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Dokumentenidentifikation DE102005008206A1 24.08.2006
Titel Anstrichfarbe
Anmelder Schneider, Mario M., 84568 Pleiskirchen, DE
Erfinder Schneider, Mario M., 84568 Pleiskirchen, DE
Vertreter Freiesleben, D., Dr., Rechtsanw., 84561 Mehring
DE-Anmeldedatum 22.02.2005
DE-Aktenzeichen 102005008206
Offenlegungstag 24.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.08.2006
IPC-Hauptklasse C09D 5/22(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Anstrichfarbe für besonders belastete Oberflächen, wie Straßenoberflächen, Markierfarben, Farbe zum Anstrich von Feuchträumen, Kühlräumen oder ähnlich extrem belastete Flächen. Die Anstrichfarbe hat dazu ein Pigment auf anorganischer Basis und einen hohen Anteil an Zement/Bindemittel und Quarzsand/Füllstoff.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anstrichfarbe für besonders belastete Oberflächen, wie Straßenoberflächen, Markierfarben, Farbe zum Anstrich von Feuchträumen, Kühlräumen oder ähnlich extrem belastete Flächen.

Es sind Markierfarben für den Straßenbau bekannt, beispielsweise auf organischer Basis, so wie die bekannten Markierungen von Radwegen in rot oder die Kennzeichnung von Straßenübergängen in gelb oder grün.

Nachteilig an den bekannten Markierfarben für Straßenbeläge ist, dass sie, je nach Beanspruchung, relativ schnell erneuert werden müssen und bei Feuchtigkeit sehr glatte Oberflächen bilden, die sehr gefährlich werden können für die Fahrzeuge.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Farbe zur Straßenmarkierung zur Verfügung zu stellen, die auch bei Regen griffig bleibt und die weniger schnell abgerieben wird durch den Verkehr als die bislang bekannten Farben auf organischer Basis.

Gegenstand der Erfindung ist eine Anstrichfarbe für besonders belastete Oberflächen, die

zumindest 48 von 100 Masseteilen Zement und/oder Bindemittel,

zumindest 24 von 100 Masseteile (MT) Füllstoff,

zumindest ein Redispersionspulver in einer Menge von 13 bis 17 MT und

zumindest ein Pigment auf anorganischer Basis in einer Menge zwischen 6 bis 10 MT,

sowie weitere Additive, nämlich Fließmittel, Verflüssiger, Entschäumer und/oder Verdickungsmittel umfasst. Die Angabe in Masseteile bezieht sich dabei immer auf Gramm pro 100 Gramm Trockensubstanz der Anstrichfarbe.

Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist der Zement oder das Bindemittel in einer Menge von 48 bis 55 MT, bevorzugt von 49 bis 52 und insbesondere bevorzugt von 50 MT enthalten. Als Zement oder Bindemittel kommen insbesondere hochbasische Verbindungen von Kalk mit Kieselsäure, Aluminiumoxid und Eisen (III)-Oxid sowie Nebenbestandteilen aus Nebengruppenelement-Oxiden oder ähnlichem. Außerdem können bestimmte hoch entwickelte und kommerziell erhältliche Zemente eingesetzt werden, beispielsweise Weißzement, insbesondere ein Produkt der Dyckerhoff AG Weißzement CEM I 42,5 R-DW.

Als Füllstoff kommt beispielsweise einfacher Quarzsand wie der kommerziell erhältliche Quarzsand F34 der Quarzwerke GmbH zum Einsatz. Quarzsand ist in der Anstrichfarbe in einer Menge von 24 bis 30 MT insbesondere von 25 bis 27 und insbesondere bevorzugt von 25,9MT enthalten.

Nach einer Ausführungsform wird der Anstrichfarbe ein Füll- und/oder Einstreustoff – kurz „Dekofüllstoff" genannt – zugesetzt, der dekorative und/oder funktionale Wirkung, also eine Wirkung auf der Oberfläche der angestrichenen Flächen, entfaltet.

Insbesondere geeignet scheinen als Dekofüllstoff Reflektoren, Kügelchen, Mehl, mehlige Substanzen und/oder dekorative Elemente aus Glas (beispielsweise wie kommerziell über die Firma Worf Glaskugeln GmbH erhältlich). Ebenso geeignet sind Kunststoffpartikel und/oder Metall wobei die Dekofüllstoffe auch funktionelle Wirkung, wie beispielsweise reflektorisch, metallisch, magnetisch, selbst Licht emittierend, also beispielsweise fluoreszierend etc. entfalten können. Es sind beliebige Mischungen der genannten und anderer Füll- und/oder Streustoffe zur Erzielung aller möglichen Effekte denkbar und von der Erfindung mit umfasst. Beispielsweise könnten auch Sonnenreflektoren oder -kollektoren zur Erwärmung oder sonstige energetisch nutzbare Füllstoffe eingearbeitet sein. Darüber hinaus kann ein Teil der angestrichenen Fläche auf diese Weise selbstklebend gestaltet werden, so dass problemlos Gegenstände an der so angestrichenen Wand befestigt werden können.

Das Redispersionspulver wird in einer Menge von 13 bis 17 MT, insbesondere von 14 bis 16 MT und insbesondere bevorzugt von 15 MT eingesetzt. Beispielsweise wird als Redispersionspulver das Vinnapas der Wacker Polymer Systems GmbH & Co. KG, insbesondere das Vinnapas RI 541Z eingesetzt.

Das Pigment der Anstrichfarbe ist auf anorganischer Basis, insbesondere kommen die anorganischen Pigmente der Firma Bayer AG zum Einsatz. Besonders bevorzugt ist das Bayferrox 110 der Bayer AG. Das Pigment kommt in einer Menge von 6 bis 10 MT, insbesondere von 7 bis 9 MT und insbesondere bevorzugt von 8 MT in der Trockenmischung der Anstrichfarbe vor.

Als Fließmittel oder Verflüssiger ist in der Anstrichfarbe beispielsweise Melment F 10 kommerziell erhältlich über die SKW-Trostberg, enthalten. Das Fließmittel ist in einer Menge von 0,35 bis 0,7 MT, insbesondere von 0,4 bis 0,6 MT und insbesondere bevorzugt von 0,5 MT enthalten.

Der Entschäumer wird bevorzugt von der Firma Münzing Chemie GmbH bezogen, wobei insbesondere das Produkt Agitan P 800 bevorzugt wird. Der Entschäumer ist in einer Menge von 0,02 bis 0,2 MT, insbesondere von 0,05 bis 0,15 MT und insbesondere bevorzugt von 0,1MT enthalten.

Es wird ein Verdickungsmittel, insbesondere eines auf Titandioxidbasis eingesetzt, wobei insbesondere das Produkt Rheolate 208 der Kronos Titan GmbH zur Anwendung kommt. Das Verdickungsmittel ist in einer Menge von 0,2 bis 1 MT, insbesondere von 0,4 bis 0,6 MT und insbesondere bevorzugt in einer Menge von 0,5 MT in der Trockensubstanz enthalten.

Die Trockenmischung hat in der Regel einen Wasserbedarf von 50 ml auf 100gr Trockenmischung. Der Wasserbedarf kann jedoch variieren.

Ausführungsbeispiel:

Als rote Anstrichfarbe für die Kennzeichnung von kreuzenden Radfahrwegen auf Straßen wird nach einer Ausführungsform der Erfindung vorgeschlagen:

Die vorgeschlagene Anstrichfarbe wurde bereits erfolgreich als Straßenmarkierung, insbesondere von kreuzenden Fahrradwegen, getestet. Ebenso eignet sie sich, je nach Pigmentierung oder Einfärbung für andere Straßenmarkierungen.

In ersten Versuchen wurde auch festgestellt, dass die erfindungsgemäße Anstrichfarbe auf anorganischer Basis sich auch hervorragend für Feuchträume, wie Sauna, Wellnessbereich etc, eignet, nicht nur als Wandbeschichtung, sondern vor allem auch als Fußbodenbelag, wo die besondere Griffigkeit bei Feuchte und/oder Nässe, die auch bei der Verwendung als Straßenmarkierung wesentlich ist, eine große Rolle spielt.

Wegen der besonderen Pigmentierung kann die erfindungsgemäße Anstrichfarbe auch sehr dekorativ eingesetzt werden, insbesondere durch die Reflexionen der eingearbeiteten glänzenden Partikel, wobei diese Reflexionen in anderen Farbnuancen, insbesondere in dekorativen Kontrasten erscheinen können als die Grundfarbe der Anstrichfarbe selbst ist. So kann die Farbe besondere Vorteile bei der Gestaltung von Außenbereichen im Garten, auf Plätzen etc erlangen und auch im Innenbereich wie in Sauna-, Wellnessbereichen und/oder Schwimmbädern.

Die Verwendungen der Anstrichfarbe sind vielfältig, von der Markierung der Straßen, die bei der Entwicklung im Vordergrund stand bis zur dekorativen Gestaltung von Wellness- und/oder Sauna-/Schwimmbadbereichen ist hier alles denkbar, was für besonders rutschfeste und witterungsbeständige Stellen geeignet sein soll. Zudem erfüllt die Anstrichfarbe natürlich all die DIN-Normen, die für Straßenmarkierungsfarben erforderlich sind und in verschiedenen Broschüren, die Erfordernisse der Straßenmarkierungen betreffend, zusammengefasst sind. Insbesondere zeichnet die Farbe sich eben durch die Rutschfestigkeit bei Nässe und durch die Witterungs- und Abriebsbeständigkeit aus. Hinzu kommt die gute Pigmentierung, die die herkömmlichen organischen Pigmentierungen übertrifft.

Die Erfindung betrifft eine Anstrichfarbe für besonders belastete Oberflächen, wie Straßenoberflächen, Markierfarben, Farbe zum Anstrich von Feuchträumen, Kühlräumen oder ähnlich extrem belastete Flächen. Die Anstrichfarbe hat dazu ein Pigment auf anorganischer Basis und einen hohen Anteil an Zement/Bindemittel und Quarzsand/Füllstoff.


Anspruch[de]
  1. Anstrichfarbe für besonders belastete Oberflächen, die

    zumindest 48 von 100 Masseteilen Zement und/oder Bindemittel,

    zumindest 24 von 100 Masseteile (MT) Füllstoff und

    zumindest ein Redispersionspulver in einer Menge von 13 bis 17 MT und

    zumindest ein Pigment auf anorganischer Basis in einer Menge zwischen 6 bis 10 MT,

    sowie weitere Additive, nämlich Fließmittel, Verflüssiger, Entschäumer und/oder Verdickungsmittel umfasst.
  2. Anstrichfarbe nach Anspruch 1, wobei der Zement oder das Bindemittel in einer Menge von 48 bis 55 MT enthalten ist.
  3. Anstrichfarbe nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Anstrichfarbe in einer Menge von 24 bis 30 MT enthalten ist.
  4. Anstrichfarbe nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Fließmittel in einer Menge von 0,35 bis 0,7 MT enthalten ist.
  5. Anstrichfarbe nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Entschäumer in einer Menge von 0,02 bis 0,2 MT enthalten ist.
  6. Anstrichfarbe nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Verdickungsmittel in einer Menge von 0,2 bis 1 MT enthalten ist.
  7. Anstrichfarbe nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei zumindest ein Dekofüllstoff oder eine Kombination mehrerer Dekofüllstoffe enthalten ist.
  8. Verwendung einer Anstrichfarbe nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 7 zur Markierung einer Straße, zum Innenverputz und/oder als Fußbodenbelag eines Feuchtraumes und/oder an anderen besonders belasteten Stellen.
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