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Dokumentenidentifikation DE102004026365B4 31.08.2006
Titel Einrichtung zur Unwuchtkompensation
Anmelder MTU Aero Engines GmbH, 80995 München, DE
Erfinder Wiedemann, Peter, 86929 Penzing, DE
DE-Anmeldedatum 29.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004026365
Offenlegungstag 22.12.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 31.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.08.2006
IPC-Hauptklasse F01D 5/22(2006.01)A, F, I, 20051219, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F01D 5/26(2006.01)A, L, I, 20051219, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Unwuchtkompensation für ein Außendeckband aufweisende Laufschaufeln von Turbomaschinen, insbesondere von Gasturbinen, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Gasturbinen, insbesondere Flugtriebwerke, umfassen als Baugruppen unter anderem mindestens einen Verdichter, mindestens eine Brennkammer sowie mindestens eine Turbine. Der oder jeder Verdichter sowie die oder jede Turbine umfassen vorzugsweise mehrere in axialer Richtung hintereinander angeordnete Stufen, wobei jede der Stufen vorzugsweise von einem rotierenden Laufschaufelkranz und einem feststehenden Leitschaufelkranz gebildet wird. Die Laufschaufelkränze verfügen über mehrere Laufschaufeln, die zusammen mit einem Rotor des Verdichters bzw. der Turbine rotieren. Die Laufschaufeln rotieren zusammen mit dem Rotor gegenüber einem feststehenden Gehäuse sowie ebenfalls feststehend ausgebildeten Leitschaufeln des oder jeden Leitschaufelkranzes.

Aus fertigungstechnischen Toleranzgründen ist es nahezu unmöglich alle Laufschaufeln eines Laufschaufelkranzes 100 % identisch auszubilden. Weiterhin unterliegen die Laufschaufeln eines Laufschaufelkranzes während des Betriebs einem Verschleiß, wodurch weitere Unterschiede insbesondere im Gewicht der rotierenden Laufschaufeln eines Laufschaufelkranzes entstehen können. Hieraus folgt, dass sich innerhalb eines Laufschaufelkranzes Unwuchten ausbilden können. Zur Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Betriebs der Gasturbine ist es erforderlich, solche Unwuchten auszugleichen bzw. zu kompensieren. Hierzu finden Einrichtungen zur Unwuchtkompensation Verwendung. Die hier vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Unwuchtkompensation für ein Außendeckband aufweisende Laufschaufeln von Turbomaschinen, insbesondere von Gasturbinen. Insbesondere die Turbinenlaufschaufeln von Gasturbinen verfügen über ein solches Außendeckband.

Nach dem Stand der Technik kommen an Laufschaufeln mit Außendeckband zur Unwuchtkompensation Wuchtgewichte zum Einsatz, die durch Laserbrennschneiden aus einem blechförmigen Material hergestellt werden. Derartige Wuchtgewichte aus Blech verfügen über eine Vielzahl von Nachteilen. Zum ersten ist die Herstellung derartiger Wuchtgewichte aus Blech aufwendig und teuer. Zur Montage solcher Wuchtgewichte an den Laufschaufeln im Bereich des Außendeckbands ist ein spezielles Werkzeug erforderlich. Ein Hauptnachteil der aus dem Stand der Technik bekannten Wuchtgewichte aus Blech liegt darin, dass dieselben aufgrund des Übergangsradius zwischen Schaufelblatt und Außendeckband, der auch als Filletradius bezeichnet wird, bei der Montage nicht vollständig nach außen geschoben werden können. Im Betrieb der Gasturbine wirken auf diese Wuchtgewichte hohe drehzahlbedingte Zentrifugalkräfte und hohe Temperaturen ein, wodurch die Wuchtgewichte unter Aufbiegung von Laschen radial weiter nach außen gedrückt werden. Hierdurch nehmen die Wuchtgewichte dann eine aerodynamisch ungünstige Position an der rotierenden Laufschaufel ein. Im Extremfall können sich die Wuchtgewichte dann auch von der Laufschaufel lösen.

Aus der Patentschrift US 5 011 374 ist eine Einrichtung zur Unwuchtkompensation für ein Außendeckband aufweisende Laufschaufeln von Turbomaschinen bekannt, welche ebenfalls in Blechbauweise ausgeführt ist, aber nicht das Schaufelblatt sondern nur das Außendeckband von innen umgreift. Somit liegt diese Einrichtung zwischen zwei Schaufelblättern radial von Innen am Außendeckband an und umgreift – nach Montage – die stromaufwärtige und die stromabwärtige Deckbandkante. Bei den meisten Turbinen-Laufschaufelkränzen ist das Außendeckband jeweils zwischen zwei Schaufelblättern unterbrochen, so dass hier eine Stoßstelle mit thermisch und belastungstechnisch bedingten Relativbewegungen zwischen den Deckbandsegmenten vorhanden ist. Diese Stoßstelle ist auch in der US-Patentschrift zu erkennen. Ein Wuchtgewicht an dieser Stelle ist problematisch, da es entweder die Relativbewegung behindert oder durch diese gelockert wird bzw. verschleißt.

Die Offenlegungsschrift FR 2 655 400 betrifft eine Einrichtung zur Unwuchtkompensation an Ventilatorflügeln, welche als drahtförmiges, büroklammerähnliches Bauteil ausgeführt ist. Dieses weist eine Spitze auf, mit der es sich an dem in der Regel weicheren, häufig aus Kunststoff bestehenden Flügel festkrallt. Bei den relativ geringen Fliehkräften und Strömungsgeschwindigkeiten an einem Ventilator mag diese Art der Befestigung ausreichend sein, trotz eines fehlenden Außendeckbandes. Auf Turbomaschinen ist die Befestigung so nicht übertragbar.

Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zu Grunde, eine neuartige Einrichtung zur Unwuchtkompensation für ein Außendeckband aufweisende Laufschaufeln von Turbomaschinen, insbesondere von Gasturbinen, zu schaffen.

Dieses Problem wird durch eine Einrichtung zur Unwuchtkompensation für ein Außendeckband aufweisende Laufschaufeln von Turbomaschinen, insbesondere von Gasturbinen, im Sinne von Patentanspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß ist die Einrichtung zur Unwuchtkompensation aus einem drahtförmigen Element hergestellt. Mit der erfindungsgemäßen Einrichtung zur Unwuchtkompensation kann bei einem montierten Triebwerk der komplette Rotor aus Welle, Rotorscheibe und Laufschaufelkranz ausgewuchtet bzw. feingewuchtet werden.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, eine Einrichtung zur Umwuchtkompensation bzw. ein Wuchtgewicht für ein Außendeckband aufweisende Laufschaufeln von Turbomaschinen aus einem drahtförmigen Element herzustellen, wobei ein Querschnitt des drahtförmigen Elements eine runde Form aufweist. Aufgrund der runden Querschnittsform des drahtförmigen Elements kann sich die erfindungsgemäße Einrichtung aerodynamisch günstig an den Übergangsradius zwischen Schaufelblatt und Außendeckband, also an den Filletradius am Außendeckband, anschmiegen. Bereits bei der Montage der erfindungsgemäßen Einrichtung kann dieselbe demnach unter zumindest bereichsweiser Anlage an das Außendeckband radial ganz nach außen in Richtung auf das Außendeckband geschoben werden, sodass während des Betriebs Fliehkräfte die erfindungsgemäße Einrichtung zur Unwuchtkompensation nicht mehr verformen. Nach der Montage und im Betrieb liegt demnach die erfindungsgemäße Einrichtung zur Unwuchtkompensation bündig an einer radial innenliegenden, strömungskanalrelevanten Fläche des Außendeckbands an. Weitere Vorteile der erfindungsgemäßen Einrichtung zur Unwuchtkompensation liegen in einer leichten Montage sowie Demontage der Einrichtung, die ohne spezielle Werkzeuge möglich sind.

Nach einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist die erfindungsgemäße Einrichtung zur Unwuchtkompensation derart aus einem plastisch umgeformten, drahtförmigen Element hergestellt, dass die Einrichtung eine an eine Montageendform derselben weitestgehend angepasste Kontur aufweist.

Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:

1 eine aus dem Stand der Technik bekannte Einrichtung zur Unwuchtkompensation mit einer ein Außendeckband aufweisenden Laufschaufel einer Gasturbine in einer perspektivischen Seitenansicht von unten auf das Außendeckband der Laufschaufel;

2 die Anordnung gemäß 1 in einer gegenüber 1 um in etwa 90° nach links gedrehten, perspektivischen Seitenansicht von unten;

3 eine erfindungsgemäße Einrichtung zur Unwuchtkompensation mit einer ein Außendeckband aufweisenden Laufschaufel einer Gasturbine in einer perspektivischen Seitenansicht von unten auf das Außendeckband der Laufschaufel;

4 die Anordnung gemäß 3 in einer gegenüber 3 um in etwa 30° nach rechts gedrehten, perspektivischen Seitenansicht von unten;

5 die Anordnung gemäß 3 und 4 in einer gegenüber 3 um in etwa 180° nach links gedrehten, perspektivischen Seitenansicht von unten;

6 die Anordnung gemäß 3 bis 5 in einer gegenüber 3 um in etwa 90° nach links gedrehten, perspektivischen Seitenansicht von unten;

7 die Anordnung der 3 bis 6 mit zwei unterschiedlichen Positionen der erfindungsgemäßen Einrichtung zur Unwuchtkompensation in einer Ansicht analog zu 6; und

8 die Anordnung gemäß 3 bis 7 in einer perspektivischen Seitenansicht von oben.

Bevor nachfolgend unter Bezugnahme auf 3 bis 8 die erfindungsgemäße Einrichtung zur Unwuchtkompensation für ein Außendeckband aufweisende Laufschaufeln von Turbomaschinen im Detail beschrieben wird, soll vorab unter Bezugsnahme auf 1 und 2 ein aus dem Stand der Technik bekanntes Wuchtgewicht beschrieben werden.

1 und 2 zeigen eine aus dem Stand der Technik bekannte Einrichtung 10 zur Unwuchtkompensation zusammen mit einer ein Außendeckband 11 aufweisenden Laufschaufel 12 einer Gasturbine, wobei die Laufschaufel 12 als Turbinenlaufschaufel eines Flugtriebwerks ausgebildet ist. Wie 1 und 2 entnommen werden kann, ist von der Laufschaufel 12 das radial außenliegende Ende eines Schaufelblatts 13 sowie das Außendeckband 11 dargestellt. 1 und 2 zeigen die Anordnung aus der erfindungsgemäßen Einrichtung 10 zur Unwuchtkompensation zusammen mit der Laufschaufel 12 in zwei unterschiedlichen perspektivischen Ansichten von unten, wobei 1 eine Ansicht auf eine Druckseite 14 und 2 eine Ansicht auf eine Saugseite 15 des Schaufelblatts 13 der Laufschaufel 12 zeigt. Das Schaufelblatt 13 der Laufschaufel 12 der 1 und 2 wird durch die Druckseite 14 sowie die Saugseite 15 begrenzt, ebenso wie durch eine Strömungseintrittskante 16 sowie Strömungsaustrittskante 17. Weiterhin zeigt insbesondere 1 einen Übergangsbereich 18 zwischen dem radial außenliegenden Ende des Schaufelblatts 13 und dem Außendeckband 11, wobei in diesem Übergangsbereich 18 der Filletradius ausgebildet ist.

Die in 1 und 2 dargestellte, aus dem Stand der Technik bekannte Einrichtung 10 zur Unwuchtkompensation ist aus einem blechförmigen Material durch Laserbrennschneiden hergestellt. Die Einrichtung 10 nach dem Stand der Technik verfügt über eine bereits vorgeformte Lasche 19, mithilfe derer die Einrichtung 10 an der Strömungseintrittskante 16 des Schaufelblatts 13 eingehakt wird. Zur Montage müssen bei der aus dem Stand der Technik bekannten Einrichtung 10 laschenförmige Abschnitte 20 und 21 unter Verwendung eines Spezialwerkzeugs umgebogen werden. Daraus folgt, dass bei der Montage der aus dem Stand der Technik bekannten Einrichtung 10 zur Unwuchtkompensation an der Laufschaufel 12 zwei plastische Umformschritte im Bereich der laschenförmigen Abschnitte 20 und 21 durchgeführt werden müssen.

Wie 1 weiterhin entnommen werden kann, lässt sich bei der Montage der aus dem Stand der Technik bekannten Einrichtung 10 dieselbe aufgrund der blechstreifenförmigen Kontur und des Filletradius im Übergangsbereich 18 zwischen Schaufelblatt 13 und Außendeckband 11 nicht vollständig radial nach außen schieben. Erst im Betrieb der Gasturbine mit rotierenden Laufschaufeln unter Einwirkung der sich dann einstellenden hohen Zentrifugalkräfte und hohen Temperaturen wird die Einrichtung 10 nach dem Stand der Technik unter Aufbiegung der Laschen 19, 20 bzw. 21 radial nach außen gedrückt, wodurch während des Betriebs die aus dem Stand der Technik bekannte Einrichtung 10 zur Unwuchtkompensation eine aerodynamisch ungünstige Position einnehmen kann. Im Extremfall kann es sogar zu einem Ablösen der Einrichtung 10 vom Schaufelblatt 13 kommen.

Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf 3 bis 8 eine erfindungsgemäße Einrichtung 22 zur Unwuchtkompensation beschrieben, wobei 3 bis 8 die erfindungsgemäße Einrichtung 22 zur Unwuchtkompensation in Verbindung mit einer ein Außendeckband 23 aufweisenden Laufschaufel 24 zeigen. Die Laufschaufel 24 ist als Turbinenlaufschaufel einer Gasturbine, insbesondere eines Flugtriebwerks ausgebildet, wobei die Laufschaufel 24 neben dem Außendeckband 23 weiterhin ein Schaufelblatt 25 umfasst. Das Schaufelblatt 25 verfügt über eine Strömungseintrittskante 26 sowie eine Strömungsaustrittskante 27, wobei sich zwischen der Strömungseintrittskante 26 sowie der Strömungsauntrittskante 27 einerseits eine Druckseite 28 und andererseits eine Saugseite 29 des Schaufelblatts 25 erstreckt.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung ist die erfindungsgemäße Einrichtung 22 zur Unwuchtkompensation an der das Außendeckband 23 aufweisenden Turbinenlaufschaufel 24 aus einem drahtförmigen Element gebildet. Das drahtförmige Element verfügt über einen runden bzw. kreisförmigen Querschnitt. Dieser runde bzw. kreisförmige Querschnitt des drahtförmigen Elements, aus welchem die erfindungsgemäße Einrichtung 22 zur Unwuchtkompensation gebildet ist, verfügt vorzugsweise über einen Radius, der an den Filletradius im Übergangsbereich 30 zwischen Außendeckband 23 und Schaufelblatt 25 angepasst ist. Hierdurch ist gewährleistet, dass die erfindungsgemäße Einrichtung 22 zur Unwuchtkompensation bereits bei der Montage unter zumindest teilweiser Anlage an eine radial innenliegende, strömungskanalrelevante Fläche 31 des Außendeckbands 23 weit nach radial außen geschoben werden kann, sodass sich die erfindungsgemäße Einrichtung 22 an die Fläche 31 sowie den Filletradius im Übergangsbereich 30 anschmiegt.

Während des Betriebs der Gasturbine wirkende, hohe Fliehkräfte und hohe Temperaturen verformen demnach die erfindungsgemäße Einrichtung 22 nicht mehr, da dieselbe bereits bündig an der Fläche 31 des Außendeckbands 23 anliegt.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung verfügt die erfindungsgemäße Einrichtung 22 zur Unwuchtkompensation vorzugsweise über die gesamte Länge bzw. Kontur derselben über einen gleichförmigen, kreisrunden Querschnitt. Es ist auch möglich, die Querschnittsfläche des drahtförmigen Elements über die Länge der erfindungsgemäßen Einrichtung zu variieren. Fertigungstechnisch einfacher und daher bevorzugt ist jedoch eine Einrichtung 22 zur Unwuchtkompensation mit einem über die gesamte Länge gleichförmigen, runden bzw. kreisrunden Querschnitt.

Durch Anpassung der Querschnittsfläche und Länge des drahtförmigen Elements ist das Gewicht der Einrichtung 22 zur Unwuchtkompensation und damit das Maß der mit derselben erzielbaren Unwuchtkompensation einstellbar. Hierdurch ist eine Gewichtsabstufung der Einrichtung 22 zur Unwuchtkompensation realisierbar.

Nach einem weiteren Aspekt der hier vorliegenden Erfindung ist die erfindungsgemäße Einrichtung zur Unwuchtkompensation aus dem drahtförmigen Element derart hergestellt, dass die Einrichtung 22 eine an ihre Montageendform weitestgehend angepasste Kontur aufweist. Bereits vor der Montage ist die erfindungsgemäße Vorrichtung 22 durch plastisches Umformen des drahtförmigen Elements demnach derart ausgebildet, dass bei der Montage derselben an der Laufschaufel 24 entweder keine oder nur so wenig wie nötig plastische Umformschritte vorgenommen werden müssen.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel verfügt die erfindungsgemäße Einrichtung 22 zur Unwuchtkompensation über zwei, durch plastisches Umformen des drahtförmigen Elements vorgeformte, laschenförmige Abschnitte. Ein erster laschenförmiger Abschnitt 32 dient dem Einhaken der Einrichtung 22 an einem radial außenliegenden, außendeckbandnahen Abschnitt der Strömungseintrittskante 26 des Schaufelblatts 25. Mit einem zweiten laschenförmigen Abschnitt 33 ist die erfindungsgemäße Einrichtung 22 im Bereich der Strömungsaustrittskante 27 am Außendeckband 23 einhakbar. Hierdurch wird dann sichergestellt, dass die Einrichtung 22 bei der weiteren Montage nicht mehr herunterfallen kann. Der erste laschenförmige Abschnitt 32 sowie der zweite laschenförmige Abschnitt 33 verfügen bereits über eine an die Montageendform der Einrichtung 22 vorgeformte Kontur. Im Bereich dieser beiden laschenförmigen Abschnitte 32 und 33 sind demnach keine plastischen Umformarbeiten bei der Montage der erfindungsgemäßen Einrichtung 22 an der Laufschaufel 24 erforderlich.

Neben diesen beiden laschenförmigen Abschnitten 32 und 33 verfügt die erfindungsgemäße Einrichtung 22 über einen dritten laschenförmigen Abschnitt 34, der benachbart zum zweiten laschenförmigen Abschnitt 33 im Bereich der Strömungsaustrittskante 27 am Außendeckband 23 der Laufschaufel 24 einhakbar ist. In einem Endbereich 35 (siehe insbesondere 3 und 4) ist der dritte Abschnitt 34 U-förmig umgebogen, um so in Anströmrichtung aerodynamisch günstig unter Vermeidung sogenannter Basisflächen ausgebildet zu sein und um eine Angriffsfläche für ein gegebenenfalls bei der Montage benötigtes Werkzeug zu bilden.

Zur Montage der erfindungsgemäßen Einrichtung 22 an der Turbinenlaufschaufel 24 wird, wie in 7 dargestellt, vorgegangen. 7 zeigt die erfindungsgemäße Einrichtung 22 mit durchgezogenen Linien in fertig montierter Position, mit gestrichelten Linien in einer bei der Montage eingenommenen Zwischenposition. So kann 7 entnommen werden, dass zur Montage der erfindungsgemäßen Einrichtung 22 dieselbe mit dem ersten laschenförmigen Abschnitt 32 bzw. 32' an der Strömungseintrittskante 26, nämlich an einem radial außenliegenden Endabschnitt derselben, eingehakt wird und dann durch Einschwenken bzw. Verschwenken derselben im Sinne des Pfeils 36 der zweite laschenförmige Abschnitt 33 bzw. 33' der erfindungsgemäßen Einrichtung 22 an einer radial außenliegenden Fläche 37 des Außendeckbands 23 eingehakt wird. Nachdem die erfindungsgemäße Einrichtung 22 in diese Position verschwenkt worden ist, liegt ein zwischen dem ersten laschenförmigen Abschnitt 32 und dem zweiten laschenförmigen Abschnitt 33 verlaufender Abschnitt 38 bzw. 38' der erfindungsgemäßen Einrichtung 22 zur Unwuchtkompensation auf der Saugseite 29 des Schaufelblatts 25 an. Im Ausführungsbeispiel der 7 wird dann lediglich in dieser Position der erfindungsgemäßen Einrichtung 22 der dritte laschenförmige Abschnitt 34 unter Verwendung eines einfachen Werkzeugs durch Verschwenken im Sinne des Pfeils 39 plastisch in die Montageendform verformt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel der 7 ist dies erforderlich, da bei der Montage der erfindungsgemäßen Einrichtung 22 an der Laufschaufel 24 ansonsten der dritte laschenförmige Abschnitt 34 nicht an der Strömungsantrittskante 27 des Schaufelblatts 25 vorbeibewegt werden könnte.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass selbstverständlich auch bei Laufschaufeln mit entsprechend konturierten Schaufelblättern der dritte laschenförmige Abschnitt 34 bereits eine an die Montageendform der Einrichtung 22 vorgeformte Kontur aufweisen kann. In diesem Fall wird dann die gesamte erfindungsgemäße Einrichtung 22 ohne plastische Umformschritte bei der Montage durch Aufclipsen im Bereich des Außendeckbands 23 montiert. Jedoch auch dann, wenn im Bereich des dritten laschenförmigen Abschnitts 34 bei der Montage noch ein plastischer Umformschritt ausgeführt werden muss, zeichnet sich die erfindungsgemäße Einrichtung 22 gegenüber der aus dem Stand der Technik bekannten Einrichtung 10 durch eine deutlich einfachere Montage sowie Demontage aus. Weiterhin ist die erfindungsgemäße Einrichtung 22 zur Unwuchtkompensation mit geringerem Fertigungsaufwand herstellbar.

10Einrichtung 11Außendeckband 12Laufschaufel 13Schaufelblatt 14Druckseite 15Saugseite 16Strömungseintrittskante 17Strömungsaustrittskante 18Übergangsbereich 19Lasche 20Abschnitt 21Abschnitt 22Einrichtung 23Außendeckband 24Laufschaufel 25Schaufelblatt 26Strömungseintrittskante 27Strömungsaustrittskante 28Druckseite 29Saugseite 30Übergangsbereich 31Fläche 32, 32'Abschnitt 33, 33'Abschnitt 34; 34'Abschnitt 35Endbereich 36Pfeil 37Fläche 38Abschnitt 39Pfeil

Anspruch[de]
  1. Einrichtung zur Unwuchtkompensation für ein Außendeckband aufweisende Laufschaufeln von Turbomaschinen, insbesondere von Gasturbinen, dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe aus einem drahtförmigen Element hergestellt ist.
  2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe derart aus einem plastisch umgeformten, drahtförmigen Element hergestellt ist, dass die Einrichtung eine an eine Montageendform derselben weitestgehend angepasste Kontur aufweist.
  3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe mindestens zwei, durch plastisches Umformen des drahtförmigen Elements vorgeformte, laschenförmige Abschnitte aufweist, wobei die Einrichtung mit einem ersten laschenförmigen Abschnitt (32) an einem radial außenliegenden, außendeckbandnahen Abschnitt eine Kante, vorzugsweise einer Strömungseintrittskante (26), eines Schaufelblatts (25) einer Laufschaufel einhakbar ist, und wobei die Einrichtung weiterhin mit einem zweiten laschenförmigen Abschnitt (33) im Bereich einer gegenüberliegenden Kante, vorzugsweise einer Strömungsaustrittskante (27), am Außendeckband (23) einhakbar ist.
  4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der erste laschenförmige Abschnitt (32) und der zweite laschenförmige Abschnitt (33) eine an die Montageendform der Einrichtung vorgeformte Kontur aufweisen.
  5. Einrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe einen dritten laschenförmigen Abschnitt (34) aufweist, der benachbart zum zweiten laschenförmigen Abschnitt (33) vorzugsweise im Bereich der Strömungsaustrittskante (27) am Außendeckband (23) der Laufschaufel einhakbar ist.
  6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der dritte laschenförmige Abschnitt (34) eine an die Montageendform der Einrichtung vorgeformte Kontur aufweist und elastisch am Außendeckband (23) aufgeclipst wird.
  7. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der dritte laschenförmige Abschnitt (34) durch plastisches Umformen während der Montage der Einrichtung an der Laufschaufel in die Montageendform umformbar ist.
  8. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der dritte laschenförmige Abschnitt (34) einen U-förmig ausgebildeten Endbereich (35) aufweist.
  9. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe über die gesamte Länge bzw. Kontur über einen gleichförmigen, kreisrunden Querschnitt verfügt.
  10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Radius des kreisrunden Querschnitts an einen Filletradius eines Außendeckbands einer Laufschaufel angepasst ist.
  11. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe der Unwuchtkompensation an Turbinenlaufschaufeln einer Gasturbine dient, wobei sich im Montagezustand ein zwischen dem ersten laschenförmigen Abschnitt (32) und dem zweiten laschenförmigen Abschnitt (33) erstreckender Abschnitt (38) der Einrichtung vorzugsweise unter Anlage an einer radial innenliegenden, strömungskanalrelevanten Fläche (31) des Außendeckbands auf einer Saugseite (29) des Schaufelblatts (25) der Turbinenlaufschaufel erstreckt.
  12. Einrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der erste laschenförmigen Abschnitt (32) und der dritte laschenförmigen Abschnitt (34) derart ausgebildet sind, dass dieselben im Montagezustand auf einer Druckseite (28) des Schaufelblatts (25) der Turbinenlaufschaufel anliegen.
  13. Laufschaufel einer Turbomaschine, insbesondere einer Gasturbine, mit einem Außendeckband und einer Einrichtung zur Unwuchtkompensation, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (22) zur Unwuchtkompensation nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12 ausgebildet ist.
  14. Laufschaufel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe als Turbinenlaufschaufel einer Gasturbine, insbesondere eines Flugtriebwerks, ausgebildet ist.
  15. Turbomaschine in Axialbauweise, insbesondere Gasturbine, mit mindestens einem Verdichter, einer Brennkammer und mindestens einer Turbine, wobei die Turbine mindestens einen mehrere Laufschaufeln mit Außendeckband aufweisenden Laufschaufelkranz aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer Laufschaufel eines Laufschaufelkranzes zur Unwuchtkompensation im Bereich des Außendeckbands eine Einrichtung (22) zur Unwuchtkompensation nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12 zugeordnet ist.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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