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Dokumentenidentifikation EP1591336 24.08.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001591336
Titel Vorrichtung zur Ansteuerung eines Feldelementes
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Daniel, Jens, 38126 Braunschweig, DE;
Eisenbrandt, Heiko, 38114 Braunschweig, DE;
Eret, Claus, 31185 Bettrum, DE;
Hentze, Torsten, 38302 Wolfenbüttel, DE;
Hermann, Manfred, 49477 Ibbenbüren, DE;
Jacobs, Olaf, 15366 Neuenhagen, DE;
Reinke, Lutz, 38228 Salzgitter, DE;
Schlender, Gerd Walter, 38667 Bad Harzburg, DE
DE-Aktenzeichen 502005000037
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 21.04.2005
EP-Aktenzeichen 050759794
EP-Offenlegungsdatum 02.11.2005
EP date of grant 12.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.08.2006
IPC-Hauptklasse B61L 7/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Ansteuerung eines Feldelementes gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Aus der EP 1 197 418 A1 ist ein Verfahren zum Steuern eines sicherheitskritischen Bahnbetriebsprozesses bekannt, bei dem Feldelemente, beispielsweise Signale und Weichen, mittels eines Rechnersystems angesteuert werden. Das Rechnersystem enthält signaltechnisch sichere und signaltechnisch nicht sichere Komponenten, welche eine Stellwerksanlage bilden.

Wenn an einer stellwerksgesteuerten Eisenbahnsicherungsanlage ein neues Feldelement, beispielsweise ein Signal, angeschlossen werden soll, muss sichergestellt sein, dass dessen Verkabelung von dem Anschluss am Feldelement über die Außenkabel, ein Kabelanschlussgestell und die Innenkabel bis zum richtigen Stellplatz am Stellwerksrechner fehlerfrei ist. Außerdem muss die Projektierung für das neue Feldelement vor der Inbetriebnahme erstellt und überprüft werden.

Befindet sich das Stellwerk noch im Bau, können Verkabelung und Projektierung sukzessive überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Bei einem Stellwerk, das bereits im Betrieb ist, kann die Verkabelung zunächst nur bis zum Rückwandbus des Stellwerksrechners durchgeführt werden. Der Stellwerksrechner muss heruntergefahren werden, um das neue Feldelement über ein Stellteil an den Rückwandbus des Stellwerksrechners anschließen und prüfen zu können. Dazu wird von einem Bedienpatzrechner aus die Projektierung festgelegt, wobei Verkabelung und Projektierung korrekt sind, wenn die An zeige auf dem Bedienplatzrechner mit der Anzeige auf dem Stellteil und dem Betriebszustand des Feldelementes übereinstimmt. Erst nach dieser Funktionsprüfung kann der Stellwerksrechner wieder in Betrieb gehen. Dafür ist eine relativ lange Betriebspause notwendig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art anzugeben, durch die eine Verkürzung der Betriebspause möglich wird.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Der Prüfadapter hat die Aufgabe, den Peripheriestrom durchzuleiten. Bei einem neuen Weichenanschluss betrifft das beispielsweise die 400 V Drehstromversorgung für den Weichenantrieb. Das Vorhandensein der Spannungen wird, insbesondere durch drei LED's, die den Phasen der Drehstromversorgung zugeordnet sind, angezeigt. Der Prüfadapter besteht vorzugsweise aus zwei identischen Baugruppen mit den LED-Anzeigen und einem für die physikalische Verbindung der beiden Baugruppen notwendigen speziellen Adapterkabel. Die stellwerksseitige Baugruppe des Prüfadapters kontaktiert über den Rückwandplatter der Stellwerksrechners das zu bestromende Feldelement. Der stellwerksseitige Rückwandbus wird nicht kontaktiert. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass der in Betrieb befindliche Stellwerksrechner nicht gestört wird, Der portable Stellwerksrechner wird jeweils mit dem feldelementspezifischen Original-Stellteil bestückt. Ein weiterer Einbauplatz ist für das Stecken einer Baugruppe des Prüfadapters vorgesehen. Die Signalverbindung zwischen der Prüfadapter-Baugruppe und dem Stellteil erfolgt über eine Rückwandbrücke am portablen Stellwerksrechner. Das Stellteil ist mit einer Power-LED zur Bestromungsanzeige und mit Melde-LED's zur Signalisierung des Betriebszustandes ausgestattet. Der portable Stellwerksrechner ist mit einem Steuer-PC verbunden. Der Steuer-PC ist mit einer Software ausgestattet, die einer Standardprojektierung für die einzelnen Stellteile bzw. Feldelemente entspricht. Die Ansteuerung erfolgt dabei unabhängig davon, ob der Stellwerksrechner in Betrieb befindlich ist oder nicht.

Gemäß Anspruch 2 kann auf dem Steuer-PC aber auch die Original-Projektierung des Stellteils abgelegt sein.

Mittels des Steuer-PCs kann der Betriebszustand des Feldelementes für Projektierungs- und Erprobungszwecke eingestellt werden. Durch den Vergleich des eingestellten Betriebszustandes, beispielsweise Weichenumlauf links, mit dem Signalisierungszustand der Melde-LEDs auf dem Stellteil und dem tatsächlichen Betriebszustand des Feldelementes, beispielsweise der Weiche, wird festgestellt, ob die Verkabelung vom Feldelement über das Kabelanschlussgestell bis zum Steckplatz im Stellwerksrechner korrekt ist. Nach der Erstellung der Projektierung und der Überprüfung der Verkabelung erfolgt in der Stellwerks-Betriebspause nur noch der Austausch der stellwerksseitigen Baugruppe des Prüfadapters durch das Stellteil und die Überprüfung der bereits festgelegten Projektierung vom Bedienplatzrechter aus - wie oben beschrieben. Die dazu erforderliche Betriebspause ist relativ gering, so dass das Stellwerk sehr schnell wieder in Betrieb gehen kann. Durch die Ansteuerung des neuen Feldelementes quasi unabhängig vom Stellwerk wird weniger Prüfzeit bei ausgeschaltetem Stellwerk benötigt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Prüfprozess vom Projektierungserstellungsprozess entkoppelt wird. Die Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Feldelementes und dessen richtiger Verkabelung kann mittels dieser Prüfrichtung bereits mit Standardprojektierungen erfolgen, bevor die Anlagenprojektierung vorliegt.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines figürlich dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Die Figur zeigt in schematischer Darstellung die wesentlichen Komponenten einer Vorrichtung zur Ansteuerung einer Weiche.

Das Prüfsystem besteht im Wesentlichen aus einer Hardware - Umgebung der zu prüfenden Verkabelung PV zwischen einem Stellwerksrechner ECC - Element Control Computer - und einem Motor M einer neu anzuschließenden Weiche W sowie einem Steuer-PC C-PC mit einem Softwareprogramm zur Ansteuerung der Weiche W und dem zugehörigen Weichenstellteil WSTT. Es ist ersichtlich, dass der Stellwerksrechner ECC beispielhaft mit einem weiteren Stellteil, nämlich einem Signalstellteil SSTT für die Steuerung eines Signals S sowie u. a. mit Kontrolleinheiten CU - Control Units - und Kommunikationsbaugruppen COM - Communication Moduls - bestückt ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel soll die in dem gestrichelten Oval angedeutete Verkabelung PV zwischen dem Motor M, der Weiche W und dem Stellwerksrechner ECC überprüft werden. Das betrifft die Kabelverbindungen der Außenanlage AA von dem Motor M bis zu einem Kabelabschlussgestell KA und die Kabelverbindungen der Innenanlage IA zwischen dem Kabelabschlussgestell KA und dem Stellwerksrechner ECC. Dazu wird die Funktion der Weiche W über einen Prüfadapter PA, einen portablen Stellwerksrechner PECC - Portable Element Control Computer -, in welchem das Original-Weichenstellteil WSTT eingesteckt ist, und dem Steuer-PC C-PC angesprochen. Die stellwerksseitige Baugruppe des Prüfadapters PA überträgt nur die vom Stellwerksrechner ECC zur Verfügung gestellte 400 V Drehspannung über die zu prüfende Verkabelung PV an den Weichenmotor M und über ein Adapterkabel AK an die dem portablen Stellwerksrechner PECC zugeordnete Baugruppe des Prüfadapters PA. Für die Bestromung der Peripherieelemente wird außerdem eine 24 V Gleichspannung zur Verfügung gestellt. Einen Anschluss an den Rückwandbus des Stellwerksrechners ECC, der dessen Betrieb beeinflussen könnte, gibt es in der Prüfphase nicht. Der Stellwerksrechner ECC kann zunächst weiter in Betrieb bleiben und rückwirkungsfrei über das beispielhaft dargestellte Stellteil SSTT das Signal S ansteuern. Die Ansteuerung des Feldelements erfolgt über eine Brücke B im portablen Stellwerksrechner PECC. Neben einer Anzeige der Bestromung weist das Stellteil WSTT eine Anzeige zur Signalisierung des eingestellten Betriebszustandes der Weiche W auf, Der Steuer-PC C-PC, der mit dem portablen Stellwerksrechner PECC verbunden ist, gestattet entsprechend seiner Softwareausstattung eine Veränderung des Betriebszustandes der Weiche W und damit eine Überprüfung der Verkabelung PV. Ein auf dem Steuer-PC C-PC eingestellter Weichenumlauf, beispielsweise von Rechtslage in Linkslage, sollte bei korrekter Verkabelung PV zu einer Übereinstimmung der Anzeige auf dem Stellteil WSTT und der tatsächlichen Weichenlage im Vergleich mit der auf dem Steuer-PC C-PC eingestellten Weichenlage führen. Auf diese Weise lässt sich ein neu hinzukommendes Feldelement prüfen, ohne den Stellwerksrechner ECC herunterfahren zu müssen. Nur in der Endphase der Prüfung, wenn das Stellteil WSTT vom portablen Stellwerksrechner PECC abgezogen und auf den Stellwerksrechner ECC anstelle des Prüfadapters PA eingesteckt wird, wobei der Anschluss an den Rückwandbus des Stellwerksrechners ECC erfolgt, und die endgültige Funktionsprüfung mittels eines Bedienplatzrechners der Stellwerksanlage vorgenommen wird, muss sich der Stellwerksrechner ECC in Betriebsruhe befinden.

Die Erfindung beschränkt sich nicht auf das vorstehend angegebene Ausführungsbeispiel. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche auch bei grundsätzlich anders gearteter Ausführung von den Merkmalen der Erfindung Gebrauch machen.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Ansteuerung eines Feldelementes zum Anschluss an eine stellwerksgesteuerte Eisenbahnanlage, insbesondere eines Signals (S) oder einer Weiche (W),

    dadurch gekennzeichnet,

    dass ein Prüfadapter (PA) einerseits mit einem Stellwerksrechner (ECC) und über ein Adapterkabel (AK) andererseits mit einem portablen Stellwerksrechner (PECC) verbunden ist, wobei der portable Stellwerksrechner (PECC) mit einem feldelementspezifischen Stellteil (WSTT, SSTT) bestückt ist und mit einem Steuer-PC (C-PC) verbunden ist, der das Feldelement und dessen Stellteil (WSTT, SSTT) ansteuert.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass auf dem Steuer-PC (C-PC) eine Steuerungssoftware des Stellteils (WSTT, SSTT) abgelegt ist.






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