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Dokumentenidentifikation DE60207945T2 24.08.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001287756
Titel Eiskrampen zum Bergsteigen mit Befestigungsvorrichtung mit seitlichem Hebel
Anmelder Zedel, Crolles, FR
Erfinder Petzl, Paul, 38530 Barraux, FR;
Maurice, Alain, 38240 Meylan, FR
Vertreter Mitscherlich & Partner, Patent- und Rechtsanwälte, 80331 München
DE-Aktenzeichen 60207945
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, SK, TR
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 01.08.2002
EP-Aktenzeichen 023541188
EP-Offenlegungsdatum 05.03.2003
EP date of grant 14.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.08.2006
IPC-Hauptklasse A43C 15/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]
Technischer Bereich der Erfindung

Die Erfindung betrifft ein Steigeisen zum Bergsteigen, das umfasst:

  • – ein Metallgestell mit Greifzacken, das aus einem vorderen Rahmen besteht, der mit einem hinteren Rahmen über eine entsprechend der Schuhgröße längenverstellbare Verbindungsleiste verbunden ist,
  • – und eine Befestigungsvorrichtung zur festen Verbindung des Gestells mit der Sohle eines Schuhs mittels eines ersten Befestigungselements und eines zweiten Befestigungselements, die als Bügel ausgebildet sind und jeweils am vorderen bzw. hinteren Rahmen angeordnet sind.

Stand der Technik

Die bekannten Befestigungsvorrichtungen für Eis-Steigeisen verwenden in der Regel vorne einen ersten Bügel und ein System mit einem Arretierungsnocken, der als drehbarer Ansatz hinten am Schuh herausstehend angeordnet ist. Der Ansatz wird von einem zweiten Bügel getragen, der längenverstellbare Seitenarme hat. Nach dem Dokument FR 2106932 wird der Ansatz durch ein Hebel- und Stangensystem ersetzt. Solche Vorrichtungen sind relativ schwer und sperrig.

Das Dokument FR 914269 beschreibt eine Befestigungsvorrichtung für ein Steigeisen, das mit einem hebelbetätigten Exzenterspanner arbeitet, der in festgestellter Position mit dem Absatz des Schuhs im Eingriff steht.

Gegenstand der Erfindung

Der Gegenstand der Erfindung besteht in der Herstellung eines Eis-Steigeisens, das mit einer Befestigungsvorrichtung versehen ist, die leicht und ohne Abnahme einstellbar und mühelos festzustellen und zu lösen ist.

Das Steigeisen der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung einen Betätigungshebel umfasst, der auf einer Seite des Gestells seitlich angeordnet und mit einer Vorrichtung zur Aufnahme eines Endes des Bügels des ersten oder zweiten Befestigungselements versehen ist, um so ein bewegliches Gelenk zu bilden, das je nach Drehrichtung dieses Hebels das Steigeisen an der Sohle ver- oder entriegelt.

Die Aufnahmevorrichtung für das erste oder zweite Befestigungselement kann von einer drehbaren Hülse gebildet werden, die von einer Verlängerung des Betätigungshebels getragen wird. Dieser ist abgewinkelt und besteht aus einem Greifarm, der bezüglich der Verlängerung winklig versetzt ist.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform wird die Aufnahmevorrichtung von einem Zwischen-Schwingarm gebildet, der um eine Achse drehbar montiert ist und als Gelenkelement für den Betätigungshebel dient.

Die Drehachse des Betätigungshebels kann in einer ersten Zahnstange angeordnet sein, die eine Längseinstellung des ersten oder zweiten Befestigungselements erlaubt. Das andere Ende des Befestigungselements ist direkt in einer zweiten Zahnstange montiert, die sich auf der entgegengesetzten Seite zum Betätigungshebel befindet. Die beiden Zahnstangen sind symmetrisch bezüglich der Mittellängsebene des Gestells angeordnet.

Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung wird das zweite Befestigungselement von einem Bügel gebildet, der zwei schlaufenförmige Befestigungsbügel für eine Sicherheitsleine umfasst. Das Greifende des Betätigungshebels ist so angeordnet, dass es sich in Verriegelungsstellung in einen der beiden schlaufenartigen Bügel einfügt. Zum Überschreiten des toten Punktes des beweglichen Gelenks in Freigaberichtung wird ein Entriegelungsring des Hebels eingesetzt.

Kurzbeschreibung der Zeichnungen

Weitere Vorteile und Merkmale gehen klarer aus der nachfolgenden Beschreibung einer Ausführungsform der Erfindung hervor, die beispielhaft und nicht erschöpfend gegeben und in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt ist, in denen:

1 ein Aufriss des unter der Sohle eines Schuhs montierten Eis-Steigeisens ist;

die 2 und 3 Perspektivansichten des hinteren Rahmens des Steigeisens sind, wobei der Betätigungshebel der Befestigungsvorrichtung jeweils in Feststell- bzw. Freigabeposition ist;

4 einen Aufriss der 3 darstellt;

5 eine explodierte Perspektivdarstellung des hinteren Rahmens und der Befestigungsvorrichtung ist;

die 6 und 7 mit den 3 und 4 identische Ansichten während der Längeneinstellungsphase in den Zahnstangen sind;

die 8 und 9 eine Ausführungsvariante des hinteren Rahmens sind, und zwar jeweils in Feststell- bzw. Freigabeposition des Betätigungshebels.

Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform

Mit Bezug zu 1 umfasst ein Steigeisen 10 zum Bergsteigen ein Metallgestell 12, das mit mehreren vertikalen Greifzacken 14 versehen ist, die dazu bestimmt sind, in Eis oder harten Schnee zu greifen, um das sichere Gehen in Gletschergebieten zu gewährleisten. Das Gestell 12 ist unter der Sohle 16 eines Bergschuhs 17 montiert und umfasst einen vorderen Rahmen 12A, der mit einem hinteren Rahmen 12B über eine abhängig von der Schuhgröße längenverstellbare Verbindungsleiste 18 verbunden ist.

Der vordere Rahmen 12A des Gestells 12 ist mit einem ersten Befestigungselement 20 in Form eines Bügels versehen, das auf der Vorderkante 22 der Sohle 16 aufliegt. Der Bügel 20 ist mittels eines Stahldrahts in Form eines U gebogen, dessen entgegengesetzte Enden schwenkbar um eine Querachse 24 montiert sind. Der Bügel 20 kann auch durch einen Anschlag ersetzt werden, der mit Spannseilen versehen ist, die den vorderen Bereich des Schuhs bedecken.

Der hintere Rahmen 12B des Gestells 12 ist mit einem zweiten Befestigungselement 26 versehen, das mit der hinteren Leiste 28 des Absatzes der Sohle 16 in Eingriff kommt. Das zweite Befestigungselement 26 umfasst beispielsweise einen Metallbügel.

Eine Befestigungsvorrichtung 30 mit seitlichem Betätigungshebel 32 ist mit dem zweiten Befestigungsbügel 26 verbunden, um die Ver- und Entriegelung des Absatzes des Schuhs 17 am Steigeisen 10 nach einer Längsbewegung des zweiten Befestigungsbügels 26 bezüglich dem ersten Bügel 20 des vorderen Rahmens 12A zu gewährleisten. Fest verbunden mit dem zweiten Befestigungsbügel 26 ist eine Sicherheitsleine 34, in der Weise, dass der Schaft des Schuhs 17 mit Hilfe eines Rückhaltesystems 36 umschlossen ist.

Mit Bezug zu den 2 bis 5 umfasst der hintere Rahmen 12B des Gestells 12 eine Auflagefläche 38 der Sohle 16, wobei diese Fläche im mittleren Bereich von einer Öffnung 40 durchbrochen ist. Eine umgebogene Verlängerung 42 des Querarms 43 des hinteren Rahmens 12B ist mit einer rechteckigen Öffnung 44 zur Durchführung der Verbindungsleiste 18 versehen.

Beidseits des hinteren Rahmens 12B ist eine Zahnstange 46 angeordnet, die mehrere, in Längsrichtung in regelmäßigem Abstand angeordnete Zähne zur Einstellung der Befestigungsvorrichtung 30 umfasst.

Eines der Enden 48 des zweiten Befestigungsbügels 26 ist direkt in die Zahnstange 46 montiert, auf der zum Betätigungshebel entgegengesetzten Seite. Das andere Ende 50 des Befestigungsbügels 26 ist durch eine Hülse 52 geführt, die drehbar an eine abgewinkelte Verlängerung 54 des Betätigungshebels 32 montiert ist. Die Drehachse 56 des Betätigungshebels 32 ist in die entsprechende Zahnstange 46 geführt und bezüglich der von der Verlängerung 54 getragenen, drehbaren Hülse 52 versetzt angeordnet. Jedes Ende 48, 50 des Befestigungsbügels 26 umfasst eine Abflachung 58 (in 5 am Ende 48 zu sehen), deren Breite den Durchmesser der in den Zahnstangen 46 vorgesehenen Einstellungsöffnungen überschreitet.

Der Befestigungsbügel 26 umfasst ferner zwei Schlaufen 60, die der Befestigung der Sicherheitsleine 34 dienen.

Der Betätigungshebel 32 mit abgewinkelter Form bildet ein Gelenk mit dem Seitenarm des zweiten Befestigungsbügels 26.

Im entriegelten Zustand der Befestigungsvorrichtung 30 (3 und 4) befindet sich das Gelenk in offener Position, wobei der Betätigungshebel 32 nach vorne gekippt ist, dabei aber durch die Achse 56 in Höhe der Zahnstange 46 angelenkt bleibt, welche sich über dem Seitenarm des Befestigungsbügels 26 befindet.

Die Steuerung der Befestigungsvorrichtung 30 in Richtung auf den festgestellten Zustand (1 und 2) erfolgt durch Drehung des seitlichen Betätigungshebels 32 im Uhrzeigersinn, wie in 4 durch den Pfeil F1 angegeben. Die Hülse 52 wird in gleicher Richtung mitgenommen und beschreibt dabei einen zentrierten Kreisbogen um die Achse 56. Der zweite Befestigungsbügel 26 wird in einer Parallelbewegung nach vorne gezogen (Pfeil F2), sodass er auf den hinteren Rand 28 des Absatzes der Sohle 16 einen maximalen Zug ausübt. Während dieser Bewegung erfolgt das Überschreiten des toten Punkts des Gelenks, wenn die Achse 56 unter den Seitenarm des Befestigungsbügels 26 gelangt.

Durch das Vorhandensein des Gelenks wird diese Feststellposition des Betätigungshebels 32 völlig stabil. Das Greifende des Betätigungshebels 32 fügt sich darüber hinaus in eine der beiden Schlaufen 60 des Bügels 26 ein und verhindert so jegliches unwillkürliche Entriegeln.

Die Steuerung der Befestigungsvorrichtung 30 in Richtung auf den Freigabezustand erfolgt durch Ziehen an dem. Ring 62 des Betätigungshebels 32 in Richtung des Pfeils F3 (2). Der Vorgang wird bezogen auf den des Feststellens umgekehrt, und der Betätigungshebel 32 gelangt wieder in die Position der 3 zurück und bewirkt die Translation des zweiten Befestigungsbügels 26 nach hinten (Pfeil F4). Dadurch erfolgt eine ausreichende Lösung zur Freigabe des Absatzes 28 des Schuhs.

Mit Bezug zu den 6 und 7 ermöglicht die symmetrische Anordnung der beiden Zahnstangen 46 im Körper des hinteren Rahmens 12B die Parallelverschiebung des ganzen Befestigungsbügels 26 und der Befestigungsvorrichtung 30 zwischen mehreren Positionen. Diese Einstellung erfolgt ohne ein Abnehmen, indem der Hebel 32 und der Bügel 26 vollständig nach vorne gekippt werden. Dadurch, dass die Abflachung 58 mit dem Längsspalt der Zahnstangen 46 in Übereinstimmung gebracht wird, kann die Translation bis in eine vorbestimmte Einstellungsposition erfolgen. Diese Längsposition bleibt nach dem Zurückholen des Bügels 26 nach hinten stabil.

Die beiden symmetrischen Zahnstangen 46 können durch eine beliebige andere Vorrichtung zur Längspositionierungsregelung des zweiten Befestigungsbügels 26 bezüglich dem hinteren Rahmen 12B ersetzt werden.

Natürlich kann die vorstehend beschriebene Befestigungsvorrichtung 30 mit Gelenk auch ohne ein Zahnstangen-Regelsystem der Befestigungsvorrichtung 30 verwendet werden. Es bleibt nun die Längseinstellung der Verbindungsleiste 18 abhängig von der Schuhlänge.

Bei der Variante der 8 und 9 wird der Befestigungsmechanismus 30 mit Gelenk von einer Zwischen-Anlenkstange 70 gebildet, an die der Befestigungsbügel 26 und der Betätigungshebel 32 angelenkt sind. Die Anlenkstange 70 ist schwenkbar an eine Achse 72 einer fest mit dem Rahmen 12B verbundenen Klaue montiert.

Statt die Befestigungsvorrichtung 30 mit Gelenk am hinteren Rahmen 12B zu montieren, kann diese auch umgekehrt und und am vorderen Rahmen 12A montiert werden.

Nach einer weiteren Variante kann ein zweiter (nicht dargestellter) Betätigungshebel symmetrisch an das Gestell montiert werden, um einen Mechanismus mit doppelten Seitenhebeln zu bilden.


Anspruch[de]
  1. Steigeisen zum Bergsteigen, das umfasst

    – ein Metallgestell (12) mit Greifzacken (14), das aus einem vorderen Rahmen (12A) besteht, der mit einem hinteren Rahmen (12B) über eine entsprechend der Schuhgröße (17) längenverstellbare Verbindungsleiste (18) verbunden ist,

    – und eine Befestigungsvorrichtung (30) zur festen Verbindung des Gestells (12) mit der Sohle (16) eines Schuhs mittels eines ersten Befestigungselements (20) und eines zweiten Befestigungselements (26), die bügelförmig vorgesehen und jeweils am vorderen Rahmen (12A) und am hinteren Rahmen (12B) angeordnet sind,

    dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung (30) einen Betätigungshebel (32) umfasst, der an einer Seite des Gestells (12) seitlich angeordnet und mit einem Element zur Aufnahme eines Endes (50) des Bügels des ersten oder zweiten Befestigungselements (20, 26) versehen ist, um ein bewegliches Gelenk zu bilden, das je nach Drehrichtung dieses Hebels eine Verriegelung oder Entriegelung des Steigeisens an der Sohle (16) bewirkt.
  2. Steigeisen zum Bergsteigen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmevorrichtung von einem Zwischen-Schwingarm (70) gebildet wird, der um eine Achse (70) drehbar montiert ist und als Gelenkelement für den Betätigungshebel (32) dient.
  3. Steigeisen zum Bergsteigen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmevorrichtung für das erste oder zweite Befestigungselement (20, 26) von einer drehbaren Hülse (52) gebildet wird, die von einer Verlängerung (54) des abgewinkelten Betätigungshebels (32) getragen wird, wobei das Überschreiten des toten Punktes des beweglichen Gelenks in Verriegelungsrichtung für eine stabile Position des Betätigungshebels (32) sorgt.
  4. Steigeisen zum Bergsteigen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (56) des Betätigungshebels (32) in einer ersten Zahnstange (46) angeordnet ist, die eine Längseinstellung des Befestigungselements (20, 26) erlaubt.
  5. Steigeisen zum Bergsteigen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das andere Ende (48) des Befestigungselements (20, 26) direkt in einer zweiten Zahnstange (46) montiert ist, die sich auf der zum Betätigungshebel (32) entgegengesetzten Seite befindet.
  6. Steigeisen zum Bergsteigen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Zahnstangen (46) symmetrisch bezüglich der Mittellängsebene des Gestells (12) angeordnet sind.
  7. Steigeisen zum Bergsteigen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungshebel (32) am hinteren Rahmen (12B) angeordnet ist.
  8. Steigeisen zum Bergsteigen nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Befestigungselement (20) von einem Metallbügel gebildet wird, der zwei schlaufenförmige Befestigungsbügel (60) für eine Sicherheitsleine (34) umfasst.
  9. Steigeisen zum Bergsteigen nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Greifende des Betätigungshebels (32) so angeordnet ist, dass es sich in Feststellposition in einen der beiden schlaufenförmigen Bügel (60) einfügt.
  10. Steigeisen zum Bergsteigen nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungshebel (32) einen Entriegelungsring (62) umfasst, der zum Überschreiten des toten Punktes des beweglichen Gelenks in Entriegelungsrichtung benutzt wird.
Es folgen 8 Blatt Zeichnungen






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