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Dokumentenidentifikation DE102004056332A1 24.08.2006
Titel Verwendung eines Verbundwerkstoffs zur Dämmung von Schall und Erschütterungen
Anmelder PECA-Verbundtechnik GmbH, 94339 Leiblfing, DE
Erfinder Penzkofer, Ludwig, Dipl.-Ing., 94339 Leiblfing, DE;
Kerscher, Hans, 84130 Dingolfing, DE
Vertreter Kritzenberger & Zeuner, 80636 München
DE-Anmeldedatum 22.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004056332
Offenlegungstag 24.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.08.2006
IPC-Hauptklasse E04B 1/62(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04B 1/82(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   E04B 1/98(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Beschrieben wird die Verwendung eines Verbundwerkstoffs zur Dämmung von Schall und Erschütterungen. Der Verbundwerkstoff umfasst zumindest ein metallisches Gitterwerk 1 und mindestens eine die Gitteröffnungen bedeckende, flexible Kunststofffolie 2.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung bezieht sich auf die Verwendung eines Verbundwerkstoffs zur Dämmung von Schall und Erschütterungen.

Stand der Technik

Aus dem Stand der Technik ist neben einer Vielzahl von Dämmstoffen, die zur Schall- und Wärmedämmung verwendet werden, auch eine große Vielfalt von Verbundwerkstoffen bekannt, die aus einem Gitterwerk und einer mit dem Gitterwerk verbundenen Kunststofffolie bestehen.

Die US 3 627 613 A beschreibt beispielsweise einen Verbundwerkstoff aus einer oder mehreren metallischen Gitter- oder Blecheinlagen und einer beidseitig aufgebrachten Kunststofffolie. Die Kunststofffolie wird vor dem Verbinden erwärmt und dann gegen die Einlage gedrückt.

Die US 2 742 391 A offenbart einen Verbundwerkstoff aus einem Metallgitter oder -geflecht mit beidseitiger Kunststofffolie, die durch Aufeinanderpressen unter Wärmeeinfluss miteinander und mit dem Gitterwerk verbunden werden. Vor dem Verbinden wird das Metallgitter zunächst durch Tauchen mit einem Überzug versehen, auf dem dann die Folien befestigt werden.

Die GB 2 060 486 A beschreibt ein Verfahren zum Herstellen eines Verbundwerkstoffes, bei dem zwei thermoplastische Kunststofffolien durch Hitzeeinwirkung miteinander verschweißt werden. Zwischen den beiden Kunststofffolien befindet sich eine Schicht aus metallischen, sich kreuzenden Drähten.

Aus der EP 0 075 641 A1 ist ein Verbundwerkstoff aus einem metallischen Gitterwerk und einer ein- oder beidseitig angebrachten, die Gitteröffnungen bedeckenden, flexiblen Schrumpffolie aus Kunststoff bekannt. Zur Herstellung des Verbundwerkstoffs werden die Kunststofffolie und das metallische Gitterwerk in Bahnen oder Stücken parallel und fluchtend aufeinander gelegt und in dieser Lage die Kunststofffolie auf das Gitterwerk aufgeschrumpft. Die Folie und das Gitterwerk werden dabei kontinuierlich aus je einem Vorrat abgezogen und aufeinander liegend einer Schrumpfeinrichtung zugeführt. In der Schrumpfeinrichtung wird die Kunststofffolie mittels eines Heißgasstromes erweicht und gegen das Gitterwerk gedrückt.

Neben diesen Verbundwerkstoffen aus Gitterwerk und unter Wärmeeinwirkung auf das Gitterwerk aufgebrachter Kunststofffolie ist auch eine Vielzahl von Dämmstoffen bekannt, die zur Schall- und Wärmedämmung verwendet werden.

Bei solchen Dämmstoffen handelt es sich in der Regel um poröse Stoffe mit niedriger Rohdichte, die meist in Form von Matten, Platten oder Schüttungen zur Wärmedämmung (Kälteschutz) und/oder zur Schalldämmung, also zur Vermeidung der Entstehung oder zur Verminderung der Übertragung von Schallschwingungen dienen. Als organische Dämmstoffe werden Holzprodukte (Holzspan- und Holzfasererzeugnisse) und Kunstharzschäume (Schaumstoffe) sowie auch Kork, Torf, Stroh, Seegras oder Kokosfasern genutzt. Anorganische Dämmstoffe sind Kieselgur, Blähperlit, Blähglimmer, Schaumsand und -glas.

Aus der DE 299 15 463 U1 ist beispielsweise ein Dämmelement zur Wärme- und/oder Schalldämmung von Gebäudewänden bekannt, das aus einer Schicht aus faserigem Dämmstoff und einer Beschichtung aus aufgeschäumtem Natrium- oder Kaliumwasserglas besteht. Als Dämmstoff werden Mineralfasern wie Steinwolle oder Polystyrol-Hartschaum verwendet.

In der DE 199 30 844 A1 wird die Verwendung einer flächigen Verbundplatte als schalldämmendes Element beschrieben. Die Verbundplatte besteht aus zwei beabstandeten parallelen Kunststoffplatten, die über zwischen ihnen verlaufenden Stegen miteinander verbunden sind.

Die DE 195 42 282 A1 offenbart ein Bauelement zur schalldämmenden Verbindung von Gebäudeteilen. Das Bauelement besteht aus einer Trennplatte und aus die Trennplatte durchquerenden Bewehrungsstäben. Die Bewehrungsstäbe weisen einen etwa vertikal in der Trennplatte verlaufenden Mittelabschnitt auf, an den sich jeweils über eine Abbiegung beidseits vorstehende Verankerungsabschnitte zum Einbetonieren in die angrenzenden Gebäudeteile anschließen. Die Trennplatte besitzt einen mehrschichtigen Aufbau aus zwei relativ harten Außenlagen und einer demgegenüber weichen Zwischenlage, wobei die Außenlagen nicht direkt miteinander verbunden sind.

Trotz der Vielzahl an bekannten Schalldämmelementen bleiben die insbesondere vom Schienen- und Straßenverkehr aber auch von gewerblichen Anlagen verursachten Erschütterungen und der Lärm, der von diesen Einrichtungen ausgeht, ein Problem für die teilweise in sehr geringer Entfernung lebenden Anwohner.

Unter den Begriffen „Schall" und „Erschütterung" werden mechanische Schwingungen und Wellen eines materiellen elastischen Mediums verstanden. Treten diese Schwingungen und Wellen im Frequenzbereich des menschlichen Hörens auf, so spricht man von Hörschall oder Schall im engeren Sinn. Schwingungen unterhalb des Hörbereichs heißen Infraschall und sind vom menschlichen Ohr nicht zu erfassen. Solche niedrigfrequenten Schwingungen können aber durch den Tastsinn des Menschen als Erschütterungen der Umgebung wahrgenommen werden. Eine Erschütterung stellt also nichts anderes dar als Schall eines bestimmten Frequenzspektrums.

Bei Schall- oder Erschütterungswellen handelt es sich um periodisch von ihrer Erregungsquelle ausgehende Schwankungen der Massendichte. Bei einem festen Schallgeber wird die Schwingung auf das umgebende Medium (im Allgemeinen Luft) und durch dieses auf das Gehör oder den Tastsinn des Menschen übertragen.

Auf einen festen Körper auftreffende Schallwellen üben auf diesen einen rasch wechselnden Druck aus (Schalldruck); gleichzeitig werden auf den Körper mechanische Größen wie Impuls und Energie (Schallenergie) übertragen.

Als Schalldämmung wird die Reflexion, also die Umlenkung des Schalls, bezeichnet um diesen von schützenswerten Einrichtungen fernzuhalten. Dies geschieht in der Regel durch schwere Bauelemente wie Wände, aber auch durch Türen und Fenster von Gebäuden oder Lärmschutzwände im Freien. Das zugrunde liegende Prinzip ist, dass das dämmende Bauteil wegen seiner Massenträgheit durch den einfallenden Luftschall selbst nur zu relativ kleinen Schwingungen angeregt werden kann. Dies wiederum bewirkt im Vergleich zum einfallenden Schall eine nur sehr geringe Schallabstrahlung. Da dieser Effekt auch auf der abgeschirmten Seite auftritt, kann der Schall auf diese Weise von der zu schützenden Einrichtung ferngehalten werden. Bei Lärmschutzwänden im Freien ist die Dämmwirkung begrenzt, da der Schall sich auch seitlich um Hindernisse herum ausbreiten kann.

Aufgrund der immer dichter werdenden Bebauung und der zunehmenden Zahl an Verkehrstrassen, die durch Wohngebiete geführt werden, nehmen die Probleme durch Schall und Erschütterungen eher zu als dass mit einer beständigen Verminderung der Belästigung gerechnet werden kann. Es besteht daher weiterhin ein starker Bedarf an Dämmelementen, die einfach und kostengünstig eine effektive Dämmung von Schall und Erschütterungen bewirken.

Darstellung der Erfindung

Hier setzt die Erfindung an. Es soll ein Dämmelement zur Verfügung gestellt werden, das eine kostengünstige und effektive Dämmung von Schall und Erschütterungen bewirkt. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Verwendung eines Verbundwerkstoffs gemäß unabhängigem Patentanspruch 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Aspekte, Details und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie den Zeichnungen.

Wie bereits erwähnt ist aus dem Stand der Technik eine Reihe von Verbundwerkstoffen mit einem metallischen Gitterwerk und einer auf das Gitterwerk aufgebrachten Kunststofffolie bekannt. Überraschenderweise wurde nunmehr festgestellt, dass solche Verbundwerkstoffe schalldämmende Eigenschaften besitzen. Die Fähigkeit dieser Verbundwerkstoffe zur Schall- und Erschütterungsdämmung wurde bisher nicht beschrieben.

Erfindungsgemäß wird daher ein Verbundwerkstoff, der zumindest ein metallisches Gitterwerk und mindestens eine die Gitteröffnungen bedeckende, flexible Kunststofffolie umfasst, zur Dämmung von Schall und Erschütterungen verwendet. Gegenüber herkömmlichen Dämmelementen weisen die Verbundwerkstoffe gemäß der vorliegenden Erfindung den Vorteil einer einfachen und kostengünstigen Herstellung auf.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird als flexible Kunststofffolie eine Schrumpffolie verwendet, die auf das Gitterwerk aufgeschrumpft ist, wobei das Gitterwerk als ein die Schrumpfkräfte aufnehmendes Tragegerüst ausgebildet ist. Die Verwendung einer Schrumpffolie erleichtert die Herstellung des Verbundwerkstoffs im Vergleich zu herkömmlichen Kunststofffolien deutlich. Das als Traggerüst ausgestaltete Gitterwerk sorgt für die notwendige Festigkeit, die den Einsatz des Verbundwerkstoffs in vielfältiger Weise auch unter Belastung erlaubt. Als Schrumpffolie besonders gut geeignet sind Polyethylenfolien.

Ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung solcher Verbundwerkstoffe mit aufgeschrumpfter Kunststofffolie sind ausführlich in der EP 0 075 641 A1 beschrieben, auf die hiermit Bezug genommen wird.

Besondere Vorteile der vorliegenden Erfindung werden auch dadurch erreicht, dass das Gitterwerk des Verbundwerkstoffs von beiden Seiten mit Kunststofffolien bedeckt wird, die das Gitterwerk dann zwischen sich einschließen. Auf diese Weise werden eine erhöhte Festigkeit und ein verbesserter Korrosionsschutz des Gitterwerks erreicht.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird zwischen dem Gitterwerk und zumindest einer Kunststofffolie des Verbundwerkstoffs ein die Gitteröffnungen überlagerndes, gegenüber dem Gitterwerk feinmaschigeres und dünneres Maschenwerk aufgebracht. Das zwischen die Kunststofffolie und das Gitterwerk eingeschobene Maschenwerk übernimmt die Unterstützung der Folie. Das Gitterwerk braucht somit lediglich entsprechend den aufzunehmenden Kräften dimensioniert zu werden.

Besondere Vorteile ergeben sich, wenn der Verbundwerkstoff neben seiner Funktion als Schall- und Erschütterungsdämmung gleichzeitig als verlorene Schalung eingesetzt wird. Durch das Gitterwerk und die Kunststofffolie wird eine Festigkeit und Formbeständigkeit des Verbundwerkstoffs erreicht, die eine Verwendung als verlorene Schalung bei Betoniervorgängen erlauben. Gegenüber konventionellen Schalungen ergibt sich damit der Vorteil, dass der Verbundwerkstoff gemäß der vorliegenden Erfindung in dem Bauwerk verbleibt und dort dauerhaft seine schall- und erschütterungsdämmende Funktion ausüben kann. Im Vergleich zu alternativen verlorenen Schalungen weist der Verbundwerkstoff gemäß der vorliegenden Erfindung deutlich bessere schall- und erschütterungsdämmende Eigenschaften auf.

Herstellung und Anwendungsgebiete des Verbundwerkstoffs gemäß der vorliegenden Erfindung zur Verwendung als verlorene Schalung sind ausführlich in der DE 34 36 690 A1 beschrieben, auf die hiermit Bezug genommen wird.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird der Verbundwerkstoff zur Dämmung von Schall und Erschütterungen und zugleich als verlorene einhäuptige Schalung verwendet. Besondere Vorteile ergeben sich, wenn der Verbundwerkstoff zusammen mit einer Spundwand eingesetzt wird. Dabei wird der Verbundwerkstoff vorteilhafterweise zunächst durch punktuelles Anschweißen mit der Spundwand verbunden. Nach dem Betoniervorgang wird die Spundwand entfernt und der Verbundwerkstoff verbleibt in dem Bauwerk.

Bisher wurden beim Einsatz von Spundwänden als einhäuptige Schalung in der Regel Bleche an die Spundwände geschweißt. Diese Bleche sind mit den Spundwänden fest verbunden, sodass sie nach dem Betoniervorgang beim Entfernen der Spundwände zusammen mit diesen aus dem Erdreich gezogen werden. Um die Wiederverwendung der Spundwände zu ermöglichen müssen die Bleche händisch von den Spundwänden abgenommen werden. Die Bleche selbst sind nicht mehr zu gebrauchen und werden nach einmaligem Einsatz entsorgt.

Bei Verwendung eines Verbundwerkstoffs gemäß der vorliegenden Erfindung wird dieser durch punktuelles Anschweißen an der Spundwand angebracht. Nach dem Betoniervorgang wird die Spundwand aus dem Erdreich entfernt, wobei sich der Verbundwerkstoff von der Spundwand löst und in dem Bauwerk verbleibt. Der Einsatz eines Verbundwerkstoffs gemäß der vorliegenden Erfindung als einhäuptige Schalung in Verbindung mit einer Spundwand ist also nicht nur mit dem Vorteil der eingesparten Entsorgung der Bleche verbunden, sondern bewirkt zugleich eine Schalldämmung ohne zusätzlichen Arbeitsschritt.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird der Verbundwerkstoff zur Dämmung von Schall und Erschütterungen und zugleich als verlorene Schalung bei der Herstellung von Bohrpfählen eingesetzt.

In besonders vorteilhafter Weise kann der Verbundwerkstoff gemäß der vorliegenden Erfindung zur Dämmung der von einer Eisenbahntrasse ausgehenden Erschütterungen und des von einer Eisenbahntrasse ausgehenden Schalls eingesetzt werden. Bei Eisenbahntrassen entstehen entlang des Schienenstrangs über ganz erhebliche Distanzen hinweg Lärm und Erschütterungen, die von den umliegenden Gebäuden fern gehalten werden sollen. Die derzeit verwendeten Schalldämmelemente weisen allesamt eine sehr begrenzte räumliche Ausdehnung auf. Beim Aneinanderfügen der einzelnen Elemente entstehen immer Fugen und Lücken, durch die der Schall von der Schallquelle nach außen dringen kann. Die Verbundwerkstoffe gemäß der vorliegenden Erfindung weisen den Vorteil auf, dass sie aus einem Baustahlgeflecht und einer Kunststofffolie gefertigt werden und so mit sehr großen Flächen einstückig hergestellt werden können. Bei Verwendung dieser Verbundwerkstoffe beim Bau einer Eisenbahntrasse kann somit über weite Strecken hinweg eine lückenlose Schalldämmung erreicht werden.

Daneben kann der Verbundwerkstoff gemäß der vorliegenden Erfindung in vorteilhafter Weise auch zur Dämmung der von einer Straßentrasse ausgehenden Erschütterungen und des von einer Straßentrasse ausgehenden Schalls eingesetzt werden. Bei Straßentrassen entstehen entlang der Fahrbahn über ganz erhebliche Distanzen hinweg Lärm und Erschütterungen, die von den umliegenden Gebäuden fern gehalten werden sollen. Wie bereits im Zusammenhang mit Eisenbahntrassen geschildert, weisen die Verbundwerkstoffe gemäß der vorliegenden Erfindung den Vorteil auf, dass sie einstückig mit sehr großen Flächen hergestellt werden können. Bei Verwendung dieser Verbundwerkstoffe beim Bau einer Straßentrasse kann somit über weite Strecken hinweg eine lückenlose Schall- und Erschütterungsdämmung erreicht werden.

Ganz besondere Vorteile bringt die Verwendung eines Verbundwerkstoffs gemäß der vorliegenden Erfindung bei der Errichtung von Röhren für Eisenbahntrassen oder Tunnels für Straßentrassen. Die als Schallquelle fungierenden Fortbewegungsmittel sind in diesen Fällen in zwei Dimensionen vollständig von einer Betonschicht eingekapselt. Wird ein Verbundwerkstoff wie oben beschrieben als verlorene Schalung beim Betonieren dieser Röhren eingesetzt, so ist die Schallquelle schlussendlich in zwei Dimensionen vollständig von dem als Schalldämmung wirkenden Verbundwerkstoff umgeben. Dadurch wird eine deutliche Reduktion des in der Umgebung wahrnehmbaren Lärms und der auftretenden Erschütterungen erreicht.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird der Verbundwerkstoff zur Dämmung der von einem Gebäude ausgehenden Erschütterungen und des von einem Gebäude ausgehenden Schalls eingesetzt. Im Vergleich zur Verwendung einer herkömmlichen Schalung zusammen mit herkömmlichen Schalldämmelementen besitzt die erfindungsgemäße Verwendung von Verbundwerkstoffen den Vorteil, dass Schalung und Schalldämmung in einem Element vereint sind. Dadurch werden Arbeitsgänge, Material und damit Kosten eingespart.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen

1 eine auseinander gezogene Darstellung des Verbundwerkstoffes gemäß der vorliegenden Erfindung mit einer Folie;

2 eine auseinander gezogene Darstellung des Verbundwerkstoffes gemäß der vorliegenden Erfindung mit beidseitiger Folie;

3 eine auseinander gezogene Darstellung des Verbundwerkstoffes gemäß der vorliegenden Erfindung mit einer Folie und einem Maschenwerk;

4 die perspektivische Darstellung eines Ausschnittes aus einer verlorenen Schalung, die unter Verwendung eines Verbundwerkstoffes gemäß der vorliegenden Erfindung hergestellt wurde.

Wege zur Ausführung der Erfindung

In 1 ist ein Verbundwerkstoff in auseinander gezogener Darstellung gezeigt, der zur erfindungsgemäßen Verwendung als Schalldämmstoff geeignet ist. Er besteht aus einem Gitterwerk 1 aus gekreuzten Metallstäben und einer die Gitteröffnungen bedeckenden flexiblen Kunststofffolie 2. Das Gitterwerk 1 besteht aus rechtwinklig gekreuzt verbundenen Metallstäben. Der Durchmesser der Stäbe und ihr Abstand zueinander richtet sich nach dem späteren Verwendungszweck, d. h. nach den aufzunehmenden Kräften, der geforderten Formstabilität und der Dicke der Folie. Das Gitterwerk kann daher je nach Verwendungszweck aus dickeren, starren oder dünneren, biegbaren Stäben, mit größerem oder kleinerem Maschenabstand, rechtwinklig oder schräg gekreuzt, geflochten oder übereinander gelegt hergestellt werden. Zur Herstellung des Verbundwerkstoffs wird die Kunststofffolie 2 auf ein vorgeschnittenes Stück des Gitterwerks 1 in entsprechender Größe aufgelegt und mit ihm verbunden. Die Verbindung der Werkstoffe erfolgt durch Schrumpfen der Kunststofffolie 2 unter Wärmeeinwirkung. Die Folie kann aus den verschiedensten Kunststoffen in verschiedenen Stärken, eingefärbt oder durchsichtig hergestellt werden.

In 2 ist ebenfalls ein Verbundwerkstoff in auseinander gezogener Darstellung gezeigt, der zur erfindungsgemäßen Verwendung als Schalldämmstoff geeignet ist. Das Gitterwerk 1 des Verbundwerkstoffs ist von einer oberen 2a und einer unteren 2b Kunststofffolie 2 eingeschlossen. Bei den Kunststofffolien 2a und 2b handelt es sich um geläufige Schrumpffolien, die durch Wärmeeinwirkung über das Gitterwerk 1 gespannt und miteinander und mit dem Gitterwerk 1 verbunden sind. Die Verbindungsstellen liegen hauptsächlich am Rand und in jeder bzw. in ausgewählten Gitteröffnungen.

3 zeigt ebenfalls einen Verbundwerkstoff in auseinander gezogener Darstellung, der zur erfindungsgemäßen Verwendung als Schalldämmstoff geeignet ist. Der Verbundwerkstoff ist aus dem Metallgitterwerk 1 und einer Kunststofffolie 2 zusammengesetzt. Zwischen das Gitterwerk 1 und die Kunststofffolie 2 ist ein Maschenwerk 3 eingelegt. Das Maschenwerk 3 kann aus den unterschiedlichsten Materialien und Bindungsarten bestehen. Ein handelsübliches Drahtgitter oder eine Fliegengaze aus Metalldrähten oder Kunststoff ist ebenso geeignet wie einer der üblichen Maschendrähte mit gröberen oder feineren Maschen in den unterschiedlichsten Bindungen. Das Drahtgitter ist gegenüber dem Gitterwerk 1 wesentlich feinmaschiger. Da sowohl die späteren statischen Kräfte als auch die Kräfte, die beim Schrumpfen auftreten, vollständig vom Gitterwerk 1 aufgenommen werden, kann das Maschenwerk 3 relativ dünn und flexibel sein. Durch das Maschenwerk 3 wird die Kunststofffolie 2 unterstützt, so dass diese kaum noch durchstoßen werden kann. Das Gitterwerk 1 kann demnach allein zur Aufnahme von statischen Kräften dimensioniert werden, d. h. der Abstand und der Durchmesser der verwendeten Metallstäbe und ihre Verbindung richtet sich nach der zu erwartenden Belastung. Die drei verwendeten Werkstoffe Gitterwerk 1, Kunststofffolie 2 und Maschenwerk 3 werden analog wie unter 1 beschrieben miteinander verbunden.

4 zeigt die perspektivische Darstellung eines Ausschnittes aus einer verlorenen Schalung, die unter Verwendung eines Verbundwerkstoffes gemäß der vorliegenden Erfindung hergestellt wurde. Die verlorene Schalung dient der Herstellung von Fundamentteilen durch Vergießen von Beton in die Schalung in Form einer in Vergießrichtung offenen Rinne 4. Die Wandung der Rinne 4 ist einstückig ausgebildet und besteht aus einem Gitterwerk 1 aus gekreuzten Bewehrungsstäben und einer beidseitig auf das Gitterwerk 1 aufgeschrumpften Kunststofffolie 2. Die Bewehrungsstäbe bestehen aus üblichem Baustahl. Querschnitt und Abstand der Stäbe richten sich nach dem späteren Verwendungszweck, der Größe des zu vergießenden Fundamentteils und/oder den vorhandenen Unterstützungspunkten. Als Kunststofffolie 2 kann eine der üblichen Schrumpffolien verwendet werden, wie sie beispielsweise zu Verpackungszwecken zum Einsatz kommen. Die Stärke der Folie richtet sich ebenfalls nach der gewünschten Festigkeit.

Aus der 4 wird deutlich, dass beim beidseitigen Anbringen der Kunststofffolie 2 an das Gitterwerk 1 um die Stäbe des Gitterwerks herum Hohlräume 5 entstehen, weil sich die Kunststofffolie nicht vollständig an die Stäbe des Gitterwerks anlegt. Ohne an eine den Umfang der vorliegenden Erfindung beschränkende Theorie gebunden sein zu wollen wird vermutet, dass diese Hohlräume für die schall- und erschütterungsdämmende Wirkung des Verbundwerkstoffs gemäß der vorliegenden Erfindung verantwortlich sind. Es soll noch darauf hingewiesen werden, dass solche Hohlräume auch bei Verwendung eines einseitig mit Folie belegten Gitterwerks entstehen. In diesem Fall befinden sich die Hohlräume zwischen der Folie und dem durch die Stäbe des Gitterwerks leicht beabstandeten Umgebungsmaterial.


Anspruch[de]
  1. Verwendung eines Verbundwerkstoffs umfassend zumindest ein metallisches Gitterwerk (1) und mindestens eine die Gitteröffnungen bedeckende, flexible Kunststofffolie (2) zur Dämmung von Schall und Erschütterungen.
  2. Verwendung nach Anspruch 1, wobei es sich bei der flexiblen Kunststofffolie (2) um eine Schrumpffolie handelt, die auf das Gitterwerk (1) aufgeschrumpft ist und wobei das Gitterwerk (1) als die Schrumpfkräfte aufnehmendes Tragegerüst ausgebildet ist.
  3. Verwendung nach Anspruch 2, wobei es sich bei der flexiblen Kunststofffolie (2) um eine Polyethylenfolie handelt.
  4. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Gitterwerk (1) beidseitig mit je einer flexiblen Kunststofffolie (2a, 2b) bedeckt ist.
  5. Verwendung nach Anspruch 4, wobei die beidseitig aufgebrachten Kunststofffolien (2a, 2b) durch die Öffnungen des Gitterwerks (1) miteinander verbunden sind.
  6. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei zwischen dem Gitterwerk (1) und zumindest einer Kunststofffolie (2) ein die Gitteröffnungen überlagerndes, gegenüber dem Gitterwerk (1) feinmaschigeres und dünneres Maschenwerk (3) aufgebracht ist.
  7. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der Verbundwerkstoff als verlorene Schalung (4) dient.
  8. Verwendung nach Anspruch 7, wobei der Verbundwerkstoff als verlorene einhäuptige Schalung dient.
  9. Verwendung nach Anspruch 7 oder 8, wobei der Verbundwerkstoff zusammen mit einer Spundwand eingesetzt wird.
  10. Verwendung nach Anspruch 9, wobei der Verbundwerkstoff zunächst durch punktuelles Anschweißen mit der Spundwand verbunden wird, nach dem Betoniervorgang die Spundwand entfernt wird und der Verbundwerkstoff in dem Bauwerk verbleibt.
  11. Verwendung nach Anspruch 7 oder 8, wobei der Verbundwerkstoff als verlorene Schalung bei der Herstellung von Tunnels oder Röhren eingesetzt wird.
  12. Verwendung nach Anspruch 7 oder 8, wobei der Verbundwerkstoff als verlorene Schalung bei der Herstellung von Bohrpfählen eingesetzt wird.
  13. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei der Verbundwerkstoff zur Dämmung der von einer Eisenbahntrasse ausgehenden Erschütterungen und des von einer Eisenbahntrasse ausgehenden Schalls eingesetzt wird.
  14. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei der Verbundwerkstoff zur Dämmung der von einer Straßentrasse ausgehenden Erschütterungen und des von einer Straßentrasse ausgehenden Schalls eingesetzt wird.
  15. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der Verbundwerkstoff zur Dämmung der von einem Gebäude ausgehenden Erschütterungen und des von einem Gebäude ausgehenden Schalls eingesetzt wird.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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