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Dokumentenidentifikation DE202005018690U1 24.08.2006
Titel Trink-, Betriebs- und Löschwasseranlage
Anmelder Stemmler, Karl-Heinz, Dr., 08297 Zwönitz, DE
Vertreter Findeisen Hübner Neumann Seerig, 09112 Chemnitz
DE-Aktenzeichen 202005018690
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 24.08.2006
Registration date 20.07.2006
Application date from patent application 30.11.2005
IPC-Hauptklasse E03B 3/03(2006.01)A, F, I, 20051130, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E03B 11/02(2006.01)A, L, I, 20051130, B, H, DE   A62C 35/00(2006.01)A, L, I, 20051130, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die bekannten Anlagen sind auf den jeweiligen Bedarfsfall, wie z.B. Trinkwasserversorgung, Betriebswasserversorgung u.a., hin ausgelegt. Dies bedingt einen großen technischen und Kostenaufwand. Weiterhin ermöglichten die bekannten technischen Lösungen nicht, dass größere Wassermengen in Kleinbehältern über einen freien Auslauf eingespeist oder größere Wassermengen aus einem Kleinbehälter ohne Zuführung von Fremdenergie abgeleitet werden.

Wenn größere Wassermengen im Rahmen eines mittelbaren Anschlusses nachgespeist werden, so nutzt man überdimensionierte Zwischenbehälter, die eine Auslegung als Kompaktanlage nicht möglich machen. Deshalb müssen beispielsweise Pumpanlagen und Vorratsbehälter getrennt voneinander aufgestellt werden.

Dabei sind Vorlagebehälter mit großer Speicherkapazität erforderlich. Einen Behelf, um die Vorlagebehälter zu verkleinern, hatte man über das Summenlinienverfahren gefunden. Diese aus der Siedlungswasserwirtschaft bekannte Lösung ließ sich nicht auf die Erfordernisse der allgemeinen Versorgungswirtschaft anwenden. Letzteres deshalb, da die stark schwankenden Verbrauchswerte von einzelnen Gebäuden nicht mit den trägen öffentlichen Großnetzen vergleichbar sind.

Man hat sich geholfen, indem große Vorlagebehälter eingesetzt wurden, die letztendlich Kompaktanlagen für Betriebswasserversorgung nur bis zu einem Spitzenvolumenstrom von 16 m3/h ermöglichen. Mittelbare Trink- und Löschwasserversorgungsanlagen konnten deshalb bisher nicht als Kompaktanlage angeboten werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anlage zu schaffen, die die mittelbare Betriebs- und Löschwasserversorgung, bestehend aus mehreren Komponenten, zu einer Kompaktanlage vereinigt und große Wassermengen, z.B. bei Versagen der Anlagentechnik, ohne Zuhilfenahme von Fremdenergie ableitet.

Die Aufgabe wird, wie in den Schutzansprüchen ausgeführt, gelöst.

Mit der Erfindung wird erreicht, dass die gesamte Anlagentechnik auf zwei Hauptkomponenten reduziert werden kann. Eine Zisterne, in der Betriebs- und Löschwasser bevorratet wird, und eine Regelungsanlage mit Zwischenbehälter im jeweiligen Gebäude. Mittels Speicher wird allgemeines Betriebswasser, wie z.B. Regen- und Löschwasser, bevorratet. Im Standardfall erfolgt die Versorgung der allgemeinen Betriebswasserverbraucher, wie z.B. WC, mit dem Speichervorrat des Betriebswassers. Die Löschwassermenge bleibt in diesem Bedarfsfall konstant. Eine vollständige Entleerung des Speichers, einschließlich der Löschwasserbevorratung, findet im Brandfall statt.

Beinhaltet der Speicher im Standardfall eine ausreichende Betriebswassermenge, wird diese über eine Pumpanlage in einen Zwischenspeicher, vorzugsweise im Gebäude, befördert. Ist dieses Reservoir erschöpft, wird Wasser aus dem öffentlichen Netz (Stadtwasser) in den Vorlagebehälter nachgespeist. Muss eine Löschwasserentnahme stattfinden, so erfolgt die Versorgung in umgekehrter Reihenfolge. Vorrangig wird Stadtwasser in den Vorlagebehälter nachgespeist. Ist die nachgespeiste Stadtwassermenge geringer als die gefördert Löschwassermenge, sinkt der Füllstand im Vorlagebehälter, und es wird Löschwasser aus der Zisterne entnommen und in den Vorlagebehälter befördert. Dies ermöglicht eine verlängerte und optimale Bereitstellung des objektbezogenen Löschwasservolumens. Bei Nachspeisung von Trinkwasser in den offenen Behälter wird eine Luftstrecke zwischen maximalen Wasserstand des Betriebswassers im Vorlagebehälter und der Trinkwassereinspeiseöffnung geschaffen. Dies beispielsweise über einen freien Ausschnitt im Behälter. Damit aus dem Ausschnitt beim Nachspeisen des Trinkwassers der freie Austritt von Spritzmengen vermieden wird, wurde eine Stauscheibe in den Deckel des Vorlagebehälters angeordnet. Verdrängte Luftmengen durch eine zusätzliche Entlüftungsöffnung, in der Unterdruck erzeugt werden kann, abgeführt. Der Einsatz einer oder mehrerer Stauscheiben ermöglicht die Bildung eines Überdruckes im hinteren Bereich des Behälters. Letzterer wird genutzt, um auftretendes Spritzwasser beim Einspeisen von Trinkwasser in den Kleinbehälter durch einen zusätzlichen Entlüftungsabgang abzuleiten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Ausschnitt am Klein- bzw. Vorlagebehälter durch einen Luftschleier zu verschließen, der durch einen Luftüberdruck das Austreten von Spritzwasser verhindert. Um eine erhebliche Reduzierung des Fassungsvermögens der Vorlagebehälter zu erreichen, wird zufließendes Wasser dauerhaft größer als die abgegebene Wassermenge bemessen. Dies ermöglicht die Ausführung des Vorlagebehälters als Kleinstbehälter.

Um gegebenenfalls die in größeren Mengen anfallenden Betriebswässer im Notfall ableiten zu können, waren bekannte Freispiegelentwässerungen nicht einsetzbar. Im Gegensatz zu diesen, bei denen die Rohre nur eine Teilfüllung besitzen, wird in der gefundenen Anlage die abgehende Notentwässerung vollständig mit Wasser gefüllt.

Ein Unterdruck aufgebaut und durch erhöhte Fließgeschwindigkeiten ein höherer Abtransport der anfallenden Wassermengen gewährleistet.

Die gefundene Anlage lässt sich auch als Trenn- und Druckstation verwenden.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist in dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 dargestellt.

Ein Ausführungsbeispiel wird anhand der 1 erläutert. Die Anlagentechnik ist auf zwei Hauptkomponenten reduziert, einen Speicher 1, in dem Betriebswasser 2 und Löschwasser 3 bevorratet wird, und einer Regelungsanlage mit Zwischenbehälter im Gebäude. Im Speicher 1 wird allgemeines Betriebswasser 2, wie z.B. Regenwasser, und Löschwasser 3, bevorratet. Dabei ist es so, dass im Standardfall die allgemeinen Betriebswasserverbraucher, wie z.B. WC, über die Betriebswasserdruckleitung 8 mit dem Speichervorrat Betriebswasser 2 versorgt werden. Die Löschwassermenge bleibt in diesem Fall unangetastet. Erst im Brandfall wird der Speicher 1 bis auf die Löschwasserbevorratung entleert. Befindet sich im Standardfall ausreichend Betriebswasser 2 im Speicher 1, wird dieses durch eine Pumpenanlage über eine Wasserleitung 4 in den Vorlagebehälter 5, der in der Regel im Gebäude befindlich ist, befördert. Ist dieses Reservoir erschöpft, wird Stadt- bzw. Trinkwasser aus dem öffentlichen Wassernetz in den Vorlagebehälter 5 nachgespeist. Wenn Löschwasser 3 benötigt wird, erfolgt die Versorgung in umgekehrter Abfolge. Vorrangig wird Stadtwasser in den Vorlagebehälter 5 nachgespeist. Ist die nachgespeiste Stadt- und Trinkwassermenge geringer als die geförderte Löschwassermenge, sinkt der Füllstand im Vorlagebehälter 5 so weit ab, dass dann aus dem Speicher 1 Löschwasser 3 entnommen und in den Vorlagebehälter 5 befördert wird. Dies ermöglicht eine verlängerte und optimale Bereitstellung des objektbezogenen Löschwasservolumens.

Bei Nachspeisung von Trinkwasser in den Vorlagebehälter 5 ist eine "Luftstrecke" zwischen maximalem Wasserstand des Betriebswassers im Vorlagebehälter 5 und der Trinkwassereinspeisung herzustellen. Dies wird beispielhaft realisiert über einen freien Ausschnitt im Vorlagebehälter 5. Um aus diesem Ausschnitt beim Nachspeisen des Trinkwassers Spritzwassermengen zu vermeiden, ist eine Stauscheibe 7 im Deckel des Vorlagebehälters 5 angeordnet.

Verdrängte Luftmengen werden durch eine zusätzliche Entlüftungsöffnung, in der optional zusätzlich Unterdruck erzeugt werden kann, abgeleitet. Durch den Einsatz der Stauscheibe 7 bildet sich ein Luftpolster bzw. ein Überdruck im hinteren Bereich des Vorlagebehälters 5. Selbiger wird genutzt, um auftretendes Spritzwasser beim Einspeisen von Trinkwasser durch einen zusätzlichen Entlüftungsgang abzuleiten. Weiterhin besteht optional die Möglichkeit, den Ausschnitt am Vorlagebehälter 5 mittels Luftschleier zu verschließen, der durch Überdruck das Austreten von Spritzwassermengen verhindert. Um eine erhebliche Reduzierung des Fassungsvolumens des Vorlagebehälters 5 zu erreichen, wird die zufließende Wassermenge dauerhaft größer als die abgehende Wassermenge bemessen. Dies ermöglicht, den Vorlagebehälter 5 als Kleinstbehälter auszuführen.

Um die größeren anfallenden Betriebswassermengen im Notfall abzuleiten, findet keine der bekannten Freispiegelentwässerungen statt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Entwässerungen, bei der die Rohre nur eine Teilfüllung besitzen, wird in der beschriebenen Anlage die abgehende Notentwässerung vollständig mit Wasser gefüllt, so dass ein Unterdruck aufgebaut wird und durch erhöhte Fließgeschwindigkeiten ein höherer Abtransport der anfallenden Wassermengen gewährleistet ist.

1Speicher 2Betriebswasser 3Löschwasser 4Wasserleitung 5Vorlagebehälter 6Trinkwasserzuleitung 7Stauscheibe 8Betriebswasserdruckleitung

Anspruch[de]
  1. Betriebs- und Löschwasseranlage bestehend aus einem Speicher (1) und einer Regelungsanlage, bei der der Speicher (1) in die Bereiche Betriebswasser (1) und Löschwasser (3) unterteilt ist und über eine Wasserleitung (4) mit einem Vorlagebehälter (5) verbunden ist, der seinerseits sowohl mit einer Trinkwasserzuleitung (6) als auch mit einer Betriebswasserdruckleitung (8) verbunden ist.
  2. Betriebs- und Löschwasseranlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am oberen Rand des Vorlagebehälter (5) gegenüber dem Einfluss der Trinkwasserzuleitung (6) mindestens eine Stauscheibe (7) angeordnet ist.
  3. Betriebs- und Löschwasseranlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stauscheibe (7) im Deckel des Vorlagebehälters (5) gegenüber dem Einfluss der Trinkwasserzuleitung (6) angeordnet ist.
  4. Betriebs- und Löschwasseranlage nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorlagebehälter (5) ein Kleinstbehälter ist.
  5. Betriebs- und Löschwasseranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens der Vorlagebehälter (5) im Gebäude angeordnet ist.
  6. Betriebs- und Löschwasseranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohre der Notentwässerung derart dimensioniert sind, dass sie bei Notentwässerung vollständig mit Wasser gefüllt sind.
  7. Betriebs- und Löschwasseranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorlagebehälter (5) Entlüftungsöffnungen enthält.
  8. Betriebs- und Löschwasseranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass unter dem oberen Rand im Vorlagebehälter (5) ein freier Ausschnitt als Überlauf angeordnet ist.
  9. Betriebs- und Löschwasseranlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der freie Ausschnitt durch einen Luftschleier verschließbar ist.
  10. Betriebs- und Löschwasseranlage nach einem der Ansprüche 8 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Stauscheibe (7) vor dem freien Ausschnitt angeordnet ist.
  11. Betriebs- und Löschwasseranlage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Entlüftungsöffnungen Unterdruck erzeugende Mittel enthalten.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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