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Dokumentenidentifikation DE102004056563B3 24.08.2006
Titel Verfahren zum Verschließen von Handhabungs-Öffnungen in Stahlbohlen sowie zugehöriges Verschlusselement
Anmelder Harald Gollwitzer GmbH, 92685 Floß, DE
Erfinder Peter, Harald, 92655 Grafenwöhr, DE;
Seidl, Günther, 92670 Windischeschenbach, DE
Vertreter Patentanwälte Wasmeier Graf Glück, 93049 Regensburg
DE-Anmeldedatum 23.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004056563
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.08.2006
IPC-Hauptklasse E02D 7/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E02D 5/28(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Herstellen einer Wand aus mehreren, aneinander anschließenden und in einen Untergrund eingebrachten Stahlbohlen, bei dem (Verfahren) die Stahlbohlen vor dem Einbringen in den Untergrund jeweils mit einer an Öffnungen angreifenden Hebeeinrichtung an einem Gerät zum Einbringen in den Untergrund positioniert werden und nach dem Einbringen die Öffnungen verschlossen werden, erfolgt das Verschließen durch Anbringen jeweils eines aus Kunststoff gefertigten Verschlusselements, welches zweiteilig ausgebildet ist und dessen Teile durch die zu verschließende Öffnung miteinander verbunden werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 sowie auf ein Verschlusselement gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 3.

Das Erstellen von Wänden oder dgl. durch Einbringen von aneinander anschließenden Stahlbohlen in einen Untergrund, beispielsweise das Erstellen von Wänden zur Sicherung von Baugruben, von Wänden zur Deichsanierung, von Kaimauern usw. ist bekannt. Es ist hierbei auch bekannt, für die Handhabung der einzelnen Stahlbohlen, insbesondere auch für das vor dem Einbringen in den Untergrund notwendige Aufrichten in den Stahlbohlen bzw. in dem jeweiligen, beim Einbringen nacheilenden Ende der Stahlbohlen wenigstens eine Öffnung vorzusehen, an der die Stahlbohle dann an ein Hebezeug, beispielsweise an einer Kette eines Transport- und Hebegerätes eingehängt werden kann. Um nach dem Einbringen der Stahlbohlen in den Untergrund einen Durchtritt von Wasser oder rieselfähigem Material, beispielsweise Bodenmaterial, Sand, Kies usw. durch die Handhabungs-Öffnungen zu verhindern, ist es vielfach erforderlich, diese Öffnungen zu verschließen, was bisher zeitaufwendig durch Aufschweißen von Blechen erfolgte.

Aus der DE 2 425 780 A ist eine zusammensetzbare Spundwand sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung bekannt, welche ein aus einzelnen Gliedern zusammengesetztes Metallgerüst, eine Mehrzahl von übereinander- bzw. ineinandergreifenden Spundbohlen und die Spundbohlen mit dem Metallgerüst verbindende Elemente aufweist. Hierbei weist jede Spundbohle an ihrem oberen Ende eine Bohrung auf, in die beim Anheben der Bohle ein Haken eines Huborgans eingreift.

Ferner ist aus der DE 43 24 899 C1 ein Verschlussstopfen für Montageöffnungen in Bauteilen, insbesondere in Innen- oder Anbauteilen von Kraftfahrzeugen, bekannt, welcher zweiteilig ausgebildet ist und zur Abdeckung von Montageöffnungen verschiedenster geometrischer Vorgaben vorgesehen ist. Hierzu weist dieser ein Klemmteil sowie eine Abdeckkappe auf, welche über ein Kugelgelenk miteinander verbunden sind, wobei dessen Kugelgelenkkopf einteilig auf der Deckelfläche des Klemmteils angeordnet ist und die Kugellagerung in der Abdeckkappe erfolgt. Der beschriebene Verschlussstopfens eignet sich somit zur einseitigen Abdeckung einer Montageöffnung.

Auch ist aus der DE 83 10 668 U1 ein Verfahren zum Verschließen von Aushebeöffnungen in Schachtabdeckungen, insbesondere Kabelschachtabdeckungen bekannt, bei dem eine Öffnung durch ein einteilig ausgebildetes Verschlusselement einseitig verschlossen wird.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren aufzuzeigen, welches eine rationelle Erstellung von Wänden aus Stahlbohlen ermöglicht. Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Verfahren entsprechend dem Patentanspruch 1 ausgebildet. Ein Verschlusselement zum Verschließen von Handhabungs-Öffnungen bei Stahlbohlen ist Gegenstand des Patentanspruches 3.

Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigen:

1 in Teildarstellung und in Seitenansicht eine von mehreren aneinander anschließenden und in den Untergrund eingebrachten Stahlbohlen gebildete Wand;

2 in vereinfachter Darstellung einen Schnitt durch eine Bohle im Bereich der Handhabungsöffnungen;

3 und 4 in Draufsicht sowie im Schnitt eines der beiden Teile des zweiteiligen Stopfens zum Verschließen der Handhabungs-Öffnungen;

5 und 6 in einer Darstellung wie 3 und 4 das zweite Teil des zweiteiligen Stopfens.

In den Figuren ist 1 eine Wand, beispielsweise eine Wand zur Baugrubensicherung, eine zur Deichsanierung eingebrachte Wand, eine Kaimauer usw. Die Wand besteht aus mehreren, aneinander anschließenden und ineinandergreifenden Stahlbohlen 2, die in einer geeigneten Weise, beispielsweise durch Rammen mit zumindest einer Teillänge in den Untergrund 3 eingebracht sind. Die Bohlen 2 besitzen beispielsweise den in der 2 dargestellten, im Wesentlichen trapezartigen Querschnittsverlauf mit einer breiteren mittleren Seite 2.1 und mit zwei jeweils schräg von dieser Seite trapezartig wegstehenden schmäleren Seiten 2.2, die an ihren freien Rändern Schloss-Profilabschnitte 4 bilden, an denen die die Wand 1 bildenden, aneinander anschließenden Stahlbohlen 2 formschlüssig ineinander greifen, wie dies dem Fachmann bekannt ist.

Zum Handhaben der Stahlbohlen 2 insbesondere auch vor dem Einbringen in den Untergrund 3, d. h. insbesondere zum Aufstellen der Stahlbohlen 2 vor dem Einrammen an einem Rammgerät sind an dem in der 1 oberen Ende jeder Stahlbohle 2 Öffnungen 5 eingebracht, und zwar bei der dargestellten Ausführungsform jeweils eine Öffnung 5 in jeden Wandabschnitt 2.1 und 2.2. Die Öffnungen 5 dienen dann zum Einhängen von Ketten eines Hebe-Gerätes und werden entweder bereits herstellerseitig, d. h. beim Herstellen der Bohlen 2 oder aber auf der Baustelle mit geeigneten Mitteln, beispielsweise mit Stanzeinrichtungen oder durch Trennschweißen eingebracht.

Um die Öffnungen 5 gegen einen Durchtritt von Wasser oder von rieselfähigem Material (beispielsweise Erdreich, Kies, Sand usw.) abzudichten, wird jede Öffnung 5 durch einen Verschlussstopfen 6 verschlossen, und zwar nach dem endgültigen Einbringen der betreffenden Stahlbohle 2 in den Untergrund 3. Die 36 zeigen diesen aus Kunststoff durch Spritzgießen hergestellten Verschlussstopfen im Detail. Er ist zweiteilig ausgebildet und besteht aus den beiden Teilen 7 und 8.

Das in den 3 und 4 dargestellte Teil 7 besteht aus einem tellerförmigen Deckelabschnitt 9, welcher kreisscheibenförmig ausgeführt ist, und zwar mit einem Boden 9.1 und einem schrägen bzw. kegelstumpfförmigen Randbereich 9.2. Wie insbesondere die 4 zeigt, besitzt der Boden 9.1 im Wesentlichen eine gleichmäßige Dicke, während die Dicke des Randbereiches 9.2 ausgehend vom Boden zum freien Rand hin abnimmt. An der konkaven Seite, d. h. bei der Darstellung der 4 an der dortigen Unterseite ist achsgleich mit der Achse des kreisförmigen Abschnittes 9 ein hohlzapfenartiger Abschnitt 10 angeformt, der am Boden verschlossen ist, über den Rand 9.2 vorsteht und an seiner Außenfläche mit einer Rasterung 11 versehen ist, die von einer Vielzahl von ringartigen, die Achse des Zapfens konzentrisch umschließenden Vorsprüngen 11 gebildet ist, die in Richtung der Achse des Abschnittes 10 voneinander beabstandet sind und im Schnitt der 4 ein sägezahlartiges Profil aufweisen, und zwar derart, dass jeder Vorsprung 11 an seiner dem Abschnitt 9 zugewandten Seite eine Fläche, die in einer Ebene senkrecht zur Achse des Abschnittes 10 liegt, und an der dem Abschnitt 9 abgewandten Seite eine Schräg- bzw. Kegelfläche bildet, deren Kegelwinkel sich zum Abschnitt 9 hin öffnet. Der Außendurchmesser des Abschnittes 9 liegt beispielsweise in der Größenordnung von 90 mm.

Das zweite Teil 8 besteht ebenfalls aus dem Abschnitt 9 mit dem Boden 9.1 und dem kegelstumpfförmigen Rand 9.2. In der Mitte des Bodens 9.1 ist beim Teil 8 ein achsgleich mit der Achse des Abschnittes 9 angeordneter hülsenartiger Abschnitt 12 angeformt, der beidendig offen ist und über den Rand 9.2 vorsteht. An diesem vorstehenden Ende sind in der Öffnung 14 des hülsenartigen Abschnittes 12 mehrere Rasten 13 vorgesehen, die in gleichmäßigen Winkelabständen um die Achse des hülsenartigen Abschnittes 12 verteilt angeordnet sind und von der Innenfläche des hülsenartigen Abschnittes 12 radial nach Innen bzw. in die Öffnung 14 dieses Abschnittes vorstehen. Bei der dargestellten Ausführungsform sind insgesamt vier Rasten 13 vorgesehen.

Die Innendurchmesser der Öffnung 14 ist gleich oder annähernd gleich dem Außendurchmesser, den der zapfenartige Abschnitt an den Vorsprüngen 11 aufweist, sodass zum Verbinden der beiden Teile 7 und 8 der zapfenartige Abschnitt 10 in die Öffnung 14 eingeführt und dort durch Verrasten seiner Vorsprünge 11 an den Rasten 13 gesichert werden kann, wobei die beiden Abschnitte 9 mit ihrer konkaven Seite einander zugewandt sind.

Zum Verschließen der jeweiligen Öffnung 5 werden die beiden Teile 7 und 8 jeweils mit der konkaven Seite ihrer Abschnitte 9 auf die verschiedenen Seiten der betreffenden Stahlbohle 2 im Bereich der zu verschließenden Öffnung 5 aufgesetzt, und zwar derart, dass die beiden Teile 7 und 8 mit dem freien Rand des Randbereichs 9.2 auf der einen bzw. anderen Seite der Stahlbohle 2 die Öffnung 5 umschließend dich anliegen, wobei die beiden Teile 7 und 8 durch den in dem Abschnitt 12 verrasteten Abschnitt 10 gehalten sind.

Durch die konvexe Ausbildung, die die beiden miteinander verbundenen Teile 7 und 8 an ihren einander zugewandten Seiten aufweisen sowie durch die Herstellung dieser Teile aus einem Kunststoffmaterial, welches ausreichend flexibel ist, beispielsweise aus PVC ist ein dichtes Anliegen der freien Ränder der Randbereiche 9.1 auch dann gewährleistet, wenn die die jeweilige Öffnung 5 umschließenden Oberflächenseiten der Stahlbohle 2 Unebenheiten aufweisen, die beispielsweise beim Herstellen der betreffenden Öffnung 5 durch Schneidbrennen entstanden sind.

Um die Abdichtungswirkung zu verbessern, besteht auch die Möglichkeit, den freien Rand der Randbereiche 9.2 als ringförmige Dichtung aus einem höher elastischen Material, beispielsweise aus einem elastomeren Kunststoff auszubilden, wobei diese Ringdichtung dann beim Herstellen des jeweiligen Teils 7 bzw. 8 durch Anspritzen oder aber in einem Zweikomponenten-Spritzgießverfahren erzeugt wird.

1Wand aus Stahlbohlen 2Stahlbohle 2.1, 2.2Wandabschnitt 3Untergrund 4Schloss-Profilabschnitt 5Handhabungsöffnung 6Verschlussstopfen 7, 8Teil des zweiteiligen Verschlussstopfens 9tellerförmiger Abschnitt 9.1Boden des Abschnittes 9 9.2schräger Rand des Abschnittes 9 10zapfenartiger Abschnitt 11Vorsprung 12hülsenartiger Abschnitt 13Rast 14Hülsenöffnung

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Verschließen von Handhabungs-Öffnungen (5) in Stahlbohlen (2) zur Herstellung einer Wand aus mehreren, aneinander anschließenden und in einen Untergrund (3) eingebrachten Stahlbohlen (2),

    – bei dem die Stahlbohlen (2) vor dem Einbringen in den Untergrund (3) jeweils mit einer an den Öffnungen (5) angreifenden Hebeeinrichtung an einem Gerät zum Einbringen in den Untergrund (3) positioniert werden und

    – bei dem nach dem Einbringen die Öffnungen (5) verschlossen werden,

    dadurch gekennzeichnet,

    – dass jeweils eine Öffnung (5) mittels einem zweiteilig ausgebildeten, aus Kunststoff gefertigten Verschlusselement (6) verschlossen wird, wobei jeweils eines der Teile (7, 8) einen die jeweilige zu verschließende Öffnung (5) abdeckenden Deckelabschnitt (9) mit wenigstens einem Verbindungselement (10, 12) aufweist, und

    – dass zum Verschließen der Öffnung (5) die Verbindungselemente (10, 12) der beiden Teile (7, 8) durch die zu verschließende Öffnung (5) durchgreifend miteinander verbunden werden, und zwar derart, dass die beiden Deckelabschnitte (9) mit Ihrem freien Rand auf der einen bzw. anderen Seite der Stahlbohle (2) die Öffnung (5) dicht umschließen.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Verbindungselemente (10, 12) jedes Verschlusselementes (6) durch Verrasten miteinander verbunden werden.
  3. Verschlusselement zum Verschließen von Handhabungs-Öffnungen (5) bei Stahlbohlen (2) zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement (6) aus zwei jeweils durch Spritzgießen aus Kunststoff hergestellten Teilen (7, 8) besteht.
  4. Verschlusselement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die deckelartigen Abschnitte (9) jeweils kreisscheibenförmig ausgebildet sind.
  5. Verschlusselement nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die deckelartigen Abschnitt (9) einen Boden (9.1) sowie einen schräg verlaufenden Rand (9.1) aufweisen.
  6. Verschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verbindungselement ein Zapfen (10) und ein Verbindungselement eine den Zapfen (10) aufnehmende Hülse (12) ist.
  7. Verschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungselemente mit Rasten (11) und Gegenrasten (13) ausgebildet sind.
  8. Verschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden deckelartigen Abschnitte (9) an ihren einander zugewandten Seiten konkav ausgeführt sind.
  9. Verschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die deckelartigen Abschnitte (9) an einem Rand aus einem gummielastischen Material bestehen.
  10. Verschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die deckelartigen Abschnitte beider Teile (7, 8) identisch sind.
  11. Verschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die deckelartigen Abschnitte (9) der beiden Teile (7, 8) einen Durchmesser von etwa 90 mm aufweisen.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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