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Dokumentenidentifikation DE102005007915A1 24.08.2006
Titel Vorrichtung zum taktweisen Fördern von Holzerzeugnissen
Anmelder Esterer WD GmbH & Co. KG, 72770 Reutlingen, DE
Erfinder Bodare, Ulf, Hägersten, SE
Vertreter Witte, Weller & Partner, 70178 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 10.02.2005
DE-Aktenzeichen 102005007915
Offenlegungstag 24.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.08.2006
IPC-Hauptklasse B65G 47/29(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65G 47/88(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Vorrichtung zum taktweisen Fördern von Holzerzeugnissen, insbesondere von Brettern (24), wird beschrieben. Die Vorrichtung weist einen Förderer auf, der eine Auflageebene (106) für die Bretter (24) aufweist. Mindestens ein Stopp-Haken (34) ist wahlweise in eine erste Betriebsstellung im Wesentlichen oberhalb der Auflageebene (106) und in eine zweite Betriebsstellung im Wesentlichen unterhalb der Auflageebene (106) bringbar, derart, dass die Bretter (24) in der ersten Betriebsstellung an dem Stopp-Haken (34) festgehalten werden und in der zweiten Betriebsstellung des Stopp-Hakens (34) ungehindert über die Auflageebene (106) hinweg förderbar sind. Der Stopp-Haken (34) weist eine Auflagefläche (108) für die Bretter (24) auf, die sich in der ersten Betriebsstellung oberhalb der Auflageebene (108) befindet. Er ist ferner mit Mitteln versehen, um ein an einem in der ersten Betriebsstellung befindlichen Stopp-Haken (34) ankommendes Brett (24) von der Auflageebene (106) auf die Auflagefläche (108) zu bringen (Fig. 4).

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum taktweisen Fördern von Holzerzeugnissen, insbesondere von Brettern, mit einem Förderer, der eine Auflageebene für die Bretter aufweist, und mit mindestens einem Stopp-Haken, der wahlweise in eine erste Betriebsstellung im Wesentlichen oberhalb der Auflageebene und in eine zweite Betriebsstellung im Wesentlichen unterhalb der Auflageebene bringbar ist, derart, dass die Bretter in der ersten Betriebsstellung des Stopp-Hakens an dem Stopp-Haken festgehalten werden und in der zweiten Betriebsstellung ungehindert über die Auflageebene hinweg förderbar sind.

Eine Vorrichtung der vorstehend genannten Art ist aus der EP 0 888 829 A2 bekannt.

Vorrichtungen und zum Vereinzeln und zum taktweisen Fördern von Holzerzeugnissen, wie sie beispielsweise in der DE 197 01 028 C2 beschrieben sind, werden in Holzverarbeitungsanlagen eingesetzt, in denen die Holzerzeugnisse in völlig ungeordnetem Zustand, beispielsweise als ungeordneter Haufen von waldkantigen Brettern, angeliefert werden. Durch die Vereinzelung und das taktweise Fördern wird ein Strom von Holzerzeugnissen mit im wesentlichen konstantem Abstand der Holzerzeugnisse erzeugt, der es ermöglicht, die Holzerzeugnisse einzeln und definiert taktweise weiterzuverarbeiten. Im Beispielsfall der waldkantigen Bretter besteht eine solche Weiterverarbeitung beispielsweise darin, die Bretter mittels eines Besäumsäge-Aggregates von ihrer Waldkante zu befreien und dabei die Holzausbeute zu optimieren.

Bei herkömmlichen Anlagen, beispielsweise gemäß der eingangs genannten EP 0 888 829 A2, wird der Strom von Holzerzeugnissen über einen Förderer geleitet, üblicherweise einen Querförderer. In diesem Förderer sind Stopp-Haken angeordnet, die gezielt in den Weg der geförderten Holzerzeugnisse gefahren werden können, um den Strom dann kurz anzuhalten, wenn die Folge aufeinanderfolgender Holzerzeugnisse zu dicht wird. Dadurch werden die Holzerzeugnisse gezielt vereinzelt bzw. getaktet, bis im Idealfall ein Strom von Holzerzeugnissen mit konstantem Abstand entsteht. Bei verhältnismäßig geringen Fördergeschwindigkeiten ist das in der Regel unproblematisch, weil die Holzerzeugnisse auf dem unter ihnen weiter laufenden Förderer angehalten werden können, ohne dadurch Schaden zu nehmen.

Bei heutigen Holzverarbeitungsanlagen werden aus wirtschaftlichen Gründen nun aber immer höhere Anforderungen an den Durchsatz dieser Anlagen gestellt. Dies führt dazu, dass die Förderer mit scharf gezahnten Förderketten ausgerüstet werden müssen, um eine sichere Mitnahme der Holzerzeugnisse auch bei hohen Geschwindigkeiten zu ermöglichen. Wenn dann aber ein Holzerzeugnis auf einem solchen Förderer festgehalten wird, besteht die Gefahr, dass die an der Unterseite des Holzerzeugnisses vorbeilaufenden Mitnehmer das Holzerzeugnis an der Unterseite beschädigen oder sogar zerspanen.

Bekannte Stopp-Haken, die sich beim Ausfahren plötzlich in den Weg des anzuhaltenden Bretts stellen, haben darüber hinaus auch den Nachteil, dass sie mit großer zeitlicher Präzision ausgefahren werden müssen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, dass die vorgenannten Nachteile vermieden werden. Insbesondere soll es möglich werden, ein zuverlässiges taktweises Fördern, ggf. auch eine Vereinzelung von Holzerzeugnissen auch bei Hochgeschwindigkeits-Förderern zu ermöglichen, ohne in Gefahr zu laufen, dass die Holzerzeugnisse beschädigt werden.

Bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Stopp-Haken eine Auflagefläche für die Bretter aufweist, die sich in der ersten Betriebsstellung oberhalb der Auflageebene befindet sowie mit Mitteln versehen ist, um ein an einem in der ersten Betriebsstellung befindlichen Stopp-Haken ankommendes Brett von der Auflageebene auf die Auflagefläche zu bringen.

Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird auf diese Weise vollkommen gelöst.

Erfindungsgemäß wird nämlich das Holzerzeugnis beim Anhalten ganz außer Eingriff mit dem Förderer gebracht, so dass dieser unter dem Holzerzeugnis weiterlaufen kann, ohne es zu beschädigen.

Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die Mittel als Rampe ausgebildet, insbesondere als Rolle.

Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass das Brett mit passiven Mitteln, also selbsttätig, auf die Auflagefläche gelangt.

Besonders bevorzugt ist dabei, wenn die Rampe relativ zur Auflagefläche derart dimensioniert und positioniert ist, dass ankommende Bretter zunächst am vorlaufenden Ende angehoben werden und dann, wenn ihr Massenschwerpunkt die Rampe passiert hat, mit dem vorlaufenden Ende auf die Auflagefläche kippen.

Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass durch das Abkippen des Bretts ein Großteil des Schwunges aus der Bewegung des Bretts genommen wird, so dass das Brett fast selbsttätig zum Stillstand kommt, ohne gegen einen Anschlag prallen zu müssen. Das Abbremsen des Bretts hat auch den Vorteil, dass der Stopp-Vorgang, d.h. das Hochfahren des Stopp-Hakens, nicht mit großer Präzision ausgeführt werden muss.

Dies wird auch dadurch unterstützt, dass die Auflagefläche mit einer rutschhemmenden Auflage versehen ist.

Besonders bevorzugt ist es, wenn dem Stopp-Haken ein Signalgeber zugeordnet ist und der Signalgeber nach dem Vorbeilaufen eines Bretts an dem Stopp-Haken ein Signal abgibt, wobei der Stopphaken zum Wechsel aus seiner zweiten Betriebsstellung in die erste Betriebsstellung freigegeben wird, sobald der Signalgeber das Signal abgibt.

Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass die Abläufe weiter vereinfacht werden. Auch die Sicherheit gegen Fehlfunktionen wird erhöht, weil eine Ausfahren des Stopp-Hakens nur dann bewirkt werden kann, wenn dies zuvor nach dem Durchlauf des vorhergehenden Bretts freigegeben wurde.

Weitere Vorteile ergeben sich aus der Beschreibung und der beigefügten Zeichnung.

Es versteht sich, dass die vorstehend erläuterten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:

1 eine schematisierte Seitenansicht einer Förderereinrichtung mit einem Querförderer und einem Längsförderer, an dem ein Richttisch einsetzbar ist;

2 in gegenüber 1 verkleinertem Maßstab eine Draufsicht auf die Fördereinrichtung;

3 in stark vergrößertem Maßstab einen Ausschnitt aus 2 zur Erläuterung von Einzelheiten des Richttisches;

4 eine Seitenansicht eines Stopphakens, wie er in einem Querförderer der Fördereinrichtung einsetzbar ist, in einer ersten Betriebsstellung;

5 eine Darstellung wie 4, jedoch für eine zweite Betriebsstellung des Stopp-Hakens;

6 eine Darstellung ähnlich 4 zum Erläutern eines taktweisen Fördervorganges in einer ersten Phase;

7 eine Darstellung wie 6, jedoch für eine zweite Phase; und

8 eine Darstellung wie 6, jedoch für eine dritte Phase.

In 1 und 2 bezeichnet 10 eine Fördereinrichtung für Holzerzeugnisse, insbesondere für noch waldkantige Bretter. Die Bretter werden der Fördereinrichtung 10 als ungeordneter Haufen zugeführt. Die Fördereinrichtung 10 hat nun die Aufgabe, diesen ungeordneten Haufen zu ordnen, indem zunächst die Bretter vereinzelt und dann in vorgegebener Reihenfolge und Ausrichtung einer Bearbeitungsstation zugeführt werden. Diese Bearbeitungsstation ist üblicherweise ein Besäumsäge-Aggregat, in dem die Bretter von der Waldkante befreit werden. Dies geschieht unter bestmöglicher Ausnutzung des Holzes.

Die Fördereinrichtung weist eingangs einen Querförderer 12 auf, dessen Förderrichtung mit 13 angegeben ist. Vom Querförderer 12 werden die Holzerzeugnisse einem Längsförderer 14 übergeben, dessen Förderrichtung mit 15 bezeichnet ist. Die Quer-Förderrichtung 13 und die Längs-Förderrichtung 15 stehen aufeinander senkrecht. Der Längsförderer 14 ist üblicherweise ein Kettenförderer. Seine Längsachse, die in der Förderrichtung 15 verläuft, ist mit 16 bezeichnet.

Dem Längsförderer 14 ist ein Richttisch 17 zugeordnet. Der Richttisch 17 hat die Aufgabe, die in Querrichtung vom Querförderer 12 auf den Längsförderer 14 übergebenen Holzerzeugnisse auf dem Längsförderer 14 so auszurichten, dass zum Beispiel in einem stromabwärts des Richttisches 17 angeordneten Besäumsäge-Aggregat 18 die Waldkante waldkantiger Bretter mit größtmöglicher Holzausbeute entfernt werden kann. „Ausrichten" bedeutet dabei, dass die Holzerzeugnisse auf dem Längsförderer 14 in einer vorab berechneten Lage und Winkelstellung zur Längsachse auf dem Längsförderer 14 positioniert werden.

Wie 2 zeigt, ist der Querförderer 12 mehrstufig ausgebildet, indem in Quer-Förderrichtung 13 hintereinander Gruppen von ersten Querförderelementen 20 und von zweiten Querförderelementen 22 angeordnet sind, meist noch weitere Querförderelemente davor. Diese Querförderelemente 20, 22 und weitere haben den Sinn, die ungeordnet angelieferten Holzerzeugnisse zu ordnen, d.h. zunächst zu vereinzeln, dann bezüglich ihrer Vorderkante auszurichten und schließlich in einem vorgegebenen Takt zu fördern, der dem Takt der nachgeordneten Aggregate entspricht. Die Querförderelemente sind hierzu meist in einer Seitenansicht entlang eines bogenförmigen Weges angeordnet, bei dem die Holzerzeugnisse zunächst bergauf und dann in manchen Anlagen auch wieder bergab gefördert werden. Dies ist dem Fachmann bekannt.

2 zeigt als bevorzugtes Beispiel ein Brett 24, das sich gerade auf den zweiten Querförderelementen 22 befindet. Das Brett 24 hat eine undefinierte Länge. Es ist hier zwar bereits vereinzelt, es liegt aber nur ungefähr und undefiniert quer zur Quer-Förderrichtung 13. Es ist auch eine Frage des Zufalls, auf welchen der Querförderelementen 22 es aufliegt. Ein nachfolgendes Brett 26 hat beispielsweise eine andere Länge und liegt auf anderen Querförderelementen 22 auf und auch in einer anderen Ausrichtung, d.h. unter einem anderen Winkel zur Quer-Förderrichtung 13.

Die Bretter 24 und 26 sind jedoch zweckmäßigerweise so geordnet, dass sie beide mit dem selben Ende, im dargestellten Fall mit dem jeweils dünneren Ende voraus in der Längs-Förderrichtung 15 aufgelegt sind.

Wenn die Bretter 24, 26 usw. auf den Längsförderer 14 übergeben werden, sind sie mit ihrer Vorderkante im wesentlichen ausgerichtet und sie haben in Quer-Förderrichtung 13 einen vorbestimmten Abstand zueinander, so dass die Bretter 24, 26 usw. dem Längsförderer 14 in einem entsprechenden Takt übergeben werden.

In 1 ist zu erkennen, dass jedes zweite Querförderelement 22 einen in Förderrichtung 13 ersten Förderabschnitt 30 und einen zweiten Förderabschnitt 32 aufweist. Auf dem ersten Förderabschnitt 30 findet die Ausrichtung der zuvor vereinzelten Bretter 24 an ihrer Vorderkante und die Einstellung des Fördertaktes statt. Zu diesem Zweck sind hintereinander mehrere, beispielsweise drei, Stopp-Haken 34a, 34b und 34c vorgesehen. Deren Funktion wird weiter unten anhand der 4 bis 8 noch näher erläutert. Der zweite Förderabschnitt 32 ist in Förderrichtung 13 leicht abschüssig ausgebildet und dient zur taktweisen Übergabe der Bretter 24 an den Längsförderer 14 im Bereich des Richttisches 17.

1 zeigt ferner, dass der Längsförderer 12 in einem Gehäuse 36 läuft. Weitere Einzelheiten des Längsförderers 12 sind nicht dargestellt, da sie dem Fachmann bekannt sind.

Der Richttisch 17 ist mit mehreren, beispielsweise fünf Paaren A, B, C D und E von Richtarmen versehen, die jeweils beidseits des Längsförderers 12 angeordnet sind. In 2 und 3 ist ein bezüglich des Längsförderers 12 rechter Richtarm mit 40r und ein linker Richtarm mit 40l bezeichnet. Jeder Richtarm 40r, 40l ist um eine Achse 42r, 42l schwenkbar, wie mit einem Pfeil 43r, 43l angedeutet. Der Schwenkwinkel ist in 3 mit &phgr;r bzw. &phgr;l bezeichnet.

Durch eine Koppelstange kann sichergestellt werden, dass die Richtarme 40r und 40l gleichförmig und gegenläufig verschwenkt werden. Die Koppelstange ist insoweit aber nur als Beispiel zu verstehen, weil selbstverständlich auch andere mechanische oder servomotorische Koppelanordnungen verwendet werden können. Da Anordnungen mit Koppelstangen bei großen Öffnungswinkeln konstruktiv bedingt einen Mittenfehler aufweisen, kann bei Ausführungsformen der Erfindung vorgesehen sein, diesen mathematisch berechenbaren Fehler durch eine geeignete individuelle Servosteuerung des Öffnungswinkels der Richtarme zu kompensieren.

Obwohl der Richttisch 17 mehrere Paare A bis E von Richtarmen 40l und 40r aufweist, werden bei Ausführungsbeispielen der Erfindung zum Ausrichten eines bestimmten Bretts nur zwei Richtarmpaare verwendet, die möglichst weit vorne und möglichst weit hinten am Brett angreifen. Die Auswahl unter den vorhandenen Richtarmpaaren wird dabei in Abhängigkeit davon getroffen, welche Länge und welche Position das Brett bei seiner Übergabe vom Querförderer auf den Längsförderer hat. Im Beispiel der 2 würden für das Ausrichten des Bretts 24 die Richtarmpaare B und C und für das darauf folgende Brett 26 die Richtarmpaare A und C verwendet.

Die Richtarme 40r und 40l werden mit einer vorbestimmten Anpresskraft an die Bretter angelegt. Wenn die Dicke des Bretts beispielsweise 23 mm und die Länge etwa 4 m beträgt, wird bei breiten Brettern mit einer Breite von 40 bis 70 cm eine Anpresskraft im Bereich zwischen 2.000 und 4.000 N eingestellt. Bei schmalen Brettern mit einer Breite von 10 bis 40 cm wird man die Anpresskraft im Bereich von 300 bis 400 N wählen. Als Faustregel mag gelten, dass die Anpresskraft etwa so groß wie das Eigengewicht des Bretts eingestellt wird.

Ferner sind im Bereich des Längsförderers 12 und damit auch im Bereich des Richttisches 17 mehrere entlang der Längsachse 16 verteilte Niederhalter 44 vorgesehen, wie in 1 und 2 dargestellt.

Im Bereich des Querförderers 12 befindet sich an jedem Querförderelement 22 eine Messeinrichtung 50, von der in 2 der Übersichtlichkeit halber nur eine dargestellt ist. Die Messeinrichtung 50 definiert eine Messebene 52, die parallel zur Quer-Förderrichtung 13 verläuft. Die Messeinrichtung 50 besteht im einfachsten Fall aus einer Lichtschranke, kann aber auch zum Beispiel als Laser-Messeinrichtung ausgebildet sein, wie dies an sich bekannt ist. Die Messeinrichtung 50 erfasst die Breite b des Bretts 24 in der jeweiligen Messebene 52. Aus den Messergebnissen wird ferner eine optimale Lage des Bretts 24 auf dem Längsförderer 14 ermittelt, d.h. in welcher Winkellage der Mittellinie des Bretts 24 und in welcher lateralen Position des Bretts 24 auf dem Längsförderer 14 eine optimale Holzausbeute in dem nachgeordneten Besäumsäge-Aggregat 18 erzielt werden kann. Diese Messergebnisse dienen zum Ansteuern der Richtarme, mit denen das Brett 24 entsprechend auf dem Längsförderer 14 ausgerichtet wird.

In 3 ist in vergrößerter Darstellung das Brett 24 mit seinen Waldkanten 54 zu erkennen. Das Brett 24 hat einen rechte Kante 56r und einen linke Kante 56l. Eine Mittellinie 58 des Bretts 24 verläuft in der Mitte zwischen den Rändern 56r und 56l. Die Mittellinie 58 ist zur Längsachse 16 um einen Winkel &agr; geneigt. Das Brett 24, das, wie bereits erwähnt, mit dem dünneren Ende voraus auf dem Längsförderer 16 aufliegt, hat einen halben Öffnungswinkel &bgr;, der von der Kante 56 und der Mittellinie 56 eingeschlossen wird. Insgesamt bedeutet dies, dass die linke Kante 56l zur Längsachse 16 um einen Winkel &ggr;l angestellt ist, wobei &ggr;l = &agr; + &bgr; ist. Für die rechte Kante 56r gilt entsprechend &ggr;r = &agr; – &bgr;.

Die beiden Richtarme 40r und 40l sitzen bei Ausführungsbeispielen der Erfindung auf einem gemeinsamen Support, beispielweise einem Rahmen 60 oder dergleichen. Der Rahmen 60 ist in Richtung der Längsachse 16 raumfest. Dies bedeutet, dass die Achsen 42r und 42l eine erste, feste Längsposition 62 definieren. Der Rahmen 60 ist jedoch in einer Richtung quer zur Längsachse 16 verfahrbar, wie mit einem Pfeil 64 angedeutet. Anstelle eines Rahmens kann aber auch eine andere gleichwirkende Anordnung gewählt werden.

Man kann auf den Rahmen auch ganz verzichten, wenn man die Richtarme 40r und 40l jeweils einzeln servomotorisch einstellt. Die Richtarme 40r und 40l brauchen dann nicht quer zur Längsachse 16 verfahrbar zu sein.

Die Richtarme 40r und 40l haben Anlageflächen 66r bzw. 66l, die jeweils in einem Anlagepunkt 68r bzw. 68l an den Rändern 56r bzw. 56l anliegen. Die Richtarme 40r und 40l weisen jeweils zwei Räder 70r und 70l sowie 72r und 72l auf, von denen die Räder 70r und 70l um die Achsen 42r bzw. 42l drehbar sind, um die Schwenkbewegung der Richtarme 40r und 40l zu ermöglichen. Über die Räder 70r, 70l und 72r, 72l läuft eine Förderkette 74, die in 3 am Richtarm 40l angedeutet ist. Die Förderkette 74 bewegt sich in Richtung des Pfeils 76.

Die Anlageflächen 66r und 66l verlaufen in 3 bogenförmig oberhalb und zwischen den Rädern 70r und 72r bzw. unterhalb der Räder 70l und 72l. Die Anlageflächen 66r und 66l haben eine Formgebung, die so gewählt ist, dass die Anlagepunkte 68r und 68l bei jedem Schwenkwinkel &phgr;r und &phgr;l auf einer Geraden liegen, die quer zur Längsachse 16 verläuft und damit eine zweite Längsposition 78 bildet. Das Besondere dabei ist, dass der axiale Abstand d zwischen den Längspositionen 62 und 78 konstant ist, unabhängig, um welchen Winkel &phgr;r bzw. &phgr;l die Richtarme 40r bzw. 40l gerade verschwenkt sind. In 3 erkennt man beispielsweise, dass &phgr;r etwa 0° beträgt, &phgr;l hingegen etwa 20°. Erreicht wird dies durch eine Formgebung der Anlageflächen 66r und 66l nach Art einer Evolvente.

Bei anderen Ausführungsbeispielen der Erfindung wird auf die besondere Formgebung der Anlageflächen verzichtet. Man kann nämlich den in 3 mit d bezeichneten konstanten axialen Abstand auch dadurch gewährleisten, dass man die beiden Richtarme in Längsrichtung und in Querrichtung verfahrbar ausbildet und bei einer gegebenen Form der Anlagefläche computergesteuert so entlang der beiden Richtungen verfährt, dass sich der konstante Abstand einstellt. Zu diesem Zweck können die Anlageflächen beispielsweise kreisförmig sein.

Der Sinn dieser Maßnahme besteht in beiden Fällen darin, dass die zweite Längsposition 78 in der Messebene 52 liegt, wenn das Brett 24 vom Querförderer 12 auf den Längsförderer 16 übergeben wird. Damit ist eine klare Zuordnung zwischen der Schwenkbewegung der Richtarme 40r und 40l und der Position der Anlagepunkte 68r bzw. 68l gegeben, die ein definiertes Ausrichten ermöglicht.

Die Messeinrichtung 50 ermittelt zunächst, welche Breite b das Brett 24 hat. Aus den Werten der Breite b wird, wie bereits erwähnt, eine optimale Ausrichtung des Bretts 24 auf dem Längsförderer 14 ermittelt, die mittels der Richtarme 40r und 40l sowie z.B. des am anderen Ende des Bretts angreifenden weiteren Richtarmpaars eingestellt werden soll.

In 3 ist rechts eine Längsposition 78' eingezeichnet, an der die Richtarme 40r und 40l zunächst an die Ränder 56r und 56l angelegt wurden. Die Messeinrichtung 50 hatte zunächst ermittelt, in welcher lateralen Position das Brett 24 ausgerichtet werden sollte. Diese laterale Position drückt sich in einem Abstand x1 zwischen einem Mittelpunkt 80' und einem Punkt 82 aus, wobei der Mittelpunkt 80' auf der Mittellinie 58 und der Punkt 82 auf der Längsachse 16 liegt. Durch Verfahren des Rahmens 60 in Richtung des Pfeils 64 wurde beim ersten Anlegen der Richtarme 40r und 40l an die Ränder 56r und 56l erreicht, dass das Brett 24 mit den Anlagepunkten 68r' und 68l' in der Messebene 52' bzw. der Längsposition 78' zu liegen kam. Alternativ ist dies wegen des verwendeten Profils der Anlagefläche 66r, 66l auch durch eine individuelle servomotorische Einstellung von quer zur Förderrichtung festen Richtarmen möglich.

Das Brett 24 hatte in diesem Augenblick, in dem es von dem Querförderer 14 auf den Längsförderer 14 übergeben wurde und sich die Richtarme 40r und 40l anlegten, in der Längs-Förderrichtung 15 noch die Geschwindigkeit Null. Um das Brett nun so schnell wie möglich auf die Geschwindigkeit des Längsförderers 14 zu beschleunigen, wurden die Förderketten 74 eingeschaltet, bis die Geschwindigkeit des Bretts 24 und des Längsförderers 14 übereinstimmten.

Während dieses Beschleunigungsvorganges, in 3 der Bewegung der Anlagepunkte 68r'/68l' nach 68r/68l, musste der Rahmen 60 in Richtung des Pfeils 64 nachgefahren werden, weil der Mittelpunkt 80' quer zur Längs-Förderrichtung 15, also in der Darstellung der 3 vom Punkt 84 um den Weg x2 nach 80 ausgewandert war.

In den 4 bis 8 ist der Vorgang des taktweisen Fördern mittels der Stopp-Haken 34 auf dem ersten Förderabschnitt 30 dargestellt.

In 4 erkennt man, dass der dort gezeigte Stopp-Haken 34 um eine Achse 90 verschwenkbar ist, die quer zur Quer-Förderrichtung 13 verläuft. Die Verschwenkbewegung ist mit einem Pfeil 92 angedeutet.

Der Stopp-Haken 34 weist einen hinteren Abschnitt 94 im Bereich der Achse 90 sowie einen vorderen Abschnitt 96 auf. Der vordere Abschnitt 96 läuft am freien Ende des Stopp-Hakens 34 in einen Anschlag 98 aus. An der Oberseite des Stopp-Hakens 34 befindet sich im Übergang zwischen den Abschnitten 94 und 96 eine Rampe in Gestalt einer Rolle 100, die um eine parallel zur Achse 90 verlaufende Achse 102 drehbar ist. Auf dem vorderen Abschnitt 96 befindet sich ein Einsatzteil 104.

Der Querförderer 12 definiert eine Auflageebene 106, auf der die Bretter 24 gefördert werden. Diese Auflageebene 106 wird im Bereich der Querförderelemente 20 und 22 durch Förderketten dargestellt. Bei modernen Förderketten, die auf sehr hohe Fördergeschwindigkeiten ausgelegt sind, müssen die Förderketten ähnlich wie eine Säge scharf gezahnt ausgebildet sein, um die Mitnahme der Bretter zu gewährleisten. Dies bedeutet andererseits, dass ein auf den Förderketten aufliegendes Brett, das durch einen Anschlag in Förderrichtung 13 fest gehalten wird, sogleich von einer solchen Förderkette beschädigt oder sogar zerspant würde.

Aus diesem Grunde sind die Stopp-Haken 34, insbesondere im Bereich des Einsatzteils 104, mit einer Auflagefläche 108 versehen, die um einen Abstand z von der Auflageebene 106 abgehoben ist, wie im vergrößerten Ausschnitt 110 in 4 deutlich erkennbar. Die Auflagefläche 108 kann zusätzlich mit einem rutschhemmenden Belag 112 versehen sein. Am stromabwärtigen Ende ist die Auflagefläche 108 durch den Anschlag 98 begrenzt.

4 zeigt nun eine erste Betriebsstellung des Stopp-Hakens 34. Der Stopp-Haken 34 ist in Richtung des Pfeils 92 nach oben verschwenkt. In dieser ersten Betriebsstellung befindet sich die Auflagefläche 108 in der bereits beschriebenen Weise im Abstand z oberhalb der Auflageebene 106. Auch die Rolle 100 ragt oben über die Auflageebene 106 hinaus. Damit werden in dieser zweiten Betriebsstellung Bretter über die Rolle 100 weg gefördert, auf der Auflagefläche 108 am Anschlag 98 gestoppt und können nicht über den Stopp-Haken 34 hinweg gefördert werden.

5 zeigt demgegenüber eine zweite Betriebsstellung, in der der Stopp-Haken 34' in Richtung des Pfeils 92' nach unten verschwenkt ist. In dieser zweiten Betriebsstellung befindet sich der gesamte Stopp-Haken 34', jedenfalls die Auflagefläche 108' sowie die Rolle 100', unterhalb der Auflageebene 106. Damit können in dieser zweiten Betriebsstellung Bretter ungehindert in der Auflageebene 106 über den Stopp-Haken 34' hinweg gefördert werden.

5 zeigt weiterhin, dass die Auflagefläche 108 mit einem rutschhemmenden Belag 112 versehen sein kann.

In den 6 bis 8 ist der Vorgang beim Stoppen eines Bretts 24 im Einzelnen dargestellt.

6 zeigt ein in Quer-Förderrichtung 13 ankommendes Brett 24/1. Dessen vorlaufende Kante ist mit 114 und die nachlaufende Kante mit 116 bezeichnet. Der Massenschwerpunkt des Bretts 24/1 ist bei 120 eingezeichnet. Weiterhin ist im Bereich des Anschlages 98 ein Signalgeber 122 zu erkennen. Der Signalgeber ist so angebracht, dass er dann ein Signal abgibt, wenn eine nachlaufende Kante eines Bretts an ihm vorbeiläuft.

Normalerweise befindet sich der Stopp-Haken in seiner zweiten, abgesenkten Betriebsstellung 34', in der die Bretter 24 ungehindert gefördert werden können. Wenn jedoch ein bestimmter Abstand zum vorhergehenden Brett hergestellt werden soll, beispielsweise weil das nächste Brett in einem zu geringen Abstand folgt, wird der Stopp-Haken in die angehobene erste Betriebsstellung ausgefahren, um das nächste Brett zu stoppen, bis der erforderliche Abstand zu dem vorausgegangenen Brett wieder hergestellt ist. Um Störungen zu vermeiden, geht man dabei so vor, dass der in der abgesenkten Betriebsstellung 34' befindliche Stopp-Haken elektronisch verriegelt wird. In einer ersten Stufe wird diese Verriegelung freigegeben und dann im Bedarfsfall der Stopp-Haken in einer zweiten Stufe in die angehobene erste Betriebsstellung hochgeschwenkt.

In 6 bedeutet dies, dass der Signalgeber 98 jedes Mal dann, wenn ein Brett mit seiner hinteren Kante an ihm vorbeiläuft, den zugeordneten Stopp-Haken 34' freigibt, so dass dieser, falls nötig, dann ausgefahren werden kann. Wenn dies geschieht, ist die in 6 durchgezogen gezeichnete Situation vorhanden.

Das in dieser Situation von links ankommende Brett 24/1 läuft mit seiner vorlaufenden Kante 114 auf die Rolle 100 auf. 7 zeigt, dass dadurch das Brett 24/2 mit seiner vorlaufenden Kante 114 angehoben wird. Der Massenschwerpunkt 118 liegt hier noch stromaufwärts der Rolle 100. In der Situation der 8 hat der Massenschwerpunkt 118 die Rolle 100 passiert, mit der Folge, dass das Brett 24/3 im Uhrzeigersinn nach rechts abkippt und mit seine vorlaufenden Kante 114 auf der Auflagefläche 108 aufsetzt. Infolge seines Schwunges läuft das Brett 24/3 auf der Auflagefläche 108 weiter, bis es spätestens zum Stillstand kommt, wenn die vorlaufende Kante des Bretts 24/4 auf den Anschlag 98 aufläuft. Ab dem Überkippen des Bretts 24/3 ist dieses jedenfalls außer Eingriff mit der in der Auflageebene 106 laufenden Förderkette und deren scharfen Mitnehmern.

Es versteht sich, dass die zuvor beschriebene Funktion der Stopp-Haken auch vorteilhaft zum Vereinzeln der Bretter eingesetzt werden kann.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum taktweisen Fördern von Holzerzeugnissen, insbesondere von Brettern (24), mit einem Förderer, der eine Auflageebene (106) für die Bretter (24) aufweist, und mit mindestens einem Stopp-Haken (34), der wahlweise in eine erste Betriebsstellung im Wesentlichen oberhalb der Auflageebene (106) und in eine zweite Betriebsstellung im Wesentlichen unterhalb der Auflageebene (106) bringbar ist, derart, dass die Bretter (24) in der ersten Betriebsstellung des Stopp-Hakens (34) an dem Stopp-Haken (34) festgehalten werden und in der zweiten Betriebsstellung ungehindert über die Auflageebene (106) hinweg förderbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Stopp-Haken (34) eine Auflagefläche (108) für die Bretter (24) aufweist, die sich in der ersten Betriebsstellung oberhalb der Auflageebene (108) befindet sowie mit Mitteln versehen ist, um ein an einem in der ersten Betriebsstellung befindlichen Stopp-Haken (34') ankommendes Brett (24) von der Auflageebene (106) auf die Auflagefläche (108) zu bringen.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel als Rampe ausgebildet sind.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rampe eine Rolle (100) ist.
  4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rampe relativ zur Auflagefläche (108) derart dimensioniert und positioniert ist, dass ankommende Bretter (24) zunächst am vorlaufenden Ende (114) angehoben werden und dann, wenn ihr Massenschwerpunkt (118) die Rampe passiert hat, mit dem vorlaufenden Ende (114) auf die Auflagefläche (108) kippen.
  5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagefläche (108) mit einer rutschhemmenden Auflage (112) versehen ist.
  6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in Förderrichtung am Ende der Auflagefläche (108) ein Anschlag (98) angeordnet ist.
  7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Förderer ein Querförderer (12) ist.
  8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass dem Stopphaken (34) ein Signalgeber (122) zugeordnet ist, dass der Signalgeber (122) nach dem Vorbeilaufen eines Bretts (24) an dem Stopp-Haken (34) ein Signal abgibt, und dass der Stopp-Haken (34) zum Wechsel aus seiner zweiten Betriebsstellung in die erste Betriebsstellung freigegeben wird, sobald der Signalgeber (112) das Signal abgibt.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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