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Dokumentenidentifikation DE202006002685U1 24.08.2006
Titel Metallgewebe mit verbesserten mechanischen Eigenschaften
Anmelder Flamm, Volker, Dipl.-Ing. (FH), 81735 München, DE
DE-Aktenzeichen 202006002685
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 24.08.2006
Registration date 20.07.2006
Application date from patent application 17.02.2006
IPC-Hauptklasse D03D 15/02(2006.01)A, F, I, 20060217, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D03D 1/00(2006.01)A, L, I, 20060217, B, H, DE   D03D 3/00(2006.01)A, L, I, 20060217, B, H, DE   E04B 2/72(2006.01)A, L, I, 20060217, B, H, DE   E04F 13/072(2006.01)A, L, I, 20060217, B, H, DE   E04F 13/12(2006.01)A, L, I, 20060217, B, H, DE   E06B 9/24(2006.01)A, L, I, 20060217, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Im Architekturbereich werden heute für vielfältige Anwendungen im Aussen- und Innenbereich von Gebäuden Metallgewebe verwendet: als Raumteiler, Decken-, Wand- und Fassadenbekleidungen, als Sonnenschutz und Akustikelemente.

Der Begriff Metallgewebe wird hier und im folgenden für ein Gewebe verwendet, dessen Kett- und/oder Schussfäden zumindest zu einem wesentlichen Anteil aus Metalldrähten oder Stahlseilen bestehen.

Um den statischen und dynamischen Beanspruchungen durch Eigenlasten, Wind- und Schneelasten, mechanische Einwirkung durch Gebäudebenutzer usw. ohne sichtbare Beschädigung widerstehen zu können, werden diese Metallgewebe üblicherweise stark vorgespannt.

Diese Vorspannung hat zur Folge, dass sowohl die Dicke des Gewebes bzw. der Einzeldrähte, als auch diejenige der Unterkonstruktion den auftretenden Kräften entsprechend stark dimensioniert werden muss.

Durch die gleichmässige Ansichtsfläche sind mechanische Beschädigungen gut wahrnehmbar. Daher müssen die Einzeldrähte des Gewebes so stark dimensioniert sein, dass sie im normalen Gebrauchsfall nicht geknickt werden können.

Aufgabe der Erfindung war es ein Metallgewebe zu realisieren, dessen mechanische Eigenschaften bei geringerem Materialaufwand verbessert sind.

Hierbei wird erreicht, dass das Metallgewebe in deutlich geringerem Mass vorgespannt werden muss. Dadurch können die Drahtstärken des Gewebes und die Dimensionierung der Unterkonstruktion erheblich verringert werden. Dies hat Gewichts- und Kosteneinsparungen sowie eine Erweiterung der Einsatzbereiche zur Folge.

Die Erfindung wird gelöst durch ein Metallgewebe mit den den Anspruch 1 kennzeichnenden Merkmalen.

Ein handelsübliches Metallgewebe ist -sofern man die Textur außer Acht lässt- im wesentlichen eben, bzw. leicht gewellt. Durch Vorspannung kann es in eine weitgehend ebene Form gezogen werden.

Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, ein solches ungespanntes Gewebe bei der Konfektionierung durch die Anwendung lokaler Zug- und Druckkräfte derart plastisch zu verformen, dass sich das Gewebe verfaltet. Bei geringer Krafteinwirkung entsteht eine eher wellenförmige Verformung, bei größeren Kräften eine Knickung der Drähte.

Grundlage hierfür ist ein Gewebe, das sich geeignet plastisch auffalten lässt und diese Form auch beibehält. Das wird erfindungsgemäss insbesondere erreicht bei Verwendung eines Gewebes, das vollständig aus Drähten oder dünnen Drahtseilen gewebt ist. Aber auch die Verwendung eines Mischgewebes aus plastisch verformbaren Drähten und elastisch verformbaren Fäden ist vorgesehen. Als elastisch verformbare Fäden sind hier weiche Drahtseile oder Kunststofffäden vorgesehen.

Das vorher im wesentlichen ebene Gewebe erhält durch diese Auffaltung eine dreidimensionale Ausdehnung.

Die Falten oder Verformungen können regelmässig oder unregelmässig angeordnet sein. Erfindungsgemäß ist insbesondere vorgesehen, dass diese Auffaltungen in einem unregelmässigen Muster statistisch verteilt sind und dass zumindest stellenweise kantige Knicke im Material vorliegen. Im folgenden werden diese Strukturen unabhängig von ihrer Form als Auffaltungen bezeichnet.

Die Eigenschaften der Oberflächenstruktur können charakterisiert werden durch eine mittlere Höhe der Auffaltungen über der mittleren Gewebeebene sowie den mittleren Abstand der Maxima.

In der bevorzugten Ausführung liegen die Werte für die mittlere Höhe bei 0,1 bis 2 cm, bevorzugt bei 0,1 bis 0,4 cm.

Der mittlere Abstand der Maxima der Auffaltungen liegt bei 2 bis 40 cm, bevorzugt bei 5 bis 20 cm.

Die plastischen Auffaltungen verleihen dem Metallgewebe eine erhöhte Festigkeit, da es eine dreidimensionale Ausdehnung angenommen hat. Das Metallgewebe kann einlagig ausgeführt werden, ein Stützgewebe ist nicht notwendig.

Auch ist das Gewebe elastischer, da bei Krafteinwirkung im aufgespannten Zustand zuerst die Faltungen gestreckt werden, bevor weitere Verformungen entstehen.

Die Auffaltung des Gewebes erzeugt in der Ansichtsfläche ein regelmässiges oder unregelmässiges Netz von Knicken. Dies hat zur Folge, dass weitere Knicke, die bei der Benutzung des Bauteils infolge äusserer Krafteinwirkung verursacht werden, nicht als Beschädigung wahrnehmbar sind. Auch Farbunterschiede an den Einzeldrähten des Gewebes sind nur eingeschränkt wahrnehmbar, sodass auf das bisher übliche Polieren der Drähte je nach Einsatzbereich verzichtet werden kann.

Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen.

1 zeigt das erfindungsgemäße Metallgewebe (1) auf einen Tragrahmen (2) aufgespannt. Das entspricht einer üblichen Anwendung als Raumteiler oder Fassadenelement. Die typische Ausdehnung derartiger Elemente liegt bei einigen Quadratmetern. Das Metallgewebe zeigt hier Knicklinien (3), die ihm eine rauhe Oberflächenstruktur verleihen. In diesem Ausführungsbeispiel ist die Verteilung der Knicke unregelmäßig.

2 zeigt einen Schnitt durch das erfindungsgemässe Metallgewebe. Man erkennt die unregelmäßige Struktur der Knicklinien.

3 zeigt eine geschnittene Schrägansicht eines anderen Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Metallgewebes mit einer regelmäßigen Faltungsstruktur.


Anspruch[de]
  1. Metallgewebe, dadurch gekennzeichnet, dass es durch plastische Verformung aufgefaltet ist und eine dreidimensionale Ausdehnung hat.
  2. Metallgewebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auffaltungen Knicke enthalten.
  3. Metallgewebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auffaltungen wellenförmig sind
  4. Metallgewebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auffaltungen teilweise wellenförmig sind und teilweise Knicke enthalten.
  5. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–4, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur der Faltungen unregelmäßig ist.
  6. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–4, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur der Faltungen regelmäßig ist.
  7. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–6, dadurch gekennzeichnet, dass Kette und Schuss des Gewebes Einzeldrähte sind.
  8. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–6, dadurch gekennzeichnet, dass Kette und Schuss des Gewebes Drahtseile sind.
  9. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–6, dadurch gekennzeichnet, dass Kette und Schuss des Gewebes aus Einzeldrähten und Drahtseilen bestehen.
  10. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–6, dadurch gekennzeichnet, dass Kette und Schuss des Gewebes teilweise aus Kunststoff bestehen.
  11. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–10, dadurch gekennzeichnet, dass die mittlere Höhe der Auffaltungen zwischen 0,1 und 2 cm liegt.
  12. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–11, dadurch gekennzeichnet, dass die mittlere Höhe der Auffaltungen zwischen 0,1 und 0,4 cm liegt.
  13. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–12, dadurch gekennzeichnet, dass der mittlere Abstand der Auffaltungen zwischen 2 und 40 cm liegt.
  14. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–13, dadurch gekennzeichnet, dass der mittlere Abstand der Auffaltungen zwischen 5 und 20 cm liegt.
  15. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–14, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe einlagig ist.
  16. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–14, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe zweilagig ist.
  17. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–14, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe dreilagig ist.
  18. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–17, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe auf einen Tragrahmen aufgezogen ist.
  19. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–18, dadurch gekennzeichnet, dass es als Raumteiler dient.
  20. Metallgewebe nach einem der Ansprüche 1–18, dadurch gekennzeichnet, dass es als Fassadenelement dient.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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