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Dokumentenidentifikation DE102005003955A1 10.08.2006
Titel Antriebsvorrichtung für eine in Lünetten gelagerte Druckwalze eines Tiefdruckwerkes
Anmelder LSF Maschinen- und Anlagenbau GmbH & Co. KG, 04838 Laußig, DE
Erfinder Schmidt, Uwe, 06844 Dessau, DE;
Kießling, Sven, 06774 Mühlbeck, DE
Vertreter Andrejewski, Honke & Sozien, 45127 Essen
DE-Anmeldedatum 27.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005003955
Offenlegungstag 10.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.08.2006
IPC-Hauptklasse B41F 13/008(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Gegenstand der Erfindung ist eine Antriebsvorrichtung für eine in Lünetten gelagerte Druckwalze (1) eines Tiefdruckwerkes. Die Antriebsvorrichtung besteht in ihrem grundsätzlichen Aufbau aus einem Maschinengestell (2), einem elektrischen Antrieb (3) sowie einer Kupplung (4), die eine Zapfenaufnahme (5) für einen Wellenzapfen einer Druckwalze und innerhalb der Zapfenaufnahme hydraulisch betätigbare Klemmbacken aufweist. Zwischen dem elektrischen Antrieb (3) und der Kupplung (4) ist eine Welle (6) angeordnet, die in der Wellenachse eine Bohrung (7) für Hydraulikflüssigkeit enthält. Ferner ist eine Wellendurchführung (8) vorgesehen, deren Gehäuse (9) einen Zuführkanal (10) für Hydraulikflüssigkeit aufweist. Die axiale Bohrung (7) der Welle steht mit Hydraulikkanälen der Kupplung in Fluidverbindung. Die Hydraulikflüssigkeit ist durch den Zuführkanal (10) des Gehäuses und eine radiale Bohrung (11) in der Welle zuführbar. In dem Gehäuse (9) der Wellendurchführung sind beidseits des Zuführkanals (10) Wellendichtungen (12) und Wellenlager (13) angeordnet. Der elektrische Antrieb (3) und die Wellendurchführung (8) sind ferner auf einem Schlitten (14) angeordnet, der in Achsrichtung der Welle (6) linear verstellbar an dem Maschinengestell (2) angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Antriebsvorrichtung für eine in Lünetten gelagerte Druckwalze eines Tiefdruckwerkes.

Eine Lünette ist eine zum Abstützen schlanker Drehteile geeignete Spannvorrichtung aus zumeist drei Rollen, die am Umfang des Drehteiles anliegen. Die Lünettenlagerung ermöglicht einen einfachen Wechsel der Druckwalze, denn durch Verschwenken einer Rolle ist die Druckwalze zugänglich und kann aus der Lünettenlagerung herausgehoben sowie durch eine andere Druckwalze ersetzt werden.

Um die Vorteile einer Lünettenlagerung nutzen zu können ist eine Antriebsvorrichtung erforderlich, die einfach und weitgehend automatisch an die Druckwalze ankoppelbar ist. Zum Zwecke einer Registereinstellung soll die Antriebsvorrichtung auch Stellbewegungen der in Lünetten gelagerten Druckwalze in Achsrichtung der Druckwalze zulassen.

Gegenstand der Erfindung und Lösung dieser Aufgabe ist eine Antriebsvorrichtung für eine in Lünetten gelagerte Druckwalze eines Tiefdruckwerkes mit

  • – Maschinengestell,
  • – einem elektrischen Antrieb,
  • – einer Kupplung, die eine Zapfenaufnahme für einen Wellenzapfen einer Druckwalze und innerhalb der Zapfenaufnahme hydraulisch betätigbare Klemmbacken aufweist,
  • – einer zwischen dem elektrischen Antrieb und der Kupplung angeordneten Welle, die in der Wellenachse eine Bohrung für Hydraulikflüssigkeit enthält, und
  • – einer Wellendurchführung mit einem Gehäuse, welches einen Zuführkanal für Hydraulikflüssigkeit aufweist,
wobei die axiale Bohrung der Welle mit Hydraulikkanälen der Kupplung in Fluidverbindung steht und die Hydraulikflüssigkeit durch den Zuführkanal des Gehäuses und eine Radialbohrung in der Welle zuführbar ist, wobei in dem Gehäuse der Wellendurchführung beidseits des Zuführkanals Wellendichtungen und Wellenlager angeordnet sind und wobei der elektrische Antrieb und die Wellendurchführung auf einem Schlitten angeordnet sind, der in Achsrichtung der Welle linear verstellbar an dem Maschinengestell angeordnet ist. Für die erfindungsgemäße Antriebsvorrichtung können handelsübliche elektrische Antriebe verwendet werden. Die Hydraulikflüssigkeit zur Betätigung der Kupplung wird an der Wellendurchführung zugeführt und wirkt über die in der Welle enthaltenen Bohrungen sowie die mit diesen fluchtenden Hydraulikkanälen der Kupplung auf die Klemmbacken der Kupplung. Nach einer bevorzugten Ausführung der Erfindung mündet die Radialbohrung der Welle in eine Ringnut aus, die am Umfang der Welle oder an der Innenseite des Gehäuses der Wellendurchführung angeordnet ist. Aus dichtungstechnischen Gründen wird zweckmäßig zwischen der Innenfläche des Gehäuses und dem Umfang der Welle ein möglichst kleiner Spalt eingestellt. Die im Gehäuse der Wellendurchführung angeordneten Lager sind zweckmäßig Wälzlager, welche die komplementären Flächen des Gehäuses und der Welle in einem definierten Abstand halten und einen reibungsfreien Lauf der Welle gewährleisten. Die Wellendichtungen können Berührungsdichtungen oder berührungsfrei arbeitende Dichtungen sein.

Gemäß einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist die Welle an Ihrem einen Ende fest mit einem Wellenzapfen des elektrischen Antriebs verbunden und an ihrem anderen Ende mit einem kardanischen Zwischenstück an die Kupplung angeschlossen. Das kardanische Zwischenstück enthält eine Hydraulikleitung, welche die Bohrung der Welle mit dem Hydrauliksystem der Kupplung verbindet. Die mit einem zylindrischen Mantel ausgebildete Kupplung ist zweckmäßig an Rollen abgestützt, die jedoch nur wirksam sind, wenn die Verbindung zwischen der Zapfenaufnahme und dem Wellenzapfen der Druckwalze gelöst ist. Die Position der Stützrollen ist so eingestellt, dass die Kupplung sich von den Stützrollen geringfügig abhebt, wenn die auf den Wellenzapfen der Druckwalze aufgeschobene Zapfenaufnahme durch Betätigung der Klemmbacken gleichmäßig am Umfang des Wellenzapfens fixiert wird. Durch die Spannbewegung bildet sich zwischen der zylindrischen Außenfläche der Kupplung und den Stützrollen ein Freiraum, der einige Zehntelmillimeter betragen kann.

Das kupplungsseitige Ende der Welle ist zweckmäßig an einem Lager abgestützt, welches Axial- und Radialkräfte aufnimmt und beispielsweise als Pendelrollenlager ausgebildet ist.

Gemäß einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist der Schlitten, der den elektrischen Antrieb, die Wellendurchführung und gegebenenfalls weitere Einrichtungen für die Lagerung der Welle und/oder Kupplung trägt, an einen elektrischen Stellantrieb angeschlossen, der sowohl für die Kupplung als auch für eine Registereinstellung der Druckwalze benutzt wird. Der Stellweg des Stellantriebes ist so gewählt, dass mit einer Stellbewegung des Schlittens die Zapfenaufnahme der Kupplung auf den zu verbindenden Wellenzapfen einer in Lünetten gelagerten Druckwalze aufgeschoben werden kann bzw. bei einer Stellbewegung in entgegengerichteter Richtung diesen wieder vollständig freigibt. Durch im Vergleich zu diesem Stellweg kleine Stellbewegungen kann die Position der Druckwalze während des Druckbetriebes korrigiert werden. Der Stellantrieb kann daher auch zur Einstellung des Querregisters genutzt werden.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung erläutert. Es zeigen schematisch

1 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung, teilweise im Schnitt,

2 eine stirnseitige Ansicht auf die Kupplung der Antriebsvorrichtung aus der Blickrichtung A.

Die in den Figuren dargestellte Antriebsvorrichtung ist für eine in Lünetten gelagerte Druckwalze 1 eines Tiefdruckwerkes bestimmt. Die Antriebsvorrichtung besteht in ihrem grundsätzlichen Aufbau aus einem Maschinengestell 2, einem elektrischen Antrieb 3 sowie einer Kupplung 4, die eine Zapfenaufnahme 5 für einen Wellenzapfen der Druckwalze und innerhalb der Zapfenaufnahme hydraulisch betätigbare Klemmbacken aufweist. Zwischen dem elektrischen Antrieb 3 und der Kupplung 4 ist eine Welle 6 angeordnet, die in der Wellenachse eine Bohrung 7 für Hydraulikflüssigkeit enthält. Ferner ist eine Wellendurchführung 8 vorgesehen mit einem Gehäuse 9, welches einen Zuführkanal 10 für Hydraulikflüssigkeit aufweist. Die axiale Bohrung 7 der Welle steht mit Hydraulikkanälen der Kupplung 4 in Fluidverbindung. Die Hydraulikflüssigkeit ist durch den Zuführkanal 10 des Gehäuses 9 und eine Radialbohrung 11 in der Welle 6 zuführbar. In dem Gehäuse 9 der Wellendurchführung sind beidseits des Zuführkanals 10 Wellendichtungen 12 und Wellenlager 13 angeordnet. Der 1 entnimmt man ferner, dass der elektrische Antrieb 3 und die Wellendurchführung 8 auf einem Schlitten 14 angeordnet sind, der in Achsrichtung der Welle 6 linear verstellbar an dem Maschinengestell 2 angeordnet ist.

Die Welle 6 ist an ihrem einen Ende fest mit einem Wellenzapfen des elektrischen Antriebs 3 verbunden und an ihrem anderen Ende mit einem kardanischen Zwischenstück 15 an die Kupplung 4 angeschlossen. Einer vergleichenden Betrachtung der 1 und 2 entnimmt man, dass die mit einem zylindrischen Mantel ausgebildete Kupplung 4 auf Rollen 16 abgestützt ist. Die Abstützung erfolgt jedoch nur dann, wenn die Verbindung zwischen der Zapfenaufnahme 5 und dem Wellenzapfen der Druckwalze 1 gelöst ist. Wenn die Zapfenaufnahme 5 der Kupplung auf den Wellenzapfen der Druckwalze 1 aufgeschoben und durch Betätigung der Spannbacken fest mit dieser verspannt ist, stellt sich zwischen dem Umfang der Kupplung 4 und den Rollen 16 ein Freiraum a ein, der 0,1 mm oder einige Zehntelmillimeter betragen kann. Während des Druckbetriebs ist die Druckwalze 1 daher nur in Lünetten gelagert und werden seitens der Kupplung 4 keinerlei Unwuchten erzeugt.

Das kupplungsseitige Ende der Welle 6 ist an einem Lager 17 abgestützt, welches Axial- und Radialkräfte aufnimmt und im Ausführungsbeispiel als Pendelrollenlager ausgebildet ist. Das Lager 17, die Wellendurchführung 8 und der elektrische Antrieb 3 sind gemeinsam auf dem Schlitten 14 angeordnet, der mittels eines elektrischen Stellantriebes 18 in Achsrichtung der Welle 6 linear verstellt werden kann. Der Stellweg ist so groß bemessen, dass die Zapfenaufnahme 5 auf den Zapfen einer in Lünetten gelagerten Druckwalze 1 aufgeschoben werden kann bzw. der Zapfen durch eine Stellbewegung der Antriebsvorrichtung in entgegengesetzter Richtung wieder vollständig freikommt. Zusätzlich kann der Stellantrieb 18 auch für eine Registereinstellung der Druckwalze 1, und zwar für die Einstellung des Querregisters, genutzt werden.


Anspruch[de]
  1. Antriebsvorrichtung für eine in Lünetten gelagerte Druckwalze eines Tiefdruckwerkes mit

    – Maschinengestell (2),

    – einem elektrischen Antrieb (3),

    – einer Kupplung (4), die eine Zapfenaufnahme (5) für einen Wellenzapfen einer Druckwalze (1) und innerhalb der Zapfenaufnahme hydraulisch betätigbare Klemmbacken aufweist,

    – einer zwischen dem elektrischen Antrieb (3) und der Kupplung (4) angeordneten Welle (6), die in der Wellenachse eine Bohrung (7) für Hydraulikflüssigkeit enthält, und

    – einer Wellendurchführung (8) mit einem Gehäuse (9), welches einen Zuführkanal (10) für Hydraulikflüssigkeit aufweist,

    wobei die axiale Bohrung (7) der Welle mit Hydraulikkanälen der Kupplung in Fluidverbindung steht und die Hydraulikflüssigkeit durch den Zuführkanal (10) des Gehäuses (9) und eine Radialbohrung (11) in der Welle zuführbar ist, wobei in dem Gehäuse (9) der Wellendurchführung beidseits des Zuführkanals (10) Wellendichtungen (12) und Wellenlager (13) angeordnet sind und wobei der elektrische Antrieb (3) und die Wellendurchführung (8) auf einem Schlitten (14) angeordnet sind, der in Achsrichtung der Welle linear verstellbar an dem Maschinengestell (2) angeordnet ist.
  2. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (6) an ihrem einen Ende fest mit einem Wellenzapfen des elektrischen Antriebs (3) verbunden ist und an ihrem anderen Ende mit einem kardanischen Zwischenstück (15) an die Kupplung (4) angeschlossen ist und dass die mit einem zylindrischen Mantel ausgebildete Kupplung (4) auf Rollen (16) abgestützt ist, wenn die Verbindung zwischen der Zapfenaufnahme (5) und den Wellenzapfen der Druckwalze (1) gelöst ist.
  3. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das kupplungsseitige Ende der Welle (6) an einem Lager (17) abgestützt ist, welches Axial – und Radialkräfte aufnimmt.
  4. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlitten (14) einen elektrischen Stellantrieb (18) aufweist, wobei der Stellantrieb (18) sowohl für die Kupplung als auch für eine Registereinstellung der Druckwalze genutzt wird.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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