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Dokumentenidentifikation DE60207524T2 27.07.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001349452
Titel In situ Beschlagen von Pferden
Anmelder Vettec Inc., Oxnard, Calif., US
Erfinder ROVELLI, Frank, Oxnard, US
Vertreter Zellentin & Partner, 67061 Ludwigshafen
DE-Aktenzeichen 60207524
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 18.03.2002
EP-Aktenzeichen 027214840
WO-Anmeldetag 18.03.2002
PCT-Aktenzeichen PCT/US02/08444
WO-Veröffentlichungsnummer 2002080666
WO-Veröffentlichungsdatum 17.10.2002
EP-Offenlegungsdatum 08.10.2003
EP date of grant 23.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.07.2006
IPC-Hauptklasse A01L 11/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A01L 5/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft das Gebiet des Beschlagens von Pferden. Insbesondere betrifft die Erfindung die lokale Erstellung von Hufeisen für Pferde, d.h. in situ, anstelle einer Herstellung des Eisens entfernt vom Tier und anschließendem Festnageln an den Huf. Allgemeiner betrifft die Erfindung ein Zufügen zu Hufen verschiedener Tiere, welche einen Schutz der Hufe benötigen. Im speziellen stellt die Erfindung den Vorteil einer besonders bequemen und wirksamen Arbeitsweise beim Beschlagen von Pferden und anderen Tieren bereit. Die Erfindung stellt z.B. im Hinblick auf Pferdehufeisen ein Verfahren zum Beschlagen von Pferden bereit, mit einer Harzzusammensetzung, die sofort in situ auf dem Pferdehuf in einer ungefähren Hufeisenform härtet und dann zu einer perfekten Form nachgearbeitet wird. Die Erfindung ermöglicht eine periodische Erneuerung der Hufeisen mit minimalem Aufwand, erlaubt ohne weiteres eine örtliche Abweichung in der Eisendicke, um Unregelmäßigkeiten des Hufes auszugleichen, und sichert einen wirksamen Schutz für den Huf des Pferdes.

Stand der Technik

Hufeisen wurden jahrhundertelang aus Metall und in letzter Zeit aus synthetischen Materialien hergestellt, aber immer indem das Eisen fertig hergestellt und dann das vorgefertigte Eisen an dem Pferdehuf angebracht wurde. Siehe z.B. USP 5,699,861, erteilt an Sigafos, wo ein Baukasten zum Beschlagen von Pferden beschrieben ist. Das Problem von vorgefertigten Hufeisen, seien sie aus Metall oder Kunststoff, ist, dass die Form des zu beschlagenden Hufes variiert, wodurch das Anbringen eines vorgefertigten Eisens ein Ausprobieren und eine hoch spezialisierte und mit hohen Kosten verbundene Kunst wird. Auch benötigen manche Hufe einen dickeren Abschnitt an einer Stelle als an einer anderen. Aus wirtschaftlichen Gründen ist es unmöglich, alle Möglichkeiten, die vorkommen können, anzubieten oder zu bevorraten.

US 3,285,346 beschreibt die Verwendung eines flüssigen Harzes und einer Form, um ein Hufeisen auf dem Huf des Pferdes herzustellen. Das Harz wird in die Form gebracht und gehärtet. Ein ähnliches Verfahren ist in US 4,765,411 offenbart. Die Verwendung einer Form, welche an dem Huf des Pferdes angebracht werden muss, ist schwierig und das Aushärten eines Harzes bedingt häufig hohe Temperaturen, die von dem Pferd nicht vertragen werden.

US 5,681,350 beschreibt ein Verfahren zur Ausbesserung der Seite eines Hufes. Eine Mischung aus partikelförmigem Material und einem katalytisch härtenden polymeren Harz, das eine Viskosität ähnlich zu feuchtem Modellierton aufweist, wird zur Bildung einer Prothese an dem Huf eingesetzt. Dieses Dokument beabsichtigt weder ein Beschlagen von Pferden noch wird angedeutet, dass das Material zur Herstellung von dauerhaften Hufeisen geeignet wäre.

US 5,213,163 beschreibt ein Aufkleben von Hufeisen aus Urethanharz. Dieses Hufeisen ist halbhart mit einer Shore D Härte von über 50. Es ist ein herkömmliches Hufeisen in dem Sinne, dass es bereits ein Hufeisen ist, wenn es das erste Mal mit dem Huf in Kontakt kommt, es wird durch Verwendung eines hohlraumfüllenden Klebstoffes an dem Pferdehuf befestigt. Obwohl das Hufeisen durch Erwärmen bis zu einer bestimmten Weichheit beim Ankleben mit der Oberfläche an den Pferdehuf angepasst wird, ist für einen fehlerfreien Sitz der hohlraumfüllende Klebstoff nötig.

Beschreibung der Erfindung

Was gebraucht wird, ist ein flexibleres Herangehen, eines, das ermöglicht, die Hufeisen an Ort und Stelle an den Huf anzupassen ohne lästige und teure Versuche. Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum in situ Beschlagen bereitzustellen. Es ist eine weitere Aufgabe ein System zur Herstellung des Hufeisens auf dem Huf selber bereitzustellen. Es ist eine weitere Aufgabe, die Anforderungen an die Lagerhaltung auf nurmehr variabel anbringbare Harzsysteme zu reduzieren, welche ohne spezialisiertes Inventar in angepasster Weise an dem Huf angebracht werden. Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, auf eine vorbereitete Hufeisenoberfläche des Hufes eine Harzmasse aufzubringen, welche eine innige Mischung reaktiver Harzbestandteile umfassen kann, in einer Form, die etwa dem beabsichtigten Hufeisen entspricht, wobei die Masse plastisch aber nicht fließend ist, wenn sie aufgebracht wird, und zu der genauen Kontur verändert werden kann, so dass jede Dicke, jede Änderung der Dicke entlang der Ausdehnung des Hufeisens und natürlich eine fehlerfreie Übereinstimmung zwischen dem aufgebrachten Harzsystem und der Hufkontur ermöglicht wird, ohne dass ein schwieriges Biegen von vorgefertigten, starken Materialien nötig ist. Es ist noch eine weitere Aufgabe, ein Harzmassensystem bereitzustellen, das typischerweise Seite A und Seite B Harzausgangsmaterialien in Form von reaktiven thermisch härtenden Ausgangsmaterialien umfasst, z.B. Urethanharzausgangsmaterialien, das thixotropiert ist, so dass es eine Konsistenz hat, welche es dem Harz erlaubt, während der Reaktion zu einem geformten, gehärteten oder erhärteten Zustand auf der Hufeisenoberfläche zu stehen, ohne übermäßiges Abfließen von der Oberfläche. Eine weitere Aufgabe ist die Bereitstellung eines Tier- oder Pferdehufeisens mit einem gewünschten Profil, umfassend eine Harzmasse mit im Wesentlichem der gewünschten Form in situ auf einer Hufoberfläche eines Pferdes, insbesondere eines Pferdehufeisens aus einem synthetischen organischen Harz das in situ auf einer Pferdehufoberfläche hergestellt wird. Andere Aufgaben umfassen: Herstellen einer Feuchtigkeitsbarriere auf der Hufoberfläche während des Beschlagens, durch die Anhaftung der aufgebrachten Harzmasse auf dem Material der Hufoberfläche; Bereitstellen einer Möglichkeit zum Reparieren von beschlagenen Hufen durch Zufügen von zusätzlicher Harzmasse, wo Abnutzung aufgetreten ist, was wirksam ist, weil die Harzmasse in vielen Ausführungsformen an derselben, zuvor gehärteten Masse haftet; Verhindern, dass das Pferd das Hufeisen abzieht, d.h. durch die Hebelwirkung, die es an der sogenannten Lippe, welche nach hinten von einem herkömmlichen Hufeisen absteht, gewinnt, das Hufeisen an einem benachbarten Huf mit einem anderen Huf entfernt, indem durch ein sorgfältiges Anpassen des Hufeisens, so dass es eng an dem Huf sitzt, der Lippenvorsprung insgesamt eliminiert wird; Ausgleichen des Druckes auf den Huf über die gesamte Hufoberfläche als Verbesserung gegenüber dem Einsatz von Nägeln, die zu bis zu sieben oder mehr Druckpunkten werden; Ermöglichen eines Beschlagens von Pferden, deren Hufe zu abgenutzt sind, um ein Nageln zu ertragen, die aber ein in situ gebildetes Hufeisen vertragen; Erhöhen der Sprungkraft der Schritte des Pferdes durch die Elastizität des in situ hergestellten Hufeisens, dessen Profil so geändert werden kann, dass eine Federfunktion hinzugefügt wird; Verbesserung der Kraftübertragung durch Anpassen der Hufeisenunterseite an das zu erwartende Gelände; Färben des Hufeisens, insgesamt oder teilweise oder Zufügen anderer Effekte einschließlich Muster und Glanz um den Stall, welcher das Pferd trainiert, anzuzeigen oder einen Anlass oder ein Ereignis; und Bereitstellen oder Vorsehen einer elastischen Lage an dem Huf für den Komfort und die Lebensdauer der Pferde.

Diese und andere Aufgaben der Erfindung, die im folgenden erkennbar werden, sind verwirklicht in einem Verfahren zum in situ Herstellen von Hufeisen mit einer vorbestimmten Form, umfassend die Schritte Säubern der Oberfläche der Hufeisenfläche des Pferdes von Fremdkörpern, Formen einer temporär im wesentlichen plastischen Harzmasse auf der gesäuberten Hufoberfläche in eine im wesentlichen Hufeisenform und lokales Bearbeiten der äußeren Oberflächen der Hufeisenmasse, so dass sie der endgültigen vorbestimmten Hufeisenform auf der Oberfläche der Hufeisenfläche entspricht, nachdem die überwiegende Plastizität verloren gegangen ist.

In dieser und ähnlichen Ausführungsformen ist das ausgewählte Harz typischerweise eines, das auf der Oberfläche der Hufeisenfläche selbstklebend ist und es ist auch umfasst, die Oberfläche der Hufeisenfläche unter der Masse mit einer dünnen Lage der Masse oder einem ähnlichen Harz in einer Dicke von weniger als 25% der Dicke der vorbestimmten Hufeisenform vorzubeschichten, als Harz ein Reaktionsprodukt aus thermisch härtenden Harzausgangsmaterialien zu wählen, als Harzausgangsmaterialien thermisch härtende Urethanharzausgangsmaterialien zu wählen.

In dieser und ähnlichen Ausführungsformen umfasst das Verfahren typischerweise zusätzlich ein lokales Umformen der Hufeisenmasse zum Anpassen an die vorbestimmte Hufeisenform auf der Oberfläche der Hufeisenfläche, Auswählen desselben Harzes wie der geformten Harzmasse zur Vorbeschichtung.

In einer Ausführungsform gemäß Anspruch 1 stellt die Erfindung ein Verfahren zum Aufbau von Hufeisen für Pferde mit einer vorbestimmten Form in situ bereit, umfassend die Schritte Säubern der Oberfläche der Hufeisenfläche eines Pferdehufs von Fremdkörpern, Sammeln einer uneingeschränkt plastischen Harzmasse unterhalb der Oberfläche der Hufeisenfläche, Aufbringen der Masse auf die gesäuberte Oberfläche der Hufeisenfläche in einer ungefähr Hufeisen-förmigen Form und anschließend lokales Bearbeiten der äußeren Oberflächen der Hufeisenmasse, so dass sie der endgültigen vorbestimmten Hufeisenform auf der Oberfläche der Hufeisenfläche entspricht.

Gemäß bevorzugten Ausführungsformen umfasst das Verfahren zusätzlich Auswählen einer Masse, die auf der Oberfläche der Hufeisenfläche selbstklebend ist als Harzmasse, und Auswählen einer Masse umfassend thermisch härtende Harzausgangsmaterialien als Harzmasse, z.B. thermisch härtende Urethanharzausgangsmaterialien.

In einer weiteren Ausführungsform gemäß Anspruch 5 stellt die Erfindung ein Verfahren zum Aufbau eines Hufeisens für Tiere mit einer vorbestimmen Form in situ bereit, umfassend die Schritte Säubern der Oberfläche der Hufeisenfläche von Fremdkörpern, Aufbringen einer plastischen Hufeisenvorform auf die gesäuberte Hufoberfläche in einer an der Oberfläche der Hufeisenfläche haftenden Verbindung, wobei die Hufeisenvorform eine Harzmasse umfasst, deren Profil eine Tiefe und Breite aufweist, die ungefähr der vorbestimmten Hufeisenform entspricht, Umwandeln der Masse in einen nicht-plastischen Zustand, so dass im Wesentlichen die gesamte Mischung auf der Oberfläche der Hufeisenfläche verbleibt, und anschließend lokales mechanisches Bearbeiten der Masse, so dass deren Profil der endgültigen vorbestimmten Hufeisenform auf der Oberfläche der Hufeisenfläche entspricht.

Gemäß dieser Ausführungsform umfasst das Verfahren Auswählen einer Masse, die auf der Oberfläche der Hufeisenfläche selbstklebend ist als Harzmasse. Gemäß bevorzugten Ausführungsformen umfasst das Verfahren Auswählen einer Masse umfassend reaktive Harzausgangsmaterialien in inniger Mischung in einem gemeinsamen Gefäß, wobei die Masse durch Reaktion der Ausgangsmaterialien, wie z.B. thermisch härtenden Harzausgangsmaterialien z.B. thermisch härtende Urethanharzausgangsmaterialien wie Diphenylmethandiisocyanat, Polyol, einem thixotropierenden Amin, z.B. ein primäres oder sekundäres thixotropierendes Amin wie meta-Xyloldiamin, in einen nicht plastischen Zustand umgewandelt wird.

Die Erfindung betrifft außerdem die Produkte der vorher beschriebenen Verfahren.

In einer weiteren Ausführungsform wird ein Verfahren zum Aufbau von Hufeisen in situ bereitgestellt, umfassend die Schritte Säubern der Oberfläche der Hufeisenfläche eines Pferdes von Fremdkörpern, Aufbringen einer fließfähigen Hufeisenvorform auf die gesäuberte Hufoberfläche, umfassend eine innige, härtbare Mischung von Urethanharzausgangsmaterialien, umfassend Diphenylmethandiisocyanat und ein Polyoxypropylenoxid-Polyol und meta-Xyloldiamin, deren Profil eine Tiefe und Breite aufweist, die größer ist als die vorbestimmte Hufeisenform, und mit einer Viskosität, so dass sie auf der Oberfläche bleibt, Härten der Mischung zu einer nicht-plastischen Masse in weniger als einer Minute und Formen der Hufeisenvorform um das Profil auf die endgültige vorbestimmte Hufeisenform auf der Oberfläche zu reduzieren.

In einer anderen Ausführungsform stellt die Erfindung einen Feuchtigkeitsschutz der beschlagenen Hufoberfläche bereit, das Verfahren umfasst das Schützen eines Pferdehufs vor Feuchtigkeitsansammlungen zwischen Hufeisen und Huf, einschließlich Säubern der Hufoberfläche von Fremdkörpern und Aufbauen einer anhaftenden Harzmasse auf dem gesäuberten Huf, die an der Hufoberfläche in einer Feuchtigkeit ausschließenden Verbindung klebt.

In anderen Ausführungsformen stellt die Erfindung ein Verfahren zum Schutz eines Pferdehufs vor ungleichmäßigem Druck auf den Huf durch das Hufeisen bereit, umfassend die Schritte Abnehmen von allen Nägeln und vorhergehenden Hufeisen von dem Huf und Aufbau einer anhaftenden Harzmasse auf dem gesäuberten Huf, die an der Hufoberfläche in hufeisenbildender Verbindung klebt; ein Verfahren zur Bewahrung eines Hufeisens an einem Pferdehuf vor Abnutzung, umfassend Säubern der Hufeisenoberfläche von Fremdkörpern, Wiederherstellung der vorbestimmten Form des Hufeisens durch zusätzliches Aufbringen einer anhaftenden Harzmasse, die an der Huffläche klebt; ein Verfahren den Trittkomfort eines Pferdes zu erhöhen, umfassend Bereitstellen und Aufrechterhalten eines Hufeisens umfassend ein Harz mit einer Elastizität, so dass temporär das vertikale Profil reduziert wird, wenn das Pferd sein Gewicht auf das Hufeisen verlagert, als Hufeisen des Pferdes; und ein synthetisches organisches Harzhufeisen, in situ auf einem Huf gehärtet, wobei das hufeisenförmige Harz einen optischen Effekt zeigt, der von dem natürlichen Aussehen abweicht.

Kurze Beschreibung der Figuren

Die Erfindung wird in Zusammenhang mit den angefügten Figuren weiter beschrieben, wobei

1 eine perspektivische Ansicht des Aufbringens einer plastischen Harzmasse mittels Kelle ist, um eine Hufeisenvorform auf einer Hufoberfläche bereitzustellen;

1A ein Schnitt entlang der Linie 1A-1A in 1 ist;

2 eine Draufsicht auf die gehärtete Hufeisenvorform, die zu ihrer vorbestimmten Form modifiziert wird, und

3 eine Ansicht wie 2 ist, die weitere Änderungen an dem Hufeisen zeigt.

Beste Ausführungsform

De Erfindung bietet eine ultimative Bequemlichkeit beim Beschlagen. Eine Harzmasse, die plastisch ist, die durch Druck mit einem in der Hand gehaltenen Spatel formbar ist, aber so viskos ist, dass sie zumindest temporär so stehen bleibt, wie sie aufgebracht worden ist und nicht frei von der Hufoberfläche fließt, wird mit einer Kelle, von Hand oder auf andere Weise aus einem Mischgefäß, wie einem Eimer, auf die Hufeisenfläche des Hufes aufgebracht. Die Masse wird in ungefähr der vorbestimmten Hufeisenform aufgebracht und nach dem Verfestigen durch Verdampfen des Lösemittels, Härten, Abbinden oder Aushärten von einem mehr flüssigen Zustand zu einem nicht-plastisch oder starr sein zu der vorbestimmten Hufeisenform angepasst. Die Verwendung eines in situ geformten Hufeisens beseitigt das Erfordernis eines Lagers verschiedener Hufeisen und das Erfordernis der aufwändigen Anpassung des Metalles an die genau richtige Form durch den Hufschmied. Wenn der Huf nicht vollkommen ist oder das Pferd eine bestimmte Art Hufeisen benötigt, kann zum Ausgleich die Menge und Anordnung der Harzmasse durch eine einfache Anpassung der Auftragschritte maßgeschneidert werden. Die Erfindung ermöglicht eine Anpassung des Hufeisens an das Pferd in einer bemerkenswert einfachen Weise.

Mit Bezug auf die 1 und 1A im Detail, hat der Huf 10 eine Oberfläche 26, die eine Hufeisenfläche 28 festlegt. Die Hufeisenfläche 28 ist mit einem Hufeisen 12 versehen, das direkt auf dem Huf, d.h. in situ, gebildet wurde aus einer Masse 14 aus Harz, die von einem Spatel oder einer Kelle 15 auf die Hufeisenfläche 28 aufgebracht wurde.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Aufbau eines Hufeisens 12 mit einer vorbestimmten Form 24 (in 2 und 3 gezeigt) in situ, umfasst die Schritte Aufnehmen des Pferdehufs 10 zur Behandlung, und Säubern der Oberfläche 26 der Hufeisenfläche 28 des Pferdehufs von Fremdkörpern. Eine Hufeisenvorform 32 wird auf der Hufeisenfläche 28 gebildet, indem auf die Oberfläche 26 eine im Wesentlichen plastische Masse 14 eines Harzes aufgebracht wird, die Harzmasse in eine im Wesentlichen hufeisenförmige Form (Vorform 32) geformt wird, mit einer geeigneten Tiefe z.B. 1,27 cm (1/2 inch), und Breite, z.B. 2,54 cm (1 inch), des Profils 30, siehe 1A. Das Vorformprofil 30 entspricht im Wesentlichen der vorbestimmten Hufeisenform 24. Geeigneterweise ist die Masse 14 an der Oberfläche 26 der Hufeisenfläche selbstklebend, wie es bei Urethanharzen der Fall ist. Die Masse 14 verliert ihre Plastizität durch Verlust an Lösungsmittel, Abkühlen im Fall von Heißschmelzmassen, Härten oder Aushärten auf eine von verschiedenen Weisen einschließlich Härten durch Feuchtigkeit, Hitze, Licht, Katalysatoren etc., geeigneterweise bei Umgebungstemperatur, vorzugsweise bei 18,3 bis 29,4°C (65 bis 85°F) für die thermisch härtenden Harze die im folgenden beispielhaft beschrieben werden. Die Masse 14 mit dem Profil 30 der Vorform 32 kann zu einer nicht-plastischen Form 36 härten oder aushärten durch die eben genannten Vorgänge oder durch Reaktion der Harzausgangsmaterialien bevor wesentliche Teile der Masse 14 von der Form des Profils 30 wegfließen. In manchen Fällen wird die Masse 36 absichtlich als Randleiste 37 ausgedehnt, um die unmittelbar benachbarten Hufflächen 39 außerhalb der Hufoberfläche 26 zu bedecken.

In der Folge des Verlustes der Plastizität, der in ein oder zwei Minuten oder schneller wie z.B. in 30 Sekunden erreicht wird, wird die Vorform 32 mit einer Raspel 38 oder einem anderen Werkzeug lokal zu der vorbestimmten Hufeisenform 24 geformt, mit der gewünschten Oberflächenbeschaffenheit und Umrissform, siehe 2 und 3.

Epoxy-, Vinylester-, Acryl-, Polyester- und andere Harzformulierungen, die ahne für das Tier schädliche Abwärme schnell abbinden oder härten, die hart, Huf-haftend und anderweitig geeignet sind, sind zusätzlich zu den hier beschriebenen Urethanharzen aussichtsreiche Kandidaten zur Verwendung im Rahmen der Erfindung. Geeignete Harzsysteme sind hier Harze mit der notwendigen Festigkeit und Formungseigenschaften und umfassen neben thermisch härtenden Harzen, Epoxyharze, Vinylesterharze, wie z.B. selbsthärtende der lichthärtende Harzprodukte von Diacrylaten und Dimethacrylaten aus Bisphenol-A-ethoxylatharzen, entsprechenden Bis-F-Harzen, den selbsthärtenden oder lichthärtenden Harzprodukten mit Acrylfunktionalität, ungesättigten Polyesterharzoligomeren, einschließlich solcher, die auf Kondensationsprodukten von Malein- und Phthalsäureanhydriden oder Glycolsäuren basieren, Polyesterharze in Kombination mit Monomeren einschließlich Styrol, Divinylbenzol, Ethylacrylat, Methylmethacrylat und anderen Acrylaten und selbsthärtende Harze wie oben beschrieben, die durch verschiedene Peroxide katalysiert und durch verschiedene Amine beschleunigt werden. Thermoplaste wie Polyamide, Acrylnitril-Butadien-Styrol-Polymere, Polycarbonate, Polyphenylenoxide, Polysulfone, Polyphenylensulfide und Fluorpolymere können verwendet werden, soweit die Festigkeit und andere Eigenschaften für eine Verwendung als Hufeisen angemessen sind.

Bevorzugt sind Polyurethanpolymere, thermisch härtende synthetische organische Harze, die aus A und B Seiten gebildet werden, welche reaktive Ausgangsmaterialien als Bestandteile des Harzes umfassen. Solche Harze härten schnell, haben einen geringen Schrumpf, sind hart und fest, sind mit Werkzeugen wie Feilen vorzugsweise in weniger als zwei Minuten bearbeitbar, zeigen keine übermäßige Wärmeentwicklung, die das Tier verletzen oder ihm Schmerzen bereiten könnte und sind auf der Oberfläche 26 selbstklebend. Vorzugsweise sind diese Harze Reaktionsprodukte von reaktiven Ausgangsmaterialien, die in einfacher Weise als reaktive Harzausgangsmaterialien zu einer innigen Mischung vermischt werden können. Bevorzugte Urethanharze werden aus reaktiven Ausgangsmaterialien von Diisocyanaten, z.B. aliphatischen und vorzugsweise aromatischen Diisocyanaten, einerseits und Polyolen, entweder aliphatischen oder aromatischen Polyolen, andererseits, mit weiteren Additiven, die als Kupplungsreagenzien wirken, wie Silane in Mengen von 0,1 bis 5 Gew.-%, die die Polymerkette verlängern, die Thixotropie vergrößern, wie Amine, und/oder pyrogene Kieselsäure, die die Reaktion katalysiert. Bevorzugte Urethanharze umfassen thixotrope Zusammensetzungen mit Diphenylmethandiisocyanat als reaktives Seite A Harzausgangsmaterial und Polyoxypropylenoxidpolyetherpolyole und meta-Xyloldiamin als reaktives Seite B Harzausgangsmaterial, ein Kupplungsreagenz wie eines oder mehrere Silane in Mengen von etwa 3 Gew.-% der Reaktionsmischung, Quadrol zur Verbesserung der Schlag- und Kratzeigenschaften, und thixotropierende Reagenzien.

Gewünschtenfalls kann eine Vorbeschichtung der Hufeisenoberfläche mit einer dünnen Lage der Harzmasse 14 erfolgen, die typischerweise weniger als 25 und so wenig wie 5 bis 15% der Profiltiefe 30 der vorbestimmten Hufeisenform 24 umfasst. Eine solche geringere Menge an Reaktanden zeigt, unter der Voraussetzung gleicher Reaktanden, eine geringere Wärmeentwicklung als die volle Profiltiefe. Die dünne Lage wird zumindest teilweise gehärtet bevor die zusätzliche Masse 14 auf die dünne Lage aufgebracht wird.

Weitere Einzelheiten zu den geeigneten Urethanharzen, die aus einem oder mehreren Isocyanaten, Katalysatoren, verschiedenen Polyolen und Aminen hergestellt werden, offenbart US 4,869,400, vorausgesetzt, die vorgenannten Kriterien sind erfüllt.

Beispiel

Eine reaktive Urethanharzmischung die typischerweise für die vorlegende Erfindung brauchbar ist wird aus zwei Teilen (Seiten A und B) von gleichem Volumen in einem geeigneten Gefäß hergestellt, wie einem Eimer oder in einem Doppel-Kartuschenspender, in dem ein Doppelkolben an einem gemeinsamen Bügel die getrennten reaktiven Bestandteile durch einen Verteiler und in eine Mischdüse, umfassend eine Reihe von Umlenkungen, die angeordnet sind, um die Mischmaterialien zu teilen und wieder zusammenzuführen während sie durch die Mischdüse bewegt werden. Alle Prozentangaben und Teile beziehen sich auf das Gewicht. Teil A Bestandteil Gewichtsteile Isocyanatprepolymer (Rubinate 1660 oder MDI) 78 D. B. Castor Öl 21 Silan (Silquest A-1310) 1 Silan A-187 2
Teil B Bestandteil Gewichtsteile Polyol (Multranol 3901) 54 Polyol (Multranol 4012) 26 Quadrol (N'N'N'N'-tetrakis(2-hydroxyethyl oder propylethylamin 18 MXDA (1,3-Benzoldiaminomethan) 2,6 Katalysator (Coscat 83) 0,25

Die Reaktionsmasse enthaltend die zusammengemischten obigen Seiten wird mit einer Kelle auf den Pferdehuf aufgebracht, der gesäubert und anderweitig zum Versehen mit dem in situ Hufeisen vorbereitet wurde.

Die Erfindung stellt somit ein Verfahren zum Aufbau eines Hufeisens mit einer vorbestimmten Form in situ bereit, unter Verwendung einer plastischen Harzmasse als Hufeisenvorform, wobei die Masse ein Profil mit einer Tiefe und Breite aufweist, die ungefähr der vorbestimmten Hufeisenform entspricht, Anhaften der Masse an die Oberfläche der Hufeisenfläche, Umwandeln der Masse in einen nicht-plastischen Zustand bevor wesentliche Anteile der Mischung von der Oberfläche der Hufeisenfläche abfließen und anschließend lokales Umformen der Hufeisenvorform zur Abänderung des aufgebrachten Profils, so dass es der endgültigen vorbestimmten Hufeisenform auf der Oberfläche der Hufeisenfläche entspricht. Die Erfindung stellt weiter das Verfahrensprodukt und, allgemeiner, ein im wesentlichen in der vorbestimmten Form in situ gebildetes Tierhufeisen auf einer Oberfläche eines Pferdehufes bereit.

Die vorgenannten Aufgaben sind somit gelöst.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Aufbau von Hufeisen (12) mit einer vorbestimmten Form (24) in situ, umfassend die Schritte Säubern der Oberfläche (26) der Hufeisenfläche (28) eines Pferdehufs (10) von Fremdkörpern, Sammeln einer uneingeschränkt plastischen Harzmasse (14) unterhalb der Oberfläche (26) der Hufeisenfläche, Aufbringen der Masse (14) auf die gesäuberte Oberfläche (26) der Hufeisenfläche in einer ungefähr Hufeisen-förmigen Form und anschließend lokales Bearbeiten der äußeren Oberflächen der Hufeisenmasse, so dass sie der endgültigen vorbestimmten Hufeisenform (24) auf der Oberfläche (26) der Hufeisenfläche entspricht.
  2. Verfahren gemäß Anspruch 1, umfassend als weiteren Schritt Auswählen einer auf der Oberfläche (26) der Hufeisenfläche selbstklebenden Masse als Harzmasse (14).
  3. Verfahren gemäß Anspruch 1, umfassend als weiteren Schritt Auswählen einer Masse enthaltend eine Mischung thermisch härtender Harzausgangsmaterialien als Masse (14).
  4. Verfahren gemäß Anspruch 3, umfassend als weiteren Schritt Auswählen von thermisch härtenden Urethanharzausgangsmaterialien als Harzausgangsmaterialien.
  5. Verfahren zum Aufbau von Hufeisen (12) mit einer vorbestimmtem Form (24) in situ, umfassend die Schritte Säubern der Oberfläche (26) der Hufeisenfläche (28) von Fremdkörpern, Aufbringen einer plastischen Hufeisenvorform (32) auf der gesäuberten Hufoberfläche (26) in einer an der Oberfläche der Hufeisenfläche (26) haftenden Verbindung, wobei die Hufeisenvorform (32) eine Harzmasse (14) umfasst, die auf der Oberfläche der Hufeisenfläche selbstklebend ist und deren Profil eine Tiefe und Breite aufweist, die ungefähr der vorbestimmten Hufeisenform (24) entspricht, Umwandeln der Masse (14) in einen nicht-plastischen Zustand, so dass im Wesentlichen die gesamte Mischung (14) auf der Oberfläche (26) der Hufeisenfläche verbleibt, und anschließend lokales mechanisches Bearbeiten der Masse (14), so dass deren Profil (30) der endgültigen vorbestimmten Hufeisenform (24) auf der Oberfläche (26) der Hufeisenfläche entspricht.
  6. Verfahren gemäß Anspruch 5, umfassend als weiteren Schritt Auswählen einer Masse umfassend reaktionsfähige Harzausgangsmaterialien in inniger Mischung in einem gemeinsamen Gefäß als Harzmasse (14), wobei die Masse durch Reaktion der Ausgangsmaterialien in den nicht-plastischen Zustand umgewandelt wird.
  7. Verfahren gemäß Anspruch 6, umfassend als weiteren Schritt Auswählen von thermisch härtenden Harzausgangsmaterialien als Harz.
  8. Verfahren gemäß Anspruch 7, umfassend als weiteren Schritt Auswählen von thermisch härtenden Urethanharzausgangsmaterialien als Harzausgangsmaterialien.
  9. Verfahren gemäß Anspruch 8, umfassend als weiteren Schritt Auswählen eines Harzausgangsmaterials umfassend Diphenylmethandiisocyanat als reaktives Seite A Harzausgangsmaterial.
  10. Verfahren gemäß Anspruch 8, umfassend als weiteren Schritt Auswählen eines Harzausgangsmaterials umfassend ein Polyol als reaktives Seite B Harzausgangsmaterial.
  11. Verfahren gemäß Anspruch 8, umfassend als weiteren Schritt Auswählen eines Harzausgangsmaterials umfassend ein thixotropierendes Amin als reaktives Seite B Harzausgangsmaterial.
  12. Verfahren gemäß Anspruch 8, umfassend als weiteren Schritt Auswählen eines Harzausgangsmaterials umfassend ein thixotropierendes primäres oder sekundäres Amin als reaktives Seite B Harzausgangsmaterial.
  13. Verfahren gemäß Anspruch 8, umfassend als weiteren Schritt Auswählen eines Harzausgangsmaterials umfassend ein thixotropierendes Amin enthaltend meta-Xyloldiamin als reaktives Seite B Harzausgangsmaterial.
  14. Verfahren gemäß Anspruch 8, umfassend als weiteren Schritt Einbringen eines Haftvermittlers enthaltend ein Silan in Seite A und/oder Seite B.
  15. Verfahren gemäß Anspruch 14, umfassend weiterhin eine Zugabe des Silans in Mengen von etwa 0,1 Gew.-% bis etwa 5 Gew.-% in jede Seite, in der es vorliegt.
  16. Verfahren gemäß Anspruch 4, umfassend weiterhin Vorhalten von pyrogener Kieselsäure in der reaktiven Harzmischung.
  17. Verfahren gemäß Anspruch 4, umfassend weiterhin Einbringen von Quadrol in die reaktive Harzmischung.
  18. Verfahren gemäß Anspruch 10, umfassend als weiteren Schritt Auswählen eines Harzausgangsmaterials umfassend Diphenylmethandiisocyanat als reaktives Seite A Harzausgangsmaterial.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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