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Dokumentenidentifikation DE60025589T2 10.08.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001208259
Titel BEHANDLUNG DER KANTEN VON BODENBELAGFLIESEN
Anmelder Interface, Inc., Atlanta, Ga., US
Erfinder OAKEY, D., David, LaGrange, GA 30240, US;
SCOTT, A., Graham, LaGrange, GA 30240, US;
BRADFORD, John, LaGrange, GA 30240, US;
GRAY, Keith, Kennesaw, GA 30144, US;
GUSTASHAW, H., David, LaGrange, GA 30122, US
Vertreter Meissner, Bolte & Partner GbR, 80538 München
DE-Aktenzeichen 60025589
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 25.01.2000
EP-Aktenzeichen 009070145
WO-Anmeldetag 25.01.2000
PCT-Aktenzeichen PCT/US00/01717
WO-Veröffentlichungsnummer 2001011133
WO-Veröffentlichungsdatum 15.02.2001
EP-Offenlegungsdatum 29.05.2002
EP date of grant 18.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.08.2006
IPC-Hauptklasse D06C 25/00(2006.01)A, F, I, 20060131, B, H, EP
IPC-Nebenklasse D06N 7/00(2006.01)A, L, I, 20060131, B, H, EP   A47G 27/02(2006.01)A, L, I, 20060131, B, H, EP   

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Diese Erfindung betrifft Bodenbeläge einschließlich Teppichboden und Teppichfliesen und trittfeste Flächen- und Fliesenprodukte wie Vinylböden, und eine Maschine und ein Verfahren zum Herstellen dieser Bodenbeläge.

Hintergrund der Erfindung

Seit langem werden Stein-, Ziegel-, Beton-, Fliesen- und andere feuerfeste Materialien für Bodenbeläge verwendet. Viele solcher Produkte werden zwischen den Modulen mit einem zementhaltigen Material wie Mörtel, "Fugenmörtel" genannt, eingebaut, und solche verfugten Bereiche sind ziemlich auffallend und tragen wesentlich zum Erscheinungsbild des fertigen Bodens bei. Manche trittfeste Böden wie Vinylböden imitieren seit langem auch in Ausrollware mit wesentlicher Breite mit sehr wenigen tatsächlichen Kanten das Erscheinungsbild von Fliesenmodulen mit Fugen zwischen den Fliesen. Bei Textilflächenbodenbelägen wie Teppichböden und Teppichfliesen wurde allgemein jedoch im Bestreben nach "unsichtbaren" Kanten versucht, die Kanten zwischen angrenzenden Modulen oder anderen Bodenbelagskomponenten zu verbergen.

Bodenbeläge einschließlich Teppichböden werden in modularen oder Fliesenformen sowie auch als breitgewebte oder Ausrollware hergestellt. Eine wesentliche Aufmerksamkeit wurde dem geschenkt, die Kanten zwischen aneinander angrenzender Ausrollware und Fliesenrändern unsichtbar oder zumindest unauffällig zu machen, so dass eine visuell durchgehende, weite Bodenbelagsfläche zu sehen ist. Produkte mit aufrecht stehendem Flor erleichtern es wegen der Tendenz des Flors, an gegenüberliegenden Seiten einer Kante ineinander überzugehen, Kanten zu verbergen.

Zusätzlich können Teppichbodenränder ausfransen oder ausfasern. Solch ein Ausfransen oder Ausfasern schafft ein unerfreuliches Erscheinungsbild und senkt die Nutzdauer des Teppichs. Ausfrans- oder Ausfaserprobleme sind bei Böden noch stärker, die aus einer dünnen oder mit niedrigem Flächengewicht ausgestatteten Oberfläche auf Textilfaserbasis bestehen. Böden mit einem flachgewebtem Oberstoffgewebe machen es besonders schwierig, Stöße zu verbergen, weil kein aufrechtstehender Flor vorhanden ist, der ineinander übergehen kann.

Solch dünne Böden bieten viele Vorteile wie Nachgiebigkeit gegenüber Verformung, die durch schwere Lasten hervorgerufen wird, eine Senkung bei den Materialmengen, die zur Herstellung des Teppichs gebraucht werden, erhöhte Dauerhaftigkeit und Designflexibilität, die bei Geweben mit gewebter Oberfläche zur Verfügung stehen. Ein Nachteil dieser Teppichböden ist, dass es aufgrund der dünnen Beschaffenheit der oberen Schicht und des sich ergebenden flachen Erscheinungsbilds schwierig ist, ein dreidimensionales Erscheinungsbild bereitzustellen, bei dem manche Abschnitte der Bodenbelagsfläche höher sind als andere.

Stand der Technik

Das Dokument (&JP-A-03112511) aus den japanischen Patentveröffentlichungen, Bd. 15, Nr. 302, vom 2. August 1991 offenbart, dass "ein fliesenartiges Noppenflorfaserbodenmaterial 1 so ausgebildet wird, dass ein Pressabschnitt mit einem Noppenflor, das niedriger ist als das angrenzende Noppenflor eines angrenzenden Abschnitts, am Endabschnitt vorgesehen ist".

Die Dokumentendatenbank WPI Abschnitt Ch Woche 198441 XP 002137953 offenbart: "Ein Teppich wird zur gewünschten Form zugeschnitten. Wärme und Druck werden an die Kante der Veloursseite auf den Teppich mit einer geeigneten Breite angelegt. Dies bildet einen zurückgesetzten Veloursabschnitt entlang der Kante.".

Zusammenfassung der Erfindung

Nach der vorliegenden Erfindung umfasst ein Verfahren zum Ausbilden eines Kantenbilds in der oberen Textilfaserfläche eines Bodenbelagsmoduls durch den Schritt der Bearbeitung der Kanten eines Moduls die Schritte des Durchführens einer relativen Längsbewegung eines Bearbeitungskopfes und der Kanten eines Bodenbelagsmoduls (42); und Bearbeiten der oberen Textilflächenkanten des Bodenbelagsmoduls, um durch Farbgebung und/oder Erhöhen der Temperatur mit Energie und/oder Imprägnieren oder Plastizieren und/oder Komprimieren oder Verfestigen das Erscheinungsbild einer verfugten Kante herzustellen.

Auch umfasst nach der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung zum Ausbilden eines Kantenbilds in der oberen Textilfaserfläche eines Bodenbelagsmoduls einen Bearbeitungskopf, der im Gebrauch so wirkt, dass er Kanten eines Moduls bearbeitet, und Einrichtungen, um eine relative Bewegung zwischen dem Bearbeitungskopf und dem Modul zu bewirken, wobei die Einrichtungen zur relativen Bewegung eine Transporteinrichtung umfassen, um ein Bodenbelagsmodul und einen Bearbeitungskopf (30) zu bewegen, um eine relative Längsbewegung zwischen dem Bearbeitungskopf (30) und den Bodenbelagsmodulkanten zu bewirken; und der Bearbeitungskopf eine Wärmequelle oder ein Wärmegebläse oder eine Heißluftpistole oder eine Klebstoffpistole oder einen Schmelzbeschichter oder eine Prägevorrichtung oder einen Laser umfasst; wobei im Gebrauch das Erscheinungsbild einer verfugten Kante in den oberen Kanten des Moduls hergestellt werden kann.

Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind in den beigefügten abhängigen Ansprüchen dargelegt.

Diese Erfindung wendet sich den Belangen zu, die mit Fugen oder Stoßbereichen aneinander angrenzender Bodenbelagsteile oder -module zusammenhängen, indem genau das Gegenteil dessen gemacht wird, was eines der Ziele großen Aufwands auf den Gebieten der Herstellung und des Verlegens von Textilflächenbodenbelägen ist. Anstatt danach zu trachten, die Kanten unsichtbar zu machen, wird die Stelle solcher Kanten hervorgehoben, so dass das entstehende Erscheinungsbild das modularer Einheiten mit einer klaren Abgrenzung zwischen benachbarten Einheiten ist, in etwa entsprechend herkömmlicher Keramikfliesen mit verfugten Bereichen zwischen benachbarten Fliesen.

Solche Einfassungsbereiche zwischen Teppich- und anderen textilen Bodenbelagsfliesen oder -modulen werden dadurch geschaffen, dass ein um das gesamte Modul umlaufender Bereich so bearbeitet wird, dass er sich von der übrigen Fliese oder dem übrigen Modul sichtbar unterscheidet. Jedes Modul für eine Bodenfläche wird entsprechend bearbeitet, so dass, wenn die Kanten aller Module zusammengesetzt sind, ein übereinstimmender Kantenbereich an den Kanten jedes Moduls entsteht. Der Bereich, der durch angrenzende, bearbeitete Abschnitte von Modulen gebildet wird, senkt die Auffälligkeit des "Stoßes" oder der Abgrenzung zwischen den Modulen stark. Diese "Fugenkantenbearbeitung" lässt sich auf viele verschiedenen Arten und Weisen bewerkstelligen, darunter "manuelle" und automatisierte.

Unter anderen Alternativen zur Bewerkstelligung dieser Bodenbelagsmodulkantenbearbeitung findet sich eine oder eine Kombination von (1) Verwendung eines Färbemittels wie Farbstoff, Druckfarbe oder Pigment, (2) die Bearbeitung der Kante mit Energie, um die Temperatur ausreichend zu erhöhen, um zumindest eine Veränderung im Erscheinungsbild zu bewirken, und (3) Imprägnieren oder den Bereich anderweitig mit einem Kunststoffmaterial wie einem thermoplastischen Kunststoff wie Heißkleber zu bearbeiten. Die Bearbeitung mit Energie und die Verwendung eines Heißklebers kann Obergewebefasern binden, wodurch sich die Faser verfestigt. Der Heißkleber auf angrenzenden Fliesen- oder Modulkanten kann nach der Fliesenverlegung wiedererhitzt werden, um benachbarte Fliesen Kante an Kante miteinander zu verbinden und einen wasserundurchlässigen Bodenbelag sowie ein fugenartiges Erscheinungsbild zu schaffen.

Eine solche Kantenbearbeitung könnte eventuell auch durch Farbübertragung auf einen Teppich oder eine andere Bodenbelagsfläche erfolgen, wie etwa durch den Einsatz einer Sublimattransferdruckvorrichtung, bei der ein Unterdruck erzeugt wird, so dass Farbstoffe von Papier auf den Teppich sublimieren.

Modulkanten können mit oder ohne zusätzliche Färbemittel oder andere Materialien wie Heißkleber separat oder gleichzeitig, nach und nach bearbeitet werden, oder eine gesamte Kante kann jeweils auf einmal, vor oder während des Ausschneidens des Moduls aus einer Bodenbelagsbahn bearbeitet werden, und indem ein Modul an einer Bearbeitungsvorrichtung oder mehreren Bearbeitungsvorrichtungen vorbeibewegt wird, oder indem die Bearbeitungsvorrichtung(en) am Modul vorbeibewegt wird (werden).

Eine relativ schnelle Herstellung von Modulen mit dem Erscheinungsbild verfugter Kanten dieser Erfindung lässt sich bewerkstelligen, indem eine Fliese an Bearbeitungsstationen wie Heißluftpistolen oder Vorrichtungen zum Auftragen von Heißkleber oder Färbemittel vorbei transportiert wird. Zwei solcher Stationen können entgegengesetzte Kanten einer quadratischen oder rechteckigen Fliese bearbeiten, während die Fliese in einer ersten Richtung transportiert wird. Zwei weitere Stationen können dann die übrigen beiden Kanten bearbeiten, während die Fliese in einer zur ersten Richtung orthogonalen Richtung transportiert wird oder nachdem die Fliese um 90 Grad gedreht wurde.

Zusammenfassend umfassen mögliche Verfahren und Vorrichtungen, um die "Fugenkantenbearbeitung" dieser Erfindung zu bewerkstelligen:

  • 1. Ultraschallerosionsvorrichtungen;
  • 2. Laser;
  • 3. Heißluftpistolen;
  • 4. Heißluftmesser;
  • 5. Wärmewalzen;
  • 6. Texturwärmewalzen;
  • 7. andere Wärmevorrichtungen als Walzen, wie Heizplatten und -stäbe;
  • 8. Polyvinylchloriddruckfarbe;
  • 9. Flexodruckfarbe;
  • 10. andere Druckverfahren;
  • 11. chemisches Auftragen (z.B. Farbstoffe);
  • 12. chemische Verätzung des Garns;
  • 13. chemische Veränderung der Kanten; und
  • 14. topochemischer Sprühnebelauftxag, Walzenauftrag, Reißrollenauftrag, Wickelrollenauftrag, Transferbeschichtungsauftrag, Folientransferauftrag, usw.

Ein weiteres Merkmal dieser Erfindung umfasst die Veränderung der Farbe, des Glanzes und der Textur des Moduls, indem Wärmegebläse, Schmelzbeschichter und Prägevorrichtungen verwendet werden.

Bei noch einem anderen Merkmal dieser Erfindung werden andere Bearbeitungsverfahren eingesetzt, wie etwa Impulserwärmen, HF-Versiegeln oder Laser, um eine Fliese zu schaffen, deren Kante verfugt aussieht.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

1 ist eine perspektivische Ansicht von bearbeiteten Bodenbelagsmodulen, die zusammengesetzt einen Bodenbelag bilden.

2 ist eine schematische Seitenansicht einer nach dieser Erfindung bearbeiteten Fliese.

3 ist eine schematische Seitenansicht einer Verbindung Kante-Kante eines Bodenbelagsmoduls dieser Erfindung.

4 ist eine schematische Seitenansicht einer Verbindung Gewebe-Gewebe von Bodenbelagsmodulen.

5 ist eine perspektivische Ansicht von bearbeiteten Bodenbelagsmodulen und einer Wärmequelle, die bei einer "manuellen" Ausführungsform dieser Erfindung verwendet wird.

6 ist eine Seitenansicht einer Handvorrichtung mit einer Heißluftpistole, die in der "manuellen" Ausführungsform verwendet wird, um einem Bodenbelagsmodul ein Kantenbild zu verleihen.

Die 7A und 7B sind Draufsichten einer Vorrichtung mit Fördereinrichtungen und Heißluftgebläsen zur Herstellung einer verfugt aussehenden Kante an modularen Bodenbelägen.

8 ist eine vergrößerte Ansicht eines Teils der Vorrichtung der 7A und 7B, die eines der Heißluftgebläse zeigt.

9 ist eine Draufsicht einer weiteren Ausführungsform dieser Erfindung, die eine Vorrichtung zur Bereitstellung eines Moduls zeigt, das eine verfugt aussehende Fliesenkante mit einer strukturierten Oberfläche aufweist, die in verschiedenartigen Farben hergestellt werden kann.

10 ist eine perspektivische Ansicht einer Beschichtungsvorrichtung, die sich zum Auftragen von Heißkleber bei der in 9 dargestellten Ausführungsform dieser Erfindung verwenden lässt.

Ausfführliche Beschreibung der Erfindung I Einleitung

Diese Erfindung stellt modulare und breitgewebte oder als Ausrollware vorliegende Textilfaserflächenbodenbeläge mit Kanten bereit, die so bearbeitet werden, dass sie das Erscheinungsbild "verfugter Kanten" haben, und eine maschinelle Ausrüstung und ein Verfahren zur Herstellung des Bodenbelags. Alternativen zum Herstellen dieses modularen Bodenbelags umfassen sowohl "manuelle" als auch automatisierte Ausführungsformen.

1 stellt eine perspektivische Ansicht von verschiedenen, zusammengesetzten Fliesen 42 dar. Jede Fliese 42 besitzt eine "Kantenfugenbearbeitung" 70. Die bearbeitete Kante 70 ist in 1 durch den schraffierten Teil der Fliesen 42 wiedergegeben. Wie in 1 gezeigt ist, sind die Fliesen 42 so ausgerichtet, dass die Kanten ein fugenartiges Erscheinungsbild zwischen den Fliesen erzeugen.

II Aufbau und Verlegung von Bodenbelägen mit bearbeiteten Kanten A. Aufbau

2 zeigt eine schematische (nicht maßstabsgerechte) Seitenansicht einer Ausrollware bzw. eines modularen Bodenbelags wie Fliesen 42, die nach dieser Erfindung bearbeitet wurden. Das Bodenbelagsmaterial wie eine Fliese 42 hat eine Oberseite oder Sichtflächenschicht 72 aus Textilmaterial wie Webware, Nadelflorfasern, Wirkfasern, heißkleberfixierte Fasern oder einen anderen Aufbau. Die Sichtflächenschicht 72 könnte eine Vorbeschichtung umfassen. Ein Beispiel eines Wirkgewebes, das sich für die Schicht 72 verwenden lässt, ist in der internationalen Patentanmeldung Nr. PCT/US98/21487 mit dem Titel "Floor Covering with Woven Face" vom 13. Oktober 1998 offenbart. Eine Grundschicht 74 und eine trittfeste Schicht 76 liegen unter dem Sichtflächenmaterial 72. Das Bodenbelagsmaterial 42 weist einen Bereich 78 an den beiden Seiten des Querschnitts auf, die vom Erscheinungsbild her anders sind und tiefer sein können als der nicht bearbeitete Abschnitt des Bodenbelagsmaterials 42.

Die Kantenbearbeitung dieser Erfindung, die irgendeines der hier beschriebenen Verfahren verwendet, kann erfolgen, nachdem das Produkt zu Modulen zugeschnitten wurde, oder im Fall von Modulen, die aus einer Bahn hergestellt werden, bevor die Teppichbahn zu Modulen oder Fliesen zugeschnitten wird.

Falls das Erscheinungsbild kleinerer Module und nicht die ganze Fliesengröße gewünscht wird, kann auch eine Bearbeitung ähnlich der Kantenbearbeitung an der Fliese angewendet werden, die ein einzelnes Modul so aussehen lässt, als bestünde es tatsächlich aus einer größeren Anzahl kleinerer Module. Wird beispielsweise eine Markierung Seite an Seite in einer quadratischen oder rechteckigen Fliese zwischen jedem Paar entgegengesetzter Kanten angebracht, erscheint die Fliese so, als wäre sie in vier kleinere Fliesen aufgeteilt. Jede beliebige der hier beschriebenen "Kantenfugen"-Bearbeitungen könnte auch dazu verwendet werden, Muster auf der Sichtfläche der Fliesen herzustellen, um der Fliesenoberfläche ein dreidimensionales Erscheinungsbild zu verleihen.

Ein alternativer oder zusätzlicher Weg zum Erzielen der gewünschten "Kantenfugen"-Bearbeitung besteht darin, ein zusätzliches "fugenmörtelartiges" Material wie herkömmlichen Zementmörtel zwischen benachbarten Kanten eines Bodenbelags zu verwenden. Bei solchen Füllstoffen muss es sich nicht unbedingt um herkömmlichen Fugenmörtel handeln, beispielsweise kann es sich statt dessen um Heißkleber, Kleber und eine breite Palette von Polymermaterialien einschließlich insbesondere Polymere handeln, die dieselben wie (das) die Polymer(e) sind, die den Bodenbelag bilden oder damit kompatibel sind. Solche "Fugen" können nicht nur ästhetische sondern auch nutzbezogene Aufgaben erfüllen. Sie können unter anderem den Bodenbelag am darunter liegenden Boden fixieren, als Feuchtigkeitssperre dienen, Bodenbelagsränder versiegeln und eine größere Festigkeit bieten.

Solch ein "Fugen"-Material ist in 3 als Kleber 86 dargestellt, der auf verschiedene Weisen am Teppich angebracht werden kann. 3 zeigt eine schematische (nicht maßstabsgerechte) Seitenansicht einer Fixierung von Fliesen mit Grundschicht an Grundschicht. Diese Anwendung eignet sich besonders für einen Bodenbelag mit einem relativ dünnen Obergewebe. In diesem Fall ist der Kleber 86 nicht nur auf der Oberseite des Bodenbelags am Umfang 78 der Fliese 42 angebracht, sondern auch am Rand 88 jeder Fliese 42. Unmittelbar bevor oder nachdem die Fliesen 42 Seite an Seite verlegt werden bzw. wurden, wird ein Wärmegebläse oder eine andere Wärmequelle verwendet, um den Kleber 86 am Umfang 78 und Rand 88 aneinander angrenzender Fliesen zu erhitzen, so dass der Klebstoff flüssig wird und diese aneinander fixiert. Auf diese Weise werden bei den beiden Fliesen 42 nicht nur Oberseitenfasern an Oberseitenfasern fixiert, sondern sie werden auch Seite an Seite und Grundschicht an Grundschicht fixiert.

4 zeigt eine schematische (nicht maßstabsgerechte) Seitenansicht einer Fixierung von Fliesen 42 Gewebe an Gewebe. Für eine Anwendung, die Florteppich betrifft, kann es in manchen Situationen zweckmäßiger sein, den Kleber 86 nur auf die oberen Fasern des Umfangs 78 der Fliese 42 aufzutragen. Wenn der obere Seitenumfang jeder Fliese 42 erhitzt wird, schmilzt der Kleber 86 und bildet eine Fixierung Flor an Flor oder Gewebe an Gewebe für die angrenzenden Fliesen.

B. Verlegung

Wenn die Fliesen 42 in ihrem Einsatzgebiet verlegt sind, kann der Kantenbereich der Fliesen 42 wieder erhitzt werden, um angrenzende Kanten miteinander zu verkleben oder zu verbinden, indem der Heißkleber geschmolzen wird, was: (1) eine Verklebung zwischen den Fliesen schafft, und dadurch einen feuchtigkeitsundurchlässigen Bodenbelag bereitstellt, und (2) den Stoß zwischen den Fliesen verdeckt und das fugenartige Erscheinungsbild verstärkt.

Sowohl die Fixierung Grundschicht an Grundschicht als auch Gewebe an Gewebe lässt den Kleberpistolen- oder Heißkleberauftrag eine Fliese mit dem fugenartigen Erscheinungsbild bereitstellen, das die Tauglichkeit von aneinander befestigten Fliesen und die Feuchtigkeitssperre aufweist.

III. Verfahren zur Herstellung des verfugten Kantenbilds

Der Bodenbelag dieser Erfindung kann unter Verwendung höchst verschiedenartiger Verfahren hergestellt werden.

A. Heißluft

Der Bodenbelag dieser Erfindung kann unter Verwendung von Heißluft hergestellt werden, die auf einen Umfangsabschnitt des Bodenbelags 42 gerichtet wird, um einen Teil der Fläche, wie in 5 gezeigt, zu schmelzen, zu verfestigen und zu bleichen. Die Verfahren und die Vorrichtung für eine solche Bearbeitung werden nachstehend in den Abschnitten B-F im Detail beschrieben.

B. Heißkleberbearbeitung

Eine Kleberpistole kann einen "Strang" Heißkleber durch einen kleinen Schlitz austreten lassen, der angrenzend an den Abschnitt der Fliese 42 angelegt wird, die bearbeitet wird, um auf der Fliese 42 ein fugenartiges Erscheinungsbild herzustellen. Solch eine Kleberpistole ist das Modell HA2 Einmodul-Schlitzbeschichtungsmaschine, die zusammen mit einer STS 50-4H Heißkleberversorgungseinheit verwendet wird, beide erhältlich von Suretack Systems, einer Abteilung von Crist Company, 201F Bell Place, Woodstock, GA 30188. Die Kleberpistole umfasst eine Extrudiervorrichtung, um gespeicherten Kleber freizusetzen, und eine Wärmequelle, um den Kleber zu erhitzen. Die Kleberpistole trägt Kleber auf die vier Kanten einer Fliese 42 auf. Der Kleber kann auf den Umfang der quadratischen Fliesen ab einigen Hundertsteln eines Zolls (ein Hunderstel Zoll = 0,254 mm) bis zu einem Achtel Zoll (3,18 mm) aufgetragen werden, wodurch sich ein fugenartiger Bereich ergibt, der doppelt so breit ist, wenn zwei Fliesen angrenzend aneinander verlegt werden. Ein Vorerwärmung zumindest eines Teils der Fliesen 42, auf den der Heißkleber aufgetragen wird, kann wünschenswert sein, um das Abkühlen des Klebers zu verlangsamen und ein tieferes Durchdringen der Oberfasern 78 einer Fliese 42 zu begünstigen. Dies sorgt für eine höchstmögliche Durchdringung und Verfestigung der Fasern. Eine geeignete Heißbeschichtungsvorrichtung, die auf EVA (Ethylvinylacetat) beruht, ist das Erzeugnis 52-428, das von The Reynolds Company, 10 Gates Street, P.O. Box 1925, Greenville, SC 29602 geliefert wird. Schmelzkleber und vergleichbare Alternativen können die folgenden Inhaltsstoffe enthalten: Ethylenvinylacetatpolymer; Styrol-Butadienpolymer; Polyolefinpolymere; Styrol-Isoprenpolymer; aus Erdöl derivierte klebrigmachende Harze; aus Harz derivierte klebrigmachende Harze; Paraffinwachse und -öle; Wachse und Ole auf Naphthenbasis, und Polyamidharze.

C. Impulserwärmen

Impulserwärmen kann auch eingesetzt werden, um eine verfugt aussehende Kante an einem Bodenbelagsmodul zu schaffen. Die Impulsheizvorrichtung umfasst einen Messingstab, der durch eine Widerstandsheizung erhitzt wird. Die Staboberfläche angrenzend an das Bodenbelagsmodul kann mit einem Teflon®-Band beschichtet sein. Die Firma Vertrod Corporation, Brooklyn, New York, stellt eine maschinelle Impulsheizvorrichtung bereit, die sich zum Gebrauch mit dieser Erfindung eignet. Im Betrieb berührt der optimalerweise mit Teflon®-Band beschichtete Messingstab das Modul, dann heizt Strom mit hoher Spannung die Modulkante auf und der Stab lässt nach. Die zur Bearbeitung eines Moduls erforderliche Zykluszeit ist eine Funktion der Pigmente, der Tiefe und Art des Teppichfliesenmoduls, das bearbeitet wird.

Impulserwärmen kann auch auf eine Bodenbelagsbahn zusammen mit einer Formschnittvorrichtung zum Zuscheiden der Bahn in Fliesen oder Module verwendet werden. Indem Impulsheizstäbe angrenzend an die Formschnittklingen oder -messer angeordnet werden, kann eine Bahn Bodenbelag in einem Schritt zugeschnitten und das Modul wärmebehandelt werden.

D. HF-Versiegeln

HF-Versiegeln kann auch eingesetzt werden, um die Kanten des Moduls zu bearbeiten. Ein thermoplastisches Band oder eine thermoplastische Folie wird an die Kante des Moduls angelegt und dann HF-Energie von einem Sender durch das Modul zu einem Empfänger geschickt, wodurch das Modul und das Band erhitzt werden. HF-Versiegelungsvorrichtungen, die von Kabar Manufacturing Corp., Farmingdale, NY, erhältlich sind, und Bandmaterial wie das von Eastman Chemical Company, Kingsport, TN hergestellte ThermxTM, sind geeignete Produkte zur Verwendung mit dieser Erfindung.

Es können Bänder in verschiedenen Farben sowohl beim Impulserwärmen als auch beim HF-Versiegeln verwendet werden, um eine dekorative Modulkantenendbearbeitung bereitzustellen. Geeignete Bänder umfassen Folien mit und ohne Trägerwerkstoff. Trägerlose Folien (d.h. Klebefolien) können einen chemischen Verbundstoff wie beispielsweise Olefinpolymere, ungesättigten Polyester oder Polyamide (d.h. Nylon) enthalten. Bemis Associates Inc., Shirley, MA, liefert solche trägerwerkstofffreien Folien. Eine Folie mit Trägerwerkstoff weist eine Klebe- und eine Trägerschicht auf. Die Trägerschicht kann ein anderes Gewebe oder eine andere Folie (oder Mylar) umfassen, das bzw. die nicht thermoplastisch ist. Gewebe, die gewebt oder ungewebt sind, wie Polyester, Nylon, Polypropylen und Wirkwaren eignen sich zur Verwendung als Trägerschicht.

E. Beflocken

Beflocken kann auch eingesetzt werden, um eine bearbeitete Kante bereitzustellen. Das Beflocken umfasst eine Trägerfolie und eine obere Schicht, die dazu ausgelegt ist, Farbe zu verleihen. Zusätzlich können Beflockungsmaterialien an der Kante des Moduls befestigt und eingeprägt werden, um dem Modul ein strukturiertes dekoratives Erscheinungsbild zu geben. Fabrex International Limited, Lancaster Road, Hinkley, Leicestershire, United Kingdom liefert geeignetes Beflockungsmaterial.

F. Laser

In einer anderen Ausführungsform wird ein Laser verwendet, um ein fugenartiges Kantenbild auf Bodenbelagsmodulen bereitzustellen. Laser können auch dazu verwendet werden, um komplexere Muster in die Fliese "einzugravieren", wie das Erscheinungsbild einer rissigen "Steinbruchfliese", und um "Fugenlinien" in einen Mittelabschnitt der Fliese einzugravieren, um eine Fliese so aussehen zu lassen, als bestünde sie aus vielen Fliesen. Eine thermoplastische Beschichtung wie beispielsweise ein Band oder eine Folie kann vor der Laserbearbeitung an das Modul angelegt werden. Solch ein Erscheinungsbild einer "verfugten Kante" kann unter Verwendung der (zuvor zu anderen Zwecken) im US-Patent Nr. 4,629,858 mit dem Titel "Method for Engraving Carpet And Carpet So Engraved' dargelegten Verfahren bewerkstelligt werden.

IV. Maschinelle Ausrüstung zur Bearbeitung von Bodenbelägen A. "Manuelle" Bearbeitungsmaschine

In einer in 6 gezeigten "manuellen" Ausführungsform dieser Erfindung handelt es sich bei einer Vorrichtung 139 zum Anbringen einer Heißluftpistole 29 beispielsweise um eine Leister Hot Air Welder, Modellnr. 1G3, erhältlich von Heely Brown Company, Inc., Atlanta, GA. Eine geeignete Vorrichtung ist in der vorläufigen Patentanmeldung mit dem Titel "Hand Apparatur for Imparting Grouted Edge Appearance to Tile Face Floorcoverings" beschrieben, die am 20. Januar 2000 eingereicht wurde.

Eine modulare Fliese mit Textilfaseroberseite bzw. ein Bodenbelag 42 wird mit der Heißluftpistole 29 bearbeitet, die entlang der Kante einer feststehenden Fliese 42 bewegt wird (s. 5). Die Ausrichtung einer Spitze 140 der Heißluftpistole 29 sorgt dafür, dass Luft zu einem Umfangsabschnitt des Bodenbelags 42 geleitet wird. Eine Grundplatte 142 liegt auf Rollen 144 auf, die den Bodenbelag 42 berühren. Arme 146 sind einstellbar so angebracht, dass sie von der Grundplatte 142 vorstehen. Jeder Arm 146 endet in einem nach unten vorstehenden Schenkel 148, der wiederum in einer Führungsrolle 150 endet, die an der Kante des in Bearbeitung befindlichen Bodenbelags 42 anliegt. Die Führungsrolle 150, die zusammenwirkend mit den Rollen 144 arbeitet, sorgt für Steuerung und Stabilität, so dass eine Bedienperson dem Bodenbelag 42 wirkungsvoll Heißluft zukommen lassen kann.

Die Heißluftpistole 29 ist einstellbar an der Grundplatte 142 angebracht, indem eine schräge Eckversteifung bzw. ein Schlitten 152 verwendet wird, der mit einstellbaren Befestigungseinrichtungen 156 an eine Stütze 154 angeschraubt ist, wodurch eine Höheneinstellung der Heißluftpistole 28 über dem Bodenbelag 42 ermöglicht wird. Ein an der Stütze 154 befestigter Handgriff 158 kann bei der Betätigung dieser Vorrichtung nützlich sein. Ein Heiztragarm 160 befestigt die Heißluftpistole 29 an der Stütze 154.

Die Luft aus der Heißluftpistole tritt durch kleine Öffnungen in der geeignet geformten Spitze 140 zu einem Umfangsabschnitt der Fliese wie etwa einem Bereich aus, der zum Beispiel 1/8 bis ¼ Zoll (3,18 mm bis 6,36 mm) breit ist (obwohl in manchen Fällen breitere Bereiche wünschenswert sein können), und dann können wahlweise Andruckrollen verwendet werden, um die erwärmte Faser zu komprimieren. Die Spitze 140 der Heißluftpistole 29 und die Andruckrollen bewegen sich entlang der Kante des Moduls. In einer anderen Ausführungsform kann ein Heizkontaktwerkzeug, das beispielsweise der Spitze eines Lötkolbens ähnelt, kurz mit einem Umfangsabschnitt 70 der Fliese 42 in Kontakt gebracht werden, um diesen Abschnitt zu bearbeiten. Alternativ könnte die Kantenbearbeitung 70 unter Verwendung von Infrarotstrahlung oder Laserlicht bewerkstelligt werden, oder indem Abschnitte der zu bearbeitenden Fliese 42 mit einer erhitzten Form in Kontakt gebracht werden, die das Muster aufweist, das auf die Fliese "aufgedruckt" werden soll.

In einer anderen Ausführungsform wird ein Umfangsabschnitt 70 der Fliese 42 mit einer Ultraschallmaschine wie einer mit Ultraschall arbeitenden "Ätz-", "Schweiß-" oder "Fixier-"Maschine bearbeitet. Mit Ultraschall wird die Fliesenfaser allgemein komprimiert, und nicht geschmolzen und gerissen wie bei einer Wärmebehandlung. Ein Komprimieren des Oberfadens verhindert eine Kantenausfaserung, weil der Oberfaden des bearbeiteten Bereichs zusammengedrückt wird. Der zusammengedrückte Oberfaden wird auch unter den nicht bearbeiteten Faden hinabgedrückt, wodurch ein "fugenartiges" Erscheinungsbild 70 geschaffen wird, wenn entsprechend bearbeitete Fliesen 42 zusammengesetzt werden. Zusätzlich kann Druckfarbe mit der Ultraschallmaschine verwendet werden, um die Farbe des bearbeiteten Bereichs zu verändern. Ultraschallmaschinen, die gegenwärtig dazu verwendet werden, um Muster in Textilprodukten wie Matratzenbezügen und Steppdecken herzustellen, können für diese Anwendung ausgelegt werden.

B. "Automatische" Fliesenkantenbearbeitungsmaschine, die nur Heißluft verwendet

Die 7A und 7B zeigen eine Draufsicht einer Herstellungsvorrichtung oder -maschine 20, um einem quadratischen oder rechteckigen Bodenbelag wie einer Teppichfliese oder anderen Modulen mit einer Textilfaserfläche ein Kantenfugenerscheinungsbild zu verleihen. Wie in 7A gezeigt ist, umfasst die Maschine 20 eine Fördereinrichtung 22, und Wärmequellen 30, 32. Eine zweite Fördereinrichtung 24 ist so angeordnet, dass sie im rechten Winkel zur Fördereinrichtung 22 beschickt wird.

Die Fördereinrichtung 22 ist so angeordnet, dass sie in einer im Wesentlichen horizontalen Richtung quer verläuft, um Module 42, 44 und 47 an den Wärmequellen 30, 32 vorbei zu bewegen, um zwei entgegengesetzte Kanten zu bearbeiten. Ein zweites Paar Wärmequellen 31 und 33 bearbeitet das andere Paar entgegengesetzter Modulkanten auf der nächsten Fördereinrichtung 24. Jede Fördereinrichtung 22, 24 liegt auf (nicht gezeigten) Füßen auf, die sie auf einer für einen Arbeiter passenden Höhe halten, der Module auf die Maschine 20 legt und sie davon abnimmt. Ein (nicht gezeigter) Steuerkasten besitzt Steuereinrichtungen zum Anhalten der Maschine 20 und zum Steuern jeder Fördereinrichtung 22, 24 und der Wärmequellen 30, 31, 32 und 33. In einer Ausführungsform handelt es sich bei den Wärmequellen 30, 32 um ein Wärmegebläse wie einem Leister TWINNY Y oder einem Leister Heißluftschweißgerät mit der Modellnummer 1G3. In einer anderen Ausführungsform handelt es sich bei den Wärmequellen 30, 32 um einen Laser.

7A zeigt eine Draufsicht von Bodenbelagsfliesen 42, 44 auf der ersten Fördereinrichtung 22. Die Fliesen werden so auf die erste Fördereinrichtung 22 gelegt, dass sie aneinander angrenzen (oder anstoßen). Die Fördereinrichtungen 22, 24 umfassen Anlageflächen 46 auf jeder Seite. Die Anlageflächen 46 dienen dazu, die Fliesen 42, 44 so zu positionieren, dass die Kanten sauber bearbeitet werden. Federbügel 48, die an parallelen Stangen 50 angebracht sind, die über den Fördereinrichtungen 22 und 24 befestigt sind, dienen dazu, ein Anheben, Kräuseln oder Faltenziehen der Fliesen 42, 44 zu beheben, wenn sie die Fördereinrichtungen 22 und 24 entlang laufen.

Wie in 7A gezeigt ist, werden zwei angrenzende Fliesen 42, 44 durch Wärmegebläse 30 bzw. 32 bearbeitet. Eine Kante 49 der Fliese 44 wurde zuerst durch das Wärmegebläse 30 bearbeitet. Wenn die Fliese 44 entlang der Fördereinrichtung 22 vorrückt, wird die entgegengesetzte Kante 51 durch das andere Wärmegebläse 32 wärmebehandelt. Die benachbarte Fliese 42 befindet sich in der Position, vom Wärmegebläse 30 bearbeitet zu werden. Zuerst wird Wärme an eine Kante 52 der Fliese 42 angelegt. Wenn die Fliese 42 unter dem Wärmegebläse 32 durchläuft, wird die entgegengesetzte Kante 53 der Fliese 42 bearbeitet. Die Federbügel 48 beaufschlagen die Fliesen 42, 44 mit leichtem Druck, so dass sie auf der Fördereinrichtung 22 an ihnen Stelle bleiben. Die Fliesen 42, 44 und 47 werden entlang der ersten Fördereinrichtung 22 zu einer Rutsche 66 transportiert, die die Fliese 47 zur zweiten Fördereinrichtung 24 übergehen lässt.

Das nachgeordnete Ende 26 der Fördereinrichtung 22 ist erhöht, so dass eine Fliese 47 von der Fördereinrichtung 22 auf die Fördereinrichtung 24 fallen kann. Die Rutsche 66 nimmt die Fliese 47 aus der ersten Fördereinrichtung 22 auf und lässt sie zur Positionierung auf der zweiten Fördereinrichtung 24 auf die Gleitbahn 68 fallen. Wenn die Fliese von einer Fördereinrichtung 22 auf die zweite Fördereinrichtung 24 übergeht, ist die Fördereinrichtung 24 orthogonal (d.h. mit 90°) zur ersten Fördereinrichtung 22, so dass eine zweite Kante 71 der Fliese 47 bearbeitet werden kann. Somit dreht sich die Fliese 47 nicht, sondern das zweite Paar von Kanten wird für die Bearbeitung bereitgestellt, indem die Fliesen im Vergleich zu ihrer ersten Laufrichtung in einer orthogonalen Richtung bewegt werden. Die Fördereinrichtung 22 verwendet zwei Bänder 21 und 23, die Ende an Ende angeordnet sind. Bei den Fördereinrichtungen 22 und 24 kann es sich handeln um: (1) ein Band bzw. mehrere Bänder, oder (2) Rollenförderer, oder (3) andere Arten von Fördereinrichtungen. Das Band 21 transportiert die Fliesen 42, 44 an den Bearbeiturgsstationen 30 und 32 vorbei und auf das Band 23, das mit einer höheren Geschwindigkeit läuft als das Band 21, wodurch die Fliesen 42, 44 getrennt werden, die, als sie auf dem Band 21 befördert wurden, aneinander anstießen. Diese Trennung zwischen den Fliesen zum Zeitpunkt, an dem sie die Richtung wechseln, auch wenn sie beim Vorbeilaufen an den Bearbeitungsstationen aneinander anstoßen (oder angrenzen), lässt der Fliese 47 Zeit, auf das nächste Förderband 25 zu fallen, ihre Lage zu stabilisieren und sich orthogonal zur ursprünglichen Laufrichtung zu bewegen, ohne dass eine nachfolgende Fliese auf die Fliese 47 fällt. Aufgrund der Veränderung bei der Geschwindigkeit fällt die Fliese 47 auf das Band 25 der Fördereinrichtung 24, stabilisiert sich auf dem Förderband 25 und beginnt, sich in die Richtung der nächsten in 7B gezeigten Wärmequelle 25 zu bewegen, bevor die nächste Fliese 44 auf das Band 25 fällt. Das Band 25 der Fördereinrichtung 24 kann auch mit einer höheren Geschwindigkeit betrieben werden, um das mit einer niedrigeren Geschwindigkeit laufende Band 27 zu beschicken.

Alternativ könnte zwischen den Fördereinrichtungen 22 und 24 eine Vorrichtung zum Drehen jedes Moduls 90 verwendet werden, so dass die beiden Fördereinrichtungen 22, 24 Module in derselben Richtung bewegen könnten.

Eine Fliese 61 mit zwei bearbeiteten Kanten 62 und 64 wird entlang der Fördereinrichtung 24 verfahren, damit die beiden Kanten 63, 67 wärmebehandelt werden. Die Kante 67 wird durch das Wärmegebläse 31 bearbeitet. Wenn die Fliese 61 die Fördereinrichtung 24 weiter überquert, wird die Kante 63 vom Wärmegebläse 33 bearbeitet. Das Ergebnis ist eine vom Band 27 abgegebene Fliese 73, deren alle vier Kanten 69, 75, 77 und 79 wärmebehandelt sind.

8 zeigt eine Nahansicht der Energiequelle oder des Wärmegebläses 30 und stellt eine Fliese 42 dar, die gerade durch das Wärmegebläse 30 bearbeitet wird. Ein Spalt 64 in der Fördereinrichtung 22, der sich unterhalb einer Düse 65 des Wärmegebläses 30 befindet, leitet die Heißluft aus dem Wärmegebläse 30 ab. Das Wärmegebläse 30 umfasst einen schmalen Schlitz, der es ermöglicht, die Heißluft konzentriert auf die Fliese 42 zu lenken. Die Fliese 42 läuft entlang der Fördereinrichtung 22, wobei eine Kante 52 der Fliese 42 an die Anlagefläche 46 angrenzt. Das Wärmegebläse 30 gibt gebündelte Heißluft und Strahlungsenergie zu der Kante 52 der Fliese 42 ab, um ein Kantenfugenbild in einem Bereich mit einer gewünschten Breite, typischerweise zwischen einigen Hundersteln eines Zolls (ein Hundertstel eines Zolls = 0,254 mm) bis zu in etwa einem halben Zoll (12,7 mm) breit herzustellen. Die Düse 65 des Wärmegebläses 30 bläst Luft an die Kante 52 der Fliese 42, wodurch eine Vertiefung 78 in der Fliese 42 bewirkt wird, was eine "verfugt" aussehende Kante schafft. Wenn zwei Fliesen 42, 44 mit ein Achtel Zoll (3,18 mm) breiten Kantenfugen Seite an Seite angeordnet werden, beträgt somit das gesamte Kantenverlaufsbild ca. ein Viertel Zoll (6,36 mm).

Die Lage und Neigung des Wärmegebläses 30 ist einstellbar. Jedes Wärmegebläse 30, 31, 32 und 33 ist an einer Schwenkplatte 53 angebracht, die wiederum an einem Schlitten 55 angebracht ist, dessen Höhen- und Seitenlage einstellbar ist. Die Schwenkplatte 53 wird von einer Gewindestange 54 gesteuert, die die Schwenkposition der Platte 53 auf dem Schlitten 55 und damit die Neigung des Wärmegebläses 31 einstellen kann. Der Schlitten 55 kann auf Stangen 54, 56 vertikal verfahren werden, und seine vertikale Lage ist mit der Stange 56 einstellbar. Der Schlitten 55 bewegt sich horizontal an den Stangen 54, 56, und seine horizontale Lage ist mit einer Stange 57 einstellbar. Ein Käfig 62 kann um das Wärmegebläse 31 herum angebracht werden, um einen versehentlichen Kontakt mit heißen Flächen zu verhindern.

C. "Automatische" Maschine mit Schmelzbeschichtern und Prägevorrichtungen

9 ist eine Draufsicht einer anderen Ausführungsform dieser Erfindung, die eine der Vorrichtung 20 ähnliche Vorrichtung 90 zeigt, um ein Modul mit einer verfugt aussehenden Fliesenkante bereitzustellen, das eine strukturierte Oberfläche umfasst, die in verschiedenen Farben hergestellt werden kann. Die Vorrichtung 90 umfasst Wärmequellen 30, 32, Schmelzbeschichter 92, 94 und Prägevorrichtungen 100, 102. Fördereinrichtungen 108, 110 und 112 lassen sich im Wesentlichen horizontal bewegende Module 115, 166 quer an den Wärmequellen 30, 32, den Schmelzbeschichtern 92, 94 und den Prägevorrichtungen 100, 102 vorbeilaufen. Die Kante 126 des Moduls 116 erfährt zuerst eine Wärmebehandlung von der Wärmequelle 30, wie beispielsweise einem Wärmegebläse. Der Schmelzbeschichter 92 ist angrenzend an das Wärmegebläse 30 angeordnet und stellt einen Beschichtungsauftrag auf der angeschmolzenen Kante 126 des Moduls 115 bereit. 10 zeigt eine Ausführungsform eines Schmelzbeschichters 92. Ein geeigneter Schmelzbeschichter kann von Suretack System, Woodstock, Georgia, bezogen werden.

Mit Bezug auf 9 wird eine Thermokunststoffbeschichtung auf das vorerhitzte Ende 126 des Moduls aufgetragen. Geeignete Thermoplastbeschichtungen umfassen Polyolefine, Polyurethane, Polyester und Polyamide, sind aber nicht darauf beschränkt. Indem dem Modul 115 eine Thermokunststoffbeschichtung hinzugefügt wird, können dem Modul 115 verschiedene Glanzgrade von glänzend bis matt und Farben verliehen werden. Nach dem Auftragen der Thermokunststoffbeschichtung findet eine Prägung unter Verwendung der Prägevorrichtung 100 statt. Das Prägen bringt ein Aufstempeln oder Eindrucken eines Musters auf bzw. in das Modul 155 mit sich. Ein Rad 101 rollt über das Modul 115, wodurch, während das Modul 115 noch warm und weich ist, das Erscheinungsbild eines eingravierten Musters hergestellt wird.

Beispielsweise kann das Prägen ein betonartig strukturiertes Erscheinungsbild oder eine Modulkante schaffen, die einer eingefassten Kante ähnelt. Am Ende der Fördereinrichtung 110 dreht sich das Modul 120 nicht, sondern ein zweites Paar Kanten 130, 132 wird zur Bearbeitung vorgelegt, indem die Fliesen in einer zu ihrer ersten Richtung oxthogonalen Richtung (an einem zweiten Satz von nicht gezeigten Wärmegebläsen 30, 32, Schmelzbeschichtern 92, 94 und Prägevorrichtungen 100, 102 vorbei) bewegt werden. Das Ergebnis ist ein Modul 115, wovon alle Kanten bearbeitet sind. Die Kombination aus Wärmegebläsen 30, 32, Schmelzbeschichtern 92, 94 und Prägevorrichtungen 100, 102 ermöglicht es, dass alle fertigen Module viele Variationen an Farbe, Glanz und Struktur haben können.

Alternativ kann ein Modul 115 nur durch die Wärmegebläse 30, 32 und Schmelzbeschichter 92, 94 bearbeitet werden, oder ein Modul 115 kann nur durch die Wärmegebläse 30, 32 und Prägevorrichtungen 100, 102 bearbeitet werden. Jede Kombination aus Wärmegebläsen 30, 32, Schmelzbeschichtern 92, 94 und Prägevorrichtungen 100, 102 kann an einem Modul 115 zum Einsatz gebracht werden.

In einer anderen Ausführungsform bleibt die Fliese an der Vorrichtung feststehend, und die Energiequelle bewegt sich um die Fliese und bearbeitet den Umfang oder einen anderen Teil der Fliese, wodurch eine Kante mit fugenartigem Erscheinungsbild geschaffen wird.

Obwohl bestimmte Ausführungsformen dieser Erfindung vorstehend beschrieben wurden, sind diese Beschreibungen nur zu Zwecken der Darstellung und Erläuterung wiedergegeben. Variationen, Veränderungen, Modifizierungen und Abweichungen von den vorstehend offenbarten Systemen und Verfahren können übernommen werden, ohne dass dabei vom Rahmen dieser Erfindung abgewichen würde.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Ausbilden eines Kantenbilds in der oberen Textilfaserfläche (72) eines Bodenbelagsmoduls (42) durch den Schritt der Bearbeitung der Kanten (78, 81) eines Moduls, durch folgende Schritte gekennzeichnet:

    i) Durchführen einer relativen Längsbewegung eines Bearbeitungskopfes (30) und der Kanten (78, 81) eines Bodenbelagsmoduls (42);

    und

    ii) Bearbeiten der oberen Textilflächenkanten (70) des Bodenbelagsmoduls (42), um durch Farbgebung und/oder Erhöhen der Temperatur mit Energie und/oder Imprägnieren oder Plastizieren und/oder Komprimieren oder Verfestigen das Erscheinungsbild einer verfugten Kante herzustellen.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, und darüber hinaus dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt des:

    i) Farbgebens Färben, Einfärben oder Pigmentieren umfasst;

    ii) Plastizierens umfasst, einen Thermokunststoff wie einen Heißkleber aufzubringen;

    iii) Erwärmens durch Temperaturerhöhung, Wärme mit einem Wärmegebläse anzulegen oder Impulserwärmen oder den Einsatz von Hochfrequenzenergie umfasst;

    iv) Komprimierens oder Verfestigens umfasst, die Rückseite eines Moduls nicht zu durchdringen.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, und darüber hinaus durch folgende Schritte gekennzeichnet:

    i) das Modul in einer ersten Richtung an mindestens einem Bearbeitungskopf vorbeizutransportieren; und

    ii) das Modul in einer zur ersten Richtung orthogonalen Richtung zu transportieren; oder

    iii) das Modul in derselben Richtung, nachdem es gedreht wurde, an mindestens einem anderen Bearbeitungskopf vorbeizutransportieren.
  4. Vorrichtung zum Ausbilden eines Kantenbilds in der oberen Textilfaserfläche (72) eines Bodenbelagsmoduls (42), einen Bearbeitungskopf (30), der im Gebrauch so wirkt, dass er Kanten (78, 81) eines Moduls bearbeitet, und Einrichtungen (22) umfassend, um eine relative Bewegung zwischen dem Bearbeitungskopf und dem Modul zu bewirken, dadurch gekennzeichnet, dass:

    i) die Einrichtungen (22) zur relativen Bewegung eine Transporteinrichtung (22, 24) umfassen, um ein Bodenbelagsmodul (42) und einen Bearbeitungskopf (30) zu bewegen, um eine relative Längsbewegung zwischen dem Bearbeitungskopf (30) und den Bodenbelagsmodulkanten (78, 81) zu bewirken; und

    ii) der Bearbeitungskopf eine Wärmequelle (30) oder ein Wärmegebläse (30) oder eine Heißluftpistole (29) oder eine Klebstoffpistole oder einen Schmelzbeschichter (92, 94) oder eine Prägevorrichtung (100, 102) oder einen Laser umfasst;

    wobei im Gebrauch das Erscheinungsbild einer verfugten Kante in den oberen Kanten des Moduls hergestellt werden kann.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, wobei das Bodenbelagsmodul (42, 44, 47) rechteckig mit zwei Paaren entgegengesetzter Kanten (49, 51 und 52, 53) und darüber hinaus dadurch gekennzeichnet ist, dass:

    i) die Einrichtungen zum relativen Bewegen eine erste Transporteinrichtung (22) umfassen, um das Modul (42, 44) längs an zwei Bearbeitungsköpfen (30, 32) vorbei vorrücken zu lassen, um ein erstes Paar (49, 51) von entgegengesetzten Kanten des Moduls zu bearbeiten, und eine zweite Transporteinrichtung (24), um das Modul längs an zwei weiteren Bearbeitungsköpfen (31, 33) vorbei vorrücken zu lassen, um das zweite Paar von entgegengesetzten Kanten (52, 53) des Moduls zu bearbeiten;

    oder

    ii) die Einrichtungen zum relativen Bewegen den Bearbeitungskopf in Bezug auf das Modul bewegen; oder

    iii) die Einrichtungen zum relativen Bewegen einen drehenden Bearbeitungskopf umfassen, der sich bewegt, um die Kanten zu bearbeiten; oder

    iv) die Vorrichtung zwei Bearbeitungsköpfe umfasst, um das erste Paar von entgegengesetzten Kanten des Moduls zu bearbeiten, und eine Vorrichtung, um das Modul um 90° zu drehen; wobei im Gebrauch die Bearbeitungsköpfe das zweite Paar von entgegengesetzten Modulkanten bearbeiten können.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, und darüber hinaus dadurch gekennzeichnet, dass eine Tiefe und ein Winkel des Bearbeitungskopfs (30) einstellbar ist.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, und darüber hinaus dadurch gekennzeichnet, dass die erste (22) und zweite (24) Transporteinrichtung das Modul (42, 44, 47) jeweils mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten vorrücken lassen.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, und darüber hinaus dadurch gekennzeichnet, dass die erste Transporteinrichtung (22) das Modul (42, 44, 47) in einer zur zweiten Transporteinrichtung (24) orthogonalen Richtung vorrücken lässt.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, und darüber hinaus dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungsköpfe (30, 32) jeweils das erste Paar (49, 51) von entgegengesetzten Kanten des Moduls gleichzeitig bearbeiten, und die beiden weiteren Bearbeitungsköpfe (31, 33) jeweils das zweite Paar von entgegengesetzten Kanten (52, 53) des Moduls gleichzeitig bearbeiten.
Es folgen 8 Blatt Zeichnungen






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