeschleunigung des Kraftfahrzeuges 1 wird ein aus dem Gassackbehälter 9 hervortretender Gassack 11 aufgeblasen, indem ein im Gasgenerator 8 erzeugtes Gas über das Zuleitungsrohr 10 in den Gassack 11 geleitet wird. Der aufgeblasene Gassack 11 erstreckt sich im aufgeblasenen Zustand vorteilhafterweise über den gesamten Fensterausschnitt des Fensters 5.

In der 2 ist eine Schnittdarstellung der Tür 4 gezeigt, aus der zu entnehmen ist, dass innerhalb der Türbrüstung 6 der Gassackbehälter 9 ausgebildet ist, in dem der Gassack 11 in einem gefalteten Zustand gelagert ist, bis er aktiviert wird. Die 2 zeigt den Gassack 11 in einem teilentfalteten Zustand, in der er sich noch nicht über die Gesamthöhe des Fensters 5 erstreckt. Der Gassack 11 besteht aus zwei Gewebelagen 11a, 11b, die entweder über eine nicht dargestellte Umfangsnaht miteinander vernäht sind oder die einstückig zu einem Gassack 11 gewoben sind. Auf der dem Fenster 5 zugewandten Seite des Gassackes 11 ist eine weitere Gewebeschicht 12 als eine Schutzschicht angeordnet, vorliegend an der Gassackschicht 11b angenäht. Bei einem Seitenaufprall besteht die Gefahr, dass das Fenster 5 zerspringt, bevor sich der Gassack 11 vollständig entfaltet hat, da es aufgrund der engen räumlichen Abmessungen bei hohen Querbeschleunigungen schnell zu einem Bruchversagen der Fensterscheibe 5 kommt. Umherfliegendes Glas oder andere Karosseriesplitter können dann den sich entfaltenden Gassack 11 beschädigen. Dieses wird durch die Schutzschicht 12, vorzugsweise ein bruchfestes Gewebe, verhindert, zumindest wird der Gassack 11 wirksam geschützt.

In der 3 ist der Gassack 11 in einem aufgerollten Zustand gezeigt, bevor Gas aus dem Gasgenerator 8 durch das Zuleitungsrohr 10 in den Gassack eingeleitet wird. In dem Ausführungsbeispiel der 3 ist der Gassack 11 entgegen dem Uhrzeigersinn eingerollt und die Schutzschicht 12 so angeordnet, dass sie den Gassack 11 umhüllt. Somit wird bei dem Entrollen des Gassackes 11 stets bewirkt, dass die Schutzschicht 12 dem Fenster 5 bei dem Entrollvorgang zugewandt ist. Nach dem Entrollen ist die Schutzschicht 12 oder das Schutzgewebe auf der dem Fahrzeuginsassen zugewandten Seite angeordnet.

Eine alternative Anordnung ist in der 4 dargestellt, bei der der Gassack 11 im Uhrzeigersinn eingerollt ist und die Schutzschicht 12 ebenfalls den Gassack 11 im eingerollten Zustand umhüllt. Beim Entrollen wird ebenfalls zunächst die Schutzschicht 12 durch einen sich öffnenden Spalt in dem Gassackbehälter 9 bzw. in der Türverkleidung hindurch geführt und bleibt dem Fenster 5 zugewandt. Hierdurch wird ein optimaler Schutz sowohl beim Entfalten als auch im entfalteten Zustand für den Gassack 11 und damit auch für den Fahrzeuginsassen bereitgestellt. Statt einer aufgenähten Schutzschicht 12 kann diese auch aufgeklebt sein. Die Schutzschicht 12 kann über den gesamten Gassack 11 oder an ausgewählten Bereichen des Gassackes 11 angeordnet sein, beispielsweise wenn sich herausgestellt hat, dass Beschädigungen nur in einem bestimmten Bereich des Gassackes 11 zu erwarten sind.


Anspruch[de]
  1. Airbagmodul in einem Kraftfahrzeug mit einem durch einen Gasgenerator aufblasbaren, sich flach entfaltenden Gassack, der unterhalb einer Fensterscheibe des Kraftfahrzeuges angeordnet ist und sich im aufgeblasenen Zustand vor den Fensterausschnitt legt, dadurch gekennzeichnet, dass auf zumindest einer Seite des Gassackes (11) eine Schutzschicht (12) angeordnet ist.
  2. Airbagmodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (12) auf der im aufgeblasenen Zustand des Gassackes (11) dem Fenster (5) zugewandten Seite des Gassackes (11) angeordnet ist.
  3. Airbagmodul nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Gassack (11) in einer Fahrzeugtür (4) angeordnet ist.
  4. Airbagmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (12) als eine Gewebeschicht ausgebildet ist.
  5. Airbagmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (12) an dem Gassack (11) angenäht oder angeklebt ist.
  6. Airbagmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gassack (11) im nicht aufgeblasenen Zustand gefaltet oder aufgerollt ist.
  7. Airbagmodul nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (12) im aufgerollten Zustand den Gassack (11) umhüllt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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