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Dokumentenidentifikation DE202006005695U1 20.07.2006
Titel Drehmomentwerkzeug
Anmelder ISI-Werkzeugfabrik GmbH & Co. KG, 58640 Iserlohn, DE
Vertreter Haverkamp, J., Dipl.-Geol. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 58638 Iserlohn
DE-Aktenzeichen 202006005695
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 20.07.2006
Registration date 14.06.2006
Application date from patent application 07.04.2006
IPC-Hauptklasse B25B 23/14(2006.01)A, F, I, 20060407, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B25B 23/155(2006.01)A, L, I, 20060407, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Drehmomentwerkzeug mit einem Auslöseglied, durch das bei Überschreiten eines bestimmten Drehmoments das an einem Werkzeug anliegende Drehmoment reduziert wird, und mit einer ein Stellglied umfassenden Einrichtung zum Einstellen des zum Auslösen des Auslösegliedes benötigten Auslösedrehmoments und einer das jeweils eingestellte Auslösedrehmoment darstellenden Anzeige.

Drehmomentwerkzeuge, wie etwa Drehmomentschlüssel werden eingesetzt, um Befestiger, beispielsweise Schrauben oder Muttern mit einer definierten Vorspannung anzuziehen. Die definierte Vorspannung eines Befestigers wird durch Anziehen des Befestigers mit einem der gewünschten Vorspannung entsprechenden Drehmoment vorgenommen. Derartige Drehmomentschlüssel verfügen über einen Werkzeugkopf, der das zum Betätigen des Befestigers notwendige Werkzeug trägt. Bei diesem Werkzeug kann es sich um ein auswechselbares Werkzeug handeln, welches beispielsweise mit einem Vierkantzapfen an den Werkzeugkopf angeschlossen wird. Angeschlossen an den Werkzeugkopf ist ein Hebelarm, der endseitig ein Griffstück trägt. Über den Hebelarm wird das gewünschte Drehmoment auf den Werkzeugkopf übertragen. Funktional zwischen dem Werkzeugkopf und dem Hebelarm ist ein Auslöseglied angeordnet, welches bei Überschreiten des zum Erzielen einer bestimmten Vorspannung des Befestigers benötigten Drehmoments auslöst, wodurch das am Werkzeugkopf anliegende Drehmoment kurzzeitig reduziert wird. Das Auslösen ist durch das für Drehmomentschlüssel typische „Klacken" spürbar und hörbar. Auf ein Element des Auslösegliedes wirkt ein Federelement, typischerweise eine Schraubendruckfeder. Deren auf das Auslöseglied wirkende Federkraft bestimmt maßgeblich das Auslösedrehmoment des Auslösegliedes. Untergeordnet wird das Auslösedrehmoment auch von weiteren mechanischen Faktoren des Drehmomentschlüssels bestimmt, beispielsweise der Konzeption des Auslösegliedes. Die auf das Auslöseglied wirkende Federkraft ist mittels einer Auslösedrehmomenteinstelleinrichtung, die bei einer solchen Ausgestaltung des Drehmomentschlüssels als Federkrafteinstelleinrichtung angesprochen werden kann, einstellbar. Hierbei handelt es sich üblicherweise um eine Gewindespindel, durch die die üblicherweise als Federelement dienende Schraubendruckfeder zum Einstellen der jeweils gewünschten, auf das Auslöseglied wirkenden Federkraft mehr oder weniger unter Vorspannung gesetzt wird. Kinematisch an die Federkrafteinstelleinrichtung angeschlossen und mechanisch an eine längsaxiale Verstellbewegung gekoppelt ist ein Zeiger. Der Zeiger ist durch ein Fenster im Griff sichtbar. Dem Zeiger zugeordnet ist eine Werteskala zum Ablesen des jeweils eingestellten Auslösemoments. Um auch bei geringen Verstellbeträgen der Federkraft, die einen sehr geringen Bewegungsbetrag des Zeigers in axialer Richtung zur Folge hat, dennoch eine möglichst genaue Angabe bezüglich des eingestellten Drehmomentes erfassen zu können, sind die Skalen vielfach als Nonius-Skalen konzipiert. Die Bestimmung eines eingestellten Drehmomentes erfolgt bei dieser Anzeige durch Addieren der für die Grobeinstellung zuständigen Skala und der Nonius-Skala, was umständlich ist und aufgrund von Ablesefehlern zu fehlerhaften Einstellungen des Drehmomentschlüssels führen kann. Zur Verbesserung der Ablesequalität ist in DE 203 11 811 U1 vorgeschlagen worden, als Anzeige ein Ziffernrollenzählwerk einzusetzen. Das Ziffernrollenzählwerk bildet eine mechanisch-digitale Anzeige, so dass für einen Benutzer der jeweils eingestellte Wert ohne weiteres exakt abgelesen werden kann.

Neben die den vorbeschriebenen mechanisch arbeitend ausgelegten Drehmomentschlüsseln sind ebenfalls elektronische Drehmomentschlüssel bekannt geworden. Diese elektronischen Drehmomentschlüssel verfügen über Dehnungsmessstreifen oder Piezokristalle, die das über den Hebelarm auf den Werkzeugkopf wirkende Drehmoment erfassen. Das jeweils aktuell ermittelte Drehmoment wird einem Benutzer über eine Anzeige angezeigt. Bei der Verwendung eines solchen Drehmomentschlüssels muss ein Benutzer während des Anziehens auf die Anzeige achten, die ihm anzeigt, wann er das gewünschte Drehmoment aufgebracht hat und er kein weiteres Drehmoment aufbringen darf. Nachteilig bei diesen elektronischen Drehmomentschlüsseln ist vor allem die Empfindlichkeit der Dehnungsmessstreifen oder der eingesetzten Piezokristalle, die nach einer Überlastsituation, die bei einer unsachgemäßen Verwendung eines Drehmomentschlüssels ohne weiteres auftreten kann, unbrauchbar geworden sind. Von Vorteil bei diesen elektronischen Drehmomentschlüsseln ist jedoch, dass das auf den Werkzeugkopf ausgeübte Drehmoment exakt erfasst wird. Dieses ist bei den zuvor beschriebenen mechanisch arbeitenden Drehmomentschlüsseln nicht der Fall. Bei diesen wird aus der eingestellten Vorspannung der Schraubendruckfeder auf das daraus resultierende, am Werkzeugkopf wirkende Drehmoment und somit auf das Auslösedrehmoment geschlossen. Daher sind die elektronischen Drehmomentschlüssel sehr viel genauer hinsichtlich der auf einen Befestiger ausgeübten Vorspannung als mechanisch arbeitend ausgelegte.

Vor diesem diskutierten Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, einen eingangs genannten Drehmomentschlüssel dergestalt weiterzubilden, dass dieser nicht nur eine leicht und exakt ablesbare Anzeige aufweist, sondern dass mit diesem das Auslösedrehmoment und somit das auf den Werkzeugkopf wirkende Drehmoment exakter einstellbar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß zum einen durch einen Drehmomentschlüssel der eingangs genannten, gattungsgemäßen Art gelöst, bei dem die Anzeigeeinrichtung eine elektronisch auswertbare Sensoreinrichtung umfasst, deren eines Element kinematisch an eine Bewegung des zum Einstellen des zum Auslösen des Auslösegliedes benötigten Drehmoments von der Auslösedrehmomenteinrichtung bewegten Gliedes gekoppelt und dessen anderes Element gegenüber dem ersten Element ortsfest angeordnet ist, und dass die Sensoreinrichtung an eine Auswerteeinheit zum Generieren eines das eingestellte Auslösedrehmoment wiedergebenden und die Anzeige beaufschlagenden Anzeigesignals angeschlossen ist.

Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß auch durch einen Drehmomentschlüssel der eingangs genannten, gattungsgemäßen Art, bei der zum Einstellen des Auslösedrehmomentes des Drehmomentschlüssels die auf das Auslöseglied wirkende Kraft des Federelementes einstellbar ist und die Anzeigeeinrichtung eine elektronisch auswertbare Sensoreinrichtung zum Erfassen der auf das Auslöseglied wirkenden Kraft des Federelementes umfasst.

Ein solches Drehmomentwerkzeug verfügt über eine elektronisch auswertbare Sensoreinrichtung, die Teil der Anzeigeeinrichtung zum Anzeigen des jeweils eingestellten Auslösedrehmomentes ist. Eine Sensoreinrichtung gemäß dem ersten Lösungsvorschlag besteht grundsätzlich aus zwei Elementen, von denen eines kinematisch an eine Bewegung der Federkrafteinstelleinrichtung gekoppelt ist, während das andere Element gegenüber dieser Bewegung ortsfest angeordnet ist. Erfasst wird durch die Sensoreinrichtung in Abhängigkeit von ihrer Auslegung die Relativbewegung des einen Elementes gegenüber dem anderen oder die jeweils aktuelle Position des bewegten Elements gegenüber dem anderen Element. Die Sensoreinrichtung ist an eine Auswerteeinheit angeschlossen. In Abhängigkeit von dem Sensorsignal, das wiederum abhängig von der relativen Stellung der beiden Sensorelemente zueinander ist, wird durch die Auswerteeinheit die relative Position dieses Elementes bestimmt und ein das jeweils eingestellte Auslösedrehmoment wiedergebendes Anzeigesignal generiert. Dieses Anzeigesignal wird dem Benutzer auf einer der Anzeigeeinrichtung zugeordneten Anzeige, beispielsweise einer grafischen Anzeige wie etwa einer LCD-Anzeige angezeigt. Die Möglichkeiten einer solchen elektronischen Anzeige gestatten es, dass dem Benutzer ein exakter Zahlenwert zur Kenntnis gebracht wird. Damit kann das jeweils eingestellte Drehmoment des Drehmomentwerkzeuges ohne weiteres abgelesen werden.

Da dieses Drehmomentwerkzeuges über ein mechanisch arbeitendes Auslöseglied verfügt, braucht man diese Anzeige während einer Betätigung des Werkzeuges nicht im Auge zu behalten, sondern man spürt das bekannte "Auslösen", wenn das eingestellte Drehmoment beim Anziehen eines Befestigers erreicht ist.

Das Vorsehen einer elektronisch auswertbaren Sensoreinrichtung hat zudem den Vorteil, dass dieser zum Darstellen des eingestellten Drehmomentes eine elektronisch arbeitende Auswerteeinheit benötigt. Diese ermöglicht es, dass neben der Auswertung des Sensorsignals in die Auswertung ebenfalls andere Faktoren, beispielsweise Korrekturfaktoren berücksichtigt werden können. Bekanntermaßen ist das Verhalten einer Feder über ihre Länge nicht konstant. Bei diesem Drehmomentschlüssel kann etwa die Federkennlinie der eingesetzten Schraubendruckfeder in die Auswertung der Sensorsignale eingebracht werden, sodass dann ein in Abhängigkeit von der Federkennlinie korrigierter Anzeigewert zur Anzeige gebracht werden kann. Korrekturen können ebenfalls angebracht werden in Abhängigkeit von der Konzeption des Auslösegliedes, der herrschenden Temperatur oder anderen Bedingungen, die Einfluss auf das mechanische Auslösen des Auslösegliedes haben. Somit wird deutlich, dass bei diesem Drehmomentwerkzeug eine sehr genaue Einstellung des gewünschten Auslösedrehmomentes möglich ist.

Das Vorsehen einer elektronisch arbeitenden Auswerteeinheit hat des Weiteren zum Vorteil, dass der eingestellte Wert in unterschiedlichen Einheiten auf der Anzeige gleichzeitig oder auch nacheinander je nach Einstellung angezeigt werden kann. Dieses stellt einen nicht unerheblichen Vorteil gegenüber mechanischen Anzeigen dar, die zwar mitunter in der Grobeinstellung in ihrer Skalierung zwei unterschiedliche Einheiten angeben können. Dieses ist jedoch auf dem Nonius nicht möglich. Gleiches gilt für Drehmomentschlüssel mit einem Ziffernrollenzählwerk.

Gemäß einer Ausgestaltung der Sensoreinrichtung ist diese als Weg- oder Winkelmesssensor konzipiert. In Abhängigkeit von der dem Ort der Anordnung des Sensors und der damit zusammenhängenden aufzunehmenden Bewegung wird ein Wegmesssensor oder ein Winkelmesssensor eingesetzt. Bei Einsatz eines Wegmesssensors wird man die translatorische Bewegungskomponente einer Spindel beziehungsweise eines durch die Spindel längsaxial bezüglich des Hebelarms bewegten Elementes nutzen, um das bewegliche Element des Sensors zu bewegen. Bei einem Winkelmesssensor wird die rotatorische Bewegung einer Auslösedrehmomenteinstelleinrichtung genutzt. Besonders bevorzugt ist die Ausgestaltung eines solchen Sensors, wenn dieser berührungslos arbeitend ausgelegt ist. Ein solcher Sensor kann beispielsweise magnetisch arbeitend oder auch optoelektronisch arbeitend ausgelegt sein.

Anstelle der Erfassung des zurückgelegten Weges oder Winkels als Differenzbetrachtung, besteht ebenfalls die Möglichkeit, eine solche Sensoreinrichtung zum Erfassen der aktuellen Stellung des bewegten Elementes gegenüber dem ortsfest angeordneten Element auszulegen, ohne dass es notwendig ist, in die Bestimmung auf eine vorherig ermittelte Position der beiden Elemente zueinander zurückgreifen zu müssen. Dieses kann beispielsweise durch Abtasten eines Maßstabes, beispielsweise als Graycode konzipierten Maßstabes erfolgen.

Die vorbeschriebene Anzeigeeinrichtung lässt sich ebenfalls in einem Drehmomentschlüssel einsetzen, bei dem die Einstellung des Auslösedrehmomentes nicht über eine Veränderung der auf das Auslösedrehmoment wirkenden Kraft, sondern durch Ändern der Anordnung der beiden zusammenwirkenden Auslöseelemente des Auslösegliedes erfolgt. Bei Drehmomentschlüsseln mit solchen Auslösegliedern werden zumeist Blattfedern als Federelemente eingesetzt, die sich mit einer Nocke an der Auslösekulisse des anderen Auslöseelementes abstützt. Durch Ändern der Neigung der Auslösekulisse ändert sich das zum Auslösen des Drehmomentes benötigte Drehmoment. Die Verstellung des die Auslösekulisse tragenden Auslöseelementes erfolgt ebenfalls über eine Auslösemomenteinstelleinrichtung, wie diese bereits vorbeschrieben ist.

Gemäß dem weiteren Lösungsvorschlag ist vorgesehen, dass die auf das Auslöseglied wirkende Federkraft unmittelbar erfasst wird, beispielsweise durch eine Druckmessdose. Die Auswertung einer solchen Druckmesseinrichtung erfolgt ebenfalls unter Verwendung einer elektronischen Auswerteeinrichtung, sodass auch dieser Ausgestaltung die zu der zuvor beschriebenen Lösung aufgezeigten Vorteile zu Teil werden. Ein solcher Druckmesssensor kann sowohl an dem das Auslöseglied beaufschlagenden Ende des Federelementes, beispielsweise der Schraubendruckfeder oder auch an dem gegenüberliegenden Ende angeordnet sein. Da durch eine solche Sensoreinrichtung die tatsächlich auf dem Auslöseglied wirkende Federkraft ermittelt wird, brauchen in die Korrektur lediglich die weitere Mechanik betreffende Korrekturdaten einzufließen und grundsätzlich nicht die sich auf das eingesetzte Federelement beziehenden Korrekturen.

Nachfolgend ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren beschrieben. Es zeigen:

1: Einen Drehmomentschlüssel in einer zum größten Teil als Längsschnitt dargestellten Draufsicht,

2: eine schematisierte vergrößerte Ausschnittsdarstellung aus dem Bereich des Griffes des Drehmomentschlüssels der 1 und

3: ein Blockschaltbild zum Darstellen der Funktionsweise der elektronischen Anzeige des aktuell eingestellten Auslösedrehmomentes des Drehmomentschlüssels der 1.

Ein Drehmomentschlüssel 1 als Drehmomentwerkzeug verfügt über einen Werkzeugkopf 2, der bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel als Umschaltknarre ausgebildet ist. Der Werkzeugkopf dieses Ausführungsbeispiels trägt an der in 1 nicht erkennbaren Rückseite einen nach unten abragenden Vierkantzapfen zum Anschließen eines Werkzeuges. An den Werkzeugkopf 2 ist ein Rohr 3 angeschlossen, an dessen dem Werkzeugkopf 2 abgewandten Ende ein Griff 4 angeordnet ist. In dem Rohr 3 ist ein um einen Zapfen 5 schwenkbar gelagerter Schaft 6 angeordnet. Der Schaft 6 setzt sich in den Werkzeugkopf 2 fort. An dem von dem Werkzeugkopf 2 wegweisenden Ende ist ein insgesamt mit dem Bezugszeichen 7 gekennzeichnetes Auslöseglied angeordnet. Auf das Auslöseglied 7 wirkt griffseitig ein Druckstück 8. Die durch das Druckstück 8 auf das Auslöseglied 7 wirkende Kraft resultiert aus der Kraft einer vorgespannten Schraubendruckfeder 9, die mit ihrem zum Werkzeugkopf 2 weisenden Ende an dem Druckstück 8 anliegt. Mit ihrem anderen Ende stützt sich die Schraubendruckfeder 9 an einem Druckkopf 10 ab. Der Druckkopf 10 ist Teil einer Federkrafteinstelleinrichtung, mit der die auf das Druckstück 8 und damit auf das Auslöseglied 7 wirkende Vorspannung der Schraubendruckfeder 9 eingestellt werden kann. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel stellt die Federkrafteinstelleinrichtung eine Auslösedrehmomenteinstelleinrichtung dar. Zu diesem Zweck ist das Druckstück 10 in längsaxialer Richtung verschiebbar in dem Rohr 3 angeordnet. Hieraus wird deutlich, dass ein Bewegen des Druckkopfes 10 zum Druckstück 8 hin die Schraubendruckfeder 9 unter eine höhere Vorspannung stellt. Entsprechend geringer wird die auf das Druckstück 8 wirkende Vorspannung der Schraubendruckfeder 9, wenn der Druckkopf 10 in die entgegengesetzte Richtung bewegt wird. Zum Bewegen des Druckkopfes 10 dient ein Gewindetrieb 11, der mit einem Stellknopf 12 betätigt werden kann. Derartige Antriebe sind hinlänglich bekannt. Der Gewindetrieb 11 ist mit dem Druckkopf 10 durch eine Spindel 13 verbunden. Eine Drehbetätigung des Stellknopfes 12 in die eine Richtung bewirkt sodann ein Bewegen des Druckkopfes 10 in längsaxialer Richtung, abhängig davon, in welche Drehrichtung der Stellknopf 12 gedreht wird.

Das Auslöseglied 7 dient zum Auslösen des Drehmomentschlüssels bei Überschreiten des voreingestellten Auslösedrehmomentes. In Abhängigkeit von der durch die Schraubendruckfeder 9 auf das Druckstück 8 und somit das Auslöseglied 7 wirkenden Vorspannung ist das Auslösedrehmoment höher oder niedriger.

Zum Anzeigen des aktuell eingestellten Auslösedrehmomentes dient eine Anzeigeeinrichtung. Die Anzeigeeinrichtung umfasst in dem dargestellten Ausführungsbeispiel einen Wegmesssensor 14 (vgl. 2). Der bei dem in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel eingesetzte Wegmesssensor 14 ist magnetisch arbeitend ausgelegt und umfasst einen Permanentmagneten 15 als Geberelement. Bei dem in den Figuren dargestellten Wegmesssensor handelt es sich um einen sogenannten MR-Sensor. Neben dem Geberelement verfügt der Wegmesssensor über einen magnetostriktiven Empfänger 16, dessen Ausgangssignal abhängig von der Stellung des Gebers 15 zum Empfänger 16 ist. Der als Permanentmagnet 15 ausgebildete Geber ist zusammen mit dem Druckkopf 10 durch die Spindel angetrieben und von dieser drehentkoppelt in längsaxialer Richtung des Rohres 3 verschiebbar. In einem Schlitz in dem Rohr 3 ist der Empfänger 16 – das eigentliche Sensorelement – angeordnet. Die Länge des Empfängers 16 definiert gleichzeitig den Messbereich des Wegmesssensors 14. Angeschlossen ist der Wegmesssensor 14 an eine Auswerteeinheit 17, die zusammen mit einer LCD-Anzeige 18 vor dem Griff 4 angeordnet ist. Das Ausgangssignal des Wegmesssensors 14 beaufschlagt die Auswerteeinheit 17, die in Abhängigkeit von dem Signal des Wegmesssensors 14 ein Anzeigesignal generiert, welches sodann an der LCD-Anzeige 18 angezeigt wird (vgl. 3). Das Anzeigesignal ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ein Zahlenwert, der entsprechend der Einstellung der Federkrafteinstelleinrichtung das aktuell eingestellte Auslösedrehmoment angibt. Teil der Anzeigeeinrichtung ist des Weiteren ein elektronisches Speicherglied 19 sowie eine Schnittstelle 20 zum Eingeben von Anzeige- und/oder Auswerteparametern. Bei der Schnittstelle 20 kann es sich beispielsweise um einen Tastschalter handeln, durch den die Auswerteeinheit programmierbar ist. In dem Speicherglied 19 sind die Mechanik betreffende Kenndaten des Drehmomentschlüssels 1 abgelegt, wie die Federkennlinie und Änderungen derselben in Folge von Temperaturänderungen sowie die Federrate. Mit diesen, in dem Speicherglied 19 abgelegten Korrekturdaten werden die Eingangssignale von dem die aktuelle Stellung des als Geber dienenden Permanentmagneten 15 erfassenden Empänger 16, so dass ein diesbezüglich korrigierter Wert auf der LCD-Anzeige 18 angezeigt wird.

Von besonderem Vorteil des Drehmomentschlüssels 1 ist, dass dieser kalibriert werden kann. Dieses folgt dadurch, dass auf den durch das Rohr 3 mit seinem Griff 4 sowie die in dem Rohr 3 geführten Schäfte gebildeten Hebelarm des Drehmomentschlüssels 1 dasjenige Drehmoment gemessen wird, welches benötigt wird, um den Drehmomentschlüssel 1 in einer bestimmten Einstellung der auf das Auslöseglied 7 wirkenden Federvorspannung auszulösen. Das Signal des Wegmesssensors 14 im Zeitpunkt der Auslösung des Drehmomentschlüssels definiert sodann dasjenige Signal, welches exakt dem angelegten Drehmoment entspricht. Wird dieses an zwei, drei oder vier Positionen in dem Messbereich des Wegmesssensors 14 und somit dem Verstellbereich des Gewindetriebes 11 durchgeführt, erhält man eine die individuellen Eigenheiten eines jeden Drehmomentschlüssels berücksichtigende exakte Messkurve. Neben den jeweiligen Eigenschaften der Schraubendruckfeder wird bei einer solchen Kalibrierung gleichzeitig eine Korrektur der aus der Mechanik des Drehmomentschlüssels resultierenden Ungenauigkeiten, bedingt etwa beispielsweise durch unterschiedliche Reibungen, beispielsweise des Druckstückes 8 innerhalb des Rohres 3, bedingt durch Längentoleranzen in der Herstellung der Teile, bedingt durch den Einsatz unterschiedlicher Federn, durchgeführt. Über die Dauer der Benutzung eines solchen Drehmomentschlüssels können sich diese mechanischen Faktoren ändern. Daher ist es zweckmäßig, einen solchen Drehmomentschlüssel von Zeit zu Zeit neu zu kalibrieren. Auch diesem Zweck dient die Schnittstelle 20, nämlich dafür, dass die Auswerteeinheit in ihren Kalibriermodus geschaltet werden kann.

Die Erfindung ist anhand eines Drehmomentschlüssels beschrieben worden. Die gleichen Vorteile stellen sich ebenfalls bei einem Drehmomentwerkzeug ein, das als Drehmomentschraubendreher konzipiert ist. Gleiches gilt auch für solche Drehmomentwerkzeuge, die als Drehmomentbegrenzende Werkzeuge ausgebildet sind und bei denen zum Einstellen der Drehmomentbegrenzung eine Einstellung des Auslösedrehmomentes vorgenommen wird.

1Drehmomentschlüssel 2Werkzeugkopf 3Rohr 4Griff 5Zapfen 6Schaft 7Auslöseglied 8Druckstück 9Schraubendruckfeder 10Druckkopf 11Gewindetrieb 12Stellknopf 13Spindel 14Wegmesssensor 15Permanentmagnet 16Empfänger/Sensorelement 17Auswerteeinheit 18LCD-Anzeige 19Speicherglied 20Schnittstelle

Anspruch[de]
  1. Drehmomentwerkzeug mit einem Auslöseglied (7), durch das bei Überschreiten eines bestimmten Drehmoments das an einem Werkzeug anliegende Drehmoment reduziert wird, und mit einer ein Stellglied umfassenden Einrichtung zum Einstellen des zum Auslösen des Auslösegliedes (7) benötigten Auslösedrehmoments und einer das jeweils eingestellte Auslösedrehmoment darstellenden Anzeige (18), dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeigeeinrichtung eine elektronisch auswertbare Sensoreinrichtung (14) umfasst, deren eines Element (15) kinematisch an eine Bewegung des zum Einstellen des zum Auslösen des Auslösegliedes (7) benötigten Drehmoments von der Auslösedrehmomenteinrichtung bewegten Gliedes (10) gekoppelt und dessen anderes Element (16) gegenüber dem ersten Element (15) ortsfest angeordnet ist, und dass die Sensoreinrichtung (14) an eine Auswerteeinheit (17) zum Generieren eines das eingestellte Auslösedrehmoment wiedergebenden und die Anzeige (18) beaufschlagenden Anzeigesignals angeschlossen ist.
  2. Drehmomentwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Auswerteeinheit (17) ein Speicherglied (19) zugeordnet ist, in dem Korrekturdaten, beispielsweise die Federkennlinie der auf das Auslöseglied (7) wirkenden Feder (9) abgelegt ist.
  3. Drehmomentwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeigeeinrichtung eine grafische Anzeige, etwa eine LCD-Anzeige (18) zum Anzeigen des durch die Auswerteeinheit (17) generierten Anzeigesignals ist.
  4. Drehmomentwerkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Anzeigesignal in unterschiedlichen Skalierungen und/oder Einheiten auf der Anzeige (18) darstellbar ist.
  5. Drehmomentwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (14) berührungslos arbeitend ausgelegt ist.
  6. Drehmomentwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung ein Weg- oder Winkelmesssensor (14) ist.
  7. Drehmomentwerkzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Sender des Sensors als Geberelement (15) an die Bewegung der Auslösedrehmomenteinstelleinrichtung oder ein Teil derselben angeschlossen ist, während der Empfänger (16) zur Bestimmung der relativen Lage des Senders (15) gegenüber dem Empfänger (16) gegenüber der Bewegung des Senders (15) ortsfest angeordnet ist.
  8. Drehmomentwerkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (14) magnetisch arbeitend ausgelegt ist.
  9. Drehmomentwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Auslösedrehmomenteinstelleinrichtung die auf das Auslöseglied (7) wirkende Kraft einer Schraubendruckfeder (9) einstellbar ist.
  10. Drehmomentwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösedrehmomenteinstelleinrichtung einen Gewindetrieb (11) zum längsaxialen Bewegen eines auf das Federelement (9) wirkenden Druckkopfes (10) umfasst, wobei das kinematisch an die Bewegung der Einstelleinrichtung gekoppelte Element zusammen mit dem Druckkopf (10) bewegt wird.
  11. Drehmomentwerkzeug mit einem Auslöseglied, durch das bei Überschreiten eines bestimmten Drehmoments das an einem Werkzeug anliegende Drehmoment reduziert wird, und mit einer ein Stellglied umfassenden Einrichtung zum Einstellen des zum Auslösen des Auslösegliedes benötigten Auslösedrehmoments und einer das jeweils eingestellte Auslösedrehmoment darstellenden Anzeige, dadurch gekennzeichnet, dass zum Einstellen des Auslösedrehmomentes des Drehmomentwerkzeuges die auf das Auslöseglied wirkende Kraft eines Federelementes einstellbar ist und die Anzeigeeinrichtung eine elektronisch auswertbare Sensoreinrichtung zum Erfassen der auf das Auslöseglied wirkenden Kraft des Federelementes umfasst.
  12. Drehmomentwerkzeug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung eine Druckmessdose ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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