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Dokumentenidentifikation DE60113291T2 24.08.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001335740
Titel PRÄPARATE ZUR BEHANDLUNG VON ALLERGISCHEN SYMPTOMEN UND DEREN HERSTELLUNGSVERFAHREN
Anmelder Denovastella AB, Sankt IBB, SE
Erfinder REMBERG, Per-Olof, S-260 13 Sankt IBB, SE;
BJÖRK, Lars-Olof, S-131 41 Nacka, SE;
HEDNER, Thomas, S-520 10 Gällstad, SE;
STERNER, Olov, S-212 42 Malmö, SE
Vertreter Patentanwälte Isenbruck Bösl Hörschler Wichmann Huhn, 81675 München
DE-Aktenzeichen 60113291
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 21.11.2001
EP-Aktenzeichen 019973106
WO-Anmeldetag 21.11.2001
PCT-Aktenzeichen PCT/SE01/02573
WO-Veröffentlichungsnummer 2002041909
WO-Veröffentlichungsdatum 30.05.2002
EP-Offenlegungsdatum 20.08.2003
EP date of grant 07.09.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.08.2006
IPC-Hauptklasse A61K 36/282(2006.01)A, F, I, 20060522, B, H, EP
IPC additional class A61P 11/06  (2006.01)  A,  L,  N,  20060522,  B,  H,  EP
A61P 37/08  (2006.01)  A,  L,  N,  20060522,  B,  H,  EP

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Zubereitungen mit Wirkung gegen allergische Symptome, insbesondere eine Zubereitung, die sich als wirksam zur therapeutischen oder prophylaktischen Abhilfe von Beschwerden erwiesen hat, die mit Rhinitis allergica und asthmatischen Affektionen, wie z.B. belastungsinduziertes Asthma bronchiale oder Asthma bronchiale aufgrund von Atemwegsobstruktion, allergischer Conjunktivitis, Urticaria oder anderen Arten allergischer Symptome oder Störungen verbunden sind. Die Zubereitung ist ein naturheilkundliches Arzneimittel, welches zur Selbstmedikation verwendet werden kann und als ein Nasenspray oder durch Inhalation über Atemwege mittels Spray oder Pulver verabreicht werden kann. Die Zubereitung kann auch zur topischen Verabreichung in die Augen oder auf die Haut oder auf eine Schleimhaut hergestellt werden. Es ist auch möglich, die Zubereitung zu verschiedenen Arten von Nahrungsmitteln hinzuzufügen. Von der Zubereitung wurde gezeigt, dass sie sowohl gute therapeutische als auch prophylaktische Wirkung für diese allergischen Zustände abgibt.

Überraschenderweise wurde gezeigt, dass bestimmte Substanzen, die eine gute Wirkung gegen verschiedene allergische Affektionen, einschließlich asthmatische Zustände der oberen Atemwege, besitzen, aus Pflanzen extrahiert werden können. Es wurde auch gezeigt, dass die Zubereitungen, die erfindungsgemäß hergestellt werden, einen schnellen Wirkbeginn und eine verlängerte Wirkung besitzen. Wichtigerweise kann die Wirkung schon innerhalb von zwei Minuten erhalten werden. Die therapeutische Wirkung bleibt für eine erhebliche Zeitdauer nach Verabreichung der Zubereitung erhalten.

Die Pflanzen, die in diesem Zusammenhang relevant sind, sind bestimmte Arten von Artemisia, insbesondere Artemisia abrotanum (Eberraute) und andere Davanonenthaltende Pflanzen, A. pallens, A. lerchiana, A. thuscula, A. rehan, A. persica, A. glabella und A. rupestris, aber auch Lantana camara und Tanacetum vulgare. Ein Teil des Extraktes kann auch durch Extrakte aus anderen Pflanzen mit spasmolytischer Aktivität, z.B. Thymus vulgaris oder Chamomilla recutita, ersetzt werden.

Bestimmte Probleme sind bei der Herstellung der Zubereitung aufgetreten. Zuvor bestand die allgemeine Vorgehensweise darin, dass die Pflanze getrocknet und dass ein Extrakt aus der getrockneten Pflanze hergestellt wurde. Allerdings funktioniert dies nicht in dem vorliegenden Fall. Es wurde auch gezeigt, dass die Pflanze relativ jung sein muss und dass die Zubereitung aus frischen Pflanzen hergestellt wird, die von Mai–Juli (im skandinavischen Klima) geerntet wurden. Bei einer späteren Ernte wird die Pflanze holzig, wird es schwierig, die Pflanze zu extrahieren, um die gewünschte Zubereitung zu erhalten und entsteht ein bitterer Geschmack. Dies hängt von der Tatsache ab, dass der Gehalt an ätherischen Ölen in der Grünmasse frischer Pflanzen höher ist als derjenige von getrockneten Pflanzen und dass sich die Zusammensetzung verschiedener ätherischer Öle in der frischen Grünmasse von derjenigen von holzigeren Pflanzen unterscheidet. Während des Verlaufs des Wachstums verändert sich die Fraktion ätherischer Öle, was für den vorliegenden Zweck nachteilig ist. Während der Gesamtgehalt an ätherischen Ölen relativ konstant ist, sinkt der Gehalt der wertvollen Ölkomponente Davanon ab, wohingegen der Gehalt an 1,8-Cineol ansteigt. Versuche zur Verwendung von Eukalyptusöl als Ölfraktion dieser Zubereitung wurden unternommen; Eukalyptusöl enthält eine hohe Menge an 1,8-Cineol, welches der Hauptbestandteil des Öl aus der Eberraute während des späten Sommers ist. Von dieser Zubereitung wurde gezeigt, dass sie nur geringfügig wirksam ist. Damit kann begründet werden, dass die Gegenwart des Ölbestandteils Davanon im Gegensatz dazu die Aktivität der Zubereitung stark verbessert. Während Zubereitungen aus Eberraute mit einem hohen Gehalt an Davanon innerhalb von zwei Minuten eine vollständige Wirkung ergeben, zeigt ein entsprechendes Produkt, in dem das Öl durch Eukalyptusöl ersetzt wurde, nur ungefähr 50% der Wirkung. Es wurden auch Tests durchgeführt, in denen der Anteil der ätherischen Öle vollständig durch Davanon ersetzt wurde.

Es wurde auch gezeigt, dass ein Extrakt aus ausschließlich der Grünmasse der Pflanze nicht das gewünschte Ergebnis ergibt und dass auch die Extraktion und Verwendung nur der ätherischen Öle der Pflanze nicht die gewünschten Ergebnisse ergibt. Im Gegensatz dazu wird ein wirksames Produkt erhalten, wenn erstens die ätherischen Öle der Pflanzen von der Pflanze durch Wasserdampfdestillation getrennt werden, wonach die rückständige Grünmasse mit Alkohol extrahiert wird und die ätherischen Öle und die Alkoholextrakte gemischt werden.

100 g pflanzliches Trockenmaterial der gesamten Eberrautenpflanze ohne die Wurzeln enthält die folgenden Flavonole:

7 mg Casticin

5 mg Centaureidin

5 mg Quercetin-3,4-dimethylether

5 mg Quercetin-3,7-dimethylether

Einige Varianten der oben angezeigten Zubereitung wurden getestet und es wurde gezeigt, dass die Menge der Flavonole innerhalb bestimmter Grenzen variieren kann, auch wenn die oben genannten Werte als die mit optimalen Wirkungen betrachtet werden:

Casticin 1–8 mg

Centaureidin 1–7 mg

Quercetin-3,4-dimethylether 0,5–8 mg

Quercetin-3,7-dimethylether 0,5–8 mg

Es ist nicht klar, warum eine gute Wirkung einer Zubereitung ätherischer Öle, die zu einem alkoholischen Extrakt der rückständigen Grünmasse zugegeben wird, erhalten wird, aber es folgen Hypothesen hierzu:

  • – Die Pflanze enthält Flavonolglycoside und es kann sein, dass die Flavonol-Fraktion der Pflanze deglycosyliert werden muss, um aktiv zu werden;
  • – Die aus jüngeren Pflanzen erhaltene Ölfraktion, die am Anfang des Sommers geerntet wird, ist aktiver als das Öl aus später geernteten Pflanzen;
  • – Die Zubereitung sollte aus frischer Grünmasse hergestellt werden, da die Ölfraktion der Pflanze flüchtige Komponenten enthält, die verloren gehen, wenn die Pflanze getrocknet wird;
  • – Es gibt eine synergistische Wirkung zwischen der Ölfraktion und der Flavonolfraktion;
  • – Es ist möglich, dass die ätherischen Öle die Schleimhäute vorbereiten, so dass die Flavonole in die Zellen eindringen und hierdurch ihre Wirkung hervorrufen können.

Bevorzugte Ölgehalte sind zwischen 0,2 ml und 0,0005 ml pro 20 ml Produkt.

Ein weiteres Problem bei der Herstellung der Zubereitung ist, dass die meisten der eigentlichen Artemisia-Arten, z.B. Eberraute, nicht durch Kultivierung mittels Samens kultiviert werden können, sondern dass die Kultivierung durch Aufzucht von Stecklingen erfolgen muss. Allerdings hat dies den Vorteil, dass das gewachsene Material einen Klon eines so genannten Chemotyps mit einer definierten chemischen Zusammensetzung ergibt. Ein spezifischer Klon wurde ausgewählt und in klinischen Tests untersucht. Dieser Klon produziert kein Thujon, wenn er unter den Bedingungen des schwedischen Klimas wachsen gelassen wird.

In einer vorläufigen klinischen Experimentalstudie, in welcher sieben Testperson unter anderem Rosshaar und Katzen ausgesetzt wurden, wurden allergische Symptome, wie ein Anschwellen der Mucosa und ein Laufen der Nase, beobachtet. Die Zubereitung, die wie oben beschrieben hergestellt wurde, wurde verabreicht:

  • 1. Vor Provokation mit dem Allergen, zum Beispiel von Hund oder Katze; es wurden keine allergischen Symptome beobachtet;
  • 2. Nach Provokation von allergischen Symptomen mit Rosshaar; die Symptome von Rhinitis und laufender Nase verschwanden innerhalb von zwei Minuten;
  • 3. Die Testpersonen mit belastungsinduzierten asthmatischen Symptomen, die zum Beispiel durch einen Langstreckenlauf hervorgerufen wurden; die Symptome verschwanden und die Testpersonen waren innerhalb von 5 bis 8 Minuten symptomfrei;
  • 4. Für Patienten mit allergischen Symptomen der Augen, so genannter Conjunktivitis, verschwanden auch diese Symptome innerhalb des gleichen Zeitfensters.
  • 5. In Patienten mit Entzündung auf Schleimhäuten, wie z.B. Bläschen auf der Lippe oder andere Entzündungen, wie z.B. Zahnfleischentzündung; es trat eine wesentliche Abhilfe der Symptome auf.

In allen Fällen dieser vorläufigen Studie wurde eine vollständige Wirkung schnell erhalten, ohne dass irgendwelche Symptome übrig blieben. Die einzige Nebenwirkung, die bemerkt werden konnte, war eine leicht schmerzende Beschwerde von kurzer Dauer in der Nase, während die Zubereitung gesprüht wurde.

Als wichtigste Einsatzgebiete für die erfindungsgemäße Zubereitung können das belastungsinduzierte Asthma, Rhinitis allergica, allergische Conjunktivitis und Urticaria angesehen werden. Für diese Störungen oder Erkrankungen kann die Zubereitung sehr gut zur Selbstmedikation verwendet werden. Die Zubereitung kann sowohl zur therapeutischen als auch prophylaktischen Bewältigung der oben genannten verschiedenen Zustände verwendet werden. Von der Zubereitung wurde auch gezeigt, dass sie eine gute Wirkung auf Insektenstiche einer großen Vielzahl verschiedener Arten von Insekten, wie Moskitos, Mücken, Wespen, Bienen, Bremsen usw., hat.

Die chemische Zusammensetzung der Pflanze wurde bereits in verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen dokumentiert. So enthält die Pflanze Flavonole, die in vitro eine spasmolytische Wirkung zeigen, und Terpene wie Cineol (antiseptische und mucolytische Verbindung) wie auch Davanon. Die oben genannten Studien stellen die ersten Tests dar, in denen die Zubereitung gegen allergische Symptome sowohl in vivo als auch in lokalen oder topischen pharmazeutischen Zubereitungen verwendet wurde.

Flavonole stellen eine Gruppe gut definierter so genannter sekundärer Metabolite dar, die in den meisten Pflanzen gefunden werden. Die Flavonole zeigen Variationen in der Anzahl der Hydroxylgruppen und in dem Grad der Methylierung. In Pflanzen sind die vorhandenen Flavonole an Zuckermoleküle gebunden, aber diese Produkte werden hydrolysiert, um während des Extraktionsverfahrens freie Flavonole freizusetzen.

Flavonole aus Eberraute können signifikante therapeutische Wirkungen induzieren. Andere Artemisia-Arten können zu denen aus Eberraute alternative Flavonole beinhalten. Es ist zum Beispiel bekannt, dass Flavonole aus Zwiebel die Freisetzung von Histaminen inhibieren, was bei einer Vielzahl allergischer Störungen die Symptome betonen könnte.

Wichtigerweise induziert die Flavonolfraktion selbst in Eberraute-Extrakten keine bemerkbare therapeutische Wirkung bei allergischen Zuständen, obwohl solche Zubereitungen eine spasmolytische Aktivität haben können. Darüber hinaus hat die Kombination von Eberrautenöl und direkt extrahierter frischer Grünmasse weder antiallergische Wirkungen noch lösen Zubereitungen, die aus getrockneter Grünmasse und Eberrautenöl aus getrockneten Pflanzen hergestellt wurden, therapeutische Wirkungen bei allergischen Zuständen aus. Extrakte aus frischer Grünmasse, die mit einer Ölfraktion kombiniert werden, in welcher Davanon die Hauptkomponente ist, wie z.B. Eukalyptusöl, zeigen eine schwache Wirkung, allerdings nicht in dem Ausmaß wie die therapeutischen Eigenschaften der Kombination von alkoholischem Extrakt aus Grünmasse von Eberraute und Eberrautenöl. Von dem ätherischen Öl aus A. thuscula wurde gezeigt, dass es eine spasmolytische Wirkung in den Atemwegen von Meerschweinchen zeigt. Diese Wirkung hängt von dem Gehalt von Davanon in der Zubereitung ab.

In der begleitenden Zeichnung (einzige Figur) ist ein Flussdiagramm der Vorgehensweise zur Herstellung einer Zubereitung aus einer Artemisia-An, wie z.B. A. abrotanum (Eberraute) mit Wirkung gegen allergische Symptome gezeigt. Das Verfahren schließt sieben aufeinander folgende Schritte ein.

  • Schritt 1. Frische Eberraute, vorzugsweise in den Monaten Juni oder Juli (in skandinavischem Klima) geerntet, wird in Wasser gekocht. Wasser und bestimmte flüchtige Öle werden destilliert, wie in der begleitenden Zeichnung durch den Pfeil angezeigt.
  • Schritt 2. Wasserdampf und Öle werden kondensieren gelassen, wodurch die ätherischen Öle getrennt und für die spätere Verwendung gesammelt werden.
  • Schritt 3. Die vorgekochte Grünmasse aus Schritt 1 wird in Wasser für 5–60 Minuten gekocht. Durch ein solches Kochen wird die Zusammensetzung chemisch verändert und die Flavonolglycoside, die in der Pflanze vorhanden sind, werden zu freien Flavonolen und Zucker hydrolysiert.
  • Schritt 4. Die Grünmasse wird getrocknet und danach mit Alkohol extrahiert. Die freien Flavonole werden in dem alkoholischen Extrakt gelöst.
  • Schritt 5. In diesem Schritt werden die ätherischen Öle, die in Schritt 2 getrennt und gesammelt wurden, mit dem alkoholischen Extrakt aus Schritt 4 gemischt.
  • Schritt 6. Die Mischung der ätherischen Öle aus Schritt 2 und des alkoholischen Extrakts aus Schritt 4 wird mit Wasser auf einen Alkoholgehalt von ungefähr 25% verdünnt, wodurch ein Endprodukt erhalten wird. Ein niedrigerer Alkoholgehalt reduziert die Löslichkeit des Öls, wohingegen ein höherer Alkoholgehalt irritierend auf die Mucosa wirkt.
  • Schritt 7. Das Produkt aus Schritt 6 wird weiter verarbeitet, um eine geeignete Zubereitung, z.B. zur topischen Verwendung, bereitzustellen und dann in eine geeignete Verpackung gepackt, zum Beispiel eine Sprühdose, um es zu ermöglichen, die Zubereitung in die Nase oder den Rachen zu sprühen, es als Augentropfen zu verwenden oder es topisch auf die Haut, Schleimhäute oder Zähne aufzubringen oder alternativ zur Verwendung als einen Zusatz in Nahrungsmittelprodukten oder anderen Produkten.

In den folgenden Beispielen wurden drei verschiedene Extrakte verwendet: F1, ein konzentrierter Extrakt enthaltend 8 mg Casticin, 7 mg Centaureidin, 8 mg Quercetin-3,4-dimethylether und 8 mg Quercetin-3,7-dimethylether; Extrakt F2, welcher den Extrakt F1 in 1:4-facher Verdünnung mit 24% Ethanol darstellt; Extrakt F3, welcher den Extrakt F1 in 1:10-facher Verdünnung mit 24% Ethanol darstellt.

BEISPIELE

Beispiel 1. Frau, 45 Jahre alt, Krankenschwester. Die Patientin leidet nach physischer Anstrengung (Joggen) unter Asthma bronchiale. Die Patientin verwendete eine Zubereitung, Extrakt F1 nach der vorliegenden Erfindung (anstelle von Terbutalin (Bricanyl, Draco)). Die Zubereitung enthielt 0,1 ml ätherisches Öl pro 20 ml Alkohol. Eine vollständige Wirkung wurde innerhalb von 2 Minuten erreicht.

Beispiel 2. Die gleiche Patientin verwendete eine Zubereitung, Extrakt F1, enthaltend 0,2 ml ätherisches Öl pro 20 ml Alkohol. Eine vollständige Wirkung wurde innerhalb von 2 Minuten erhalten, bei verschiedenen Tests nur leicht oder nicht besser als in Beispiel 1.

Beispiel 3. Die gleiche Patientin verwendete eine Zubereitung, Extrakt F1, enthaltend 0,05 ml ätherisches Öl pro 20 ml Alkohol. Es wurde eine etwas niedrigere Wirkung als in den Beispielen 1 und 2 erhalten.

Beispiel 4. Die gleiche Patientin verwendete eine Zubereitung, Extrakt F2, enthaltend 0,05 ml ätherisches Öl pro 20 ml Alkohol. Es wurde eine etwas niedrigere Wirkung als in den Beispielen 1 und 2 erhalten.

Beispiel 5. Ein Mann, 48 Jahre alt, ein für den Kreis zuständiger Amtsarzt, allergisch gegen Katzen, Hunde, Pollen und Pferde, leidet unter körperlicher Belastung (Joggen) an Asthma bronchiale. Provokation durch ein Allergen, gefolgt von der Verwendung eines erfindungsgemäßen Allergiesprays nach einer Asthmaattacke. Das Spray enthielt 0,1 ml ätherisches Öl pro 20 ml Alkohol, Extrakt F1. Der Patient wurde innerhalb von 2 Minuten symptomfrei.

Beispiel 6. Der gleiche Patient wie in Beispiel 5 wurde mit einem erfindungsgemäßen Spray behandelt, das 0,1 ml ätherisches Öl pro 20 ml Alkohol von Extrakt F2 enthielt. Die Symptome waren reduziert, aber der Patient war innerhalb von 2 Minuten nicht vollständig geheilt.

Beispiel 7. Der gleiche Patient wie in den Beispielen 5 und 6 wurde mit einem erfindungsgemäßen Spray behandelt, das 0,1 ml ätherisches Öl pro 20 ml Alkohol von Extrakt F3 enthielt. Es wurde eine gewisse Reduktion des Schmerzes innerhalb von 5 Minuten erzielt, aber der Patient wurde nicht vollständig geheilt.

Beispiel 8. Die gleiche Zubereitung wie in Beispiel 5 wurde von der gleichen Person wie in den Beispielen 5–7 für vorbeugende Zwecke 5 Minuten vor der Provokation durch Allergene genommen. Die Provokation wurde durch Rosshaar oder eine Katze vorgenommen. Es traten keine Symptome auf.

Beispiel 9. Ein männlicher Bauer, 54 Jahre alt, leidet an Rhinitis allergica und Jucken der Augen nach Exposition gegenüber Heu und Luft aus einem Schweinestall. Er nahm die erfindungsgemäße Zubereitung anstelle von Terbutalin. Eine Zubereitung, welche 0,05 ml ätherisches Öl pro 20 ml Alkoholextrakt von F1 enthielt, wurde für vorbeugende Zwecke genommen. Innerhalb von 2 Stunden traten keine Probleme auf.

Beispiel 10. Dem gleichen Patienten wurde eine Zubereitung, die 0,05 ml erfindungsgemäßes ätherisches Öl pro 20 ml Alkoholextrakt von F3 enthielt, verabreicht. Leichte Probleme traten innerhalb von 5 Minuten auf.

Die obigen Beispiele zeigen folglich, dass die höchste Menge an Öl nicht mehr als 0,2 ml/pro 20 ml des Produkts betragen sollte, und dass der niedrigste Wert nicht weniger als 0,0005 ml pro 20 ml des Produkts betragen sollte.

Wie auch oben angegeben, sollten die niedrigste und die höchste Menge an Flavonolen sein:

für Casticin 1–8 mg

für Centaureidin 1–7 mg

für Quercetin-3,4-dimethylether 0,5–8 mg

für Quercetin-3,7-dimethylether 0,5–8 mg.

Flussdiagramm:
  • 1. Frische Biomasse, gekocht in Wasser
  • 2. Kondensation. Ätherische Öle gesammelt, Wasserphase verworfen.
  • 3. Kochen der rückständigen Grünmasse. Trocknen.
  • 4. Extraktion der trockenen Biomasse mit Alkohol.
  • 5. Verdünnen der Öl/Extrakt-Mischung.
  • 6. Verpacken.

Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung einer Zubereitung mit Wirkung gegen allergische Symptome, insbesondere einer Zubereitung, die sich als wirksam zur therapeutischen oder prophylaktischen Abhilfe oder Vorbeugung von Symptomen erwiesen hat, die mit Rhinitis allergica, asthmatischen Affektionen wie Asthma bronchiale, allergischer Conjunctivitis, Urticaria, Insekten- oder Pflanzenstichen und anderen allergischen Zuständen verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass frische, neu geerntete Pflanzen der Spezies Artemisia in Wasser gekocht werden (1), wodurch Wasserdampf und flüchtige etherische Öle destilliert werden, wobei die Öle gesammelt werden (2), indem die rückständige Grünmasse in Wasser erhitzt wird, um die Hydrolyse der chemischen Bestandteile zu erlauben (3), und Extrahieren der vorhandenen chemischen Bestandteile der Pflanze, Extrahieren der Bestandteile mit Alkohol (4) und Mischen dieser mit den etherischen Ölen, die durch die Dampfdestillation erhalten wurden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Wasserdampf und den verdampften etherischen Ölen, die aus dem ersten Siedeverfahren (1) erhalten wurden, zu kondensieren erlaubt wird (2) und dass die Öle, die sich auf dem Wasser angesammelt haben, hiervon getrennt werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweites Sieden (3) der rückständigen Grünmasse unter solchen Bedingungen durchgeführt wird, dass Flavonolglycoside, die in der Pflanze vorhanden sind, gespalten und zu freien Flavonolen deglycosiliert werden, die mittels Alkohol extrahiert werden (4).
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Extraktion mit Alkohol (4) so durchgeführt wird, dass nicht flüchtige Substanzen aus der Grünmasse extrahiert werden.
  5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung (5) des alkoholischen Extrakts (4) und der gesammelten etherischen Öle auf einen Alkoholgehalt von 0–40%, vorzugsweise ungefähr 25% verdünnt wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die verdünnte Mischung des alkoholischen Extrakts (4) und der gesammelten etherischen Öle (2) in ein(en) Nasen- oder Rachenspray oder Pulver oder als eine topische Zusammensetzung für die Verwendung in Augen oder auf der Haut, auf mukösen Membranen oder Zähnen verarbeitet und als solche verpackt wird oder als ein Zusatzstoff in anderen Verabreichungsprodukten verwendet wird.
  7. Zubereitung mit Wirkung gegen allergische Symptome und hergestellt nach einem der vorangegangen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zubereitung aus frischen, neu geernteten Pflanzen umfassend Artemisia-Arten, insbesondere Artemisia abrotanum (Eberraute), oder andere Davanon-enthaltende Pflanzen wie A. davana, A. pallens, A. lerchiana, A. thuscula, A. rehan, A. persica, A. glabella, A. rupestris, Lantana camara und Tanacetum vulgare, erhalten wird und umfassend eine Mischung von flüchtigen etherischen Ölen, die in dem ersten Verfahrensschritt aus den Pflanzen abgedampft wurden, und von nicht flüchtigen Ölen und Flavonolen, die in einem zweiten Verfahrensschritt extrahiert wurden, oder in welchen der Ethanolextrakt durch Substanzen aus anderen Pflanzen mit spasmolytischen oder antiallergischen Eigenschaften ersetzt wird.
  8. Zubereitung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zubereitung zusätzlich Davanon und zumindest einen Anteil an Cineol enthält.
  9. Zubereitung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die ursprünglichen Pflanzen aus Artemisia abrotanum (Eberraute) oder anderen Davanon-enthaltenden Pflanzen bestehen.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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