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Dokumentenidentifikation DE19942798B4 24.08.2006
Titel Automatische Nähgutzuführvorrichtung für eine Nähmaschine
Anmelder Juki Corp., Chofu, Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Hirasawa, Yutaka, Tokio/Tokyo, JP
Vertreter Grießbach und Kollegen, 70182 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 08.09.1999
DE-Aktenzeichen 19942798
Offenlegungstag 16.03.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.08.2006
IPC-Hauptklasse D05B 33/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Nähgutzuführvorrichtung und insbesondere eine automatische Nähgutzuführvorrichtung für eine Nähmaschine, bei welcher ein von Nähgutklemmmitteln festgeklemmtes Nähgut von einer Nähgutvorrats- oder Speicherposition zu einer Nähguteinstellposition hin transportiert wird, wobei an letzterer das zugeführte Nähgut durch Nähgutpressmittel gepresst und festgehalten wird.

Automatische Nähgutzuführvorrichtungen sind bekannt, beispielsweise in Nähapparaturen zur Ausbildung von Einfassungen (Bündchen oder Borden) beim Annähen von Taschen auf eine Jacke oder dergleichen. Bei den bekannten Nähgutzuführvorrichtungen dieser Art zur Ausbildung von Einfassungen wird eine Stoffklappe zur Abdeckung eines Taschenschlitzes, wie aus 6 ersichtlich, gewöhnlich von einer Klappenaufnahmeplatte P2 abtransportiert und automatisch einem an einer Einstellposition befindlichen Einstellmittel P3 zugeführt, wo ein Taschenteil eines Kleidungsstücks angeordnet ist. Diese automatische Nähgutzuführvorrichtung umfasst die Klappenaufnahmeplatte P2, Klappenklemmmittel P4 zum Klemmen einer auf der Platte P2 befindlichen Klappe F und zur Beförderung dieser Klappe zu den Einstellmitteln P3, ferner (nicht dargestellte) Bewegungsmittel zum Bewegen der Klappenklemmmittel P4 von der Platte P2 zu den Einstellmitteln P3 an der Einstellposition sowie Klappenpressmittel P5 zum Anpressen der zugeführten Klappe in der Einstellposition.

Die Einstellmittel P3 umfassen einen Verbinder P31 und Klemmplatten P32, P33, die rechts und links beidseits des Verbinders P31 und diesem entlanglaufend angeordnet sind.

Die Nähgutklemmmittel P4 umfassen ein Paar von Klemmgliedern P41, P42, von denen jedes einen Klemmabschnitt aufweist, der länger als die Klappe F ist. Ferner sind als Bestandteil der Klemmmittel P4 ein Paar von Tragarmen P42, P42 zur Halterung der jeweiligen Klemmglieder P41, P41 vorgesehen. Die Klemmglieder P41, P41 öffnen und schließen sich relativ zueinander unter dem Antrieb der Tragarme P42, P42, um so das Nähgut (Klappe F) zu halten.

Die Nähgutpressmittel P5 umfassen ein Pressglied P51, welches länger als das Nähgut (Klappe F) und auf- und abbeweglich ist. Während sich das Pressglied P51 nach oben bewegt, wird die Klappe F von den Nähgutklemmmitteln P4 über die Klemmplatte P32 zugeführt und anschließend unter dem Druck des abgesenkten Pressgliedes P51 angepresst.

Bei der herkömmlichen automatischen Nähgutzuführvorrichtung, wie sie in den 7a, 7b und 8a, 8b dargestellt ist, passieren die Klemmglieder P41, P41 bei der Zuführung des Nähgutes unter dem angehobenen Pressglied P51 hindurch. Daher sind die Tragarme P42, P42, welche die Klemmglieder P41, P41 abstützen, und der Tragarm P52, welcher das Pressglied P51 abstützt, einander gegenüberliegend angeordnet. Die Klemmglieder P41, P41 und das Pressglied P51 sind, wie dargestellt, jeweils freitragend abgestützt, so dass die Tragarme P42, P42 und der Tragarm P52 mit dem Pressglied P51 und den Klemmgliedern P41, P41 nicht kollidieren, wenn sie untereinander durchlaufen.

Bei Anwendung dieser freitragenden Bauweise der Klemmglieder P41, P41 und des Pressgliedes P51 treten jedoch gewisse Probleme auf. Vor allem reibt die Stoffklappe F gegen die Klemmplatte P32 der Einstellmittel P3 wenn die Klemmglieder P41, P41 unter dem Pressglied P51 hindurchlaufen, so dass die Stoffklappe unter Reibung eine Zugkraft erfährt, welche eine Verschiebung der von den Klemmgliedern P41, P41 gehaltenen Klappe F veranlasst, weil die in Rede stehende freitragende Halterung am abgewandten oder ferner gelegenen Ende der Anordnung keine ausreichende Haltekraft zur sicheren Halterung der Stoffklappe F ergibt, wie sie an sich am nahegelegenen Ende der Anordnung vorliegt.

Ein weiteres Problem ergibt sich, wenn die Stoffklappe vernäht wird. Die Reibungskraft, welche auftritt, wenn eine Nadel eingestellte Nähgutteile durchdringt, veranlasst die Klappe F, die vom Pressglied P51 gegen die Pressmittel P5 gedrückt ist, dazu, sich zu verziehen und zu verschieben.

Um die Haltekraft an den entfernt gelegenen Enden der freitragend angeordneten Klemmglieder P41, P41 zu steigern wurde, bereits ein Aufbau versucht, bei dem sich der Zwischenraum zwischen den Klemmgliedern P41, P41 in Richtung auf die entfernt gelegenen Enden verengt. Diese Konstruktion hat jedoch wiederum einen anderen Nachteil. Die Bauteile werden nämlich beim Halten des Nähgutes verdreht oder verwunden, was zu einer erhöhten Metallermüdung und geringerer Halterungsstabilität führt.

Die DE 40 33 177 C2 zeigt eine weitere Konstruktion, bei welcher Klemmglieder nicht an ihren Enden, sondern in einem mittleren Abschnitt abgestützt sind. Bei dieser Konstruktion, die in 9 dargestellt ist, werden zunächst Klemmglieder Q41, Q41 durch Verschwenkung (in X-Richtung) über die Position eines Druckgliedes Q51 hinausbewegt, wobei die Klemmglieder Q41, Q41 an die Seite des Druckgliedes Q51 verschoben werden. Anschließend erfolgt eine Parallelverschiebung (in Y-Richtung) der seitlich zueinander angeordneten Glieder Q41, Q41 und Q51, um auf diese Weise die Klappe F zwischen das Druckglied Q51 und die Klemmplatte Q32 zu verbringen.

Bei diesem Aufbau zeigen sich jedoch weitere Nachteile. Die beschriebene zweistufige Bewegung führt dazu, dass die Kosten mit Bezug auf eine Vorrichtung, die lediglich eine einstufige Bewegung erfordert, ansteigen. Darüber hinaus ist es manchmal schwierig, die zwischen den Klemmgliedern Q41, Q41 gehaltene Stoffklappe F aufgrund gegenseitiger Störungen zwischen den Verbinder Q31 und die Klemmplatte Q32 einzuführen.

Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der Erfindung, eine automatische Nähgutzuführvorrichtung vorzuschlagen, die dem Nähgut eine höhere Klemm- und Presskraft erteilt und eine Zuführung mit einer einfacheren, kostengünstigeren Konstruktion ermöglicht.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine automatische Nähgutzuführvorrichtung nach Anspruch 1 vorgeschlagen, die Nähgutklemmmittel zum Festklemmen oder Loslassen eines Nähgutes unter Rotationsbewegung wenigstens eines von zwei Klemmarmen, welche die Klemmmittel im wesentlichen in deren Mitte abstützen, umfasst; ferner umfasst die Vorrichtung eine Nähguteinstellposition mit Nähguteinstellmitteln, die zur Aufnahme des Nähguts Haltemittel (Klemmplatten) aufweisen; weiterhin umfasst die Vorrichtung Bewegungsmittel zur Bewegung der Nähgutklemmmittel auf einer vorgegebenen Bewegungsbahn aus einer Nähgutvorratsposition zur Nähguteinstellposition; schließlich sind bei der Vorrichtung Nähgutpressmittel vorgesehen zum Anpressen des in seiner Einstellposition liegenden Nähgutes durch ein Pressglied, wobei die Nähgutpressmittel das Pressglied mit Bezug auf die Haltemittel so abstützen, dass es sich in der Nähe oder entfernt von der Bewegungsbahn der Nähgutklemmmittel befindet.

Nach der Erfindung wird jedes der Klemmglieder der Nähgutklemmmittel vom Klemmarm an seinem Mittelabschnitt abgestützt, so dass sich von einem Ende zum anderen des Klemmgliedes eine gleichmäßige Kraft ergibt, die eine feste Halterung des Nähgutes ermöglicht.

Außerdem steht das Pressglied der Nähgutpressmittel neben der Position und getrennt von der Bewegungsbahn der Klemmglieder, wenn die Nähgutklemmmittel das Nähgut mit Hilfe der Bewegungsmittel aus der Vorratsposition in die Einstellposition befördern und sich in die Einstellposition zurückbewegen, um so das Nähgut nach dessen Beförderung zu pressen. Daher kollidieren die Klemmarme nicht mit dem Pressglied und behindern nicht den Weg der Nähgutzuführung, obwohl die Klemmarme jeweils mittig an den Nähgutklemmmitteln angeordnet sind.

Entsprechend einer Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 2 umfassen die Nähgutpressmittel ein Paar von Tragarmen zur Halterung des Pressgliedes an dessen beiden Enden, um es relativ zu den Haltemitteln zu verschwenken; ferner ist eine Antriebseinrichtung für das Pressglied vorgesehen, die dieses Glied durch Verschwenken der Tragarme in die Nähguteinstellposition oder auf die dieser Position gegenüberliegende Seite bewegt, so dass es dicht bei oder im Abstand von der Bewegungsbahn der Klemmmittel liegt.

Entsprechend dieser Weiterbildung der Erfindung halten die Tragarme das Pressglied an seinen beiden Enden, so dass sich von einem zum anderen Ende dieses Gliedes eine gleichmäßige Kraft ergibt, durch welche das Nähgut eine sichere Pressung erfährt. Daher verschiebt sich das Nähgut auf den Nähgutpressmitteln nicht infolge Reibung, die entsteht, wenn eine Nadel die eingestellten Nähgutteile während der Stichbildung durchdringt, so dass hierdurch eine stabile Vernähung gewährleistet ist.

Wenn darüber hinaus die Nähgutklemmmittel das Nähgut von der Vorratsposition in die Einstellposition befördern, steht das Pressglied in einer Position, welche der Einstellposition mit Abstand von der Bewegungsbahn der Klemmglieder gegenüberliegt, und das Pressglied verschwenkt sich in die Einstellposition zurück und presst das Nähgut nach dessen Beförderung, so dass das Nähgutpressmittel mit den Stoffklemmmitteln nicht kollidiert und den Weg der Nähgutzuführung nicht verstellt, obwohl die Tragarme zu beiden Enden des Pressgliedes angeordnet sind.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 3 ist vorgesehen, dass die Bewegungsmittel (der Nähgutklemmmittel) und die Antriebseinrichtung des Pressgliedes die Nähgutklemmmittel bzw. das Pressglied lediglich in eine Richtung bewegen, die im wesentlichen senkrecht zu einer willkürlichen Achse verläuft.

Bei dieser Weiterbildung kann die Erfindung bei der Verwirklichung einer störungsfreien Nähgutzuführung einen einfachen Aufbau umfassen, der im Vergleich mit herkömmlichen Vorrichtungen geringere Herstellungskosten bedingt, falls bei den herkömmlichen Vorrichtungen zweistufige Bewegungen erforderlich sind, nämlich eine Schwenkbewegung um eine willkürliche Achse und eine Bewegung entlang dieser Achse.

In der voranstehenden Beschreibung schließt die Bewegung in einer Richtung im wesentlichen senkrecht zu einer Achse beispielsweise eine Dreh- oder Schwenkbewegung um eine Achse ein sowie eine parallele Bewegung in einer Richtung senkrecht zu einer Achse.

Die nachstehende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung dient im Zusammenhang mit beiliegender Zeichnung der weiteren Erläuterung. Es zeigen:

1 eine schaubildliche Gesamtansicht einer Nähapparatur zur Ausbildung von Einfassungen mit einer automatischen Nähgutzuführvorrichtung gemäß der Erfindung;

2 eine vergrößerte Ansicht eines Nähgutklemm- und eines Nähgutpressmechanismus der automatischen Nähgutzuführvorrichtung aus 1;

3 eine Reihe von Seitenansichten des Betriebsablaufes der automatischen Nähgutzuführvorrichtung, wobei

3a eine Bewegung von Klemmgliedern, ausgehend von einer Stoffklappenaufnahmeplatte zu einer Einstellposition hin zeigt, wobei ein Pressglied geöffnet ist;

3b eine Zustand darstellt, in dem die Stoffklappe bei geschlossenem Pressglied gepresst wird; und

3c einen Rückkehrvorgang in einen Ausgangszustand bei geöffneten Klemmgliedern zeigt;

4 eine Reihe von Draufsichten mit einer Darstellung des Betriebsablaufes der automatischen Nähgutzuführvorrichtung aus 1;

5 eine Vertikalschnittansicht an einer Einstellposition der automatischen Nähgutzuführvorrichtung nach Zuführung der Stoffklappe;

6 eine schaubildliche Darstellung eines Nähgutklemm- und eines Nähgutpressmechanismus bei einer an sich bekannten automatischen Nähgutzuführvorrichtung;

7 eine Reihe von Seitenansichten des Betriebsablaufs der an sich bekannten Vorrichtung aus 6;

8 eine Reihe von Draufsichten mit einer Darstellung des Betriebsablaufs der an sich bekannten Vorrichtung aus 6; und

9 eine Reihe von Draufsichten mit einer Darstellung des Betriebsablaufs bei einer ebenfalls an sich bekannten automatischen Nähgutzuführvorrichtung, bei welcher Tragarme Klemmglieder im wesentlichen an deren mittleren Abschnitten tragen.

Die nachstehende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung bezieht sich auf die 1 bis 5.

Gemäß 1 umfasst eine automatische Nähgutzuführvorrichtung 1 eine (Stoff-)Klappenaufnahmeplatte 4, auf welcher zuzuführende Klappen F platziert werden können. Ein Nähgutklemmmechanismus (eine Greifervorrichtung) mit Nähgutklemmmitteln 2 dient der Klemmung einer Klappe F. Ein Bewegungsmechanismus mit Bewegungsmitteln 5 ermöglicht eine Verschwenkung, durch welche die Nähgutklemmmittel 2 von der Aufnahmeplatte 4 zu Einstellmitteln 8 hin bewegt werden, auf denen Nähgutteile für einen Taschenabschnitt eingestellt werden. Schließlich sind Nähgutpressmittel 3 vorhanden.

Die Bewegungsmittel 5 umfassen einen Druckluftzylinder 54, der an einem Basisrahmen 53 befestigt ist. Der Basisrahmen 53 in seinerseits auf einem Tisch T montiert. Ein Stützkörper 55 ist so abgestützt, dass er relativ zum Basisrahmen 53 auf- und abbeweglich ist, wobei der aufwärts und abwärts gerichtete Antrieb über den Druckluftzylinder 54 erfolgt. Ein Schwenkarm 52 ist mit Bezug auf den Stützkörper 55 um eine Drehachse 51 schwenkbar abgestützt. Ein Druckluftzylinder 56 dient der Verschwenkung des Schwenkarms 52.

Wie insbesondere aus 2 ersichtlich, umfassen die Nähgutklemmglieder 2 ein Paar von Klemmgliedern (Schenkeln) 21, 21, deren Länge jeweils größer als diejenige der hier als Nähgut dienenden Klappe F ist. Ein Paar von Klemm- oder Tragarmen 22, 22 dient der Abstützung der jeweiligen Klemmglieder 21, 21, und zwar jeweils in der Mitte von deren Längsausdehnung. Die Tragarme 22, 22 sind am oberen Ende des Schwenkarms 52 abgestützt. Eine Antriebseinrichtung 23, beispielsweise ein Druckluftzylinder, der am Schwenkarm 52 befestigt ist, dient der Verschwenkung einer der Tragarme 22, um sich jeweils zum anderen Tragarm 22 hin zu öffnen oder zu schließen. Die Tragarme 22, 22 dienen der Halterung der jeweiligen Klemmglieder 21, 21 an deren Mittelabschnitten, so dass diesen Gliedern von einem zum anderen Ende hin eine gleichmäßige Haltekraft erteilt wird.

Die Bewegungsmittel 5 bewegen die Nähgutklemmmittel 2 von der Aufnahmeplatte 4 zu den Einstellmitteln 8 hin, wobei sich der Schwenkarm 52 um die Drehachse 51 verschwenkt.

Die Einstellmittel 8 umfassen einen Verbinder 81 zur Einstellung eines Einfassstoffes (Paspelstreifens) H2 (5), der für eine Taschenvernähung auf einer Gleitplatte 80 erforderlich ist, die ihrerseits auf dem Tisch T angeordnet ist. Klemmplatten 82, 83 dienen als Haltemittel zum Anpressen eines Basisnähgutes H1 eines Kleidungsstücks. Die Klappe F (Nähgut) wird über die Klemmplatte 83 gepresst. Die Gleitplatte 80, die Klemmplatten 82, 83 und die Nähgutpressmittel 3 sind in Richtung des Pfeiles A in 1 gleitverschieblich, und zwar zusammen mit dem Basisnähgut, dem Einfassnähgut und der Klappe F, wenn die Gesamtanordnung durch Nadeln N, N (1) vernäht wird.

Die Nähgutpressmittel 3 umfassen ein Pressglied 31, dessen Länge größer als diejenige der Klappe F ist. Zwei Tragarme 32, 32 sind mit ihren beiden oberen Enden jeweils am Pressglied 31 befestigt. Ihre unteren Enden sind auf der Klemmplatte 83 um eine Achse 34 drehbar abgestützt. Eine Antriebseinrichtung 33, beispielsweise ein Schrittmotor, dient der Verschwenkung der Tragarme 32, 32 um die Achse 34. Die Tragarme 32, 32 können sich, angetrieben von der Antriebseinrichtung 33, aus einer Öffnungsposition (3a) um etwa 150° in eine Nähgutpressposition (3b) verschwenken. Die Öffnungsposition, in welcher das Pressglied 31 geöffnet ist, liegt unter und im Abstand von der Bewegungsbahn (3a) der Klemmglieder 21, 21. In der Nähgutpressposition wird die Stoffklappe F vom Pressglied 31 über die Klemmplatte 83 gepresst.

Nachstehend wird die Betriebsweise der beschriebenen Ausführungsform einer automatischen Nähgutzuführvorrichtung beschrieben.

Zunächst wird das Basisnähgut H1 (vergleiche 5) zwischen die Klemmplatte 82, 83 und die auf dem Tisch T aufruhende Gleitplatte 80 eingesetzt. Das Einfassnähgut H2 wird auf den Verbinder 81 aufgebracht. Hierauf beginnt der Zuführvorgang der Stoffklappe F.

Wenn sich die zuzuführende Klappe F auf der Aufnahmeplatte 4 befindet, wird das Pressglied 31 durch Betätigung der Antriebseinrichtung 33 der Nähgutpressmittel 3 nach rückwärts verschwenkt, wie in 3a und 4a dargestellt.

Hierauf werden die Klemmglieder 21, 21, welche die Klappe F halten, um die Drehachse 51 verschwenkt, so dass die Klappe F in eine Position oberhalb der Einstellmittel 8 gelangt. Hierauf wird die Klappe F in einer vorgegebenen Position über der Klemmplatte 83 platziert.

Im nächsten Schritt verschwenken sich durch Betätigung der Antriebseinrichtung 33 die Tragarme 32, 32 im Gegenuhrzeigersinn, so dass das Pressglied 31 die Klappe F gegen die Klemmplatte 83 klemmt und hält, wie in 3b dargestellt. Hierauf öffnen sich durch Betätigung der Antriebseinrichtung 23 die beiden Tragarme 22, 22 und die Klemmglieder 21, 21 und geben die Klappe F frei.

Im Anschluss hieran veranlasst eine Betätigung des Druckluftzylinders 54 den Stützkörper 55 zu einer Aufwärtsbewegung und Anhebung der Klemmglieder 21, 21. Anschließend wird der Druckluftzylinder 56 betätigt, so dass sich die Klemmglieder 21, 21 zur Aufnahmeplatte 4 hin verschwenken und der Nähgutzuführvorgang beendet ist (vergleiche 3c).

Bei einer alternativen Ausführungsform kann eine geringere Höhe des Pressgliedes 31 eine Aufwärtsbewegung der Klemmglieder 21, 21, wie beschrieben, vermeidbar machen, wenn diese in ihre Ausgangsstellung zurückkehren. Es ist auch möglich, den Nähvorgang dann auszuführen, wenn die Klemmglieder 21, 21 über den Einstellmitteln stehen, ohne dass diese Glieder in ihre obere Position zurückkehren.

Nach Zuführung der Klappe F werden die Gleitplatte 80, die Klemmplatten 82, 83 und die Nähgutpressmittel 3 nach rückwärts verschoben (in Längsrichtung des Pressglieds 31) um dann das Basisnähgut H1, das Einfassnähgut H2 und die Klappe F miteinander zu vernähen, so dass sich eine Taschenöffnung ergibt.

Wie oben beschrieben, sind entsprechend der beschriebenen Ausführungsform der automatischen Nähgutzuführvorrichtung 1 die beiden Klemmglieder 21, 21 jeweils an ihren Mittelabschnitten abgestützt, so dass im Vergleich zu herkömmlichen freitragenden Klemmgliedern die Klappe F fester gehalten werden kann. Infolgedessen verschiebt sich die Klappe F nicht in den Nähgutklemmmitteln 2, was zu einer hoch stabilen Nähgutzuführung führt.

Darüber hinaus ist das Pressglied 31 an seinen beiden Enden gehaltert, wodurch sich eine sichere Anpressung des Nähguts ergibt. Infolgedessen verschiebt sich das Nähgut nicht in den Nähgutpressmitteln 3, während die Vernähung erfolgt, so dass eine stabile Stichbildung erzielbar ist.

Daneben erfordert der Bewegungsmechanismus zur Bewegung der Nähgutklemmmittel 2 lediglich eine Schwenkbewegung um die Drehachse 51 ohne Verschiebung in Richtung längsweise zu den Klemmgliedern 21, 21. Hierdurch ist eine Kollision des Nähguts mit anderen Elementen während der Beförderung des Nähguts vermieden. Infolgedessen lässt sich der Mechanismus zur Zuführung des Nähgutes unter gleichzeitiger Absenkung der Herstellungskosten vereinfachen.

In ähnlicher Weise besteht die Bewegung des Pressgliedes 31 der Nähgutpressmittel 3 lediglich aus einer Schwenkbewegung um die Achse 34, wodurch ebenfalls der Aufbau vereinfacht und die Vorrichtung weniger kostspielig wird.

Die Erfindung ist nicht auf die automatische Nähgutzuführvorrichtung 1 entsprechend der beschriebenen Ausführungsform beschränkt. Vielmehr kann diese Ausführungsform in vieler Hinsicht abgewandelt werden. Beispielsweise kann die Stelle, an welcher die Klemmglieder gehaltert werden, aus der Mitte heraus mehr oder weniger verschoben werden. Es ist also nicht erforderlich, die Tragarme 22 genau mit der Mitte der Klemmglieder 21 zu verbinden, solange die Verbindung nicht gerade an den Enden der Klemmglieder, sondern immer noch in deren Mittelabschnitt erfolgt. In ähnlicher Weise kann auch die Stelle, an welcher das Pressglied 31 abgestützt ist, von seinen Enden zu seinem Mittelteil hin verschoben werden, das heißt diese Abstützung braucht nicht unbedingt genau an den Enden des Pressglieds 31 zu erfolgen.


Anspruch[de]
  1. Automatische Nähgutzuführvorrichtung (1) für eine Nähmaschine mit Nähgutklemmmitteln (2) zum Festklemmen oder Loslassen eines Nähgutes (F) mittels eines Paares von Klemmmitteln (21) unter Rotationsbewegung wenigstens eines von zwei Klemmarmen (22), welche die Klemmmittel (21) im wesentlichen in deren Mitte abstützen; mit einer Nähguteinstellposition, an der zur Aufnahme des Nähguts (F) Haltemittel (82, 83) vorgesehen sind, mit Bewegungsmitteln (5) zur Bewegung der Nähgutklemmmittel (2) auf einer vorgegebenen Bewegungsbahn aus einer Nähgutvorratsposition zur Nähguteinstellposition; und mit Nähgutpressmitteln (3) zum Anpressen des in seiner Einstellposition liegenden Nähgutes (F) durch ein Pressglied (31), wobei die Nähgutpressmittel (3) das Pressglied (31) mit Bezug auf die Haltemittel (82, 83) so abstützen, dass es sich in der Nähe oder entfernt von der Bewegungsbahn der Nähgutklemmmittel (2) befindet.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Nähgutpressmittel (3) ein Paar von Tragarmen (32) zur Halterung des Pressgliedes (31) an dessen beiden Enden umfassen, um es relativ zu den Haltemitten (82, 83) zu verschwenken, und dass eine Antriebseinrichtung (33) für das Pressglied (31) vorgesehen ist, die dieses Glied durch Verschwenken der Tragarme (32) in die Nähguteinstellposition oder auf die dieser Position gegenüberliegende Seite bewegt, und zwar jeweils mit Abstand von der Bewegungsbahn der Nähgutklemmmittel (2).
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungsmittel (5) der Nähgutklemmmittel (2) und die Antriebseinrichtung (33) des Pressgliedes (31) die Nähgutklemmmittel (2) bzw. das Pressglied (31) lediglich in eine Richtung bewegen, die im wesentlichen senkrecht zu einer willkürlich gewählten Achse verläuft.
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