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Dokumentenidentifikation DE202005003541U1 24.08.2006
Titel Vorrichtung zum Öffnen und Schließen eines Lukendeckels, insbesondere einer Schiebeluke an einem Kampffahrzeug
Anmelder Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG, 80997 München, DE
Vertreter Feder, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 40545 Düsseldorf
DE-Aktenzeichen 202005003541
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 24.08.2006
Registration date 20.07.2006
Application date from patent application 05.03.2005
IPC-Hauptklasse F41H 5/22(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60J 9/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Öffnen und Schließen eines Lukendeckels, insbesondere einer Schiebeluke, an einem Kampffahrzeug mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1.

Derartige Vorrichtungen sind an sich bekannt und beispielsweise in DE 42 40 140 A1 und DE 195 04 922 A1 beschrieben. Bei Schiebeluken besteht im Allgemeinen die Gefahr dass, wenn sich das Fahrzeug beispielsweise in einer Schräglage befindet, der schwere Lukendeckel der Schiebeluke unerwünschte Eigenbewegungen durchführen kann. Solche Eigenbewegungen müssen vermieden werden. Allerdings soll der Lukendeckel über eine manuelle Betätigungsvorrichtung auch bei größeren Schräglagen des Kampffahrzeuges mit zumutbaren Kraftaufwand geöffnet und geschlossen werden können, und zwar sowohl aus dem Innenraum des Fahrzeugs als auch von außen.

Bisher wurde bei derartigen Vorrichtungen als automatische Brems- und Arretiervorrichtung entweder ein innerhalb des Getriebes auf der Abtriebsseite angeordneter Schneckentrieb oder eine Klemmrollen-Lastmomentsperre eingesetzt. Eine Vorrichtung zum Öffnen und Schließen eines Lukendeckels, welche eine solche Klemmrollen-Lastmomentsperre aufweist, wird in EP 1 150 090 A2 beschrieben.

Die zwei unterschiedlichen Ausführungsarten weisen allerdings beide Nachteile auf. Die Verwendung des Schneckentriebes ist in der Konstruktion relativ teuer und erfordert einen großen Einbauraum. Ferner wird bedingt durch kleine Steigungswinkel nur ein geringer Wirkungsgrad im Vortrieb erreicht, wodurch erhöhte Antriebsleistungen benötigt werden. Die Verwendung einer Klemmrollen-Lastmomentsperre bietet gegenüber der Verwendung eines Schneckentriebs u.a. die Vorteile, dass im Vortrieb auf Grund der formschlüssigen Bewegungsübertragung ein höherer Wirkungsgrad erzielt wird und die Konstruktion kleiner dimensioniert werden kann. Ferner ist es über eine einfache Konstruktion möglich, dass über Betätigungsvorrichtungen die Luke sowohl aus dem Fahrzeuginneren als auch von außen geöffnet und geschlossen wird. Dies wird erreicht durch eine Parallelführung von einer Antriebswelle, an deren Enden die Betätigungsvorrichtungen angeschlossen werden, und einer Abtriebswelle, wobei die Antriebswelle durch das Gehäuse des Getriebes hindurchgeführt wird. Die Abtriebswelle wird als Hohlwelle ausgebildet, durch welche die Antriebswelle hindurchgeführt ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1 so auszugestalten, dass sie bei gesteigerter Zuverlässigkeit und Lebensdauer konstruktiv einfach und kostengünstig aufgebaut werden kann.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen aus dem kennzeichnenden Teil des Schutzanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.

Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird sichergestellt, dass über die formschlüssige Bewegungsübertragung ein hoher Wirkungsgrad erreicht wird, da die Abtriebswelle nur im Bedarfsfall reibschlüssig sicher arretiert bzw. gebremst wird.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist zu diesem Zweck eine Bremsnabe auf, welche im unbewegten Zustand der Dachluke federkraftbeaufschlagt eine Bremswirkung ausübt. Die Vorrichtung kann derart eingestellt werden, dass ein solches Drehmoment, wie beispielsweise von der Eigenbewegung des Lukendeckels erzeugt, nicht ausreicht, um die Bremskraft zu überwinden. Ein Drehmoment, welches manuell über die Betätigungsvorrichtungen erzeugt wird, muss hingegen nicht die Bremskraft, sondern im wesentlichen nur die Federkraft überwinden. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist nun derart ausgebildet, dass in diesem Fall die Bremsnabe über Kurvenführungen entgegen der Kraft der Federn angehoben wird, wodurch die Bremswirkung aufgehoben wird. Nach Beendigung der Lukenbewegung geht die Bremsnabe automatisch vom angehobenen Zustand in den abgesenkten Zustand zurück, wodurch die Bremswirkung wieder eintritt. Die Bremsnabe kann in vorteilhafter Weise aus einem Gleitwerkstoff oder aus Stahl hergestellt sein.

Im folgenden wird anhand der beigefügten Zeichnungen ein mögliches Ausführungsbeispiel für eine Vorrichtung nach der Erfindung näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine Schnittzeichnung der Vorrichtung mit fehlendem Getriebe-Gehäusedeckel

2 eine Schnittzeichnung der Vorrichtung mit fehlendem Getriebe-Gehäusedeckel in der zu 1 gegenüberliegenden Ansicht

3 eine isometrische, teilweise aufgeschnittene Darstellung der Vorrichtung mit fehlendem Getriebe-Gehäusedeckel

4 eine isometrische, teilweise aufgeschnittene Darstellung der Vorrichtung mit fehlender Stellhülse

5 eine isometrische, teilweise aufgeschnittene Darstellung der Vorrichtung mit fehlender Bremsnabe und fehlendem Getriebe-Gehäusedeckel

6 eine isometrische Darstellung der Vorrichtung mit fehlendem Getriebe-Gehäusedeckel

7 eine isometrische Darstellung der Vorrichtung in der Aufsicht

8 eine schematische Darstellung der Bremsnabe und Stellhülse im nicht angehobenen Zustand der Bremsnabe

9 eine schematische Darstellung der Bremsnabe und Stellhülse im angehobenen Zustand der Bremsnabe

Es werden im folgenden von den in den 1 bis 7 dargestellten Bauteilen nur diejenigen näher erläutert, die für die Funktionsweise der Vorrichtung, insbesondere des Getriebes, von besonderer Bedeutung sind. Die Schiebeluke selbst mit dem Lukendeckel und der am Lukendeckel ange-ordneten Zahnstange sind nicht dargestellt. Bezüglich dieser Ausbildung wird auf die DE 42 40 140 A1 und DE 195 04 922 A1 verwiesen.

Die 1 bis 3 zeigen die Vorrichtung mit fehlendem Deckel 11 des Getriebegehäuses 1. Durch das Getriebegehäuse 1 ist eine Antriebswelle 9 so hindurchgeführt, dass ihre beiden Enden 9.1 und 9.2 zu beiden Seiten des Getriebes angeordnet sind.

Auf diese als Vierkant ausgebildete Enden 9.1 und 9.2 ist eine nicht dargestellte Betätigungsvorrichtung, beispielsweise eine Handkurbel oder ein Handrad, aufsteckbar.

Die Antriebswelle 9 wird durch den in der 7 dargestellten Deckel 11 des Getriebegehäuses 1 durch eine Wellendichtung 3 und ein Kugellager 10 in das Getriebegehäuse 1 geführt. Auf der Antriebswelle 9 ist eine hohlzylinderförmige Stellhülse 2 angeordnet, welche durch Verschraubung formschlüssig mit der Antriebswelle 9 verbunden ist. Zu diesem Zweck weist die Stellhülse die in 5 dargestellten Durchführungen 16 auf. Auf der Innenseite der Stellhülse 2 weist diese entlang des Umfangs verteilte, vorstehende Kurvenführungen 5 auf. Eine solche Kurvenführung 5 ist in 5 dargestellt.

Die Antriebswelle 9 wird durch eine Hohlwelle 4 hindurchgeführt. Von der Hohlwelle 4 wird über ein Getriebe-Antriebsritzel 12 das Drehmoment über ein Zahnrad 20 und nicht näher beschriebene Stirnräder, die ein Untersetzungsgetriebe bilden, auf das Abtriebsritzel 14 des Untersetzungsgetriebes übertragen, welches in die nicht dargestellte Zahnstange des Lukendeckels eingreift.

Auf der Hohlwelle 4 ist eine Bremsnabe 6 angeordnet, welche, wie in 2 dargestellt, über eine Passfeder 18 formschlüssig mit der Hohlwelle 4 verbunden ist. Die Bremsnabe 6 weist an ihrer Unterseite eine ebene Abschlussfläche 15 auf, welche im nicht bewegten Zustand durch die Kraft von Tellerfedern 7 gegen das Gehäuse 1 gedrückt wird. Durch diese Reibfläche wird die Bremswirkung der Vorrichtung bewirkt. Auf der Außenseite der Bremsnabe 6 weist diese entlang des Umfangs verteilte, vorstehende und in 4 dargestellte Kurvenführungen 8 auf. Diese Kurvenführungen 8 der Bremsnabe 6 sind spiegelsymmetrisch zu den Kurvenführungen 5 der Stellhülse 2 ausgebildet. Die Kurvenführungen 5 und 8 der Bremsnabe 6 und der Stellhülse 2 wirken derart zusammen, dass eine Drehbewegung der Bremsnabe 6 oder der Stellhülse 2 ein Anheben der Bremsnabe 6 entgegen der Kraft der Tellerfedern 7 bewirkt. Die Bremsnabe 6 hebt sich, bis sie gegen ein Axialkugellager 13 anschlägt, wodurch die Translationsbewegung der Bremsnabe 2 beendet wird. Anschließend vollzieht die Bremsnabe ausschließlich eine Rotationsbewegung, wodurch das Drehmoment über die Kurvenführungen 5 und 8 von der Bremsnabe 6 auf die Stellhülse 2 (bzw. umgekehrt) übertragen wird. Die Rotationsbewegung erfolgt nun, da die Bremsnabe angehoben ist, nicht mehr gebremst, wodurch ein hoher Wirkungsgrad erzielt wird.

Die Kurvenführungen 5 und 8 weisen jeweils ein ansteigende und eine dazu symmetrisch abfallende Flanke auf, wodurch bei beiden Drehrichtungen, d.h. in Öffnungs- und in Schließrichtung, die gewünschte Wirkung erzielt wird.

Der Steigungswinkel der Flanken soll sich vorteilhafterweise im Bereich von 10° bis 20° befinden, damit die Bremsnabe 6 bei Beendigung einer Drehbewegung, durch die Kraft der Tellerfedern 7 bewirkt, aus dem angehobenen Zustand, entlang Kurvenführungen 8 abgleitend, automatisch in den abgesenkten Zustand zurückgehen kann.

In den 8 und 9 sind zur Erläuterung der Wirkungsweise die wirkenden Kräfte und Drehmomente der Bremsnabe 6 und der Stellhülse 2 im nicht angehobenen Zustand der Bremsnabe (8) und im angehobenen Zustand der Bremsnabe (9), in dem ein Spalt 22 zwischen der Bremsnabe 5 und der Stellhülse 2 vorliegt, dargestellt.

FTKraft der Tellerfedern FBBremskraft MBBremsmoment FAAusrückkraft MADrehmoment von der Antriebsachse kommend

Die Vorspannung der Tellerfedern 7 kann mittels Stellschrauben 17 über die Druckscheibe 19 vom Servicepersonal angepasst werden. Die Stellschrauben sind hierbei, wie in 6 dargestellt, gleichmäßig entlang des Umfanges verteilt. Die Stellschrauben 17 können, wie in 7 beispielhaft dargestellt, von außen durch eine Öffnung 21 am Deckel 11 des Getriebegehäuses 1 hindurch zugänglich gemacht werden. Somit kann die Vorrichtung an beispielsweise veränderte Umweltbedingungen oder aufgetretene Verschleißerscheinungen angepasst werden.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Öffnen und Schließen eines Lukendeckels, insbesondere einer Schiebeluke an einem Kampffahrzeug, wobei am Lukendeckel eine Zahnstange angeordnet ist, in die ein Abtriebsritzel (14) eines am Fahrzeug angeordneten, mit einer Betätigungsvorrichtung verbundenen Getriebes eingreift, wobei zwischen das Abtriebsritzel (14) und die Betätigungsvorrichtung eine automatische Brems- und Arretiervorrichtung eingeschaltet ist, die eine Abtriebswelle aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Abtriebswelle eine mit ihr fest verbundene Bremsnabe (6) angeordnet ist, welche zumindest eine Kurvenführung (8) aufweist und in einer Stellhülse (2) angeordnet ist, und

    • dass die Stellhülse (2) drehbar gelagert und axial nicht verschiebbar angeordnet ist und auf der Innenseite zumindest eine Kurvenführung (5) aufweist, welche derart mit der Kurvenführung (8) der Bremsnabe (6) zusammenwirkt, dass eine relative Drehbewegung zwischen der Bremsnabe (6) und der Stellhülse (2) ein Anheben der Bremsnabe (6) entgegen die Kraft von zumindest einer Feder (7) bewirkt, und

    • dass die Bremsnabe (6) eine ebene Abschlussfläche (15) aufweist, welche im nicht angehobenen Zustand der Bremsnabe (6) federbelastet gegen das Getriebegehäuse (1) drückt, und

    • dass das Getriebe eine Antriebswelle (9) aufweist, welche mit der Stellhülse (2) fest verbunden ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Feder (7) als konzentrisch zur Abtriebswelle angeordnete Tellerfeder ausgebildet ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurvenführung (5) der Stellhülse (2) im nicht angehobenen Zustand der Bremsnabe (6) spiegelsymmetrisch zur Kurvenführung (8) der Bremsnabe (6) ist.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurvenführungen (8) der Bremsnabe (6) und der Stellhülse (2) eine symmetrisch zueinander ansteigende und absteigende Flanke aufweisen.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Anstiegswinkel der Flanken der Kurvenführungen (6, 8) zwischen 10° und 20° liegt.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–5, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Stellschraube (17) derart angeordnet ist, dass über die Stellschraube (17) die Vorspannung der Feder (7) veränderbar ist.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–6, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebswelle (9) zur manuellen Betätigung an den äußeren Enden angeordnete Vierkante aufweist, auf die ein beispielsweise als Handhebel oder Handrad ausgebildetes Betätigungselement aufsteckbar ist und dass die Antriebswelle (9) durch die als Hohlwelle (4) ausgebildete Abtriebswelle hindurchführt.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–7, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtriebswelle und die Bremsnabe (6) über eine Passfeder (18) miteinander verbunden sind.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–7, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtriebswelle und die Bremsnabe (6) über eine Kerbverzahnung miteinander verbunden sind.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–9, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellhülse (2) und die Antriebswelle (9) miteinander verstiftet oder verschraubt sind.
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–10, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder zwischen einem Axialkugellager (13), in welchem die Antriebswelle (9) drehbar gelagert ist, und der Bremsnabe (6) angeordnet ist.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass im nicht angehobenen Zustand der Bremsnabe (6) ein Freiraum zwischen der Bremsnabe (6) und dem Axialkugellager (13) vorliegt.
  13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass im nicht angehobenen Zustand der Bremsnabe (6) ein Freiraum zwischen der Bremsnabe (6) und einem Absatz der Antriebswelle (9) vorliegt, und dass die Bremsnabe (6) im angehobenen Zustand an den Absatz der Antriebswelle (9) anschlägt.
Es folgen 9 Blatt Zeichnungen






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