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Dokumentenidentifikation DE102005002082A1 20.07.2006
Titel Futter für Wassertiere und Reptilien
Anmelder Tetra GmbH, 49324 Melle, DE
Erfinder Kürzinger, Hubert, Dr., 49324 Melle, DE;
Kuhlmann, Dietmar, 31655 Stadthagen, DE
Vertreter MILLER Rechtsanwälte, 79098 Freiburg
DE-Anmeldedatum 14.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005002082
Offenlegungstag 20.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.07.2006
IPC-Hauptklasse A23K 1/18(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf ein Futtermittel für Wassertiere und/oder Reptilien, das im fertigen verfütterungsbereiten Zustand aus
78 bis 99% Stärketräger,
1 bis 20% Proteinträger,
0 bis 7% Fett- oder Ölkomponenten,
0 bis 15% Wasser,
0 bis 2% Aromastoffen,
0 bis 1% Farbstoffen,
0 bis 0,1% Antioxidantien
besteht und dadurch gekennzeichnet ist, dass es durch einen Extrusionsprozess bei einer Materialtemperatur unterhalb von etwa 105°C unter Zugabe einer bestimmten Wassermenge gewonnen und in rehydratisierbare Futterstücke aufgeteilt ist, die eine Form und Größe aufweisen, welche ein Festhalten der einzelnen Stücke mit den Fingern ermöglicht, so dass eine bequeme Handfütterung der einzelnen Futterstücke an Wassertiere oder Reptilien ermöglicht wird, wobei möglichst ein Gehalt von mindestens 0,05% Aromastoff und/oder Lockstoff homogen eingearbeitet sein sollte.

Beschreibung[de]

Für den Halter von Fischen oder Reptilien ist es ein besonderes Vergnügen, seine Tiere aus der Hand zu füttern. Übliches Fisch- oder Reptilienfutter hat normalerweise eine pulvrige, flockige oder feinkörnige Struktur und besteht aus kleinteiligen Granulaten, Sticks, Pellets oder Flocken und ist deshalb mit der Hand kaum zu verabreichen. Außerdem sind die Tiere in der Regel zunächst nicht in der Lage, die Fütterungsintention des Halters zu begreifen und können das aus der Hand angebotene Futter nur schwer auffinden, so dass Fütterungsversuche mit der Hand anfangs oft erfolglos bleiben. Zudem wird das Futter bei der Fütterung per Hand zwangsläufig vom Wasser benetzt und verklebt dann mit den Fingern.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Futter zu schaffen, das obige Nachteile nicht aufweist und von Wassertieren, insbesondere Teich- und Aquarienfischen, wie zum Beispiel Koikarpfen, sowie von an Land oder im Wasser lebenden Reptilien, insbesondere Land- und/oder Wasserschildkröten möglichst rasch angenommen wird und besonders bequem handhabbar ist.

Die Lösung der Aufgabe wird dadurch erreicht, dass man das Futter nicht nur in einer für die Handfütterung brauchbaren Größe portioniert, sondern auch eine hierfür besonders brauchbare Textur des Futters schafft und ggf. die Attraktivität durch eine Zugabe besonderer Lockstoffe so weit erhöht, dass die Tiere die Fütterungsintention des Halters rasch bemerken und das nahe der Wasseroberfläche zwischen den Fingern des Halters festgehaltene und so den Tieren angebotene Futter ohne Verzögerung annehmen.

Die Erfindung betrifft somit ein neuartig strukturiertes Futtermittel für Wassertiere, insbesondere für Warm- und Kaltwasserzierfische im Süß- und Seewasser und für an Land und/oder im Wasser lebende Reptilien.

Wie bereits oben gesagt, erfolgt die Fütterung von Wassertieren oder Reptilien in der Regel mit kleinen Granulaten, Sticks, Pellets oder Flocken. Die Partikel dieser Futtermittel sind in den Abmessungen sehr klein, deshalb werden sie in großer Stückzahl appliziert. Die gezielte Applikation einzelner Stücke an ein Einzeltier, ist insbesondere bei größeren Tieren, wie z.B. Goldfischen oder Koikarpfen, in der Regel manuell, d.h. per Handfütterung, nicht möglich. Die Futtermittelpartikel sind viel zu klein, um sie mit den Fingern einem Einzeltier anzubieten. Das Tier kann das Futter zwischen den Fingern des Halters kaum bemerken und erst recht nicht aufnehmen.

Es ist daher erwünscht, Futterstücke mit entsprechend brauchbaren geometrischen Abmessungen zu haben. Nur so ist eine gezielte Verfütterung von Einzelstücken per Hand am Einzeltier praktisch möglich. Dabei wird ein Teil des Futters zwischen den Fingern gehalten, während der andere Futterteil ins Wasser hineinragt bzw. an der Wasseroberfläche bewegt wird. Es besteht auch die Möglichkeit, den mit den Fingern gehaltenen Teil des Futters gesondert als Stiel oder fingergerechte Halterung zu gestalten, die auch aus einem nicht verfütterbaren Material wie z.B. Kunststoff oder Holz bestehen kann. Unter der Voraussetzung, dass das in der Hand gehaltene Futterteil stabil genug ist, ist jedoch die stiellose Form des Futters bevorzugt, weil keine nicht verwertbaren Anteile, die nach der Fütterung entsorgt werden müssten, anfallen.

Das im Wasser befindliche Futterteil hat neben der ernährungsphysiologischen Aufgabe noch die ganz wesentliche Funktion als Lockmittel: Das im Wasser befindliche Futterteil sollte folglich möglichst homogen im Futter verteilte Aroma- und/oder Lockstoffe enthalten und diese konstant in das Wasser abgeben können, um auf diese Weise die Tiere verlässlich zum Futter locken. Dadurch wird die gezielte Einzelapplikation besonders erleichtert und beschleunigt. Dies trifft besonders für große Biotope, wie z.B. Gartenteiche, zu, bei denen die manuelle Applikation in der Regel nur vom Ufer aus möglich ist.

Ein erfindungsgemäßes Futtermittel für die gezielte Handfütterung benötigt also gewisse funktionelle Eigenschaften, die eine einfache Applikation unterstützen oder sogar erst ermöglichen.

So ist es erforderlich, dass das einzelne Futterteil aus einem Futtermaterial gefertigt wird, bei dem einerseits der beim Füttern zwischen den Fingern befindliche und nicht benetzte Bereich relativ hart und fest bleibt, während der im Wasser befindliche Teil schnell rehydratisiert, aber dabei nicht zerfällt. Erst mit dieser Eigenschaft können einerseits Aroma- und Lockstoffe schnell freigesetzt werden und andererseits können die Tiere das rehydratisierte Futter rasch aufnehmen. Unter Rehydratisierung versteht man den dem Trocknen entgegengesetzten Vorgang der Wiederaufnahme von Wasser, der für ein rasches Erweichen des Futters ohne dessen Zerfall sorgt, so dass die Struktur des Futtermaterials so lange erhalten bleibt, bis sie vom Maul des gefütterten Tieres in aufnehmbare Anteile zerteilt wird.

Wenn also das Futter zu kompakt ist, wird die Rehydratisierung verlangsamt, und die Tiere sind nicht in der Lage, das Futter aufzunehmen. Wird hingegen das Futter beim Kontakt mit Wasser zu weich, wird der ins Wasser getauchte oder mit Wasser benetzte Anteil zwar rasch rehydratisiert, ist aber dann nicht stabil genug, seine äußere Struktur lange genug zu halten. Er wird folglich im Wasser zerfallen, bevor er von den Tieren aufgenommen werden kann. So bleibt zum Beispiel ein Futtermittel, dessen mehlartigen Ausgangsmaterialien mit Hilfe von Bindemitteln beim Herstellungsprozess kompaktiert und zu Futterstücken ausgeformt werden, zwar zwischen den Fingern hart und fest, der mit Wasser benetzte Teil des Futters benötigt aber eine viel zu lange Zeit für die Rehydratisierung, so dass die Tiere, selbst wenn sie das angebotene Futter finden, dieses nicht aufnehmen können. Mit Hilfe von „Sprengmittelzusätzen", z.B. einer Kombination von Natrium-hydrogencarbonat und Zitronensäure, könnte die Rehydratisierungszeit zwar reduziert werden. Sprengmittelzusätze haben aber den erheblichen Nachteil, dass sie neben der Rehydratisierung auch viele Partikel von dem im Wasser befindlichem Futterstück absprengen und bei hoher Dosierung die Struktur sogar völlig zerstören können. Diese abgelösten Futterpartikel werden vom Tier vor dem Absinken zum Bodengrund leicht übersehen und deshalb nicht gefressen und zersetzen sich letztlich im Biotop. Dies führt zu unerwünschter Wasserbelastung.

Stark kompaktierte Futterstücke haben somit zwar den Vorteil einer guten Handhabbarkeit im Sinn der Erfindung. Ihr grundsätzlicher Nachteil liegt jedoch in der sehr langen Zeit für die Rehydratation. Damit geht ein entsprechend langsames Freisetzen nicht nur des eigentlichen Futters sondern auch von Aroma- und Lockstoffen einher, so dass die Tiere zunächst nicht angelockt werden und letztlich vom Futter nichts oder nur wenig aufnehmen können.

Auf dem Gebiet menschlicher Nahrungsmittel sind bereits extrudierte „Snacks" wie die sogenannten Erdnussflips bekannt, die sich äußerlich und oberflächlich betrachtet dem Fachmann auch als mit der Hand verfütterbare Futterstücke für Wassertiere anbieten könnten. Ganz abgesehen von der ungeeigneten Zusammensetzung solcher Flips für die Ernährung von Wassertieren, zeigt ein Fütterungsversuch jedoch sofort, dass diese Produkte sich hierfür nicht eignen, weil sie sich aufgrund ihrer hohen Herstellungstemperatur nicht homogen aromatisieren lassen und vor allem eine zu geringe Abriebfestigkeit und Härte aufweisen, so dass sie während des Fütterungsvorgangs zu raschem Zerfall neigen. Diese negativen Eigenschaften sind, wie sich gezeigt hat, hauptsächlich in der kleinporigen und dünnwandigen inneren Struktur solcher Flips begründet.

Stärkehaltige Mischungen sind grundsätzlich mittels Extrusionsprozessen verarbeitbar. Die Herstellung erfolgt dann durch die direkte Expansion einer stärkehaltigen, mehlartiges Material enthaltenden Mischung: Bei diesem Verfahren wird das Gemisch einem Extrusionsprozess (beispielsweise im Kochextruder) zugeführt. Bei diesem Extrusionsprozess wird die Mischung unter hohem Druck und hierdurch bedingter vergleichsweise hoher Materialtemperatur meist weit oberhalb von 100°C durch eine Düse extrudiert. Bei dem Austritt aus der Düse entstehen expandierte Stränge, die gewünschtenfalls in Stücke geschnitten werden können. Die so hergestellten Produkte sind sämtlich durch kleine Poren mit relativ dünnen Wänden charakterisiert und haben den Nachteil, dass der Mischung zugesetzte wärmeempfindliche Stoffe, wie z.B. Aroma- und Lockstoffe, durch thermische Einwirkung weitgehend zerstört oder inaktiviert werden. Aroma- und/oder Lockstoffe müssten somit allenfalls nachträglich bei niedrigerer Temperatur auf die Produktoberfläche aufgebracht werden. Dies wäre aber in jedem Fall nachteilig, weil die Lockwirkung nur so lange anhalten kann, wie die oberste Schicht von den Tieren noch nicht abgefressen ist. Außerdem sind solche Produkte für den erfindungsgemäßen Zweck zu langsam rehydratisierbar und können durch die Tiere nicht im gewünschten Maß aufgenommen werden.

Es wurde nun überraschend gefunden, dass bestimmte Rohstoffgemische in geeigneter Zusammensetzung durch direkte Expansion mittels einer geeigneten Düsengeometrie und unter gezieltem Zusatz geeigneter Wassermengen zu Endprodukten führen, welche die genannten Nachteile nicht mehr aufweisen. Das heißt, es entstehen nach einem neuartigen Verfahren Futterstücke mit einer charakteristischen grobporigen und dickwandigen inneren Struktur, die in erfindungsgemäß brauchbare geometrische Formen gebracht werden können.

Die neuen Futterstücke (hier auch „Sticks" genannt) sind für den Fütterungsvorgang zwischen den Fingern besonders stabil. Darüber hinaus rehydratisiert der mit Wasser befeuchtete Teil des Futterstückes relativ schnell, ohne jedoch dabei vorzeitig zu zerfallen, und gibt dabei ständig Aroma- und Lockstoffe frei. Unter Anwendung eines neuen Verfahrens entstehen Futterstücke, die im Vergleich zu den bekannten Produkten, eine wesentlich grobporösere Matrixtextur mit Hohlräumen von 1,5 bis 18 mm Durchmesser, bevorzugt 2 bis 14 mm Durchmesser und eine Wandstärke der einzelnen Poren von 0,015 bis 0,09 mm, bevorzugt von 0,02 bis 0,06 mm Durchmesser aufweisen. Im Durchschnitt ist die Dicke der Porenwände um den Faktor 5 bis 8 größer, als bei den obengenannten bekannten feinporigen Extrudaten. Dort beträgt die Wandstärke in der Regel nur 0,003 bis 0,015 mm und der Porendurchmesser nur 0,1 bis 0,8 mm, was auch hier einen Faktor von 5 bis 25 ausmacht.

Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren resultiert auch ein extrem leichtes Produkt, das überraschend nicht nur die zur Handfütterung nötige gute Stabilität sondern auch eine vollständig homogene Verteilung der durch niedrige Prozesstemperaturen unbeschädigten Aroma- und/oder Lockstoffe im Futtermaterial, verbunden mit einer gleichmäßigen Aroma- und Lockstoffabsonderung, aufweist und im Wasser über hervorragende Rehydrationseigenschaften verfügt. Offenbar sorgt ein vor der Extrusion vorgenommener besonderer Wasserzusatz bei einer nur geringfügig über dem Kochpunkt des Wassers liegenden Temperatur für eine besonders günstige Porenbildung mit der damit verbundenen, die Haltestabilität unterstützenden Festigkeit der Porenwände, ohne die Rehydratisierbarkeit des Produktes negativ zu beeinflussen. Das günstige Zusammenspiel dieser Effekte war für den Fachmann nicht zu erwarten und führte zu einem überraschend hochwertigen Produkt.

Eine typisches Endprodukt enthält z.B. 78–99% Stärketräger, 1–20% Proteinträger, 0–7% Fett- und/oder Ölkomponenten, 0–15% Wasser, 0–2% Aromastoffe, 0–1% Vitamine, 0–1% Farbstoffe und 0–0,05% Antioxidantien.

Gegenstand der Erfindung ist somit ein Futtermittel für Wassertiere und/oder Reptilien, das im fertigen verfütterungsbereiten Zustand aus

78 bis 99% Stärketräger,

1 bis 20% Proteinträger,

0 bis 7% Prozent Fett- oder Ölkomponenten,

0 bis 15% Wasser,

0 bis 1% Vitaminen,

0 bis 1% Farbstoffen,

0 bis 0,05% Antioxidantien.

besteht und dadurch gekennzeichnet ist, dass es durch einen Extrusionsprozess bei einer Temperatur unterhalb von 110°C, bevorzugt unterhalb von etwa 105°C, vor der Extrusion unter Zugabe einer zusätzlichen Wassermenge im Bereich von etwa 1 bis 7 Gew.% gewonnen und in rehydratisierbare Futterstücke aufgeteilt ist, die eine Form und Größe aufweisen, welche ein Festhalten der einzelnen Stücke mit den Fingern ermöglicht, so dass eine bequeme Handfütterung der einzelnen Futterstücke an Wassertiere oder Reptilien ermöglicht wird, wobei möglichst ein Gehalt von mindestens 0,05% Aromastoff und/oder Lockstoff homogen eingearbeitet sein sollte.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein solches Futtermittel für Wassertiere und/oder Reptilien, bestehend aus:

78 bis 99% Stärketräger,

1 bis 29% Proteinträger,

0 bis 7% Prozent Fett- oder Ölkomponenten,

0 bis 15% Wasser

0 bis 2% Aromastoffen

0 bis 1% Farbstoffen

0 bis 0,1% Antioxidantien,

das dadurch gekennzeichnet ist, dass es durch eine bei einer Materialtemperatur von <105°C und unter einem Extrusionsdruck im Bereich von 40 bis 50 bar sowie unter Zugabe von 1 bis 7, vorzugsweise 2 bis 6 Gew.% Wasser durchgeführte Extrusion gewonnen und anschließend in rehydratisierbare Futterstücke aufgeteilt ist, welche eine Form und Größe aufweisen, die ein Festhalten der einzelnen Stücke zwischen den Fingern ermöglicht, so dass eine bequeme Handfütterung der einzelnen Futterstücke an Wassertiere und/oder Reptilien ermöglicht wird.

Bevorzugt ist ein solches Futtermittel mit

80 bis 93% Stärketräger,

4 bis 15% Proteinträger,

0 bis 7% Prozent Fett- oder Ölkomponenten,

1 bis 6% Wasser

0,05 bis 0,6% Aromastoffen

und weiteren der obengenannten Bestandteile im fertigen Produkt.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von mit der Hand verfütterbaren Futtersticks zur Fütterung von Wassertieren und/oder Wasser- oder Landreptilien, das dadurch gekennzeichnet ist, dass ein homogenisiertes Gemisch, enthaltend 78 bis 99% eines Stärketrägers, 1–20% eines verdaulichen Proteinträgers, 0–5% Fett- und/oder Ölkomponenten, 0–15% Wasser, 0–2,0% Aromastoffe, 0–1,0% Vitamine, 0–1,0% Farbstoffen und 0–0,05% Antioxidantien bei einer Materialtemperatur im Bereich von 90 bis 110°C vorzugsweise unterhalb von 105°C und einem Extrusionsdruck von 40 bis 60 bar, vorzugsweise bei etwa 45 bar, durch eine nach der Größe des gewünschten Produkts ausgewählte Düsenöffnung und unter besonderer Zugabe von 1 bis 8 Gew.%, vorzugsweise 2 bis 7 Gew.% Wasser extrudiert und das Extrudat vorzugsweise mittels eines rotierenden Messers nach dem Passieren der Düse in Stücke zerschnitten wird, deren Abmessungen 40 bis 70 × 14 bis 45 × 10 bis 20 mm betragen, wobei das extrudierte Produkt einen Porendurchmesser von 1,5 bis 18 mm aufweist und die Wandstärke der einzelnen Poren im Bereich von 0,015 bis 0,09 mm liegt.

Bevorzugt ist ein solches Verfahren, das durch eine Zugabe von 4% Wasser, eine Extrusionszylindertemperatur von etwa 95°C (entsprechend ca.105°C Materialtemperatur) und einem Druck von etwa 45 bar gekennzeichnet ist, wobei die Abmessungen der erhaltenen Futtersticks 44 bis 58 × 20 bis 30 × 12 bis 17 mm betragen und die Poren des extrudierten Produktes einen Durchmesser von etwa 2 bis 14 mm und eine Wandstärke von 0,02 bis 0,06 mm aufweisen.

Stärketräger bestehen z.B. aus Maisgrieß, Weizengrieß, Hafergrieß, Gerstengrieß, Reisgrieß oder Sojagrieß. Als Stärke kann zum Beispiel Getreidestärke in Form von Weizenmehl oder Roggenmehl, Kartoffelstärke, Maisstärke in Form von Maisgrieß oder Tapjokastärke eingesetzt werden.

Ein solcher Stärketräger, wie z. B. Maisgrieß besteht zum großen Teil aus Stärke, enthält aber weitere natürliche Stoffe, die den eigentlichen Stärkegehalt entsprechend mindern. Auf 100% Stärketräger fallen somit in diesem Fall nur 75 bis 80 Gew.% Stärke an. Dies ist bei den Analysenangaben zu berücksichtigen. Unter dem hier verwendeten Begriff des Stärkegehalts versteht man folglich den Gehalt an durch chemische Analyse bestimmter reiner Stärke in der Gesamtrezeptur. Maisgrieß enthält also zum Beispiel neben der Stärke noch 7,5 bis 9,5% Protein in der Trockensubstanz und enthält zudem anorganische Bestandteile, die letztlich auch noch 0,8% Asche liefern.

Ähnliches gilt auch für Proteinträger. Proteinträger bestehen zum Beispiel aus Fischproteinkonzentrat, Krill, Krillhydrolysat, Sojaproteinkonzentrat, Weizenkleber, Maiskleber oder Reisprotein. Krill hat einen Proteingehalt von ca. 61%, d. h. er besteht analytisch zu 61% aus Protein und zu 39% aus anderen Stoffen. Bei der chemischen Analyse wird aus einem Teil der Probe zunächst der Wassergehalt bestimmt. Aus einem anderen Teil der Probe bestimmt man durch Veraschung den anorganischen Aschegehalt.

Als Fett oder Ölkomponenten werden feste oder flüssige, tierische oder pflanzliche, gesättigte oder teilweise ungesättigte Triglyceride bevorzugt.

Neben weiteren der obengenannten Bestandteile und gegebenenfalls weiteren für Futtermittel üblichen Zusatzstoffen wie z.B. Konservierungsmitteln sind Antioxidantien wie z.B. Butyl-hydroxyanisol (BHA) Butyl-hydroxytoluol (BHT) Ethoxyquin oder Propylgallat, vorzugsweise Ethoxyquin und/oder BHT vorteilhaft.

Als Aroma oder Lockstoffe kommen neben Orangenaroma auch andere natürliche oder naturidentische oder künstliche Fruchtaromen, wie z.B. Apfel- oder Citrusaromen in Frage.

Proteinträger bestehen zum Beispiel aus Fischproteinkonzentrat, Krill, Krillhydrolysat, Sojaproteinkonzentrat, Weizenkleber, Maiskleber oder Reisprotein.

Die verwendeten Vitaminmischungen enthalten die Futtermitteln üblicherweise zugesetzten Vitamine, insbesondere Ascorbinsäure (Vitamin C), Vitamin A, Vitamin E und den Vitamin B-Komplex. Hierzu gehören auch gegebenenfalls zugesetzte Spurenelemente.

Als Farbstoffe können alle verträglichen und für Futtermittel zugelassenen Farbstoffe verwendet werden. Hierzu gehören zum Beispiel die in der EU für Futtermittel zugelassenen Farbstoffe E 102, E 110, E 124, E 132, E 142, E 153, E 160, E 161, E 172, Yellow Nr. 5, Yellow Nr. 6, Red Nr. 3 und Blue Nr. 2. Erfindungsgemäß bevorzugt ist Yellow Nr.6.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung sind die oben beschriebenen Futtermittel, wobei die erhaltenen Futtersticks die Abmessungen 40 bis 70 × 14 bis 45 × 10 bis 20 mm, bevorzugt 44 bis 58 × 20 bis 30 × 12 bis 17 mm betragen (vgl. 1).

Die Prozentangaben der vorliegenden Erfindung sind allesamt Gewichtsprozente. Durch die beim Extrusionsprozess erfolgende Verdampfung des bei der Extrusion zugesetzten Wasseranteils kann der Wasseranteil im fertigen Produkt analytisch auch auf 0% absinken.

Es wurden etwa 86,6% Maisgrieß, 9% Fischproteinkonzentrat, 3% Wasser, 0,4% Farbstoff, 0,15% Vitamingemisch, 0,2% Orangenaroma und 0,015% Ethoxyquin in einem Feststoffmischer homogen vermischt. Der Stärketräger wurde zunächst mit dem Wasseranteil vermischt. Anschließend erfolgte die Zugabe der restlichen Komponenten und deren homogene Einmischung.

Im folgenden Extrusionsprozess in einem Zweiwellenkochextruder wurde die Mehlmischung unter weiterer Zugabe von 4% Wasser durch den auf 95°C temperierten Reaktionszylinder extrudiert. Hierbei entstand ein hochviskoser vollkommen homogener Futterbrei, in dem die Stärke gelatinisierte. Die Futtermatrix erreichte durch die Reibungswärme eine maximale Materialtemperatur von 104°C und einen Druck von 45 bar. Unter diesen Bedingungen wurde das zugegebene Orangenaroma nicht angegriffen und blieb vollkommen homogen verteilt in der Mischung wirksam.

Die erwärmte Futtermatrix wurde unter Druck durch die Austrittsdüse (deren Durchmesser generell wesentlich geringer ist als der des expandierten Strangs (s.u.), extrudiert. Am Düsenaustritt erfolgte die Expansion sowie die Texturierung der austretenden Futtermatrix und es bildete sich der für dieses Produkt charakteristische etwa ovale Querschnitt mit den Achsabmessungen 15 × 52 mm. Mit Hilfe einer Granuliervorrichtung, z. B. einem rotierenden Messer, wurde der austretende Strang dann in Stücke geschnitten. Über die Geschwindigkeit des rotierenden Messers wird die Breite des Produktes auf etwa 26 mm eingestellt. Die Produktabmessungen betragen danach durchschnittlich 15 × 26 × 52 mm.

Der Düsenaustritt hatte beim obigen Beispiel die Form zweier an den kurzen parallelen Seiten zusammenhängender Trapeze. Hierbei wies das einzelne Trapez eine regelmäßige Trapezform mit parallelen Seitenlängen von 2 mm und 2,6 mm auf. Der Abstand der parallelen Seiten voneinander betrug 13 mm. Günstig für das Verfahren sind Längen von 1 bis 3 mm, bevorzugt 1,8 bis 2,2 mm der kürzeren und 2 bis 5 mm, bevorzugt 2,1 bis 3,1 mm der längeren parallelen Seiten des Trapezes, welche einen Abstand von 10 bis 18 mm, bevorzugt 11 bis 14 mm voneinander haben. Der extrudierte Strang wird in diesem Falle mit einem rotierenden Messer zu Stücken mit dem wie oben beschrieben gewünschten Querschnitt zerschnitten. Die Messer sind folglich entsprechend schräg gestellt. Da das Produkt auch nach dem Schnitt noch etwas expandiert und diese Expansion nicht ganz gleichförmig ist, haben die erhaltenen „Sticks" gemäß 1 eine etwa bohnenartig gebogene Form, die sich besonders gut handhaben lässt und somit bevorzugt ist.

Die nach obigem Beispiel erhaltenen Futtersticks sind in der 1 in der Aufsicht auf die verschiedenen Seiten dargestellt. Sie haben ein Schüttgewicht von 50 g/l und sind somit extrem leicht und schwimmfähig.

Es versteht sich von selbst, dass für das Festhalten in der Hand die Längsseite der Sticks verwendet wird, so dass ca. 30 mm eines Sticks ins Wasser getaucht werden können, ohne die Hand zu benetzen. Wenn dieser Teil von den Tieren abgefressen ist, wird der Rest als schwimmendes Futter ins Wasser gegeben, so dass die Tiere nach erfolgter Hydratation auch diesen Teil aufnehmen können. Bei Landtieren z.B. Schildkröten wird der vordere Teil vorzugsweise vor der Fütterung bis zur gewünschten Hydratisierung mit Wasser benetzt.

Je nach Einstellung der Düsenparameter und der Messerschneiden bzw. der Rotationsgeschwindigkeit des Messers erhält man nach dem beschriebenen Verfahren Einzelsticks mit folgenden Maßen:

Länge: 40–80 mm (bevorzugt 40–65 mm).

Dicke: 10–30 mm (bevorzugt 12–25 mm).

Breite: 15–45 mm (bevorzugt 20–30 mm).

Die chemischen Analysendaten des fertigen Produkts liegen hierbei in folgenden Bereichen:

Wassergehalt: 3–16%, (bevorzugt 5–14%),

Proteingehalt: 6–20%, (bevorzugt 9–16%),

Fett- oder Ölgehalt: 1–9%, (bevorzugt 2–6%),

Stärkegehalt: 45–75%, (bevorzugt 60–70%),

Aschegehalt: 1–6%.

Ganz besonders bevorzugt sind Futtermittel mit den folgenden Analysendaten:

Stärkegehalt: etwa 64%

Proteingehalt: etwa 15%

Fett- oder Ölgehalt: etwa 5%

Wassergehalt: etwa 10%

Das Schüttgewicht beträgt in der Regel etwa:

30–70 g/l. (bevorzugt 35–60 g/l).


Anspruch[de]
  1. Futtermittel für Wassertiere und/oder Reptilien, bestehend aus,

    78 bis 99% Stärketräger,

    1 bis 20% Proteinträger,

    0 bis 7% Prozent Fett- oder Ölkomponenten,

    0 bis 15% Wasser,

    0 bis 2% Aromastoffen,

    0 bis 1% Farbstoffen,

    0 bis 0,1% Antioxidantien,

    dadurch gekennzeichnet, dass es durch einen Extrusionsprozess bei einer Temperatur unterhalb von 110°C, unter Zugabe einer zusätzlichen Wassermenge im Bereich von etwa 1 bis 7 Gew.% gewonnen und in rehydratisierbare Futterstücke aufgeteilt ist, die eine Form und Größe aufweisen, welche ein Festhalten der einzelnen Stücke mit den Fingern ermöglicht, so dass eine bequeme Handfütterung der einzelnen Futterstücke an Wassertiere oder Reptilien ermöglicht wird.
  2. Futtermittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt von mindestens 0,05% Aromastoff.
  3. Futtermittel nach Anspruch 1 oder 2, enthaltend unter anderem

    80 bis 93% Stärketräger,

    4 bis 15% Proteinträger,

    0 bis 7% Prozent Fett- oder Ölkomponenten,

    1 bis 6% Wasser.
  4. Futtermittel nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet durch folgende chemischanalytische Daten:

    Stärkegehalt: 45–75%,

    Proteingehalt: 6–20%,

    Fett- oder Ölgehalt: 1–9%,

    Wassergehalt: 3–16%,

    Aschegehalt 1–6%.
  5. Futtermittel nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch folgende chemischanalytische Daten:

    Stärkegehalt: 60–70%,

    Proteingehalt: 9–16%,

    Fett- oder Ölgehalt: 2–6%,

    Wassergehalt: 5–14%,

    Aschegehalt 1–6%.
  6. Futtermittel nach Anspruch 5 , gekennzeichnet durch etwa folgende chemische Analysendaten, wobei nicht besonders gekennzeichnete Hilfs- oder Beistoffe die Differenz zu 100% ausmachen:

    Stärkegehalt: 64%,

    Proteingehalt: 15%,

    Fett- oder Ölgehalt: 5%,

    Wassergehalt: 10%,
  7. Futtermittel nach Anspruch 1 bis 6, wobei die Länge eines Futterstücks 40 bis 70 mm, die Dicke 10 bis 30 mm und die Breite 14 bis 45 mm beträgt.
  8. Futtermittel nach Anspruch 7, wobei die Länge eines Futterstücks 44 bis 58 mm, die Dicke 12 bis 17 mm und die Breite 20 bis 30 mm beträgt.
  9. Futtermittel nach Anspruch 1 bis 8, gekennzeichnet durch eine zusätzliche Halterung in Form eines ggf. nicht verfütterbaren Stiels.
  10. Futtermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch eine grobporöse Matrixtextur mit Hohlräumen von 1,5 bis 18mm, bevorzugt 4 bis 14 mm Durchmesser.
  11. Futtermittel nach Anspruch 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Aromastoff ein Orangenaroma ist.
  12. Futtermittel nach 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet dass der Proteinträger aus Fischproteinkonzentrat, Krill, Krillhydrolysat, Sojaproteinkonzentrat, Weizenkleber, Maiskleber oder Reisprotein besteht.
  13. Futtermittel nach Anspruch 1 bis 12, gekennzeichnet durch einen Zusatz von Antioxidantien.
  14. Futtermittel nach Anspruch 13, worin das Antioxidans Ethoxyquin oder BHT ist.
  15. Verfahren zur Herstellung von mit der Hand verfütterbaren Futtersticks zur Fütterung von Wassertieren und/oder Wasser- oder Landreptilien, dadurch gekennzeichnet ist, dass ein homogenisiertes Gemisch, enthaltend 78 bis 99% eines Stärketrägers, 1–20% eines verdaulichen Proteinträgers, 0–5% Fett- und/oder Ölkomponenten, 0–15% Wasser, 0–2,0% Aromastoffe, 0–1,0% Vitamine, 0–1,0% Farbstoffen und 0–0,05% Antioxidantien bei einer Materialtemperatur von 90 bis 105°C und einem Extrusionsdruck von 40 bis 60 bar, durch eine nach der Größe des gewünschten Produkts ausgewählte Düsenöffnung und unter Zugabe von 1 bis 7% Wasser extrudiert und das Extrudat nach dem Passieren der Düse in Stücke zerschnitten wird, deren Abmessungen 40 bis 70 × 14 bis 45 × 10 bis 20 mm betragen, wobei das extrudierte Produkt einen Porendurchmesser von 1,5 bis 18 mm aufweist und die Wandstärke der einzelnen Poren im Bereich von 0,015 bis 0,09 mm liegt.
  16. Verfahren nach Anspruch 15, gekennzeichnet durch eine Zugabe von 4% Wasser, eine Extrusionszylindertemperatur von etwa 95°C und einen Druck etwa 45 bar, wobei die Abmessungen der erhaltenen Futtersticks 44 bis 58 × 20 bis 30 × 12 bis 17 mm betragen und die Poren des extrudierten Produkts einen Durchmesser von etwa 2–14 mm und eine Wandstärke von 0,02–0,06 mm aufweisen.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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