Die Erfindung betrifft ein Holster zum Tragen einer Faustfeuerwaffe
am Körper, mit einer Tasche zur Aufnahme der Faustfeuerwaffe, mit einem an der Tasche
angebrachten Sicherheitsbügel, der von einer Schließposition in eine Öffnungsposition
verschwenkbar ist, wobei der Sicherheitsbügel die Faustfeuerwaffe in der Schließposition
teilweise umgreift und in der Tasche sichert und wobei der Sicherheitsbügel die
Faustfeuerwaffe in der Öffnungsposition zum Ziehen aus der Tasche freigibt, wobei
durch einen Betätigungsmechanismus das Verschwenken des Sicherheitsbügels freigebbar
ist und der Sicherheitsbügel von einer Feder in die Öffnungsposition gedrängt wird.
Ein derartiges Holster ist beispielsweise bekannt aus der
DE 103 30 676 B3. Bei diesem Holster
bildet ein Bedienhebel mit einem Druckknopf den Betätigungsmechanismus für das Verschwenken
des Sicherheitsbügels. Der Bedienhebel ist als flexible Kunststofflasche ausgebildet.
Das an dem Bedienhebel angebrachte Druckknopfelement kann mit einem komplementären
Druckknopfelement an dem Sicherheitsbügel verbunden werden, wenn dieser in der die
Waffe teilweise umgreifenden Schließposition ist. Zum Öffnen muß lediglich das Druckknopfelement
an dem flexiblen Bedienhebel von dem Sicherheitsbügel mit dem Daumen weggedrückt
werden, und der Sicherheitsbügel schwenkt nach vorne. Das Schließen des Sicherheitsbügels
ist dagegen kompliziert. Der Sicherheitsbügel muß gegen die Kraft der in Öffnungsrichtung
wirkenden Feder in seine Schließposition gezogen und dort festgehalten werden, während
die beiden Druckknopfelemente miteinander verbunden werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Handhabung eines Holsters
der beschriebenen Art zu vereinfachen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß ein Riegelelement
des Betätigungsmechanismus bei einem Zurückschwenken des Sicherheitsbügels in die
Schließposition den Sicherheitsbügel selbsttätig in der Schließposition verriegelt.
Mit anderen Worten muß der Benutzer des Holsters den Sicherheitsbügel
lediglich von der Öffnungsposition manuell in die Schließposition zurückschwenken.
Aufgrund der automatischen Verriegelung mittels des Riegelelementes verharrt der
Sicherheitsbügel in dieser Schließposition, bis er durch Betätigung des Betätigungsmechanismus
wieder freigegeben wird und aufgrund der Federkraft in die Öffnungsposition schwenkt.
Ein manuelles Verbinden oder Verriegeln irgendwelcher Arretierungselemente, während
der Sicherheitsbügel in der Schließposition manuell festgehalten wird, ist nicht
erforderlich.
Bei einer praktischen Ausführungsform kann an dem Sicherheitsbügel
ein Haltekörper mit einer Riegelaufnahme befestigt sein, und das Riegelelement kann
in der Schließposition des Sicherheitsbügels mittels einer Feder in diese Riegelaufnahme
gedrückt werden. Durch dieses Eindrücken des Haltekörpers mittels der Federkraft
wird die automatische Verriegelung in der Schließposition bewirkt.
Weiterhin kann in der Praxis das Riegelelement mit einem Druckelement
gekoppelt sein, welches in Richtung des Laufs der in der Tasche aufgenommenen Faustfeuerwaffe
eindrückbar ist und welches beim Eindrücken das Riegelelement aus der Riegelaufnahme
bewegt. Eine derartige Betätigung des Riegelelements des Betätigungsmechanismus
kann beim Ergreifen der Faustfeuerwaffe erfolgen, weil die Betätigungsrichtung des
Druckelements in Greifrichtung der Hand verläuft, welche die Faustfeuerwaffe ergreift.
Die Betätigungskraft des Druckelements kann sehr viel geringer sein als die für
das Öffnen einer aus dem Stand der Technik bekannten Druckknopfverbindung erforderliche
Kraft. Die Betätigungskraft für das Druckelement hängt im wesentlichen von der Kraft
der Rückstellfeder ab, welche den Haltekörper in die Riegelaufnahme drückt.
Vorzugsweise ist das Druckelement an dem oberen Rand der dem Körper
zugewandten Wand der Tasche angeordnet. Beim Ergreifen der Faustfeuerwaffe bewegt
sich der Daumen der Hand, mit der die Waffe gezogen werden soll, automatisch in
diese Position nahe dem oberen Rand der dem Körper zugewandten Wand der Holstertasche.
Das Ergreifen der Waffe und das Betätigen des Druckelements zum Öffnen des Sicherheitsbügels
kann somit im gleichen Bewegungsablauf mit der die Waffe ziehenden Hand erfolgen.
Wie ebenfalls aus dem eingangs genannten Stand der Technik bekannt,
kann im Inneren der Holstertasche ferner ein Sicherungsmechanismus angeordnet sein,
der die Faustfeuerwaffe gegen unbfugtes Ziehen aus der Tasche sichert.
In der Praxis kann der Sicherungsmechanismus ein ins Innere der Tasche
einschwenkbares Sicherungselement aufweisen, das zur Sicherung der Faustfeuerwaffe
den Abzugsschutzbügel hintergreift, wenn sich die Faustfeuerwaffe in ihrer Ruheposition
innerhalb der Holstertasche befindet, und er kann ferner einen Öffnungsmechanismus
aufweisen, um das Sicherungselement zum Ziehen der Faustfeuerwaffe freizugeben.
Der Öffnungsmechanismus kann durch einen Schieber mit einem zweiten Druckelement
gebildet werden, das mit einem Daumen des Trägers des Holsters eindrückbar ist.
Vorzugsweise ist das Druckelement zur Betätigung des Sicherungselementes
unmittelbar neben dem Druckelement zur Betätigung des Riegelelementes am oberen
Rand der dem Körper zugewandten Tasche angeordnet. Auf diese Weise können beide
Druckelemente, nämlich das Druckelement zum Freigeben des Sicherheitsbügels, welcher
die Primärsicherung der Waffe in der Holstertasche bildet, und auch das Druckelement
zur Freigabe des Sicherungselementes in der Holstertasche, welcher die Sekundärsicherung
der Faustfeuerwaffe gegen unbefugtes Ziehen aus der Holstertasche bildet, in einem
Bewegungsablauf durch Eindrücken mittels des Daumens der die Waffe ziehenden Hand
des Holsterträgers beim Ergreifen der Waffe bestätigt werden. Das erfindungsgemäße
Holster hat also einen sehr effektiven, doppelten Schutz gegen ungewolltes Herausfallen
oder unbefugtes Ziehen der Waffe aus der Holstertasche, verzögert aber nicht das
Ziehen der Waffe, da beim Ergreifen der Waffe der Holsterträger ohne Zeitverlust
die zwei separaten Druckelemente zum Freigeben der beiden Sicherungen mit dem Daumen
der die Waffe ziehenden Hand betätigen kann. Gleichwohl ist es aufgrund der Trennung
der Druckelemente für die zwei Sicherungen nicht möglich, daß durch ein ungewolltes
oder unbefugtes Eindrücken eines der Druckelemente das Ziehen der Faustfeuerwaffe
vollständig freigegeben wird.
Nachfolgend wird eine Ausführungsform der Erfindung unter Bezugnahme
auf die beigefügte Zeichnungen beschrieben. Die Zeichnungen zeigen in:
1 eine Seitenansicht der vom Körper abgewandten
Seite der Holstertasche;
2 eine Rückansicht der Holstertasche
aus 1;
3 eine Seitenansicht der dem Körper zugewandten
Seite der Holstertasche;
4 eine Explosionszeichnung der Sekundärsicherung
des Holsters aus den 1–3;
5 eine Zusammenstellung der Elemente
der Primärsicherung des Holsters aus den 1–3;
6 eine der 3
entsprechende vergrößerte Darstellung des oberen Abschnitts der Holstertasche mit
Sicherheitsbügel in der Öffnungsposition;
7 eine Detailansicht des Betätigungsmechanismus
für den Sicherheitsbügel, wobei der Sicherheitsbügel in der Schließposition ist
und
8 eine der 7
entsprechende Ansicht mit Schließbügel in der Öffnungsposition;
Das in den 1–3
dargestellte Holster ist zur Aufnahme einer Faustfeuerwaffe, im vorliegenden Fall
einer Pistole 1 vorgesehen. Es besteht im wesentlichen aus einer Holstertasche
2, an der eine Befestigungsplatte 3 befestigt ist, mit der die
Holstertasche 2 an einer Tragvorrichtung (nicht dargestellt) befestigbar
ist. Die Tragvorrichtung kann beispielsweise an einem Gürtel oder an einem Schultertragriemen
angeordnet sein.
In den 1 und 3
ist die Primärsicherung für die Faustfeuerwaffe 1 zu erkennen, die aus
einem verschwenkbaren Sicherheitsbügel 4 besteht. In 3,
welche die dem Körper des Holsterträgers zugewandte Seite der Holstertasche
2 zeigt, ist ein erstes Druckelement 5 zu erkennen. Beim Drücken
des ersten Druckelements 5 schwenkt der Sicherheitsbügel 4 aus
der in den 1 und 3
dargestellten senkrechten Schließposition nach vorne in die in 6
dargestellte waagerechte Öffnungsposition.
Die Funktionsweise des Betätigungsmechanismus für den Sicherheitsbügel
4 geht insbesondere aus den 5–8
hervor.
6 zeigt, daß ein Ende des im wesentlichen
U-förmigen Sicherheitsbügels 4 in einem Gehäuse 6 aufgenommen
ist, welches mit zwei Schrauben 7, 8 an der dem Körper zugewandten
Seite der Holstertasche 2 befestigt ist. Das Gehäuse 6 besteht
aus einem Grundkörper 9 und einem Deckel 10. In dem Grundkörper
9 ist ein Schieber 11 längsverschiebbar aufgenommen. Das obere
Ende 5 des Schiebers 11 bildet das Druckelement zur Betätigung
des Sicherheitsbügels 4. Das in dem Gehäuse 6 aufgenommene Ende
des Sicherheitsbügels 4 ist an einem Haltekörper 12 befestigt,
der die Form einer Kreisscheibe aufweist und eine abgewinkelte Aussparung
13 aufweist, die eine Riegelaufnahme bildet. Unterhalb des Schiebers
11 ist eine Druckfeder 14 angeordnet, welche den Schieber
11 nach oben drückt.
Wie in 7 zu erkennen, drückt die Feder
14 eine Ecke des Schiebers 11 in die Aussparung 13 des
Haltekörpers 12. Der Schieber 11 bildet somit das Riegelelement.
Wenn der Sicherheitsbügel 4 manuelle in die in den 1,3
und 7 dargestellte Schließposition verschwenkt
wird, drückt die Druckfeder 14 das Riegelelement 11 in die Aussparung
(Riegelaufnahme) 13, wie in 7 zu erkennen.
Wird dagegen von oben manuell ein Druck auf das Druckelement 5 ausgeübt,
so wird der Schieber 11, der das Riegelelement bildet, nach unten aus der
Aussparung 13 herausbewegt, so daß der Sicherheitsbügel 4 frei
verschwenkbar ist.
Die 5 zeigt, daß der kreisscheibenförmige
Haltekörper 12 eine zentrale Bohrung 16 zur Aufnahme
einer Hülse 15 und der Schraube 7 aufweist. In der zentralen Bohrung
16 ist eine Schraubenfeder 17 angeordnet. Das Ende 18
der Schraubenfeder 17 ist bei montiertem Sicherheitsbügel 4 derart
an dem Grundkörper 9 des Gehäuses 6 festgelegt, daß der Sicherheitsbügel
4 durch die Schraubenfeder 17 in seine in den 6
und 8 dargestellte Öffnungsposition gedrückt
wird. Wenn also durch Eindrücken des Druckelements 5 die Ecke des Schiebers
11, welche das Riegelelement bildet, aus der Aussparung 13 des
Haltekörpers 12 herausbewegt wird, verdreht sich durch die Federkraft der
Schraubenfeder 17 der Haltekörper 12 mit dem Sicherheitsbügel
4 relativ zum Grundkörper 9 des Gehäuses 6, bis er in
die in den 6 und 8
dargestellte waagerechte Öffnungsposition gelangt. In dieser Öffnungsposition ist
vorzugsweise ein Anschlag für das Verschwenken des Sicherheitsbügels 4
vorgesehen.
Das zweite Ende des Sicherheitsbügels 4 ist auf der in
1 erkennbaren Außenseite der Holstertasche
2, welche vom Körper des Trägers abgewandt ist, mittels einer Befestigungsschraube
19 schwenkbar befestigt. Die Längsachse dieser Befestigungsschraube
19 bildet die Schwenkachse für dieses zweite Ende des Sicherheitsbügels
4.
Die 4 zeigt eine Explosionszeichnung
der Sekundärsicherung des erfindungsgemäßen Holsters, welche in dem Gebrauchsmuster
202 15 678.8 der Anmelderin im Detail beschrieben ist. Die Sekundärsicherung besteht
im wesentlichen aus einem Gehäuseblock 20, der zwischen die Seitenwände
der Holstertasche 2 geschraubt ist und den hinteren Abschluß der Holstertasche
2 bildet (siehe 2). Die untere Mulde
21 des Gehäuseblocks 20 bildet die Führung für das vordere Ende
des Laufs der Faustfeuerwaffe 1. Auf der dem Körper des Holsterträgers
zugewandten Seite weist der Gehäuseblock 20 eine Führung 22 für
einen Schieber 23 auf, dessen oberes Ende mit einem zweiten Druckelement
24 versehen ist. Der Schieber 23 wirkt mit einem verschwenkbaren
Sicherungselement 24 zusammen, dessen Sperrnase 26 bei in die
Holstertasche 2 eingeschobener Faustfeuerwaffe 1 den Abzugsschutzbügel
der Faustfeuerwaffe 1 hintergreift. Durch Eindrücken des Druckelements
24 wird die Schwenkbewegung des Sicherungselements 25 freigegeben,
und die Faustfeuerwaffe 1 kann aus der Holstertasche herausgezogen werden.
Beim Einschieben und Ausziehen ist der Abzugsschutzbügel der Faustfeuerwaffe
1 in dem hierfür vorgesehenen Aufnahmekanal 27 in dem Gehäuseblock
20 geführt.
Die 3 und 6
zeigen, daß das Druckelement 24 zur Betätigung des Sicherungselements
25 unmittelbar neben dem Druckelement 5 zur Betätigung des Riegelelementes,
nämlich des Schiebers 11, der den Sicherheitsbügel 4 in der Schließposition
hält, angeordnet ist. Zur Entnahme der Waffe führt der Holsterträger in der Regel
seine rechte Hand zum Griff der Faustfeuerwaffe 1, wobei sich der Daumen
dieser Hand in die Nähe der zwei Druckelemente 5 und 24 bewegt.
Der Träger des Holsters drückt zunächst das Druckelement 5 nach unten,
wodurch der Sicherheitsbügel 4 aufgrund der Kraft der Feder 17
automatisch nach vorne in die in 6 erkennbare Position
verschwenkt. Anschließend bewegt sich der Daumen der die Waffe ziehenden Hand nach
unten auf das Druckelement 24. Das Druckelement 24 wird nach unten
gedrückt, so daß das Sicherungselement 25, welches den Abzugsschutzbügel
hintergreift, entriegelt wird und die Waffe 1 aus dem Holster gezogen werden
kann. Diese Bewegungsbahn des Daumens der die Waffe ziehenden Hand ergibt sich nahezu
automatisch beim Ergreifen des Griffs der Waffe 1, so daß das betätigen
beider Druckelemente 5 und 24 zum Entriegeln der beiden Waffensicherungen
nahezu ohne zusätzlichen Zeitaufwand während des Ziehens der Waffe erfolgt.
Beim Ziehvorgang selbst kann sich der Daumen der die Waffe ziehenden
Hand auf dem Druckelement 24 abstützen, wodurch die Zugkraft, die der Holsterträger
mit den Fingern auf den Griff der Faustfeuerwaffe 1 aufbringt, gesteigert
wird.
Beim Zurückstecken der Waffe wird diese in üblicher Weise in die Holstertasche
2 eingesteckt. Dabei verschwenkt auf den letzten Millimetern der Einsteckbewegung
der Waffe 1 das Sicherungselement 25, so daß dessen Sperrnase
26 den Abzugsschutzbügel hintergreift. Anschließend ergreift der Holsterträger
den Sicherheitsbügel 4 mit den Fingern und zieht ihn in die in den
1 und 3 dargestellte
senkrechte Position, in der er – wie beschrieben – automatisch einrastet.
1- Pistole, Faustfeuerwaffe
2- Tasche
3- Befestigungsplatte
4- Sicherheitsbügel
5- erstes Druckelement
6- Gehäuse
7- Schraube
8- Schraube
9- Grundkörper
10- Deckel
11- Schieber, Riegelelement
12- Haltekörper
13- Aussparung, Riegelaufnahme
14- Druckfeder
15- Hülse
16- zentrale Bohrung
17- Schraubenfeder
18- Ende der Schraubenfeder
19- Befestigungsschraube
20- Gehäuseblock
21- Mulde
22- Führung
23- Schieber
24- Druckelement
25- Sicherungselement
26- Sperrnase
27- Aufnahmekanal