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Dokumentenidentifikation DE102005003836A1 03.08.2006
Titel Vorrichtung zur Verminderung der Viskosität von Druckfarben auf Bedruckstoffen
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Jentzsch, Arndt, 01640 Coswig, DE;
Jentzsch, Peter, 01689 Weinböhla, DE
DE-Anmeldedatum 27.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005003836
Offenlegungstag 03.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.08.2006
IPC-Hauptklasse B41F 31/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung an Offset-Rotationsdruckmaschinen zur Verminderung der Viskosität von Druckfarben beim Drucken, wobei eine derartige Offset-Rotationsdruckmaschine mindestens ein Druckwerk aufweist, das mindestens ein Farbwerk enthält, wobei das Farbwerk über mindestens einem Plattenzylinder mindestens einem Offsetzylinder zugeordnet ist.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, der Druckfarbe effektiv und rückwirkungsfrei Wärmeenergie zuzuführen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass der Offsetzylinder (4) mit einem bedruckstoff-führenden Druckzylinder (7) korrespondiert, wobei zwischen dem Offsetzylinder (4) und dem Druckzylinder (7) ein Druckspalt (6) gebildet wird und mindestens vor dem ersten Druckspalt (6), in Rotationsrichtung des Druckzylinders (7) gesehen, mindestens eine elektromagnetische Wellen emittierende Strahlungsquelle angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung an Offset-Rotationsdruckmaschine zur Verminderung der Viskosität von Druckfarben beim Drucken, wobei eine derartige Offset-Rotationsdruckmaschine mindestens ein Druckwerk aufweist, das mindestens ein Farbwerk enthält, wobei das Farbwerk über mindestens einem Plattenzylinder mindestens einem Offsetzylinder zugeordnet ist.

Bei den im Offsetdruck verwendeten hochviskosen Druckfarben kommt es mitunter zum Herausreißen von kleinen oder größeren Teilen aus der Oberfläche des Bedruckstoffes. Das tritt auf, wenn die äußeren Adhäsionskräfte größer sind als die innere Gefügefestigkeit des Bedruckstoffes. Insbesondere beim Trockenoffset stellt das infolge der fehlenden Befeuchtung eines der zentralen Probleme dar. Durch die Erhöhung der Temperatur der zu verarbeitenden Druckfarben kann dem entgegen gewirkt werden, da sich, wie allgemein bekannt, mit steigenden Temperaturen die Viskosität der Druckfarbe verringert. Hierzu ist es erforderlich, die betreffenden farbführenden Zylinder auf ein verarbeitungstechnisch optimales Temperaturniveau zu bringen und dort zu halten. Das geschieht durch die Zuführung von Wärmeenergie.

Eine Lösung zum Temperieren von farbführenden Zylindern ist aus der DE 29 51 436 A1 bekannt. Hier wird eine Vorrichtung beschrieben, bei der Heizstrahler auf den Gummituchzylinder gerichtet sind. In einer weiteren Variante wird z. B. der Gummituchzylinder von einem erhitzten Medium durchströmt.

Die in der DE 29 51 436 A1 beschriebene Lösung hat den Nachteil, dass die Wärmeenergie des Gummituchzylinders durch den Kontakt mit dem Druckzylinder und dem Plattenzylinder wieder abgeführt wird. Insbesondere die Erwärmung der auf dem Plattenzylinder angebrachten Druckplatte führt zu Störungen des Druckprozesses, was sich besonders beim Trockenoffset bemerkbar macht. Hier sind die nichtdruckenden Bildstellen mit einem speziellen Silikon bedeckt, der diese farbfrei hält. Dieses Silikon verliert seine farbabweisenden Eigenschaften, wenn die Temperatur einen Grenzwert überschreitet. Dieser Wert liegt in der Regel zwischen 30 und 35 °C. Daher wird der Plattenzylinder in der Regel gekühlt, was wiederum dem Gummituch zusätzlich Wärmeenergie entzieht. Eine derartige Lösung ist aus der EP 1 270 219 A1 bekannt.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, der Druckfarbe effektiv und rückwirkungsfrei Wärmenergie zuzuführen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des 1. Anspruchs gelöst.

Die Erfindung hat den Vorteil, dass es nunmehr durch wenig Aufwand möglich wird, auch die auf dem Gummituchzylinder geführte Druckfarbe zu temperieren und in der Phase des Übertragens auf den Bedruckstoff auf eine Viskosität zu bringen, die für ein problemloses Drucken erforderlich ist. Das Rupfen des Bedruckstoffes kann damit vermieden werden und Rückwirkungen auf das Temperaturniveau des Plattenzylinders sind weitgehend ausgeschlossen.

Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. Die dazugehörige Zeichnung zeigt den Aufbau eines Druckwerkes, wie es insbesondere bei Trockenoffset verwendet wird.

Wie aus der Figur ersichtlich, ist einem Plattenzylinder 1 eine Farbauftragwalze 2 zugeordnet. Die Farbauftragwalze 2 steht mit einer Rasterwalze 31 in Kontakt, wobei an die Rasterwalze 31 eine Kammerrakel 32 mit einer hier nicht dargestellten Farbzuführeinrichtung angestellt ist.

Der Plattenzylinder 1 ist mit einer Druckplatte 11 bespannt, die durch die Farbauftragwalze 2 eingefärbt wird. In diesem Fall handelt es sich um eine Trockenoffsetplatte.

Dem Plattenzylinder 1 ist weiterhin ein mit einem Gummituch 41 bespannter Offsetzylinder 4 zugeordnet, der mit dem bogenführenden Druckzylinder 7 in Kontakt steht. Dem Druckzylinder 7 ist eine bogenübergebende Übergabetrommel 8.1 vor- und eine bogenübernehmende Übergabetrommel 8.2 nachgeordnet.

Der Offsetzylinder 4 ist an den Druckzylinder 7 angestellt. Es bildet sich ein Druckspalt 6. In der durch den Pfeil bezeichnete Bogenlaufrichtung bzw. Rotationsrichtung des Druckzylinders 7 ist vor dem Druckspalt 6 eine Strahlungsquelle in Form eines Infrarotstrahlers 5 angeordnet, die in der Lage ist, elektromagnetische Wellen zu emittieren. Der Infrarotstrahler 5 emittiert seine Wärmestrahlung in Richtung der während des Druckens mit Bedruckstoff belegten Oberfläche des Druckzylinders 7. Der Infrarotstrahler 5 erstreckt sich über die gesamte Breite des Druckzylinders 7 bzw. über die gesamte Breite des Bedruckstoffs. Es ist auch möglich, mehrere Infrarotstrahler 5 in Axialrichtung des Druckzylinders 7 in Reihe anzuordnen. Die Wellenlänge der Infrarotstrahler 5 ist auf den Bedruckstoff derart abgestimmt, dass die Hauptmenge der eingesetzten Energie im Bedruckstoff gespeichert wird, so dass dieser die Viskosität der nachfolgend aufzubringenden Druckfarbe beeinflussen kann. Es kann auch eine Optimierung der Wellenlänge bzgl. der Druckfarbe der Infrarotstrahler 5 erfolgen, welche den Druckspalten 6 der dem ersten Druckwerk folgenden Druckwerke vorgeordnet sind.

Der Druckzylinder 7 weist eine wärmeisolierende Oberfläche auf, um deren unzulässige und unkontrollierbare Erwärmung zu vermeiden.

Bei Offset-Rotationsdruckmaschinen in Reihen- oder Satellitenbauweise sind mehrere technologisch hintereinander angeordnete Druckwerke in der oben beschriebenen Anordnung vorhanden. Für die Funktion der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es in den meisten Fällen ausreichend, das in der Reihenfolge der Druckwerke technologisch erste Druckwerk mit einem Infrarotstrahler 5 auszustatten. Es kann aber auch erforderlich werden, eines, mehrere oder alle Folgedruckwerke mit einem Infrarotstrahler 5 auszustatten.

Zur Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Einrichtung:

Mit Druckbeginn wird der Infrarotstrahler 5 in Betrieb genommen und bringt den Bedruckstoff auf ein höheres Temperaturniveau. Beim Passieren des Druckspaltes 6 wird die auf dem Offsetzylinder 4 geführte Druckfarbe auf den vorgewärmten Bedruckstoff übertragen. In dieser Phase erfolgt eine Temperaturerhöhung der Druckfarbe, so dass wie oben beschrieben die Viskosität der Druckfarbe sinkt und das Rupfen wirkungsvoll verhindert werden kann.

Bei der Anordnung mehrerer Druckwerke wird ggf. in den dem ersten Druckwerk folgenden Druckwerken durch die dort angeordneten Infrarotstrahler der Bedruckstoff ebenfalls erwärmt. Diese Infrarotstrahler haben eine Doppelfunktion: Sie halten das für die Rupffestigkeit erforderlich Temperaturniveau und trocknen gleichzeitig die durch das vorhergehende Druckwerk aufgebrachte Druckfarbe.

1Plattenzylinder 11Druckplatte 2Farbauftragwalze 31Rasterwalze 32Kammerrakel 4Offsetzylinder 41Gummituch 5Infrarotstrahler 6Druckspalt 7Druckzylinder 8.1Übergabetrommel 8.2Übergabetrommel

Anspruch[de]
  1. Vorrichtung an Offset-Rotationsdruckmaschine zur Verminderung der Viskosität von Druckfarben beim Drucken, wobei eine derartige Offset-Rotationsdruckmaschine

    – mindestens ein Druckwerk aufweist,

    – das mindestens ein Farbwerk enthält, wobei das Farbwerk über

    – mindestens einem Plattenzylinder (1)

    – mindestens einem Offsetzylinder (4) zugeordnet ist und

    – der Offsetzylinder (4) mit einem bedruckstoff-führenden Druckzylinder (7) korrespondiert, wobei zwischen dem Offsetzylinder (4) und dem Druckzylinder (7) ein

    – Druckspalt (6) gebildet wird und

    – mindestens vor dem ersten Druckspalt (6) in Rotationsrichtung des Druckzylinders (7) gesehen mindestens eine elektromagnetische Wellen emittierende Strahlungsquelle angeordnet ist.
  2. Vorrichtung an Offset-Rotationsdruckmaschine zur Verminderung der Viskosität von Druckfarben beim Drucken nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlungsquelle als Infrarotstrahler (5) ausgebildet ist.
  3. Vorrichtung an Offset-Rotationsdruckmaschine zur Verminderung der Viskosität von Druckfarben beim Drucken nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlungsquelle zum Emittieren von Wellen einer für die Energiespeicherung im Bedruckstoff und/oder in der Druckfarbe optimierten Wellenlänge ausgelegt ist.
  4. Vorrichtung an Offset-Rotationsdruckmaschine zur Verminderung der Viskosität von Druckfarben beim Drucken nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Infrarotsstrahler (5) über die gesamte Breite des Druckzylinders (7) erstreckt.
  5. Vorrichtung an Offset-Rotationsdruckmaschine zur Verminderung der Viskosität von Druckfarben beim Drucken nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckzylinder (7) mit einer wärmeisolierenden Oberfläche ausgestattet ist.
  6. Vorrichtung an Offset-Rotationsdruckmaschine zur Verminderung der Viskosität von Druckfarben beim Drucken nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlungsquelle bei Verwendung mehrerer Druckwerke vor dem Druckspalt (6) des in Verarbeitungsrichtung ersten Druckwerkes angeordnet ist.
  7. Vorrichtung an Offset-Rotationsdruckmaschine zur Verminderung der Viskosität von Druckfarben beim Drucken nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Plattenzylinder (1) des Druckwerkes eine Trockenoffset-Druckplatte aufgespannt ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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