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Dokumentenidentifikation DE60116197T2 24.08.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001176241
Titel Antimikrobielle Strickware
Anmelder Malden Mills Industries, Inc., Lawrence, Mass., US
Erfinder Rock, Moshe, Andover, US;
Vainer, Gadalia, Melrose, US;
Dionne, Edward P., South Paris, Maine 04281, US;
Lie, William K., Methuen, US;
Haryslack, Charles, Haverhill, US
Vertreter Bosch, Graf von Stosch, Jehle Patentanwaltsgesellschaft mbH, 80639 München
DE-Aktenzeichen 60116197
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 25.07.2001
EP-Aktenzeichen 013063920
EP-Offenlegungsdatum 30.01.2002
EP date of grant 28.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.08.2006
IPC-Hauptklasse D04B 1/14(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]
HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein zusammengesetztes textiles Gewebe, insbesondere auf ein zusammengesetztes Gewebe mit einer ersten und einer zweiten Gewebeschicht, wobei die erste bzw. innere Gewebeschicht, die Schicht, die näher an der Haut des Träger ist, aus einem synthetischen Garn besteht, und das Garn der zweiten bzw. äußeren Gewebeschicht, der Schicht, die von der Haut des Trägers weiter entfernt ist, mit einer antimikrobiellen Zusammensetzung behandelt ist. Das Garn der zweiten bzw. äußeren Gewebeschicht kann zusätzlich mit Fasern gemischt sein, die so behandelt wurden, dass sie antimikrobielle Eigenschaften aufweisen.

Bei den meisten textilen Geweben besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sie aufgrund von Schweißabsonderung des Trägers in hohem Maße Feuchtigkeit zwischen der Haut des Trägers und der Unterwäsche oder zwischen der Unterwäsche des Trägers und der Oberbekleidung einschließen. Wenn eine Feuchtigkeitssättigung auftritt, wird der Körper des Trägers nass, was dazu führt, dass sich der Träger unbehaglich fühlt.

Das U.S.-Patent Nr. 5,312,667 von Malden Mills Industries, Inc. beschreibt ein zusammengesetztes textiles Gewebe mit einer ersten Schicht, die entweder aus einem Polyester- oder einem Nylonmaterial besteht, und einer zweiten Schicht, die einen hohen Anteil an feuchtigkeitsabsorbierendem Material, beispielsweise Baumwolle, aufweist. Das U.S.-Patent Nr. 5,547,733, das ebenfalls Malden Mills Industries, Inc. gehört, beschreibt ein zusammengesetztes textiles Gewebe, das eine innere Gewebeschicht aufweist, die aus einem Garn mit einer Vielzahl von Fasern, hauptsächlich aus Polyester, besteht, die hydrophil gemacht worden sind, und eine äußere Gewebeschicht, die aus einem Garn mit einer Vielzahl von Fasern, hauptsächlich aus Polyester, besteht, die ebenfalls hydrophil gemacht worden sind. Für jedes dieser patentierten textilen Gewebe werden die beiden Gewebeschichten gleichzeitig durch Stricken einer plattierten Konstruktion ausgebildet, so dass die Schichten verschieden und getrennt und doch miteinander integriert sind.

Obwohl die in den beiden Malden Mills Patenten beschriebenen textilen Gewebe vorteilhaft sind, sind sie alles andere als wünschenswert. Bei jedem dieser textilen Materialien wandert flüssiger Schweiß von der Innenschicht zu der Außenschicht. Bei diesem Vorgang wandert die ölige Mischung aus Lipiden und Proteinen, die von dem Träger ausgeschieden wird, zusammen mit dem flüssigen Schweiß. Als Folge der bakteriellen Zersetzung dieser Lipide und Proteine, die sich hauptsächlich in der Außenschicht des textilen Gewebes konzentrieren, wird häufig ein Geruch, der landläufig als „Körpergeruch" bezeichnet wird, erzeugt.

Es wäre daher erwünscht, ein textiles Gewebe zur Verfügung zu stellen, das den Transport flüssiger Feuchtigkeit erleichtert, um eine Verdunstung zu fördern und den Träger trocken zu halten, das jedoch auch die Erzeugung von Körpergeruch im Wesentlichen verhindert.

Die EP 1013809 beschreibt ein zusammengesetztes textiles Gewebe zum Entfernen von Feuchtigkeit von der Haut. Das zusammengesetzte Gewebe weist eine erste Gewebeschicht und eine zweite Gewebeschicht auf, die gleichzeitig durch Stricken einer plattierten Konstruktion ausgebildet werden. Ausschließlich die zweite Gewebeschicht ist mit behandelten Synthetikfasern gemischt, die antimikrobielle Eigenschaften aufweisen.

Die US 4343853 beschreibt eine Gewebekonstruktion mit einer Geweberückseite und einer Gewebevorderseite. Wenigstens eines der Gewebe besteht teilweise aus Garnen, die ein antimikrobielles Mittel enthalten. Ein Verbindungsgarn kann die beiden Seiten in plattierter Beziehung zusammenfügen.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Allgemein gesagt wird erfindungsgemäß ein zusammengesetztes textiles Gewebe zum Entfernen von flüssiger Feuchtigkeit von der Haut und zum Verdunsten dieser Feuchtigkeit von der Oberfläche der Außenschicht des Gewebes zur Verfügung gestellt. Das zusammengesetzte Gewebe weist eine erste bzw. innere Gewebeschicht, die Schicht, die näher am Körper des Träger ist, auf, die aus einem synthetischen Garnmaterial besteht, das natürlich hydrophil ist oder chemisch hydrophil gemacht worden ist, sowie eine zweite bzw. äußere Gewebeschicht, die weiter vom Körper des Trägers entfernt ist, und die aus einem Garnmaterial ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einem feuchtigkeitsabsorbierenden Garnmaterial wie Baumwolle, oder einem synthetischen Garnmaterial wie Polyester, Polypropylen, Acryl oder Nylon besteht, das hydrophil gemacht worden ist, oder einer Kombination hieraus. Die innere Gewebeschicht und die äußere Gewebeschicht werden gleichzeitig durch Stricken einer plattierten Konstruktion ausgebildet, so dass die Schichten verschieden und getrennt, doch miteinander integriert sind.

Die Washburn-Gleichung (siehe E.A. Wulkow und L.C. Buckles, Textile Research Journal, 29:931 ff., 1959) lautet: h = 2ycosê/rpg

wobei h die vertikale „Wicking"- (Docht-) Höhe, y die Oberflächenspannung der Flüssigkeit, ê der Kontaktwinkel, r der Kapillarradius, p die Dichte der Flüssigkeit und g die Gravitationsbeschleunigung ist. „Wicking" (Dochtwirkung) ist die Folge der Kapillarwirkung und ist umso größer, je feiner das Denier der Faser der äußeren Gewebeschicht und je größer der Unterschied zwischen den Deniers der Garnfasern der beiden Schichten ist.

Außerdem ist das Denier des Garns (im Gegensatz zum Denier der Garnfasern) der inneren Gewebeschicht nicht größer als das Denier des Garns der äußeren Gewebeschicht. Dies erleichtert das horizontale Ausbreiten flüssiger Feuchtigkeit in der äußeren Gewebeschicht, so dass Feuchtigkeit entlang dieser Schicht gleichmäßiger verteilt wird, wie von Hollies und seinen Mitarbeitern beschrieben ist (siehe N. Hollies und M. Kaessinger, Textile Research Journal, 26:829-835, 1956 und 27:8-13, 1957), S1 = ycosêArxt/2n

wobei S1 die in der Zeit t zurückgelegte horizontale Strecke ist, y die Oberflächenspannung der Flüssigkeit, rx der effektive Radius, êA ein offensichtlicher Fortschreite-Kontaktwinkel, n die Viskosität der Flüssigkeit und t die Zeit. Dies wiederum erleichtert weiterhin eine schnelle Verdunstung der Feuchtigkeit von der äußeren Schicht. Das gröbere Garn der äußeren Gewebeschicht erhöht die Flüssigkeitshaltekapazität dieser Schicht und damit die „Ausguss-Wirkung" („sink effect") der äußeren Gewebeschicht, was wiederum den schnellen Transport der flüssigen Feuchtigkeit von der Haut des Trägers durch die innere Gewebeschicht zu der äußeren Gewebeschicht erleichtert.

Gemäß der Erfindung wird eine antimikrobielle Zusammensetzung auf die Außenschicht der erfindungsgemäßen textilen Gewebekonstruktion aufgebracht. Die Zusammensetzung kann in Form einer Paste oder Beschichtung vorliegen.

Es ist wesentlich, dass Fasern, die so behandelt worden sind, dass sie antimikrobielle Eigenschaften aufweisen, in das Garn der Außenschicht der erfindungsgemäßen textilen Gewebekonstruktion gemischt werden können. Demgemäß sammelt sich jede ölige Mischung aus Lipiden und Proteinen, die von dem Träger ausgeschieden wird und dann mit dem flüssigen Schweiß von der Haut des Trägers durch die Innenschicht wandert, letztendlich in der Außenschicht des Gewebes an, zersetzt sich nicht, und die Erzeugung von Körpergeruch wird daher im Wesentlichen verhindert.

Vorzugsweise werden die Fasern, die so behandelt worden sind, dass sie antimikrobielle Eigenschaften aufweisen, aus Nylon oder anderen künstlich hergestellten Fasern mit Silber-, Kupfer- oder Zinkmetall-Beschichtung (oder Ionen eines hiervon) ausgewählt. Alternativ kann in das synthetische Mischgarn ionisches Silber oder Kupfer eingebettet sein. Diese Fasern werden mit dem Garnmaterial der zweiten bzw. äußeren Gewebeschicht in einer Menge zwischen ca. 0,5 und 50 Gewichtsprozent, vorzugsweise zwischen ca. 0,5 und 30 Gewichtsprozent, gemischt. Das mit der behandelten Faser gemischte Garn kann in jede Reihe der Konstruktion eingestrickt werden, um den höchsten Grad antimikrobieller Wirkung zu erreichen, in jede zweite Reihe, jede dritte Reihe, usw., um den erwünschten Grad antimikrobieller Wirkung zu variieren.

Es ist wesentlich, dass in das Garn der inneren Gewebeschicht keine Fasern eingemischt werden, die so behandelt worden sind, dass sie antimikrobielle Eigenschaften aufweisen. Auch wird die innere Gewebeschicht nicht mit einer antimikrobiellen Paste oder Beschichtung beschichtet. Dies ist wichtig, weil es nicht vorteilhaft ist, in das Bakterienwachstum nahe der Haut des Trägers einzugreifen. Bakterienwachstum an sich ist nicht schädlich.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes zusammengesetztes textiles Gewebe zu schaffen, um den Transport von flüssiger Feuchtigkeit von der Haut weg zu verbessern.

Es ist ebenfalls Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes zusammengesetztes textiles Gewebe zu schaffen, das eine Vielzahl synthetischer Garnfasern zum Leiten flüssiger Feuchtigkeit aufweist.

Weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein verbessertes zusammengesetztes textiles Gewebe zu schaffen, das plattierte Schichten aufweist, um den Feuchtigkeits-Konzentrations-Gradienten dazwischen zu fördern.

Es ist weitere Aufgabe der Erfindung, ein zusammengesetztes textiles Gewebe zu schaffen, das eine äußere feuchtigkeitsabsorbierende Schicht und eine innere Schicht aus einem synthetischen Garn aufweist, das hydrophil gemacht worden ist.

Weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein zusammengesetztes textiles Gewebe zu schaffen, das ein elastomeres Garn aufweist, um das Gewebe dehnbar zu machen.

Es ist weitere Aufgabe der Erfindung, ein zusammengesetztes textiles Gewebe zu schaffen, bei dem einige der Fasern, die zur Herstellung des Gewebes verwendet werden, antimikrobielle Eigenschaften aufweisen.

Weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein zusammengesetztes textiles Gewebe zu schaffen, das eine starke Bakterienvermehrung in der äußeren Gewebeschicht verhindert.

Es ist weitere Aufgabe der Erfindung, ein zusammengesetztes textiles Gewebe zu schaffen, das die Erzeugung von Körpergeruch im Wesentlichen verhindert. Weitere Aufgaben und Vorteile der Erfindung sind teils offensichtlich und werden teils aus der nachfolgenden Beschreibung ersichtlich.

Die Erfindung weist demgemäß Gewebe und Gewebematerialen auf, die die Merkmale, Eigenschaften und Bestandteils-Verhältnisse aufweisen, die in der nachfolgenden detaillierten Offenbarung beispielhaft dargestellt sind; der Umfang der Erfindung ist in den Ansprüchen angegeben.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM

Das erfindungsgemäße zusammengesetzte textile Gewebe weist eine erste bzw. innere Gewebeschicht, die Schicht, die näher am Körper des Träger ist, auf, die aus einem synthetischen Garnmaterial besteht, sowie eine zweite bzw. äußere Gewebeschicht, die weiter vom Körper des Trägers entfernt ist, und die aus einem Garnmaterial ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einem feuchtigkeitsabsorbierenden Garnmaterial, oder einem synthetischen Garnmaterial, das hydrophil gemacht worden ist, oder einer Kombination hieraus, besteht. Beide Gewebeschichten werden gleichzeitig durch Stricken einer plattierten Konstruktion ausgebildet, so dass die Schichten verschieden und getrennt, und doch miteinander integriert sind.

Die Menge jeder Gewebeschicht wird auf der Grundlage des erwünschten Gewichts des zusammengesetzten Gewebes, der Verwendung des zusammengesetzten Gewebes und der speziellen Anforderungen zum Transport der Feuchtigkeit von der inneren Gewebeschicht zu der äußeren Gewebeschicht ausgewählt.

Erfindungsgemäß ist die Konstruktion des zusammengesetzten Gewebes so, dass es plattiert ist. Obwohl jede Gewebeschicht verschieden und getrennt ist, ist jede mit der anderen integriert. Folglich fungiert das zusammengesetzte Gewebe als eine einzige Einheit.

Das zusammengesetzte Gewebe ist entweder ketten- oder schussgestrickt und umfasst Rundstrickgewebe wie Two-End-Fleece, Three-End-Fleece, Frottee mit normaler Plattierung, Doppelfrottee, Doppelnadel-Raschel, Doppeltgestrickt, plattierter Jersey und Trikot.

Es ist wesentlich, dass das Denier der Garnfasern (im Gegensatz zum Denier des Garns) der inneren Gewebeschicht wenigstens so groß wie, und vorzugsweise größer als, das Denier der Garnfasern der äußeren Gewebeschicht ist. Dies erleichtert den Transport von flüssiger Feuchtigkeit, die sich an der inneren Gewebeschicht ansammelt, zu der äußeren Gewebeschicht. Wenn sich Feuchtigkeit an der ersten bzw. inneren Gewebeschicht ansammelt, wird, weil das Denier der Garnfasern der Innenschicht wenigstens so groß ist wie das Denier der Garnfasern der Außenschicht, und daher der Zwischenfaserraum in dem Garn der inneren Gewebeschicht gleich oder größer ist als der des Garns der äußeren Gewebeschicht, der schnelle Transport von Feuchtigkeit von der ersten Schicht zu der zweiten Schicht aufgrund der Kapillarwirkung erleichtert.

Ebenso wichtig ist die Tatsache, dass das Denier des Garns (im Gegensatz zu dem Denier der Garnfasern) der inneren Gewebeschicht vorzugsweise nicht größer ist als das Denier des Garns der äußeren Gewebeschicht. Dies sorgt für eine höhere Flüssigkeits-Aufnahmefähigkeit in der Außenschicht als in der Innenschicht und erleichtert das horizontale Ausbreiten von Feuchtigkeit entlang der äußeren Gewebeschicht – mit anderen Worten wird Feuchtigkeit, die von der inneren Gewebeschicht angesammelt wird, zu der äußeren Gewebeschicht transportiert und auf der äußeren Gewebeschicht gleichmäßiger verteilt. Die gesamte Feuchtigkeit wird schneller von der inneren Gewebeschicht zu der äußeren Gewebeschicht des zusammengesetzten textilen Gewebes transportiert, da es an speziellen Gewebestellen in der äußeren Gewebeschicht als Folge der erleichterten Ausbreitung entlang der äußeren Gewebeschicht einen geringeren Aufbau von Feuchtigkeit gibt. Auch ist, weil das Garn der äußeren Gewebeschicht grober ist als das Garn der inneren Gewebeschicht, die Wahrscheinlichkeit einer „Ausguss-Wirkung" („sink effect") in der äußeren Gewebeschicht erhöht und die Wahrscheinlichkeit, dass sich flüssige Feuchtigkeit in der inneren Gewebeschicht ablagert, wo sie die Haut des Trägers nass machen würde, ist verringert.

Genauer gesagt liegen die Garnfasern der inneren Gewebeschicht vorzugsweise in einem Bereich zwischen ca. 0,3 und 5,0 Denier, und die Garnfasern der äußeren Gewebeschicht liegen vorzugsweise in einem Bereich zwischen ca. 0,03 Denier und 2,5 Denier.

Das Denier des Garns (selbst) der äußeren Gewebeschicht liegt vorzugsweise in einem Bereich zwischen ca. 70 Denier und 600 Denier, während das Denier des Garns der inneren Gewebeschicht vorzugsweise in einem Bereich zwischen 30 Denier und 300 Denier liegt.

Die zweite bzw. äußere Gewebeschicht kann, wie oben angeführt, ganz aus einem synthetischen Garnmaterial oder einem feuchtigkeitsabsorbierenden Material bestehen, oder eine Mischung hieraus sein. Sie kann auch ein darin plattiertes elastomeres Garn aufweisen. Wenn ein feuchtigkeitsabsorbierendes Garnmaterial in Kombination mit einem synthetischen Garnmaterial verwendet wird, liegt das feuchtigkeitsabsorbierende Garnmaterial vorzugsweise in einer Menge von wenigstens 3 Gewichtsprozent vor, bevorzugter in einer Menge von wenigstens 50 Gewichtsprozent, und das synthetische Garnmaterial ist hydrophil gemacht worden. Das bevorzugte feuchtigkeitsabsorbierende Material ist Baumwolle, da es das Zwei- bis Dreifache seines Gewichts an Wasser absorbieren kann. Weitere geeignete feuchtigkeitsabsorbierende Materialien umfassen Rayon und Wolle sowie andere natürliche Fasern.

Alternativ besteht die zweite bzw. äußere Gewebeschicht ganz aus einem synthetischen Garnmaterial wie Nylon oder Polyester, das hydrophil gemacht worden ist.

Die erste bzw. innere Gewebeschicht kann entweder Polyester-, Polypropylen-, Acryl- oder Nylonmaterial aufweisen, das hydrophil ist oder gemacht worden ist. Sie kann auch ein darin plattiertes oder damit zusammengemischtes elastomeres Garn aufweisen. Die Oberfläche der ersten Gewebeschicht kann erhaben sein. Dies wird entweder durch Schmirgeln, Bürsten oder Aufrauen erreicht. Bei der bevorzugten Ausführungsform weist die erste Gewebeschicht eine erhabene Gewebeoberfläche auf, wobei jedes Faserende ein Feuchtigkeitsleiter ist. Alternativ kann die erste bzw. innere Gewebeschicht eine ebene Oberfläche aufweisen.

Die erste bzw. innere Gewebeschicht kann eine Faser mit modifiziertem Querschnitt verwenden oder kann chemisch behandelt werden, so dass sie hydrophil gemacht wird, wie im US-Patent Nr. 5,312,667 beschrieben ist, auf das hiermit vollumfänglich Bezug genommen wird. Wenn die zweite bzw. äußere Gewebeschicht ein synthetisches Garnmaterial aufweist, das hydrophil gemacht worden ist, ist das Denier pro Faser kleiner als das Denier pro Faser des Garns in der ersten bzw. inneren Gewebeschicht. Dies wird ebenso wie im US-Patent Nr. 5,312,667 beschrieben erreicht.

Das Garn der zweiten bzw. äußeren Gewebeschicht kann gesponnen, mehrfädig, strukturiert, End-in-End oder eine beliebige Kombination hieraus sein.

Bei der Ausführungsform, bei der die zweite bzw. äußere Gewebeschicht ein feuchtigkeitsabsorbierendes Garnmaterial aufweist, wird der Transport von Wasser von der Oberfläche der ersten bzw. inneren Gewebeschicht zu der feuchtigkeitsabsorbierenden zweiten bzw. äußeren Gewebeschicht dadurch verbessert, dass die erste Gewebeschicht hydrophil gemacht worden ist. Insbesondere wird flüssige Feuchtigkeit entlang der Oberfläche jeder Polyester-, Acryl- oder Nylonfaser leicht transportierbar gemacht.

Bei der Ausführungsform, bei der das Garn sowohl der ersten als auch der zweiten Gewebeschicht aus synthetischen Materialien besteht und auf natürliche Weise im Wesentlichen hydrophil ist oder hydrophil gemacht worden ist, wird der Transport von flüssiger Feuchtigkeit von der Oberfläche der ersten bzw. inneren Gewebeschicht zu der zweiten bzw. äußeren Gewebeschicht ebenfalls verbessert. Insbesondere wird flüssige Feuchtigkeit entlang der Oberfläche jeder Faser der ersten bzw. inneren Gewebeschicht transportierbar gemacht. Feuchtigkeit, die an die zweite bzw. äußere Gewebeschicht geleitet worden ist, dehnt sich entlang der Oberfläche dieser Schicht aus und wird rasch verdunstet, wodurch die äußere Gewebeschicht im Wesentlichen trocken bleiben kann.

Eine Zusammensetzung mit antimikrobiellen Eigenschaften wird ausschließlich auf die äußere Schicht des erfindungsgemäßen Gewebes aufgebracht. Die Zusammensetzung, die in Form einer Paste oder Beschichtung vorliegen kann, weist vorzugsweise wenigstens einen von Silber-, Kupfer- oder Zink-Schwebstoffen oder Ionen von einem hiervon auf. Diese Schwebstoffe werden vorzugsweise in einer Menge zwischen ca. 0,01 und 50 Volumenprozent in die Zusammensetzung eingefügt. Die Schwebstoffe können in der Zusammensetzung schweben. Geeignete Pasten oder Beschichtungen sind im Handel gut erhältlich. Die Menge an Beschichtung oder Paste, die auf die Außenschicht des Gewebes aufgebracht wird, beträgt vorzugsweise zwischen ca. 0,01 und 75%, bezogen auf das Fasergewicht (o. w. f.).

Der Hauptbestandteil der Zusammensetzung (Bindemittel genannt), in die die Schwebstoffe eingefügt werden, können Polyurethan-, Acryl- oder Silikonpolymere sein. Die Zusammensetzung kann hydrophil sein, indem beispielsweise Polymere ausgewählt werden, die hydrophil sind, oder kann durch eine nachfolgende Behandlung, die dem Aufbringen auf die zweite Schicht folgt, hydrophil gemacht werden. Um die Atmungsfähigkeit des Gewebes zu verbessern, kann die Zusammensetzung ein mit Luft durchsetztes Material ausgewählt aus einem Schaumstoff oder einem Schaum sein. Sie kann vor dem Aufbringen auf das Gewebe mit Luft durchsetzt werden; ebenso kann sie in einem Muster oder Design auf die äußere Gewebeschicht aufgebracht werden, das unbeschichtete Bereiche aufweist.

Im Allgemeinen wird das Aufbringen der Zusammensetzung auf die Außenschicht des Gewebes mit einer Walze, Glatt- oder Tiefdruckwalze, einem Messer, oder mittels einer beliebigen anderen herkömmlichen Beschichtungstechnik vorgenommen. Das Aufbringen kann auch mittels Druckschablone erfolgen.

Gemäß dem erfindungsgemäßen zusammengesetzten textilen Gewebe können Fasern, die so behandelt sind, dass sie antimikrobielle Eigenschaften aufweisen, ausschließlich in das Garn der äußeren Gewebeschicht gemischt werden. Diese Fasern können aus Nylon oder anderen Kunstfasern, die mit wenigstens einem von Silber-, Kupfer- oder Zinkmetall (oder Ionen eines hiervon) behandelt sind, die vorzugsweise physikalisch oder chemisch daran oder darin verbunden sind, ausgewählt werden. Nylon, das physikalisch oder chemisch mit ionischem Silber oder Kupfer verbunden ist, wird bevorzugt und ist im Handel erhältlich. Nylon, bei dem ionisches Silber oder Kupfer in der Faser eingebettet ist, ist ebenfalls im Handel erhältlich. Silber, Kupfer, Zink oder Ionen von einem hiervon können alternativ in die Fasern eingebettet sein. Egal ob das Nylongarn oder ein anderes synthetisches Garn entweder mit ionischem Silber oder Kupfer beschichtet ist oder eine dieser Substanzen darin eingebettet hat, liegt die Menge dieser speziellen Faser, die in das Garn der zweiten Schicht gemischt wird, vorzugsweise zwischen ca. 0,5 und 50 Gewichtsprozent.

Ein Test von zusammengesetzten textilen Geweben, bei denen die zweite bzw. äußere Gewebeschicht Nylon oder ein anderes synthetisches Garn, das mit ionischem Silber oder Kupfer beschichtet ist oder es darin eingebettet hat, enthält, zeigt, dass Bakterienvermehrung in der zweiten Schicht im Wesentlichen verhindert wird. Folglich sammelt sich jede ölige Mischung aus Lipiden und Proteinen, die von dem Träger ausgeschieden wird und mit dem flüssigen Schweiß von der Haut des Trägers durch die Innenschicht wandert, letztendlich in der Außenschicht des Gewebes an, zersetzt sich nicht, und die Erzeugung von Körpergeruch wird daher im Wesentlichen verhindert.

Somit bewegt das erfindungsgemäße Gewebe, weil sich zwischen der ersten und der zweiten Gewebeschicht nichts befindet, Feuchtigkeit rasch von der Haut weg und durch ein Kleidungsstück, das mit dem zusammengesetzten Gewebe hergestellt ist, hindurch, verbessert durch die Schaffung eines Feuchtigkeitskonzentrations-Gradienten. Außerdem wird, weil die zweite Gewebeschicht Fasern mit antimikrobiellen Eigenschaften enthält, Bakterienwachstum in dieser Schicht im Wesentlichen gehemmt und daher Körpergeruch grundlegend verhindert.

Es ist somit ersichtlich, dass die oben dargelegten Aufgaben und diejenigen, die aus der vorstehenden Beschreibung offensichtlich werden, effizient gelöst werden. Da bei dem hier beschriebenen textilen Gewebe gewisse Veränderungen vorgenommen werden können, ohne vom Geist und Umfang der Erfindung abzuweichen, ist beabsichtigt, dass alles, was in der vorstehenden Beschreibung enthalten ist, als illustrativ und nicht im einschränkenden Sinn auszulegen.

Es ist ebenfalls selbstverständlich, dass die nachfolgenden Ansprüche sämtliche generischen und spezifischen Merkmale der hier beschriebenen Erfindung abdecken sollen, sowie alle Äußerungen über den Umfang der Erfindung, die aufgrund der Sprache dazwischen fallen könnten.


Anspruch[de]
  1. Zusammengesetztes textiles Gewebe mit einer ersten Gewebeschicht aus einem synthetischen Garn, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Polyester, Acryl und Nylon, wobei das synthetische Garn der ersten Gewebeschicht von Natur aus hydrophil ist oder hydrophil gemacht worden ist, und einer zweiten Gewebeschicht,

    wobei nur das zweite Gewebe mit Fasern gemischt ist, die antimikrobielle Eigenschaften aufweisen,

    wobei die erste Schicht und die zweite Schicht gleichzeitig durch Stricken einer plattierten Konstruktion gebildet sind,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    die zweite Gewebeschicht eines der folgenden Materialien aufweist:

    a. ein feuchtigkeitsabsorbierendes Garnmaterial, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Baumwolle, Rayon und Wolle; oder

    b. ein synthetisches Garn, das hydrophil gemacht worden ist und aus der Gruppe bestehend aus Polyester, Polypropylen, Acryl und Nylon ausgewählt ist; oder

    c. eine Kombination aus einem feuchtigkeitsabsorbierenden Garnmaterial, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Baumwolle, Rayon und Wolle, und einem synthetischen Garnmaterial, das hydrophil gemacht worden ist und aus der Gruppe bestehend aus Polyester, Polypropylen, Acryl und Nylon ausgewählt ist;

    wobei nur die zweite Gewebeschicht durch Aufbringen einer Zusammensetzung behandelt wird, die Schwebstoffe, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Silber, Kupfer oder Zinkmetall, oder Ionen hiervon, in einer Menge zwischen ca. 0,01 und 75%, bezogen auf das Fasergewicht (o. w. f.), enthält.
  2. Gewebe nach Anspruch 1, wobei nur die zweite Gewebeschicht ausschließlich mit synthetischen Garnfasern gemischt wird, die mit wenigstens einem von Silber, Kupfer, Zink oder Ionen hiervon behandelt sind.
  3. Zusammengesetztes textiles Gewebe nach Anspruch 1 oder 2, wobei die zweite Gewebeschicht zusätzlich durch Mischen des Garns der zweiten Gewebeschicht mit wenigstens einem von Silber, Kupfer oder Zinkmetall oder Ionen hiervon in einer Menge zwischen ca. 0,5 und 50 Gewichtsprozent behandelt wird.
  4. Gewebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zusammensetzung diskontinuierlich auf die zweite Schicht aufgebracht wird.
  5. Gewebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein erstes Denier des Garns der ersten Gewebeschicht nicht größer ist als ein zweites Denier des Garns der zweiten Gewebeschicht.
  6. Gewebe nach Anspruch 5, wobei das Garn der zweiten Gewebeschicht das zweite Denier von zwischen ca. 70 und 600 aufweist, und das Garn der ersten Gewebeschicht das erste Denier von zwischen ca. 30 und 300 aufweist.
  7. Gewebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die erste Gewebeschicht Garnfasern aufweist, die ein erstes Denier haben, dessen Stärke wenigstens der des zweiten Deniers der Garnfasern der zweiten Gewebeschicht entspricht.
  8. Gewebe nach Anspruch 7, wobei die Garnfasern der ersten Gewebeschicht das erste Denier zwischen 0,3 und 5,0 und die Garnfasern der zweiten Gewebeschicht das zweite Denier zwischen 0,03 und 2,5 aufweisen.
  9. Gewebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schichten ein darin plattiertes elastomeres Garn aufweisen.
  10. Gewebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zusammensetzung ein mit Luft durchsetztes Material ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einem Schaumstoff und einem Schaum ist.
  11. Gewebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Partikel in der Zusammensetzung in einer Menge zwischen ca. 0,01 und 50,0 Volumenprozent vorhanden sind.
  12. Gewebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zweite Gewebeschicht so ausgelegt ist, dass sie von der Hautoberfläche des Trägers des Gewebes entfernt ist.
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