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Dokumentenidentifikation DE102005000681A1 20.07.2006
Titel Vefahren und Vorrichtung zur Blasformung von Behältern
Anmelder SIG Technology Ltd., Neuhausen am Rheinfall, CH
Erfinder Rowohl, Matthias, 21339 Lüneburg, DE;
Woytal, Cord, 27383 Scheeßel, DE
Vertreter Patentanwälte HANSMANN-KLICKOW-HANSMANN, 22767 Hamburg
DE-Anmeldedatum 04.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005000681
Offenlegungstag 20.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.07.2006
IPC-Hauptklasse B29C 49/64(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B29C 49/42(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Das Verfahren und die Vorrichtung dienen zur Blasformung von Behältern. Vorformlinge werden hierbei nach einer thermischen Konditionierung innerhalb einer Blasform gereckt und durch Blasdruckeinwirkung in den Behälter umgeformt. Formhälften und ein Bodenteil der Blasform sind von mindestens zwei Temperiermitteln unterschiedlicher Temperatur temperierbar. Die Blasform wird mindestens bereichsweise umschaltbar von jeweils mindestens einem der Temperiermedien temperiert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Blasformung von Behältern, bei dem ein Vorformling nach einer thermischen Konditionierung innerhalb einer Blasform gereckt und durch Blasdruckeinwirkung in den Behälter umgeformt wird sowie bei dem Formhälften und ein Bodenteil der Blasform von mindestens zwei Temperiermitteln unterschiedlicher Temperatur temperierbar sind.

Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Vorrichtung zur Blasformung von Behältern, die mindestens eine Blasstation mit einer Blasform aufweist, sowie bei der die Blasform mit Formhälften und einem Bodenteil versehen ist und bei der die Blasform an eine Temperiereinrichtung angeschlossen ist.

Bei einer derartigen Behälterformung durch Blasdruckeinwirkung werden Vorformlinge aus einem thermoplastischen Material, beispielsweise Vorformlinge aus PET (Polyethylenterephtalat), innerhalb einer Blasmaschine unterschiedlichen Bearbeitungsstationen zugeführt. Typischerweise weist eine derartige Blasmaschine eine Heizeinrichtung sowie eine Blaseinrichtung auf, in deren Bereich der zuvor temperierte Vorformling durch biaxiale Orientierung zu einem Behälter expandiert wird. Die Expansion erfolgt mit Hilfe von Druckluft, die in den zu expandierenden Vorformling eingeleitet wird. Der verfahrenstechnische Ablauf bei einer derartigen Expansion des Vorformlings wird in der DE-OS 43 40 291 erläutert.

Der grundsätzliche Aufbau einer Blasstation zur Behälterformung wird in der DE-OS 42 12 583 beschrieben. Möglichkeiten zur Temperierung der Vorformlinge werden in der DE-OS 23 52 926 erläutert.

Innerhalb der Vorrichtung zur Blasformung können die Vorformlinge sowie die geblasenen Behälter mit Hilfe unterschiedlicher Handhabungseinrichtungen transportiert werden. Bewährt hat sich insbesondere die Verwendung von Transportdornen, auf die die Vorformlinge aufgesteckt werden. Die Vorformlinge können aber auch mit anderen Trageinrichtungen gehandhabt werden. Die Verwendung von Greifzangen zur Handhabung von Vorformlingen und die Verwendung von Spreizdornen, die zur Halterung in einen Mündungsbereich des Vorformlings einführbar sind, gehören ebenfalls zu den verfügbaren Konstruktionen.

Eine Handhabung von Behältern unter Verwendung von Übergaberädern wird beispielsweise in der DE-OS 199 06 438 bei einer Anordnung des Übergaberades zwischen einem Blasrad und einer Ausgabestrecke beschrieben.

Die bereits erläuterte Handhabung der Vorformlinge erfolgt zum einen bei den sogenannten Zweistufenverfahren, bei denen die Vorformlinge zunächst in einem Spritzgußverfahren hergestellt, anschließend zwischengelagert und erst später hinsichtlich ihrer Temperatur konditioniert und zu einem Behälter aufgeblasen werden. Zum anderen erfolgt eine Anwendung bei den sogenannten Einstufenverfahren, bei denen die Vorformlinge unmittelbar nach ihrer spritzgußtechnischen Herstellung und einer ausreichenden Verfestigung geeignet temperiert und anschließend aufgeblasen werden.

Im Hinblick auf die verwendeten Blasstationen sind unterschiedliche Ausführungsformen bekannt. Bei Blasstationen, die auf rotierenden Transporträdern angeordnet sind, ist eine buchartige Aufklappbarkeit der Formträger häufig anzutreffen. Es ist aber auch möglich, relativ zueinander verschiebliche oder andersartig geführte Formträger einzusetzen. Bei ortsfesten Blasstationen, die insbesondere dafür geeignet sind, mehrere Kavitäten zur Behälterformung aufzunehmen, werden typischerweise parallel zueinander angeordnete Platten als Formträger verwendet.

Häufig ist es erforderlich, die verwendeten Werkzeuge zu kühlen und/oder zu beheizen. Hierzu werden dem Tragrad entsprechende Temperiermedien über Drehkupplungen bzw. Drehverteiler zugeführt. Insbesondere bei einer erforderlichen Verwendung von Temperiermedien mit unterschiedlichen Temperaturen sind die verwendeten Drehverteiler als vergleichsweise komplexe und teure Bauelemente konstruiert, die bei einer größeren Anzahl von angeschlossenen Bearbeitungsstationen unter Berücksichtigung der erforderlichen Leitungsverbindungen auch einen erheblichen Bauraum einnehmen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren der einleitend genannten Art derart zu verbessern, daß ein vereinfachter konstruktiver Aufbau sowie eine vereinfachte Bedienbarkeit unterstützt werden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Blasform mindestens bereichsweise umschaltbar von jeweils einem der Temperiermedien temperiert wird.

Weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung der einleitend genannten Art derart zu konstruieren, daß eine Betriebsmittelversorgung des Tragrades vereinfacht wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Temperiereinrichtung eine Umschalteinrichtung aufweist, die mit mindestens zwei Temperiermittelversorgungen unterschiedlicher Temperatur verbunden ist und die mindestens einen Teil der Blasform steuerbar mit einer der Temperiermittelversorgungen verbindet.

Durch die Steuerbarkeit und Umschaltbarkeit der Temperiereinrichtung ist es möglich, ohne die Durchführung von Montagevorgängen die jeweils benötigten Temperiermittel im Bereich der Blasform bereitzustellen. Über gegebenenfalls verwendete Drehverteiler werden nur diejenigen Temperiermittel der Blasform zugeführt, die für einen konkreten Anwendungsfall auch tatsächlich benötigt werden. Insbesondere ist daran gedacht, die Umschaltung der Temperiereinrichtung in Abhängigkeit von Bedieneingaben im Bereich einer Steuerung der Blasmaschine durchzuführen.

Vorzugsweise wählt ein Betreiber der Maschine im Bereich einer Steuer- und Bedieneinrichtung lediglich das herzustellende Produkt aus und die Steuerung führt anschließend alle Einstellvorgänge im Bereich der Umschalteinrichtung sowie der Temperiereinrichtung auto-matisch und ohne weitere Notwendigkeit zur Mitwirkung des Bedieners durch.

Eine einfache Bedienbarkeit wird dadurch unterstützt, daß die Umschaltung der Temperiermedien elektrisch gesteuert wird.

Eine weitere Steuerungsvariante besteht darin, daß die Umschaltung der Temperiermedien elektropneumatisch gesteuert wird.

Zur Erhöhung der Betriebszuverlässigkeit wird vorgeschlagen, daß eine Funktionsüberwachung durchgeführt wird.

Eine Anpaßbarkeit an unterschiedliche Produktanforderungen wird dadurch bereitgestellt, daß die Blasform ausbildende Innenschalen, Außenschalen sowie das Bodenteil relativ zueinander unterschiedlich temperiert werden.

Zur Herstellung von Standardflaschen erweist es sich als vorteilhaft, daß die Außenschalen sowie das Bodenteil gekühlt werden und daß die Innenschalen lediglich passiv temperiert werden.

Zur Herstellung von Flaschen mit erhöhter Temperaturbeständigkeit wird vorgeschlagen, daß die Außenschalen sowie das Bodenteil auf einem Temperaturniveau oberhalb einer Umgebungstemperatur temperiert werden und daß die Innenschalen lediglich passiv temperiert werden.

Eine Herstellung von hitzebeständigen Flaschen wird dadurch unterstützt, daß die Außenschalen und das Bodenteil warm und die Innenschalen heiß temperiert werden.

Eine andere Betriebsvariante besteht darin, daß das Bodenteil gekühlt wird, die Außenschalen warm und die Innenschalen heiß temperiert werden.

Zu einem einfachen konstruktiven Aufbau trägt es bei, daß die Innenschalen indirekt durch wärmeleitenden Kontakt mit den Außenschalen temperiert werden.

Eine sehr robuste technische Realisierung wird dadurch bereitgestellt, daß die Umschalteinrichtung aus mindestens einem 3-2-Wege-Kugelhahn ausgebildet ist.

Zu einer individuell vorgebbaren Temperaturverteilung bei der Herstellung unterschiedlicher Behälter trägt es bei, daß die Blasform aus Außenschalen, Innenschalen sowie einem Bodenteil ausgebildet ist.

Eine einfache Anschlußmöglichkeit an die Temperiermittelversorgungen wird dadurch erreicht, daß die Umschalteinrichtung stationär neben einem rotationsfähig gelagerten Blasrad angeordnet ist.

In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen:

1 Eine perspektivische Darstellung einer Blasstation zur Herstellung von Behältern aus Vorformlingen,

2 einen Längsschnitt durch eine Blasform, in der ein Vorformling gereckt und expandiert wird,

3 eine Skizze zur Veranschaulichung eines grundsätzlichen Aufbaus einer Vorrichtung zur Blasformung von Behältern,

4 eine modifizierte Heizstrecke mit vergrößerter Heizkapazität und

5 ein Prinzipschaltbild zur Veranschaulichung der Funktionsweise einer Umschalteinrichtung der Temperiereinrichtung für zwei wahlweise zuführbare Temperiermedien.

Der prinzipielle Aufbau einer Vorrichtung zur Umformung von Vorformlingen (1) in Behälter (2) ist in 1 und in 2 dargestellt.

Die Vorrichtung zur Formung des Behälters (2) besteht im wesentlichen aus einer Blasstation (3), die mit einer Blasform (4) versehen ist, in die ein Vorformling (1) einsetzbar ist. Der Vorformling (1) kann ein spritzgegossenes Teil aus Polyethylenterephthalat sein. Zur Ermöglichung eines Einsetzens des Vorformlings (1) in die Blasform (4) und zur Ermöglichung eines Herausnehmens des fertigen Behälters (2) besteht die Blasform (4) aus Formhälften (5, 6) und einem Bodenteil (7), das von einer Hubvorrichtung (8) positionierbar ist. Der Vorformling (1) kann im Bereich der Blasstation (3) von einem Transportdorn (9) gehalten sein, der gemeinsam mit dem Vorformling (1) eine Mehrzahl von Behandlungsstationen innerhalb der Vorrichtung durchläuft. Es ist aber auch möglich, den Vorformling (1) beispielsweise über Zangen oder andere Handhabungsmittel direkt in die Blasform (4) einzusetzen.

Zur Ermöglichung einer Druckluftzuleitung ist unterhalb des Transportdornes (9) ein Anschlußkolben (10) angeordnet, der dem Vorformling (1) Druckluft zuführt und gleichzeitig eine Abdichtung relativ zum Transportdorn (9) vornimmt. Bei einer abgewandelten Konstruktion ist es grundsätzlich aber auch denkbar, feste Druckluftzuleitungen zu verwenden.

Eine Reckung des Vorformlings (1) erfolgt mit Hilfe einer Reckstange (11), die von einem Zylinder (12) positioniert wird. Grundsätzlich ist es aber auch denkbar, eine mechanische Positionierung der Reckstange (11) über Kurvensegmente durchzuführen, die von Abgriffrollen beaufschlagt sind. Die Verwendung von Kurvensegmenten ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn eine Mehrzahl von Blasstationen (3) auf einem rotierenden Blasrad angeordnet sind. Eine Verwendung von Zylindern (12) ist zweckmäßig, wenn ortsfest angeordnete Blasstationen (3) vorgesehen sind.

Bei der in 1 dargestellten Ausführungsform ist das Recksystem derart ausgebildet, daß eine Tandem-Anordnung von zwei Zylindern (12) bereitgestellt ist. Von einem Primärzylinder (13) wird die Reckstange (11) zunächst vor Beginn des eigentlichen Reckvorganges bis in den Bereich eines Bodens (14) des Vorformlings (1) gefahren. Während des eigentlichen Reckvorganges wird der Primärzylinder (13) mit ausgefahrener Reckstange gemeinsam mit einem den Primärzylinder (13) tragenden Schlitten (15) von einem Sekundärzylinder (16) oder über eine Kurvensteuerung positioniert. Insbesondere ist daran gedacht, den Sekundärzylinder (16) derart kurvengesteuert einzusetzen, daß von einer Führungsrolle (17), die während der Durchführung des Reckvorganges an einer Kurvenbahn entlang gleitet, eine aktuelle Reckposition vorgegeben wird. Die Führungsrolle (17) wird vom Sekundärzylinder (16) gegen die Führungsbahn gedrückt. Der Schlitten (15) gleitet entlang von zwei Führungselementen (18).

Nach einem Schließen der im Bereich von Trägern (19, 20) angeordneten Formhälften (5, 6) erfolgt eine Verriegelung der Träger (19, 20) relativ zueinander mit Hilfe einer Verriegelungseinrichtung (40).

Zur Anpassung an unterschiedliche Formen eines Mündungsabschnittes (21) des Vorformlings (1) ist gemäß 2 die Verwendung separater Gewindeeinsätze (22) im Bereich der Blasform (4) vorgesehen.

2 zeigt zusätzlich zum geblasenen Behälter (2) auch gestrichelt eingezeichnet den Vorformling (1) und schematisch eine sich entwickelnde Behälterblase (23).

3 zeigt den grundsätzlichen Aufbau einer Blasmaschine, die mit einer Heizstrecke (24) sowie einem rotierenden Blasrad (25) versehen ist. Ausgehend von einer Vorformlingseingabe (26) werden die Vorformlinge (1) von Übergaberädern (27, 28, 29) in den Bereich der Heizstrecke (24) transportiert. Entlang der Heizstrecke (24) sind Heizstrahler (30) sowie Gebläse (31) angeordnet, um die Vorformlinge (1) zu temperieren. Nach einer ausreichenden Temperierung der Vorformlinge (1) werden diese an das Blasrad (25) übergeben, in dessen Bereich die Blasstationen (3) angeordnet sind. Die fertig geblasenen Behälter (2) werden von weiteren Übergaberädern einer Ausgabestrecke (32) zugeführt.

Um einen Vorformling (1) derart in einen Behälter (2) umformen zu können, daß der Behälter (2) Materialeigenschaften aufweist, die eine lange Verwendungsfähigkeit von innerhalb des Behälters (2) abgefüllten Lebensmitteln, insbesondere von Getränken, gewährleisten, müssen spezielle Verfahrensschritte bei der Beheizung und Orientierung der Vorformlinge (1) eingehalten werden. Darüber hinaus können vorteilhafte Wirkungen durch Einhaltung spezieller Dimensionierungsvorschriften erzielt werden.

Als thermoplastisches Material können unterschiedliche Kunststoffe verwendet werden. Einsatzfähig sind beispielsweise PET, PEN oder PP.

Die Expansion des Vorformlings (1) während des Orientierungsvorganges erfolgt durch Druckluftzuführung. Die Druckluftzuführung ist in eine Vorblasphase, in der Gas, zum Beispiel Preßluft, mit einem niedrigen Druckniveau zugeführt wird und in eine sich anschließende Hauptblasphase unterteilt, in der Gas mit einem höheren Druckniveau zugeführt wird. Während der Vorblasphase wird typischerweise Druckluft mit einem Druck im Intervall von 10 bar bis 25 bar verwendet und während der Hauptblasphase wird Druckluft mit einem Druck im Intervall von 25 bar bis 40 bar zugeführt.

Aus 3 ist ebenfalls erkennbar, daß bei der dargestellten Ausführungsform die Heizstrecke (24) aus einer Vielzahl umlaufender Transportelemente (33) ausgebildet ist, die kettenartig aneinandergereiht und entlang von Umlenkrädern (34) geführt sind. Insbesondere ist daran gedacht, durch die kettenartige Anordnung eine im wesentlichen rechteckförmige Grundkontur aufzuspannen. Bei der dargestellten Ausführungsform werden im Bereich der dem Übergaberad (29) und einem Eingaberad (35) zugewandten Ausdehnung der Heizstrecke (24) ein einzelnes relativ groß dimensioniertes Umlenkrad (34) und im Bereich von benachbarten Umlenkungen zwei vergleichsweise kleiner dimensionierte Umlenkräder (36) verwendet. Grundsätzlich sind aber auch beliebige andere Führungen denkbar.

Zur Ermöglichung einer möglichst dichten Anordnung des Übergaberades (29) und des Eingaberades (35) relativ zueinander erweist sich die dargestellte Anordnung als besonders zweckmäßig, da im Bereich der entsprechenden Ausdehnung der Heizstrecke (24) drei Umlenkräder (34, 36) positioniert sind, und zwar jeweils die kleineren Umlenkräder (36) im Bereich der Überleitung zu den linearen Verläufen der Heizstrecke (24) und das gröbere Umlenkrad (34) im unmittelbaren Übergabebereich zum Übergaberad (29) und zum Eingaberad (35). Alternativ zur Verwendung von kettenartigen Transportelementen (33) ist es beispielsweise auch möglich, ein rotierendes Heizrad zu verwenden.

Nach einem fertigen Blasen der Behälter (2) werden diese von einem Entnahmerad (37) aus dem Bereich der Blasstationen (3) herausgeführt und über das Übergaberad (28) und ein Ausgaberad (38) zur Ausgabestrecke (32) transportiert.

In der in 4 dargestellten modifizierten Heizstrecke (24) können durch die größere Anzahl von Heizstrahlern (30) eine größere Menge von Vorformlingen (1) je Zeiteinheit temperiert werden. Die Gebläse (31) leiten hier Kühlluft in den Bereich von Kühlluftkanälen (39) ein, die den zugeordneten Heizstrahlern (30) jeweils gegenüberliegen und über Ausströmöffnungen die Kühlluft abgeben. Durch die Anordnung der Ausströmrichtungen wird eine Strömungs-richtung für die Kühlluft im wesentlichen quer zu einer Transportrichtung der Vorformlinge (1) realisiert. Die Kühlluftkanäle (39) können im Bereich von den Heizstrahlern (30) gegenüberliegenden Oberflächen Reflektoren für die Heizstrahlung bereitstellen, ebenfalls ist es möglich, über die abgegebene Kühlluft auch eine Kühlung der Heizstrahler (30) zu realisieren.

5 zeigt ein Prinzipschaltbild für eine Temperiermittelumschaltung unter Verwendung einer Umschalteinrichtung (40). Beim dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Umschalteinrichtung (40) pneumatisch steuerbar und Steuerventile (41, 42) sind an eine pneumatische Ansteuerung (43) angeschlossen. Die Steuerventile (41, 42) sind mit Hauptventilen (44, 45) verbunden, die eine Temperiermittelzufuhr zur Blasform (4) steuern. Die Umschalteinrichtung (40) weist Anschlüsse (46, 47) zur Zuführung und Ableitung eines ersten Temperiermittels sowie Anschlüsse (48, 49) zur Zuführung und Ableitung eines zweiten Temperiermittels auf. Das erste Temperiermittel kann zur Kühlung und das zweite Temperiermittel zur Erwärmung oder zur Kühlung der Blasform (4) verwendet werden.

Für die Durchführung der kalten und warmen Temperierungen wird vorzugsweise Wasser verwendet. Eine Durchführung der heißen Temperierung erfolgt vorzugsweise unter Verwendung von Öl. Unter einer kalten Temperierung wird hierbei eine Temperierung in einem Temperaturbereich von etwa 10 bis 20 Grad Celsius verstanden. Der Begriff der warmen Temperierung erfolgt in einem Temperaturbereich von etwa 21 bis 100 Grad Celsius. Unter einer heißen Temperierung wird ein Temperaturbereich von etwa 101 bis 180 Grad Celsius verstanden.

Die Ventile (44, 45) können als pneumatisch gesteuerte 3-2-Wege-Kugelhähne ausgebildet werden.

Gemäß einer Ausführungsvariante wird ein dritter Kreislauf für das heiße Öl separat und nicht über die Schaltventile geführt. Dieses Temperiermittel dient zur Erwärmung der Blasform.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Blasformung von Behältern, bei dem ein Vorformling nach einer thermischen Konditionierung innerhalb einer Blasform gereckt und durch Blasdruckeinwirkung in den Behälter umgeformt wird sowie bei dem Formhälften und ein Bodenteil der Blasform von mindestens zwei Temperiermitteln unterschiedlicher Temperatur temperierbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Blasform (4) mindestens bereichsweise umschaltbar von jeweils einem der Temperiermedien temperiert wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschaltung der Temperiermedien elektrisch gesteuert wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschaltung der Temperiermedien elektropneumatisch gesteuert wird.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Funktionsüberwachung durchgeführt wird.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Blasform (4) ausbildende Innenschalen, Außenschalen sowie das Bodenteil (7) relativ zueinander unterschiedlich temperiert werden.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenschalen sowie das Bodenteil (7) gekühlt werden und daß die Innenschalen lediglich passiv temperiert werden.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenschalen sowie das Bodenteil (7) auf einem Temperaturniveau oberhalb einer Umgebungstemperatur temperiert werden und daß die Innenschalen lediglich passiv temperiert werden.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenschalen und das Bodenteil (7) warm und die Innenschalen heiß temperiert werden.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Bodenteil (7) gekühlt wird, die Außenschalen warm und die Innenschalen heiß temperiert werden.
  10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenschalen indirekt durch wärmeleitenden Kontakt mit den Außenschalen temperiert werden.
  11. Vorrichtung zur Blasformung von Behältern, die mindestens eine Blasstation mit einer Blasform aufweist, sowie bei der die Blasform mit Formhälften und einem Bodenteil versehen ist und bei der die Blasform an eine Temperiereinrichtung angeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperiereinrichtung eine Umschalteinrichtung (40) aufweist, die mit mindestens zwei Temperiermittelversorgungen unterschiedlicher Temperatur verbunden ist und die mindestens einen Teil der Blasform (4) steuerbar mit einer der Temperiermittelversorgungen verbindet.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschalteinrichtung (40) elektrisch steuerbar ausgebildet ist.
  13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschalteinrichtung (40) elektropneumatisch steuerbar ausgebildet ist.
  14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschalteinrichtung (40) aus mindestens einem 3-2-Wege-Kugelhahn ausgebildet ist.
  15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Blasform (4) aus Außenschalen, Innenschalen sowie einem Bodenteil (7) ausgebildet ist.
  16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschalteinrichtung (40) stationär neben einem rotationsfähig gelagerten Blasrad (25) angeordnet ist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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