Hintergrund der Erfindung
Diese Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Produktion eines
beschichteten Schleifmittels mit strukturierter Oberfläche. Interessante Werkzeuge
in dieser besonderen Anwendung sind jene, die verwendet werden, um eine Oberfläche
mit einem bestimmten Muster zu gießen, zu prägen oder zu bedrucken. Die Werkzeuge
auf die sich hierbei als „musterbildende Werkzeuge" bezogen wird, können
die Form einer Walze, einer einfachen Platte oder eines Bandes haben, wobei das
Muster auf der Oberfläche gebildet wird.
Die Hauptbedeutung der vorliegenden Erfindung liegt in der Herstellung
von Werkzeugen, die dazu verwendet werden können, beschichtete Schleifmittel mit
Oberflächen, die strukturiert wurden, um spezielle Wirkungen zu erzielen, zu produzieren.
Die Erfindung wird mit diesem Gegenstand als Hauptgesichtspunkt beschrieben, aber
es ist selbstverständlich, dass die Erfindung leicht angepasst werden kann, um die
Erfordernisse einer großen Vielzahl von Druck-, Formungs-, oder Prägungsanwendungen
zu erfüllen, die nicht in direkter Verbindung mit beschichteten Schleifmitteln stehen,
die sich jedoch einen gemeinsamen Bedarf nach einer schnellen, vielseitigen und
ökonomischen Technik zur Herstellung von Werkzeugen mit komplexen aus der Oberfläche
des Werkzeugs geformten Mustern teilen.
Beschichtete Schleifmittel mit strukturierten Oberflächen werden durch
Abscheiden einer Schicht, die in einer härtbaren Bindemittelrezeptur verteilte Schleifpartikel
enthält, gebildet. Das Bindemittel ist häufig, aber nicht notwendigerweise, ein
durch Bestrahlung aushärtendes Bindemittel und die Schleifpartikel können beliebige
von jenen sein, die allgemein in beschichteten Schleifmitteln verwendet werden,
einschließlich Schmelz- und Sinterkorund, Quarz, Siliziumkarbid, Aluminiumoxyd/Zirkonoxyd,
Superschleifmittel wie z.B. kubisches Bornitrid, komplexe Aluminium/Magnesiumboride
und Diamant und weichere Schleifmittel wie Glas, das Quarz, von Alpha-Aluminiumoxyd-
Vorstufen und Ceroxid enthält, zum Polieren weicherer Materialien. Die Oberflächen
können durch eine Form-, Präge- oder Tiefdrucktechnik strukturiert werden. Wie sie
z.B. in USPP 5,014,468; 5,152,917; 5,840,088; und 5,863,306 beschrieben sind.
Es ist oft vorteilhaft, dafür zu sorgen, dass die Oberfläche sich
wiederholende Formen aufweist, die völlig identisch sein können und gleichmäßige
Abstände aufweisen können, jedoch ist es für viele andere Anwendungen wünschenswert,
dass die Formen in Mustern angeordnet werden, die Formen enthalten, die nicht die
gleichen und/oder sich nicht in einheitlicher Form über das gesamte oberflächenformende
Werkzeug erstrecken. Solche Abweichungen vom Regelmäßigen stellen sich als wirksam
heraus, um die Entstehung von Kratzmustern oder Ritzmarken auf der Oberfläche des
zu schleifenden Trägermaterials bzw. -substrats zu vermeiden. Jedoch macht das Erfordernis
nach Ungleichmäßigkeit die Herstellung des oberflächenformenden Werkzeugs (das gewöhnlich
durch Rändeln passender Muster auf der Werkzeugoberfläche hergestellt wird) sehr
viel schwieriger und technisch anspruchsvoller, wohingegen das Rändeln eines Musters
von regelmäßigen geraden Linien auf der Werkzeugoberfläche nicht das gewünschte
ungleichmäßige Muster erzeugt.
Zusätzlich stellt die Werkzeugoberfläche oft einen Kompromiss dar,
weil der Aufwand zur Herstellung speziell für jede Anwendung ausgelegter Werkzeuge
beträchtlich ist. Ein weiter komplizierender Faktor ist, dass, wegen des Kontakts
mit Schleifmitteln, die Standzeit eines Werkzeugs, bevor es verschlissen oder sonst
wie verformt wird, ziemlich begrenzt sein kann.
DE 198 34 559 A1
legt eine Methode zur Herstellung von Werkzeugen zur Oberflächenfeinbearbeitung
offen, die Methoden des Rapid Prototyping benutzt. Bei diesem Verfahren wird das
Werkzeug oder Teile davon, durch eine bestehende Rapid Prototyping-Methode geformt,
die einen kontrollierten Aufbau von zunächst flüssigen Schichten einschließt, um
eine feste Struktur zu bilden. Außerdem können mit dieser Methode eine negative
Form des Werkzeugs oder von dessen Teilen geformt und die Werkzeuge oder deren Teile
davon abgeformt werden.
US 5,598,794 beschreibt ein
Verfahren zum Modifizieren einer offenen Oberfläche eines Halbleiterwafers. Dieses
Verfahren umfasst den Schritt des Kontaktes besagter Oberfläche mit einem strukturierten
Schleifgegenstand. Durch Verwenden eines Vorlagenwerkzeugs kann der Schleifgegenstand
erhalten werden.
Es gibt daher einen Bedarf nach einem äußerst vielseitigen, schnellen
und wirtschaftlichen Prozess zur Herstellung oberflächenformender oder -gestaltender
Werkzeuge. Die vorliegende Erfindung liefert solch einen Prozess und daraus hervorgehende
Formwerkzeuge. Das Werkzeug kann an eine Reihe von Prozessen angepasst werden, die
Formen, Prägen, Tiefdruckauftragung und/oder Tiefdruck einschließen. Wie jedoch
oben angedeutet, liegt das Hauptinteresse, das in der Beschreibung der hier vorliegenden
Erfindung untersucht wird, in der Herstellung eines Werkzeugs, das geeignet ist,
gemusterte, (oder „strukturierte"), beschichtete Schleifprodukte zu produzieren.
Beschreibung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung stellt einen Prozess zur Herstellung von
beschichteten Schleifmitteln gemäß unabhängigem Anspruch 1 zu Verfügung, der eine
strukturierte, gemusterte Oberfläche aufweist, wobei das Muster auf der Oberfläche
durch Verwendung eines Werkzeug, das durch Rapid Prototyping Technik hergestellt
wurde, erzeugt wird.
Beschichtete Schleifmittel mit strukturierten, gemusterten Oberflächen
sind üblicherweise beschichtete Schleifmittel, die auf dem Träger ein Trägermaterial
und eine Schleifmittelschicht tragen, die Schleifpartikel in einem härtbaren Bindemittel
umfasst. Die Schleifmittelschicht hat eine Oberfläche, die so strukturiert ist,
dass sie ein Muster hat, das üblicherweise eine Vielzahl von Stellen aufweist bei
denen die Stärke der Schicht größer als die Durchschnittsstärke der Schicht ist.
Das Muster weist regelmäßig sich wiederholende Einheiten auf, obgleich es innerhalb
jeder Einheit, ein wenig zufällig abgewandelt sein kann. Typische Beispiele beschichteter
Schleifmittel mit strukturierten, gemusterten Oberflächen werden z.B. in USPP 5,152,917;
5,454,844; 5,489,235; 5,658,184; 5,672,097; 5,681,217; 5,833, 724; 5,840,088 und
5,863,306 beschrieben.
Die beschriebenen Techniken zur Herstellung der gemusterten Oberflächen
schließen Tiefdruck, Prägen und Formen ein. Die Werkzeuge können daher zum Beispiel
als Formen, Prägerollen oder Tiefdruckwalzen verwendet werden.
Andere Techniken umfassen das Einritzen paralleler dreieckiger Rillen
in ein Werkzeug, dann das Einritzen weiterer paralleler Rillen rechtwinklig zu der
ersten, die Pyramiden mit quadratischer Grundfläche auf der Oberfläche hinterlassen.
Diese Oberfläche kann unmittelbar als das Formwerkzeug verwendet werden oder sie
kann verwendet werden, um die weibliche entsprechende Variation zu formen. Diese
Technik wird in USP 5,300,263 beschrieben. Andere Verfahren des
Einritzens oder Rändelns eines Musters durch eine Walze enthalten die USPP 4,478,769;
5,435,8116; 5,489,235; und 5,946,991. All jene Prozesse erfordern die Herstellung
von Schneidwerkzeugen, wobei die Werkzeuge fortlaufend und sehr genau ausgerichtet
werden müssen und die Arten von Mustern, die reproduziert werden können, grundsätzlich
begrenzt und untereinander parallel ausgerichtet sind.
Die vorliegende Erfindung erlaubt eine unbegrenzte Vielseitigkeit
in der Wahl von Mustern und ist nur begrenzt in dem Maß als die Größe der Oberfläche
begrenzt ist, die von einer speziellen RPM-Maschine hergestellt werden kann. Egal
welches technische Verfahren, die vorliegende Erfindung erfordert den Gebrauch eines
Werkzeugs, das leicht durch eine RP-Technik hergestellt und ohne erheblichen Aufwand
angewandt und weggeworfen oder nachgebildet werden kann.
Zeichnungen
1 ist eine Draufsicht dreier verschiedener Arten
von Oberflächen, 1(a), 1(b), 1(c), die durch RP-Techniken, nicht jedoch durch konventionelle
Ritztechniken hergestellt werden können.
2 zeigt ein Flussdiagramm der Herstellung
eines Produktionswerkzeuges, das eine Vorgehensweise im Sinne der vorliegenden Erfindung
anwendet.
3 zeigt die Draufsicht dreier Produktionschritte
bei der Produktion eines beschichteten Schleifmittels.
Von links nach rechts sind sie die Patritze durch RP-Technik erstellt;
eine aus Silikon geformte Version (weiblich) erstellt durch die Patritze; und ein
Schleifmittel mit einer strukturierten Oberfläche, erstellt durch Prägen einer Schicht
einer Aufschlämmung, die ein härtbares Bindemittel mit darin verteilten Schleifpartikeln
enthält, wobei ein Produktionswerkzeug mit der aus Silikon geformten Form erstellt
wurde.
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
Die Technik des Rapid Prototyping weist eine Reihe von nützlichen
Ausführungsarten auf, die im folgenden diskutiert werden, aber es versteht sich
von selbst, dass es eine Reihe von Techniken geben mag, die über jene, die im folgenden
beschrieben werden, hinausgehen und an die Grunderfindung anpassbar sind, aber dennoch
die gleichen Grundeigenschaften aufweisen und zwar:
- 1) Computerentwurf eines angestrebten Oberflächenmusters
- 2) Reduktion des Entwurfs mit einem Computerprogramm auf eine Anzahl von horizontalen
Schnitten, die wenn man sie aufeinander legt, den gewünschten Entwurf ergeben.
- 3) Realisierung des Entwurfs in der Form eines Werkzeug-Prototypen zum Oberflächenformen;
- 4) Die Verwendung des Prototypen, um ein Produktionswerkzeug zu erschaffen.
Die verschiedenen Techniken innerhalb dieses Herstellungsprozesses
werden nun ausführlich weiter diskutiert.
„Rapid-Prototyping"
Der Begriff „Rapid-prototyping" wird verwendet, um eine Vielzahl
von Techniken zu beschreiben, durch die ein Prototyp der durch die Patritze geformten
Oberfläche, in schneller und gänzlich reproduzierbarer Art und Weise erzeugt wird.
Alle diese Techniken arbeiten durch Umwandeln einer Computerdatei in einen wirklichen
Gegenstand. Die Computerdatei wird durch ein computergestütztes Designprogramm erzeugt
(üblicherweise ein „CAD-Programm" genannt), welches die Fähigkeit zum Entwurf
einer Form und dann zum dreidimensionalen Betrachten dieser Form aus einer Vielzahl
von Blickwinkeln bereitstellt. Aus einer Reihe von Gründen erzeugt das Programm
den Entwurf in Form einer „STL-Datei". „STL" ist die Abkürzung für
„Stereolithography", die eine Technik darstellt, durch die eine Datei verwendet
werden kann, um die Patritze zu erzeugen. Solche STL-Dateien können jedoch genutzt
werden, um die Datei durch eine Vielzahl von alternativen Techniken in eine Patritze
umzuwandeln, was weiter unten diskutiert werden wird.
Es gibt eine Anzahl Anbieter von CAD-Design-Paketen einschließlich
„Solidedge" erhältlich von Unigraphics; „SolidView" von Solid Concepts;
Solidworks und Autocad 2000. Der Entwurf kann in anderen Formaten als STL-Dateien
einschließlich z.B. DWG/DXF, IDEAS, IGES and VRML-Dateien gespeichert werden.
Die Rapid-Prototyping-Maschine arbeitet gewöhnlich, (aber nicht immer,
wie wir sehen werden) nach dem gleichen Prinzip: die Datei, die von der CAD-Maschine
(wie z.B. eine STL-Datei) erzeugt wird, wird verarbeitet, um eine Abfolge horizontaler
Abschnitte durch den Entwurf in der Art zu legen, dass die Gesamtform in eine Vielzahl
horizontaler Schnitte umgewandelt wird. Das Programm wird dann verwendet, um nacheinander
dingliche Ausführungsformen jedes einzelnen Schnittes durch geeignete Verfahren
(einige hiervon werden im Folgenden diskutiert) zu produzieren, so dass das gewünschte
Muster dreidimensional durch sequentielle Ablage von Schnitten auf vorher abgelegten
Schnitten aufgebaut wird.
Die Technik des Rapid-Prototyping verfügt über eine Anzahl von Ausführungsformen,
obgleichl alle einen gemeinsamen Ablauf teilen, in dem eine gewünschte Oberfläche
mit einem Computer entworfen wird, der ein „CAD-Programm" nutzt. Dieses Programm
erzeugt ein Computerabbild des geplanten Entwurfs, das nach Belieben von allen Seiten
zu betrachten ist. Dieser Entwurf wird dann verwendet, um ein Produktionswerkzeug
zu erzeugen, das verwendet wird, die strukturierte gemusterte Oberfläche auf den
beschichteten Schleifmitteln zu erschaffen.
Es gibt verschiedene Weisen auf die das Produktionswerkzeug hergestellt
werden kann, aber in den meisten Fällen produziert die Rapid-Prototyping-Technik
ein Muster mit relativ kleiner Oberfläche, gewöhnlich nicht größer als ein Quadratfuß.
Daher muss das Muster vervielfältigt und die einzelnen Muster zusammengesetzt werden,
um ein geeignet großes professionelles Werkzeug zu formen. Dies ergibt natürlich
Gelegenheiten zur Abwandlung des erschaffenen Musters auf der beschichteten Schleifmitteloberfläche
durch die Anwendung einer Vielzahl von Einzelmustern. Es ist daher selbstverständlich,
dass das Produktionswerkzeug eine Vielzahl von gleichen oder unterschiedlichen Rapid-Prototyping-erzeugten
Einheiten umfassen kann und oft umfasst.
Die RP-Technik kann verwendet werden, um männliche oder weibliche
Strukturmuster zu produzieren. Abhängig vom Entwurf kann es wünschenswert sein ein
sekundäres Formwerkzeug zu produzieren, das die Inverse des durch die RP-Technik
erstellten Werkzeugs darstellt: das heißt, wenn die RP-Technik ein männliches Muster
erstellt, kann es erwünscht sein, es zu verwenden, um ein weibliches Muster zu produzieren
und natürlich auch umgekehrt. Der Gewinn dieser Vorgehensweise liegt darin, dass
das RP-erzeugte Muster nicht nur archiviert und wiederholt verwendet werden kann,
um vielfache inverse Nachbildungen zu erzeugen, sondern es kann auch schnell und
kostengünstig ersetzt werden durch erneutes Erzeugen mit einer RP-Maschine.
Die Rapid-Prototyping-Technik besitzt eine Vielzahl von Ausführungsformen
bei denen das Produktionswerkzeug durch die Verwendung eines computergesteuerten
Ablagerungsprogramms direkt hergestellt werden kann. Ein typischer Prozess dieser
Art ist „Laser Engineered Net Shaping" wobei ein Strom geschmolzener, in
einem Gasstrom transportierter, Metalltröpfchen in einem dreidimensionalen Muster
abgelegt wird, bestimmt durch sequentielles Ablagern der durch das Programm erzeugten
Struktur-„Scheiben".
Öfter jedoch wird die RP-Technik verwendet, um ein Zwischenprodukt
zu produzieren, das seinerseits verwendet wird, um das Produktionswerkzeug zu formen.
Eine geeignete Technik, ein Zwischenprodukt durch RP-Technik zu erlangen,
umfasst das Eintauchen einer ein Trägermaterial tragenden Plattform in ein Bad aus
strahlungshärtbarem Harz, wobei sich die Plattform knapp unter der Oberfläche befindet.
Die RP-Maschine führt dann einen Laserstrahl auf die Oberfläche des Harzbades in
einem Muster, das durch den von der RP-Maschine erzeugten ersten Schnitt bestimmt
ist. Der Laser bewirkt das Härten und die Erstarrung des Harzes im bestrichenen
Bereich, und bildet somit die den ersten Schnitt in Form des Harzes nach. Daraufhin
wird die Plattform knapp unter die Oberfläche des Bades abgesenkt und der Laser
wird erneut aktiviert, um eine gehärtete Harzform entsprechend des zweiten Schnitts
zu produzieren. Dieser Prozess wird wiederholt, bis alle Schnitte
nachgebildet worden sind und eine feste Harzstruktur, einschließlich der nacheinander
abgelegten und verschmolzenen Schichten, erzeugt worden ist, die genau der durch
die CAD-Maschine entworfenen Form entspricht. Dies liefert dann die Patritze. Geeignete
Ausstattung kann z.B. von 3-D Systems; Aaroflex; Fockele & Schwartze (in Deutschland);
CMET/Mitsubishi, Mitsui, Teijin und Seiki Denken (in Japan) bezogen werden.
Eine alternative Technik umfasst eine modifizierte Tintenstrahl-Auftrags-Technik,
in der ein thermoplastisches Polymer geschmolzen wird und von einem Tintenstrahlkopf
auf ein durch eine Plattform gestütztes Trägermaterial angelagert wird. Die Tropfen
werden in einem durch das RP-Programm bestimmten Muster abgelegt, welches wiederum
den originalen CAD-Output in eine Abfolge von Schnitten umgewandelt hat. Die Tropfen
erstarren während sie die Oberfläche, auf der sie angelagert werden, berühren, und
nachdem die Produktion des ersten Schnitts fertig gestellt ist, senkt sich die Plattform
schrittweise und ein zweiter Schnitt wird auf dem ersten geformt. Nachfolgende Schnitte
werden auf den vorhergehenden Schnitt gelegt bis die CAD-Form im thermoplastischen
Polymer nachgebildet ist. Geeignete Ausrüstung wird von 3-D Systems, Sanders Prototype
und Optometric angeboten.
Eine ähnliche Technik lagert Metallstaub zusammen mit einem geschmolzenen
Polymer an. Die angelagerten Schichten werden in der angestrebten Struktur aufgebaut
und das zum Binden der Teilchen verwendete Polymer wird anschließend herausgebrannt,
da die Teilchen nun zusammengesintert sind, um die endgültige Form zu bilden. Geeignete
Ausrüstung kann z.B. bezogen werden von Z-Corp (die ein Stärke-Cellulose System
verwendet, das nicht gebrannt wird), Soligen, Extrude Hone und Therics. Um der Form
zusätzliche Genauigkeit zu verleihen, kann die Form, falls gewünscht, durch Zerkleinern
weiter verfeinert werden.
Wenn eine auskragende Form erforderlich ist, kann dies durch den Anbau
einer provisorischen Abstützung auf der Plattform und dem späteren Abbau der Abstützung,
nachdem die angestrebte auskragende Form produziert worden ist, erreicht werden.
(Dies bezieht sich vor allem auf die Polymer-Tintenstrahl-Anlagerungsmaschinen.
Die meisten anderen Maschinen müssen Abstützungen aus dem normalen Formmaterial
herstellen; diese Abstützungen müssen nach Vervollständigung des Aufbaus manuell
entfernt werden.)
Eine ähnliche Technik, bei der das Polymer durch in einem Gasstrom
gelöste, geschmolzene Metalltröpfchen ersetzt worden ist, ist entwickelt worden.
Sie arbeitet jedoch in ziemlich gleicher Weise und wird manchmal „laser-engineered
net shaping", oder „LENS" genannt.
In einer weiteren Variante kann die RP-Maschine eine aus geeignetem
Material geschnittene Reihe von Schnitten erzeugen, wie Plastik- oder Metallfolien
bzw. -sheets, die dazu entworfen sind, in einer bestimmten Reihenfolge, eine über
die andere gelegt zu werden bis die gewünschte Form produziert wurde. Dies ist als
eine Variante des oben beschriebenen kontinuierlichen Prozesses aufzufassen. Hersteller
von Ausrüstung, die zum Einsatz dieser Technik im Dienst der vorliegenden Erfindung
angepasst werden kann, umfassen Helisys Corp., Schroff Development Corp., Kira KK
in Japan und Kinergy in Singapore.
Eine noch andere Technik ist der Gebrauch von Lasern, um selektive
Verschmelzung oder Zusammensinterung zu bewirken. Wie vorher, wird eine Schicht
Pulver auf ein Trägermaterial platziert und ein Laserstrahl wird, in einem durch
das RP-Gerät bestimmten Muster, auf die Schicht gerichtet. Das Pulver, das aus Plastik,
Metall, Wachs oder beschichteter Keramik bestehen kann, wird dabei, an den durch
den Laser berührten Stellen, zu einer durchgehende Schicht. Das Trägermaterial wird
dann abgesenkt, eine neue Pulverschicht wird angelagert und eine laserverschmolzene
Schicht wird auf die erste gelegt und so fort, bis die gewünschte Struktur, bestehend
aus vielen übereinander gelegten Schichten, fertig gestellt wurde. Verwendbare Ausstattung
für diese Art von Prozess ist erhältlich von DTM Corporation und EOS GmbH (in Deutschland).
All diese obigen Techniken können verwendet werden, um ein Bezugsformstück
zu produzieren, das „männlich" oder „weiblich" ist.
Ausbildung weiblicher Muster
Eine Patritze kann dazu verwendet werden, um ein weibliches Muster
zu produzieren (und ebenso umgekehrt), vorzugsweise durch einen einfachen „kiss-molding"-Prozess,
bei dem ein formbares Material in Kontakt mit der männlichen Vorlage gebracht wird,
sich an die Vorlage anpasst, gehärtet wird und dann von der männlichen Vorlage abgenommen
wird, um eine genaue weibliche Nachbildung der Oberflächenkonturen der männlichen
Vorlage zu liefern. Das Material, aus dem das weibliche Muster produziert wird,
kann jedes geeignete thermoplastische oder wärmehärtende Harz sein, aber aus vielen
Gründen, wie Kosten, Formbarkeit, Auslösbarkeit, Inertheit usw., wird ein A-Silikonpolymer
(addition-cured) bevorzugt. Dieselbe Patritze kann verwendet werden, um eine große
Zahl von weiblichen Mustern nachzubilden, da an der Patritze während jedes Abformvorgangs
nur wenig Schaden entsteht. So kann eine potentiell unbegrenzte Anzahl weiblicher
Muster von derselben Patritze hergestellt werden und, um der Produktionsanlage
größtmögliche Anpassungsfähigkeit zu gewähren, kann ein Magazin solcher Patritzen
bereit gehalten werden. Zusätzliche, mit dem Original identische Patritzen können
relativ schnell und günstig durch eine RP-Maschine erstellt werden.
Produktionswerkzeug
Wo ein männliches Produktionswerkzeug erforderlich ist, wird dann
ein weibliches Muster verwendet, um das Produktionswerkzeug durch das Aufbringen
des Musters auf der Oberfläche eines Trägermaterials mit geeigneter Abmessung und
Anordnung zu erstellen. Zum Beispiel kann das weibliche Muster so auf der Oberfläche
einer Rändelwalze haftend befestigt werden, dass, wenn die Walze verwendet wird,
das weibliche Oberflächenmuster die prägende Kraft ist. Natürlich braucht eine Walze
in diesem Abschnitt des Prozesses nicht notwendigerweise verwendet werden und kann
durch eine ebene Formplatte ersetzt werden.
Normalerweise ist die weibliche Oberfläche des Produktionswerkzeugs
beträchtlich größer als die weibliche Musterfolie, die durch die Patritze produziert
wird. In diesem Fall kann das Produktionswerkzeug durch Nachbildung der Vorlage,
Anordnung einer Vielzahl von nachgebildeten Vorlagen, (die von den gleichen oder
unterschiedlichen Vorlagen nachgebildet sein können) erstellt werden, um eine große
Vorlage in der gewünschten Größe zu bilden und die große Vorlage zu verwenden, um
ein Produktionswerkzeug zu bilden. Die Herstellung des Produktionswerkzeugs wird
sehr bequem durch eine konventionelle „kiss-molding"-Technik erledigt, die
ein Harz verwendet, aus dem das Produktionswerkzeug zu formen ist. Wahlweise können
eine Anzahl Patritzen durch eine RP-Technik produziert und so zusammengefügt werden,
dass eine große Vorlage gebildet wird, von der eine weibliche Folie mit einer Oberfläche
produziert werden kann, die groß genug ist, um die gesamte Oberfläche des Produktionswerkzeugs
abzudecken.
In einigen Fällen wird ein großes männliches Produktionswerkzeug benötigt
und dem kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung Rechnung getragen werden durch
Zusammenkleben einiger Musterfolien, um eine zylindrische Form zu bilden, mit der
gemusterten Seite nach innen. Ein Hilfszylinder, wird dann innerhalb des durch die
verbundenen weiblichen Musterfolien erschaffenen Zylinders, mit Abstand zwischen
dem Hilfszylinder und der durch die weiblichen Musterfolien geformten innenliegenden
Oberfläche, angeordnet und stellt somit eine Form bereit. Eine formende Mischung,
wie härtbares Silikonharz, wird dann in die Form gegeben und darin gehärtet, um
ein zylindrisches männliches Muster zu formen. Durch Auswahl der Größe, des durch
die weiblichen Musterfolien geformten Zylinders, ist es möglich eine nahtlose Hülse
zu produzieren, die über eine Walze gesteckt werden kann, um ein Produktionswerkzeug
in der Form einer Prägewalze zu produzieren.
Das Produktionswerkzeug kann zur Verwendung in anderen Formprozessen
angepasst werden, wie z.B. der Erstellung einer speziellen Oberflächenstruktur auf
einer strukturierten Oberfläche durch Härten einer Formulierung mit strahlungshärtbarem
Bindungsmittel, während die Formulierung tatsächlich in Kontakt mit dem Produktionswerkzeug
steht. Dies kann durch das Formen des Produktionswerkzeugs aus strahlungsdurchlässigem
Material erfolgen, so dass das Aushärten durch die durch das Material des Produktionswerkzeugs
hindurchdringende Strahlung geschehen kann. Wahlweise, falls die Unterlage, auf
der die strukturierte Oberfläche erstellt werden muss, ein transparenter Film ist,
kann das Aushärten durch das Unterlagematerial hindurch erfolgen. In ähnlicher Weise
kann es verwendet werden, um durch Erhitzen des Thermoplasts und das Prägen des
durch die Hitze weich gewordenen Materials, eine thermoplastische Oberfläche zu
formen.
Das Produktionswerkzeug wird dann verwendet, um die strukturierte
Oberfläche eines beschichteten Schleifmittels zu erschaffen. Die Oberfläche, auf
der diese Oberfläche erschaffen wird, besteht aus härtbarem Harz mit darin verteilten
Schleifpartikeln und anderen Additiven wie Gleitmitteln, Füllstoffen, Schleifhilfsmitteln,
Additiven zur Adhäsionskontrolle, Härtungsbeschleunigern und dergleichen, sowie
Mischungen aus zwei oder mehrerer solcher Materialien. Das härtbare Harz kann durch
Hitze oder Feuchtigkeit oder durch chemische Reaktion härtbar sein, aber vorzugsweise
ist das Harz strahlungshärtend, womit gemeint ist, dass es durch Bestrahlung mit
ultraviolettem Licht (UV), sichtbarem Licht oder Elektronenstrahlung im optionalen
Beisein von Härtungsinitiatoren oder Beschleunigern („Hilfsstoffe") zum Erhärten
gebracht werden kann.
Das Produktionswerkzeug kann eine Form sein, in der das härtbare Harz
wenigstens teilweise gehärtet wird, während es in Kontakt mit dem Werkzeug steht.
Wahlweise kann es eine Prägewalze oder Prägeplatte sein, die entfernt wird, bevor
das Härten des Bindemittels eingeleitet ist. All solche Werkzeuge können gemäß dem
RP-Prozess erstellt und dann verwendet werden, um eine strukturierte Oberfläche
zu erschaffen, mittels des Prozesses der Erfindung, der einen vom Stand der Technik
unerreichten Grad an Komplexität aufweist.