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Dokumentenidentifikation DE102005002895A1 27.07.2006
Titel Elektrisches Haarschneidegerät
Anmelder Braun GmbH, 61476 Kronberg, DE
Erfinder Eichhorn, Reinhold, 65510 Idstein, DE;
Gleich, Detlef, 61381 Friedrichsdorf, DE;
Hottenrott, Sebastian, 65510 Idstein, DE;
Junk, Peter, 61389 Schmitten, DE;
Kleemann, Christoph, 65760 Eschborn, DE;
Odemer, Michael, 61194 Niddatal, DE;
Pohl, Thorsten, 63165 Mühlheim, DE;
Schwarz, Tobias, 61389 Schmitten, DE;
Wolf, Jürgen, 65830 Kriftel, DE
DE-Anmeldedatum 21.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005002895
Offenlegungstag 27.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.07.2006
IPC-Hauptklasse B26B 19/04(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf ein elektrisches Haarschneidegerät, insbesondere einen elektrischen Rasierapparat. Das erfindungsgemäße Haarschneidegerät weist wenigstens ein Schersystem (2) mit einem Obermesser (9) und einem Untermesser (10) auf, die zum Durchtrennen von Haaren (18) zusammenwirken. Das Obermesser (9) weist wenigstens eine für einen Hautkontakt vorgesehene Außenfläche (11) auf. Die Besonderheit des erfindungsgemäßen Haarschneidegeräts besteht darin, daß die Außenfläche (11) des Obermessers (9) erste erhabene Bereiche (14) aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein elektrisches Haarschneidegerät, insbesondere einen elektrischen Rasierapparat. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Schersystem für ein elektrisches Haarschneidegerät, insbesondere für einen elektrischen Rasierapparat.

Mit elektrischen Rasierapparaten lassen sich sehr gute Rasurergebnisse erzielen, wenn die Bartstoppeln nicht allzu lang sind und nahezu senkrecht von der Haut abstehen. Besonders geeignet für eine gründliche Rasur sind Kurzhaar-Schersysteme, die wenigstens eine perforierte Scherfolie und ein damit zusammenwirkendes Untermesser aufweisen. Wesentlich erschwert wird eine gründliche Rasur allerdings dann, wenn zusätzlich zu den Bartstoppeln auch längere Haare vorhanden sind. Bei diesen längeren Haaren besteht eine relativ geringe Wahrscheinlichkeit, daß sie die perforierte Scherfolie durchdringen, um dann vom Untermesser durchtrennt zu werden. Aus diesem Grund werden Scherfoliensysteme häufig mit Langhaarschneidern kombiniert, welche die Haare auf eine Länge vorkürzen, die für die Scherfolien geeignet ist.

Ein elektrischer Rasierapparat mit mehreren Schersystemen ist beispielsweise aus der EP 0 914 235 B1 und der EP 0 923 430 B1 bekannt. Die EP 0 914 235 B1 offenbart einen Trokkenrasierer, der ein erstes Schersystem mit einem ersten Obermesser und einem dazwischen relativ bewegbar gelagerten ersten Untermesser sowie ein zweites Schersystem mit einem zweiten Obermesser und einem darunter oszillierend bewegbar gelagerten zweiten Untermesser aufweist. Das erste Obermesser ist oszillierend bewegbar gelagert und dient als Hautvibrationsteil. Dabei wird das erste Obermesser mit gleicher Frequenz wie das zweite Untermesser angetrieben. Ebenso besteht auch die Möglichkeit, daß das erste Obermesser die Haut unter einem weiteren der Schersysteme in Vibration versetzt.

Aus der EP 0 923 430 B1 ist ebenfalls ein Trockenrasierapparat mit einem ersten und einem zweiten Schersystem bekannt. Alle Messer des ersten Schersystems werden so angetrieben, daß sie schneiden und Hautvibrationen bewirken. Das Obermesser von wenigstens einem weiteren Schersystem ist dagegen inaktiv. Ebenso ist es auch möglich, daß das Obermesser des ersten Schersystems oszillierend bewegt wird und so als ein Hautvibrationsteil dient und das Obermesser des zweiten Schersystems inaktiv ist.

Mit diesen Maßnahmen läßt sich das Rasurergebnis im Hinblick auf zusätzlich vorhandene lange Haare deutlich verbessern. Unter ungünstigen Umständen kann es jedoch vorkommen, daß längere Haare, die eng an der Haut anliegen, von den Schersystemen nicht erfaßt und somit nicht durchtrennt werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein elektrisches Haarschneidegerät so auszubilden, daß auch eng an der Haut anliegende Haare möglichst zuverlässig erfaßt und durchtrennt werden.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmalskombination des Anspruchs 1 gelöst.

Das erfindungsgemäße elektrische Haarschneidegerät ist insbesondere als ein elektrischer Rasierapparat ausgebildet und weist wenigstens ein Schersystem mit einem Obermesser und einem Untermesser auf, die zum Durchtrennen von Haaren zusammenwirken. Das Obermesser weist wenigstens eine für einen Hautkontakt vorgesehene Außenfläche auf. Die Besonderheit des erfindungsgemäßen Haarschneidegeräts besteht darin, daß die Außenfläche des Obermessers erste erhabene Bereiche aufweist.

Die Erfindung hat den Vorteil, daß sie eine zuverlässige und gründliche Haarkürzung ermöglicht. Die ersten erhabenen Bereiche der Außenfläche des Obermessers drücken die Haut lokal ein und liegen fest an der Haut an, so daß insbesondere auch für eng an der Haut anliegende Haare eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, daß diese aufgerichtet und durchtrennt werden. Somit ist es ausreichend, das erfindungsgemäße Haarschneidegerät für eine gründliche Haarkürzung lediglich einmal oder einige wenige Male über dasselbe Hautgebiet zu führen, so daß sich die insgesamt für die Haarkürzung benötigte Zeit reduziert.

Die ersten erhabenen Bereiche sind vorzugsweise am Rand der Außenfläche des Obermessers ausgebildet. Außerdem ist es von Vorteil, wenn die ersten erhabenen Bereiche lateral außerhalb eines Schneidbereichs ausgebildet sind, innerhalb dessen die Haare durchtrennt werden. Dadurch werden eine gute Hautverträglichkeit und eine kurze Schnittlänge ermöglicht.

Das Obermesser ist bevorzugt als ein Kamm mit mehreren Zinken ausgebildet. Dabei ist es vorteilhaft, wenn das Obermesser in zwei Endbereichen, die jeweils an eine Schmalseite des Obermessers angrenzen, keine Zinken aufweist. Die Zinken können jeweils eine langgestreckte Form aufweisen und mit einer ihrer Längsseiten einen Bestandteil der Außenfläche des Obermessers bilden. Die ersten erhabenen Bereiche sind vorzugsweise auf den Zinken, insbesondere im Bereich von freien Enden der Zinken, ausgebildet. Ein derart ausgebildetes Obermesser fördert das Einfädeln der Haare und ist mechanisch stabil. Eine noch höhere mechanische Stabilität wird erreicht, wenn die Außenfläche des Obermessers einen zweiten erhabenen Bereich aufweist, der sich zwischen den beiden Endbereichen des Obermessers erstreckt. Alternativ dazu ist es auch möglich, daß die Außenfläche des Obermessers mehrere zweite erhabene Bereiche aufweist, die zwischen den beiden Endbereichen des Obermessers durch Lücken getrennt aneinander gereiht sind. Außerdem können die Endbereiche erhaben ausgebildet sein.

Das Obermesser kann so ausgebildet sein, daß benachbarte Zinken jeweils im Bereich ihrer Mitte miteinander verbunden sind. Dies ermöglicht die Anordnung einer Vielzahl von Zinken und hat eine gute Kämmwirkung zur Folge. Alternativ dazu ist es auch möglich, daß benachbarte Zinken jeweils im Bereich eines ihrer Enden miteinander verbunden sind. Dadurch läßt sich ein großer Schneidbereich realisieren. Diese Alternative ist vorzugsweise so weitergebildet, daß einzelne Zinken oder Gruppen von Zinken im Hinblick auf die miteinander verbundenen Enden antiparallel zueinander orientiert sind. Bei einer weiteren Alternative sind die Zinken durch eine mäanderförmige Kontur des Obermessers ausgebildet.

Die ersten erhabenen Bereiche und/oder der zweite erhabene Bereich oder die zweiten erhabenen Bereiche sind vorzugsweise einteilig mit dem Obermesser ausgebildet. Dies läßt sich beispielsweise durch eine ätztechnische Herstellung dieser Strukturen realisieren.

Weiterhin kann das Obermesser und/oder das Untermesser einen U-förmigen Querschnitt aufweisen. Auf diese Weise läßt sich eine ausreichende Stabilität erreichen und das Schersystem sehr kompakt ausbilden. Außerdem kann das Obermesser und/oder das Untermesser beweglich sein und insbesondere eine linear oszillierende Bewegung ausführen. Dabei ist es beispielsweise zur Erzielung einer hohen Schnittgeschwindigkeit und zur Reduzierung von Vibrationen von Vorteil, wenn das Obermesser und das Untermesser gegenphasig antreibbar sind.

Vorzugsweise ist beim erfindungsgemäßen Haarschneidegerät wenigstens ein weiteres Schersystem vorgesehen, das als ein Kurzhaar-Schneidsystem, insbesondere als ein Scherfoliensystem, ausgebildet ist. Dadurch läßt sich eine gründliche Haarkürzung sehr nahe an der Haut erzielen.

Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf ein Schersystem für ein elektrisches Haarschneidegerät, insbesondere für einen elektrischen Rasierapparat, mit einem Obermesser und einem Untermesser, die zum Durchtrennen von Haaren zusammenwirken. Das Obermesser weist wenigstens eine für einen Hautkontakt vorgesehene Außenfläche auf. Das erfindungsgemäße Schersystem zeichnet sich dadurch aus, daß die Außenfläche des Obermessers erste erhabene Bereiche aufweist.

Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.

Es zeigen:

1 ein Ausführungsbeispiel eines Scherkopfes eines elektrischen Rasierapparats mit einem erfindungsgemäß ausgebildeten Langhaarschneider in Schnittdarstellung,

2 ein erstes Ausführungsbeispiel des Kamms des erfindungsgemäßen Langhaarschneiders ausschnittsweise in perspektivischer Darstellung,

3 ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Langhaarschneiders während des Rasiervorgangs in einer schematisierten Schnittdarstellung,

4 eine Hautpartie zu drei aufeinanderfolgenden Zeitpunkten während des Vorbeiführens des erfindungsgemäßen Langhaarschneiders in einer schematisierten Aufsicht und

5 bis 9 unterschiedliche Ausführungsbeispiele des beim erfindungsgemäßen Langhaarschneider eingesetzten Kamms in einer schematisierten Aufsicht auf die Außenfläche.

1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Scherkopfes 1 eines elektrischen Rasierapparats mit einem erfindungsgemäß ausgebildeten Langhaarschneider 2 in Schnittdarstellung. Der Langhaarschneider 2 ist lateral zwischen einem ersten Scherfoliensystem 3 und einem zweiten Scherfoliensystem 4 angeordnet. Das erste Scherfoliensystem 3 weist eine erste Scherfolie 5 sowie einen ersten Klingenbock 6 und das zweite Scherfoliensystem 4 eine zweite Scherfolie 7 sowie einen zweiten Klingenbock 8 auf. Der Langhaarschneider 2 dient dazu, die Haare vorzukürzen und dadurch das Einfädeln in die Öffnungen der perforierten Scherfolien 5 und 7 zu erleichtern. Hierzu weist der Langhaarschneider 2 einen Kamm 9 und eine Klinge 10 auf, die jeweils einen U-förmigen Querschnitt besitzen und mit gleichsinniger Orientierung ineinander geschachtelt sind. Die Klinge 10 ist dabei innerhalb des Kamms 9 angeordnet.

Ebenso kann der Langhaarschneider 2 auch bei einem Scherkopf 1 mit einer anderen Zahl von Scherfoliensystemen 3 bzw. 4 oder anderen Schersystemen als den Scherfoliensystemen 3 und 4 eingesetzt werden. Beispielsweise kann der Langhaarschneider 2 lateral neben einem einzigen Scherfoliensystem 3 bzw. 4 des Scherkopfes 1 angeordnet sein. Des weiteren kann der Langhaarschneider 2 auch ohne zusätzliches Scherfoliensystem 3 bzw. 4 bei einem elektrischen Bartschneider oder einem elektrischen Haarschneider eingesetzt werden.

2 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel des Kamms 9 des erfindungsgemäßen Langhaarschneiders 2 ausschnittsweise in perspektivischer Darstellung. Die Perspektive ist so gewählt, daß eine Außenfläche 11 des Kamms 9 sichtbar ist, die beim Rasiervorgang an der Haut anliegt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist lediglich das eigentliche Kammteil ohne die zur Ausbildung der U-Form angeschweißten Seitenteile dargestellt. Diese Seitenteile würden sich ausgehend vom dargestellten Bereich des Kamms 9 nach unten erstrecken.

Der Kamm 9 weist eine Vielzahl von Zinken 12 auf, die parallel zueinander orientiert sind und in gleichen Abständen aufeinander folgen. Durch kurze Verbindungsstege 13, die sich quer zwischen benachbarten Zinken 12 erstrecken, sind die Zinken 12 jeweils im Bereich ihrer Mitte untereinander verbunden. Im Bereich der freien Enden der Zinken 12 sind auf der Außenfläche 11 Erhebungen 14 ausgebildet, wobei jedes freie Ende jeweils eine Erhebung 14 aufweist. In zwei Endbereichen 15, die jeweils an je eine der beiden Schmalseiten des Kamms 9 angrenzen, weist der Kamm 9 keine Zinken 12 auf, sondern ist flächig ausgebildet. Die Endbereiche 15 sind gegenüber den Zinken 12 und den Verbindungsstegen 13 erhaben ausgebildet und weisen das gleiche Niveau wie die Erhebungen 14 auf. Die Zinken 12 und die Verbindungsstege 13 weisen untereinander ebenfalls das gleiche Niveau auf, sind aber relativ zu den Erhebungen 14 und zu den Endbereichen 15 zurückversetzt.

Vorzugsweise sind die Zinken 12, Verbindungsstege 13, Erhebungen 14 und Endbereiche 15 einteilig ausgebildet. Dies läßt sich beispielsweise durch eine Herstellung mittels eines Ätzprozesses erreichen, bei dem eine Metallplatte auf ihren beiden Hauptflächen mit Ätzmittel beaufschlagt wird. Zuvor werden auf die Hauptflächen unterschiedliche Resist-Masken derart aufgebracht, daß von der ersten Hauptfläche her die Kontur der Zinken 12 und der Verbindungsstege 13 geätzt wird und von der zweiten Hauptfläche her bis auf die Erhebungen 14 und die Endbereiche 15 ein großflächiger Materialabtrag erfolgt. Dabei werden die Parameter so eingestellt, daß die beiden Ätzfronten auf dem Niveau zusammentreffen, das für die Außenfläche 11 im Bereich der Verbindungsstege 13 und der Zinken 12 ohne die Erhebungen 14 vorgesehen ist. Dann ist die in 2 dargestellte Form erreicht und der Ätzprozeß wird unterbrochen. Anschließend werden die Ätzkanten, die bei dem im folgenden beschriebenen Rasiervorgang mit der Haut in Berührung kommen, beispielsweise elektrochemisch verrundet.

3 zeigt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Langhaarschneiders 2 während des Rasiervorgangs in einer schematisierten Schnittdarstellung. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Kamm 9 gemäß 2 ausgebildet, wobei die Seitenteile des Kamms 9 ebenfalls abgebildet sind. Der Langhaarschneider 2 wird in Pfeilrichtung über eine Hautoberfläche 16 geführt. Dabei liegt der Langhaarschneider 2 mit der Außenfläche 11 des Kamms 9 großteils an der Hautoberfläche 16 an. Durch die Erhebungen 14 auf den Zinken 12 des Kamms 9 kommt es zu besonders hohen punktuellen Belastungen, durch die lokale Vertiefungen 17 in der elastisch nachgebenden Hautoberfläche 16 ausgebildet werden. Die Bewegung des Langhaarschneiders 2 über die Hautoberfläche 16 hat dabei zur Folge, daß die Vertiefungen 17 entsprechend mitwandern.

Zu dem in 3 dargestellten Zeitpunkt trifft der Langhaarschneider 2 gerade mit einer seiner Erhebungen 14 des Kamms 9 auf ein eng an der Hautoberfläche 16 anliegendes Haar 18. Dadurch, daß diese Erhebung 14 die Hautoberfläche 16 lokal deformiert dringt sie auf ein Niveau unterhalb der Position des Haares 18 vor und liegt dort fest an der Hautoberfläche 16 an. Somit wird die Möglichkeit, daß das Haar 18 zwischen der Hautoberfläche 16 und dem Kamm 9 ausweicht, erheblich reduziert. Statt dessen wird das Haar 18 vom Kamm 9 bereichsweise mitgeführt und dadurch verformt. Dies ist in 4 im einzelnen dargestellt.

4 zeigt eine Hautpartie zu drei aufeinanderfolgenden Zeitpunkten während des Vorbeiführens des erfindungsgemäßen Langhaarschneiders 2 in einer schematisierten Aufsicht. Dargestellt sind nebeneinander drei Momentaufnahmen, die von links nach rechts zeitlich aufeinander folgen. In den Momentaufnahmen ist jeweils ein Haar 8 dargestellt, das in der Haut verankert ist. Der unter der Hautoberfläche 16 befindliche Teil des Haares 18 ist gestrichelt dargestellt. Weiterhin sind in den Momentaufnahmen jeweils drei Erhebungen 14 des Kamms 9 symbolisch dargestellt. Sonstige Bestandteile des Langhaarschneiders 2 sind nicht dargestellt, um den Blick auf die Hautoberfläche 16 freizugeben. Der Langhaarschneider 2 und damit auch die Erhebungen 14 des Kamms 9 werden in Pfeilrichtung über die Hautoberfläche 16 geführt.

Im linken Teilbild sind die Erhebungen 14 des Kamms 9 noch geringfügig vom Haar 18 entfernt, das zu diesem Zeitpunkt eng an der Hautoberfläche 16 anliegt. Im mittleren Teilbild liegt das Haar 18 berührend an einer der Erhebungen 14 des Kamins 9 an, so daß sich das freie Ende des Haares 18 mit der Erhebung 14 des Kamms 9 mitbewegt. Da das Haar 18 mit seinem anderen Ende in der Haut verankert ist, führt die Bewegung zu einer Verformung des Haares 18, wobei sich ein zunehmendes Rückstellmoment aufbaut. Solange das Haar 18 an der Erhebung 14 des Kamms 9 anliegt, kann dieses Rückstellmoment nur durch ein Abheben des Haares 18 von der Hautoberfläche 16 abgebaut werden. Im rechten Teilbild ist diese Situation eingetreten, das heißt, das Haar 18 hat sich infolge der fortgesetzten Einwirkung der Erhebung 14 oder eines sonstigen Bereichs des Zinkens 12 des Kamms 9 aufgerichtet und wird jetzt entlang des Zinkens 12 der Klinge 10 zugeführt und von dieser durchtrennt.

Die Durchtrennung des Haares 18 erfolgt durch eine Relativbewegung zwischen der vielfach quer geschlitzten Klinge 10 und dem Kamm 9. Bei der Relativbewegung handelt es sich bevorzugt um eine linear oszillierende Bewegung parallel zur Längsrichtung des Kamms 9 und der Klinge 10. Zur Erzeugung dieser Bewegung kann die Klinge 10 oder der Kamm 9 angetrieben werden. Ebenso ist es auch möglich, beide anzutreiben, wobei eine gegenphasige Bewegung zwischen der Klinge 10 und dem Kamm 9 bevorzugt wird. Die Relativbewegung führt dazu, daß das Haar 18 zwischen der Klinge 10 und dem Kamm 9 eingeklemmt und in der Berührungsebene zwischen der Klinge 10 und dem Kamm 9 durchtrennt wird.

Im Schneidbereich, in dem die Klinge 10 berührend am Kamm 9 anliegt, weist der Kamm 9 eine geringere Materialstärke auf als im Bereich der Erhebungen 14. Dies hat einerseits zur Folge, daß die Haare 18 relativ nahe an der Hautoberfläche 16 durchtrennt und somit sehr kurz geschnitten werden können. Die minimale Schnittlänge entspricht nämlich der Materialstärke des Kamms 9 im Schneidbereich. Andererseits erfolgt das Aufkämmen der Haare 18 durch den Kamm 9 sehr hautschonend, da die Zinken 12 im Bereich ihrer freien Enden durch die dort angeordneten Erhebungen 14 eine vergleichsweise große Materialstärke besitzen.

Die 5 bis 9 zeigen unterschiedliche Ausführungsbeispiele des beim erfindungsgemäßen Langhaarschneider 2 eingesetzten Kamms 9 in einer schematisierten Aufsicht auf die Außenfläche 11. Dabei ist jeweils ein Teilbereich des Kamms 9 beginnend von einer Schmalseite dargestellt. Dunkel dargestellte Bereiche sind jeweils gegenüber hell dargestellten Bereichen erhaben ausgebildet. Dies bedeutet, daß insbesondere jeweils die Erhebungen 14 auf den Zinken 12 und der gezeigte Endbereich 15 dunkel dargestellt sind.

5 zeigt das in 2 dargestellte erste Ausführungsbeispiel des Kamms 9. Das erste Ausführungsbeispiel zeichnet sich durch eine gute Kämmwirkung vieler einzelner Zinken 12 aus. Außerdem führt die Nähe der Erhebungen 14 auf den Zinken 12 zur Klinge 10 dazu, daß einmal aufgerichtete Haare 18 mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Schneidbereich gebracht und durchtrennt werden.

6 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel des Kamms 9, bei dem die Zinken 12 durch eine mäanderförmige Struktur ausgebildet werden. Die Erhebungen 14 sind in den gekrümmten Bereichen auf beiden Längsseiten des Kamms 9 ausgebildet, decken diese Bereiche aber jeweils nur zum Teil ab. Gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel verfügt das zweite Ausführungsbeispiel des Kamms 9 über einen größeren Schneidbereich, da die Zinken 12 nicht in ihren Mittelbereichen miteinander verbunden sind.

7 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel des Kamms 9, bei dem jeweils eine Gruppe von Zinken 12 an einem Ende miteinander verbunden ist. Dabei folgen in Längsrichtung des Kamms 9 Gruppen mit im Hinblick auf die verbundenen Enden der Zinken 12 antiparalleler Orientierung abwechselnd aufeinander. Benachbarte Gruppen sind jeweils durch einen Quersteg 19 verbunden, der parallel zu den Zinken 12 verläuft. Die Erhebungen 14 sind jeweils im Bereich der freien Enden der Zinken 12 ausgebildet. Beim dritten Ausführungsbeispiel verfügt der Kamm 9 somit sowohl über viele gut kämmende einzelne Zinken 12 als auch über einen großen Schneidbereich. Außerdem weist der Kamm beim dritten Ausführungsbeispiel einen erhabenen Verstärkungsbereich 20 auf, der sich ausgehend von einem der Endbereiche 15 des Kamms 9 über die miteinander verbundenen Enden der Zinken 12 und die Querstege 19 bis zum entgegengesetzten Endbereich 15 erstreckt. Der Verstärkungsbereich 20 verleiht dem Kamm 9 eine hohe mechanische Stabilität.

In 8 ist ein viertes Ausführungsbeispiel des Kamms 9 dargestellt, das weitgehend dem dritten Ausführungsbeispiel entspricht. Allerdings weist das vierte Ausführungsbeispiel keinen durchgehenden Verstärkungsbereich 20 auf, sondern mehrere einzelne Verstärkungsbereiche 20, die zwischen den beiden Endbereichen 15 aneinandergereiht und durch schmale Lücken 21 voneinander getrennt sind. Die Lücken 21 sind jeweils im Bereich der miteinander verbundenen Enden der Zinken 12 ausgebildet und fluchten mit den Zwischenräumen zwischen benachbarten Zinken 12. Dadurch ist es möglich, Haare 18 durch die Lükken 21 hindurch den Zwischenräumen zwischen benachbarten Zinken 12 zuzuführen und zu durchtrennen.

9 zeigt ein fünftes Ausführungsbeispiel des Kamms 9, das dem vierten Ausführungsbeispiel weitgehend entspricht. Im Unterschied zum vierten Ausführungsbeispiel weisen die Gruppen von Zinken 12 beim fünften Ausführungsbeispiel jeweils lediglich eine Zinke 12 auf. Eine Ausnahme stellt mit zwei Zinken 12 jeweils die Gruppe dar, die sich unmittelbar an den Endbereich 15 des Kamms 9 anschließt.


Anspruch[de]
  1. Elektrisches Haarschneidegerät, insbesondere elektrischer Rasierapparat, mit wenigstens einem Schersystem (2), das ein Obermesser (9) und ein Untermesser (10) aufweist, die zum Durchtrennen von Haaren (18) zusammenwirken, wobei das Obermesser (9) wenigstens eine für einen Hautkontakt vorgesehene Außenfläche (11) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche (11) des Obermessers (9) erste erhabene Bereiche (14) aufweist.
  2. Haarschneidegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten erhabenen Bereiche (14) am Rand der Außenfläche (11) des Obermessers (9) ausgebildet sind.
  3. Haarschneidegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten erhabenen Bereiche (14) lateral außerhalb eines Schneidbereichs ausgebildet sind, innerhalb dessen die Haare (18) durchtrennt werden.
  4. Haarschneidegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Obermesser (9) als ein Kamm mit mehreren Zinken (12) ausgebildet ist.
  5. Haarschneidegerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Obermesser (9) in zwei Endbereichen (15), die jeweils an eine Schmalseite des Obermessers (9) angrenzen, keine Zinken (12) aufweist.
  6. Haarschneidegerät nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Zinken (12) jeweils eine langgestreckte Form aufweisen und mit einer ihrer Längsseiten einen Bestandteil der Außenfläche (11) des Obermessers (9) bilden.
  7. Haarschneidegerät nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten erhabenen Bereiche (14) auf den Zinken (12), insbesondere im Bereich von freien Enden der Zinken (12), ausgebildet sind.
  8. Haarschneidegerät nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche (11) des Obermessers (9) einen zweiten erhabenen Bereich (20) aufweist, der sich zwischen den beiden Endbereichen (15) des Obermessers (9) erstreckt.
  9. Haarschneidegerät nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche (11) des Obermessers (9) mehrere zweite erhabene Bereiche (20) aufweist, die zwischen den beiden Endbereichen (15) des Obermessers (9) durch Lücken (21) getrennt aneinander gereiht sind.
  10. Haarschneidegerät nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Endbereiche (15) erhaben ausgebildet sind.
  11. Haarschneidegerät nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Zinken (12) jeweils im Bereich ihrer Mitte miteinander verbunden sind.
  12. Haarschneidegerät nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Zinken (12) jeweils im Bereich eines ihrer Enden miteinander verbunden sind.
  13. Haarschneidegerät nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß einzelne Zinken (12) oder Gruppen von Zinken (12) im Hinblick auf die miteinander verbundenen Enden antiparallel zueinander orientiert sind.
  14. Haarschneidegerät nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Zinken (12) durch eine mäanderförmige Kontur des Obermessers (9) ausgebildet sind.
  15. Haarschneidegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten erhabenen Bereiche (14) und/oder der zweite erhabene Bereich (20) oder die zweiten erhabenen Bereiche (20) einteilig mit dem Obermesser (9) ausgebildet sind.
  16. Haarschneidegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Obermesser (9) und/oder das Untermesser (10) einen U-förmigen Querschnitt aufweist.
  17. Haarschneidegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Obermesser (9) und/oder das Untermesser (10) beweglich ist und insbesondere eine linear oszillierende Bewegung ausführt.
  18. Haarschneidegerät nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß das Obermesser (9) und das Untermesser (10) gegenphasig antreibbar sind.
  19. Haarschneidegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein weiteres Schersystem (3, 4) vorgesehen ist, das als ein Kurzhaar-Schneidsystem, insbesondere als ein Scherfoliensystem, ausgebildet ist.
  20. Schersystem für ein elektrisches Haarschneidegerät, insbesondere für einen elektrischen Rasierapparat, mit einem Obermesser (9) und einem Untermesser (10), die zum Durchtrennen von Haaren (18) zusammenwirken, wobei das Obermesser (9) wenigstens eine für einen Hautkontakt vorgesehene Außenfläche (11) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche (11) des Obermessers (9) erste erhabene Bereiche (14) aufweist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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