PatentDe  


Dokumentenidentifikation EP1258620 24.08.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001258620
Titel Verfahren zur Desulfatisierung eines NOx-Speichers bei einem Verbrennungsmotor
Anmelder Bayerische Motoren Werke AG, 80809 München, DE
Erfinder Preuss, Florian, 80809 München, DE;
Detterbeck, Stefan, 80804 München, DE;
Hasenclever, Hanns-Christian, 80809 München, DE;
Keenan, Dr., Matthew, 81539 München, DE
DE-Aktenzeichen 50207467
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 06.04.2002
EP-Aktenzeichen 020078002
EP-Offenlegungsdatum 20.11.2002
EP date of grant 12.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.08.2006
IPC-Hauptklasse F02D 41/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse F01N 3/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Desulfatisierung eines NOx-Speichers bei einem Verbrennungsmotor gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Es ist bekannt, Motoren zumindest zum Teil in einem Magermodus zu betreiben, um den Kraftstoffverbrauch zu senken. Bei dieser Betriebsweise werden jedoch Stickstoffoxide frei, die zur Verminderung der Umweltbelastung zunächst in einem sog. NOx-Speicher zwischengespeichert und dann regelmäßig in einem Regenerationsprozeß bei einer fetten Betriebsweise des Verbrennungsmotors beseitigt werden. Üblicherweise kann mit einem sog. NOx-Sensor die Stickoxidbelastung des Speichers erkannt und damit der Regenerationsablauf gesteuert werden.

Durch Detektion der Stickoxidbelastung der Abgase nach dem NOx-Speicher kann mittels geeigneter Modelle überdies auf die Schwefelbelastung des NOx-Speichers geschlossen werden.

Bei Motorsteuersystemen ohne einen NOx-Sensor wird herkömmlicherweise ein Schwefelbeladungsmodell zur Beurteilung des Ausmaßes der Schwefeleinlagerung im NOx-Speicher verwendet, wobei das Schwefelbeladungsmodell üblicherweise so ausgelegt ist, dass auch bei überwiegenden Kurzstrecken und im Stadtbetrieb eine künstliche, ausreichend frühe Desulfatisierung angefordert und durchgeführt wird.

Diese "künstlich eingeleitete" Desulfatisierung wird also auch dann durchgeführt, wenn der Speicher noch nicht entsprechend stark mit Schwefel beladen ist. Dies führt herkömmlicherweise zu einem höheren Kraftstoffaufwand, da bei den heute üblichen, hochwertigen, schwefelarmen Kraftstoffen zu häufig desulfatisiert wird.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs genannten Art mit einer bedarfsgerechten Desulfatisierung zur Verfügung zu stellen.

Ansatz bei der vorliegenden Erfindung ist der Gedanke, dass ein Zusammenhang zwischen der Klopfempfindlichkeit und dem Schwefelgehalt eines Kraftstoffs besteht. Zumeist sind nämlich hochschwefelhaltige Kraftstoffe auch wenig klopffest. Die Auswertung der Klopfregelung in Verbindung mit einer Verbrauchsermittelung (z.B. über Einspritzvorgänge oder eine Tankfüllstandsauswertung), findet erfindungsgemäß in die Modellrechnung Eingang, so dass bei einem qualitativ hochwertigen, schwefelarmen Kraftstoff, nicht mit der Häufigkeit, wie bei einem herkömmlichen System, desulfatisiert werden muss. Durch das Erkennen der klopfempfindlichen Kraftstoffe kann somit eine Verbesserung des Modells hinsichtlich des aktuellen Schwefelgehaltes im Tank erreicht werden, was wiederum zu einer exakteren Abschätzung des Verschwefelungsgrades und so zu einer Verringerung des Kraftstoffaufwandes führt. Überdies ist es möglich, einen teueren zusätzlichen NOx-Sensor zu vermeiden. Allgemein ist es also mit der vorliegenden Erfindung ohne weiteres möglich, häufige Desulfatisierungsvorgänge zu vermeiden und trotzdem eine Überladung des NOx-Speichers mit Schwefeloxiden zu verhindern.

Bei einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird eine normale Modellberechnung, wie sie aus dem Stand der Technik bereits bekannt ist, verwendet. Zudem wird das Klopfsignal oder die Klopfregelung, welche in der Motorsteuerung in den meisten Fällen vorhanden ist, ausgewertet und eine Klopfempfindlichkeit des Kraftstoffes bestimmt. Zudem wird der die Menge des verbrauchten Kraftstoffes, insbesondere während des Magerbetriebs, ermittelt und ausgewertet. Auf den Kraftstoffverbrauch kann man beispielsweise über die Auswertung der Einspritzvorgänge oder die Tankfüllstandsauswertung schließen. Natürlich sind auch andere Möglichkeiten denkbar, wir man auf den Kraftstoffverbrauch allgemein schließen kann. Aus den beiden Größen Klopfempfindlichkeit und Kraftstoffverbrauch kann sodann eine Größe bestimmt werden, die in die Modellrechnung einbezogen wird und sich so auswirkt, dass bei einem Kraftstoff mit hoher Klopfneigung in kürzeren Intervallen eine Desulfatisierung vorgenommen wird. Bei einem Kraftstoff mit einer weniger großen Klopfneigung werden die Desulfatisierungsintervalle weiter auseinander gewählt. In einem Kennfeld ist dabei eine Relation zwischen der Klopfempfindlichkeit und der Schwefelkonzentration im Kraftstoff abgelegt, wobei man je nach Klopfneigung auf die Schwefelkonzentration schließt.

Die vorliegende Erfindung erlaubt somit auf einfache und sehr kostengünstige Weise eine bedarfsgerechte Adaption der Desulfatisierungsschritte durchzuführen.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Desulfatisierung eines NOx-Speichers bei einem Verbrennungsmotor, der zumindest zum Teil in einem Magermodus betrieben wird, wobei eine Modellrechnung zur Bestimmung eines Desulfatisierungsschrittes durchgeführt wird,

    dadurch gekennzeichnet,
    • dass ein Klopfsignal oder eine Klopfregelung ausgewertet und eine Klopfempfindlichkeit des Kraftstoffes bestimmt wird,
    • dass ein Kraftstoffverbrauch bestimmt wird, und
    • dass die Modellberechung in Abhängigkeit von der Klopfempfindlichkeit des Kraftstoffes und der Tankfüllstandsauswertung durchgeführt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der Kraftstoffverbrauch während des Betriebs im Magermodus bestimmt wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der Kraftstoffverbrauch seit der letzten Desulfatisierung bestimmt wird.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass eine Relation zwischen der Klopfempfindlichkeit und der Schwefelkonzentration im Kraftstoff bestimmt wird.
  5. Verfahren nach Anspruch 4,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Relation zwischen Klopfempfindlichkeit und Schwefelkonzentration in einem Kennfeld oder einer Kennlinien abgelegt ist.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass aus der Klopfempfindlichkeit und dem Kraftstoffverbrauch ein Korrekturparameter bestimmt wird, der in die Modellrechnung eingeht und die Zeiträume zur und/oder der Desulfatisierung ändert.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com