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Dokumentenidentifikation DE102004007581B4 24.08.2006
Titel Wertkassette zur Aufnahme von Wertscheinen mit Sicherungsvorrichtung
Anmelder WINCOR NIXDORF International GmbH, 33106 Paderborn, DE
Erfinder Landwehr, Martin, Dr.-Ing., 33100 Paderborn, DE;
Schlüter, Jürgen, 33189 Schlangen, DE
Vertreter Loesenbeck und Kollegen, 33602 Bielefeld
DE-Anmeldedatum 17.02.2004
DE-Aktenzeichen 102004007581
Offenlegungstag 08.09.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.08.2006
IPC-Hauptklasse E05G 1/14(2006.01)A, F, I, 20060308, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Wertkassette mit mehreren Wänden zur Umgrenzung eines Innenraums zur Aufnahme von Wertscheinen, mit einer Sicherungsvorrichtung mit wenigstens einer Aufnahmekammer für eine Flüssigkeit, insbesondere eine Tinte, und mit einer Mess- und Auslöseeinrichtung zur Erfassung wenigstens eines Parameters der Wertkassette sowie zum Auslösen der Abgabe der Flüssigkeit aus der Aufnahmekammer in den Innenraum der Wertkassette in Abhängigkeit von dem gemessenen Parameter.

Derartige Wertkassetten mit Sicherungsvorrichtungen sind an sich bekannt. Die bekannten Systeme sind aber relativ aufwendig gestaltet, da sie im allgemeinen als Nachrüstsysteme ausgerüstet sind, welche nachträglich in bestehende Kassetten eingebaut werden müssen.

Die Flüssigkeit – welche z.B. als Tinte derart ausgestaltet ist, dass sie die entwendeten Wertscheine in der Wertkassette bei einem Aufbruchsversuch unverwendbar macht – wird dabei im allgemeinen in ein separates Behältnis eingegeben, welches in die Wertkassette eingesetzt wird. Dabei muss die Geometrie der Wertkassette so ausgelegt werden, dass die Flüssigkeit direkt in die Wertscheine einströmen kann, was. mit Problemen behaftet ist. Stand der Technik dieser Art zeigen die AT E 72 349 B und die DE 694 19 068 T2. Eine weitere Anordnung mit einem separaten Behälter für die Flüssigkeit ist auch aus der AT E 42 794 B bekannt. Diese Wertkassetten weisen damit auch den Nachteil einer relativ komplizierten Ausgestaltung auf.

Eine gattungsgemäße Wertkassette ist aus der DE 30 25 853 A1 bekannt. Diese Wertkassette weist ein Außengehäuse und ein Innengehäuse auf, wobei an der Innenwand des Innengehäuses ein Farbflüssigkeitsbehälter mit einer Sprengladung angeordnet ist. Auch diese Wertkassette ist relativ kompliziert ausgestaltet.

Zum Auslösen des Ausströmens der Flüssigkeit ist es bekannt, Parameter des Systems wie die Temperatur oder einen Widerstand zu messen und bei einer signifikanten Abweichung von einem Sollwert das Ausströmen der Tinte auszulösen.

Diese Vorgehensweise hat sich zwar an sich bewährt, es ist aber wünschenswert, die Sicherungseinrichtung derart weiterzuentwickeln, dass sie bei einfacher Bauart zuverlässig auch auf nur geringfügige Parameterveränderungen reagiert, welche einen Aufbruchsversuch indizieren.

Die Lösung dieses Problems ist die Aufgabe der Erfindung.

Die Erfindung löst diese Aufgabe durch den Gegenstand des Anspruchs 1.

Dies hat folgenden Vorteil. Eine Eigenschaftsveränderung im Schwingungs- und Resonanzsystem „Wertkassette mit Flüssigkeit" kann im Aufbruchsversuch z.B. durch eine Volumen-, Druck und/oder Temperaturänderung hervorgerufen werden. Diese Eigenschaftsveränderung führt auch zu einer Änderung der Schwingungsparameter, welche erheblich zuverlässiger erfasst und ausgewertet werden können als dies bei einer direkten Erfassung – z.B. der eingangs bei der Beschreibung des Standes der Technik genannten Parameter – möglich ist.

Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung, die wenigstens eine Aufnahmekammer an allen Seiten des Gehäuses der Wertkassette derart ausgebildet, dass es nicht möglich ist, die Wandung mit einem Werkzeug bis in den Innenraum der Wertkassette hinein zu durchdringen, ohne in die wenigstens eine oder eine der Aufnahmekammern einzudringen. Diese Ausgestaltung erleichtert es, sicherzustellen, dass stets der gesamte Inhalt der Wertkassette von der einzubringenden Flüssigkeit im Aufbruchsversuch erreicht wird und erleichtert die zuverlässige Messung der Schwingungsparametern.

Zweckmäßig sind der Mess- und Auslöseeinrichtung ein Mess- und Steuerungsrechner und diesem wiederum ein Schwingungserreger und ein Sensorelement in der wenigstens einen Aufnahmekammer zugeordnet, um die zu messenden Schwingungen zu erzeugen und zu erfassen.

Dabei bietet es sich aus Kostengründen und zur Gewährleistung einer hohen Funktionssicherheit an, wenn der wenigstens eine Schwingungserreger und/oder das Sensorelement als Piezoaktor, insbesondere als Piezofolie ausgebildet sind.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind den übrigen Unteransprüchen zu entnehmen.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezug auf die Zeichnung näher beschrieben.

Es zeigt:

1 eine Schnittansicht durch eine vereinfachte schematische Darstellung eines Wertbehältnisses.

1 zeigt eine Wertkassette 1 zur Aufnahme von hier nicht dargestellten Wertscheinen im Innenraum 2 der Wertkassette. Die Wertkassette 1 besteht hier aus einem Grundbehältnis 3 und einem das Grundbehältnis 3 verschließenden Deckel 4.

Sowohl das Grundbehältnis 3 als auch der Deckel 4 sind jeweils mit Aufnahmekammern 5, 6 für eine Flüssigkeit 7 wie Tinte versehen. Die Aufnahmekammer 5 des Grundbehältnisses 3 ist dabei vorzugsweise derart ausgebildet, dass von keiner Seite her kein gerader Weg zum Innenraum 2 führt, so dass es nicht möglich ist, beispielsweise mit einer Nadel oder einem kleinen Greifer die Wand 8 des Wertbehältnisses zu durchdringen, um die Wertscheine zu entwenden.

Hier wird dies dadurch erreicht, dass nahezu die gesamte Wand 8 bis z.B. auf kleine Stege 9 als Doppelwand mit einem Innenhohlraum 10 ausgebildet ist, der mit der Tinte gefüllt ist und eine Aufnahmekammer 5 ausbildet. Eine entsprechende Ausbildung als Doppelwand mit einem Innenhohlraum 11 hat die Wand 12 des Deckels 4. Die Innenhohlräume 10 und 11 des insbesondere thermoplastischen Wertkassettengehäuses lassen sich direkt bei der Herstellung mit der Flüssigkeit 7 befüllen, so dass die Herstellung günstig ist.

Selbst wenn es nach der Skizze der 1 theoretisch möglich ist, beispielsweise im Kantenbereich zwischen dem Deckel 4 und dem Grundbehältnis 3 auf einem geraden Weg in den Innenraum zu gelangen, kann dies durch einen Überlapp der Kammern 5, 6 in diesem Bereich in der Praxis doch auf einfache Weise verhindert werden. Denkbar ist es auch beispielsweise, den Deckel 4 schwenkbar am Grundbehältnis 4 anzuordnen (hier nicht dargestellt) und die Aufnahmekammern 5 und 6 im Deckel und im Grundbehältnis 3 strömungstechnisch miteinander zu verbinden. Die Darstellung der 1 ist insofern mehr schematisch zu verstehen und dient zur Verdeutlichung des Prinzips der Erfindung.

Die Sicherungsvorrichtung gegen unbefugtes Entnehmen der Wertscheine aus der Wertkassette weist neben den Aufnahmekammern 5, 6 eine hier rein schematisch dargestellte Mess- und Auslöseeinrichtung auf, die zur Erfassung wenigstens eines Parameters der Wertkassette 1 und zum Auslösen der Abgabe der Flüssigkeit 7 aus den Aufnahmekammern 5, 6 in den Innenraum 2 des Wertbehältnisses 1 in Abhängigkeit von dem gemessenen Parameter dient.

Hier umfasst die Mess- und Auslöseeinrichtung einen Mess- und Steuerungsrechner 13, der einerseits mit wenigstens einem Schwingungserreger 14 in der Aufnahmekammer 5, welcher zur Erregung von Schwingungen in der Flüssigkeit 7 in der Aufnahmekammer 5 ausgelegt ist, und andererseits mit einem Sensor 15 verbunden ist, der ebenfalls in der Aufnahmekammer 5 angeordnet ist und zur Erfassung wenigstens eines Schwingungsparameters dient.

Der Mess- und Steuerungsrechner 13 – beispielsweise eine kompakte Rechnereinheit mit einem Mikroprozessor – kann auch direkt in das Wertbehältnis 1 integriert sein. Zum Auslösen des Ausströmens der Tinte 7 in den Innenraum 2 ist er hier mit einer kleinen Explosivladung 16 verbunden, die derart ausgelegt ist, dass sie die innere Wand 17 der Doppelwand im Falle der Auslösung zerstört, so dass die Tinte in den Innenraum 2 ausströmt.

Eine entsprechende Anordnung kann im Deckel 4 angeordnet sein (hier nicht dargestellt). Im Falle mehrerer Aufnahmekammern 5, 6 kann jede dieser Kammern einen Schwingungserreger, einen Sensor und eine Explosivladung aufweisen, wobei der Mess- und Steuerungsrechner 13 nur einmal vorhanden ist. Als Explosivladungen eignen sich Aktoren, wie sie beispielsweise von Airbagsystemen von Fahrzeugen her prinzipiell bekannt sind, so dass eine großflächige Zerstörung der Innenwandung gesichert wird. Es kann sich dabei aber auch um CO2-Patronen oder ein Formgedächtnismetall handeln.

Als Schwingungserreger 14 eignen sich insbesondere Piezoaktoren, z.B. Piezofolien, welche gleichzeitig auch die Sensoren 15 ausbilden können bzw. als Sensoren 15 für die charakteristischen Schwingungen dienen können, welche sich aus dem Resonanzsystem „Tinte-Wertkassette" ergeben. Die Piezofolien können nur an einem Teilbereich oder vorzugsweise an allen Wanden der Wertkassette – bis auf Funktionsbereiche zur befugten Entnahme im Einbauzustand in einem übergeordneten Automat wie z.B. ein Geldautomat – angeordnet sein (hier nicht dargestellt).

1Wertkassette 2Innenraum 3Grundbehältnis 4Deckel 5, 6Aufnahmekammern 7Flüssigkeit 8Wand 9Stege 10Innenhohlraum 11Innenhohlraum 12Wand 13Mess- und Steuerungsrechner 14Schwingungserreger 15Sensor 16Explosivladung 17Wand

Anspruch[de]
  1. Wertkassette (1) mit mehreren Wänden (8) zur Umgrenzung eines Innenraums (2) zur Aufnahme von Wertscheinen, mit einer Sicherungsvorrichtung mit wenigstens einer Aufnahmekammer (5, 6) für eine Flüssigkeit (7), insbesondere eine Tinte, und mit einer Mess- und Auslöseeinrichtung zur Erfassung wenigstens eines Parameters der Wertkassette (1) sowie zum Auslösen der Abgabe der Flüssigkeit (7) aus der Aufnahmekammer (5, 6) in den Innenraum der Wertkassette (1) in Abhängigkeit von dem gemessenen Parameter, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Wand (8) oder mehrere der Wände (8; 12) der Wertkassette (1) als Doppelwände ausgebildet sind und die Aufnahmekammern (5, 6) für die Aufnahme der Flüssigkeit (7) bilden, wobei ein Schwingungserreger (14) zur Erregung von Schwingungen in der Flüssigkeit (7) in den Aufnahmekammern (5, 6) vorgesehen ist und die Mess- und Auslöseeinrichtung einen Sensor (15) zur Erfassung wenigstens eines Schwingungsparameters umfasst und zur Abgabe der Flüssigkeit aus der Aufnahmekammer (5, 6) in den Innenraum (2) in Abhängigkeit von dem gemessenen Schwingungsparameter ausgelegt ist.
  2. Wertkassette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Aufnahmekammer (5, 6) an allen Seiten des Gehäuses der Wertkassette (1) derart ausgebildet ist, dass es nicht möglich ist, die Wände (8, 12) der Wertkassette mit einem Werkzeug bis in den Innenraum (2) hinein zu durchdringen, ohne in die wenigstens eine oder eine der Aufnahmekammern (5, 6) einzudringen.
  3. Wertkassette nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mess- und Auslöseeinrichtung einen Mess- und Steuerungsrechner (13) aufweist.
  4. Wertkassette nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Schwingungserreger (14) und/oder der Sensor (15) als Piezoaktor ausgebildet sind.
  5. Wertkassette nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Piezoaktor als Piezofolie ausgebildet ist.
  6. Wertkassette nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Piezofolie die gesamte Wandung der Wertkassette (1) bis auf Funktionsbereiche zur befugten Wertscheinentnahme abdeckt.
  7. Wertkassette nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wertkassette (1) ein Grundbehältnis (3) und einen das Grundbehältnis (3) verschließenden Deckel (4) aufweist.
  8. Wertkassette nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wertkassette (1) mittels eines thermoplastischen Verfahrens gefertigt ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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