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Dokumentenidentifikation DE102005060263A1 27.07.2006
Titel Bogen verarbeitende Maschine mit einer Vorrichtung zum Ausschleusen ausgewählter Bogen
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Förch, Peter, Dr., 67435 Neustadt, DE;
Möhringer, Markus, 69469 Weinheim, DE;
Nicola, Paul, 69115 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 16.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005060263
Offenlegungstag 27.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.07.2006
IPC-Hauptklasse B65H 29/04(2006.01)A, F, I, 20051216, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65H 29/58(2006.01)A, L, I, 20051216, B, H, DE   
Zusammenfassung Bogen verarbeitende Maschine, insbesondere Rotationsdruckmaschine, mit einem ersten Greifersystem zum Transport von Bogen auf einem Bogenstapel und einem zweiten nachgeordneten Greifersystem zur Übernahme ausgewählter Bogen vom ersten Greifersystem, wobei das im Wesentlichen vertikal angeordnete zweite Greifersystem einen separat ansteuerbaren Antrieb aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Bogen verarbeitende Maschine mit einer Vorrichtung zum Ausschleusen ausgewählten Bogen.

Eine derartige Maschine ist beispielsweise aus der Druckschrift DE 195 19 374 C2 bekannt. Die darin offenbarte Vorrichtung zum Ausschleusen ausgewählter Bogen umfasst ungleichförmig umlaufende Saugbänder, an welche die Transportgreifer einen auszuschleusenden Bogen übergeben. Die Saugbänder weisen während der Übergabe des Bogens dieselbe Geschwindigkeit auf wie die Transportgreifer und fördern den Bogen in Richtung auf eine bezüglich der Verarbeitungsrichtung stromabwärts von einem im Normalbetrieb mit den Bogen beschickten Auslegestapel angeordnete Unterlage, die im vorliegenden Fall zur Aufnahme ausgeschleuster Bogen ausziehbar ausgestaltet ist. Aufgrund eines den Saugbändern aufgezwungenen besonderen Bewegungsgesetzes eignet sich die bekannte Vorrichtung zum Ausschleusen mehrerer aufeinander folgender Bogen. Gemäß diesem Bewegungsgesetz werden die Saugbänder nach erfolgter Übernahme eines Bogens zunächst über die Geschwindigkeit der Transportgreifer hinaus beschleunigt. Hat sodann ein nachlaufender Abschnitt des jeweiligen Bogens die Saugbänder erreicht, so werden diese auf eine gegenüber der Geschwindigkeit der Transportgreifer deutlich niedrigere Ablagegeschwindigkeit verzögert, mit welcher die Bogen sodann an die genannte Unterlage übergeben werden.

Die Druckschrift DE 101 10 441 A1 offenbart ebenfalls eine Bogen verarbeitende Maschine der eingangs genannten Art. Die hierin vorgesehene Vorrichtung zum Ausschleusen ausgewählter Bogen arbeitet wiederum mit Saugbändern, welche die betreffenden Bogen von den Transportgreifern übernehmen, über einen Auslegestapel hinausfördern und schließlich mit einer Ablagegeschwindigkeit an eine Unterlage übergeben. Die den Saugbändern zugeordneten Führungsmittel machen deutlich, dass sich die Prozessführung der Ausschleusung ausgewählter Bogen mittels der hierzu im Stand der Technik vorgesehenen Saugbänder als problematisch erweist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Maschine der eingangs genannten Art so auszugestalten, dass eine prozesssichere Ausschleusung und eine bedienerfreundliche Entnahme ausgeschleuster Bogen möglich ist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Besonders vorteilhaft gestaltet sich die Ausschleusung insofern prozesssicher als bis zur Entnahme der ausgewählten und zunächst mittels der Transportgreifer geführten Bogen an Greiferrändern derselben eine Zwangsführung der Bogen vorliegt.

Bei einer ersten Ausgestaltung handelt es sich bei den zwangsgeführten Greiferrändern um Vorderkanten-Greifer, die in der Förderrichtung vorauseilen, während bei einer zweiten Ausgestaltung auch die nachlaufenden Ränder des entsprechenden Bogens mittels Hinterkanten-Greifer bis zur Entnahme der Bogen zwangsgeführt sind, wobei die Bogen jedoch vor deren Entnahme an den vorauseilenden Greiferrändern freigegeben werden. Bei beiden Ausgestaltungen werden die Bogen hängend zur Entnahme bereitgestellt, so dass auf eine Unterlage für ausgeschleuste Bogen verzichtet werden kann, die zumindest für die Dauer der Ausschleusung und der Entnahme ausgeschleuster Bogen erforderliche Stellfläche für die Maschine und wenigstens die in Förderrichtung vorliegende Erstreckung der Bogen mit maximal verarbeitbarem Format verlängern würde und die bei gemäß dem Stand der Technik zur Bogenausschleusung ausgebildeten Maschinen vorgehalten werden müsste. Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der eingangs genannten Maschine ergibt sich eine wesentlich kleinere erforderliche Verlängerung der Stellfläche gegenüber einer Maschine mit einer bekannten Vorrichtung zur Ausschleusung ausgewählter Bogen.

Die Merkmale des Erfindungsgegenstandes und von dessen Ausgestaltungen sind den beigefügten Zeichnungen und den darauf Bezug nehmenden nachfolgenden Erläuterungen entnehmbar.

Es zeigen:

1 eine Bogenrotationsdruckmaschine im Schnitt in schematischer Darstellung,

2 ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Bogenausschleusvorrichtung, und

3 ein zweites Ausführungsbeispiel erfindungsgemäßen Bogenausschleusvorrichtung.

Die in 1 schematisch dargestellte Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine umfasst einen Maschinenabschnitt 1 mit beispielhaft zwei Verarbeitungsstationen in Form von Druckwerken 11 und 12, so dass damit zwei Farben gedruckt werden können. Für jede weitere Farbe ist ein weiteres Druckwerk vorzusehen. Für weitere Prozessschritte, wie beispielsweise Lackieren, Zwischentrocknen, Perforieren usw. ist jeweils eine weitere Verarbeitungsstation vorzusehen. Im beispielhaft dargestellten Falle arbeiten die Druckwerke 11 und 12 nach dem Nassoffsetverfahren und umfassen demzufolge jeweils ein Farbwerk 13 und ein Feuchtwerk 14, einen damit in Verbindung stehenden Plattenzylinder 15, einen an diesem betriebsmäßig abrollenden Gummituchzylinder 16 sowie einen einen jeweiligen Bogen 22 führenden Druckzylinder 17.

Zur Beschickung der Druckwerke 11 und 12 mit den Bogen 22 ist ein Anleger 2 vorgesehen, der mittels einer Vereinzelungsvorrichtung 21 einen jeweils obersten Bogen 22 von einem Stapel 23 abgreift und an eine Transport- und Ausrichtvorrichtung 24 übergibt, welche einen jeweils in Verarbeitungsrichtung vorauseilenden der zu einer Schuppenformation vereinzelten Bogen nach dessen insbesondere mittels eines Saugbändertisches erfolgtem Transport in Richtung auf Vorderkantenanschläge an diesen und an wenigstens einem Seitenanschlag ausrichtet.

Ein der ersten Verarbeitungsstation, hier dem Druckwerk 11, zugeordneter schwingender Vorgreifer 18 übernimmt den jeweils ausgerichteten Bogen 22 und übergibt diesen an eine Anlegetrommel 19, welche ihn ihrerseits an den Druckzylinder 17 des Druckwerkes 11 übergibt. Nach Durchlaufen des Druckspaltes dieses Druckwerkes 11 übergibt dessen Druckzylinder 17 den Bogen 22 an eine zwischen die Druckzylinder 17 der beiden Druckwerke 11 und 12 geschaltete Transfervorrichtung in Form einer Bogenführungstrommel 10. Im Falle einer für Schön- und Widerdruck ausgebildeten Maschine ist stattdessen eine zwischen Schöndruckbetrieb und Schön- und Widerdruckbetrieb umschaltbare Wendeeinrichtung vorgesehen. Der Druckzylinder 17 des Druckwerkes 12 übernimmt den Bogen 22 von der Bogenführungstrommel 110, führt ihn durch den weiteren Druckspalt und übergibt ihn sodann an einen in einem Ausleger 3 angeordneten Förderer 35, welcher die Bogen 22 mit der Verarbeitungsgeschwindigkeit in einer Förderrichtung entlang einer Förderstrecke transportiert und nach Durchlaufen der Förderstrecke zur Abbremsung auf eine Ablagegeschwindigkeit an eine Bogenbremse 36 übergibt, welche die Bogen 22 letztlich zur Bildung eines Druckgutstapels 32 freigibt.

Der Förderer 35 ist mit Greiferbrücken 37 ausgestattet, an denen Greifer angeordnet sind, die unter Federkraft normal geschlossen sind und unter Drehung einer die Greifer tragenden Greiferwelle mittels einer daran angeordneten Kurvenfolgeranordnung und einer diese entsprechend auslenkenden Greiferöffnungskurve 41 beim Passieren derselben vorübergehend geöffnet werden.

Die Greiferbrücke 37 hält den zu transportierenden Bogen mit seinen Greifern an einer Vorderkante fest, während die Hinterkante des Bogens 22 von einer auf der gleichen Bewegungsbahn geförderten Greiferbrücke 42 gehalten werden kann.

Zur Ausschleusung eines gewählten Probebogens 22 wird dieser einem zweiten Förderer 43 bzw. einer zweiten Förderstrecke 43 zugeführt. Diese besteht im Wesentlichen aus einem Kettenförderer mit zwei Umlenkrollen 44, 46 und mehreren an den Ketten 47 des Förderers 43 befestigten Greiferbrücken 48. Der zweite Förderer 43 weist im Gegensatz zum ersten Förderer 35 im Wesentlichen eine vertikale Ausrichtung auf, so dass ein vom ersten Kettenförderer 35 horizontal geförderter Bogen 22 durch den zweiten Kettenförderer 43 in eine vertikale Stellung verbracht wird. Die Greiferbrücken 48 übernehmen die Vorderkante des Bogens 22 von der Greiferbrücke 37 mit Transportgeschwindigkeit und transportieren diesen in eine Warte- und Haltestellung oberhalb der Bogenübergabeposition. Das zweite Fördersystem 43 weist einen separat von der ersten Förderstrecke ansteuerbaren Antrieb 49, z. B. einen Elektromotor, auf. Nach der Übernahme des Probebogens 22 durch die Greiferbrücken 48 der zweiten Förderstrecke 43 wird der Antrieb 49 abgebremst, bis der Probebogen 22 in einer vertikalen Ausrichtung in der Warte- und Haltestellung bereitgestellt ist. Eine vertikal vor der Förderstrecke 43 angeordnete Schutzabdeckung 51 ist schwenkbar aufgehängt und kann zur Entnahme des Probebogens 22 geöffnet werden.

In der vertikalen Warte- und Haltestellung des Probebogens 22 ist eine Blaslufteinrichtung 52 vorgesehen, die jeweils auf die Ober- und/oder Unterseite des Probebogens 22 gerichtet Blasluft – vorzugsweise gedrosselte Blasluft – ausbläst. Die Blaslufteinrichtung 52 besteht jeweils aus einem stationären Blaskasten 53 bzw. einem schwenkbar angeordneten Blaskasten 54, der an der Schutzabdeckung 51 angeordnet ist.

Bei einem zweiten Ausführungsbeispiel gemäß 3 ist es vorgesehen, dass der horizontal angeordnete zweite Förderer 35 mit Greiferbrücken 37 für die Bogenvorderkante und zusätzlich mit Greiferbrücken 42 für die Bogenhinterkante ausgestattet ist. Ein zweiter Förderer 56 ist wie der zweite Förderer 43 des ersten Ausführungsbeispieles im Wesentlichen vertikal angeordnet. Vorgesehene Greiferbrücken 58 des zweiten Förderers 56 übernehmen den Probebogen 22 an seiner Vorderkante und transportieren diesen im Wesentlichen vertikal nach oben aus der horizontalen Förderebene heraus. Hierbei übernimmt die Greiferbrücke 59 die Hinterkante des Probebogens 22 von der Greiferbrücke 42 des ersten Förderers 35. Ein separater Antrieb 57, z. B. ein Elektromotor, für die zweite Förderstrecke 56 befördert den Probebogen 22 um ein Umlenkrad 46 herum in eine Warte- und Haltestellung, in der sich die Vorderkante des Probebogens 22 im Wesentlichen senkrecht unterhalb der Hinterkante des Probebogens 22 befindet. Die Druckoberseite des Bogens 22, die normalerweise nach oben weisend auf dem Bogenstapel 32 liegt, kann nunmehr von der Bedienperson B durch z. B. einen als Glasscheibe oder Plastikscheibe ausgebildeten Schutz 61 inspiziert werden.

Ein von der Bedienperson B betätigbarer Schalter 62 gibt die Hinterkante des Probebogens 22 zur vorgesehenen Entnahme frei, während die Vorderkante in der Warte- und Haltestellung bereits durch eine stationäre, auf den Schließmechanismus der Greiferbrücke 58 wirkende Steuerkurve 62 geöffnet wurde.

1 Maschinenabschnitt 10Bogenführungstrommel 11Druckwerk 12Druckwerk 13Farbwerk 14Feuchtwerk 15Plattenzylinder 16Gummituchzylinder 17Druckzylinder 18schwingender Vorgreifer 19Anlegetrommel 2 Anleger 21Vereinzelungsvorrichtung 22Bogen 23Stapel 24Transport- und Ausrichtvorrichtung 25Plattform 26Hubkette 3 Ausleger 32Druckgutstapel 33Plattform 34Hubkette 35Förderer 36Bogenbremse 37Greiferbrücke, Vorderkante (35) 40 41Greiferöffnungskurve 42Greiferbrücke (35) 43Förderer, 2. Förderstrecke 44Umlenkrolle 45 46Umlenkrolle 47Ketten 48Greiferbrücke 49Antrieb 50 51Schutzabdeckung 52Blaslufteinrichtung 53Blaskasten (stationär) 54Blaskasten (schwenkbar) 55 56Förderer, 2. Förderstrecke 57Antrieb (53) 58Greiferbrücke Vorderkante 59Greiferbrücke Hinterkante 60 61Schutz 62Steuerkurve

Anspruch[de]
  1. Bogen verarbeitende Maschine, insbesondere Rotationsdruckmaschine, mit einem die Bogen in einer Förderrichtung transportierenden, mindestens einen Transportgreifer umfassenden ersten Greifersystem und einer Vorrichtung zum Ausschleusen ausgewählter Bogen,

    gekennzeichnet durch

    ein Nachgreifersystem (43; 56) zur Übernahme ausgewählter Bogen (22) vom ersten Greifersystem und

    einen das Nachgreifersystem (43; 56) während der Übernahme der Bogen (22) von den Transportgreifern separat vom ersten Greifersystem antreibenden Antrieb (49; 57), wobei das erste Greifersystem (35) Greifer (42) zum Fixieren einer Bogenhinterkante aufweist.
  2. Bogen verarbeitende Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Nachgreifersystem (43; 56) im Wesentlichen vertikal angeordnet ist.
  3. Bogen verarbeitende Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Nachgreifersystem (56) Greifer (59) aufweist, um die Bogenhinterkante von den Greifern (42) des ersten Greifersystems (35) zu übernehmen.
  4. Bogen verarbeitende Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Nachgreifersystem (43) ein Gehäuse mit einer schwenkbaren Klappe (51) aufweist.
  5. Bogen verarbeitende Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Blasvorrichtung (53, 54) zur Blasluftbeaufschlagung des Bogens (22) in einer Warte- und Haltestellung vorgesehen ist.
  6. Bogen verarbeitende Maschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der Blasvorrichtung (54) gemeinsam mit der Klappe (51) schwenkbar gelagert ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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