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Dokumentenidentifikation EP1421975 24.08.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001421975
Titel Fertigteil mit Befestigungselement
Anmelder Canins, Karl-Heinz, Spittal, AT
Erfinder Herrn Dipl.-Ing. Aichholzer, Josef, A-9800 Spittal/Drau, DE;
Herrn Holzfeind Hannes, A-9800 Spittal/Drau, DE;
Canins, Karl-Heinz, 9800 Spittal/Drau, AT
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 50304200
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 25.11.2003
EP-Aktenzeichen 034502591
EP-Offenlegungsdatum 26.05.2004
EP date of grant 12.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.08.2006
IPC-Hauptklasse A62B 1/04(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse E06C 9/14(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   E04G 21/32(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   E04B 1/41(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Fertigteil für den Haus- oder Fahrzeugbau, insbesondere zur Verwendung als Teil einer Außenmauer bzw. Außenwand oder eines Fenstersturzes gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

In Gebäuden oder Fahrzeugen, die von einer großen Anzahl von Menschen bewohnt bzw. benützt werden, ergibt sich speziell dann, wenn diese Gebäude oder Fahrzeuge mehrere Stockwerke aufweisen im Brandfall die Notwendigkeit, Personen rasch zu evakuieren. Dies gilt für Wohnhäuser gleichermaßen wie für Bürohäuser, Schulen, Heime oder Fahrzeuge mit großer Höhe wie beispielsweise Schiffe oder mehrstöckige Schienenfahrzeuge.

Um dies zu ermöglichen werden in der Praxis unterschiedliche Wege bestritten, beispielweise werden Gebäude mit Fluchtstiegenhäuser versehen, oder Feuerleitern oder Fluchttreppen werden an Gebäude angebaut. Diese Konstruktionen erfüllen zwar weitestgehend die gestellten Anforderungen, sind jedoch in Errichtung und Wartung aufwändig, benötigen zusätzlichen Bauplatz und sind nicht in allen Fällen architektonisch ansprechend zu gestalten. Weiters bieten Feuerleitern und Fluchtstiegenhäuser Einbrechern die Möglichkeit nahezu ungehindert und meist unbeobachtet in die Häuser einzudringen. Es besteht daher immer mehr der Bedarf an Einrichtungen, welche das Abseilen von Personen aus höher gelegenen Stockwerken auf das Erdniveau ermöglichen. Solche Abseilvorrichtungen bestehen im wesentlichen aus geeigneten Sitzgurten, einem Seil und einer Bremsvorrichtung, welche ein gefahrloses Abseilen auf das Erdniveau ermöglichen. Auch Strickleitern, Notrutschen wie sie in Flugzeugen Verwendung finden oder Textilschläuche sind geeignete und bewährte Konstruktionen. Diese Ausrüstungen sind handelsüblich und erprobt und bieten, wenn sie in ausreichender Menge vorhanden sind, neben der objektive Schutzwirkung auch eine subjektive Schutzwirkung vergleichbar mit an Bord eines jeden Schiffes oder Flugzeugs verfügbaren Schwimmwesten.

Die gemeinsame wesentliche Vorrausetzung für den Einsatz all dieser Vorrichtungen ist ein ausreichend dimensionierter Anlenkpunkt samt entsprechend dimensioniertem Befestigungsmittel im Bereich eines Fenstersturzes oder der an den Fenstersturz anschließenden Geschossdecke des Gebäudes bzw. an den seitlich oder unterhalb des Fensters anschließenden Außenwandteilen des Gebäudes oder Fahrzeuges.

Bekannt ist es, solche Anlenkpunkte und Befestigungsmittel in Form von Haken oder Ankern nachträglich an massiven Bauteilen durch Andübeln oder Anschweißen an Stahlkonstruktionen zu befestigen, um dort im Notfall das Einhängen der Abseilvorrichtungen oder ähnlicher Einrichtungen zu ermöglichen. Diese bekannten Befestigungsmittel ragen dadurch jedoch über die Außenflächen der Fensterstürze und Fassaden vor und sind daher optisch störend und müssen, um das Öffnen der Fenster zu ermöglichen, umklappbar ausgeführt werden. Das nachträgliche anbringen der Befestigungsmittel erfordert zudem spezielle Kenntnisse und kann dadurch nur durch Spezialisten erfolgen und ist dadurch aufwändig. Eine definierte, den Normen entsprechende Tragsicherheit lässt sich bei Unkenntnis der vorhandenen Bausubstanz nur sehr schwer sicherstellen.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, diese Nachteile zu vermeiden und eine Befestigungsmöglichkeit für Rettungsvorrichtungen wie beispielsweise Abseilvorrichtungen, Strickleitern oder Notrutschen zu schaffen, die ohne viel Aufwand beim Neubau in jedes Haus oder Fahrzeug integriert werden kann.

Erfindungsgemäß wird dies durch ein Fertigteil gemäß kennzeichnendem Teil des Anspruchs 1 erreicht.

Durch die Verwendung eines Fertigteils wird einerseits die herrschende Praxis berücksichtigt, Baustellen bereits mit vorgefertigten Produkten zu beliefern, so dass Vorort diese nur mehr zusammengesetzt werden müssen. Andererseits können die so vorgefertigten definierten Anlenkpunkte und Befestigungsmittel mit definierter Qualität und entsprechend korrekt dimensioniert, wie es den Erfordernissen eines Sicherheitsbauteils entspricht, verbaut und abgenommen werden. Die Befestigungsmittel können selbstverständlich auch zur Befestigung anderer Vorrichtungen wie beispielsweise Flaggen, Gerüsten, Hängematten, Kinderschaukeln, Transparenten, Beleuchtungen oder Weihnachtsdekorationen verwendet werden. In diesem Fall ist die Anbringung in der Nähe eines Fensters nicht zwingend erforderlich.

Durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 2 kann entweder lediglich ein definierter Anlenkpunkt vorgesehen werden, wobei ein entsprechendes Befestigungsmittel erst nachträglich eingeschraubt wird oder aber der erfindungsgemäße Fertigteil wird bereits fertig mit einem Befestigungsmittel geliefert. Hiezu eignet sich insbesondere ein Befestigungsmittel wie bereits aus der WO 01/28632 A1 bekannt.

Das kennzeichnende Merkmal des Anspruchs 3 beschreibt eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung. Durch Einsatz einer an sich bekannten Kunststoffdose kann auf handelsübliche Ware zurückgegriffen werden. Durch den Einsatz von Metall als Werkstoff des dosenförmigen Behälters ergeben sich verbesserte Verarbeitungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit dem aus der WO 01/28632 A1 bekannten Befestigungselement.

Durch das Ausrichten von Dose und Bauelement gemäß dem kennzeichnenden Merkmal des Anspruchs 4 steht der dosenförmige Behälter nicht aus dem Bauelement hervor, so dass eine einfache Stapelbarkeit, Transportfähigkeit und Produktion der Fertigteile erreicht wird.

Durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 5 kann das Eindringen von Schmutz in den Behälter verhindert werden. Weiters wird auch das Einnisten von Vögeln oder anderen Tieren verhindert. Die Verwendung von Abdeckdosen vermeidet weiters, dass die Fassade mit "Löchern" versehen ist und gleicht den durch den Verputz und Wärmedämmung oder vorgehängte Fassadenteile entstandenen Fluchtunterschied zwischen Bauelement und Außenfassade aus. Die Abdeckdose kann in derselben Farbe oder demselben Material gehalten werden, wie der Verputz oder die Verkleidung der Außenfassade, so dass sie praktisch nicht zu sehen ist. Alternativ dazu kann sie auch in Signalfarbe gestrichen sein, um ihr Auffinden bei Sichtbehinderung zu ermöglichen.

Durch das kennzeichnende Merkmal des Anspruch 6 kann im Notfall das Befestigungsmittel auch bei Sichtbehinderung wie beispielsweise starker Rauchentwicklung leichter erkannt werden.

Die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 7 bis 10 beschreiben weitere bevorzugte Ausführungsvarianten der Erfindung wobei diese jeweils auf die unterschiedlichen Einsatzzwecke abgestimmt sind.

Die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 12 bis 15 beschreiben eine spezielle, bevorzugte Ausführungsform eines Befestigungsmittels.

Im Anschluss erfolgt nun eine detaillierte Beschreibung der Erfindung. Dabei zeigt:

Fig.1
einen Schnitt durch einen Fenstersturz mit außenseitig angebrachtem Befestigungsmittel
Fig.2
einen Schnitt durch einen Fenstersturz mit innenseitig angebrachtem Befestigungsmittel
Fig.3
einen Schnitt durch eine Außenwand
Fig.4
einen Schnitt durch einen weiteren Fenstersturz mit alternativem Befestigungsmittel
Fig.5
eine axonometrische Ansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Fertigteils
Fig.6
eine axonometrische Ansicht einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Fertigteils
Fig.7
eine axonometrische Ansicht einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Fertigteils
Fig.8
eine Detailansicht einer Ausführungsform des Befestigungsmittels
Fig.9
einen Schnitt durch einen Fenstersturz mit außenseitig angebrachtem Befestigungsmittel in spezieller, bevorzugter Ausführungsform
Fig.10
einen Schnitt durch einen Fenstersturz mit innenseitig angebrachtem Befestigungsmittel in spezieller, bevorzugter Ausführungsform
Fig.11
einen Schnitt durch einen Fertigteil Außenwand (Hohlwandsystem) mit Befestigungsmittel in spezieller, bevorzugter Ausführungsform
Fig.12
einen Schnitt durch einen Mauerstein mit Befestigungsmittel in spezieller, bevorzugter Ausführungsform waagrecht eingebaut
Fig.13
einen Schnitt durch einen Mauerstein mit Befestigungsmittel in spezieller, bevorzugter Ausführungsform lotrecht eingebaut
Fig.14
einen Schnitt durch ein Fertigteil Deckenelement mit Befestigungsmittel in spezieller, bevorzugter Ausführungsform
Fig.15a-c
eine Detailansicht und zwei Hauptschnitte einer Ausführungsform des Befestigungsmittels unter Verwendung eines Befestigungsmittel in spezieller, bevorzugter Ausführungsform
Fig.16
ein spezielles bevorzugtes Befestigungsmittel

Fig.1 zeigt eine Schnittansicht durch einen Fenstersturz. Der erfindungsgemäße Fertigteil 1 ist dabei außerhalb des Innenraums 2 angeordnet. Im gezeigten Ausführungsbeispiel findet als Bauelement 3 eine für den Bau von Fensterstürzen übliche Kombination Verwendung, bestehend aus wannenförmig angeordneten Ziegelsturzsteinen 11 die mit Beton ausgegossen sind und mit Stahlbewehrungen 4 versehen sind. In das Bauelement 3 ist erfindungsgemäß eine dosenförmiger Behälter 9 entlang eines Abschnitts 5 der Behälteraußenfläche eingegossen. Der Behälter 9 dient auch als Abschalung gegen den Betonteil des Bauelements 3. Ein Befestigungsmittel 8 kann auf zwei Arten am Bauelement 3 befestigt sein. Entweder weisen sowohl der dosenförmige Behälter 9 als auch das Bauelement 3 Bohrungen 6,7 auf, die fluchtend miteinander ausgerichtet sind. In der Bohrung 6 des Bauelements 3 ist eine Gewindehülse 17 angeordnet, in welche das Befestigungsmittel 8 geschraubt oder in anderer Form befestigt werden kann. In diesem Fall erfolgt die Produktion des Fertigteils 1 ohne Befestigungsmittel 8. Dieses wird erst an der Baustelle Vorort angebracht. Alternativ dazu kann das Befestigungsmittel 8 samt dosenförmigem Behälter 9 auch gleich bei der Produktion des Fertigteils 1 in das Betonelement 3 eingegossen werden.

Das Befestigungsmittel 8 selbst ist im Falle des Ausführungsbeispiels wie in Fig.1 dargestellt ein Anker, der vorzugsweise aus nichtrostendem Stahl oder Stahlguss besteht und eine den örtlichen Vorschriften entsprechende Dimensionierung erfährt. Er ist als sogenannter Petzl Anker handelsüblich. Solche Anker werden auch von Bergsteigern als sogenannte Standhaken im Fels eingesetzt. Sie besitzen am Ende einen Ring, in welchen Lasten mittels Karabinerhaken befestigt werden können. Das andere Ende ist profiliert um eine ausreichende Zugfestigkeit im Falle des Vermörtelns oder Verklebens des Ankers mit dem Untergrund zu gewährleisten und das Verschrauben zu ermöglichen. Der Anker kann wahlweise mit Signalfarbe gestrichen sein oder fluoriszierend ausgeführt sein, um das Auffinden auch bei Sichtbehinderung wie beispielsweise starker Rauchentwicklung oder Dunkelheit zu erleichtern.

Fig.2 zeigt eine identische Anordnung eines erfindungsgemäßen Fertigteils 1 im Inneren des Raumes 2.

Fig.3 zeigt die Anordnung eines erfindungsgemäßen Fertigteils 1 an einer Hauswand. Das Bauelement 3 besteht in diesem Fall aus einem Betonstein. Der restliche Aufbau entspricht jenem wie in Fig.1 und Fig.2 beschrieben.

Fig.4 zeigt einen Fertigteil bei welchem als Befestigungsmittel 8 ein lastverteilendes Profil verwendet wird, welches in das Bauelement 3 eingegossen ist. Das lastverteilende Profil besteht aus einem U-förmig gebogenen Metallstab 4b der an seinen beiden Endbereichen mit im Betonteil eingegossenen Bewehrungsstäben 4a verschweißt ist. Der restliche Aufbau des Fertigteils 1 entspricht jenem aus Fig.1 und 2. Beim Einbau als Fenstersturz wurden in diesem Ausführungsbeispiel jedoch noch zusätzliche Dämmschichten 18 verbaut.

Fig.5 bis 7 zeigen jeweils axonometrische Ansichten der erfindungsgemäßen Fertigteile 1, unter Verwendung eines Petzl Ankers.

Fig.8 zeigt eine Detailansicht einer alternativen Ausführungsform des Befestigungsmittels 8 gemäß Fig.4.

Die Fig.9-15 zeigen Schnittansichten durch erfindungsgemäße Fertigteile 1 mit einem Befestigungselement 8 in einer speziellen, bevorzugten Ausführungsform. Der erfindungsgemäße Fertigteil 1 ist dabei in Fig.9 außerhalb des Innenraums 2 angeordnet. Im gezeigten Ausführungsbeispiel in Fig.9 findet als Bauelement 3 eine für den Bau von Fensterstürzen übliche Kombination Verwendung, bestehend aus wannenförmig angeordnetem Ziegelsplittvorsatzbeton 11 der mit Massivbeton ausgegossen ist und mit vorgespannter Stahlbewehrung 4 versehen ist. In das Bauelement 3 ist erfindungsgemäß ein dosenförmiger Behälter 9 entlang eines Abschnitts 5 der Behälteraußenfläche eingegossen. Der Behälter 9 dient auch als Abschalung gegen die Betonteile des Bauelements 3. Ein Befestigungsmittel 8 kann auf zwei Arten am Bauelement 3 befestigt sein. Entweder weisen sowohl der dosenförmige Behälter 9 als auch das Bauelement 3 Bohrungen 6,7 auf, die fluchtend miteinander ausgerichtet sind. In den Bohrungen 6 des Bauelementes 3 ist jeweils eine Gewindehülse oder Mutter angeordnet, in welche das bevorzugte Befestigungsmittel 8 geschraubt werden kann. Zusätzlich kann eine lastverteilende Gegenplatte 18 im Bauelement 3 mitangeordnet, insbesondere vergossen sein. Dies insbesondere dann, wenn im Falle der Verwendung des Bauelements 3 innerhalb von Fensterstürzen, Fertigteilwänden- oder -decken geringe Bauteilstärken vorliegen und die Verankerungslänge der Befestigungsschrauben 21 nicht ausreicht. Die lastverteilende Gegenplatte 18 ist dabei mit dem dosenförmigen Behälter 9 über einen Steg 19 fest verbunden. Der Steg weist Ausnehmungen 20 oder alternativ Bohrungen zur Aufnahme von Bewehrungsstäben 4 auf, um die Ausziehfestigkeit der Konstruktion zu erhöhen.

Auch in diesem Fall kann die Produktion des Fertigteils 1 ohne speziellem, bevorzugtem Befestigungsmittel 8 erfolgen und dieses erst im Werk oder erst an der Baustelle Vorort angebracht werden. Alternativ dazu kann jedoch das spezielle bevorzugte Befestigungsmittel 8 auch gleich bei der Produktion des Fertigteils 1 in das Betonelement 3 eingegossen werden oder in Schalungen jeder Art befestigt werden.

Im Falle des Ausführungsbeispiels wie in Fig.9-16 gezeigt, handelt es sich bei dem bevorzugten Befestigungsmittel 8 um einen Haken wie in der WO 01/28632 A1 offenbart, also um einen Personensicherungshaken S.A.L. FKS 1 TÜV /CE-0408 geprüft.

Dieser besteht aus einem Führungsteil 23, sowie einer beweglichen Schnalle 25, die im Ruhezustand in eine L-förmige Kerbe 26 des fixen Führungsteils 23 derart eingepasst ist, dass sie an einer Grundplatte, die im vorliegenden Fall beispielsweise der Boden des Behälters 9 sein kann, parallel anliegt.

Über Schrauben 24 wird der fixe Führungsteil 23 an der Grundplatte (Boden des Behälters 9) und in weiterer Folge am Bauelement 3 befestigt, wobei sich die bewegliche Schnalle 25 zwischen Grundplatte und Führungsteil 23 befindet. Durch die Grundplatte ist gewährleistet, dass die bewegliche Schnalle 25 in ihrem Ruhezustand ungehindert parallel zur Grundplatte hin und her gleiten kann. Die bewegliche Schnalle 25 ist dabei in einer L-förmig gefrästen Kerbe 26 des Führungsteils in der Ruhestellung derart eingepasst, dass sie an der Grundplatte parallel anliegt.

Im Bedarfsfall wird die Schnalle 25 durch leichten seitlichen Druck in die tiefere Ausfräsung der Kerbe 26 befördert, fällt nach unten, dreht sich um 90° und ist sofort zur Aufnahme eines Teiles, zB. Karabiners, bereit. Die Schnalle 25 kann nach Gebrauch durch einfaches Drehen um 90° und Verschieben wieder in Ruhestellung zurück gebracht werden. Selbstverständlich kann auch ein eigenes Bauteil als Grundplatte verwendet werden, das dann am Boden des dosenförmigen Behälters 9 befestigt wird.

Im Falle des Ausführungsbeispiels wie in Fig.9-16 gezeigt, ist der dosenförmige Behälter 9 vorzugsweise aus Metall gefertigt, ebenso wie die lastverteilende Gegenplatte 18 und der Steg 19. Der Behälter 9 kann auch, wie das Ausführungsbeispiel in Fig.15 zeigt, mehrteilig gefertigt sein. In diesem Fall sind Behälter 9, Steg 19 und Gegenplatte 18 aus zwei baugleichen, tiefgezogenen Metallbauteilen gefertigt, die durch das Einsetzen der Befestigungsschrauben 21 zu einem Bauteil verbunden sind und so den eigentlichen dosenförmigen Behälter 9 bilden. Die Ausnehmungen 20 des Steges 19 können auch als Bohrungen ausgeführt sein und erhöhen die Ausziehfestigkeit des Befestigungsmittels 8 aus dem Bauelement 3.

Der dosenförmige Behälter 9 kann bei Bedarf durch Nagellaschen 22 ergänzt werden, um die Befestigung des Schalungsbauteils in Holzschalungen zu erleichtern.

Beim Einsatz des erfindungsgemäßen Fertigteils 1 in fertigen Holzbauteilen kann die Gegenplatte 18 entfallen, da in der Regel ausreichend Material für die Befestigungsschrauben 21 vorhanden sind.

Das spezielle, bevorzugte Befestigungsmittel 8 kann wahlweise mit Signalfarbe gestrichen oder fluoriszierend ausgeführt sein, um das Auffinden auch bei Sichtbehinderung wie beispielsweise starker Rauchentwicklung oder Dunkelheit zu erleichtern.

Unabhängig vom eingesetzten Befestigungsmittel ist der dosenförmige Behälter 9 mit einer Abdeckdose 14 verschlossen, die mit einer Grifföffnung 15 versehen ist. Die Grifföffnung 15 dient dazu, die Abdeckdose 14 ohne Werkzeug vom dosenförmigen Behälter 9 zu trennen und das Befestigungsmittel 8 freizulegen. Auch die Abdeckdose 14 kann mit Signalfarbe gestrichen oder fluoriszierend ausgeführt sein, um das Auffinden und Entfernen bei Sichtbehinderungen zu erleichtern. Die Abdeckdose kann mehr oder weniger weit in den Behälter 9 eingeschoben, verlängert oder verkürzt werden. Die Einschiebtiefe richtet sich nach der Dicke des Verputzes bzw. eventuell vorhandener Wärmedämmungen oder vorgehängter Fassaden, wodurch die Abdeckung mit der Außenfassade bündig erfolgt.

Die Oberfläche der Abdeckung 14 kann in Farbe und Material dem umgebenden Bauteil angeglichen werden, so dass eine architektonisch ansprechende Gestaltung unter Wahrung der Sicherheitsaspekte möglich ist.

Bestimmungsgemäß ist der Fertigteil 1 bestehend aus Bauelement 3, Behälter 9 und Befestigungsmittel 8 bzw. Gewindehülse 17 bzw. Gegenplatte 18 in das Mauerwerk 10 eingebunden und an seinen Außenflächen mit einem Außenputz 12 oder einer vorgehängten Fassade und einem Innenputz 13 versehen. Die Wand des dosenförmigen Behälters 9 schließt bündig mit dem Bauelement 3 ab. Durch die Anordnung des Befestigungsmittels 8, welches im Falle der bevorzugten Ausführungsform aus Fig.9-16 in den Behälter 9 hineingeklappt werden kann um diesen nicht zu überragen ist gewährleistet, dass es in umgeklappter Lage in der direkten Fassadenansicht oder der Außenflucht anderer Bauteile nicht sichtbar ist.

Die Verwendung der Befestigungsmittel 8 an Fensteröffnungen erfolgt typischerweise in der Form, dass in einem Notfall das Fenster 16 weit geöffnet wird, die wahlweise beschriftete Abdeckdose 14 mittels eines Handgriffs ohne Werkzeug entfernt wird und die entsprechende Rettungsvorrichtung am Befestigungsmittel 8 eingehängt wird. Der Fertigteil 1 kann je nach architektonischer Ausgestaltung von Fenstern und Fassadenmauerwerk im Inneren oder außerhalb des Raumes 2 liegen. Um Hilfeleistung von außen zu erleichtern, wird die Anordnung außerhalb der Fensterfläche der Vorzug gegeben.

Fig.11 zeigt die Anordnung eines erfindungsgemäßen Fertigteils 1 an einer Hauswand. Das Bauelement 3 besteht in diesem Fall aus einem Betonfertigteil. Der restliche Aufbau ist identisch jenem aus Fig.9 und 10.

Fig.12 zeigt einen Schnitt durch einen Mauerstein mit Befestigungsmittel in spezieller, bevorzugter Ausführungsform waagrecht eingebaut

Fig.13 zeigt einen Schnitt durch einen Mauerstein mit Befestigungsmittel in spezieller, bevorzugter Ausführungsform lotrecht eingebaut.

Fig.14 zeigt einen Schnitt durch ein Fertigteil Deckenelement.


Anspruch[de]
  1. Fertigteil (1) für den Haus- oder Fahrzeugbau, insbesondere zur Verwendung als Teil einer Außenmauer bzw. Außenwand oder eines Fenstersturzes, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bauelement (3) mit einem eine Öffnung aufweisenden, dosenförmigen Behälter (9) entlang eines Abschnittes (5) der Behälteraußenfläche untrennbar verbunden ist, wobei der durch die Behälterwand eingegrenzte Raum frei vom Material des Bauelements (3) ist und der eingegrenzte Raum über die Öffnung mit der Umgebung in Verbindung steht und entweder innerhalb des Behälters (9) ein mit dem Bauelement (3) verbundenes Befestigungsmittel (8) angeordnet ist oder im Bauelement (3) eine Gewindehülse (17) angeordnet ist, die das Einschrauben eines Befestigungsmittels (8) über den Innenraum des Behälters (9) ermöglicht.
  2. Fertigteil (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die Behälterwand als auch das Bauelement (3) zumindest je eine Bohrung (6,7) aufweisen, die fluchtend miteinander ausgerichtet sind und die Gewindehülse (17) zum Anschrauben des Befestigungsmittels (8) in der Bohrung (6) des Bauelements (3) angeordnet ist oder wahlweise über die Bohrung (7) in der Behälterwand das Befestigungsmittel (8), vorzugsweise ein Anker in der Bohrung (6) des Bauelements (3) befestigt ist.
  3. Fertigteil (1) nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der dosenförmige Behälter (9) ein Kunststoffteil oder ein Metallteil ist.
  4. Fertigteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (9) zur Gänze im Bauelement (3) aufgenommen ist und die die Öffnung des Behälters (9) umgebende Behälterwand bündig mit der Außenfläche des Bauelements (3) abschließt.
  5. Fertigteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,dadurch gekennzeichnet, dass der dosenförmige Behälter (9) mittels eines Deckels oder einer Abdeckdose (14) verschlossen ist.
  6. Fertigteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel (8) mit Signalfarbe gestrichen ist.
  7. Fertigteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,dadurch gekennzeichnet, dass das Bauelement (3) quaderförmig ausgebildet ist.
  8. Fertigteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,dadurch gekennzeichnet, dass das Bauelement (3) aus wannenförmig angeordneten Ziegelsturzsteinen (11) aufgebaut ist, die mit Beton ausgegossen sind und der dosenförmige Behälter (9) sowie das Befestigungsmittel (8) oder die Gewindehülse (17) in den Beton miteingegossen sind.
  9. Fertigteil (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Beton mit Stahlbewehrungen (4) versehen ist.
  10. Fertigteil nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauelement (3) ein Betonstein ist.
  11. Fertigteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10,dadurch gekennzeichnet, dass das Bauelement (3) ein Stahlelement ist.
  12. Fertigteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11,dadurch gekennzeichnet, dass der dosenförmige Behälter (9) mehrteilig gefertigt ist.
  13. Fertigteil (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass im Bauelement (3) eine Gegenplatte (18) verankert ist, die über einen Steg (19) mit dem dosenförmigen Behälter (9) verbunden ist.
  14. Fertigteil (1) nach Anspruch 12 und 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (19) mit Ausnehmungen (20), vorzugsweise Öffnungen versehen ist, innerhalb welcher Stahlbewehrungen des Bauelements (3) angeordnet sind.






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