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Dokumentenidentifikation DE102005003835A1 03.08.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Jentzsch, Arndt, 01640 Coswig, DE;
Beier, Wolfgang, Prof. Dr., 04129 Leipzig, DE;
Nerger, Reinhard, 01445 Radebeul, DE;
Marx, Günter, Prof. Dr., 09119 Chemnitz, DE
DE-Anmeldedatum 27.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005003835
Offenlegungstag 03.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.08.2006
IPC-Hauptklasse B41F 31/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform in einer Offset-Rotationsdruckmaschine, wobei die Offset-Rotationsdruckmaschine mindestens ein Farbwerk mit mindestens einer Zuführeinrichtung für eine Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion und mindestens einer Farbauftragwalze aufweist, die Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion in das Farbwerk der Offset-Rotationsdruckmaschine eingebracht, dort vergleichmäßigt und zu den Farbauftragwalzen transportiert wird.
Die Aufgabe der Erfindung liegt daher in der Entwicklung eines Verfahrens, durch das der Zeitpunkt und der Grad der Phasentrennung der Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion bedarfsgerecht gesteuert werden kann. Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Einrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens zu entwickeln.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass im Bereich der Farbauftragwalze/der Farbauftragwalzen (21, 22, 23, 24) ein Energieeintrag zum Zwecke der Phasentrennung zwischen Druckfarbe und Befeuchtungswasser erfolgt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform in einer Offset-Rotationsdruckmaschine, wobei die Offset-Rotationsdruckmaschine mindestens ein Farbwerk mit mindestens einer Zuführeinrichtung für eine Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion und mindestens einer Farbauftragwalze aufweist, die Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion in das Farbwerk der Offset-Rotationsdruckmaschine eingebracht, dort vergleichmäßigt und zu den Farbauftragwalzen transportiert wird.

Die Erfindung betrifft neben dem Verfahren weiterhin eine Einrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.

Aus der EP 0 309 681 B1 ist eine Vorrichtung in einer Offset-Rotationsdruckmaschine bekannt, durch die Druckfarbe kontinuierlich mit Befeuchtungswasser gemischt und für den Druckprozess bereitgestellt wird. Die Ausgestaltung des Mischbehälters und die dazugehörige Steuerung soll gewährleisten, dass die Farbe/Wasser-Emulsion in der richtigen Zusammensetzung und in ausreichender Menge einem Vorratsbehälter zugeführt wird. Der Vorratsbehälter entspricht dem einer konventionellen Befeuchtungseinrichtung. Über eine Tauchwalze wird die Farbe/Wasser-Emulsion aufgenommen, durch mindestens eine Dosierwalze auf mindestens eine Auftragwalze übertragen und durch diese auf den Plattenzylinder aufgebracht.

In der DE 102 12 537 A1 wird ein Verfahren zum Einfeuchten einer Druckplatte vorgestellt, bei dem sowohl eine Druckfarbe als auch ein Feuchtmittel in Strahl- und/oder Tropfenform dosiert wird. Dabei wird in einem ersten Verfahrensschritt aus der Druckfarbe und dem Feuchtmittel eine Emulsion gebildet und in einem zweiten Verfahrensschritt die Emulsion in der Strahl- und/oder Tropfenform dosiert. Die für die Durchführung dieses Verfahrens erforderliche Druckmaschine weist mindestens eine Mischkammer zum Bilden einer Emulsion aus Druckfarbe und Feuchtmittel auf, die mindestens eine Düse zum Abgeben der Emulsion in Strahl- und/oder Tropfenform zugeordnet ist. Die Emulsion wird auf die erste Farbwalze des Farbwerkes der Druckmaschine gesprüht bzw. gespritzt.

Der Nachteil der oben genannten Lösungen besteht darin, dass das Farbe/Wasser-Gleichgewicht auf der Druckform durch die Vielfalt der Einflussfaktoren im Verlauf des Druckprozesses nicht stabil aufrecht erhalten werden kann. Das betrifft insbesondere die erforderliche Phasentrennung der Emulsion beim Aufbringen auf die Offset-Druckform, da hier sowohl die hydrophilen als auch die oleophilen Bereiche bedarfsgerecht mit Befeuchtungswasser bzw. mit Druckfarbe versorgt werden müssen.

Die Aufgabe der Erfindung liegt daher in der Entwicklung eines Verfahrens, durch das der Zeitpunkt und der Grad der Phasentrennung der Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion bedarfsgerecht gesteuert werden kann. Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Einrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens zu entwickeln.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des 1. und des 9. Anspruchs gelöst.

Die Erfindung hat den Vorteil, dass nunmehr der Zeitpunkt und der Grad der Phasentrennung bedarfsgerecht beeinflusst werden kann.

Die Erfindung soll nachfolgend an Hand eines Ausführungsbeispieles näher beschrieben werden. Die dazugehörige Zeichnung zeigt eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Einrichtung.

Wie aus der Figur erkennbar ist, enthält die erfindungsgemäße Einrichtung eine Zuführeinrichtung für eine Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion 1.

Diese Zuführeinrichtung ist im Ausführungsbeispiel als ein konventioneller Farbkasten 6 ausgeführt. In anderen, hier nicht dargestellten Ausführungen der Erfindung kann diese Zuführeinrichtung auch eine Einrichtung zum Dosieren von Druckfarbe und Befeuchtungswasser in Verbindung mit einer Einrichtung zum Emulgieren der Druckfarbe in das Befeuchtungswasser sein.

Dem Farbkasten 6 ist, wie in der Figur dargestellt, eine erste Farbwalze 25 eines Farbwerkes 2 zugeordnet, wobei hier die Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion 1 auf konventionelle Art über hier nicht dargestellte Farbschieber oder analoge Dosierelemente auf die erste Farbwalze 25 übertragen wird. Auch zonenlose Dosiersysteme sind möglich.

Das Farbwerk 2 kann (wie hier dargestellt) ein konventionelles Farbwerk sein. Der Einsatz von Kurzfarbwerken verschiedenster Bauart ist ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Als weitere Dosiermöglichkeiten kommt das Aufspritzen oder Aufsprühen der Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion 1 auf die erste Farbwalze 25 in Betracht. Hierzu ist die Zuführeinrichtung mit mindestens einer Düse und den erforderlichen Medienanschlüssen ausgestattet.

Das Farbwerk 2 weist mehrere in der Figur dargestellte, aber nicht bezeichnete Farbwalzen auf. Zum Farbwerk 2 gehören weiterhin Farbauftragwalzen 21, 22, 23, 24. Die Farbauftragwalzen 21, 22, 23, 24 stehen während des Druckens mit einer auf einen Plattenzylinder 3 der Offset-Rotationsdruckmaschine aufgespannten Offset-Druckform 4 in Kontakt.

Den Farbauftragwalzen 21, 22, 23, 24 ist eine Energiequelle 5 zugeordnet. Diese ist vorzugsweise in unmittelbarer Nähe der Farbauftragwalze 21 angeordnet und/oder so platziert, dass sie unmittelbar auf die Offset-Druckform 4 einwirken kann.

Die Energiequelle 5 ist als Strahler für elektromagnetische Wellen ausgeführt. Der Energieeintrag erfolgt vorzugsweise in Form von Infrarotstrahlen zur örtlichen Erwärmung der Offset-Druckform 4 oder der Farbauftragwalzen 21, 22, 23, 24. Die Energiequelle 5 kann aber auch zur Generierung anderer elektromagnetischer Wellen, wie Mikrowellen oder Ultraschallwellen, ausgelegt sein.

Zum erfindungsgemäßen Verfahren:

Die in der Zuführeinrichtung bereitgestellte Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion 1 wird wie oben beschrieben auf die erste Farbwalze 25 des Farbwerkes 2 aufgebracht. Dabei liegt die Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion 1 als industriell hergestellte stabile Befeuchtungswasser-in-Druckfarbe-Emulsion oder Druckfarbe-in-Befeuchtungswasser-Emulsion vor. In einer anderen Ausführung der Erfindung kann die Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion 1 auch innerhalb der Offset-Rotationsdruckmaschine oder in deren Nähe hergestellt werden. Hierzu werden in einem Mischbehälter Befeuchtungswasser und Druckfarbe dosiert und durch geeignete Mittel emulgiert. Ein bevorzugtes Mischungsverhältnis liegt bei 30% Befeuchtungswasser und 70% Druckfarbe. Hierbei ist auch die Zugabe von Tensiden (z.B. Glykol) möglich.

Danach wird die Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion 1 in den Farbkasten 6 eingefüllt oder über Düsen direkt auf die erste Farbwalze 25 gesprüht oder gespritzt. Durch das Farbwerk 2 wird die Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion 1 vergleichmäßigt und zu den Farbauftragwalze 21, 22, 23, 24 transportiert. Dort gerät die Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion 1 in den Wirkungsbereich der durch die Energiequelle 5 emittierten Energie. Dadurch wird die Emulsion weitgehend entemulgiert, so dass sich die Ölphase von der Wasserphase trennt. Das nunmehr freie Befeuchtungswasser lagert sich an den hydrophilen Stellen an. Die Druckfarbe setzt sich an den bildtragenden oleophilen Stellen fest.

Der Energieeintrag unmittelbar an der ersten Farbauftragwalze 21 hat den Vorteil, dass hier der mengenmäßig höchste Anteil des Mediums auf die Offset-Druckform 4 aufgebracht wird und beim Auftragen die Phasentrennung dann weitgehend vollzogen ist. Durch die nachfolgenden Farbauftragwalzen 22, 23, 24 wird die Druckfarbe auf der Offset-Druckform 4 weiter vergleichmäßigt. Ein zusätzlicher Energieeintrag in die Offset-Druckform 4 verbessert deren Benetzungsfähigkeit.

1Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion 2Farbwerk 21erste Farbauftragwalze 22Farbauftragwalze 23Farbauftragwalze 24Farbauftragwalze 25erste Farbwalze 3Plattenzylinder 4Offset-Druckform 5Energiequelle 6Farbkasten

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform in einer Offset-Rotationsdruckmaschine, wobei die Offset-Rotationsdruckmaschine mindestens ein Farbwerk (2) mit mindestens einer Zuführeinrichtung für eine Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion (1) und mindestens eine Farbauftragwalze (21, 22, 23, 24) aufweist und das Verfahren die folgenden Verfahrensschritte einschließt:

    – Bereitstellen einer Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion (1),

    – Einbringen der Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion (1) in das Farbwerk (2) der Offset-Rotationsdruckmaschine,

    – Vergleichmäßigen und Transportieren der Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion (1) bis in den Bereich der Farbauftragwalze/der Farbauftragwalzen (21, 22, 23, 24), wobei

    – im Bereich der Farbauftragwalze/der Farbauftragwalzen (21, 22, 23, 24) ein Energieeintrag zum Zwecke der Phasentrennung zwischen Druckfarbe und Befeuchtungswasser erfolgt.
  2. Verfahren zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion (1) in Form einer stabilen Befeuchtungswasser-in-Druckfarbe-Emulsion oder in Form einer stabilen Druckfarbe-in-Befeuchtungswasser-Emulsion angewendet wird.
  3. Verfahren zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion (1) außerhalb der Offset-Rotationsdruckmaschine hergestellt, gelagert und der Zuführeinrichtung bereitgestellt wird.
  4. Verfahren zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion (1) in der Offset-Rotationsdruckmaschine oder in deren unmittelbaren Nähe hergestellt wird.
  5. Verfahren zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Energieeintrag im Bereich der Farbauftragwalze (21, 22, 23, 24) und/oder direkt in die Offset-Druckform (4) erfolgt.
  6. Verfahren zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Energieeintrags steuerbar ist.
  7. Verfahren zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform nach Anspruch 1,5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Energieeintrag durch elektromagnetische Wellen erfolgt.
  8. Verfahren zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Energieeintrag in Form einer Erhöhung der Temperatur der Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion (1) durch Infrarotstrahlung erfolgt.
  9. Einrichtung zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform, wobei die Offset-Druckform (4) auf einem Plattenzylinder (3) einer Offset-Rotationsdruckmaschine aufgespannt ist und die Einrichtung

    – eine Zuführeinrichtung für eine Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion (1),

    – ein Farbwerk (2) zum Vergleichmäßigen der Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion (1) und zum Transport der Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion (1) zur Offset-Druckform (4) und

    – mindestens eine Farbauftragwalze (21, 22, 23, 24)

    aufweist, wobei

    – der Farbauftragwalze/den Farbauftragwalzen (21, 22, 23, 24) und/oder der Offset-Druckform (4) eine Energiequelle (5) zugeordnet ist.
  10. Einrichtung zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Zuführeinrichtung ein Farbkasten (6) vorgesehen ist.
  11. Einrichtung zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführeinrichtung eine Einrichtung zum Dosieren von Druckfarbe und Befeuchtungswasser und eine Einrichtung zum Emulgieren der Druckfarbe in das Befeuchtungswasser enthält.
  12. Einrichtung zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform nach Anspruch 9 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführeinrichtung mindestens eine Düse zum Aufbringen der Druckfarbe/Befeuchtungswasser-Emulsion auf eine Farbwalze (25) des Farbwerks (2) enthält.
  13. Einrichtung zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiequelle (5) Bestandteil des Plattenzylinders (3) ist.
  14. Einrichtung zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Energiequelle (5) ein Infrarot-Strahler vorgesehen ist.
  15. Einrichtung zum Einfeuchten und Einfärben einer Offset-Druckform nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Energiequelle (5) ein Ultraschallgenerator vorgesehen ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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