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Dokumentenidentifikation DE102004056131B4 31.08.2006
Titel Schalldämmplatte
Anmelder Kronotec AG, Luzern, CH
Vertreter Maikowski & Ninnemann, Pat.-Anw., 10707 Berlin
DE-Anmeldedatum 16.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004056131
Offenlegungstag 22.06.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 31.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.08.2006
IPC-Hauptklasse E04F 15/20(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04B 1/86(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   E04F 13/075(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Schalldämmplatte, insbesondere Trittschalldämmplatte für Laminatböden oder ähnliche Anwendungen. Die Schalldämmplatte ist durch einen kontinuierlichen Übergang ihrer Dichte von der einen großflächigen zur anderen großflächigen Seite der Platte gekennzeichnet und besteht aus einem Gemisch von unbeleimten Holzfasern, einem Bindemittel und einem Mischkunststoff, wie er bei der Aufarbeitung von Kunststoffteilen aus dem dualen System anfällt.
Die erfindungsgemäßen Schalldämmplatten finden Verwendung als Unterseite von Laminatböden, können aber auch als Verlegeplatte eingesetzt werden, auf die dann der Fußbodenbelag aufgebracht wird. Eine weitere Verwendung ergibt sich für die erfindungsgemäßen Trittschalldämmplatten, insbesondere mit Dicken über 8 mm, im Trockenbau als Bodenausgleichplatte auf großflächigen Bauelementen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schalldämmplatte zur Bildung von Laminatböden oder Parkett, als Bodenausgleichsplatte auf großen Flächen und als Wand- und Deckenelement für den Trockenbau.

Es sind die unterschiedlichsten Platten beispielsweise für die Trittschalldämmung bekannt. Sie bestehen beispielsweise aus Steinwolle, die durch ein Bindemittel zusammengehalten werden. Die Festigkeit dieser Platten ist gering. Wird der Festigkeitswert erhöht, geschieht das durch Zusatz größerer Mengen an Bindemittel oder Füllstoffe mit hohen spezifischen Gewichten. Damit nimmt aber die Schalldämmwirkung ab.

So ist durch die DE Gebrauchsmusterschrift 201 00 632 U1 eine Schalldämmplatte für Laminatböden oder andere Anwendungen bekannt, die aus einem Gemisch von unbeleimten Naturrohstofffaser, wie Holzfasern, einem Bindemittel, die thermoplastischen Klebefasern und hochdichten Füllstoffen mit einem spezifischen Gewicht größer als 200 kg/m3 bestehen. Die hochdichten Füllstoffe werden so in die Schalldämmplatte eingelagert, dass sie einen kontinuierlichen Übergang ihrer Dichte von der einen großflächigen zur anderen großflächigen Seite der Matte gewährleisten. Durch das hohe spezifische Gewicht der Füllstoffe ist die Schalldämmplatte wenig elastisch.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine schalldämmende Platte zur Bildung von Laminatböden, als Bodenausgleichsplatte oder für den Trockenbau zu schaffen, die neben einer hohen Schalldämmung, insbesondere Trittschalldämmung auch eine ausreichende Drucksteifigkeit besitzt und in Ihrer Herstellung einfach ist.

Erfindungsgemäß weist die Schalldämmplatte von der einen großflächigen zur anderen großflächigen Seite einen kontinuierlichen Übergang in ihrer Dichte auf und besteht aus einem Gemisch aus unbeleimten Holzfasern, einer Kunstharzklebefaser und einem Mischkunststoff, wie er bei der Aufarbeitung von Kunststoffteilen aus dem dualen System anfällt.

Die erfindungsgemäße Schalldämmplatte weist eine Rohdichte von 130–260 kg/m3 auf und wird in Dicken von 3 bis 20 mm gefertigt. Vorzugsweise liegt bei Platten mit Dicken von 3–6 mm die Rohdichte bei 200–260 kg/m3 und bei Platten mit Dicken von 7–20 mm die Rohdichte bei 130.–.220 kg/m3.

Dabei weist das Ausgangsmaterial erfindungsgemäß eine Zusammensetzung von

50 bis 60 % an unbeleimten Holzfasern,

8 bis 10 % Bindemittel und

42 bis 30 % an Mischkunststoffen auf.

Die eingesetzten unbeleimten Holzfasern weisen eine Länge von 0,3 bis 1,2 cm, vorzugsweise 0,7 bis 1 cm und insbesondere von 0,85 bis 0,95 cm auf, wobei Anteile von einer geringeren Faserlänge (Stäube) nicht stören.

Zur Verbesserung der erfindungsgemäßen Schalldämmplatte hinsichtlich Feuchtigkeitsbeständigkeit und Flammschutz können die unbehandelten Holzfasern mit einem Hydrophobierungsmittel und/oder Flammschutzmittel versehen werden

Das Bindemittel besteht vorzugsweise aus thermoplastischen Kunststoffharzen in Form von Klebefasern. Besonders geeignet sind solche Bindemittel, die einen Fließübergangsbereich von 70 bis 190°C besitzen.

Der Mischkunststoffanteil aus dem dualen System weist eine Partikelgröße von < 1 mm vorzugsweise von 0,2 mm auf.

Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Schalldämmplatte werden die Bestandteile in der gewünschten Zusammensetzung gemischt und aus einem Vorratsbehälter z. B. durch ein Gebläse auf ein kontinuierlich bewegtes Transportband aufgeblasen. Durch das unterschiedliche spezifische Gewicht der Holzfasern bzw. des Mischkunststoffes haben die feinen Holzpartikel eine längere Flugbahn und setzen sich an der Oberfläche der auf das Transportband aufgetragenen Masse ab. Die Mischkunststoffpartikel führen eine kürzere Flugbahn aus und bilden die Unterschicht der entstehenden kontinuierlichen Materialbahnen. Dabei entsteht kein abgehackter Übergang von einem Material zum anderen, sondern die Dichte der Materialbahn nimmt kontinuierlich von oben nach unten zu.

Sollte ein besonderer Schichtaufbau, z. B. über die Breite der Materialbahn gewünscht werden, können weitere Vorratsbehälter über dem Transportband angeordnet werden. Dabei können in diesen Vorratsbehältern die aufzutragenden Massen gleiche wie auch unterschiedliche Zusammensetzungen besitzen.

Die Schichtdicke der herzustellenden Schalldämmplatten kann durch unterschiedliche Geschwindigkeiten des Transportbandes, durch die Menge an aufgetragener Masse pro Zeiteinheit oder durch Kombination beider vorgenannter Maßnahmen eingestellt werden.

Nach dem Auftragen der Masse wird das Transportband durch einen Ofen geführt, der ausreichende hohe Temperaturen aufweist, damit der Fließübergangsbereich der eingesetzten Klebefasern erreicht wird. Durch das Flüssigwerden des Bindemittels wird der gewünschte Zusammenhalt der Bestandteile erzielt. Nach der Heizzone folgt eine Kühlzone, in der die Klebefasern aushärten. Danach wird der Materialstrom in die gewünschte Länge geschnitten und die Platte steht zum Einsatz bereit.

Zusätzlich können vor der Aushärtung des Kunstharzes eine oder beide großflächigen Seiten der Platte mit einer Druckrolle mit Strukturen versehen werden. Damit schafft man eine verbesserte Oberfläche für das Verkleben als auch das Verputzen der erfindungsgemäßen Platte, sofern sie z. B. als Wand- oder Deckenelemente im Trockenbau eingesetzt werden.

Eine Variante bei der Plattenherstellung sieht vor, dass anstelle der Strukturierung der großflächigen Seiten der Platten auf diese ein- oder beidseitig ein Faservlies aufgetragen wird. Auch dadurch wird eine verbesserte Oberfläche für die weitere Verarbeitung erreicht.

Selbstverständlich ist es auch möglich, die eine großflächige Seite der Platte zu strukturieren und auf der anderen großflächigen Seite ein Vlies aufzutragen.

Durch diese Maßnahmen wird ein universaler Einsatz der erfindungsgemäßen Schalldämmplatten möglich.

Bei der fertigen Platte besteht die Oberseite zu einem Großteil aus Holzfasern, wodurch die „Holzoptik" der Schalldämmplatte erhalten bleibt. Die Holzfasern zeichnen für die gute Schalldämmung, insbesondere Trittschalldämmung verantwortlich, während sich die Mischkunststoffanteile auf der unteren Seite der Schalldämmplatte angereichert haben und ihr dadurch eine gute Drucksteifigkeit verleihen. Allein durch den gewünschten Schichtenaufbau wird eine Erhöhung der Druckfestigkeit von 120 bis 200 % erreicht.

Bei Laminatböden kann die erfindungsgemäße Schalldämmplatte mit der dichteren Seite vollflächig oder streifenförmig auf das Laminat aufgeklebt werden. Durch den erhöhten Anteil an Mischkunststoffen an der befestigten Seite der Trittschalldämmplatte ist das erhaltene Produkt ausreichend drucksteif und die Verklebung problemlos möglich.

Bei einer anderen Anwendungsart kann die erfindungsgemäße Schalldämmplatte als Verlegeplatte auf den Fußboden ausgelegt werden, auf welcher dann der Fußbodenbelag aufgelegt wird.

Ein weiteres Anwendungsgebiet der erfindungsgemäßen Schalldämmplatte, insbesondere bei Platten mit Dicken über 8 mm, ergibt sich im Trockenbau. Dabei können die Platten z. B. als Bodenausgleichsplatte auf großflächige Bauelemente, wie Spann-, OSB- oder Fermacellplatten aufgeklebt werden.

Ebenso sind die erfindungsgemäßen Schalldämmplatten als Wand- und Deckenelemente einsetzbar. Hier kommen insbesondere solche Platten zum Einsatz, die ein- oder beidseitig auf der großflächigen Seite ein Vlies tragen, bzw. deren großflächige Seiten bei der Herstellung strukturiert wurden.


Anspruch[de]
  1. Schalldämmplatte für Laminatböden oder andere Anwendungen, gekennzeichnet durch einen kontinuierlichen Übergang ihrer Dichte von der einen großflächigen zur anderen großflächigen Seite der Platte, bestehend aus einem Gemisch von unbeleimten Holzfasern, einem Bindemittel aus thermoplastischen Klebefasern und einem Mischkunststoff, wie er bei der Aufarbeitung von Kunststoffteilen aus dem dualen System anfällt.
  2. Schalldämmplatte nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein Gemisch von 50 bis 60 % unbeleimten Holzfasern, wahlweise mit einem Hydrophobierungsmittel und/oder Flammschutzmittel versehen, 42 bis 30 % Mischkunststoffen aus dem dualen System und 8 bis 10 % Bindemitteln in Form von thermoplastischen Kunstharzen.
  3. Schalldämmplatte nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch unbeleimte Holzfasern mit einer Partikelgröße von 0,3 bis 1,2 cm vorzugsweise 0,7 bis 1 cm und insbesondere 0,85 bis 0,95 cm und einem Mischkunststoff mit einer Partikelgröße von < 1 mm.
  4. Schalldämmplatte nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine Dicke von 3 bis 20 mm und eine Rohdichte von 130 bis 260 kg/m3.
  5. Schalldämmplatte nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine Dicke von 3 bis 6 mm und einer Rohdichte von 200 bis 260 kg/m3.
  6. Schalldämmplatte nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine Dicke von 7 bis 20 mm und einer Rohdichte von 130 bis 220 kg/m3.
  7. Schalldämmplatte nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch ein zusätzliches Faservlies auf einer oder beiden großflächigen Seiten der Platte.
  8. Schalldämmplatte nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine zusätzliche Strukturierung einer oder beider großflächigen Seiten der Platte.
  9. Schalldämmplatte nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch ein Faservlies auf einer großflächigen Seite und einer Strukturierung auf der anderen großflächigen Seite der Platte.
  10. Schalldämmplatte nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, erhalten durch Aufblasen eines Gemisches der Ausgangsprodukte unbeleimte Holzfasern, Mischkunststoffe aus dem dualen System und Bindemittel in gewünschter Zusammensetzung aus einem oder mehreren Vorratsbehältern auf ein kontinuierlich bewegtes Transportband, aushärten lassen in einem Ofen mit Temperaturen im Fließübergangsbereich der eingesetzten thermoplastischen Klebefasern als Bindemittel und Abtrennung von Platten in gewünschter Länge.
  11. Schalldämmplatte nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, erhalten durch Aufblasen eines Gemisches der Ausgangsprodukte unbeleimte Holzfasern, wahlweise mit einem Hydrophobierungsmittel und/oder einem Flammschutzmittel versehen, Mischkunststoffe aus dem dualen System und Klebefasern in gewünschter Zusammensetzung aus einem oder mehreren Vorratsbehältern auf ein kontinuierlich bewegtes Transportband, die eventuelles Strukturieren und/oder Aufbringen eines Faservlieses auf eine oder beide großflächigen Seiten des Massestromes, Aushärten lassen in einem Ofen mit Temperaturen im Vliesübergangsbereich der eingesetzten thermoplastischen Klebefasern als Bindemittel und Abtrennen von Platten in gewünschter Länge.
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