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Dokumentenidentifikation DE102004032345B4 31.08.2006
Titel Vorrichtung zum Zuführen von Produkten
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Loecht, Heinrich Van De, 73635 Rudersberg, DE;
Neubert, Andre, 01728 Bannewitz, DE
DE-Anmeldedatum 03.07.2004
DE-Aktenzeichen 102004032345
Offenlegungstag 26.01.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 31.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.08.2006
IPC-Hauptklasse B65B 5/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65B 65/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B65G 47/14(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zuführen von Produkten nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine derartige Vorrichtung ist aus der DE 100 26 331 A1 bekannt. Bei der bekannten Vorrichtung lässt sich bei einer konstanten Fördergeschwindigkeit des Transportbandes dem Transportband eine oszillierende Bewegung längs der Förderrichtung des Transportbandes überlagern. Der Antrieb erfolgt dabei über einen Servomotor, welcher eines der Umlenkräder antreibt, um welches das Transportband geführt ist. Mittels der oszillierenden Bewegung lässt sich sowohl eine bessere Bruchausscheidung von beschädigten Tabletten, als auch eine bessere Sortierfunktion des Transportbandes bewirken.

Aufgrund des Eigenträgheitsmoments des Servomotors ist jedoch die Frequenz und die Amplitude der oszillierenden Bewegung begrenzt. Ferner führen überlagerte Bewegungen grundsätzlich zu erhöhten Belastungen am Motor und dessen Lager, wodurch sich eine Lebensdauerverkürzung des Servomotors errechnet.

Aus der DE 27 09 787 A1 ist eine Vorrichtung zum Ordnen, Ausrichten und lagerichtigen Zuführen von Körpern zu einer Arbeitsstation bekannt. Eine Vorwärtstransporteinheit nimmt die zu ordnenden und auszurichtenden Körper, wie beispielsweise Gelatinekapseln, auf und befördert sie weiter. Für die Transporteinheit ist ein vorzugsweise drehzahlgeregelter Antriebsmotor vorgesehen. Um eine Beeinträchtigung für die Ausbildung eines Staus in Folge fehlorientierter Körper zu vermeiden, ist eine Kontereinheit in Form einer Abstreifeinrichtung vorgesehen. Die zugehörigen Abstreifelemente befördern solche Körper, die sich oberhalb des Durchmesserbereichs der ordnungsgemäß formierten Körper befinden, entgegen der Laufrichtung der Vorwärtstransporteinheit zurück. Der Antrieb der die Abstreifelemente tragenden Welle kann auch unabhängig durch einen Einzelantriebsmotor erfolgen, wie in 4 dargestellt. Dieser Antrieb kann auch dazu verwendet werden, einen Profilkörper mittels eines an seinem räumlich unterhalb der Formierstrecken liegenden Rückenteil angreifender Exzenterantrieb in eine periodische Hub- und Senkbewegung zu versetzen. Diese periodischen Hub- und Senkbewegungen verlaufen im Wesentlichen senkrecht zur Transportrichtung.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum Zuführen von Produkten der eingangs genannten Art derart zu verbessern, dass es möglich ist, bei der oszillierenden Bewegung Frequenz und Amplitude unabhängig zu wählen sowie Belastungen des Motors zu reduzieren.

Diese Aufgabe wird durch den kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Zuführen von Produkten mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 hat den Vorteil, dass die Frequenz und die Amplitude der oszillierenden Bewegung und die Vorschubgeschwindigkeit des Transportbandes unabhängig voneinander gewählt werden können, wobei gleichzeitig die Bauteile eine relativ hohe Lebensdauer infolge geringer Bauteilebelastung aufweisen. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass die Vorschubbewegung des Transportbandes und die oszillierende Bewegung mittels separater Antriebe erzeugt werden.

Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Zuführen von Produkten sind in den Unteransprüchen angegeben. Besonders kompakt und einfach lässt sich die Vorrichtung verwirklichen, wenn die Vorschubbewegung und die oszillierende Bewegung des Transportbandes über ein und dasselbe Umlenkrad auf das Transportband übertragen werden. Dazu ist in einer vorteilhaften Weiterbildung vorgesehen, das entsprechende Umlenkrad mit einem Überlagerungsgetriebe zu koppeln. Zur Erzeugung beliebiger Bewegungen ist es weiterhin in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, das Überlagerungsgetriebe mittels zweiter Servomotoren zu koppeln.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend näher erläutert. Es zeigen:

1 eine vereinfachte Seitenansicht einer Vorrichtung zum Zuführen von Produkten in Näpfe einer Packstoffbahn,

2 eine teilweise geschnittene perspektivische Ansicht eines Überlagerungsgetriebes zum Antrieb einer Umlenkrolle bei einem Transportband nach 1 und

3 und 4 den Weg- bzw. Geschwindigkeitsverlauf des Transportbandes unter Verwendung eines Überlagerungsgetriebes nach 2.

In der 1 ist eine Vorrichtung 10 zum Zuführen von Produkten, insbesondere von pharmazeutischen Produkten wie Tabletten 1 oder Dragees, in Näpfe 2 einer endlosen Packstoffbahn 3 dargestellt. Die Vorrichtung 10 weist ein um drei Umlenkrollen 12 bis 14 geführtes endloses Transportband 15 auf. Durch die Anordnung der Umlenkrollen 12 bis 14 ergeben sich drei Streckenabschnitte 16 bis 18 für das Transportband 15. In dem ersten Streckenabschnitt 16 werden die Tabletten 1 in Aufnahmen 20 des Transportbandes 15 einsortiert und gelangen von dort in den zweiten, senkrecht zur Packstoffbahn 3 angeordneten zweiten Streckenabschnitt 17. In dem sich nachfolgend anschließenden dritten Streckenabschnitt 18, welcher parallel zur Packstoffbahn 3 verläuft, gelangen die Tabletten 1 von den Aufnahmen 20 in die Näpfe 2 der Packstoffbahn 3. Damit die Aufnahmen 20 im Transportband 15 nicht mit den Umlenkrollen 12 bis 14 kollidieren, sind in den Umlenkrollen 12 bis 14 entsprechende Aussparungen 21 für die Aufnahmen 20 ausgebildet. Anstelle von Aussparungen 21 ist es selbstverständlich auch denkbar, die Umlenkrollen 12 bis 14 mit umlaufenden Ringnuten im Bereich der Aufnahmen 20 auszustatten oder mehrere, voneinander getrennte scheibenförmige Umlenkräder vorzusehen. Der Antrieb des Transportbandes 15 erfolgt beispielsweise entsprechend der DE 103 46 841 A1 über an dem Transportband 15 angeordnete Mitnehmer. Weiterhin ist der zweite Streckenabschnitt 17 nahe des Vereinzelungsbandes 15 von einem Schutzblech 22 umgeben, welches das Herausfallen der Tabletten 1 aus den Aufnahmen 20 verhindert.

Im ersten Streckenabschnitt 16 ist oberhalb des Transportbandes 15 eine Speicher- und Abgabeeinrichtung 25 angeordnet, in der die Tabletten 1 lose gespeichert werden. Am Austritt 26 werden die Tabletten 1 auf die Oberseite des Transportbandes 15 abgegeben. Die Tabletten 1 werden dann beim weiteren Umlauf des Transportbandes 15 im Gegenuhrzeigersinn entsprechend dem Pfeil 27 in die Aufnahmen 20 des Transportbandes 15 einsortiert. Um ein seitliches Herabfallen der Tabletten 1 am Transportband 15 zu verhindern, sind seitlich des Transportbandes 15 zumindest in dem Bereich stromaufwärts der Speicher- und Abgabeeinrichtung 25 nicht dargestellte Seitenplatten angeordnet, die bis an das Transportband 15 heranreichen.

Der Antrieb der Packstoffbahn 3 erfolgt mittels eines an sich bekannten und daher nicht dargestellten Antriebs kontinuierlich. Das Transportband 15 wird im Ausführungsbeispiel über die eine Umlenkrolle 12 derart angetrieben, dass sich im Streckenabschnitt 18 die Aufnahmen 20 des Transportbandes 15 in Deckung mit den Näpfen 2 der Packstoffbahn 3 befinden, um ein Abgeben der Tabletten 1 in die Näpfe 2 zu ermöglichen.

Die Antriebswelle 28 der (angetriebenen) Umlenkrolle 12 ist entsprechend der 2 mit einem Überlagerungsgetriebe gekoppelt, welches im Ausführungsbeispiel als Planetenradgetriebe 30 ausgebildet ist. Die in Verlängerung der Antriebswelle 28 angeordnete Stegwelle 31 des Planetenradgetriebes 30 ist mit einem ersten Servomotor 33 gekoppelt bzw. verbunden. Der erste Servomotor 33 erzeugt eine gleichmäßige Drehbewegung der Stegwelle 31 und somit der Antriebswelle 28 der Umlenkrolle 12, wobei die Drehzahl des ersten Servomotors 33 derart ist, dass sich eine Fördergeschwindigkeit des Transportbandes 15 ergibt, welche der Fördergeschwindigkeit der Packstoffbahn 3 entspricht.

Die auf der der Antriebswelle 28 gegenüberliegenden Seite angeordnete und die Stegwelle 31 umgreifende Hohlradwelle 34 ist mit einem zweiten Servomotor 35 gekoppelt. Die Drehrichtung des zweiten Servomotors 35 ändert sich in gleichmäßigen Zeitabständen, so dass sich die Hohlradwelle 34 abwechselnd im Uhrzeigersinn bzw. im Gegenuhrzeigersinn dreht. Infolge der Koppelung der Hohlradwelle 34 mit der Antriebswelle 28 über die Planetenräder 36 und dem Sonnenrad 37 wird somit der gleichmäßigen Bewegung der Antriebswelle 28 infolge der Drehung des ersten Servomotors 33 eine hin- und hergehende Bewegung des zweiten Servomotors 35 überlagert. Diese überlagerte oszillierende Bewegung ergibt dann insgesamt für das Transportband 15 einen Weg/Zeit-Verlauf, wie er in der 3 bzw. einen Geschwindigkeits/Zeit-Verlauf, wie er in der 4 dargestellt ist. Man erkennt, dass die Geschwindigkeit v des Transportbandes 15 oszillierend um einen Mittelwert v(mittel) schwankt. Diese oszillierende Bewegung bewirkt, dass das Vereinzeln der Tabletten 1 in die Aufnahmen 20 des Transportbandes 15 verbessert wird. Dadurch, dass der erste Servomotor 33 für den gleichmäßigen Antrieb des Transportbandes 15 zuständig ist kann mit dem zweiten Servomotor 35 eine beliebige oszillierende Bewegung der gleichmäßigen Bewegung überlagert werden. Da der erste Servomotor 33 somit für die Grundlast des Transportbandes 15 zuständig ist, kann der zweite Servomotor 35 weiterhin mit einer relativ schwachen Antriebsleistung ausgestattet sein, bzw. es ergeben sich an beiden Servomotoren 33 und 35 jeweils nur relativ geringe, die Lebensdauer verkürzende Belastungen. Weiterhin können Frequenz und Amplitude am zweiten Servomotor 35 aufgrund dessen relativ geringer Belastung innerhalb größerer Grenzen gewählt werden.

Das beschriebene Ausführungsbeispiel kann in vielfältiger Weise abgewandelt werden, ohne vom Erfindungsgedanken abzuweichen. Wesentlich ist lediglich die Verwendung eines Überlagerungsgetriebes, welche den Antrieb des Transportbandes 15 mittels zweier separater Antriebe ermöglicht, wobei der eine Antrieb für die gleichmäßige Geschwindigkeit bzw. eine der Geschwindigkeit der Packstoffbahn 3 angepasste Bewegung des Transportbandes 15 verantwortlich ist, während der zweite Antrieb eine oszillierende Bewegung erzeugt, um das Vereinzeln der Tabletten 1 in die Aufnahmen 20 des Transportbandes 15 zu vereinfachen. So ist es beispielsweise denkbar, anstelle der Umlenkrolle 12 eine andere Umlenkrolle anzutreiben oder mehrere Umlenkrollen gleichzeitig anzutreiben. Auch sind andere Arten von Überlagerungsgetrieben denkbar.

So ist es auch möglich, anstelle des zweiten Servomotors 35, dessen Drehrichtung zur Erzeugung der oszillierenden Bewegung ständig gewechselt wird, einen Servomotor zu verwenden, welcher stets in ein und derselben Drehrichtung gedreht wird. Dieser Servomotor kann dann über einen Schubkurbelmechanismus so mit der Hohlradwelle gekoppelt werden, dass deren Drehrichtung sich ständig umkehrt. Diese Ausführung führt zu einer weiteren Entlastung des zweiten Servomotors 35 bei etwas höherem mechanischem Aufwand infolge des Schubkurbelmechanismus.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung (10) zum Zuführen von Produkten, insbesondere von pharmazeutischen Produkten wie Tabletten (1) oder Dragees, in Näpfe (2) einer Packstoffbahn (3), mit einem die Produkte ungeordnet aufnehmenden Vorratsbehälter (25) und einem Aufnahmen (20) für jeweils ein Produkt aufweisenden Transportband (15), das von dem Vorratsbehälter (25) abgegebene Produkte in seinen Aufnahmen (20) formschlüssig aufnimmt und beim weiteren Umlauf (15) die Produkte aus den Aufnahmen (20) in die Näpfe (2) abgibt, wobei dem Transportband (15) in Vorschubrichtung (27) eine oszillierende Bewegung überlagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubbewegung des Transportbandes (15) und die oszillierende Bewegung in Vorschubrichtung des Transportbandes (15) mittels separater Antriebe (33, 35) erzeugt werden.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Transportband (15) über mehrere Umlenkräder (12, 13, 14) geführt ist und dass die Vorschubbewegung und die oszillierende Bewegung über dasselbe Umlenkrad (12) auf das Transportband (15) übertragen werden.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das die Bewegungen übertragende Umlenkrad (12) mit einem Überlagerungsgetriebe gekoppelt ist.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Überlagerungsgetriebe mit zwei Servomotoren (33, 35) gekoppelt ist.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Überlagerungsgetriebe als Planetenradgetriebe (30) ausgebildet ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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