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Dokumentenidentifikation DE202005003448U1 24.08.2006
Titel Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung
Anmelder RTI Sports Vertrieb von Sportartikeln GmbH, 56220 Urmitz, DE
Vertreter Patentanwälte von Kreisler, Selting, Werner et col., 50667 Köln
DE-Aktenzeichen 202005003448
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 24.08.2006
Registration date 20.07.2006
Application date from patent application 04.03.2005
IPC-Hauptklasse B62J 1/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung zur Überprüfung des Sitzkomforts auf Fahrradsätteln, insbesondere Sportsätteln.

Fahrrad-Sportsättel, wie sie insbesondere bei Rennrädern und Mountainbikes verwendet werden, sind sehr schmal und hart, so dass die effektive Sitzfläche klein ist. Dies führt häufig zu Druckstellen und einem schlechten Sitzkomfort. Die beim Sitzen auf einem Fahrradsattel entstehenden Druckkräfte werden hauptsächlich von den Sitzknochen aufgenommen bzw. übertragen. Der Abstand der Sitzknochen ist stark individuell und kann zwischen 10 und 15 cm betragen. Ferner ändert sich der Abstand der Sitzknochen in Abhängigkeit der Sitzposition.

Mit Hilfe von wissenschaftlichen Messeinrichtungen ist es möglich, den Abstand der Sitzknochen zu bestimmen. Hierzu ist ein Fahrradsattel mit Drucksensoren versehen. Da derartige Messvorrichtungen teuer sind und die Auswertung der Messdaten aufwändig ist, sind derartige Messvorrichtung zur Bestimmung des richtigen Satteltyps für einen bestimmten Benutzer in vertretbarem Zeitaufwand nicht geeignet. Insbesondere können derartige Messvorrichtungen nicht in Fahrradgeschäften eingesetzt werden, da die Vorrichtung zu teuer, die Bedienung zu komplex und ferner zu zeitaufwändig ist.

Als kostengünstiges Verfahren zur Bestimmung des Abstandes der Sitzknochen bzw. zur Beurteilung, welcher Satteltyp für den entsprechenden Benutzer geeignet ist, ist es bekannt, als Druckabbildeelement eine Wellpappe auf einen Stuhl oder ebenen Untergrund zu legen. Der Benutzer bzw. Käufer eines Sattels wird gebeten, sich auf die Wellpappe zu setzen. Hierbei erfolgt ein Abdrücken der Sitzknochen. Dieses Verfahren weist jedoch den Nachteil auf, dass bereits ein geringes Hin- und Herrutschen auf der Wellpappe zu einer Vergrößerung des Abdrucks führt. Hierdurch wird die Bestimmung des Abstands der Sitzknochen ungenau. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass bereits eine Verschiebung von 5–10 mm zu einer Fehlbeurteilung führen kann. Ferner ist hierbei nicht berücksichtigt, dass sich der Abstand der Sitzknochen auch in Abhängigkeit der Sitzposition verändert. Des weiteren ist die Wellpappe nicht wiederverwendbar.

Um eine Wiederverwendung des Druckabbildelementes zu ermöglichen, ist es bekannt, anstatt der Wellpappe ein aus Schaum hergestelltes, flaches Element zu verwenden. Hierbei wird ein Schaumstoff eingesetzt, der eine geringe Rückstellkraft aufweist, so dass der Abdruck der Sitzknochen über einen ausreichenden Zeitraum erhalten bleibt. Wenngleich bei dem Verwenden eines derartigen Schaums eine Wiederverwendbarkeit gewährleistet ist, ist dennoch die Sitzposition nicht berücksichtigt.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung zum Überprüfen des Sitzkomforts insbesondere für Sportsättel zu schaffen, mit der eine exakte Bestimmung der individuellen Anforderungen an einen Sattel bezüglich der Lage und der Stellung der Sitzknochen möglich ist.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1.

Die erfindungsgemäße Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung weist ein Druckabbildeelement zum Visualisieren der auf die Sitzknochen eines Benutzers wirkenden Kräfte, bzw. der von den Sitzknochen übertragenen Kräfte auf. Um die Lage der Sitzknochen nicht abstrakt ausmessen zu müssen, sondern in Verbindung mit einem Sattel prüfen zu können, ist das Druckabbildeelement erfindungsgemäß mit einer Fixiereinrichtung verbunden. Mit Hilfe der Fixiereinrichtung ist es möglich, das Druckabbildeelement an dem zu überprüfenden Sattel zu befestigen. Der Abstand der Sitzknochen wird somit nicht abstrakt unabhängig von dem interessierenden Sattel gemessen, sondern unmittelbar in Verbindung mit dem Sattel. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass der Benutzer, bzw. der interessierte Kunde, eine entsprechende Sitzposition auf dem Sattel einnimmt. Diese unterscheidet sich deutlich beispielsweise von der Sitzposition auf einem Stuhl. Insbesondere in einer nach vorne gebeugten Position, wie beim Rennrad- oder Mountainbikefahren, ändert sich die Lage und der Abstand der Sitzknochen zueinander. Dies hat zur Folge, dass ein Messen des Sitzknochenabstandes in aufrechter Sitzposition zu Fehlbeurteilungen hinsichtlich des richtigen Sattels führt. Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung ist es somit möglich, beispielsweise den interessierenden Sattel auf dem Fahrrad des Kunden zu montieren, so dass der Sitzknochenabstand, bzw. die Stellung der Sitzknochen, in der individuellen Fahrposition bestimmt wird.

Um ein möglichst genaues Fixieren des Druckabbildelementes auf dem Sattel zu gewährleisten, ist die Fixiereinrichtung vorzugsweise als Sattelüberzug ausgebildet. Dies hat ferner den Vorteil, dass die erfindungsgemäße Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung schnell und auf einfache Weise auf unterschiedliche Sättel aufgezogen werden kann.

Das Druckabbildeelement weist vorzugsweise ein elastisches Material auf oder ist aus elastischem Material hergestellt. Dies hat den Vorteil, dass das Druckabbildeelement nicht ausgewechselt werden muss, sondern die Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung wiederverwendet werden kann. Die erfindungsgemäße Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung kann somit von einem Benutzer bzw. Kunden genutzt werden, um in kurzen Zeitabständen unterschiedliche Sättel zu testen. Hierbei ist das elastische Material vorzugsweise derart ausgebildet, dass ein selbsttätiges Rückstellen des Materials erfolgt, wobei die Rückstellung vorzugsweise erst nach mehr als 1–2 Sekunden, insbesondere erst nach mehr als 5 Sekunden erfolgt, um eine ausreichende Visualisierung der Lage der Sitzknochen zu gewährleisten.

Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist das Druckabbildelement einen Aufnahmehohlraum auf. In dem Aufnahmehohlraum kann ein schaumartiges, elastisches Material angeordnet sein. Besonders bevorzugt ist es, in dem Aufnahmehohlraum ein Gel vorzusehen. Das Gel weist hierbei eine derart gewählte Viskosität auf, dass über einen Zeitraum von mehr als 1–2 Sekunden, vorzugsweise mehr als 5 Sekunden, die abgebildeten Sitzknochen sichtbar bleiben. Anschließend fließt das Gel entweder in seine ursprüngliche Lage zurück oder kann glatt gestrichen werden.

Vorzugsweise ist der Aufnahmehohlraum zumindest teilweise transparent, um eine gute Visualisierung der abgebildeten Sitzknochen zu gewährleisten.

Ferner ist es möglich, auf dem Druckabbildeelement eine Messskala vorzusehen. Diese kann an der Oberseite, d. h. der von dem Sattel weg weisenden Seite, vorgesehen sein. Bei einem insbesondere vollständig transparenten Druckabbildeelement kann die Messskala auch an der Unterseite angeordnet sein. Dies hat den Vorteil, dass die Messdata durch die Sitzknochen nicht verformt wird.

Nachfolgend wird die Erfindung an Hand einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine schematische Draufsicht einer auf einen Sattel aufgespannten Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung und

2 eine schematische Schnittansicht entlang der Linie II-II in 1

Im dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es sich bei dem Druckabbildeelement um ein Gelkissen 10 (2). Das Gelkissen weist eine aus transparentem Material, wie beispielsweise Kunststofffolie, hergestellte Umhüllung 12 auf, die einen Aufnahmehohlraum 14 ausbildet, in dem das Gel angeordnet ist. Die Folie ist in einem Verbindungsbereich 16 mit einer Fixiereinrichtung 18, bei der es sich insbesondere um ein dehnbares Material, wie einen dehnbaren Stoff, handelt, verbunden. Beispielsweise ist die Fixiereinrichtung 18 in dem Verbindungsbereich 16 mit dem Gelkissen verklebt.

Die Fixiereinrichtung 18 ist vorzugsweise derart ausgebildet, dass eine Sattelschale 20 (2) umgriffen wird, so dass die Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung mit Hilfe der Fixiereinrichtung 18 an der Sattelschale 20 fixiert ist. Dies kann beispielsweise durch eine Halteeinrichtung 22, wie einen Gummizug oder eine zusammenziehbare Schnur, erfolgen.

Auf einer Oberseite 24 (2) des Gelkissens 10 ist eine Skala 26 (1) vorgesehen, beispielsweise aufgedruckt. Mit Hilfe der Skala 26 ist es möglich, die Abdrücke 28 von Sitzknochen in ihrer Lage näher zu bestimmen. Üblicherweise ist es jedoch ausreichend, die Lage der Sitzknochen, d. h. die Lage der Abdrücke 28 relativ zu dem Sattel zu beurteilen, um überprüfen zu können, ob der Sattel für den entsprechenden Benutzer geeignet ist. Ein exaktes Ausmessen der Lage der Sitzknochen ist nicht unbedingt erforderlich.


Anspruch[de]
  1. Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung zur Überprüfung des Sitzkomforts, insbesondere für Sportsättel, mit

    einem Druckabbildeelement (10) zum Visualisieren der auf Sitzknochen eines Benutzers wirkenden Kräfte und

    einer mit dem Druckabbildeelement verbundenen Fixiereinrichtung (18) zur Befestigung auf dem zu prüfenden Sattel.
  2. Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckabbildeelement (10) ein elastisches Material aufweist.
  3. Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Material derart ausgewählt ist, dass eine Rückstellung erst nach mehr als einer Sekunde, insbesondere nach mehr als 5 Sekunden erfolgt.
  4. Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1–3, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckabbildeelement (10) in einem Aufnahmehohlraum (14) angeordnet ist, wobei das Druckabbildeelement (10) vorzugsweise ein Gel aufweist.
  5. Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmehohlraum (14) zumindest teilweise, insbesondere im Bereich der Visualisierung, transparent ist.
  6. Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1–5, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixiereinrichtung (18) als Sattelüberzug ausgebildet ist.
  7. Fahrradsattel-Überprüfungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1–6, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckabbildeelement (10) eine Messskala (26) aufweist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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