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Dokumentenidentifikation DE102004042528B9 24.08.2006
Titel Kabelanlage für die Führung brandgeschützter Kabel
Anmelder Dätwyler AG Schweizerische Kabel-, Gummi- und Kunststoffwerke, Altdorf, Uri, CH
Erfinder Lingg, Hansruedi, Ebikon, CH;
Aschwanden, Martin, Bürglen, CH
Vertreter Samson & Partner, Patentanwälte, 80538 München
DE-Anmeldedatum 30.08.2004
DE-Aktenzeichen 102004042528
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.05.2006
Date of publication of correction 24.08.2006
Information on correction Berichtigung in Anspruch 16
IPC-Hauptklasse H02G 3/32(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse H02G 3/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kabelanlage, in der brandgeschützte Kabel geführt sind.

An Kabelanlagen für den Innenbereich werden in Bezug auf Brandschutz in manchen Fällen hohe Anforderungen gestellt. Im Brandfall ist ein geordnetes Stillsetzen von Maschinen und Herunterfahren von Anlagen zu ermöglichen und für den Zeitraum, in dem z. B. eine Evakuierung durchgeführt wird, der Betrieb von beispielsweise Brandmeldeanlagen, Alarmierungssystemen, Notbeleuchtung, Rauchgas- und Wärmeabzugsanlagen sowie Aufzügen zu gewährleisten. Selbst nach Stillsetzung und Evakuierung sind solche Notfunktionen noch für eine gewisse Zeit gewünscht, etwa um sie für die Brandbekämpfung noch zur Verfügung zu haben und hierdurch den Einsatz der Feuerwehr zu erleichtern.

Damit die Übertragung von Daten oder Energie unter Brandbedingungen ausreichend lange gesichert ist, genügt es im Allgemeinen nicht, wenn allein die Kabel gegen Hitze und bis zu einem gewissen Grad gegen mechanische Belastungen resistent sind. Auch die anderen Bestandteile der Kabelanlage, wie Halte- und Befestigungselemente, haben den hohen Temperaturen standzuhalten. Würden diese ihre Haltefunktion im Brandfall nämlich nicht mehr erfüllen, wären die Kabel zum Beispiel nach Abknicken von Halterungen aufgrund von dann auftretenden großen Durchhängen so stark belastet, dass sie reißen oder knicken würden und nicht mehr funktionieren. Um solche Ausfälle zu vermeiden, führt man Kabel, deren Funktion im Brandfall erhalten bleiben soll, in speziellen, funktionserhaltenden Kabelanlagen.

Stand der Technik

Eine Kabelanlage, die maßgebliche Normen für den Funktionserhalt einer Kabelanlage im Brandfall erfüllen soll, schlägt die Druckschrift EP 1 276198 A2 vor. Diese Anlage weist Kabelrinnen aus Kunststoff auf, die im Brandfall abschmelzen; die Halteelemente für diese Kunststoffkabelrinne sind jedoch im Brandfall funktionserhaltend ausgeführt. In der Kabelrinne sind brandgeschützte Kabel geführt. Unter starker Hitzeeinwirkung wird die Kunststoffkabelrinne frühzeitig zerstört; die Kabel bleiben aber – zwar mit einem gewissen Durchhang – auf den Halteelementen liegen. Der zwischen den Halteelementen auftretende Durchhang ist relativ gering und beeinträchtigt die Funktionsfähigkeit der brandgeschützten Kabel nicht.

Des weiteren schlägt die Druckschrift DE 296 17 849 U1 eine Kabelumhüllung aus einem hitzebeständigen Schaumstoff vor, der im Brandfall aufschäumt und den Innenraum der Umhüllung zum Teil ausfüllt. In einer Ausführungsform wird die Umhüllung mit den darin liegenden Kabeln in einer Kabelrinne zusammen mit nicht derart umhüllten Kabeln verlegt. Die Druckschrift lässt offen, wie die Kabelrinne befestigt ist und ob sie im Brandfall zerstörungsfest ist oder nicht.

Die Erfindung stellt eine Kabelanlage bereit, in der brandgeschützte Kabel geführt sind und die zum einen eine Kabelrinne ohne Funktionserhalt im Brandfall mit zugehörigen Kabelrinnenhalterungen und zum anderen Halteelemente mit Funktionserhalt im Brandfall umfasst. Die Halteelemente sind auf der Oberseite der Kabelrinne angeordnet und halten die brandgeschützten Kabel, Im Nicht-Brandfall stützt die Kabelrinne die brandgeschützten Kabel zusätzlich und/oder deckt sie optisch ab.

Die Erfindung ist auch auf einen Satz von brandgeschützten Kabeln, einer Kabelrinne mit Kabelrinnenhalterungen sowie Halteelementen zur Verwendung im einem Verfahren zur Herstellung einer Kabelanläge gerichtet. Dabei werden die Halteelemente auf der Oberseite der Kabelrinne angeordnet und halten die brandgeschützten Kabel so, dass diese ihren Funktionserhalt im Brandfall bewahren. Im Nicht-Brandfall stützt die Kabelrinne die brandgeschützten Kabel zusätzlich und/oder deckt sie optisch ab. Die Kabelrinne mit den Kabelrinnenhalterungen weist keinen Funktionserhalt im Brandfall auf.

Die Erfindung wird nun anhand von bevorzugten beispielhaften Ausführungsformen und der beigefügten beispielhaften Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:

1 eine Ausführungsform einer Kabelanlage, bei der die brandgeschützten Halteelemente so angeordnet sind, dass sie den Kabelrinnenboden berühren;

2 eine Ausführungsform einer Kabelanlage, bei der die brandgeschützten Halteelemente oberhalb der Kabelrinne angeordnet sind;

3 eine Ausführungsform eines Halteelements mit Kröpfüng;

4 eine Ausführungsform eines klappbaren Halteelements; und

5 eine Ausführungsform einer geschlossenen Kabelrinne.

In den Figuren sind funktionsgleiche oder -ähnliche Teile mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.

Bevor die Figuren näher erläutert werden, folgen zunächst einige allgemeine Anmerkungen zu den Ausführungsformen.

Bei den Ausführungsformen geht es um Kabelanlagen, bei denen brandgeschützte Kabel zu führen sind.

Um den Funktionserhalt von brandgeschützten Kabeln während eines Brandes zu gewährleisten, ist für einen sicheren Halt der Kabel zu sorgen, durch den starke Durchhänge und damit einhergehende Brüche oder Knickungen vermieden werden. Es ist jedoch nicht notwendig, Durchhänge völlig auszuschließen; da Kabel mechanische Belastungen bis zu einem gewissen Grad tolerieren, sind vielmehr leichte Kabeldurchhänge akzeptabel. Der zumutbare Durchhang hängt dabei vom Gewicht sowie von der Belastbarkeit der einzelnen Kabel ab.

Entsprechend sehen die Ausführungsformen für die Führung der brandgeschützten Kabel einzelne, mit Abstand angeordnete Halteelemente vor, die die Kabel auch im Brandfall sicher halten, jedoch zumutbare Kabeldurchhänge zulassen. Dadurch wird der Aufwand für eine durchgehende, brandgeschützte Kabelrinne eingespart.

Andererseits sind Kabeldurchhänge im Normalfall unschön und unpraktisch. Bei den Ausführungsformen sind die brandgeschützten Kabel daher zusätzlich von einer nicht funktionserhaltenden Kabelrinne gestützt, in der in den meisten Ausführungsformen nicht brandgeschützte Kabel verlaufen – es wird in den meisten Fällen für die Durchhangvermeidung also keine eigene Kabelrinne (mit oder ohne Funktionserhalt) für die brandgeschützten Kabel verwendet, sondern eine ohnehin für die nicht brandgeschützten Kabel vorzusehende, nicht funktionserhaltende Kabelrinne mitgenutzt (die natürlich so auszulegen ist, dass sie die zusätzliche Last der brandgeschützten Kabel im Nicht-Brandfall aufnehmen kann). Ausführungsformen, bei denen die Kabelanlagen keine nicht brandgeschützten Kabel führen, entstehen meist durch eine vollständige Entnahme von früher vorhandenen nicht brandgeschützten Kabeln aus der Kabelrinne, oder wenn eine Kabelanlage aufgebaut wird, in der zwar noch keine nicht brandgeschützten Kabel verlaufen, die aber in der Zukunft nicht brandgeschützte Kabel führen soll. In einigen Ausführungsformen ist ausschließlich eine Installation von brandgeschützten Kabeln vorgesehen.

In einigen Ausführungsformen liegt das Augenmerk auf einem Abdecken der optisch unschönen Durchhänge. Dann ist ein Stützen der brandgeschützten Kabel durch die Kabelrinne nicht notwendig, es genügt, wenn die Kabelrinne so angeordnet ist, dass sie die Durchhänge möglichst vollständig optisch abdeckt.

Für den Zweck, die brandgeschützten Kabel zu stützen und/oder sie optisch abzudecken, ist die Kabelrinne unterhalb der Halteelemente für die brandgeschützten Kabel angebracht, die Halteelemente sind demnach auf der Oberseite der Kabelrinne angeordnet. Bei einigen Ausführungsformen sind die Halteelemente auf dem Boden, bei anderen Ausführungsformen knapp über dem Boden der Kabelrinne angeordnet, wodurch die brandgeschützten Kabel in einigen Ausführungsformen mit geschlossenen Kabelrinnen vollständig von der Kabelrinne umschlossen sind; oder die Halteelemente sind, wie bei wieder anderen Ausführungsformen, so weit über dem Boden der Kabelrinne angebracht, dass unterhalb eines Halteelements ein Freiraum für nicht brandgeschützte Kabel geschaffen ist. Die Halteelemente anderer Ausführungsformen sind oberhalb der Kabelrinne angeordnet, wobei bei einigen Ausführungsformen mit geschlossenen Kabelrinnen die brandgeschützten Kabel auf der Oberseite der Kabelrinne aufliegen; oder sie sind in weiteren Ausführungsformen so deutlich oberhalb der Kabelrinne befestigt, dass keine Berührung zwischen Kabelrinne und Halteelementen stattfindet.

Somit liegen im Nicht-Brandfall keine störenden Durchhänge vor, oder diese störenden Durchhänge sind optisch abgedeckt, falls die Halteelemente wie in einigen Ausführungsformen so weit oberhalb der Kabelrinne angebracht sind, dass die brandgeschützten Kabel nicht von der Kabelrinne gestützt werden. Bei einem Brand bricht die Kabelrinne mit den Kabelrinnenhalterungen üblicherweise weg; in der Kabelrinne geführte, nicht brandgeschützte Kabel fallen zu Boden oder hängen zwischen weit auseinander liegenden Auflagepunkten stark durch. Die brandgeschützten Kabel werden jedoch von ihren Halteelementen immer noch getragen und werden dann nur einen leichten Durchhang zwischen zwei Halteelementen zeigen, der aber ihre Funktionstüchtigkeit nicht beeinflusst. Da die brandgeschützten Halteelemente in keiner Weise fest mit der Kabelrinne verbunden sind, kann deren Gewicht im Brandfall die Halteelemente nicht zusätzlich belasten. Damit und aufgrund der Vorteile, die sich aus dem modularen Aufbau der Kabelanlage ergeben, sind auch Ausführungsformen, in denen keine nicht brandgeschützten Kabel geführt sind, dem Stand der Technik aus EP 1 276 198 A2 überlegen. Bei einer Kabelanlage, wie sie in dieser Druckschrift EP 1 276 198 A2 vorgeschlagen wird, sind die brandgeschützten Halterungen im Brandfall mit dem Gewicht der wahrscheinlich nicht vollständig weggeschmolzenen Kabelrinne zusätzlich zum Gewicht der Kabel belastet.

Zusammenfassend erlauben die Ausführungsformen eine Führung von brandgeschützten Kabeln, in den meisten Ausführungsformen gemeinsam mit nicht brandgeschützten Kabeln, mit relativ geringem Aufwand, da sich die Anzahl der Halteelemente mit Funktionserhalt auf das notwendige Minimum beschränkt. Als Haltevorrichtungen, die dem praktischen und ästhetischen Zweck der Durchhangvermeidung und/oder des optischen Abdeckens dienen, werden Halteelemente ohne Funktionserhalt mitbenutzt.

An dieser Stelle sollen kurz die häufig fallenden Begriffe 'Funktionserhalt' und 'brandgeschütztes Kabel' erläutert werden.

Kabel sowie Kabelanlagen werden in der Praxis verschiedenen Normprüfungen für ihr Verhalten im Brandfall unterzogen. Dabei wird unter anderem auch der Funktionserhalt im Brandfall getestet, wie zum Beispiel in der DIN-Norm 4102-12, nach der die ganze Kabelanlage über einen Zeitraum von (je nach Kategorie) 30, 60 oder 90 Minuten Flammeinwirkung ausgesetzt wird. Kabelanlagen mit normgemäßem Funktionserhalt für eine bestimmte Zeit garantieren also einen Funktionserhalt für diese Zeit; das bedeutet natürlich nicht, dass sie nach dieser Zeit zwingend funktionsuntüchtig werden. Oft werden sie ihre Funktion für einen etwas längeren Zeitraum als den garantierten aufrechterhalten. Entsprechend werden auch Kabelanlagen ohne Funktionserhalt bei einem Brand nicht unbedingt sofort funktionsunfähig; bei ihnen ist aber ein Funktionserhalt über einen längeren Brandzeitraum (z.B. 30 Minuten) nicht garantiert, und im Allgemeinen verlieren sie ihre Funktion bereits nach wesentlich kürzerer Brandeinwirkung.

Der Begriff 'brandgeschütztes Kabel' wird hier ebenfalls in diesem Kontext gebraucht. Ein brandgeschütztes Kabel ist typischerweise in der Lage, maßgebliche Normen wie zum Beispiel IEC- oder EN-Normen, oder als Teil einer Kabelanlage die DIN-Norm 4102-12 betreffs Funktionserhalt bei einem Brand zu erfüllen. Solche Kabel werden zum Beispiel in der Produktreihe 'Pyrofil' oder 'Optofil Safety' der Firma Dätwyler in verschiedenen Ausführungen vertrieben; die DE 44 37 596 A1 beschreibt zum Beispiel ein entsprechendes Kabel. Ein als 'nicht brandgeschützt' bezeichnetes Kabel ist hingegen ein Kabel, das im Brandfall nicht funktionserhaltend gebraucht wird und deswegen im Allgemeinen auch nicht für Funktionserhalt im Brandfall ausgelegt sein wird. Natürlich könnte man – technisch unnötig – für die nicht funktionserhaltend gebrauchten Kabel auch solche teureren Kabel verwenden, die bei einer Brandschutzaufhängung funktionserhaltend wären.

Brandgeschützte und nicht brandgeschützte Kabel übertragen in den meisten Ausführungsformen Energie oder Daten; dabei übertragen in verschiedenen Ausführungsformen einige der brandgeschützten Kabel und der nicht brandgeschützten Kabel Energie, andere Daten. Funktionserhalt von Halteelementen kann auf verschiedene Weisen erreicht werden.

Einige Ausführungsformen schließen den Einsatz mechanisch verstärkter Halteelemente ein, die zum Beispiel mit dickwandiger 'Panzerung' oder mit Stabilitätssicherungen (wie auf Zug belastete Verstrebungen) ausgestattet sind. Eine weitere Ausführungsform verwendet ganz aus feuerfesten Materialien aufgebaute Halteelemente. Basierend auf der Tatsache, dass die Belastbarkeit von Stahl unter Hitzeeinwirkung um einen großen Faktor abnimmt, bei entsprechend geringer Belastung aber trotzdem die Funktion erhalten bleibt, setzen andere Ausführungsformen gewöhnliche Halteelemente aus Stahl ein, die aber ein um ein Vielfaches geringeres Gewicht an Kabeln tragen, als sie im Nicht-Brandfall aushalten würden.

Die nötige Anzahl bzw. Stärke der funktionserhaltenden Stahlhalteelemente wird über das Gewicht der Kabel und die Abnahme der Festigkeit von Stahl bei bestimmten Temperaturen berechnet. Zum Beispiel Baustahl verliert schon bei einer Temperatur von 500°C bis zu 50% seiner Festigkeit und kann somit (bei 500°C) im schlechtesten Fall nur noch halb soviel Gewicht tragen wie bei Normaltemperatur.

Wird (rein hypothetisch) angenommen, dass ein verwendeter Stahl bei durchschnittlichen Brandtemperaturen nur noch 10% seiner ursprünglichen Festigkeit besitzt, dürfen funktionserhaltende Stahlhalteelemente von vornherein nur bis weniger als 10% ihrer eigentlichen Tragfähigkeit belastet werden.

In anderen Ausführungsformen wird ein Oberflächenschutz auf die Halteelemente aufgebracht, der beispielsweise aus einer Ummantelung oder Beschichtung mit dämmenden oder feuerresistenten Materialien aufgebaut ist. In einigen Fällen wird ein Schutz durch eine chemische Bearbeitung der Oberfläche erreicht.

Halteelemente mit Funktionserhalt zeigen die unterschiedlichsten Formen. In einer Ausführungsform umfassen sie die brandgeschützten Kabel, in einer anderen Ausführungsform sind sie als L-förmige Halterungen mit einer Kröpfung geformt, die ein Abrutschen der Kabel verhindert für den Fall, dass die Kabelrinne wegbricht. In einer Ausführungsform sind die Halteelemente hochklappbar gestaltet, wodurch ein Zugang zu unter den Halteelementen verlaufenden, nicht brandgeschützten Kabeln erleichtert wird. Verschiedene Ausführungsformen von Halteelementen werden an einer Wand befestigt, andere an der Decke, wieder andere Ausführungsformen ermöglichen die Befestigung an jeglicher Oberfläche.

Eine andere Ausführungsform setzt in einer Kabelanlage verschiedene Formen von Halteelementen ein.

Verschiedene Modelle von Halteelementen mit Funktionserhalt im Brandfall werden beispielsweise in der Produktreihe 'Pyrosys' von der Firma Dätwyler vertrieben.

Als Kabelrinnen werden Vorrichtungen bezeichnet, in denen Kabel verlaufen und die diese Kabel so stützen, dass keine oder nur sehr geringe Durchhänge auftreten. Kabelrinnen weisen in den meisten Ausführungsformen Seitenwände, aber keinen nach oben hin begrenzenden Deckel auf, was ihnen, im Querschnitt betrachtet, ein u-förmiges Aussehen verleiht. In manchen Ausführungsformen ist eine Kabelrinne aus einem Gitter gebildet, in anderen Ausführungsformen aus durchgehendem Material, in wieder anderen Ausführungsformen teilweise aus durchgehendem Material, teilweise aus einem Gitter oder aus leiterartig angeordneten Stäben. Handelsübliche Kabelbahnen, Gitterrinnen und Kabelleitern sind Ausführungsbeispiele von solchen Kabelrinnen. Einige Ausführungsformen von Kabelrinnen sind geschlossen; sie umschließen Kabel, die in ihnen verlaufen, vollständig. Meist ist dabei die Oberseite oder eine Seitenwand der Kabelrinne als abnehmbare oder aufklappbare Abdeckung vorgesehen. Eine solche Abdeckung ist in manchen Ausführungsformen fest mit dem Rest der Kabelrinne verbunden, zum Beispiel durch ein Scharnier, in anderen Ausführungsformen besteht die Abdeckung aus einem losen, mit dem Rest der Kabelrinne unverbundenen Einzelteil. Konkrete Ausführungsbeispiele von Kabelrinnen, die die in ihnen verlaufenden Kabel vollständig umschließen, sind handelsübliche Kabelkanäle, zum Beispiel aus glasfaserverstärktem Kunststoff.

Nun zurück zu 1, darin ist eine Ausführungsform einer Kabelanlage 1 mit brandgeschützten Kabeln 2 und nicht brandgeschützten Kabeln 3 dargestellt. Als nicht brandgeschützte Kabel kommen hier handelsübliche Kabel ohne spezielle Brandschutzschichten zum Einsatz, die deswegen einen wesentlich kleineren Durchmesser aufweisen als brandgeschützte Kabel.

Die nicht brandgeschützten Kabel 3 verlaufen in einer u-förmig ausgeprägten, offenen Kabelrinne 4. Die Kabelrinne 4 trägt das Gewicht der nicht brandgeschützten Kabel 3 und teilweise das der brandgeschützten Kabel 2 und wird von den Kabelrinnenhalterungen 6 gehalten. In der vorliegenden Ausführungsform sind die Kabelrinnenhalterungen 6 für eine Befestigung an der Wand bestimmt, wofür die Bohrlöcher 7 vorgesehen sind. Als Kabelrinnenhalterungen 6 werden handelsüblichen Halterungen eingesetzt, die fähig sind, bei Normaltemperatur die belastete Kabelrinne 4 zu tragen.

Die Halteelemente 5 für die brandgeschützten Kabel 2 sind hier wie die Kabelrinnenhalterungen 6 für ein Anbringen an der Wand mittels der Bohrlöcher 7 ausgelegt. Für einen zuverlässigen Halt werden die Halteelemente 5 mit brandgeschützten Schrauben befestigt. Durch ihre robustere Gestaltung können die Halteelemente 5 deutlich mehr Kraft aufnehmen als die Kabelrinnenhalterungen 6, für einen Einsatz bei Normaltemperatur sind sie überdimensioniert. Unter Hitzeeinwirkung bleibt ihnen so aber die Fähigkeit erhalten, die brandgeschützten Kabel zu tragen.

Die Befestigung der Halteelemente 5 wird derartig ausgeführt, dass sich ihr unterer Teil, der in diesem Beispiel die brandgeschützten Kabel 2 umschließt, in der Kabelrinne 4 befindet und deren hinteren Teil einnimmt. Dabei besteht keinerlei feste Verbindung zwischen Kabelrinne 4 und Halteelement 5, damit das Halteelement 5 nicht belastet wird, wenn im Brandfall die Kabelrinne 4 oder die Kabelrinnenhalterungen 6 zerstört werden. In der gezeigten Ausführungsform sind die Halteelemente an die Form der Kabelrinne angepasst: sie weisen einen rechten Winkel auf, der sich in den rechten Winkel zwischen Boden und Seitenwand der Kabelrinne 4 einfügt. Durch ein solches Einfügen sitzt das Halteelement 5 auf dem Boden der Kabelrinne 5 auf; die nicht brandgeschützten Kabel 3 verlaufen im vorderen Teil, die brandgeschützten Kabel 2 im hinteren Teil der Rinne 4. Diese Anordnung erlaubt den ungehinderten Zugang zu den nicht brandgeschützten Kabeln 3. Auch die brandgeschützten Kabel 2 sind einfach zu erreichen.

In einer weiteren Ausführungsform einer Kabelanlage 1 gemäß 2 verlaufen wiederum nicht brandgeschützte Kabel 3 in einer offenen Kabelrinne 4 mit Kabelrinnenhalterungen 6, wobei aber die nicht brandgeschützten Kabel nicht nur den vorderen Teil der Kabelrinne einnehmen, sondern den gesamten Bereich.

Die Halteelemente 5 umschließen genau wie in 1 die brandgeschützten Kabel 2. In dieser Ausführungsform sind die Halteelemente 5 jedoch mit einem Abstand zum Boden der Kabelrinne angebracht. Dadurch ergibt sich ein Freiraum für die Durchführung von nicht brandgeschützten Kabeln 2 unter den Halteelementen. Dies lässt das Verlegen von besonders vielen nicht brandgeschützten Kabeln in der Kabelrinne 4 zu.

Die brandgeschützten Kabel weisen zwischen den Halteelementen 5 einen durch ihr Eigengewicht hervorgerufenen Durchhang auf, durch den sie stellenweise auf den nicht brandgeschützten Kabeln zu liegen kommen. Durch die indirekte Stützfunktion der Kabelrinne 4 (die die nicht brandgeschützten Kabel trägt und dadurch wiederum die brandgeschützten Kabel stützt) wird ein störend großer Durchhang verhindert. Je nachdem, wie weit die Kabelrinne 4 mit nicht brandgeschützten Kabeln aufgefüllt ist und wie hoch über dem Kabelrinnenboden die Halteelemente 5 angebracht sind, wird der Durchhang der brandgeschützten Kabel 2 kleiner oder größer.

In der Figur sind sehr wenige nicht brandgeschützte Kabel in der Kabelrinne 4 geführt, wodurch ein beträchtlicher Durchhang der brandgeschützten Kabel zugelassen wird, der zur Verdeutlichung der Stützfunktion der Kabelrinne 4 in 2 auch übertrieben dargestellt wurde. In der Realität lassen die meisten Ausführungsformen nur einen geringeren Durchhang der brandgeschützten Kabel im Nicht-Brandfall zu als den in 2 gezeigten.

3 zeigt eine Ausführung eines Halteelements 5 mit Kröpfung 8, das zur Befestigung an der Wand vorgesehen ist, wozu das Bohrloch 7 genutzt wird. Die beiden Schenkel 9 und 10 bilden einen rechten Winkel, der (wie in 1) in eine Kabelrinne eingefügt werden kann. Für eine Anordnung des Halteelements 5 teilweise in einer Kabelrinne wird eine Unterlegscheibe zwischen der Wand und dem Teil des Schenkels 10, der sich nicht in der Kabelrinne befindet, angebracht. Ohne diesen Ausgleich würde das Halteelement schräg an der Wand hängen, weil sein unterer Teil durch der Kabelrinne von der Wand weggedrückt würde, der obere Teil aber nicht.

Auf dem Schenkel 9 liegen die brandgeschützten Kabel auf. Eine Kröpfung 8 verhindert ein Abrutschen der Kabel; vor allem, wenn im Brandfall die die brandgeschützten Kabel stützende Kabelrinne wegbricht, ist eine solche Sicherung wichtig.

Eine Ausführungsform eines klappbaren Halteelements 5 ist in 4 veranschaulicht.

Eine Führung der Kabel ist in dieser Ausführungsform durch den Ring 14 vorgesehen. Dieser Ring 14 weist eine Unterbrechung 13 auf, an der er auseinander gebogen wird, um brandgeschützte Kabel hinzuzufügen oder zu entfernen.

Das Halteelement 5 verfügt über ein Scharnier 12, welches ein Hoch- oder Herunterklappen des Ringes 14 ermöglicht. Diese Einrichtung erweist sich zum Beispiel als praktisch, wenn das Halteelement unter ihm liegende, nicht brandgeschützte Kabel verdeckt. In diesem Fall wird ein Zugang durch ein Hochklappen des Ringes erleichtert. Außerdem wird über ein Hoch- oder Herunterklappen des Ringes 14 der Durchhang der brandgeschützten Kabel reguliert, wenn sich beispielsweise die Belegung der Kabelrinne mit nicht brandgeschützten Kabeln verändert hat.

Eine Fixstellung des Scharniers wird über ein Festziehen der Schraube 15 erreicht.

Die Befestigung des Halteelements 5 erfolgt beispielsweise durch eine Aufhängung an der Decke, wodurch das aus Stahl geformte Halteelement 5 hauptsächlich Zugbelastungen ausgesetzt ist. Funktionserhalt im Brandfall wird z. B. durch eine Beschichtung erreicht, die bei Hitzeeinwirkung aufschäumt und Luftporen bildet.

5 schließlich zeigt eine Ausführungsform einer die Kabel vollständig umschließenden Kabelrinne 4 in Kombination mit einem Halteelement 5.

Die Kabelrinne 4 besteht hier aus einem Kabelrinnenunterteil 19 und einem vollständig abnehmbaren Kabelrinnendeckel 16, der auf dem Kabelrinnenunterteil angeordnet ist. Halt bekommt der Kabelrinnendeckel 16 durch einen Einschnappmechanismus 17, für den eine S-Form in den oberen Teil der Seitenwände des Kabelrinnenunterteils 19 eingeprägt ist. Der Kabelrinnendeckel weist seitlich Entsprechungen dieser S-Form auf. Bei einem Aufsetzen des Deckels 16 schieben sich die Formen übereinander und rasten ein. Dadurch wird der Deckel in seiner Position gehalten, ein Abheben des Deckels jedoch ist unter Einsatz von entsprechendem Werkzeug möglich. Das Kabelrinnenunterteil 16 der dargestellten Ausführungsform ist für eine Befestigung an der Wand mit Hilfe der Kabelrinnenhalterungen 6 vorgesehen.

In den Kabelrinnendeckel 16 sind Durchlässe 18 für die Halteelemente 5 ausgespart. Diese Halteelemente 5 sind mit einem unteren Teilstück im Kabelrinnenunterteil 16 angeordnet, ragen jedoch, um eine Befestigung oberhalb der Kabelrinne 4 zu ermöglichen, über das Kabelrinnenunterteil 16 hinaus.

Dadurch werden die Durchlässe 18 im Kabelrinnendeckel 16 notwendig. Um ein Aufsetzen des Deckels auch nach dem Anbringen der Kabelanlage an der Wand zu ermöglichen, sind die Durchlässe 18 nicht nur Löcher im Deckel, sondern richtiggehende Ausschnitte – auch die S-förmigen Seitenränder werden im Bereich der Halteelemente 5 ausgespart. Wären nur Löcher zum Durchlass der Halteelemente 5 eingefügt, könnte der Deckel 16 nur dann aufgebracht oder abgenommen werden, wenn die Halteelemente 5 nicht an der Wand befestigt sind.

Durch die Durchlässe 18 wird weiterhin im Brandfall vermieden, dass die Kabelrinne 4, falls sie beispielsweise herunterstürzt, dabei an den Halteelementen 5 hängenbleibt und diese belastet.


Anspruch[de]
  1. Kabelanlage (1), in welcher brandgeschützte Kabel (2) geführt sind und welche zum einen eine Kabelrinne (4) ohne Funktionserhalt im Brandfall mit zugehörigen Kabelrinnenhalterungen (6) und zum anderen Halteelemente. (5) mit Funktionserhalt im Brandfall umfasst,

    wobei die Halteelemente (5) auf der Oberseite der Kabelrinne (4) angeordnet sind und die brandgeschützten Kabel (2) halten; und

    wobei die Kabelrinne (4) die brandgeschützten Kabel (2) im Nicht-Brandfall zusätzlich stützt und/oder optisch abdeckt.
  2. Kabelanlage nach Anspruch 1, die außer den brandgeschützten Kabeln (2) auch nicht brandgeschützte Kabel (3) führt, wobei die nicht brandgeschützten Kabel in der Kabelrinne (4) verlaufen.
  3. Kabelanlage (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Kabelrinne (4) nach oben hin offen ausgebildet ist.
  4. Kabelanlage (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Kabelrinne (4) die Kabel; die in ihr verlaufen, vollständig umschließt.
  5. Kabelanlage nach Anspruch 4, wobei die Halteelemente (5), die die brandgeschützten Kabel (2) halten, so angeordnet sind, dass die brandgeschützten Kabel im Inneren der Kabelrinne (4) verlaufen, so dass sie von der Kabelrinne vollständig umschlossen werden.
  6. Kabelanlage (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine Überdimensionierung für den Nicht-Brandfall in der Anzahl und/oder der Tragkraft der Halteelemente (5) deren Funktionserhalt im Brandfall bewirkt.
  7. Kabelanlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei ein Oberflächenschutz der Halteelemente (5) deren Funktionserhalt im Brandfall bewirkt.
  8. Kabelanlage (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Halteelemente (5) auf dem Boden oder knapp über dem Boden der Kabelrinne (4) angeordnet sind.
  9. Kabelanlage (1) nach Anspruch 8, wobei die Halteelemente (5) im hinteren Teil der Kabelrinne (4) angeordnet sind, so dass die brandgeschützten Kabel (2) im hinteren Teil der Kabelrinne (4) verlaufen.
  10. Kabelanlage (1) nach Anspruch 8 oder 9, wobei die Halteelemente (5) in ihrer Form an die Kabelrinne (4) angepasst sind.
  11. Kabelanlage (1) nach Anspruch 2, wobei die Halteelemente (5) mit einem Abstand über dem Boden der Kabelrinne (4) angeordnet sind, so dass unter den Halteelementen (5) ein Freiraum für die Durchführung der nicht brandgeschützte Kabel (3) besteht und die brandgeschützten Kabel (2) auf den nicht brandgeschützten Kabeln (3) aufliegen.
  12. Kabelanlage (1) nach Anspruch 11, wobei die Halteelemente (5) hochklappbar sind, um den Zugang zu darunterliegenden Kabeln zu erleichtern.
  13. Kabelanlage (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Halteelemente (5) eine Kröpfung (8) aufweisen, die ein Abrutschen der brandgeschützten Kabel (2) verhindert.
  14. Kabelanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei die Halteelemente (5) die brandgeschützten Kabel (2) umschließen.
  15. Kabelanlage (1) nach Anspruch 1, wobei die Halteelemente (5) in einem größeren Abstand voneinander angebracht sind als sie es wären, wenn Durchhänge der brandgeschützten Kabel (2) nicht von der Kabelrinne (4) gestützt oder optisch abgedeckt würden.
  16. Installations- und Kabelsatz aus brandgeschützten (2) Kabeln, einer Kabelrinne (4) mit Kabelrinnenhalterungen (6) sowie aus Halteelementen (5) zur Verwendung in einem Verfahren zur Herstellung einer Kabelanlage (1) mit den Merkmalen eines der Ansprüche 1 bis 15.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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